goettinger stadtinfo
Weststadt Die Weststadt - Göttingens Wilder Westen lebt Die
Weststadt, das ist der Stadtteil westlich der Leine: er liegt zwischen zwei Gewerbegebieten
und ist von Hauptverkehrsstraßen durchzogen - u.a. Hagenweg, Königsallee, Godehardstraße.
Und sagen wir es mal so: hier ist nicht gerade das große Geld zuhause. Viele Wohnhäuser,
darunter zahlreiche Mehrgeschossbauten, befinden sich in einem schlechten Zustand.
Dafür sind die Wohnungen jedoch relativ günstig und deshalb wohnen Leute da, die
weniger Geld haben. Die Weststadt beherbergt soziale Projekte wie die Brockensammlung
und die Göttinger Werkstätten.
Stigmatisierung eines Stadtteils stoppen!
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Stadterneuerung Weststadt (EU-Förderprojekte "Soziale Stadt) 5 Millionen Euro sollen in den nächsten fünf Jahren im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf" in die Göttinger Weststadt fließen. In der öffentlichen Darstellung stehen Projekte wie Kinderspielplatz-Neugestaltung und Wärmedämmung der Altbauten sowie Balkonanbauten. Weniger deutlich werden Projekte der polizeilich-sozialarbeiterischen Präventionsarbeit in der Öffentlichkeit präsentiert. Abgrenzung des Sanierungsgebietes schließt Haus der Kulturen aus - Jugendhilfe e.V. mit weitgehendem Einfluß auf die Projekte Äußerst
merkwürdig ist die Abgrenzung des Sanierungsgebietes insofern, als die Grenze
des Sanierungsgebietes hinter der Musa gezogen wurde, das Haus der Kulturen somit
ausgegrenzt wurde. Ausgerechnet die Location, die als Zentrum der Migrantenarbeit
dient wird ausgeschlossen, während gleichzeitig das ganze Projekt damit legitimiert
wird, dass der Migrantenanteil in der Weststadt einer der größten
Probleme darstelle. Vom Haus
der Kulturen (HdK) ist niemand in den engeren Steuerungskreis des Sanierungsmanagements
gekommen. Ein Mitarbeiter des HdK äußerte den Eindruck, dass man
sie bewußt ferngehalten habe. Das war zu erfahren, weil GOEST im seine Redaktionsadresse
auch im Hdk hat und daher naturgemäß häufiger dort ein und ausgeht.
Zentrale Rolle von Jugendhilfe e.V. und Präventionsarbeit von Polizei, Justiz und Sozialarbeit Eine
einflußreiche Rolle bei dem Zugriff auf die Fördermittel des Projektes
hat sich die Jugendhilfe Göttingen e.V. gesichert, die sowohl im Weststadtbüro
als auch im "Sanierungsmanagement" des Weststadtprpojektes Entscheidungen
beeinflußen kann. ("In der Göttinger Weststadt betreibt die Jugendhilfe
Göttingen e.V. das Weststadtbüro. Mit gemeinwesenorientierter Arbeit richtet sich
dieses Projekt an alle Bewohner/Innen der Weststadt." Zitatquelle) Die Jugendhilfe ist eine Institution mit dem Ziel der sozialarbeiterischen, juristischen Beherrschung von abweichendem Verhalten von Jugendlichen. Oder positiv formuliert ist die Aufgabe der Jugendhilfe "die Förderung sozialpädagogischer Arbeit mit Jugendlichen, die aufgrund ihrer Lebenssituation zu sogenannten Rand- oder "Problemgruppen" zugeordnet werden. " (Homepage der Jugendhilfe) Der
Jugendhilfe e.V. arbeitet u.a. zusammen mit (vgl. Liste
der Kooperationspartner) Präventionsprojekt So wundert es nicht, dass das ganze mit einem Präventionsprojekt gekoppelt wird. Das Projket "Sozialräumliche Prävention in Netzwerken (SPIN): Implementierung des Programms “Communities That Care (CTC)” in Niedersachsen" ist ein Projekt des Landesprävenstionsrates. 2008 – 2011 wird CTC in drei Modellstandorten in Niedersachsen erprobt, in Hannover (Stadtteil Mühlenberg) in Göttingen (Kooperation Stadt Göttingen und Jugendhilfe Göttingen e.V., Stadtteil Weststadt)"und das Emsland (Kooperation Landkreis Emsland und Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim). (>> Quelle) In der Diskussion in der Weststadt wird das Ziel folgendermaßen beschrieben "Dabei geht es darum, dass Jugendliche ausführlich zu ihrem sozialen Umfeld befragt werden (Konflikte in der Familie, Drogenkonsum etc.). Aus den Ergebnissen lässt sich - zumindest in den USA - ablesen, ob ein Jugendlicher delinquent wird oder nicht. (...) ." Kontrolle durch BürgerInnenvertreterInnen neutralisiert Als zentrales Beratungsorgan für die "Stadterneuerung Weststadt" fungiert der "Unterausschuss". Laut Ratsbeschluß setzt er sich zusammen aus 5 Vertretungen der Ratsfraktionen (eine Vertretung pro Fraktion), 3 gewählten Bewohner/innen , 2 benannte Vertretungen lokaler Akteure (Weststadtkonferenz und Wohnungswirtschaft) sowie beratenden Mitgliedern. Nun ist eine der "gewählten Bewohner/innen" , Mirsade Jemini wiederum dem Umfeld der Jugendhilfe e.V. zuzuordnen weil sie für das Projekt >>"FairBleib" gearbeitet hat (oder noch arbeitet), das stark von der Jugendhilfe gesteuert wird. (Kontakt: Teilprojekt Jugendhilfe Jugendhilfe Göttingen e.V. FairBleib Untere Karspüle 4 37073 Göttingen). Die zweite "gewählte Bewohnerin" Martina Trüter-Cordeiro ist als >> Bewährungshelferin dem Landgericht zugeordnet. Konstituierende Sitzung des Unterausschusses "Stadterneuerung Weststadt" am
8. März konstitutiert sich der städtische Unterausschuss "Stadterneuerung
Weststadt" um 18 Uhr im Gemeindehaus Godehardstraße 22 . Zunächst erfolgt
Vorstellung der Ausschußmitglieder und Wahl des Vorsitzes. Die Stadtverwaltung
und das Sanierungsmanagement berichten über das geplante "integrierte Handlungskonzept"
für die Weststadt. Anschließend haben die Bürgervertreter/innen Gelegenheit zu
eigenen Mitteilungen und Anregungen, bevor gegen 19.30 Uhr eine Einwohnerfragestunde
beginnt. |
Ein
Bürgergepräch in der Weststadt drohte abzukippen Fast wäre die Veranstaltung nach rechts abgeglitten. Vor allem der Ruf nach Sicherheit und Ordnung und vor allem die Interessen von HausbesitzerInnen kamen massiv zur Geltung beim BürgerInnengespräch in der Weststadt.
Die
Beschwerden gegen Roma im Rosenwinkel
("wenn da schon die Teppiche draussen liegen" , "dauernd die
Musik bei offenen Fenstern") nahmen breiten Raum ein. Leute die ihr Haus
verkaufen wollen jammerten, dass sie wegen der Lage im Viertel nur schwer Kaufinteressenten
fänden. Der zuständige
Kontaktbereichsbeamte, den eine Frau aus dem Publikum ungeniert "Cob"
nannte wurde in zahlreichen Wortmeldungen angesprochen um mehr Hilfe und Unterstützung
zu erbitten. Er soll bei Lärm, bei zu schnellem Fahren, usw. für Ordnung
sorgen. Als der Kontaktbereichsbeamte Herr Tornow jedoch erklärte, dass er
auch das Gebiet um die Uni , Weende und Nikolausberg zu betreuen habe - da beklagte
man gemeinsam die mangelhafte personelle Ausstattung der Polizei.
Resümmee: Die verschiedenen Gruppen der Weststadt sind noch weit voneinander entfernt in einen Dialog zu treten. Vorerst hatten vor allem die Hausbesitzer ihre Interessen lautstark und erregt vorgetragen. Dennoch gab es auch eine ganze Reihe von Anregungen für Verbesserungen in der Weststadt. Die stereotype Anwort von Dezernentin Schlapeit-Beck "Vielen Dank für die Anregung, wir nehmen das mit und prüfen es". Beim Hinausgehen war zu hören wie eine Teilnehmerin zu einer anderen sagte: "Das war doch jetzt wieder nur alles heisse Luft oder?". Die Einrichtung des Bürgergesprächs sollte nicht weiterhin den Schwerpunkt auf die "Interessensvertretung für Hausbesitzer" setzen.. Wie kam es zu der Einladung zum Bürgergeschpräch? Holtenser Berg, Leineberg und Weststadt haben leider keinen Ortsrat. Der Versuch Ortsräte auch hier durchzusetzen ist vor der letzten Kommunalwahl am Widerstand der CDU gescheitert. Nach der Wahl nun gibt es eine Mehrheit von Grünen und SPD im Rat aber vorerst findet trotzdem nur eine "Bürgerversammlung" statt, hier "Bürgergespräch" genannt - keine Rede mehr von Ortsräten? Selbst das Bügergespräch findet auch nur auf Initiative der quasi privaten Initiative "Weststadtkonferenz" statt. Die
Planung, einen Teil der Weststadt in ein Sozialprogramm aufzunehmen hat offensichtlich
den Impuls gegeben, nun an die Bürgerinnen und Bürger heranzutreten
um mehr Leute in eine Diskussion einzubinden. Aus dem Einladungstext: "Die
Weststadt ist ein sehr lebendiger und vielfältiger Stadtteil, in dem Menschen
unterschiedlicher kultureller Herkunft leben. Einzelne Teilräume weisen allerdings
eine starke Zentrierung massiver sozialer Probleme, ungünstiger Wohnumfeldstrukturen
und Konfliktpotenziale auf. Trotzdem wehren sich einige Bewohner/innen gegen die
Gleichsetzung des Viertels mit den sozialen Brennpunkten und gegen den schlechten
Ruf der Weststadt. Die Aufnahme des Gebietes in das Bund-Länder-Programm
Soziale Stadt, um die sich die Stadt Göttingen seit Jahren bemüht, ist
bisher immer wieder abgelehnt worden. Eine Gesprächsrunde vor Ort soll nun
die Gelegenheit bieten, die Anliegen der Bewohner/innen mit fachkundigen Vertreter/innen
aus der Verwaltung sowie der Sozialdezernentin der Stadt Göttingen, Frau
Dr. Schlapeit-Beck, direkt zu erörtern. Thematisiert werden sollen u.a. das
Zusammenleben im Stadtteil, Infrastruktur (z.B. Angebote für Jugendliche,
Ausstattung von Spielplätzen, Verkehrssituation) Hochwasserschutz/ Überschwemmungen,
Infrastruktur. Freiräume
für Bewegung schaffen |
Stadtteilbüro Weststadt
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1995
gründeten VertreterInnen der in der Weststadt ansässigen Vereine und Initiativen
(darunter auch die Musa) die Weststadtkonferenz, um Stadtteilfeste zu organisieren
und Projektvorschläge für den Stadteil zu entwickeln. Die Weststadtkonferenz ist
ein informeller freiwilliger Verbund mit einer Geschäftsstelle in der Musa, vertreten
durch eine Organisationsstelle, die von Gabi Radinger wahrgenommen wird. Folgende Vereine, Einrichtungen und Initiativen engagieren sich
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