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Goettinger
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Freiwilligenzentrum und Agentur für 1 Euro-Jobs Agenturen
für 1 Euro-Jobs? Freiwilligenzentrum - Zentrum für
unbezahlte Arbeit Arbeitslose gegen Caritas : Offener
Brief der GALG Die
Caritas möchte Arbeitskosten in ihren sozialen Betrieben sparen und würde gerne
mehr "Ehrenamtliche" einsetzen. Das Umsonst-Arbeiten ist aber irgendwie
nicht mehr so in Mode, deshalb hat die Caritas zunächst eine Werbeagentur für
Umsonst-Arbeiten gegründet: Das "Freiwilligen Zentrum" .  Foto
vom ersten Sitz des Freiwilligenzentrums, in einem Haus, das der Caritas gehört,
in der Nikolaistraße. Jetzt der Weltladen dadrin - ist auch besser so.
Agenturen
für 1 Euro-Jobs Zuerst
eröffnete die Caritas 1998 in der Nikolaistraße ein "Freiwilligenzentrum"
in dem unbezahlte Arbeitskräfte vermittelt werden. Anfang April wurde nun bekannt
(**), dass die zur Caritats gehörende "Bundesarbeitsgemeinschaft Integration
durch Arbeit (IDA)" deutschlandweit 15 Agenturen eröffnen will um Leute auf
1 Euro-Jobs im Sozial- und Gesundheitsbereich zu bekommen. Sabine
Schumacher von der IDA: Die Agenturen sollten als Arbeitgeberberatung für die
Betriebe vor Ort fungieren, "Wir wollen ermitteln, wo es vor allem im Gesundheitswesen,
aber auch in Industriebetrieben Einfachsttätigkeiten gibt, die von Ein-Euro-Jobbern
übernommen werden können." Die Caritas-Agenturen sollen mit ihrer Arbeit am 1.
Juli beginnen.(** Quelle: 31.3.05 , Der Tagesspiegel [Pressemappe] Berlin / ots)
Zusätzlich zu Miete,
Wohngeld und weiteren Zuweisungen bekommen Langzeitarbeitslose, die eine solche
Arbeit annehmen, ein bis zwei Euro pro Stunde. Wer sie beschäftigt, erhält eine
Pauschale für Lohnkosten und Verwaltung. Dadurch kann Ersatz für Zivildienstleistende
gefunden werden, die immer weniger zur Verfügung stehen. Arbeitslose müssen die
1 Euro-Jobs annehmen, sonst wird ihnen die Leistung gekürzt. Der Paritätische
Wohlfahrtsverband peilt 3000 solcher Jobs an, die AWO rechnet in ihren Einrichtungen
mit 2500 solcher Jobs, z.B. in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Altenpflege.
Das Rote Kreuz will Billig-Jobs in der stationären Altenpflege nutzen, weil die
Hauptamtlichen dort wegen der Kürzungen bei der Pflegeversicherung die Arbeit
nicht mehr schaffen. Nun warten wir mal ob, ob das Freiwilligenzentrum in
der Nikolaistraße zur 1 Euro-Job-Agentur mutiert. zum
Anfang Eröffnung
des Freiwilligenzentrums Göttingen (=Zentrum
für unbezahlte Arbeit) Schon
damals war absehbar, dass man alles versuchen wird, einen Billiglohnsektor oder
sogar einen Umsonst-Lohn-Sektor zu schaffen. Inzwischen sind wir schlauer und
sehen, wie sogenannte 1-Euro-Jobs als Zwangsmaßnahme durchgesetzt werden. Die
Caritas hatte am 15.6.98 ein "Freiwilligenzentrum" in der Nikolaistraße
Nr. 10 eröffnet. Der Begriff ist neu, aber es geht nach wie vor darum dass Leute
Arbeiten ohne dafür Geld zu bekommen Als das "Freiwilligenzentrum" mit
dem Namen "Bonus" 1998 eröffnet wurde waren wir beim Pressegespräch
anwesend und haben kritische Fragen gestellt. Pressegespräch
3.7.98 Caritas-Chef
Bertil Holst: Die soziale Arbeit ist angewiesen auf ehrenamtliche Arbeit,
aber die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren stagniert und es ist schwer
neue Leute zu finden. Deshalb soll versucht werden, auf neue Weise Leute zu finden.
Ralf Regenhardt:
pro Jahr wird im Sozialbereich gemeinnütziger Arbeit im Wert von 5,3 Mrd
DM erbracht. In der BRD werden monatlich 240 Milllionen Stunden unentgeltlicher
freiwilliger Arbeit in Vereinen und im Sozialbereich geleistet. In den freien
Wohlfahrtsverbänden leisten ca. 1,5 Millionen Menschen ehrenamtliche Dienste.
Meistens sind die Ehrenamtlichen im Sozialbereich aber zwischen 50 bis 70 Jahre
alt, 14 % sind sogar älter als 70 Jahre alt. Und nur 1 % ist jünger als 30 Jahre.
Das Freiwilligenzentrum soll nun für die unentgeltliche Arbeit in den Bereichen
"Soziales, Kultur, Umwelt, Sport und Bildung" Werbung machen, Freiwillige
finden und eine Vermittlungsagentur mit Datei werden. Im persönlichen Gespräch
sollen die Leute nach ihren Interessen, persönlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten
durchleuchtet und erfaßt werden. (Hört sich irgendwie nach einer Art Arbeitsamt-Vermittlung
an, nur, dass es dafür kein Geld gibt
 | Pressegespräch
im Freiwilligenzentrum, Nicolaistr. 10, am 3.7.98, v.l.: Bertil Holst, Geschäftsführer
des Caritasverbandes Stadt und Landkreis Göttingen, Sitz Duderstadt, Ralf Regenhardt
Caritas/Göttingen, Elisabeth Alberty ABM-Stelle / Freiwilligenzentrum |
zum Anfang Kritische
Nachfragen von uns 1.)
Finanzierung? Antwort: a) Mittel aus der Glücksspirale und aus
Mitteln des Arbeitsamtes (= ABM-Stellen) - bislang ist nur die Diakonie beteiligt.
2) Werden wirklich keine
bezahlten Stellen dadurch verhindert? Antwort: darauf müssen
wir achten, aber das ist immer eine Gratwanderung. .Z.B. im: Altenheim vorlesen,
dafür haben die Pflegekräfte gar keine Zeit. In die Bereiche, mit denen Geld verdient
wird, vermitteln wir keine Leute. Die Firmen müssen genau beschreiben, für welche
Tätigkeit die Freiwilligen eigesetzt werden sollen. Jugendarbeit ist z.B. grundsätzlich
ehrenamtlich. Die Überprüfung ist schwierig, wir telefonieren halt regelmäßig.
3.) In Berlin gibt es
als Ersatz für die Bezahlung einen Dankeschöntag, soll so etwas auch in Göttingen
eingeführt werden? Antwort: In 14tägigen Abständen soll ein Cafetreff
angeboten werden. Und beim "Nationalen Tag des Ehrenamtes werden wir Dankeschön
sagen." 4.)
Frage: Besteht die Absicht, die Firmen vor Ort zu bitten, Leute für die ehrenamtliche
Arbeit unter Weiterzahlung der Bezüge freizustellen? Antwort:
Lachen. Wir müssen ja nicht alles von Amerika übernehmen... (Redaktionelle
Bemerkung: Ja das kann er sich nicht vorstellen der Herr Regenhard vom Cariatasverband,
denn da stellte sich die Frage, ob der Caritasverband als Arbeitgeber Leute auf
bezahlten Stellen für "freiwillige" Arbeit freistellen sollte wo sie
doch eigentlich unbezahlte Kräfte für Arbeitsaufgaben einsetzen wollen für die
sie wiederum Geld bekommen) 5.)
Kann eine Arbeitsloseninitiative diesen Raum hier nutzen, um im Rahmen ihrer "Selbstfindung"
Protestaktionen gegen die Arbeitslosigkeit vorzubereiten? Antwort:
Unverständnis (auch nach dreimaligem Versuch, die Frage deutlich zu machen)
(Redaktionelle Anmerkung: Tja,
das zeigt, dass die Definition von "gesellschaftlichem Engagement" leider
doch nur recht funktional entlang der Interessen des Caritasverbandes vorgenommen
wird. Dagegen würden wir vorschlagen: Zukunftswerkstatt, Forum, Zusammenkünfte,
Selbsthilfegruppen, Initiativen. Der Raum im Freiwilligenzentrum soll für Treffen
von politischen Initiativen gegen Armut, Sozialabbau und Arbeitslosigkeit zur
Verfügung gestellt werden. Neue
Instrumente des Zwanges zur "Freiwilligkeit"
Die Verbände, Vereine und sonstigen Organisationen, insbesondere die professionellen
Hilfsorganisationen stellen einen Rückgang der Bereitschaft zur Übernahme "ehrenamtlicher"
Tätigkeiten fest. Kein Wunder, die Arztehefrau, die materiell gut versorgt den
Tag gelangweilt zuhause verbringt und davon träumt etwas gesellschaftlich sinnvolles
zu tun ist eben doch die Ausnahme. Das
Freiwilligenzentrum hat den Auftrag, Werbung für eine Neubewertung der unentgeltlichen
Arbeit zu machen. Regenhardt hätte gerne, dass da ein bißchen mit Druck nachgeholfen
wird und meint: In anderen Ländern wird schon auch beim Berufseinstieg oder beim
Studienbeginn geguckt, was haben die vorher "im Vorfeld an ehrenamtlichem
Engagement geleistet". Man denkt auch an die Ausstellung eines Ehrenamtlichenausweises
in dem auch festgehalten wird, wieviele Stunden gearbeitet wurden. >>Verzeichnis
bundesweiter Freiwilligenagenturen zum
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