Startseite
Artikel
redaktion@goest.de
Veranstaltungen
  Impressum

Armut

Zahl der Privatinsolvenzen nimmt zu
100.000 in Ndsn Strom- und Gassperren
Anlaufstellen für
Alleinerziehende
Armutsentwicklung in Göttingen - was tun?
Arme: Kostenlose Rechtsberatung nutzen !
Kinderarmut
Netzwerk "Stoppt Kinderarmut"
Runder Tisch Armes Göttingen
Armutsviertel "Treppchenhäuser"
Internat. Aktionstag gegen Armut
Runder Tisch Armes Gö

weitere Seiten zu Sozialthemen in goest
> Sozialcard
> Pariätischer
> Behinderung
> Arbeitslosigkeit
> Sozialabbau
> Kinder

Schuldenberatung

15.6.17 / Nötig wäre ein Rechtsanspruch auf ausreichende, niedrigschwellige und offene Beratungsangebote für überschuldete Menschen. Denn Überschuldung destabilisiert die Betroffenen in verschiedener Weise, nicht nur durch oft ungeklärte rechtliche, wirtschaftliche und soziale Fragen, sondern auch in psychischer und gesundheitlicher Hinsicht. Die Forderung nach einem Rechtsanspruch zielt vor allem auf Landesebene und die Bundesebene. Stadt und Landkreis Göttingen finanzieren bereits die Schuldenberatungsstelle der AWO. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AGSBV) haben 647.136 Personen wegen finanzieller Probleme im Jahr 2015 in einer der 1.400 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland das Beratungsangebot in Anspruch genommen.

Am Freitag, den 23.6.17 wird die Schuldnerberatung der AWO im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche am Gänseliesel von 10 -14 Uhr mit Informationen zum Thema Überschuldungen präsent sein.

Kontakt: Thomas Bode AWO Kreisverband Göttingen e.V. Schuldner- und Insolvenzberatung Hospitalstraße 10 37073 Göttingen Tel.: 05 51 - 500 91- 36 Fax: 05 51 - 500 91- 80

 

Alleinerziehende

Armut bei Alleinerziehenden
1,6 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern im Haushalt – jede fünfte Familie. Die Hälfte aller Kinder in Armut lebt bei Alleinerziehenden, zu 90 Prozent Mütter. Einelternfamilien haben mit rund 42 Prozent das größte Armutsrisiko aller Familienformen
Warum sind Alleinerziehende und ihre Kinder so oft arm? Sie sind benachteiligt,
-- etwa beim Kinderzuschlag, einer Leistung die explizit verhindern soll, dass Familien auf Hartz IV angewiesen sind: Diese Leistung schließt Alleinerziehende fast vollständig aus, da Kindesunterhalt und/oder Unterhaltsvorschuss darauf angerechnet werden.
– im Vergleich zum Ehegattensplitting und die Steuerklasse II: Während der Trauschein eine bis zu 15.700 Euro hohe Entlastung im Jahr bewirkt, werden Alleinerziehende in der Steuer mit einem Entlastungsbetrag von 1.908 Euro abgespeist.
-- Alleinerziehende arbeiten auch im Gesundheitssystem, im Einzelhandel oder in der Gastronomie. Da ist Schichtdienst, Wochenendarbeit auch in den Ferienzeiten angesagt. Es fehlen die passenden Betreuungsangebote zu Randzeiten, am Wochenende und in den Ferien. In der Kita, aber auch in der Schule. Ohne Kinderbetreuung kein existenzsichernder Job
-- bei Sozialhilfe im SGB II:. Derzeit wird bei den Alleinerziehenden tageweise das vollständige Sozialgeld gekürzt, sobald das Kind Umgang mit dem anderen Elternteil hat. Um einem Kind mit Aufenthalten in zwei Haushalten alles Notwendige, wie Kleidung und Alltagsutensilien bereitstellen zu können, bedarf es aber doppelter Anschaffungen.
Statt des Nebeneinanders vieler kindbezogener Leistungen schlägt der VAMV die Kindergrundsicherung als armutsvermeidendes Instrument vor.

Gekürzte Fassung des Pressestatements vom 24.2.16 des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) Solveig Schuster Bundesvorsitzende

Alleinerziehende in Göttingen
8.9.09 / In Göttingen ist jede dritte Familie mit Kindern unter 18 Jahren alleinerziehend. Ein wichtiges Ergebnis des Masterplans gegen Kinderarmut in Göttingen ist die Erkenntnis, dass viele Familien in wirtschaftlichen Notlagen alleinerziehend sind und eine besondere Unterstützung benötigen. Alleinerziehende sind nach den Worten der Göttinger Gleichstellungsbeauftragten Christine Müller häufig teilzeitbeschäftigt, und vom beruflichen Aufstieg ausgeschlossen. Ihr Einkommen sei nicht armutsfest und müsse mit Sozialleistungen aufgestockt werden. Sie sind, heißt es in einer Mitteilung des Frauenbüros, doppelt belastet zwischen Beruf und Familienarbeit, können am sozialen und kulturellen Leben kaum teilhaben. Alleinerziehende nähmen ihre Rechte und die ihnen zustehenden Leistungen oft nicht hinreichend wahr, weil ihnen die Wege und die Zusammenstellung von Antragsunterlagen im Alltag zu mühsam seien.

Erstes Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen des Frauenbüros, des Sozialdezernats und des „Runden Tisch Alleinerziehende“ ist eine Adressensammlung in einem Flyer mit allen Einrichtungen, die für Alleinerziehende wichtig sind. Alleinerziehende erhielten jetzt einen besseren Service, der ihnen den Zugang zu Sozialleistungen erleichtere. „Die einzelnen Behörden halten jetzt auch Antragsunterlagen anderer Stellen vor und übernehmen auch Terminvereinbarungen“, sagte Müller.

zum Anfang

Tagung zum Thema Kinderarmut in Göttingen und ihre Überwindung
Freitag, 25. März 2011 10.00 bis 16.00 Uhr
Jedes 5. Kind (22,1 %) in unserer Stadt erhält Sozialleistungen. Manche/r wird sich noch an den "Masterplan gegen Kinderarmut" der Stadt Göttingen, verabschiedet vom Rat der Stadt im Herbst 2008 erinnern. Seitdem hat man - öffentlich - kaum etwas dazu gehört. Nun wird es aber - auf Drängen der Wohlfahrtsverbände, vor allem des Paritätischen - doch noch zu einer Veranstaltung, zugänglich für alle Interessierten. Die Stadt Göttingen sieht anscheinend keinen Spielraum für die kommunale Selbstverwaltung um die finanzielle Lage der Kinder im Sozialleistungsbezug zu verbessern, weil sie die Festlegung eines angemessenen Regelsatzes dem Bundesgesetzgeber überlässt. Als flankierendes Tätigkeitsfeld wird in Göttingen das Betreuungs- und Förderangebot in Schulen und Kindertagesstätten betont, das dazu helfen soll, die Teilhabe- und Bildungschancen von Kindern zu sichern.

10:00 Uhr Begrüßung OB Wolfgang Meyer , Jörg Mannigel, AGW
10:30 Uhr Was Kinder brauchen, Prof. Dr. Sabine Andresen, Uni Bielefeld
11:10 Uhr Wie kommt die Leistung zum Kind und was nützt den Kindern? Heinz Hilgers Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes Maßnahmen gegen Kinderarmut in Göttingen 11:50 Uhr Dr. Dagmar Schlapeit-Beck Sozialdezernentin Stadt Göttingen

13:15 Uhr Leitfragen: Was bieten wir in Göttingen? Wo sehen wir Handlungsbedarf? Was können wir wie verbessern bzw. umsetzen? Zielgruppen: Kinder bis 6 Jahre Kinder bis 14 Jahre Jugendliche und Heranwachsende Kinder von Alleinerziehenden Kinder aus Migrationsfamilien
15:20 Uhr Ergebnispräsentation Moderation: Renate Kornhardt, Stadt Göttingen; Dr. Volker Weiß, VNB

Für jedes Göttinger Kind in Armut ein blaues Fähnchen: insgesamt 7676

Die Zahl von 7676 Kindern in Stadt und Landkreis Göttingen, die 2008 in Armut lebten, wurden durch Fähnchen auf dem Grünstreifen vor dem Bahnhof sichtbar gemacht.

Da diese Öffentlichkeitsaktion zu schnell wieder verschwand, dokumentieren wir die Mahnung demonstrativ dauerhaft

zum Anfang

 

Zahl der Privatinsolvenzen steigt um 50 Prozent

7.7.09 / Im Rahmen einer Anfrage der Linksfraktion im Landtag wurde erwähnt, dass die jährliche Zahl der Privatinsolvenzen zwischen 2005 und 2008 von rund 9.600 auf 13.300 , die Zahl der Anträge sogar von 14.600 auf mehr als 23.000 gestiegen ist. In der nächsten Zeit würde sicherlich ein höherer Beratungsbedarf entstehen, die Schuldnerberatungen seien aber mangelhaft ausgestattet und können nicht gleichzeitig Insolvenzprävention einerseits und Unterstützung bei akuten Insolvenzfällen leisten sagte der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion.


100.000 Menschen in Niedersachsen von Strom- und Gassperren betroffen
15.4.09 / "Diakonie und Caritas haben kürzlich in einer gemeinsamen Erklärung darauf hingewiesen, rd. 100.000 Menschen seien in Niedersachsen von Strom- und Gassperren betroffen, weil sie ihre Heiz- und Stromkosten nicht mehr bezahlen könnten. "Diese Aussage entbehrt nicht nur jeder Grundlage", kommentierte Hubert Meyer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglieds des Nieder-sächsischen Landkreistages (NLT), "sondern sie ist auch unverantwortlich den betroffenen Menschen gegenüber. Dass ausgerechnet die kirchlichen Verbände zu einer grundlosen Panikmache beitragen, hat uns angesichts der langjährig bewährten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege enttäuscht", so Meyer weiter. Wie sieht die Situation aber tatsächlich aus? Weder die zitierte Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch andere Daten belegen die Vorwürfe, dass von den Landkreisen und der Region Han-nover die angemessenen Heizkosten für SGB II-Empfänger nicht übernommen werden. Eine flä-chendeckende Umfrage bei den NLT-Mitgliedern hat das Gegenteil ergeben. Die Landkreise und die Region Hannover haben in ausführlichen und den aktuellen Energiepreisen angepassten Richtlinien die Übernahme von Heizkosten in den Grundsicherungsstellen geregelt. Dadurch kann es lediglich in Fällen unangemessenen Heizverhaltens von SGB II-Haushalten zu Kürzungen bei den Heizkosten kommen. Aber auch hier werden die Betroffenen zuvor beraten, wie sie ihr Heiz-verhalten ändern können. Für Fälle, bei denen eine Energiesperre droht, gibt es ein durch den Gesetzgeber geregeltes Ver-fahren. Die Geschäftsanweisungen der Landkreise und Region Hannover sehen darüber hinaus weitere Regelungen vor, die derartige Sachverhalte von vornherein möglichst vermeiden sollen. Nur in Einzelfällen kommt es tatsächlich zu einer Energiesperre. "Und diese entstehen deswegen, weil die betroffenen Grundsicherungsstellen erst Kenntnis erhalten, wenn es bereits zu spät ist", berichtet Hubert Meyer. "Aber auch dann muss kein SGB II-Empfänger frieren oder im Dunkeln sitzen, sondern es werden in Absprache mit den Gas- und Stromwerken gemeinsam Vereinbarun-gen zur Tilgung der Rückstände getroffen." Eine Nachfrage vor Ort oder auch beim NLT hätte den Vorwurf, dass SGB II-Empfänger hier der Willkür der Grundsicherungsstellen ausgeliefert sind, schon im Ansatz vermeiden können. "Wir stehen weiterhin für eine offene Gesprächskultur zur Verfügung", appelliert Hubert Meyer an die beiden Verbände."

 

Armutsentwicklung in Göttingen - was tun?

Diskussionsunterlage >> Armutsbericht (pdf)

Konferenz/Workshop
Mittwoch, den 24.06.09 von 14:00 bis 18:00 Uhr
Saal der St. Michael-Gemeinde, Kurze Straße 13 in Göttingen

Alle von Armutsentwicklungen betroffenen Menschen, Initiativen und Gruppen, Vereine und Verbände, Einrichtungen und Behörden sind herzlich eingeladen!

angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die auf die arbeitslosen oder prekär beschäftigten Menschen, insbesondere deren Kinder, aber z.B. auch auf ältere Menschen zukommende Verschärfung der materiellen Not und sozialen Ausgrenzung auch in Göttingen nicht mehr zu übersehen.Um Gegenstrategien entwickeln und erörtern zu können, wollen wir uns mit der aktuellen "Armuts-Studie" des Wirtschaftsgeographischen Instituts der Universität Göttingen auseinandersetzen.

Einführungsreferat "Armut und Agenda 2010 in Göttingen - ein kritischer Armuts- und Reichtumsbericht" Dr. Hans-Dieter von Frieling Wirtschaftsgeographie der Uni Göttingen

Kurzreferat der "vorgeschlagenen Maßnahmen" und ihrer Konsequenzen aus dem "Masterplan gegen Kinderarmut" der Stadt Göttingen Manfred Grönig, Paritätischer Wohlfahrtsverband

Arbeitsgruppen.
AG 1 Armut und Reichtum in Göttingen
AG 2 Allgemeine Maßnahmen zur Bewältigung der Armut in Göttingen
AG3 Maßnahmen gegen Kinderarmut in Göttingen
Abschluss-Plenum und Feststellung der Ergebnisse

Netzwerk STOPPT KINDERARMUT, c/o BONUS-Freiwilligenzentrum, 37081 Göttingen Godehardstr.18 0551/9995917 bonus@caritas-goettingen.de

Runder Tisch ARMES GÖTTINGEN, c/o Paritätischer Wohlfahrtsverband, Zollstock 9 a, 37081 Göttingen, 0551/9000811, info@pari-goe.de

Peter Cordes, Hans-Dieter Abele, Manfred Grönig, Bernd Müller, Martina Herr, Gunnar Siebecke, Michael Stechbart, Karin Tobias

zum Anfang

 

Kinderbonus darf nicht angerechnet werden

12.4.09 / nach harald-thome / Kinderbonus der jetzt im April zur Auszahlung kommt/gekommen ist, muß nicht angeben werden und SGB II-Leistungsträger oder andere Sozialleistungsträger dürfen diesen nicht anrechnen. Der Kinderbonus ist weder im SGB II / SGB XII, noch in jeder anderen bedarfsabhängigen Leistung anzurechnen. Das bestimmt Art. 5 des Gesetzes zur Sicherung und Beschäftigung in Deutschland (Gesetz zur Nichtanrechnung des Kinderbonus). Das bedeutet in der Konsequenz, dass der Erhalt des Kinderbonus nicht einmal nach § 60 Abs. 1 SGB I beim Leistungsträger angegeben werden muss, da er nicht "leistungserheblich" ist

Regelleistungen für Kinder

12.4.09 / nach harald-thome / Die zum 01.07.09 eingeführten Kinderregelleistung 70 % - Regelleistung für die 6 - 13 jährigen Kids. Wichtig ist, dass den Kindern hier, im Gegensatz zu den alten BSHG - Regelsatzaufteilungen, ein Jahr früher ein höherer Regelleistung zugestanden wird. Diese Kinderregelleistung der 6 - 13 Jährigen nur bis Ende 2011 gilt, dies also eine befristete Sonderregelung im Rahmen von Wahlkampf/Konjunkturförderung "Unterschichtskindern" wiederum jedwede Chance auf gesellschaftliche und schulische Teilhabe nehmen will.

Einschulungszuschüsse an bedürftige Göttinger Familien - vielleicht auch wieder 2009?

"Die Stadt Göttingen vergab 2008 Einschulungszuschüsse an bedürftige Göttinger Familien, deren Kind/er eingeschult wurden. Die Auszahlung erfolgte erstmals im Auftrag der Stadt durch den Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Hospitalstraße 10, 37073 Göttingen, Tel.- Nr. 0551 / 50091-0), der Anträge ab 2. Juni bis zum 30. September 2008 entgegengenommen hatte.

Der Zuschuss von maximal 80 Euro pro Kind wurde auf Antrag gewährt und stellt eine freiwillige zusätzliche Leistung der Stadt dar, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Er soll helfen, die Erstausstattung für den anstehenden Schulbesuch der Kinder zu finanzieren und ist daher bestimmt für Schulmaterialien, die für die erste Klasse beschafft müssen.
Antragsberechtigt mit Vorlage des jeweils aktuellen Bewilligungsbescheids sind Familien, die Arbeitslosengeld II nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II), Sozialhilfe oder Grundsicherung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII), Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz, Kinderzuschlag nach § 6 a Bundeskindergeldgesetz, Berufsausbildungsbeihilfe nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) und ungekürzte Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten und in der Stadt Göttingen wohnen. Wer bereits Schulmaterial gekauft hat, kann sich die Kosten durch Vorlage der Originalquittungen bis zur Höhe von 80 Euro erstatten lassen - auch in bar, falls keine Kontoverbindung besteht. Ansonsten erfolgt die Gewährung des Einschulungszuschusses in Form von Gutscheinen für Schulmaterialien, die in Göttinger Geschäften eingelöst werden können. "

zum Anfang

 

Kostenlose Rechtsberatung nutzen !

Gegen Ungerechtigkeit wehren - auch wenn das Geld knapp ist

2008 / & 13.4.09 Gerade wenn das Geld knapp ist verzichten die Leute oft auf anwaltliche Beratung, weil sie weitere Kosten befürchten. Dadurch erleiden sie manchen Nachteil, das muß nicht sein - es gibt die Möglichkeit der kostenfreien Rechtsberatung - Gerade jetzt in der Krise, wo dies wichtiger wird, versucht das Amtsgericht das Verfahren zu erschweren. Also: nutzen solange es noch geht.

Die Zahl der Überschuldung und Insolvenzen privater Haushalte nimmt zu. Hartz 4- EmpfängerInnen, SozialhilfeempfängerInnen oder GeringverdienerInnen können oftmals die regelmäßigen Grundausgaben für Miete und Energieversorgung nicht aufbringen. Anlass für diesen Artikel hier ist die Tatsache, dass wir immer öfter von Fällen hören, in denen Haushalten z.B. der Strom abgestellt wird, weil sie nicht bezahlen können.
Entweder müssen die Leute in solchen Fällen dann ihre Ansprüche auf Unterstützung geltend machen oder ungerechtfertigte Zahlungsforderungen rechtlich abwehren. Dabei zögern viele, einen Anwalt einzuschalten, weil sie zusätzliche Kosten fürchten. Deshalb sind sie dann schutzlos unrechtmäßgen Forderungen ausgesetzt. Hier ist Aufklärung nötig. Wer Rechtsberatung braucht, aber kein Geld für einen Rechtsanwält hat, kann sich an die Rechtsantragsstelle des Amtsgerichtes wenden und kostenlose Beratung beantragen. Dort müssen Sie erklären, dass Sie nicht genug Einkommen oder Vermögen haben, um einen Anwalt zu bezahlen. (Neuerdings wird ein schriftlicher Antrag verlangt!) Also sollten Sie Belege über Ihre Einkommenssituation sowie den Mietvertrag, Hartz 4 oder Sozialhilfebescheide etc. gleich mitbringen.

Die Rechtsantragstelle befindet sich im Amtsgericht Göttingen, Berliner Str. 4 - 8. Sie ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9-12 Uhr und zusätzlich Donnerstag von 14-15:30 Uhr geöffnet.

Man kann sich auch im Internet schon mal den sehr kurz gehaltenen zweiseitigen Antrag auf Beratungshilfe mit Ausfüllhinweisen runterladen und die paar Sachen anschauen die da ausgefüllt werden müssen.

Alle Informationen können Sie auch noch einmal ausführlicher und in Amtssprache nachlesen unter >>Antragsstelle / Amtsgericht

Wenn Sie von der Amtsgerichtsstelle dann einen Beratungsschein bekommen haben, können Sie den Anwalt oder die Anwältin Ihres Vertrauens frei wählen. Der Anwalt kann (muß aber nicht - und wenn er/sie ein Herz hat verzichtet er/sie darauf) 10 Euro Gebühr verlangen. Da er für den Beratungsschein Geld von den Behörden bekommt sollte er - wenn er sozial eingestellt ist - auf diese zusätzliche Forderung verzichten. Weitere Bezahlungen darf der Anwalt gegenüber einem Klienten mit Beratungsschein ohnehin nicht verlangen - ohne weitere Kosten können Sie sich nun von diesem Anwalt beraten und vertreten lassen. Wenn es zu einem gerichtlichen Verfahren kommt, gibt es zusätzlich die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe - die Beantragung der Prozesskostenhilfe kann dann mit Hilfe des Anwaltes erfolgen bei dem Sie in Beratung sind.

Man versucht das Verfahren zu erschweren
13.4.09 / Bei Gericht ist seit einiger Zeit folgender Hinweis zu finden:

"WICHTIGER HINWEIS! Umstellung des Beratungshilfeverfahrens: Ab dem 01.04.2009 wird das Verfahren über die Erteilung eines Berechtigungsscheins zur Gewährung von Beratungshilfe grundsätzlich auf ein schriftliches Verfahren umgestellt. Wenn Sie einen Berechtigungsschein für eine anwaltliche Beratung benötigen, müssen Sie ab 01.04.2009 einen schriftlichen Antrag stellen! Das Formular erhalten Sie in den Eingangsbereichen des Amts- und Landgerichts beim Pförtner im Internet unter www.amtsgericht-goettingen.de\Das Gericht\Beratungshilfe Nach Prüfung Ihres Antrages durch das Gericht und Vorliegen der Voraussetzungen erhalten Sie den Berechtigungsschein per Post zugesandt. In absoluten Ausnahme- und Einzelfällen können Sie Hilfe beim Ausfüllen des Antrages erhalten, und zwar dienstags und donnerstags jeweils zwischen 8:30 Uhr und 10:30 Uhr in Raum C51. Außerhalb dieser Zeiten kann keine Hilfegewährung erfolgen! Sie können sich allerdings auch jederzeit direkt an einen Rechtsanwalt wenden, der dann das Vorliegen der Voraussetzungen für die Beratungshilfe selber prüft! Amtsgericht Göttingen -Der Direktor- "

Kommentar goest: Diese Änderung stellt nicht nur unserer Meinung nach, sondern auch aus der Sicht von Mitarbeitern sozialer Organisationen und aus der Sicht von Göttinger Rechtsanwälten eine Beschneidung der Rechte von Menschen in Armut und bildungsmäßig benachteiligter Menschen dar. Für die beratenden Rechtsanwälte wird der Arbeitsaufwand erhöht, nicht aber die Bezahlung - deshalb führt dies möglicherweise auch dort zu einer Zurückhaltung. Das neue Verfahren schafft bewußt Hindernisse: Viele sozial schwache Menschen haben Probleme, eine schriftliche Begründung abzufassen. Behinderte und alte Menschen, Suchtkranke, psychisch Kranke, die ihr Leben eh nur mit Mühe organisieren können werden hier massiv Steine in den Weg gelegt. Dagegen hilft nur: Trotzdem massenhaft dieses Recht in Anspruch nehmen. Dann wird das Amtsgericht vielleicht auch mehr Arbeit bekommen und zum alten Verfahren zurückkehren.

zum Anfang

 

Runder Tisch Armes Göttingen

Mittwoch 8.12.10 / Vertreter des Runden Tisches Armes Göttingen, ein Zusammenschluss von Sozialverbänden und Erwerbsloseninitiativen, haben an diesem Montag und Dienstag Briefe an Göttinger Landtagsabgeordnete der Oppositionsparteien im Bundestag übergeben. (...) Am 3. Dezember passierte die Hartz-IV-Reform von Bundesministerin von der Leyen den Bundestag. Initiativen gegen Armut und Erwerbslosigkeit im gesamten Bundesgebiet setzen nun alle Hebel in Bewegung, damit die Oppositionsparteien ihre knappe Mehrheit im Bundesrat dazu nutzen, das Gesetzesvorhaben zunächst zu stoppen und die Bundesregierung an den Verhandlungstisch zu bitten. Dieser Initiative "Krach schlagen statt Kohldampf schieben" haben sich der Runde Tisch Armes Göttingen und weitere Göttinger Initiativen angeschlossen. Zwar regieren in Niedersachsen weder die SPD, noch die Grünen oder DieLinke. Deren Landtagsabgeordnete wurden jedoch von den Vertretern der Initiativen gebeten, ihren Einfluss auf Bundesratsmitglieder in anderen Bundesländern, die von ihren Parteien regiert werden, geltend zu machen. Dies sagten sowohl Dr. Gabriele Andretta (SPD), Stefan Wenzel (Bündnis 90/Grüne) als auch Patrick Humke (DieLinke) zu.

(...) In den Briefen weisen die Initiativen darauf hin, dass der Hartz-IV-Regelsatz alleine beim Bestandteil für Ernährung für einen Alleinstehenden um 80 Euro auf 195 Euro angehoben werden muss. "Für 3,94 Euro, die ein erwachsener Hartz-IV-Empfänger bisher pro Tag für Ernährung zur Verfügung hat, kann ein Durchschnittserwachsener, wenn er sich gesund ernähren will, gerade einmal 1.545 Kilokalorien zu sich nehmen. Notwendig wären 2.550 Kilokalorien! Diese Lage zwingt Hartz-IV-Bezieher/innen dazu, sich entweder ungesund zu ernähren, um halbwegs auf die nötige Kalorienmenge zu kommen, und damit entsprechende Mangelkrankheiten in Kauf zu nehmen. Oder sie müssen stattdessen Abstriche bei den ebenso geringen Mitteln für kulturelles Leben machen oder darauf verzichten, mal mit dem Bus in die Innenstadt fahren zu können.", so Edgar Schu vom Bündnis Montagsdemos.

Übergabe des Briefes an die Landtags-abgeordneten Stefan Wenzel (DieGrünen) und Patrick Humke (Partei DieLinke), in der Mitte Manfred Grönig (Paritätischer Wohlfahrtsverband), links: Edgar Schu (Bündnis Montagsdemos), Karin Tobias (Ambulante Hilfe Göttingen)

Hartz-IV-Empfänger/innen, welche der beschriebenen Lage ausgesetzt sind, seien bereit, jeden Dumpinglohn zu akzeptieren, Mittel und Wege zu finden, nur um ein paar Euro zusätzlich zu haben. Die Initiativen appellieren daher an die Oppositionsparteien, dass sie keinen faulen Kompromiss eingehen sollten und etwa auf die deutliche Anhebung des Hartz-IV-Satzes zu verzichten, wenn die Regierung im Gegenzug Regelungen in Richtung gesetzlichen Mindestlohn in Aussicht stelle, wie dies seit langem von den Unterzeichnende und insbesondere auch von den Gewerkschaften gefordert wird. Die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns sei in der Bundesrepublik natürlich überfällig. Dies sollte aber nicht gegen eine Hartz-IV-Erhöhung ausgespielt werden. Wenn nicht endlich durch eine deutliche Hartz-IV-Erhöhung der Druck vom Kessel genommen werde, seien am Ende doch wieder die Ärmsten und die Geringverdienenden die Dummen. Dies sei, so Karin Tobias vom Runden Tisch Armes Göttingen, angesichts der Milliardenschweren Rettungsschirme für Banken und Börsianer nicht mehr hinnehmbar!


Edgar Schu (Bündnis Montagsdemos) und Gunnar Siebecke (Selbsthilfe Körperbehinderter).übergeben den Brief an Dr. Gabriele Andretta (SPD)

 

Armut in Göttingen

Infotafel zum Tag der Armut (siehe Artikel dazu weiter unten) der deutlich macht, wieso man in Zahlungsverzug geraten kann.

Gerade dann benötigt man Rechtshilfe !

,,Der Armut eine Stimme geben"
"Jungdynamische lT-Profis verdienen sich dumm und dämlich, Reichtum ist wieder in und darf auch gezeigt werden. Börsenprofis machen ihre Schnäppchen - nach wie vor. Autos für 250.000 DM finden Abnehmer, für neue Armbanduhren ab 50.000 DM gibt es Wartezeiten von bis zu einem Jahr. Es wird gut Geld verdient in Deutschland. Und es gibt massenhaft Armut in unserem Land: Arbeitslose und ihre Angehörigen, Beschäftigte mit Niedrigstlöhnen (die sog. working poor) Migrantinnen und Migranten und Großfamilien.

Runder Tisch fordert Bestandserhebung
Der Internationale Tag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung, der seit 20 Jahren weltweit auf die Armutsentwicklung aufmerksam machen soll, wird auch zum Anlaß genommen, die Stadt Göttingen an den Sozialhilfebericht mitte der 90er Jahre zu erinnern und eine Fortschreibung und Weiterentwicklung zu einem "Armuts- und Reichtumsbericht" zu fordern. Die städtische Statistik in Göttingen weist für 2005 aus, dass 3.500 Kinder (unter 15 Jahren) auf Sozialhilfeleistungen angewiesen sind. Schätzungsweise gibt es noch weitere 1.500 unter 15jährige die ebenso arm sind - sich aber nicht melden. Um hier grundsätzlich ansetzen zu können, bedarf es nach Meinung des Runden Tisches Armes Göttingen zunächst einer örtlichen "Bestandserhebung", wer, wie viele Menschen arm sind und wo diese wohnen. Diese "Bestandserhebung" muss in den Folgejahren regelmäßig überprüft werden, um die Wirksamkeit politischer und sozialer Maßnahmen messbar zu machen – eine Forderung, die von Seiten der Politik zunehmend auch an soziale Einrichtungen herangetragen wird.
Der Runde Tisch ARMES GÖTTINGEN erwartet angesichts der unübersehbaren Probleme für die Zukunft unserer Stadt, dass an den "Sozialhilfebericht" der 90er Jahre wieder angeschlossen wird und aus vorhandenen Daten ein Armutsbericht erstellt wird, damit ein fundierter Überblick entsteht, wo Maßnahmen gegen Armut ansetzen können. Gleichzeitig sollte dieser Bericht auch über den "Reichtum" Auskunft geben, der zweifelsohne auch in Göttingen anzutreffen ist, um gesellschaftlich deutlich zu machen, wo das Geld für die Armutsbekämpfung zu finden sein könnte.

Insbesondere die Hartz IV-Gesetzgebung ist für Millionen betroffene Menschen zum Inbegriff der Armut geworden. Lohndumping, Ausgründungen und Ausstieg aus Tarifsystemen haben zur Folge, dass Menschen trotz Arbeit arm sind sind. Die am Runden Tisch ARMES GÖTTINGEN aktiven sozialen Einrichtungen haben täglich mit den Auswirkungen dieser Armut zu tun.
Kontakt über DPWV, SHK, DGB

Untersuchungen zur Armut

18.10.08 / Expertise, zum Internationalen Tag gegen Armut und Ausgrenzung (17.10.08) kann unter www.forschung.paritaet.org herunterladen werden. Dort gibt es auch weiteres Hintergrundmaterial der Paritätischen Forschungsstelle, die im Auftrage der Bundesregierung, der Länder oder Kommunalen Spitzenverbände, aber auch gutachterlich für Bundesgerichte z.B. in Regesatzfragen (z.B. Klagen zum Themen des SGB II/Hartz IV) Stellung nimmt.

zum Anfang

 

Aktionstag gegen Mangelernährung durch Hartz IV

Am 18.9.09 10 bis ca. 15/16 Uhr. "Kornmarkt" Verlängerung der Weender Strasse Nähe Marktplatz fand die Aktion "Salatkopf gegen Hartz-IV-Empfänger/innen" statt. Mit dieser demonstrativen Aktion wurde für die Forderung nach einem 500 Euro Eckregelsatz. geworben.Es ging um den Regelsatz eines Haushaltsvorstandes bzw. alleinlebenden Menschen, von welchem alle anderen Regelsätze abgeleitet werden Weitere Infos >>Homepage der Aktion 500-euro-eckregelsatz

Um die Probleme der Ernährung unter Hartz 4 Bedingungen und das Problem der Mangelernährung zu verdeutlichen wurde zu einem anschaulichen Beispiel gegriffen. Die "Salat-Aktion" sollte darstellen, dass man von einem täglichen Betrag von ca. 3,94 Euro einen Kopf-Salat für 0,80 Euro nicht leisten kann, weil dann vom täglichen Lebensmittelbudget nur noch 3,14 Euro für weitere Lebensmittel übrigbleiben. Um dies zu verdeutlichen lief ein Salat-Darsteller mit Salakopf auf dem Kopf der Hartz IV Empfängerin davon und sagte: du kannst es dir nicht leisten, frisches Gemüse zu kaufen - ich bin nicht für dich erreichbar... und rannte weg. Siehe Fotos unten:


Hartz4 Empfängerin will Salat essen - kann ihn sich aber nicht leisten, es sei denn sie riskiert Mangelernährung, weil es dann ausser Salat an diesem Tag nix mehr geben kann. Klingt unglaublich, lässt sich aber nachrechnen.

 

Veranstaltung gegen die Mangelernährung durch Hartz IV
(Text und Fotos Stephan Knoblauch)

Die Veranstaltung fand von 11 - 17 Uhr am Kornmarkt statt.

Es wurden Unterschriften gesammelt, die sich dafür aussprachen, den Regelsatz auf 500.- Euro zu erhöhen und einen Mindestlohn von 10 Euro je Stunde fordern. Die Unterschriftenliste wurde rasch gefüllt, innerhalb von 3 bzw. 4 Stunden waren ca. 100 Unterschriften gesammelt.

Aber es gab auch negative Aussagen von Passanten: Geht doch arbeiten.

 

Pipi Langstumpf gegen "Kürzung des Wachstumsbedarfs" in Hartz IV

15.3.09 /

Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren hat die Bundesregierung mit Einführung von Hartz IV ähnlich wie bei den Schulkindern von 7 bis 13 Jahren den finanziellen Beitragstitel "Wachstumsbedarf" weggekürzt, nämlich von 90 auf 80 Prozent des Eckregelsatzes.

"Die Pippi-Langstrumpf-Aktion hat übrigens sehr gut funktioniert: Innerhalb von 2 Stunden hatten wir 100 Unterschriften sammeln können. Rainer Roth, der in Frankfurt auch schon mit Anti-Wachstums-Pillen gearbeitet hat, hat darüber auch gestaunt. Offensichtlich hat die Geschichte, die ich mit Hilfe der Krummelus-Pillen erzählt habe, wirklich gut in das Thema eingeführt und den Leuten erlaubt, sich mit einem Augenzwinkern am Thema Hartz IV mit einer Unterschrift zu engagieren. Ich stellte die PassantInnen vor die Wahl, dass entweder Kinder eine Krummeluspille essen sollten, damit sie älter werden könnten, ohne zu wachsen, oder dass alternativ die Erwachsenen unterschreiben sollten, damit die Bundesregierung den Wachstumsbedarf von Kindern und Jugendlichen endlich wieder voll anerkennt. Dann haben sehr viele unterschrieben." ( Krummeluspillen Bei "Pippi im Taka-Tuka-Land" schlucken Pippi Langstrumpf und ihre Freunde Krummeluspillen, damit sie nie erwachsen werden.)

Text der Unterschriftenliste "Die Kürzung der Regelsätze der Kinder von 7 bis 17 muss zurückgenommen werden! Und zwar sofort! Regelsatz für Schulkinder von 7 bis 13 Jahren 253 € statt 211 €! Sie müssen wieder einen Regelsatz bekommen, der 20 % höher ist als der von Säuglingen. Regelsatz von 14 bis 17-jährigen 316 € statt 281 €! Sie müssen wieder 90% des Eckregelsatzes von 351 Euro bekommen statt 80%. Alle Regelsätze, auch die für Erwachsene, sind viel zu niedrig und müssen deutlich erhöht werden!"

Nachtrag/Update 16.9.09: Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren hatte die Bundesregierung mit Einführung von Hartz IV ähnlich wie bei den Schulkindern von 7 bis 13 Jahren den finanziellen Beitragstitel "Wachstumsbedarf" weggekürzt, nämlich von 90 auf 80 Prozent des Eckregelsatzes In Hartz IV soll der erhöhte Bedarf für Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase berücksichtigt werden. Seit 1.7.09 wird dies für Kinder anerkannt. Bereits im März wurde vom "Bündnis gegen Kinderarmut durch Hartz IV" gefordert, dass auch der Bedarf von Jugendlichen in der Wachstumspahse berücksichtigt werden muß und deshalb die Hartz4-Kürzungen in diesem Bereich zurückgenommern werden sollen.


Fotos: S.Knoblauch (c) 2009

Die Organisatoren der "Bündnisplattform gegen Kinderarmut durch Hartz IV" hatten zu einem Aktionstag am 14. März aufgerufen, der besonders die Kürzungen bei den Jugendlichen ins öffentliche Bewusstsein rücken möchte.

In 27 Städten wurden Aktivitäten durchgeführt

http://www.kinderarmut-durch-hartz4.de

>> Unterschriftenliste zum Ausdrucken)
>> Flugblatt-Text der Aktion
>> Bündniserklärung zu der Aktion von über 250 Initiativen , u.a. Attac Deutschland, GEW, NGG

 

Netzwerk "Stoppt Kinderarmut"

Sofortmaßnahmen gegen Kinderarmut gefordert

12.9.08 / Das Netzwerk STOPPT KINDERARMUT hat eine Befragung bei 41 Einrichtungen durchgeführt um Material für einen Armutsbericht und den vorgesehenen "Masterplan gegen Kinderarmut" zu erhalten. Die Antworten von ca. 21 der befragten Einrichtungen sollen nun für die Suche nach Maßnahmen genutzt werden. Dabei müssen die Stadt Göttingen, die Freien Träger und Initiativen zusammenarbeiten. Aus der Sicht das Netzwerks und seiner Arbeitsgruppen sind neben der vorhandenen "Regelversorgung" durch die städtischen und Einrichtungen in freier Trägerschaft oder Initiativen vor allem folgende Maßnahmen überfällig

  • Anlaufstellen mit niedrigschwelligem Angebot für alle Kinder
  • Flächendeckende Angebote für Kinder und Beteiligung bzw. Förderung der Eltern
  • Besondere Ansprache von "Straßenkindern" (Cliquenbetreuer, Theater, Musik …)
  • Lernmittelfreiheit für alle Kinder und Jugendlichen
  • Verbesserung der Informationsangebote
  • Finanzielle, materielle und ideelle Unterstützung aller Aktivitäten gegen Kinderarmut

Die drei ständigen Arbeitsgruppen des Netzwerks, AG Öffentlichkeitsarbeit, AG Elternkompetenz, AG Internetportal sind für neue MitstreiterInnen, ob BürgerInnnen, Vertreter von Initiativen oder Einrichtungen jederzeit offen.

Netzwerk STOPPT KINDERARMUT c/o Paritätischer Wohlfahrtsverband Zollstock 9 A, 37081 Göttingen, info@pari-goe.de, www.kinderarmut-goe.de Für das Netzwerk STOPPT KINDERARMUT in Göttingen Manfred Grönig, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Martina Herr, BONUS Freiwilligen-Zentrum, Peter Cordes, Göttinger Bürgerstiftung

zum Anfang

 

Armutsviertel "Treppchenhäuser"

Im Jahre 2009 wurde mit dem Abriß der Treppchenhäuser begonnen

Wer arme Kinder erleben wollte:

ein Besuch im Maschmühlenweg und die Unterhaltung mit den Kindern reicht für einen nachhaltigen Eindruck!

Inzwischen wurden die Familien umgesiedelt und auf das Stadtgebiet u.a. in Rosenwinkel verteilt.

Die ärmsten Hütten im Maschmühlenweg für die es nicht mal eine Hausnummer im Straßen-Verzeichnis gab

Idunazentrum - Sozialer Brennpunkt

"Wer hier wohnt, braucht starke Nerven und sollte psychisch stabil sein"

(so die Meinung eines ehemaligen Bewohners)

zum Anfang

Internationaler Aktionstag gegen Armut
Mittwoch, den 17.10.07, 14.00- 17.30 Uhr vor dem Alten Rathaus Göttingen

12 Infotische der Ambulanten Hilfe, Anlaufstelle KIK, der Beratungsstellen für Arbeitslose (BIGS und Partner), der Bürgerstiftung, der Falken, des Familienverbandes, der Freiwilligenbörse BONUS, der Gewerkschaft Ver.di, des Kinderschutzbundes, der Montagsdemo, der Neuen Arbeit Brockensammlung, der Obdachlosenzeitung Tagessatz, des Paritätischen, des Runden Tisches ARMES GÖ, der Straßensozialarbeit der Diakonie, der Erwerbslosengruppe von Ver.di und anderen Sozialen Einrichtungen und Initiativen

Die Beschreibung des Elends ist offensichtlich nur noch mit depressiv-resignativ-ironischer Haltung zu ertragen - Spruch über einer der Infotafeln lautete "Das Leben ist hart ....aber es geht vorbei" - Das kann nicht die Lösung sein.

4 Infostände verschiedener Wohlfahrtsverbände, Institutionen und Gruppen (Caritas, KIK, Wirtschaftsgeographen, Netzwerk STOPPT KINDERARMUT etc.)

Musikeinlagen und Sketche (Frauen-AG "Arm trotz Arbeit", Pantomime-Gruppe, Pawlowskis u.a.)


Foto links: Kabarettist Pawlowski mit einem satirischen Beitrag, Foto rechts: Lothar Hanisch DGB-Regionsvorsitzender im Gespräch mit Diakon Bernd Müller Beratungsstelle Mensch und Arbeit der Katholischen Kirche Göttingen und einem "Hungerlöhner".

Kritische Anmerkung
Es ist allerdings ein Witz, wenn Einrichtungen gegen die Tatsache "Arm trotz Arbeit" in die Öffentlichkeit gehen, aber gleichzeitig 1 Euro-Jobs unterstützen. Z.B. die Brockensammlung ("Neue Arbeit") hält sich mit Ein-EurojobberInnen eine kostengünstige Belegschaft und die "Freiwilligenbörse Bonus" steht den kirchlichen Einrichtungen flankierend mit unbezahlter freiwilligen Arbeit zur Seite.
Dagegen sei darauf hingewiesen: Der Paritätische hingegen hat beispielhaft auf den Einsatz von 1-Euro-Jobs verzichtet .(Mehr Infos zur Ein-Euro-Problematik)

Transparent seit 10 Jahren im Einsatz,

seit den ersten Demos gegen Sozialabbau

> Dokumentation

 

Symbole der Armut in der Stadtgeschichte

Türschild im Schildweg "Mitglied des Vereins gegen Verarmung und Bettelei" ein sozialreformerischer , nichtkonfessioneller Göttinger Verein aus der Zeit vor 1890.

Opferstock in der Marienkirche, mit der befremdlichen Aufschrift "Den Armen" Er stammt aus einer Zeit mit Zuständen, die man lang überwunden glaubte.

zum Anfang