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Gefährdungsabschätzung
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Die Leine

Zum Namen: "Bei dem fast jährlich auftretenden Hochwasser gleicht das Tal einem großen breiten See, wie denn der Name Leine von laginaha hergeleitet und als Seefluß gedeutet wird." meinte Pastor Hans Ehlers in seinem Buch "Greene im Wandel der Zeiten", (Hrsg. Heimat- und Verkehrsverein Greene e. V. 1967) Das paßt zwar zum Hochwasser, aber führt möglicherweise in die Irre.
"Leine wechselte im Laufe der Zeit von Lagina im 9. Jahrhundert über Leina, Legine, Lagena, Lagina, Laigine, Lienne bis Leine. 954 ist in schriftlichen Urkunden erstmalig von Laginga, 997 von Lainegha und 1029 von pagus Lagina = Leinegau die Rede."
(Leinefelde-Homepage).
Bedenkenswert scheint uns der Zusammenhang mit "Lein" als alter Begriff im Germanischen und Mittelhochdeutschen für "Flachs", denn späterhin war nicht nur Leinefelde z.B. mit der Leinequelle Zentrum der Leineweberei, auch Göttingen war z.B. mit dem Grätzelhaus durch Tuchmacherei bekannt gewesen. "Leine" war letztlich auch als ein Begriff für ein Seil aus Flachs entstanden. Viele Überlegungen aber keine Gewissheiten.

leine_feb02_3.JPG (22378 Byte)
Leine Januar und Februar 2002 Pegelstand 142,98

 

Hochwasserstufen der Leine

>> Karte mit Meßpunkten im niedersächsischen Flüssenetz / Pegel Göttingen anklicken
Eine Hochwasserkatastrophe der Leine beginnt bei Überschreitung von 3,85 Meter Pegelstand.

Hochwasser 1981: 384 cm a.P. (das entspricht NormalNull NN + 144,27 Meter)
Hochwasser 1961: 311 cm a.P. / NN + 143,54 m
Hochwasser 2002: 255 cm a.P. / NN + 142,98 m

"Hochwasserkatastrophe" beginnt bei Überschreitung von 385 cm am Pegel
/

M1: Beginn Hochwassermeldedienstes : 140 cm am Pegel a.P. /(das entspricht NormalNull + 141,83 Meter sozusagen die absolute Höhe vom Meeresspiegel aus gemessen)
M2: Gefahr von Ausuferungen : 190 cm a.P. /
NN + 142,33 m
M3: Gefahr größerer Überschwemmungen : 250 cm a.P. /
NN + 142,93 m

 

Abildungsausschnitt der Verlaufsdarstellung beim NLKW

Nur 15 cm fehlten bis zur Gefahr größerer Überschwemmungen (M3) = 142,93 über NN

** NN / Normal Null , d.h. grob gesagt "über dem Meeresspiegel", siehe >>Wikipedia

August 2015

Zeitpunkt: 17.08.2015 13:00

Leine Wasserstand 234 cm am Pegel
M2: Gefahr von Ausuferungen : ab 190 cm a.P.
M3 beginnt bei 250 cm a.P.

Info-Telefon

Aufgrund der zahlreichen Anfragen zum aktuellen Stand des Hochwassers hat der Landkreis Göttingen ein Info-Telefon eingerichtet. Unter der Rufnummer 0551 525 – 9200 gibt es individuelle Antworten auf Fragen zur aktuell herrschenden Situation. (kein Ansagedienst)

Foto: 17.8.15 - Leine Hochwasser, Blick von der Hagenweg-Brücke Richtung Godehardbrücke

 

 

Mai 2013

27.5.13 / Der Deutsche Wetterdienst dwd.de hatte für die Zeit von Sonntag, 26.5. bis: Montag, 27.5.2013 "ergiebigen Dauerregen mit Mengen von 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter" vorausgesagt. Am 27.5. um 14.15 Uhr hatte der Pegelstand die Warnstufe M1 bereits überschritten und lag bei 179 cm bzw. 142,22 m über Normal-Null (NN)**. Nach Eintreten der Regenpause liegt er nun am 28.5. bei 144 cm am Pegel (a.P.) / NN + 141,87 m


Foto 27.5.13 / Auffällig war die hohe Fließgeschwindigkeit an einigen Stellen wie z.B. nördlich der Eisenbahnbrücke am Leineberg - schätzungsweise 4 Meter/Sekunde .

2009

Sandweg am Flüthekanal und Wege unter den Leinebrücken gesperrt
Als erstes ist bei Hochwasser der Sandweg überflutet - das Rinnsal "Flüthegraben" macht sich dann vorübergehend mächtig breit


Foto: Sandweg gesperrt 2009 - am Horizont liegt das >Flüthewehr

 

September 2007 (29.9.07)


Pegelstand über der Warnmarke M3 30.9.07


Die Leine von der Hagenbrücke am 29.9.07

In der Nacht vom 28. auf 29.9.07 und am ganzen 29.9. produzierte ein kräftiger Dauerregen Hochwasser in ganz Südniedersachsen Kleine Kanäle bei der Merkelstraße oder Bäche wie die Grone bekamen plötzlich so viel Wasser, dass Strassen überflutet wurden und Keller voll liefen. Berufsfeuerwehr und 13 Freiwillige Feuerwehren waren zu ca. 100 Einsätzen unterwegs. In Hildesheim haben die Behörden am 30.9. sogar den Katastrophenfall ausgerufen, nachdem Deiche der Innerste gebrochen waren.

2007: Leine über die Ufer getreten.

 

Wie immer wird der Sandweg bei Hochwasser überflutet, am 29.9.2007 besonders stark

 

Etliche Keller nahe der Leine mußten ausgepumpt werden

Die Abwasserkanäle in der Weststadt waren voll. Das Wasser kam in den Kellern aus Abflussrohren wenn dort kein Rückstossventil vorhanden war.

In mehreren Kellern kam das Wasser aus dem umgebenden Erdreich durch das poröse Mauerwerk der Kellerwände.

Die Feuerwehr pumpte Wasser aus den Kellern heraus in die Kanalisation nur einen Teil pumpte man direkt in die Leine. . Ein Anwohner vermutete, dass dadurch wieder mehr Wasser in die Keller läuft. Wenn er recht haben sollte, müßte das Konzept mal überdacht werden.

Die Grone war ebenfalls stark gestiegen.

Kurz vorher waren die Ufer an dieser Stelle gründlich saniert worden.

Der Angelverein greift zur Selbsthilfe und kurbelt das Stauwehr am Levinpark hoch. Ein Stau an dieser Stelle hatte einige Zeit vorher (23.8.2007) den naheliegenden Kindergarten unter Wasser gesetzt.

Die Bebauung der Leineaue ignoriert die Hochwassergefahr

Zuschrift einer Leserin 30.9.07 : "heute vormittag war die Feuerwehr auch bei uns im Einsatz (Keller voll gelaufen) Jetzt sind sie im Neubaugebiet auf dem ehemaligen Steritex-Geläne und pumpen dort ab; wir als AnwohnerInnen haben ja damals schon Bedenken geäußert, ob auf dem Gelände eine solche Bebauung Sinn macht)" (A.M.)

Man darf sich wirklich fragen, welche Fehleinschätzung dazu geführt hat, dass auf dem ehemaligen Schneeweissgelände Häuser in der Leineaue sehr dicht am Wasser gebaut wurden. Wir haben eines der Musterhäuser am Ende des Geländes besichtigt und nach der Hochwasserproblematik gefragt. Als Schutzmaßnahme hat man dort auf den Keller verzichtet und es gab die Auflage, um das Haus herum eine tiefe Kies- bzw. Steinschicht zu legen, damit das Wasser absickern kann. Einige Häuser haben Keller und mußten laut Mitteilung einer Leserin am 29.9.07 auch prompt ausgepumpt werden. Auf einer Immobilienmakler-Informationsveranstaltung wunderte sich ein fachkundiger Aussteller, wie für diese Häuser eine Baugenehmigung erzielt werden konnte, allenfalls wäre dort doch nur eine Pfahlbauweise angebracht gewesen.
Auch die Häuser gegenüber der Polizei an der Kasseler Landstraße könnten irgendwann mal nasse Füsse bekommen, wenn sich die Hochwasserschutzplanungen als nicht ganz zeitgemäß erweisen. Der Investor wirbt mit dem Spruch "Wohnen An der Leineaue" . Vielmehr sollte aber der Spruch "In den Auen nicht mehr bauen" verbreitet werden.

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Januar 2007 (18./19.1.07)

Am 18.1.07 sind nachmittags bereits 141,53 erreicht und es sind noch starke Regenfälle angekündigt. Durch die Nacht hindurch ist vor allem der Sturm ein Problem aber durch die Regenfälle übersteigt der Pegel die erste Hochwasserwarnmarke von 141,83.

Bei Erreichen der Stufe M1 sieht es dann so aus wie am 19.1.07 um 9 Uhr


Leine bei Erreichen der ersten Hochwasserstufe 141,83 über NN

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Schneeschmelze / Hochwasser Februar 2007 (16.2.05)

Am 16.2.05 bietet sich aufgrund der Schneeschmelze zusammen mit Niederschlägen folgendes Bild beim Leinewasserstand. Die erste Warnmarke wurde um 21 Uhr bereits überschritten.

Quelle

 

Historische Hochwasserliste der Leine in Göttingen   

1909, 3.2.09 Schneeschmelze, Hochwasserkatastrophe
1932, 4.1.32  Schneeschmelze:Flußbett vollständig ausgefüllt, Jahnplatz überschwemmt
1946 starkes Hochwasser im gesamten Verlauf der Leine  (keine speziellen Infos über Göttingen)
1956, 16.7.56    Leine Hochwasser, "das im Landkreise viel Unheil angerichtet und auch in einzelnen Stadtteilen Schäden verursacht hat. Die Sportplätze am Maschpark unter Wasser, der Kiessee ist mit der Leine verbunden."
1981 - Keller in der Weststadt u.a. Asternweg/Königsallee laufen voll, ein Dammbruch führt zu Hochwasserschäden bei der Firma Feinprüf / heute Mahr
1987, Hochwasser der Leine, aber keine speziellen weiteren Informationen
1995, 22.1.95 "Der Pegel der Leine steigt derart an, dass das Flutwehr geöffnet werden muß, um die südlich der Stadt ablaufenden Wassermassen abfließen lassen zu können."
1998 Oktober / November Hochwasser  an Weser, Aller und Leine, Landkreise Goslar und Northeim sowie Hannover fordern Sandsäcke an. Seit  1941 war dieses Hochwasser das erste im Monat Oktober.  
2002 26.1.02 Sandweg am Kiessee überflutet und muß gesperrt werden.
2002 27.2.02  Hochwasser
2005 16.2.05
Schneeschmelze / Hochwasser
2007 18./19.1. Unwetter , nachmittags bereits 141,53 und nachts übersteigt der Pegel die erste Hochwasserwarnmarke von 141,83.

Die Leine hat traditonelle Hochwasserzeiten. Kaum jemand kann sich heute vorstellen, dass in früheren Zeiten das Hochwasser die Gronertorstrasse überschwemmte und dort Boote fuhren. Durch gezielte Vorsorgebaumaßnahmen wurden diese Überschwemmungen im Stadtgebiet bislang verhindert. Grundsätzlich besteht jedoch wegen zunehmender Niederschläge und Klimaveränderung weiterhin ein Risiko.So wird z.B der tiefliegende Sandweg am Kiessee bei Hochwasser immer häufiger als früher überflutet und muß wie z.B. am 26./27. Januar 2002 gesperrt werden.

Im folgenden ein Bericht aus dem hervorgeht, wohin sich die Leine ihren Weg sucht in Göttingen (trotz Deichbau) weiß man, dass sich die Flüsse bei Flut die alten Wege bahnen.  

Das Hochwasser im Februar 1909    
(Stark gekürzt und verändert, basierend auf Informationen von Reinhold Werther)

Am 3. Februar 1909:  Starker anhaltender Schneefall. Auf dem Hainberge liegt eine 30 cm starke Schneedecke bei -5 Grad. Der Boden war gefroren. Plötzlich eingetretenes Tauwetter am 3. Februar  mit +5° C führt Hochwasser herbei. Die Leine tritt in der Nacht vom 3./4. Februar aus ihren Ufern. Mit großer Schnelligkeit steigt das Wasser. Gegen Mittag dringt das Wasser in die Straßen der Weststadt, so dass ein Straßenverkehr unmöglich wird. Im Rosdorfer Weg, Schiefer Weg, Leinestraße usw. können die Einwohner nur auf Kähnen das Haus verlassen. Besonders bedrohlich gestaltet sich die Lage der Bewohner der "Stichnothschen Waschanstalt" und der Maschmühle. Erstere werden durch das mutige Vorgehen des Bürgervorstehers, Tischlermeister Lambach, der mit anderen mutigen Bürgern bis zum Stichnothschen Hause auf einem primitiven Kahn vordringt, gerettet.
>> Bild vom Hochwasser 1909 in der Groner Str 

In Göttingen war die kleine Leine über Nacht zu einem reißenden Strom geworden und hatte das ganze Tal unter Wasser gesetzt. Immer höher und höher stieg die Flut, mit ungestümer Gewalt brach sie in die Stadt hinein und eroberte eine Straße nach der anderen. Der Bahnhof und das Postgebäude waren vom Fußgängerverkehr völlig abgeschnitten. Bald drang das Wasser in das Bahnhofsgebäude ein und überschwemmte den zu den Bahnsteigen führenden Tunnel, . Bis an den Bauch im Wasser stapfend konnten die Pferde nur mit großer Anstrengung vorwärts gelangen.

leine_bahnhof.JPG (26898 Byte)
Überschwemmung am Bahnhof 1909

Die Bürgerstraße, die Wiesenstraße, die Angerstraße, Geiststraße, Neustadt, Alleestraße, Untere und Obere Masch standen meterhoch unter Wasser. Die freiwillige Feuerwehr wurde alarmiert, da einige Häuser einzustürzen drohten. Rasch waren die Mannschaften zur Stelle und rückten in einzelnen Zügen nach der Groner Chaussee (heute: Groner Landstr.), dem Rosdorfer Weg und der Wiesenstraße zur Hilfeleistung aus. In der letzteren war eines der auf der rechten Seite befindlichen Häuser von den andrängenden Wassermassen unterspült, so dass die Räumung des Hauses geboten erschien. Bis unter die Arme im Wasser watend, drangen die Feuerwehrleute ins Haus, trugen Frauen und Kinder auf den Schultern zu den in der Mitte der Straße haltenden Rollwagen, mit denen die Gefährdeten in Sicherheit gebracht wurden. In großer Gefahr befanden sich die Bewohner der Maschmühle, die durch Notflaggen und Notschüsse dringend Hilfe verlangten. Sie mußten über 24 Stunden in dieser gefährlichen Lage ausharren, denn erst nach vielstündiger, angestrengter Arbeit gelang es, ihnen Hilfe und Rettung zu bringen.
Ein auf den Militär-Schießständen unweit der Maschwiesen stationiertes Kommando, bestehend aus einem Gefreiten, 3 Mann, wird von Leutnant Scheidemann und Vizefeldwebel Göbel mittels eines Nachens unter Lebensgefahr gerettet. Sie hatten sich vor den Fluten teils auf das Dach des Wachthäuschens, teils auf die Pappelbäume flüchteten. Nach stundenlangem Ausharren, während welchem sie mehrfach Notschüsse abgaben, gelang es einem Leutnant und mehreren Infanteristen,  die Bedrängten in Sicherheit zu bringen. Pioniere aus Münden ruderten in die am höchsten überschwemmte Leinestraße, dort ununterbrochen Lebensmittel austeilend und Leute aus den Häusern schaffend. Hunderte von Militär-Mannschaften wurde in den verschiedensten Straßen mit dem Auspumpen der Keller beschäftigt. Andere halfen beim Ausräumen der vielen unbewohnbar gewordenen Häuser
In den gärtnerischen Anlagen am Groner-Tor und Allee-Tor (heute Einmündung Goetheallee) wurde das Erdreich zum Teil einhalb Meter tief weggeschwemmt. Drei Tage hielt das Hochwasser an. Dann verlief es sich. Aber lange Zeit dauerte es, ehe die  letzten Spuren des Hochwassers beseitigt waren. Jetzt erinnern nur noch die überall angebrachten Hochwassermarken an die bösen Tage im Anfang Februar des Jahres 1909. Wer aber die Tage miterlebt hat, dem werden sie nie aus dem Gedächtnis entschwinden.

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Gefährdungsabschätzung für Göttingen 

Nun denkt man, ja da wurden ja Deiche gebaut und Überflutungsgebiete geschaffen. Das stimmt nur teilweise. Ein Hochwasserschutzgutachten für Göttingen hatte festgestellt, dass Göttingen nicht ausreichend gegen die Hochwassergefahr gesichert ist. Insbesondere in Höhe "Schiefer Weg" könnte im Falle eines starken Hochwassers die Flut über die Lotzestr. in die Innenstadt laufen. Die Firma Mahr dort wäre wahrscheinlich unmittelbar gefährdet.
Die alten gesetzlich festgelegten Hochwassergebiete müßten auf den neuesten Stand gebracht werden, damit man die Menschen in den gefährdeten Gebieten informieren kann. Auch in Göttingen ist eine Zunahme der Hochwasserstände zu befürchten, auch wenn jemand in der Landkreisverwaltung Göttingen als "niederschlags-geringes Gebiet" bezeichnet.  Wer über den Lauf der Jahre die Überschwemmungen am Sandweg beobachtet hat, so ein Fachmann aus einer anderen Behörde, der konnte feststellen, dass die Zahl der Überschwemmungen mit den Jahren zunimmt.  
Es kann hilfreich sein, die alten Karten anzuschauen in denen die Hochwasserlinien eingezeichnet sind. Da gibt es zunächst die gesetzliche festgelegte Hochwasserlinie und dann gibt es aber auch eine Abgrenzung die zeigt, welche Bereiche darüberhinaus hochwassergefährdet sind. Die gesetzliche Hochwasserlinie ist keinesfalls ausreichend, wenn man davon ausgeht, dass die Hochwasserstände zukünftig höher sein werden. Eine erste Recherche von goest hat ergeben, dass für folgende Straßen und Einrichtungen eine Hochwassergefährdung vorliegen könnte und sich eine genauere Prüfung lohnt.
Da das Informationsmaterial streckenweise keine genaue Abgrenzung der Gebiete erlaubte, muß eine Aktualisierung und Überarbeitung der Hochwasserkarten sowie deren Veröffentlich erbeten werden. Die Liste ist weder vollständig noch 100% richtig, sie dient einer ersten Orientierung für die Weiterarbeit und als Ausgangspunkt für weitere Recherchen. Auf jeden Fall würden wir in diesen Bereichen genau nachfragen wollen, welche Gefahr besteht.

Leserzuschrift 24.1.08 "hallo goest, ihr schreibt auf eurer hochwasserseite: "Insbesondere in Höhe "Schiefer Weg" könnte im Falle eines starken Hochwassers die Flut über die Lotzestr. in die Innenstadt laufen. Die Firma Mahr dort wäre wahrscheinlich unmittelbar gefährdet. " Nun ist aber der Schiefe Weg weit weg von Mahr und noch weiter Weg ist die Lotzestraße. Ich kann da keinen Zusammenhang erkennen. Vielleicht könnt ihr das ja nochmal erklären."

Antwort: Die Firma Mahr hatte bereits Hochwasserschäden, deshalb waren Deicherhöhungen von der Stadt verlangt worden. Der Schiefe Weg ist historisch immer wieder Einfallstor bei Überschwemmungen gewesen. Obwohl Mahr und Schiefer Weg voneinander entfernt sind, liegen beide doch in der Nähe der Leine; soweit, so einfach: Für die Erklärung zur Lotzestraße müßte man noch mal tiefer in die Materie einsteigen und die ganzen Unterlagen der Stadt dazu durchforsten. Es gibt einen Hochwasserplan, auf dessen Grundlage damals die Gefährdungsbereiche im Artikel umrissen wurden.

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Gefährdete Strassen

Abendgymasium
Am Gartetalbahnhof
An der Thomaskirche **
Bahnhof
BBS II
Brauweg (Firma Mahr)
Carl Zeiss Str.
Deutsche Gesellschaft Luft und Raumfahrt
Eisenbahnstr
Gartenstr.
Geisstr.
Godehardstr.,
Goetheallee
Hagenweg Musa / Musikerkeller - Elektronik
Hildebrandstr (Firmen)
Im Leinetal
Imenweg
Jahnstadion
Jahnstr.
Kläranlage
Kleingärten Leineberg
Kleingärten Sichelschmiede
Kogelhof KGS/Schule
Königsallee (Firmen)
Leinestr. .
Lokahlle, Hotel, NDR, Medien-Haus
Lotzestr
Marienstr.
Maschmühlenmweg
Groner Tor (Stadtradio!)
Obere Masch
Otto-Hahn Gymnasium
Pfalz-Grona-Breite
Rosdorfer Kreisel
Rosenwinkel, Nelken-, Astern, (Blümchenviertel)
Sandweg
Schiefer Weg
Schützenanger
Schützenhaus
Schützenplatz
Schwimmbad Eiswiese
Tierheim (Hagenweg)
Untere Masch
VHS-Gebäude
Wiesenstraße

** Leserzuschrift 21.8.11:
Hallo GOEST, im Bereich über Hochwasser in Göttingen haben Sie als gefährdete Straßen auch "An der Thomaskirche" - meiner Ansicht nach liegt diese Straße für ein denkbares Hochwasser allerdings zu hoch oder es müssten auch der untere Teil der Weserstraße, die Werrastraße, der Fuldaweg, Tonkuhlenweg und weitere Straßen zu den gefährdeten Gebieten zählen.

Ursachen und Konsequenzen       

Ursachen abgesehen von den Niederschlägen:

Flußbegradigungen,
Flächenversiegelungen,
geänderte landwirtschaftliche Nutzungen,
Kiesabbau
Bebauung in den Überschwemmungsgebieten,

Verschlimmerung des Hochwassers durch folgende Faktoren:

Viele Landwirte haben Flächen in den Überschwemmungsgebieten nicht geräumt. Z.b. Heuballen und deren Abtreiben haben zu Stauungen geführt.
Nicht geräumte Campingplätze führen zu herumschwimmenden Gegenständen und Stau.
Die abgeernteten Flächen waren ungeschützt der Erosion ausgesetzt und haben eine große Abtragsrate an Oberboden hinnehmen müssen. 
Boote und Schiff müssen rechtzeitig weggebracht werden, sonst versperren sie dem Wasser den Weg: Folge noch mehr Stau.
Regelbare Wehren müssen bei steigendem Hochwasser frühzeitig ihre Wehrfelder öffnen.
Deichverteidigung und Kontrolle der bestehenden Deiche ist, Aufstellung von Deichverteidigungskonzepten.

Vorsorgender Hochwasserschutz

In den Berichten über die Flutkatastrophe an der Elbe wurde klar: dort wo die Flüsse einmal waren, können sie auch wieder hinkommen. Sedimentuntersuchungen, so Wissenschaftler im Nachhinein hätten zeigen können, wo das Elbwasser wieder hinkommt, wenn Hochwasser ist.

Freihaltung der Überschwemmungsgebiete
Updaten der gesetzlichen Überschwemmungsgebiete, 
Rückgewinnung von Retentionsräumen, 
Berücksichtigung bei der Bauleitplanung, 
Vorsorgende Information der Bevölkerung über überschwemmungsgefährdete Bereiche, 
Aufstellung von Gefahrenabwehrplänen für den Hochwasser- und Deichverteidigungsfall, 
Die Auen pflegen
Schaffung von Rückhalteräumen
Verstärkung der vorhandenen Hochwasserdeiche
Verbesserung des EDV-Vorhersage- und Meldesystems   . 

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Landtagsanfrage zum Hochwasserschutz in Göttingen

Kleine schriftliche Anfrage Abg. Stefan Wenzel (Grüne) Hannover, den 03.09.02 Betr: Hochwasserschutz am Oberlauf der Leine.
1. Auf welche Hochwasserereignisse mit welchen Abflussmengen ist der Hochwasserschutz im Bereich der Stadt Göttingen ausgelegt?
2. Sieht die Landesregierung die Notwendigkeit die Bemessungswerte für das so genannte hundertjährige Hochwasser aufgrund der aktuellen Hochwasserereignisse zu korrigieren? ...
5. In welchen Bereichen der Leine in den Landkreisen Northeim und Göttingen sind zusätzliche Hochwasserschutzmaßnahmen erforderlich?
6. Welche Maßnahmen sind erforderlich?
7. Wie hoch sind die voraussichtlichen Kosten für diese Maßnahmen?
8. Welche wasserwirtschaftlichen Auswirkungen hätte der Bau einer Süd-Ost-Umgehung auf den Hochwasserschutz?
9. Welche Flächen im Überschwemmungsgebiet der Leine werden aufgrund der neuesten Planung in Anspruch genommen? (Räumliche Lage und Größe)
10. In welchen Bereichen wird die Strasse dabei in Dammlage (incl. Damm der Eisenbahnbrücke) geführt?
11. Welche wasserbaulichen Maßnahmen plant das Land Thüringen aktuell im Oberlauf der Leine?
12. Welche Auswirkungen haben die geplanten Maßnahmen auf Fliessgeschwindigkeit, Retentionsräume und potentielle Überschwemmungsflächen im Oberlauf der Leine?
13. In welcher Form und wann wurde die untere, obere und oberste Wasserbehörde in Niedersachsen an den o.g. Verfahren beteiligt?
14. Müssen die Bemessungsquerschnitte für die im Zuge des Baus der A 38 geplanten Brücken von Leine und Schleyerbach neu berechnet werden?
15. Wenn nein, warum nicht?
16. Für welche Hochwasserereignisse sind die o.g. Brücken ausgelegt?
17. Für welche maximalen Abflussmengen im Hochwasserfall sind die genannten Brücken in der aktuellen Planung ausgelegt?
18. Wie beurteilt die Landesregierung die Forderungen des Landkreises Göttingen im Erörterungstermin A 38 Bauabschnitt 2 zur Hochwasservorsorge, die schon vor den aktuellen Hochwasserereignissen vorgebracht wurden?

Antwort: Landesregierung rechnet sich frei:
Reduzierung von Bemessungshochwasser für 100-jähriges Hochwasserereignis!
Antwort auf kleine Anfrage zum Hochwasserschutz im oberen Leinetal<

Das Niedersächsische Umweltministerium hat die Berechnungsgrundlagen für 100-jährige Hochwasserereignisse vorgenommene. Die sogenannte "Abflussspende eines 100-jährigen Hochwasserereignisses am Pegel Göttingen (HQ100)" von 505 l/skm² (Litern pro Sekunde und km²) wurde auf 355 l/skm² gesenkt. Ursache seien Neuberechnungen des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie vom Juni 2002. Gleichzeitig ist der Bau von allein vier neuen Straßen in den Überschwemmungsgebiete am Oberlauf der Leine geplant.
Der neue HQ100 von Göttingen entspricht einer Niederschlagsmenge von 30,6  Litern/m² und Tag (bezogen auf das Einzugsgebiet). Das dies kleingerechnet ist zeigt der Vergleich: Im August 2002 wurden in Ruhpolding, Bayern 117 Liter/m² und Tag gemessen, Chiemgau 116, Hindelang 114 und Zinnwald-Georgenhof, Erzgebirge erreichte am 12.8.2002 sogar 312 Liter/m² und Tag. Während Jüttner die Bemessungswerte für Hochwasserereignisse und damit auch die langfristige Hochwasservorsorge nach unten korrigiere, schrieben die Experten in Österreich: "Zur Einschätzung der Gefährdung durch Hochwässer werden derzeit generell Gefährdungsgebiete für 30 bis 100-jährige Hochwässer ausgewiesen. Es wäre sinnvoll, ähnliche Gefährdungszonen für wesentlich größere Ereignisse auszuweisen, um Grundlage für verschiedene Vorsorgemaßnahmen wie Objektschutz und Versicherungsverträge zu schaffen." (Quelle: Presserklärung Stefan Wenzel . Landtagsabgeordneter der Grünen 5.1.03)

 

"Hochwasser" - Thema im Rat

(12.9.02) Auf eine Anfrage der Grünen im Bauausschuss am 22.8.02 antwortete die Verwaltung ua.: "Sollte sich im Einzugsgebiet der Leine eine Abflusswelle ergeben, die einem 200- bis 500-jährigen Ereignis zugeordnet werden kann, so ist der Hochwasserschutz für das Stadtgebiet nicht mehr gewährleistet". Nicht nur die an die Flussufer angrenzende Stadtbereiche, sondern zusätzlich "die Bereiche der Lotzestraße/Stegemühlenweg, große Teile der historischen Altstadt sowie die Flächen zwischen Königsallee und Maschmühlenweg" wären in einem solchen Fall überflutet.
Die Grünen forderten, dass der Kanalisierung der Leine und ihrer Zuflüsse sowie der Versiegelung von Flächen für Bau- und Verkehrsprojekte im Leinetal Einhalt geboten werden müsse.
Die Stadt müsse beim Land sowie den zuständigen Behörden der Länder Niedersachsen und Thüringen vorstellig werden, mit dem Ziel, den Hochwasserschutz für Göttingen sicherzustellen , z.B. insbesondere durch die Renaturierung der Leineauen. Die eine Hochwassergefahr verschärfenden Planungen wie Versiegelung durch Bebauung und Verkehrsprojekte, Verrohrung und Kanalisierung müsse verhindert werden.

(Wer die Hochwasserdiskussion und Richtwerte-Fixiertheit noch mal nachlesen möchte, sei auf das Protokoll (pdf) über die 55. öffentliche Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag, den 8.9.2005 verwiesen).

Straßen und Ackerland im Hochwassergebiet problematisch

In der Vergangenheit sind sinnvolle Ansätze zur Renaturierung der Leineaue (so z.B. im Grünkonzept 1987) nicht oder nur sehr unzureichend umgesetzt worden. Selbst das Projekt "Rückhaltebecken Reinshof" wurde vom Land zwar für notwendig erachtet, man scheute sich aber aus finanziellen Gründen es umzusetzen. Gleichzeitig wird sich die Hochwassergefahr für Göttingen dadurch noch verschärfen, dass derzeit mehrere (geplante) Straßenbauprojekte (neue B 80 bei Arenshausen/Kirchgandern, A 38, Süd-Ost-Umgehung Rosdorf, Südumgehung Göttingen) in Überschwemmungsgebieten der Leine oberhalb von Göttingen geplant sind.

15.03.2004 (PM Gruene) Mit Unverständnis reagierte der Bundesumweltminister Jürgen Trittin auf die Entscheidung des Ortsrats Geismar für den Bau einer Südostumfahrung Rosdorf zu stimmen: "Ich kann nur an die Gemeinde Rosdorf appellieren die Bedeutung des Hochwasserschutzes nicht auf die leichte Schulter zu nehmen." Indem die Gemeinde an den Plänen einer Südostumgehung festhielte, die mitten durch das Überschwemmungsgebiet der Leine führen solle, werde deutlich, dass man in Rosdorf die Augen vor den Gefahren eines Hochwassers verschließe. "Angesichts der Flutkatastrophen der vergangenen Jahre und den daraus entstandenen Schäden, kann man es nur als grob fahrlässig bezeichnen, jetzt noch Straßen durch Überschwemmungsgebiete bauen zu wollen" erklärt Trittin. "Es ist höchste Zeit, dass Rosdorf seine Pläne überdenkt und an die Erkenntnisse der vergangenen Jahre anpasst, anstatt starrköpfig an alten Konzepten festzuhalten."
4.2.04 (PM Gruene) Trittin. "Wir alle wissen, dass das nächste Hochwasser kommen wird. Flüsse nehmen sich den Raum, den sie brauchen." Die Konsequenz aus dieser Einsicht sei es, in Überschwemmungsgebieten der Grünlandnutzung Vorrang zu geben. Durch Ackerbau bis an die Uferkante wird die Erosion und somit der Landverlust verstärkt. Einem sich anbahnenden Landverlust durch die nichtsachgemäße Entsorgung von Bauschutt vorbeugen zu wollen, ist nicht nur wenig fachmännisch und von kurzer Wirkung sondern schlicht illegal.

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. Schöpfwerk / Pumpstation

24.7.06 /
Bei Hochwasser soll verhindert werden, dass von der Leine aus Hochwasser in den Leinekanal gedrückt wird. Eine Sperre dort, wo Wasser von der Leine in den Leinekanal einfließt, also am Flüthewehr ist natürlich die erste Maßnahme. Wenn aber das Wasser im Hauptstrom der Leine über das Niveau des Wassers im Kanal steigt, dann drückt das Leinewasser dort wo der Leinekanal in die Leine einmündet in umgekehrter Strömungsrichtung hinein.
Damit eine Überschwemmung durch den Kanal im Innenstadtbereich verhindert wird, muß auch eine Absperrung bei der Einmündung des Leinekanals in die Leine am Schützenplatz vorgenommen werden. Wenn die Einmündung in die Leine gesperrt ist kann das Regenwasser aus dem Stadtgebiet aber nicht mehr abfliessen und es kommt ebenfalls zu einem Überstau des Leinekanals. Einerseits muß gegenüber der Leine abgesperrt werden, andererseits aber das Wasser aus dem Kanal herausgeschafft werden.
Die Lösung dafür besteht in einem "Hinüberpumpen" über die Absperrung. Ein solches Pumpwerk trägt aus in Erinnerung an frührere Technik manchmal noch den Namen "Schöpfwerk", weil solche Aufgaben früher durch Schöpfräder bewältigt wurden.

 

An dieser Stelle trifft das Wasser aus dem Leinekanal mit dem angesammelten Regenwasser aus dem Stadtgebiet auf das Pumpwerk. Wenn bei Hochwasser die Leine einen noch höheren Wasserstand hat wird bei gesperrtem Wehr das Wasser aus dem Kanal in die Leine gepumpt.

Foto: Pumpwerk vor seiner Fertigstellung im Juli 2007

Wasserstand am neuen Pumpwerk , das gerade 2 Tage vorher offiziell eingeweiht worden war und schon gab es Hochwasser

 

Der negative Aspekt für die Weststadt im Bereich Blümchenviertel:
Durch die ganze Aktion wird zwar die Göttinger Innenstadt vor Hochwasser geschützt, für die Strecke hinter dem Schöpf .. bzw- Pumpwerk in der Weststadt hingegen wird dadurch keine Verbesserung, eher eine Verschlechterung herbeigeführt, weil sich hier die Gesamtwassermenge addiert.

Einmündung des Leinekanals in die Leine am Schützenplatz, von der Godehardbrücke aus fotografiert.

Entlang der Leinkanaleinmündung am Schützenplatz mußten eine Reihe Bäume gefällt werden (auf dem Foto nicht zu sehen - da weiter rechts) damit das "Schöpfwek" gebaut werden kann.

 

 

Hochwasserschutz-Maßnahmen

2.9.10 / Im Beisein Ministerialrat Peter Horn und Jana Freimann vom Referat Küsten- und Hochwasserschutz des Umweltministeriums sowie Angelika Oehmen vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz begannen die Arbeiten für die Fortsetzung des dezentralen Hochwasserschutzprogramms der Stadt Göttingen. Vorgesehen ist eine Erhöhung der Deiche auf der Ostseite der Leine um rund 50 Zentimeter. Verbunden wird die 470.000 Euro teure Maßnahme mit einer Umgestaltung der Uferräume. Dort sollen Bäume gepflanzt werden, Röhrichtflächen und Kiesbänke entstehen. In der Zeit von 2001 bis 2009 hat die Stadt Göttingen rund 3,9 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Das Land gewährte dafür bislang Zuschüsse von 2,8 Millionen Euro. Die in den vergangenen neun Jahren realisierten Schutzprojekte betrafen die Ost- und Westseite der Flüthe, ein Entlastungsbauwerk am Kiessee, ein Siel- und Schöpfbauwerk am Leinekanal, den Umbau der Wehranlage Walkemühle sowie neue Hochwasserschutzmauern.


1.6.12 / Anfang Juni werden die Arbeiten zur Fortsetzung des Hochwasserschutzes an der Leine im Stadtgebiet Göttingen zwischen den DB-Brücken und dem Rosdorfer Weg beginnen. Die baulichen Maßnahmen für den Hochwasserschutz umfassen die Deicherhöhung auf der Ostseite im Abschnitt der sogenannten „Mach-Mit-Wiese“, die Errichtung einer Hochwasserschutzmauer auf der Westseite im Bereich der Einmündung „Im Leinetal / Am Gailgraben“ sowie die Anlage von zwei Kiesbänken zwischen den DB-Brücken und der Schiefer Weg-Brücke. In diesem Zusammenhang wird im östlichen Deichweg eine Kabelkanalanlage für die Steuerung und Überwachung der Göttinger Signalanlagen verlegt. Während dieser Arbeiten ist der Deichweg zwischen der Straße „Zum Leineufer“ und dem Rosdorfer Weg für Fußgänger und Fahrradfahrer nicht benutzbar. Die Umleitung erfolgt auf der Westseite der Leine. Die Gesamtmaßnahme wird voraussichtlich im September 2012 beendet sein. Die Kosten belaufen sich einschließlich Kabelkanalanlage auf 350.000 Euro. (Pressemeldung der Stadt Göttingen)

 

Finanzhilfen nach Hochwasser für private Haushalte

1.7.13 / PM Stadt / Merkblatt Land // Wie im Falle von Hochwasser finanzielle Hilfen bereitgestellt werden, das lässt sich an der Soforthilfe in Niedersachsen für die Betroffenen des Mai/Juni-Hochwassers erkennen. Die Soforthilfe kann beantragt werden, wenn der Antragsteller/ die Antragstellerin sich in akuter Unterbringungsnot befindet oder wenn Obdachlosigkeit droht oder bereits eingetreten ist. Ein Antrag ist auch möglich, um das Notwendigste an Unterkunft, Ausstattung, Kleidung oder Mobiliar zu gewährleisten, auch wenn Leistungen aus der Sozialhilfe oder Grundsicherung bezogen werden. Familien mit Kindern werden besonders berücksichtigt. Die Antragsformulare stehen unter buergerservice.niedersachsen.de zum Download bereit. Die Anträge für das Stadtgebiet Göttingen können beim Fachbereich Stadtgrün und Umwelt der Stadt Göttingen im Neuen Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4, eingereicht werden. Die Soforthilfe hat nicht das Ziel, die durch das Hochwasser entstandenen Schäden zu ersetzen, sondern betroffenen Personen zu helfen, akute Notlagen zu überbrücken.

Soforthilfe Haushalt/Hausrat Bei einem Gesamtschaden von 5.000,00 Euro können 500,00 Euro für Erwachsene und 250,00 Euro pro Kind beantragt werden; mindestens 1.000,00 Euro und maximal 2.500,00 Euro pro Haushalt.
Soforthilfe Ölschäden an Wohngebäuden Bei einem Schaden von 10.000,00 Euro können 25 % des Gesamtschadens bis maximal 5.000,00 Euro je Gebäude gezahlt werden.
Härtefonds Voraussetzung: Besondere soziale Notlage; Hilfeleistung je nach Gesamtschaden: bis maximal 20.000,00 Euro je Haushalt.

Im Merkblatt heißt es u.a.: "Die Gewährung erfolgt vorbehaltlich der Leistungen Dritter, die bei der weiteren Abwicklung der Schadensfälle erbracht werden, wie zum Beispiel Versicherungen. Gewährt das Land im Zusammenhang mit den genannten Schäden weitere Hilfen, werden die Soforthilfen angerechnet. Die zur Verfügung stehenden Mittel werden als unbürokratische Billigkeitsleistung ausgezahlt. Es besteht deshalb kein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Soforthilfe. Die zuständige Stelle entscheiden nach Ermessen sobald der Antrag geprüft wurde. Die Zuständigkeit liegt beim Landkreis und der kreisfreien Stadt. Das Antragsformular (In Kürze werden die Informationen zur Hochwassersoforthilfe für Private auch im Serviceportal Niedersachsen unter http://buergerservice.niedersachsen.de abrufbar sein.) Die Notlage ist glaubhaft zu schildern. Eventuell werden sich die zuständige Stelle oder Beauftragte vor Ort ein Bild von der Notwendigkeit machen und die Angaben überprüfen. Es fallen keine Gebühren an. Anträge können bis 30.09.2013 gestellt werden. Rechtsgrundlage sind die Richtlinien zur Gewährung einer Soforthilfe für vom Hochwasser 2013 geschädigte Privathaushalte in Niedersachsen. Die Hilfe muss nicht zurückgezahlt werden, es sei denn Dritte, zum Beispiel eine Hausratversicherung, übernehmen nachträglich die Kosten, die bereits über die Soforthilfe beglichen wurden. In diesem Fall muss die Soforthilfe wieder an das Land Niedersachsen zurückgezahlt werden."

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