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  Roma / Gegen Diskriminierung und Abschiebungen

Roma Center Göttingen e.V. Postfach 3005, 37020 Göttingen, www.roma-center.de

AK Asyl Arbeitskreis zur Unterstützung von Asylsuchenden e.V. Lange Geismarstr. 73, 37073 Göttingen, Tel.: 58894 Fax : 58898 www.alle-bleiben.info

2016
Film über Roma die von Abschiebung bedroht sind
Ratssitzung mit Tumult
Abschiebung aussetzen !

2015 Abschiebung zahlreicher Kinder geplant / Demonstration
15 jähriger Göttingerin droht die Abschiebung in den Kosovo
Verklärende Klischees der Sinti/Roma und Diskriminierung
Koalitionsvertrag erfindet "sichere Herkunftsstaaten"

2013 Internationaler Tag der Roma am 8. April in Göttingen
Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora“ / Nordhausen
Film / „Von Belgrad bis Skopje“
„Europa erfindet die Zigeuner“ / Klaus-Michael Bogdal
"Rassismus- und Antiziganismustheorien und -ansätze"
Roma und Juden
Roma: Rassistisch diskriminiert, angegriffen, abgeschoben
"Rosenwinkel" Ein Theaterprojekt

2012 Kampagne Bleiberecht für Roma

2009 Niemand hat das Recht nur zu gehorchen
Abschiebebehörde reißt Familie auseinander
Massenabschiebungen in den Kosovo

2010 Abschiebeversuche und Proteste
2004 / Filmabend "Roma" im IWF
T-Keller: Kosovo - 10 Jahre nach dem Krieg
Minderheiten im Kosovo
2003 / Demonstration für Bleiberecht von Roma
2003 / Kosovo-Beauftragter Koschnik in Gö
2002 / Protest gegen Abschiebungen Juni
1999 / Kosovohilfsaktion

Zur > Leitseite Bleiberecht

> Proteste gegen Abschiebungen 2010

> Roma im "Blümchenviertel"
Spannungen im Wohnviertel

Infos:
>> www.gegenabschiebung.de
>> www.papiere-fuer-alle.org
>> Aufruf "Keine Abschiebungen"

>>
www.roma-center.de
>>alle-bleiben.info

Portrait einer Ashkali

Veranstaltungsreihe 2016
Stigmatisierung – Entrechtung – Vertreibung

Die gesellschaftliche Situation von Roma und Romnja in Deutschland spitzt sich massiv zu: Mit den jüngsten Asylrechtsverschärfungen und der Erklärung einiger Balkanstaaten zu sogenannten "sicheren Herkunftsländern", ist vor allem diese Gruppe verstärkt von gesellschaftlicher Isolation und sozialrechtlichen Repressalien betroffen, die schlussendlich in Abschiebungen gipfeln.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird zu dem Solidarity4all-Protestcamp in Bamberg vom 4. bis zum 7.8. aufgerufen. Das Camp wendet sich gegen die dortige Aufnahme- und Rückführungseinrichtung (ARE), in welcher vor allem Geflüchtete aus den Balkanstaaten interniert werden. Bei einem gemeinsamen Workshop-Nachmittag am 30.7. soll die Teilnahme an dem Camp gemeinsam vorbereitet werden. Karten für die Anreise gibt es ab dem 1.6. im Roten Buchladen (Nikolaikirchhof 7) und bei den Veranstaltungen.

Veranstaltungsreihe Stigmatisierung – Entrechtung – Vertreibung – Zur Rolle antiromaistischer Ressentiments in Politik und Gesellschaft vom 25.5. bis zum 30.7.2016
  • 25.5., 19 Uhr: Aktuelle asylrechtliche Entwicklung – Grundlage einer fortschreitenden Entrechtung, mit Claire Deery, ZHG 007
  • 1.6., 19 Uhr: Missgunst und Feindseligkeit: Antiziganismus in der Nachkriegszeit, mit Anja Reuss, im Buchladen Rote Straße (Nikolaikirchhof 7)
  • 16.6., 19 Uhr: Abgeschoben: Und jetzt? Bericht über die Situation von abgeschobenen Rromn*ja, mit Roma-Center Göttingen, in der OM10 (Obere Maschstraße 10)
  • 18.6., 16 Uhr: Filmvorführung The Awakening, im Rahmen des Festival Contre Le Rassisme (Wiese hinterm blauen Turm)
  • 18.6. 14 Uhr: Infoveranstaltung zum Camp in Bamberg, mit der iL Nürnberg, im Rahmen des Festival Contre Le Rassisme
  • 1.7., 19 Uhr: Rassistische Konstellationen – Die Situation der "Balkanflüchtlinge" in Deutschland und ihren Herkunftsstaaten, mit Djevdet Berisa (Romane Aglonipe e.V.) und Wolfram Stender (Hochschule Hannover), ZHG 001
  • 6.07., 19 Uhr: Zwischen den Fronten. Die Vertreibung der Roma aus dem Kosovo, mit Dirk Auer, ZHG 001
  • 30.07., 12 Uhr: Protest selbst gestalten: Skill-Sharing und Vorbereitung für das Solidarity4all-Protestcamp in Bamberg, Haus der Kulturen (Hagenweg 2E)
  • 30.7., 20:30 (Einlass): Konzert mit GypsieMafia, Haus der Kulturen

Die Veranstaltungsreihe wird gemeinsam organisiert vom AStA der Uni Göttingen, der Basisdemokratischen Linken und dem Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät.

 

Film"The Awakening"
Filmvorführung"The Awakening" und Diskussion , Über die Situtation von Roma die von Abschiebung bedroht sind; u.a. mit Szenen und Betroffenen in Göttingen

9.4.16 / Ankündigungstext: In Deutschland ist aktuell viel von Willkommenskultur die Rede. Gleichzeitig werden Sonderlager für Geflüchtete aus den "sicheren" Balkanstaaten errichtet. Zum Beispiel das "Aufnahme- und Rückführungszentrum für Asylbewerber ohne Bleibeperspektive" in Bamberg. Betroffen sind vor allem Roma.Der Film "The Awakening" (das Erwachen) vermittelt ein authentisches Bild über die Schockerfahrung Abschiebung und zeigt zugleich Rassismus und Diskriminierungen auf, mit denen Roma in verschiedenen Ländern Europas konfrontiert sind. Welche psychologischen Folgen hat die Abschiebung für die Menschen? Wie ergeht es Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland aufgewachsen sind und nun in einem fremden Land leben müssen? Der Film gewährt einen Einblick in diesen Zustand des Erwachens bzw. des und Entsetzens. Einige Szenen sind auch in Göttingen entstanden. Sie erinnern an die Göttinger Roma-Familien Osmani und Krasniqi, die im Februar 2016 nach 17 Jahren Aufenthalt in Deutschland abgeschoben werden sollten und seitdem auf der Flucht sind, da für sie ein Leben im Kosovo nicht infrage kommt. Wie diese Familien sind derzeit viele langjährig geduldete Roma-Familien, darunter Kinder, die hier geboren und aufgewachsen sind, von Abschiebung bedroht. Einige Roma Familien, die Zur zeit von Abschiebung bedroht sind, werden anwesend sein.Veranstaltet von Roma Center Göttingen in Zusammenarbeit mit dem AK Asyl, 17.4.16 Junges Theater, 19 Uhr

 

Ratssitzung mit Tumult
CDU und SPD beschliessen Nichtbefassung mit der Abschiebung zahlreicher Roma-Kinder 12.2.16

Mit einem gemeinsamen Antrag haben die Ratsfraktionen von Grünen, Piraten und ALG versucht, am 12.2.16 im Rat eine Entscheidung über eine Aussetzung der Abschiebung zu erreichen. Nach unbestätigten Berichten aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen heisst es, Oberbürgermeister Köhler habe Strafanzeige gestellt.

Der interfraktionelle Antrag von Grünen, Piraten und ALG wurde auf Verlangen der CDU mit den Stimmen der gesamten SPD Fraktion (nur Tom Wedrins hat sich enthalten) von der Tagesordnung geschmissen. Die vielen anwesenden Unterstützer*innen haben daraufhin ihren Unmut laut und deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Ratssitzung wurde unterbrochen beim Verlassen des Ratssaales waren Stimmen zu vernehmen, die ernsthaft für eine Räumung durch die Polizei plädierten. Foto: Ratssaal bei einer Kinderveranstaltung 2007 - bei Ratssitzungen wird Fotografieren nicht erlaubt.

Nach der Unterbrechung der Ratssitzung haben die meisten Ratsmitglieder den Saal verlassen, die Protestierenden verharren noch eine Weile mit den Transparenten "Abschiebung ist staatlich organisierte Kriminlität" und


Foto MKR / nach Unterbrechung der Ratssitzung am 12.2.16


Foto MKR

Nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes in Lüneburg sind die formalen rechtlichen Möglichkeiten sehr ungünstig für die von Abschiebung bedrohten Familien. Mehmet Tugcu , Ratsherr der Grünen, hatte in seiner vorbereiteten Rede zum gemeinsamen Antrag u.a. darauf hinweisen wollen, dass es in einem Erlass des Niedersächsischen Innenministeriums wörtlich heißt "Bei der Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen im Rahmen des § 25 Abs. 5 AufenthG (Aufenthalt aus humanitären Gründen) sind mögliche Ermessensspielräume des Gesetzes unter Beachtung humanitärer Aspekte zugunsten der Betroffenen auszuschöpfen. Unerlässlich ist die Beachtung der individuellen Umstände des konkreten Einzelfalls. Schematische Bewertungen verbieten sich."
Und "Wie ist die Rechtslage? Rettende Hintertür könnte eine so genannte Altfallregelung sein. Sie gilt für Einzelpersonen, die mindestens acht Jahre, und für Familien mit Kindern, die mindestens sechs Jahre mit ununterbrochener Duldung in Deutschland leben. Allerdings kann die Stadt auch nach diesen sechs Jahren eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis verweigern, wenn sie keine ausreichenden Integrationsbemühungen erkennen kann. Genau darüber wird zwischen der Stadt und den Anwälten der Familie gestritten.(...)
Und: "Es müsste geklärt werden, ob das Kindeswohl im Gesetz ein angemessenes Gewicht hat, denn das bezweifeln wir sehr! Und es müsste geklärt werden, ob Abschiebungen nach 17 oder 24 Jahren überhaupt noch mit grundlegenden Menschenrechten zu vereinbaren sind. Genau an dieser Stelle kommt dieser Antrag ins Spiel, den wir heute stellen. Wir fordern die Abschiebung auszusetzen, um den Betroffenen Zeit zu geben, ihre Integrationsbemühungen nachzuweisen und nötigenfalls das Hauptverfahren zu führen, in dem sie bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen können. Der Oberbürgermeister hat selber eingeräumt, dass in diesem Fall bestimmte Fragen eigentlich in höherer Instanz entschieden werden müssten."
(Am Ende des Redmanuskriptes heisst es: "Ausdrücklich danken möchte ich an dieser Stelle Herrn Ramaswamy. Die Anregung zu diesem Antrag kam von ihm und ich weiß, dass er sich um die beiden Familien in den vergangenen Tagen sehr bemüht hat. Auch das ist Zivilcourage"
Doch eine Mehrheit von CDU und SPD wollten keine Argumente hören, sie fegten das Thema mit einem Antrag auf Nichtbefassung von der Tagesordnung.

Kommentar Gerd Nier

Pressemitteilungstexte unter news

  • Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV 10.2.16
    Das Ziel der Abschiebung von Roma-Familien ist
    ist inhuman und verantwortungslos
  • Ratsfraktion Piratenpartei 10.2.16
    Polizeiaktion zur Abschiebung bevor das Gericht endgültig entschieden hat
  • Grüne Jugend 10.2.16
    Von Abschiebung Bedrohte verstecken

 

Abschiebung aussetzen !

Wird OB Köhler die Durchführung einer Abschiebung weiter aussetzen? Grüne und Piraten fordern Menschlichkeit und Zivilcourage vom OB

5.2.16 / OB Köhler hatte die Abschiebungen der Familien Krasnici und Osmani mit 13 Kindern in den Kosovo ausgesetzt . Es sollte die Entscheidung über die Beschwerde der Familien durch das Oberverwaltungsgerichtes in Lüneburg abgewartet werden. Das OVG Lüneburg nun, so teilte die Grünen-Ratsfraktion mit, habe in seinem Urteil mit einer "zynischen Begründung" unterstellt, "die Gesellschaft hätte ein größeres Interesse an der Abschiebung als am Wohl der Kinder."
Ratsherr Ramaswamy von der Piratenpartei wies in einer Erklärung darauf hin, das Verwaltungsgericht Göttingen könne im Hauptverfahren seine Position noch ändern, im Hinblick darauf könne der OB die Abschiebung weiterhin aussetzen. Grüne und Piratenfraktion verlangen die Aussetzung der Abschiebung auch mit Hinweis auf § 8 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und der Europäischen Menschenrechtskonvention". Ramaswamy meint darüberhinaus, es sei bisher unberücksichtigt geblieben, "dass die jetzige Situation ursächlich auf eine fehlerhafte Beratung der Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Göttingen zurück geht. Somit trägt die Verwaltung der Stadt ein erhebliches Maß an Mitverantwortung an der jetzigen Situation."
Ramaswamy appelliert an die Menschlichkeit des OB und Ratsfraktionvorsitzender Rolf Becker der Grünen fordert vom OB "Zeigen sie Civilcourage". Die Forderung die Abschiebung weiterhin auszusetzen. soll auch noch einmal aufgrund eines gemeinsamen Antrages von Piraten, Grünen und ALG in der Ratssitzung am 12.2.16 zur Sprache gebracht werden.
Die Grüne Jugend erinnert daran, dass sich sehr viele Menschen für die von Abschiebung bedrohten Familien, insbesondere für das Wohlergehen der Kinder eingesetzt haben. Und über 1800 Menschen haben eine >>Petition für ein Bleiberecht der Familien Krasnici und Osmani unterschrieben. Darüber hinaus schreibt die Grüne Jugend provokativ: "Wir fragen Herrn Köhler, ob er sich neben der Verantwortung für das wohl elende Schicksal der Kinder auch der Enttäuschung und Wut der Unterstützenden aus Kultur, Politik und Zivilgesellschaft aussetzen möchte."
In einer Erklärung der abtrünnigen Ratsfraktion der GöLinken die sich jetzt AntifaLinkeGöttingen nennt, wird deren Mitglied Patrick Humke zitiert mit, es sei "an der Zeit, wieder Flüchtlinge beim Untertauchen zu unterstützen, um Abschiebungen zu verhindern (...) Auch künftig müssen Abschiebungen mit Akten zivilen Ungehorsams verhindert werden. Es ist an der Zeit, dass Flüchtlinge, die von Abschiebung bedroht sind, untertauchen und von fortschrittlichen Menschen dabei unterstützt werden."

-------------------------------------------------------2015----------------------------------------------------------------

OB stoppt vorübergehend eine Abschiebung

Wir haben oft darauf hingewiesen, dass es letztlich nicht reicht, sich immerzu auf Vorgaben von oben hinauszureden. Jede/r die/der Entscheidungen trifft, die Menschen ins Elend und Not führen, muß sich fragen, ob sie/er das verantworten kann. ("Niemand hat das Recht nur zu gehorchen ..." ) Nun scheint der Oberbürgermeister die Reißleine gezogen zu haben! Wie sich herausstellt aber nur sehr widerstrebend mußte er überzeugt werden. Dazu siehe >Kommentare

 

Abschiebung zahlreicher Kinder zur Weihnachtszeit geplant / Demonstration

2.12.15 / Mehrere Familien aus Göttingen sind von Abschiebungen bedroht. Einige Roma-Familien aus dem Kosovo, die seit ca. siebzehn Jahren in Göttingen leben, sollen kurz vor Weihnachten abgeschoben werden. Betroffen sind dreizehn Kinder und Jugendliche, von denen zwölf in Göttingen geboren sind. Das älteste Kind ist siebzehn und das jüngste ein Jahr alt.

Demonstration: In einem aktuellen Fall entscheidet am 3.12.15 das Verwaltungsgericht , Berliner Straße 4 , über eine Abschiebung. Sowohl das "Göttinger Bündnis für Bleiberecht" als auch die GfbV und die GrüneJugend rufen auf zur Mahnwache vor dem Verwaltungsgericht am Donnerstag den 3.12.15, ab 15 Uhr vor Verwaltungsgericht , Berliner Straße 4 , und einer anschließende Demonstration gegen die Abschiebung von Roma-Familien an.
"Göttinger Bündnis für Bleiberecht" , GrüneJugend und Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) rufen auf zu Kundgebung und Demonstration gegen eine geplante Abschiebung von Roma (darunter 13 Kinder und Jugendliche) in den Kosovo. Beginn ab 15 Uhr vor dem Verwaltungsgericht, Berliner Str.4

Die Ausweisung von Kindern, die kein anderes Land als Deutschland kennen, bedeutet die Abschiebung in ein fremdes Land. Zudem werden sie von einem Tag auf den anderen in menschen-unwürdige Bedingungen versetzt, wenn sie als Roma in den Kosovo ausgewiesen werden.


Eine überraschend große Zahl von Personen nahm an der nur 2 Tage vorher angekündigten Demonstration teil.

2.12.15 / Text: Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV Gegen die drohende Abschiebung von Roma-Familien aus Göttingen in den Kosovo ruft die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auch im Namen eines losen Bündnisses von Unterstützerinnen und Unterstützern langjährig geduldeter Flüchtlinge kurzfristig zu einer Demonstration durch die Göttinger Innenstadt zum neuen Rathaus auf am Donnerstag, den 3. Dezember 2015, um 15 Uhr Mahnwache Berliner Straße/Ecke Untere Masch gegenüber vom Verwaltungsgericht Göttingen 16 Uhr Beginn des Demonstrationszuges. Route: Berliner Straße, Reitstallstraße, Weender Straße, Zwischenkundgebung vor der Jacobikirche, Barfüßerstraße, Jüdenstraße, Kurze Geismarstraße, Rheinhäuser Landstraße Abschlusskundgebung vor dem neuen Rathaus Einige Roma-Familien aus dem Kosovo, die seit rund 17 Jahren in Göttingen leben, sollen kurz vor Weihnachten abgeschoben werden. Betroffen sind 13 Kinder und Jugendliche, von denen zwölf in Göttingen geboren sind. Das älteste Kind ist 17, das jüngste ein Jahr alt. Für die Integration der bedrohten Kinder haben sich Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter, Geistliche, Kirchengemeinden, Menschenrechtler und viele andere Bürgerinnen und Bürger jahrelang engagiert und unendlich viel geleistet, argumentieren ihre Unterstützer. Die Kinder sind hier zuhause, haben hier ihre Freunde und ihren Lebensmittelpunkt. (...) Deutschland hat die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. So sind Behörden dazu verpflichtet, dem Kindeswohl Vorrang zu geben.


"Verwaltungshandeln" findet im Rathaus statt - Dieses sollte sich an gültige Vereinbarungen halten, die von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet wurden, Dazu gehört die UN Kinderrechtskonvention.


Als die Demo das Neue Rathaus erreicht sperrt die Polizei den Eingang ab

 

Offener Brief der Piraten

7.12.15 / Seitens der Ratsfraktion der Piratenpartei im Rat der Stadt Göttingen wurde ein Offener Brief bekanntgegeben in dem die Abschiebung von Romakindern als ein Verstoss gegen die Genfer Kinderrechtskonvention bezeichnet wird und von der Behörde ein Widerspruch mit Verweis auf das sogenannte "Remonstrationsrecht" gefordert wird.

Herrn Oberbürgermeister Rolf- Georg Köhler
Erster Stadtrat Herrn Hans-Peter Suermann
Herrn H. Melzer, Fachbereichsleitung Ordnung
Herrn J. Rogge, Leitung des Fachdienstes Ausländerbehörde

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit fordert die Piraten-Ratsfraktion die Verwaltung der Stadt Göttingen insbesondere die Behörde für Ausländerfragen, in folgenden Fällen von Rückführungsanweisungen beim MI des Landes Niedersachsen und des BAMF nach Beamtenrecht zu remonstrieren (s. Begründung):
Wenn von der Rückführungsanordnung Kinder und Jugendliche betroffen sind, die in Deutsch-land geboren wurden oder länger als 5 Jahre in Deutschland leben.
Begründung: Kinder und Jugendliche, die hier geboren sind oder 5 Jahre und länger in Deutschland leben, haben keine tatsächlichen Bindung an das Land ihrer Eltern. Nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1989 muss die Bundesrepublik Deutschland dem Kind "das Recht in einer gesunden Umwelt zu leben, Lebensverhältnisse garantieren, die seine soziale und körperliche Entwicklung fördern".
Das kann z.B. für ROMA im Kosovo nicht garantiert werden. Im Gegenteil berichten gleichlautend internationale Beobachter und internationale Organisationen über die soziale und körperliche Gefährdung dieses Volkes. Eine gesunde und förderliche Entwicklung ist nicht gegeben.
Aus diesem Grunde hat die EU-Justiz-Kommissarin eine Klage gegen Staaten eingereicht, die ROMA abschieben. Die Grundlage ist das Recht der ROMA, als Europäisches Volk, sich überall in der EU niederzulassen. Diese Tatsachen geben Anlass eine Anordnung in Zweifel zu ziehen, die o.g. Gruppen von Menschen betrifft.
Anlass ist die drohende Rückführung von Familien, die z.T. 17 Jahre in Göttingen leben und deren Kinder hier geboren und aufgewachsen sind, deren Muttersprache deutsch ist, deren soziales und kulturelles Umfeld Göttingen ist. Eine entsprechende Aufforderung zur Abschiebung ist somit sachlich in Zweifel zu ziehen.
Unterschreiben Sie keine Zwangsausweisung - seien Sie kein williger Vollstrecker von Anwei-sungen, die der Genfer Kinderrechtskonvention widersprechen. Seien Sie nicht grausam - gewähren Sie diesen Schutz, damit ALLE BLEIBEN können.

Dr. M. K. Ramaswamy, für die Fraktion der Piraten im Stadtrat Göttingen
, 7.12.15

 

15 jähriger Göttingerin droht die Abschiebung in den Kosovo

Abschiebung aktuell: 15 jährige Göttingerin vor Abschiebung. Anita, 15 jährige gebürtige Göttingerin soll in ein "sicheres Herkunftsland" , den Kosovo, abgeschoben werden. Sie kommt aber gar nicht von dort her. Ihre Freunde*innen der Boat-People-Project Theater-Jugendgruppe haben in einer Veranstaltung darüber informiert.

4.11.15 / Gerd Nier /
Kinder und Jugendliche kämpfen gegen die Abschiebung ihrer Freundin
Es war eine beeindruckende Veranstaltung der Jugendgruppe des Göttinger >>Theaterprojektes der boat-people. Über 30 Kinder und Jugendliche hatten sich versammelt, um sich für ihre Freundin und Mitspielerin Antia einzusetzen. In persönlichen Wortbeiträgen und mit Liedern zeigten sie ihre Betroffenheit, aber auch ihren Willen, alles dafür zu tun, dass Anita weiterhin zusammen mit ihnen Theater spielen, zur Schule gehen und Spaß haben kann.


Veranstaltung der Jugendgruppe des Göttinger Theaterprojektes der boat-people. am 4.11.15 im Theaterraum im Cheltenhamhaus, Friedrichstrasse

Die 15-jährige junge Frau soll mit ihrer Familie in den Kosovo abgeschoben werden. Sie wurde hier geboren, ihre Familie lebt seit 17 Jahren hier, sie ist, wie man so schön sagt, voll integriert. Und nun, da das Kosovo ja zum sicheren Herkunftsland erklärt wurde, soll die Familie endgültig abgeschoben werden. Dabei spielt dann auch keine Rolle mehr, dass Anita und ihre Familie der Ethnie der Roma angehört, die niemand haben will im Kosovo, aber auch in Albanien, Montenegro, ja auf dem gesamten Balkan. Sie werden ausgegrenzt, stigmatisiert und verfolgt. Sie werden mittellos sich selbst überlassen und müssen unter erbärmlichsten Bedingungen mehr hausen als wohnen, mehr dahinvegetieren als leben. Der weitverbreitete Antiziganismus macht auch vor physischer Gewalt gegen sie durch Polizei und Zivilisten kein Halt. Frankreich wurde wegen der Ausweisung von Sinti und Roma vom europäischen Gerichtshof verurteilt. Deutschland, das im sogenannten Dritten Reich die Ermordung von über 500.000 Sinti und Roma zu verantworten hat, sollte sich seiner besonderen Pflicht zum Schutz dieser verfolgten Menschen bewusst sein. Hier jetzt falsche Härte zu zeigen, um ein Signal in der angespannten Flüchtlingssituation zu setzen ist unangebracht und zutiefst inhuman. Es ist zudem ein fatales politisches Signal die Not der geflohenen Menschen aus Syrien und anderen Bürgerkriegsgebieten gegen die hier seit Jahren und Jahrzehnten lebenden Sinti und Roma vom Balkan auszuspielen. Anita und ihre Familie gehören nach Göttingen!

 

Verklärende Klischees der Sinti/Roma und Diskriminierung

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus findet am 19.11.15 die Veranstaltung "Everbody's Gypsy - Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt" statt , in Northeim, Alte Brauerei, Schaupenstiel 20, 20.00 Uhr Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen als eine Lesung mit der Musikerin und Autorin Dotschy Reinhardt:
Über Sinti und Roma bestehen zahlreiche Vorurteile. Diese führten in der Vergangenheit zu Diskriminierung und Ausgrenzung und in der NS-Zeit zu Verfolgung und Völkermord. Das Bild von Sinti und Roma ist dazu geprägt von zahlreichen Stereotypen wie z.B. Temperament, Freiheitsdrang oder Musikalität. Besonders die Popkultur bediente sich in den letzten Jahren diverser Klischees über diese Minderheit. Nicht selten versuchen Musiker, Modemacher und Schauspieler eine vermeintliche "Gypsy-Aura" zu nutzen, um auf diese Weise einen vermarktbaren Trend zu schaffen. Die erfolgreiche Musikerin und Schriftstellerin Dotschy Reinhardt nimmt in ihrem 2014 erschienen Buch "Everybody´s Gypsy - Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt" diese Vorurteile und Fremdzuschreibungen in den Blick. Als erfolgreiche Akteurin innerhalb der Popkultur und als Sinteza gelingt ihr der doppelte Blick auf die Aneignung verklärender Klischees durch die moderne Popkultur und beschreibt, wie sich Sinti und Roma gegen Ausgrenzung und Vereinnahmung ihrer Kultur behaupten.

Schullesungen mit Dotschy Reinhardt finden am 19. und 20. November in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen und in der KGS Moringen statt.

 

Koalitionsvertrag erfindet "sichere Herkunftsstaaten"

3.11.15 / Was sind eigentlich "Sichere Herkunftsländer" Was ein sicheres Herkunftsland ist, wird vom Bundesrat beschlossen. Sie heissen zwar so, sind es aber nicht. Je mehr Länder als "sicher" eingestuft werden, umso mehr Flüchtlinge können ohne weitere juristische Prüfung abgeschoben werden. Was für ein Quatsch das ist zeigt sich am Versuch Afghanistan als sicheres Herkunftsland einzustufen!

Textauszug >>Koalitionsvertrag S.109
" Armutswanderung innerhalb der EU Akzeptanz der Freizügigkeit erhalten Wir wollen die Akzeptanz für die Freizügigkeit in der EU erhalten. Wir werden deshalb der ungerechtfertigten Inanspruchnahme von Sozialleistungen durch EU Bürger entgegenwirken.Zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsstaaten werden wir uns dafür einsetzen, dass EU-Finanzmittel von den Herkunftsländern abgerufen und zielgerichtet eingesetzt werden. (...)
Wir wollen die Westbalkanstaaten Bosnien und Herzegowina, EjR Mazedonien und Serbien als sichere Herkunftsstaaten im Sinne von §29a Asylverfahrensgesetz einstufen, um aussichtslose Asylanträge von Angehörigen dieser Staaten schneller bearbeiten und ihren Aufenthalt in Deutschland schneller beenden zu können. Wir wollen unszugleich gegenüber den Regierungen dieser Staaten und der EUKommission dafüreinsetzen, rasche und nachhaltige Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation vorOrt zu ergreifen."

Berichte über die Gefährdung der Roma in den angeblich "sicheren Ländern"
In einer Stellungnahme schreiben die Mitglieder einer Recherchegruppe:
" Erst im Juni 2013 überzeugten wir uns mit einer Reisegruppe aus Anwälten, Journalisten und NGO-Vertretern aus Deutschland, Belgien und Luxemburg in Serbien von der aktuellen Lage der Roma: Wir haben erfahren, dass Roma in Serbien derzeit massiv ausgegrenzt werden, in verschiedenen Bereichen: bei der Gesundheitsversorgung, der Bildung, dem Zugang zum Arbeitsmarkt und selbst bei der Existenzsicherung auf niedrigstem Niveau durch Müllverwertung.(...)
Wir haben auf unserer Reise durch Serbien Anfang Juni 2013 unter den dort lebenden Roma viele Menschen kennengelernt, die uns von massiven sozialen Diskriminierungen berichtet haben: Wir haben informelle Siedlungen gesehen, deren »Häuser« nur aus Sperrmüll und Pappe bestanden. Wir haben städtische Roma-Siedlungen gesehen, die seit Jahren nicht ans öffentliche Abwassernetz angeschlossen werden. Immer wieder wurde uns über die Verweigerung der Zuzahlungsbefreiung von Medikamenten für chronisch Kranke berichtet – ein sozialrechtliches Detail von oft lebensbedrohlicher Bedeutung. Wir haben gesehen wie durch eine aufwändige und kostenintensive flächendeckende Versiegelung der öffentlichen Abfalleimer in Belgrad Müllsammelnden ihre Lebensgrundlage entzogen wird.
Wir haben erfahren, dass ein Teil einer von uns besuchten Siedlung wenige Wochen vor unserem Besuch mit Bulldozern unter Polizeibewachung geräumt und zerstört wurde. Gegenüber den Medien wurde dies von der Stadtverwaltung als Räumung einer illegalen Müllkippe dargestellt.
Wir haben erfahren, dass Roma im öffentlichen Dienst völlig unterrepräsentiert sind – ihr Anteil dort entspricht gerade einem Zehntel ihres Bevölkerungsanteils – und dass qualifizierte Roma einfach nicht eingestellt werden.
Uns haben Menschen davon berichtet, das sie immer wieder – weil sie als Roma identifiziert wurden – körperlichen Angriffen und Beleidigungen bei rassistischen Übergriffen ausgesetzt sind, und dass eine polizeiliche Strafverfolgung praktisch nicht stattfindet. Wir haben Menschen kennengelernt, die uns anfangs eher beiläufig von dem während der Nazi-Besatzung nach Deutschland verschleppten Großvater erzählten, der nie eine Entschädigung erhielt.
Wir haben mit dem Leiter der Behörde gesprochen, die für die Wiedereingliederung der Abgeschobenen zuständig ist. Wir haben erlebt, wie er uns vor laufender Kamera versicherte, in Serbien müsse kein Rückkehrer in Wäldern oder unter Brücken schlafen. Nur wenige Stunden später wurde uns beim Besuch der informellen Siedlung Vidikovac am Stadtrand von Belgrad bewusst, dass dies in einem sehr zynischen Sinne sogar stimmte: Vidikovac besteht aus »Häusern« aus Sperrmüll und Pappe und steht nicht im Wald oder unter einer Brücke, sondern am Rande eines offenen Feldes. Viele Menschen dort sprechen fließend deutsch: Sie sind jahrelang in Deutschland gewesen, dort geboren und aufgewachsen.
Immer wieder wurde uns berichtet, dass Kinder von Roma sich Bücher und Kleidung nicht leisten können und sie so mit einem subtilen Gemisch aus wirtschaftlicher Ausgrenzung und Rassismus aus dem Schulsystem ausgegrenzt werden.

>>Fotos hierzu

Die Mitglieder der Recherchegruppe sprechen sich entschieden gegen das Vorhaben von SPD und Unionsparteien aus, Serbien, Mazedonien und Bosnien zu sicheren Herkunftsländern zu erklären.Wir fordern ein Bleiberecht für Roma in Deutschland aus historischer Verantwortung. Serbien ist für Roma kein sicherer Herkunftsstaat.
Allegra Schneider, Fotografin, BremenAndrea Vogel, Dr. med, Bremen , Anna Maria Reinking, Soziologin, Göttingen, Annette Jansen, Rechtsanwältin, Berlin, Esat Behrami, Roma Center e.V., Göttingen, Eva Reichert, Rechtsanwältin, Köln, Initiative alle bleiben, Göttingen, Ivana Domazet, Flüchtlingsrat Brandenburg, Jan Sürig, Rechtsanwalt, Bremen , Jean-Philipp Baeck, Journalist, Bremen, Karin Waringo, Politologin, Chachipe a.s.b.l., Luxemburg , Kenan Emini, Roma Center e.V., Göttingen, Malte Stieber, Journalist, Frankfurt a.M. , Martina Mauer, Flüchtlingsrat Berlin e.V., Philip Rusche, Rechtsanwalt, Berlin

 

Internationaler Tag der Roma am 8. April in Göttingen
Thousands of balloons will fly

2013 / Viele Städte haben bundesweit bereits zugesagt sich an den Aktionen zum 8. April zu beteiligen und rote, grüne und blaue Luftballons steigen zu lassen: * Berlin * Göttingen * Köln * Hannover * Essen/Mühlheim * Magdeburg * Erfurt * Bremen * Wiesbaden * Hamburg * Freiburg * Münster * und Kassel * sind schon dabei. Aber auch weltweit ist die Resonanz überwältigend! In zahlreichen Städten werden Events zum 8. April veranstaltet und in vielen von ihnen werden ebenfalls Ballons in den Himmel steigen: Durchführung der Luftballonaktion!
http://www.alle-bleiben.info/termine/unterstuetzer/ballonaktion-tipps.pdf
https://vimeo.com/60460838

Meldet euch bei uns, wenn ihr euch mit den Aktivist_innen in eurer Stadt vernetzen wollt. Setzt ein Zeichen für die Rechte von Roma! Gegen Ausgrenzung, Abschiebungen, Diskriminierung und Zwangsräumungen! Wenn ihr dabei seid, vergesst nicht Videos und Fotos zu schicken an:
Roma Center Göttingen e.V. Postfach 30 05, 37020 Göttingen oder mail@roma-center.de

Göttingen
Montag, 8. April
12 Uhr Infostand Mensa Foyer
15.30 Uhr antirassistischer Stadtrundgang Start Neue Rathaus
Dienstag, 9. April
20 Uhr Film- und Diskussionsveranstaltung mit Aktivist_innen Holbornsche Haus


Kampf der "Dale Farm" gegen Räumung
Die Dale Farm wurde im Oktober 2011 von der Polizei gewaltsam geräumt:Dale Farm ist die größte Roma und Fahrende - Community in Britannien. Wir haben 12 Jahre gekämpft, um die Zerstörung der Einrichtung durch ethnische Säuberung zu schützen. Am 19. Oktober 2011 wurden die Verteidigungsbarrikaden durch die Aufstandsbekämpfungs-Polizei unter Einsatz von Elektro-Schock-Pistolen (Taser Guns) gestürmt. Mehrer Menschen wurden verletzt, 40 wurden festgenommen. Aber während 50 Wohneinrichtungen zerstört wurden, bewegten die meisten Menschen einfach auf eine private Straße und blieben da den Tag über. Nun sind wir dabei Cooperativen zu bilden mit dem Ziel die Dale Farm neu zu errichten unser Kampf geht in den Gerichten und Protesaktionen weiter. Wir wissen, dass viele solcher "Dale Farms" überall in Wuropa gewesen sind, und wir wollen uns mit Euch zusammenschliessen und zusammen am Roma Nation Day 8 April gegen Anti-Roma-Rassismus, Zwangsräumungen und brutale Abschiebungen protestieren. Bitte tragt auch ein Transparent für die "Dale Farm". (Übersetzung des engl. Apells / goest)

Beteiligungen am 8. April 2013 for World Wide Roma Movement:
Tirana/Albania * Buenos Aires/Argentina* Perth/Australia* Vienna/Austria * Belarus* Saint Niklas&Brussels/Belgium * Sarajevo/Bosnia* Rio de Janeiro/Brazil * Sofia/Bulgaria * Toronto/Canada * Chile * Bogota/Colombia * Zagreb/Croatia * Cyprus * Prague/Czech Republic * Denmark * Ecuador * London/England * Estonia * Helsinki/Finland * Paris&Cagliari(Sardinia)/France * Georgia * Greece *Budapest/Hungary * Chandigarh/India * Iran * Dublin/Ireland * Genoa&Lombardy&Marche&Campania/Italy * Jerusalem/Israel * Jordan
* Gnjilane&Haxi Zylfi Megija&Prizren&Pristina&Mitrovica/Kosovo * Latvia * Luxembourg * Skopje&Kumanovo/Macedonia * Mexico * Moldova* Podgorica/Montenegro * Netherlands * New Zealand * Norway * Bialystock/Poland* Portugal * Sibiu&Cluj(Rata Pata)&Bucarest/Romania * Ekaterinberg/Russia * Glasgow/Scotland * Belgrade&Beocin/Serbia * Bratislava/Slovakia* Ljubljana/Slovenia * South Africa * Barcelona&Valencia/Spain * Sweden * Bern/Switzerland * Istanbul&Edirne/Turkey * Odessa/Ukraine * New York&Houston&San Francisco/USA *

 

Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora“ / Nordhausen

Nach einer PM 5.11.12 / Sonderausstellung zur Verfolgung, Deportation und Ermordung Tausender Sinti und Roma im Nazi-Deutschland und ihrer fortdauernden Diskriminierung nach 1945 bis heute. Die Ausstellung war vom 16. April bis zum 28. Oktober 2012 in der Gedenkstätte, ab November als Wanderausstellung an mehreren Schulen und kulturellen Einrichtungen in Thüringen und anderen Bundesländern. Thematisiert werden die Anfänge der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Sinti und Roma vor 1933, ihr grauenvoller Lageralltag in den Konzentrationslagern Auschwitz und Mittelbau-Dora nach der Deportation sowie das lange und oftmals vergebliche Ringen der KZ-Überlebenden um ihre gesellschaftliche Anerkennung nach 1945. Zeitlicher Anlass der Ausstellung ist der 70. Jahrestag des sogenannten „Auschwitz-Erlasses“: Im Dezember 1942 ordnete SS-Chef Heinrich Himmler die Deportation aller im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz an. Dort wurden Tausende in den Gaskammern ermordet. Nur etwa 3000 Männer und Frauen überlebten das dortige „Zigeuner-Familienlager“, das die SS im August 1944 auflöste. Fast alle männlichen Überlebenden brachte sie in das KZ Mittelbau-Dora, das damit zur zentralen Haftstätte für Sinti und Roma in ganz Deutschland wurde.

Die 32-seitige Begleitbroschüre „Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora“ enthält neben biographischen Erinnerungszeugnissen ehemaliger Häftlinge amtliche Dokumente, Zeitungsberichte und Fotos, die die organisierte Verfolgung und Verschleppung von Sinti und Roma durch die regionalen Behörden in den 1930er und 1940er Jahren zeigen.

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Kohnsteinweg 20 99734 Nordhausen Telefon: +49 3631 495823

Foto: Franz Rosenbach mit seiner Mutter Cäcilie im Jahr 1938. Cäcilie Rosenbach starb im KZ Auschwitz. Ihr Sohn Franz, geboren 1927, überlebte die Lager Auschwitz und Mittelbau-Dora. Im Oktober 2012 starb er in Nürnberg. (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg)

 

 

.Roma-Filmabend im IWF am 30.1.04  

In der Reihe "Menschen, Länder, Medien" nach Afghanistan kommt jetzt eine Veranstaltung mit dem Thema. "Zeit der Zigeuner? Time of the Gypsies?" Dokumentarfilme zur Situation der Roma in Deutschland und Osteuropa Wie leben die Roma heute in unserem Land und anderswo ? Beginnt mit dem Beitritt osteuropäischer Staaten eine neue "Zeit für die Zigeuner" ? Millionen von Roma leben allein in Rumänien, der Slowakei, Tschechien, Serbien und Ungarn. Ihre derzeitigen katastrophalen Lebensbedingungen in diesen Ländern, aber auch ihre Hoffnungen werden in mehreren kürzeren Filmen osteuropäischer Filmemacher dargestellt.

iwf_roma2.JPG (20597 Byte)Kinosaal des IWF

Ergänzt wird dieses Bild durch filmische Darstellungen zur heutigen Situation der Roma in Deutschland. Auf diese Weise kann verstanden werden, welchem Migrationsdruck die Roma ausgesetzt sind. Es wird damit aber auch die derzeitige Flüchtlingspolitik hinterfragt, die nicht selten Romafamilien in menschenrechtswidrige Lebensverhältnisse zurückschickt.

Programm 30.1.04 19.00 bis ca. 23.00 Uhr
19.00 Begrüßung Vertreter/innen des Rom e.V. aus Köln über die aktuelle Lage der Roma. Kurzfilme und Filmausschnitte aus folgenden Filmen:

Rumänien - 1984 "The sorrow of black gold"
Das war ein erschütternder Film von Roma, die auf dem Gelände einer Ölraffinerie davon leben, dass sie Wasserlöcher graben und das Erdöl aus dem Ölhaltigen Wasser abtrennen, was sie danach als Heizmittel verwenden können. Aber jeden Tag kommen die Bulldozer und die Polizei und schütten die Löcher wieder zu.

"Viele Solidaritätsgruppen machen den Fehler, die Roma nur als Opfer darzustellen." (Holl) dagegen wählte man Filme aus, die die alte Handwerkstradition zeigen, die zeigen wie sich die Roma fast jeder Situation anpassen und wie sie erfindungsreich tätig werden. So z.B. der absolut erheiternde Film von Roma, die aus alten Citroens-Dyanas kleine Lastwagen bauten um damit Schrott zu sammeln und Transporte zu machen.
Und ein anderer Film zeigt, wie die Roma, da, wo ihnen die Möglichkeiten gegeben werden, eigene Radiostationen haben und eine intellektuelle Schicht aufbauen.
Sie können so viel - aber man lässt sie nicht - in Deutschland dürfen sie nicht arbeiten. Sie werden verelendet und abgeschoben.

• Mazedonien - 2001 "Aus der Arbeit der Romaredaktion"
• Bulgarien - "Roma Portraits" (Über den Untergang des traditionellen Handwerks) - 2003 "Mädchenmarkt in Bulgarien" (In Stara Zagora lernen sich immer am 15. März zukünftige Paare kennen)

iwf_roma3.JPG (15808 Byte)"Gelem, gelem" Aufnahmen zwischen 1989 und 1991 aus dem Film, mit dem sechswöchigen "Bettelmarsch" der Roma durch NRW. 5000 Roma liefen zu Fuß von Stadt zu Stadt um Bleiberecht zu erbitten. Inzwischen sind die meisten dieser Menschen abgeschoben worden. Ihre Spuren verlieren sich in den Elends-Ghettos Südosteuropas.
iwf_roma4.JPG (10359 Byte)Gelem, gelem - Besetzung des Kölner Doms durch verzweifelte Roma
iwf_roma1.JPG (16248 Byte)20.45 Pause mit Imbiß im Foyer des IWF. Links im Bild Herr Holl vom FImprojekt des Rom e.V., der den ersten Teil des Filmabends sehr gut moderierte und kommentierte.

Der Rom e.V. in Köln arbeitet selbst an Filmprojekten "Das Zentrum beschäftigt sich in letzter Zeit verstärkt mit dem Bild, d.h. den Stereotypen des "Zigeuners" in den Medien. Zur Zeit arbeiten wir zusammen mit der "Kinemathek Hamburg" an einem Projekt, das zum erstenmal eine umfassende Filmographie zum Thema "Zigeuner" erstellen will, d.h. alle Filme erfassen will, in denen "Zigeuner" in irgendeiner Weise auftreten."  >http://www.romev.de

21.15 Film: "Kenedi is coming back" von Zelimir Zilnik (Die Situation von Roma-Familien, die aus Deutschland in ihre "neue alte Heimat" Belgrad abgeschoben wurden)
Ab 22.30 Diskussion 

Außerdem: Eine Ausstellung der Gesellschaft für bedrohte Völker über die Situation der Roma im Kosovo. Mitveranstalter: Rom e.V. Köln und Gesellschaft für bedrohte Völker In Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt. Unterstützt von dem Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen sowie dem Integrationsrat Göttingen. Der Rom e.V. wird gefördert von dem Fonds Soziokultur.

 

Gaststätte "Kantine" im Haus des Jungen Theaters 16.3.13, 20 Uhr
Filmveranstaltung des Bündnis Bleiberecht für Roma / „Von Belgrad bis Skopje“

Anfang März 2012 reiste Katrin Schnieders (Videoaktivistin aus dem Bleiberechtsbündnis in Münster) gemeinsam mit Elvira Ajvazi (Münsteraner Roma Aktivistin und Kulturmittlerin) in die Herkunftsregionen vieler Münsteraner Roma. Das dort entstandene Video und Interviewmaterialien setzen sie in den hoch interessanten und sehr sehenswerten Film „Von Belgrad bis Skopje“ um. Die 25 minütige Reisedokumentation „Von Belgrad bis Skopje“ gibt einen Einblick in die Lage vieler Roma in Serbien und Mazedonien. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Situation der aus Deutschland und Westeuropa zurück gekehrten oder deportierten Roma geworfen. Seit im Sommer 2009 auch 302 in Münster lebende Roma zur Ausreise in den Kosovo aufgefordert wurden, leben diese Menschen, davon ein Großteil Kinder und Jugendliche, die hier aufgewachsen oder geboren wurden, in Angst. Trotz des einstimmigen Stadtratsbeschlusses, der sich für eine Resolution an die Landesregierung: für ein Bleiberecht der Münsteraner Roma entschied, droht diesen Menschen eine humanitäre Katastrophe - ihre Abschiebung. Viele der Betroffenen leben seit langen Jahren einzig mit dem unsicheren Status der Duldung in Münster. Dies eine Lebenswirklichkeit, wie wir sie hier aus Göttingen nur zu gut kennen. In Serbien wurde 2009 die seit vielen Jahren existierende Romasiedlung "Gazela" durch die Stadtverwaltung zerstört - teilweise wurden BewohnerInnen in die Außenbezirke von Belgrad umgesiedelt - ohne Arbeitsmöglichkeiten, ohne Perspektive. Auch im Kosovo fristen heute viele Roma ein Leben in Ghettos, wie beispielsweise im Flüchtlingslager Osterode, nahe der Stadt Mitrovica. Als inländische Flüchtlinge oder nach ihrer Abschiebung aus westeuropäischen Ländern ist die Rückkehr zum früheren Wohnort oft unmöglich, das Haus zerstört oder in Besitz von der albanischen Mehrheitsbevölkerung. Nach dem Film stehen die Filmemacherinnen Katrin Schnieders und Elvira Ajvazi für die Diskussion zur Verfügung. Dabei wollen wir auch auf die jetzt gebotenen Anstrengungen zu sprechen kommen, die im Hinblick auf die neue Landesregierung in Hannover angezeigt sind. Die Erfahrungen aus NRW können auch hier hilfreich sein.

 

„Europa erfindet die Zigeuner“ / Klaus-Michael Bogdal

Veranstaltung Lesung am 6. November 2012 (mit anschließender Diskussion) Apex, Burgstr.46 in Kooperation mit dem AK Asyl, der DGB-Jugend, den Grünen, dem Integrationsrat, der Partei DieLinke und verdi (alle Göttingen) im Rahmen der Kampagne „Rassismus tötet“ und der Veranstaltungsreihe „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“

Mit 'Europa erfindet die Zigeuner' hat Klaus-Michael Bogdal ein Werk über die Entwertung, Diskriminierung, Verfolgung, und Vernichtung der Roma Europas vorgelegt, das in kürzester Zeit zum Standartwerk avanciert ist. In erschreckender Dringlichkeit zeichnet er darin die perfide Imageproduktion (eben die "Erfindung der Zigeuner") sowie deren zerstörerische Kraft nach, die es den meisten Roma bis heute unmöglich macht, ein Leben in Würde und sozialer Sicherheit zu führen. Klaus-Michael Bogdal ist Professor der Literaturwissenschaften an der Uni Bielefeld und arbeitete seit den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen 1992 an diesem Werk. Angesichts der aktuellen Medienkampagne und Abschreckungspolitik gegenüber Roma aus Serbien und Mazedonien erscheint eine Auseinandersetzung um das Thema Antiziganismus wieder dringend und aktuell.

 

"Rassismus- und Antiziganismustheorien und -ansätze"

23.10.12 / Seminar am Fachbereich Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie, Ab 23.10.12, Dienstags 12-14 Uhr - Kulturwissenschaftliches Zentrum (KWZ) 0.608
Angesichts des 20. Jahrestages der rassistischen Anschläge von Rostock und Mölln (1992) und angesichts der NSU-Mordserie wird sich das Seminar mit klassischen als auch aktuellen kultur- und sozialwissenschaftlichen rassismustheoretischen Ansätzen beschäftigen. Wir werden diskutieren, was als Alltags- oder als institutioneller Rassismus bezeichnet wird und wie verschiedene Ansätze erklären, wie es zu rassistischem Wissen und Praktiken kommt. Hierbei werden wir uns auch mit feministischen rassismusanalytischen Ansätzen beschäftigen und einen besonderen Blick auf Formen des Antiziganismus werfen. Das Seminar kooperiert hierbei mit dem autonomen Projektseminar im SoSe 2012 zu Antiziganismus. Anhand von einzelnen ethnographischen Forschungen werden wir uns auch anschauen, was die Kulturanthropologie zur Erforschung von Rassismen leisten kann.

 

Roma und Juden

2010 hatten wir in goest im Zusammenhang mit dem Kirchenasyl für zwei auf der Flucht vor Abschiebung befindlichen Göttinger Roma-Jugendlichen geschrieben:

"Wenn jüdischen Organisationen dazu bewegt werden könnten, in einer Stellungnahme daran zu erinnern, dass die Roma mit der Porajmos eine ähnliche Katastrophe wie die Shoa erlebt haben und deshalb erneutes Leid durch Abschiebung für Roma verhindert werden müsse, würde dies sicherlich erheblichen Druck erzeugen. Die Diskussion dieser Vorstellung war während der Zusammenkunft in der Reformierten Gemeinde angeregt aber von der Seite der Krichenvertreter abgewehrt worden - dennoch sollte diese Anregung hier vermerkt sein."

Von Göttingen aus fuhr am 25.8.12 ein Bus mit GöttingerInnen nach Rostock, um an der Gedenkdemonstration zu den Pogromen vor 20 Jahren teilzunehmen. Während der Veranstaltungin Rostock wurde eine Gedenktafel aufgehängt, die jene oben erwähnte Verbindung aufgriff. Die Gedenktafel verband die Erinnerung an die Angriffe auf Roma-AsylbewerberInnen mit einer Erinnerung an die Ermordung von Juden und Roma durch die Nazis.

Deutschland im Herbst 1992

"In Rostock und anderen deutschen Städten gingen Menschen im August 1992 mit rassistischen Gewalttaten und Brandstiftungen gegen unschuldige Familien, Kinder Frauen und Männer vor. Wir erinnern an die Millionen Kinder, Frauen und Männer, die, weil als Juden, Sinti und Roma geboren, dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer fielen. In einer einzigen Nacht unvergeßlichen Grauens wurden am 2.8.1944 die 3000 noch lebenden Menschen im Zigeunerlager Auschwitz-Bikenau durch Gas ermordet. Diese Erfahrungen und historischen Verpflichtungen für das deutsche Volk müssen wachgehalten werden, um zu verhindern, dass sich Gewalt und Menschenverachtung je wiederholen."

Text der Gedenktafel, die Mitglieder der Organisation “Les Fils et Filles des Déportés Juifs de France” (Söhne und Töchter der deportierten Juden aus Frankreich) in Rostock am Rathaus angebracht hatten. Die Rostocker Behörden ließen die Tafel wieder entfernen, die Polizei ging gegen die Gruppe von 50 Personen vor.

Beate Klarsfeld (Mitglied der oben genannten Organisation und Teilnehmerin an der damaligen Aktion) schrieb in einem anlässlich der Demonstration am 25.8.12 in Rostock verlesenen Grußwort u.a.:
"...Wir waren ganz besonders betroffen von dem Rassenhass gegen die Sinti und Roma, die wie die Juden 50 Jahre davor in den deutschen Gaskammern ermordet wurden. Wer anders als die Waisen der in Auschwitz vergasten Juden konnte hier die Alarmglocke ziehen und mit einer spektakulären Aktion die Öffentlichkeit aufrütteln...." (http://lichtenhagen.blogsport.de/)

 

Roma: Rassistisch diskriminiert, angegriffen, verfolgt, abgeschoben

Roma werden in ganz Europa als Minderheit sozial ausgegrenzt, diskriminiert, benachteiligt und sind offenen Angriffen ausgesetzt. Von den Hitler-Faschisten wurden Roma unter dem bis dahin üblichen Begriff "Zigeuner" verfolgt. Es wird von bis zu 500.000 ermordeten Roma gesprochen (>Quelle ). Die Stigmatisierung von Roma als "genetisch bedingt kriminiell" außerhalb der Ordnung lebend und damit verurteilenswürdig, die man möglichst meiden sollte - das wirkt bis heute weiter fort. (Zur Situation der Roma/Ashkali vor 1999 vgl. die >Geschichte einer Ashkali , also einer albanisch sprechende Roma).
In einigen Ländern sind Roma auch heutzutage offen gewalttätigen Angriffen ausgesetzt. Während des
Jugoslawienkrieges eskalierten die schon vorher existierenden Aggressionen. Die Wohnungen von Roma wurden vernichtet, Häuser niedergebrannt, Roma ermordet. Viele Roma flüchteten nach Deutschland um sich zu retten. Bundesregierung und Bundesländer verwehren den 60.000 Roma aus Ex-Jugoslawien aber ein Bleiberecht. Um Abschiebungen zu rechtfertigen wird wider besseres Wissen behauptet, es sei wieder sicher im Kosovo. Die Situation der Roma im Kosovo ist jedoch keineswegs sicher. Roma die dorthin abgeschoben werden, befinden sich in einer Situation der sozialen und ökonomischen Vernichtung. Sie werden dort in Lager gesteckt oder auf ehemaligen giftigen Müllhalden mit ganzen Familien in einem ungeheizten Zimmer untergebracht (das nennt sich dann Rückführungshilfe); sie sind feindlichen Behandlungen durch die Polizei und gewalttätigen Angriffen der Bevölkerung ausgeliefert. Die Lebensbedingungen der Zurückgekehrten sind in einer >>Roma-Center Doku dargestellt.

"Infolge des Krieges im Kosovo im Frühjahr 1999 kamen rund 130.000 Kosovaren in die Bundesrepublik, von denen seit Ende des Krieges etwa 114.000 zurückgekehrt sind (vgl. MuB 7/99). Derzeit leben rund 14.000 Menschen aus dem Kosovo in Deutschland, die nur geduldet sind und ausreisen müssen. Etwa 10.000 von ihnen gehören der Minderheit der Roma Im vergangenen Jahr wurden 322 Kosovaren abgeschoben, 168 Menschen kehrten freiwillig zurück. Diese Zahlen sollen nun bis auf 2.500 Personen pro Jahr steigen." >>Newsletter migration-info.de

"1999 wurden mehr als 100.000 Roma vertrieben. Sie sind nicht ohne Grund geflüchtet. Viele wurden ermordet, verschleppt, vergewaltigt oder bedroht. Fast jede der Familien, die jetzt eine Abschiebung befürchten müssen, kann eine schreckliche Geschichte aus dieser Zeit erzählen. Zumindest für die Generation der hier aufgewachsenen Kinder wäre ein besseres Schicksal möglich, wenn Deutschland ihren Familien ein Bleiberecht einräumen würde." >>Roma-Center Doku

Grundlage für eine massenhafte Abschiebung (auch "schrittweise Rückführung" genannt) ist ein Rückübernahmeabkommen mit der Regierung des Kosovo. Aufgrund des auslaufenden "Rückübernahmeabkommen" zwischen dem Kosovo und der BRD (>Dokument) wird es in den nächsten Monaten vermehrt zu weiteren Massenabschiebungen kommen - auch in Göttingen. Hauptsächlich davon betroffen sind Roma

 

"Rosenwinkel"
Ein Theaterprojekt der Weststadtkonferenz und des boat people projekts "Göttingen Rosenwinkel"

Premiere: Sonntag 8. Juli 2012, 19:30 Uhr im Haus der Kulturen, Hagenweg 2e

Es spielen: Izedin Alishani, Esad Behrami, Martina Hesse, Anita Osmani Text und Regie: Luise Rist und Nina de la Chevallerie Musik: Hans Kaul Ausstattung: Reimar de la Chevallerie, Sonja Elena Schroeder Assistenz: Martin Jurk, Das Projekt steht unter der Trägerschaft der Weststadtkonferenz c/o musa e. V. und dort: Projektleitung: Gabi Radinger

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Wohnblocks im
Rosenwinkel Göttingen

>Über Konflikte im Rosenwinkel / Roma-Wohnviertel

VeranstalterInnentext:
Wir wissen wenig über Roma, und das wenige entstammt Bildern aus dem kollektiven Unbewussten, in dem sie seit achthundert Jahren einen festen Platz einnehmen - als Volk der Umherziehenden, ohne eigenes Land, mit rauen Sitten und einer mystischen Vergangenheit. Wie werde ich, was ich bin? Wie sind die Roma zu "den anderen" geworden? Wir stoßen auf Traditionen, die uns fremd sind, auf Frauen, die im Rückzug leben, aber auch auf Fremde, die uns zuweilen vertrauter sind als diejenigen, die wir zu kennen glauben. Vielleicht, weil die Menschen, die wir bisher kennen gelernt haben, ein Gefühl von Nichtzugehörigkeit eint, das uns anzieht. Es gibt nicht nur die aufgehaltene Hand in der Fußgängerzone, sondern und vor allem offene und interessante Gesichter, bewegende Geschichten und Talente, wunderschöne Lieder, die vom Stolz erzählen. Wir wollen nicht romantisieren, keine bunten Kleider präsentieren, und trotzdem das Spezielle am Gypsy-Sein zeigen. Wir sind Reisende, sagt Kenan Emini, der das Roma-Center in Göttingen leitet. Dass das Reisen nicht immer freiwillig ist, sehen wir an der harten politischen Lage, in der sich leider die meisten Roma befinden. Seit vielen hundert Jahren. Vielleicht muss man das Trennende verstehen, bevor man das Gemeinsame sieht. Den Rosenwinkel gibt es in jeder Stadt, Straßen, deren Namen schön klingen, in deren Häusern es aber noch keine Zentralheizungen gibt. Man kann sehr unterschiedlich in ein und derselben Stadt leben. Wir versuchen etwas herauszufinden, über den Rosenwinkel und wie immer über uns selbst.

 

Kampagne Bleiberecht für Roma

VeranstalterInnen / Bündnis gegen Abschiebungen
>>
AK Asyl und Antirassismusplenum
>>
Medizinische Flüchtlingshilfe,
>> Romacenter

Freitag, 23.3.12 Multimediale Ausstellung im Foyer der Kantine des Jungen Theaters mit Bildern und Interviews der Januar 2012 Recherchereise des Roma Center Göttingen e.V in den Kosovo, ab 17 Uhr Film und Diskussion in der Kantine, Junges Theater, 20 Uhr Balkan Beats Party im Jungen Theater, ab 22 Uhr
Samstag, 24.3.12 Demonstration, Rosenwinkel (leineseitig), 11 Uhr; Gänseliesel, ab 12 Uhr
Sonntag, 25.3.12 Gastspiel "Die im Dunkeln", Junges Theater, 20 Uhr

Demonstration 24.3.12

Start der Demo an den Wohnblocks im Rosenwinkel

Ansprache zum Start der Demo
"Hallo liebe Anwesende, Wir stehen hier im Rosenwinkel. Es ist eine Gelegenheit einen kurze blick auf die Unterkünfte zu werfen. Seit mehr als 10 Jahren leben in Göttingen Familien, Flüchtlinge aus Afghanistan, Iran, Angehörige der Roma und Ashkali aus dem Kosovo in den städtischen Unterkünften im Rosenwinkel und Neuer Weg. Seit der Auflösung der Zietenkaserne wohnen fast 250 Flüchtlinge in zwei Bereichen der Weststadt (im Rosenwinkel und neuer weg und im Maschmühlenweg). Viele Flüchtlinge in Göttingen wohnten bis Ende 1999 in der ehemalige Zietenkaserne, am Rande der Stadt Göttingen. Die Zietenkaserne ist 2001 aufgelöst worden und die Flüchtlinge wurden in die Weststadt umverteilt,aber es ist wieder erneut ein Getto für Flüchtlinge entstanden, mit prekären Lebenssituationen . Damals wurde diese Umverteilung von den Medien und Politik als Toleranz und eine"multikulturelle Vielfaltigkeit" verkauft. Von deutschen Behörden werden sie allerdings lediglich geduldet, das heißt, sie leben mit der ständigen Androhnung der Abschiebung; es ist ihnen verboten zu arbeiten; sie sind zwangsweise auf staatliche Zuwendungen angewiesen. Eine dieser Zuwendungen ist die Zuweisung von Wohnraum durch kommunale Sozialbehörden. Oftmals leben in einer solchen Wohnung mehrere Generationen auf engstem Raum zusammen. Der äußere Verfall der Häuser springt ins Auge. Allerdings deutet er nur ansatzweise auf die gesamte Wohnsituation der BewohnerInnen hin.
- Die Bausubstanz der Häuser ist durchweg marode, in Wohnungen von durchschnittlich 30-50 qm leben bis zu 10 Personen. Die Sanitären Einrichtungen sind entweder nicht vorhanden oder in katastrophalem Zustand (Schimmel, undichte Leitungen, keine Waschbecken…)
- Keine ausreichende Versorgung mit Heizmaterial und Warmwasser, die monatliche Zuwendung reicht meist nur für 2 Wochen
- Die beengte Wohnsituation nimmt Kindern jede Möglichkeit sich Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen.
- Die Kälte und Feuchtigkeit der Wohnungen verursachen bei vielen Bewohnerinnen akute und chronische Erkrankungen der Atemwege. Die Enge der Wohnungen verhindert zusätzlich oftmals eine Genesung auch psychischer Traumatisierungen
- Alle Bestrebungen der Bewohnerinnen für eine menschenwürdige Unterbringung werden von den zuständigen Ämtern abgewiesen. Selbst Krankheiten werden nicht anerkannt. Trotz offensichtlichen Leerstandes besserer und größerer Wohnungen, weigern sich die Zuständigen, diese zur Verfügung zu stellen.
- Diese Wohnsituation ist ist ein Teil einer vielgesichtigen ausgrenzenden Politik gegen Flüchtlinge. Sie missachtet das grundlegende Recht auf ausreichenden und menschenwürdigen Wohnraum.
Seit ihrer Zwangsansiedlung versuchen die BewohnerInnen auf vielen verschiedenen Wegen eine Veränderung der katastrophalen Situation zu erreichen. Doch einzelne individuelle Verbesserungen reichen nicht aus. Diese Entwürdigung verpflichtet uns zu solidarischem Handeln: Deshalb fordern wir: Abschaffung von allen rassistischen Sondergesetzen und die Selbstbestimmung über das eigene Leben , Wohnen und Bleiben! "

Bei einer weiteren Rede auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus wurde noch einmal die Dramatik der Abschiebungen betont: " In den frühen Morgenstunden stürmt der Bundesgrenzschutz mit Begleitung der Ausländerbehörde unangemeldet die Wohnungen der Betroffenen, überraschen die Familien im Schlaf und fordern sie auf, ihre Koffer zu packen und binnen weniger Stunden sitzen sie im Abschiebeflugzeug. Die Betroffenen Menschen haben in dem Moment kaum Zeit, ihre Freunde, Freundinnen, Familienangehörigen und Anwälte zu informieren." Die Rednerin gab im Folgenden Ratschläge an die Anwesenden, wie sie Abschiebungen behindern und verhindern sollten. Kinder sollten wachsam sein und bei der Schulleitung und Zuhause nachfragen, wenn eure Mitschülerin nicht im Unterricht auftaucht . Die Kinder sollten sich nicht von der Polizei ausfragen lassen wenn eine Abschiebung zu befürchten ist. Und weiter: "wenn ihr mitkriegt, dass in eurer Strasse oder Nachbarschaft mehrere Polizisten vor einem Haus stehen, in dem ausländische Menschen leben, dann geht hin, seid neugierig und fragt nach dem Grund. Wenn ihr glaubt, dass es sich um eine Abschiebung handelt, informiert eure Freunde und Freundinnen. Stellt euch vor das Haus und schafft Öffentlichkeit. Wenn ihr Schreie oder Hilferufe hört, geht hin und schaut nach, was da passiert." Die von Abschiebungen Betroffenen forderte die Rednerin auf "versucht euch zu wehren" und "Falls ihr im Flugzeug sitzt, leistet widerstand und verlangt mit dem Piloten zu sprechen"

Mit eindringlichen Worten betonte die Rednerin die Notwendigkeit die gängige Praxis der Abschiebungen nicht zu akzeptieren: "Gesetze sind keine abgeschlossenen und unveränderbare Prozesse. Sie sind instabil und umdrehbar, wie wir ständig sehen, wenn es von oben gebraucht wird. Aber auch wir können dies verändern, wenn wir genügend Druck auf diejenigen ausüben, die die Gesetze erlassen und diejenigen, die die Gesetze umsetzen. Es liegt an uns, das staatliche Kalkül abzulehnen und ihre willkürliche Praxis zu durchbrechen. Wir können ihnen entgegentreten, jetzt sofort, bevor zu spät wird. Es gibt für uns keine andere Wahl."


Die Demonstration 24.3.12 vor der Göttinger Polizeizentrale Kasseler Landstr. Ecke Königsallee

 

2009 / Keine Ermessensspielräume?? Niemand hat das Recht nur zu gehorchen

Dezernenten die Mitglied der Grünen sind leiten Bereich in denen sich die Abteilungen befinden. die über Abschiebungen entscheiden die Diskussion darüber wieso sich diese Dezernent und diese Dezernentin nicht gegen die Durchführung der Abschiebung verweigern ist auf einer gesonderten Seite zu finden. > Grüne Dezernenten und Abschiebung

Der zuständige Abteilungsleiter der Ausländerbehörde Kuhlmann wurde bei einer Behördenbegleitung am 21.6.10 wegen der Abschiebepraxis kritisiert. Er ging darauf kaum ein und betonte lediglich immer wieder, dass ihm und der Stadt Göttingen die Hände gebunden seien und keinerlei Ermessensspielraum bestünde. Er gab an, die Ausländerbehörde in Göttingen erfülle lediglich bestehende Gesetze und sei nicht verantwortlich für die prekäre Situation der Flüchtlinge. Demgegenüber forderten die von Abschiebung betroffenen Personen und ihre Unterstützer_innen die Sachbearbeiter_innen der Göttinger Ausländerbehörde auf, ihren durchaus vorhandenen Ermessensspielraum zu nutzen."

Widerspruchslose Erfüllung der Abschiebepolitik "Umsetzung von Gesetzen"

Kullmann (rechts) erklärt Juli 2009 unter Polizeischutz, dass die unmenschliche Abschiebepolitik lediglich die "Umsetzung von Gesetzen" sei.

Im Hintergrund Soialdezernentin Dr. Schlapeit-Beck

Bei der Behördenbegleitung am 28.6.10 wurde der Sachbearbeiterin im Rathaus vorgehalten, dass sie (die Behörde) die Abschiebung ja nicht durchführen müssten, entgegnete die Sachbearbeiterin, dass Abschiebebescheide vorlägen und dass daher keine Ermessensspielräume bestünden. "Dies bezweifelten die Unterstützer_innen, da es beispielsweise durch juristische Eilanträge möglich war, für den 22. Juni 2010 geplante Abschiebungen auszusetzen. Außerdem sei es auf einmal möglich gewesen, die Duldung einer werden Familie für vier Monate zu verlängern, obwohl diese vor knapp einer Woche abgeschoben werden sollte. Ihrer Ansicht nach streite die Behörde ihre durchaus vorhandenen Ermessensspielräume bewusst ab und versuche damit gezielt, sich der Verantwortung für ihr Handeln zu entziehen. Ebenfalls Unverständnis unter den Betroffenen und Unterstützer_innen erntete die von ihnen als unverhältnismäßig empfundene Präsenz der Polizei. Diese war mit insgesamt sechs Mannschaftswagen vor Ort. Trotz des von den Unterstützer_innen betont friedlichen Charakters der Begleitung hielten sich die Beamt_innen sowohl vor dem Eingang des Rathauses als auch auf dem Flur direkt vor den Büros der Mitarbeiter_innen auf und überwachten alle Vorgänge. Unklar blieb, ob die anwesenden Polizist_innen auf Wunsch der Ausländerbehörde dort waren. Dies sei nach Aussage einer Mitarbeiter_in bei der letzten Begleitung in diesem Monat der Fall gewesen. (...)"

 

Abschiebeversuche und Proteste Juni 2010

Aus der Pressemitteilung des Göttinger Arbeitskreises zur Unterstützung von Asylsuchenden e.V vom 23. 6.10 - gekürzt und von der Redaktion mit Zwischenüberschriften versehen (Original-Presseerklärung in voller Länge unter >News ) Andere Quellen in Farbe

Nächtlicher Abschiebeversuch im Blümchenviertel verhindert
"In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni sollte nach Plänen des Niedersächsischen Innenministeriums die Abschiebung von fünf Flüchtlingsfamilien (insgesamt 22 Personen) aus der Stadt Göttingen in die Republik Kosovo erfolgen. Die Familien sollten zwischen zwei und drei Uhr durch die Polizei und Mitarbeiter_innen der hiesigen Ausländerbehörde in ihren Wohnungen im Rosenwinkel aufgesucht werden, um sie dann zum Flughafen Düsseldorf zu bringen. (...)
Am 22. Juni trafen sich gegen 1:00 Uhr etwa achtzig Unterstützer_innen im Rosenwinkel in der Göttinger Weststadt, um gegen die geplanten Abschiebungen zu protestieren und um Widerstand dagegen zu praktizieren. Vor der Haustür der betroffenen Flüchtlinge bildeten sie Menschenketten und versperrten damit den Zugang. Außerdem zeigten sie themenbezogene, antirassistische Transparente. Um ca. 1:55 Uhr trafen vier Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei ein. In ihrer Begleitung waren auch Mitarbeiter_innen der Göttinger Ausländerbehörde. Nachdem die Beamt_innen Aufstellung bezogen hatten, versuchte ein Polizist sich Zugang zum Haus zu verschaffen. Er wollte überprüfen, ob die zur Abschiebung vorgesehenen Menschen anwesend sind und sie für den Transport zum Abschiebeflugzeug abholen. Aufgrund der von den Protestierenden gebildeten Menschenketten gelang es ihm nicht, das Haus zu betreten. Daher war es ihm nicht möglich zu überprüfen, ob sich die Flüchtlinge im Haus befanden. Nach 45 Minuten brach der Einsatzleiter den Einsatz ab und gab den Befehl abzurücken. Seiner Aussage nach soll nun per Haftbefehl nach den Flüchtlingen gefahndet werden, da diese angeblich nicht anzutreffen gewesen seien und sich damit ihrer Abschiebung entzogen hätten.

Stadtradio meldete 22.6.10: Der Versuch, der Polizei, nachts um 2 Uhr Roma im Blümchenviertel aus ihren Wohnungen in Abschiebehaft zu verschleppen sei gescheitert, weil 80 AbschiebegegnerInnen mit einer Menschenkette vor den Wohnungen im Rosenwinkel die Zugänge blockiert hätten und sich geweigert hätten, die Blockade aufzulösen. >> Stadtradiomeldung
Der NDR schreibt, die Polizei habe angegeben, der Grund für die verhinderte Abschiebung sei gewesen, dass sie die gesuchten Personen in der Nacht nicht in ihren Wohnungen angetroffen habe. >>NDR-Meldung. Beide Meldungen schliessen sich nicht aus, falls es bedeutet, dass die Polizei damit meint, sie habe die Personen nicht antreffen können, weil sie gar nicht erst in die Wohnungen hineinkam.

Abschiebung verhindert durch Kirchenasyl für drei junge Menschen
(..) Drei junge Menschen fanden mit Hilfe des Migrationsbeauftragten der evangelisch-lutherischen Landeskirche, Pastor Peter Lahmann, und weiteren Unterstützer_innen Kirchenasyl in der Göttinger Christophoruskirche. (...) Die Pastorin der asylgewährenden Kirchengemeinde, Elke Reichardt, sprach in diesem Zusammenhang von einer christlichen Verpflichtung, in Not geratenen Menschen zu helfen.

Abschiebestopp für zwei Familien durch Antrag auf Asyl
Zwei weitere Familien aus der Stadt Göttingen und eine Familie aus dem Landkreis stellten beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Braunschweig Asylanträge. Zwei dieser Anträge wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt formal angenommen, sodass bis zur endgültigen Entscheidung darüber ein Abschiebestopp für die Familien besteht.
Ein anderes Ehepaar ist aus gesundheitlichen Gründen im Krankenhaus aufgenommen worden. Ihr 12-jähriger Sohn befindet sich deswegen derzeit mit seinen älteren Brüdern im oben genannten Kirchenasyl.

Sechs Wochen Schonfrist nach Geburt - Abschiebung aufgeschoben
Bei einer achtköpfigen Familie aus dem Landkreis Göttingen und einer zweiköpfigen Familie aus der Stadt wurden die Abschiebungen durch das Verwaltungsgericht am 21. Juni gestoppt. Die Frau der letztgenannten Familie befindet sich im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft, so dass sie bis zu sechs Wochen nach der Geburt des Kindes nicht abgeschoben werden darf.

Proteste während des Altstadtlaufes
Am Abend des 22. Juni kam es in der Göttinger Innenstadt zu öffentlichen Protesten gegen die aktuellen Abschiebeversuche und durchgeführten Abschiebungen. Die Demonstrierenden kritisierten das europäische Migrationsregime als Ganzes und bezeichneten die deutsche Asylgesetzgebung als "rassistische Sondergesetzgebung". da zeitgleich der alljährliche "Göttinger Altstadtlauf" stattfand, nutzten die Demonstrant_innen diesen Anlass, um die große Menge der Zuschauer_innen und Teilnehmer_innen zu informieren. Sie führten antirassistische Schilder mit, verteilten sich um die Absperrungen der Laufstrecke und formulierten lautstark die Forderung nach einem Abschiebestopp. Die spontane Teilnahme einzelner Demonstrant_innen am Altstadtlauf wurde nach wenigen Metern von der Polizei gestoppt. Um 19 Uhr trafen sich die Demonstrierenden am Wilhelmsplatz und bildeten dort einen Demonstrationszug, der sich dann in Richtung Barfüßerstraße bewegte. Noch vor Erreichen der Jüdenstraße hielt die Polizei den Zug an und versuchte, diesen abzuschirmen. Dabei sei es nach Angaben von Teilnehmer_innen zu Handgreiflichkeiten durch Polizist_innen gekommen, die Demonstrant_innen dabei ins Gesicht geschlagen haben sollen. Die Demonstrationsteilnehmer_innen versuchten daraufhin eine alternative Route zu finden. Nach Verhandlungen mit der Einsatzleitung der Polizei sei eine kurze Route genehmigt worden. Diese Genehmigung sei jedoch nach kürzester Zeit wieder zurückgezogen worden, dasssich die Teilnehmenden nicht an die gestellten Auflagen gehalten haben sollen. Unter Androhung von Zwangsmaßnahmen wurde die Demonstration schließlich in der Jüdenstraße aufgelöst. (..)

Demonstration gegen Abschiebung am 22. Juni 2010 um 18.00 Uhr am Gänseliesel.
[Anmerkung der Red.: zu beachten wäre dass unklar ist, ob dies angesichts des >Altstadtlaufes genehmigt wird oder angesichts der Menschenmassen dort überhaupt durchführbar ist]

Begleitung beim Behördengang am 28. Juni 2010
Beim Behördengang am 28. Juni 2010 ging es um die Verlängerungen der Duldungen von vier Familien . Drei der vier begleiteten Familien erhielten eine Verlängerung ihrer Duldungen mit der Dauer von vier Wochen. Einem Paar, das in den kommenden Wochen ein Kind erwartet und ursprünglich bereits am vergangenen Dienstag hätte abgeschoben werden sollen, wurde nun eine Verlängerung von vier Monaten ausgestellt. Die Eltern einer der Familien, die ebenfalls am 22. Juni 2010 mit einem Flugzeug von Düsseldorf nach Pristina (Kosovo) abgeschoben werden sollten, sind seit Tagen aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes zur stationären Behandlung in Göttinger Krankenhäusern. Nach Aussage einer Sachbearbeiterin der Ausländerbehörde sollen sie nach ihrer Entlassung mitsamt ihres minderjährigen Sohnes umgehend festgenommen und in einer Linienmaschine abgeschoben werden, die also jederzeit erfolgen könne, weil nicht erst auf einen Abschiebeflug gewartet werden müsse.

Demo zum Rathaus, Proteste vor und im Rathaus, bei den Ratsfraktionen und politischen EntscheidungsträgerInnen

Am 21.6.10 versammelten sich erneut Menschen am Rathaus um gegen die Abschiebungen von Menschen aus Göttingen zu protestieren. Gegen die Behauptung, die Stadtverwaltung habe keinen Handlungsspielraum stellten sich eine Menschenkette mit dem Spruch "Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen" vor dem Eingang auf.
Für Dienstag, den 22. Juni, ist erneut eine Sammelabschiebung von Düsseldorf nach Pristina (Kosovo) geplant. Für diesen Abschiebeflug sind auch mindestens fünf Familien aus Göttingen angemeldet. Initiativen teilen mit "Deshalb sind wir gemeinsam am Montag , 21. Juni; pünktlich um 10 Uhr am neuen Rathaus!"


Protest am 21.6.10 : "Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen"


Kerr Kuhlmann (rechts) spricht mit den von der Abschiebung Bedrohten

AK Asyl berichtet über das Gespräch mit Kuhlmann 21.6.10:
"Im Verlauf der Aktion stellte sich der Leiter des Fachbereichs Ordnung, Herr Kuhlmann, welchem die Ausländerbehörde unterstellt ist, einer Diskussion mit den Anwesenden. Unter anderem forderten die Anwesenden von Kuhlmann abermals sofortige Akteneinsicht. Die Akteneinsicht ist für die Betroffenen von erheblicher Bedeutung, dasssie nur auf diesem Weg ihre konkrete Gefährdungssituation einschätzen und Gewissheit darüber erlangen können, ob sie auf der Abschiebeliste stehen. Die Liste wurde bereits im letzten Jahr von der Ausländerbehörde Göttingen erstellt und führt 63 in Göttingen lebende Menschen auf. Sie fußt auf einem Rücknahmeabkommen, welches mit Deutschland im Rahmen der Anerkennung der Unabhängigkeit der Republik Kosovo beschlossen wurde. Kuhlmann verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Termine zur Akteneinsicht mit den jeweiligen Sachbearbeiter_innen zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart werden könnten. (...)


Bleiberecht für alle! Die Ausweisung von Kindern, die kein anderes Land als Deutschland kennt bedeutet die Abschiebung eine Ausweisung in ein fremdes Land. Zudem werden sie von einem Tag auf den anderen in menschenunwürdige Bedingungen versetzt, wenn sie als Roma in den Kosovo ausgewiesen werden.

Im Anschluss gingen alle Anwesenden zu den einzelnen Ratsfraktionen, um diese erneut aufzufordern, ihre gemeinsam verabschiedete "Resolution gegen Abschiebungen in die Republik Kosovo" vom September 2009 zu vertreten und ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Diese Aufforderung wurde bereits am 18. Juni diesen Jahres durch das Bündnis gegen Abschiebung und Rassismus in einem offenen Brief an die Mitglieder der Ratsfraktionen verschickt.

SPD und Grüne

Einerseits haben SPD und Grüne die Mehrheit im Rat, andererseits sind die zuständigen Dezernenten L. Hecke (Stadt) und Chr. Wemheuer (Landkreis) Mitglieder der Grünen bzw. oberster Verwaltungschef OB Meyer (SPD). Wenn beide Parteien nun von Wulff fordern, die Abschiebung zu stoppen, müßten sie diese Forderung auch an ihre eigenen Parteimitglieder stellen!

Gemeinsame Pressemitteilung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und SPD Fraktionen im Rat der Stadt Göttingen 21.6.2010 Wulff soll Abschiebungen stoppen!

Die Ratsfraktionen Bündnis 90/DIE GRÜNEN und SPD fordern den Niedersächsischen Ministerpräsiden Christian Wulf und die von ihm geführte Landesregierung auf, die für morgen geplanten 30 unfreiwilligen Rückführungen in die Republik Kosovo aus der Stadt Göttingen (22) und dem Landkreis (8) auszusetzen und sich stattdessen endlich für einen generellen Abschiebestop einzusetzen. Am Vorabend der größten Gruppenabschiebung aus Göttingen seit 65 Jahren bekräftigen beide Fraktionen damit noch einmal die Forderungen der am 11.9.2010 im Rat der Stadt Göttingen - auch mit den Stimmen der GöLinken - beschlossenen Resolution "Keine Abschiebungen in die Republik Kosovo (s. Anhang). Von den für morgen geplanten Abschiebungen sind Menschen betroffen, die seit über 20 Jahren in Deutschland leben sowie Kinder für die der Begriff "Rückführung" blanker Zynismus ist, weil sie hierzulande geboren wurden und ihre angebliche Heimat, die Republik Kosovo, nie zuvor gesehen haben. Für die Ängste, die einige von ihnen heute anlässlich einer Demonstration im Göttinger Rathaus zum Ausdruck brachten, haben die Fraktionen von SPD und GRÜNEN großes Verständnis. Die Vorsitzenden beider Fraktionen, Tom Wedrins und Rolf Becker erinnern in diesem Zusammenhang auch daran, dass selbst der Menschenrechtskommissar des Europarates, Thomas Hammarberg die Bundesrepublik aufgefordert hat, die Abschiebungen auszusetzen, weil er derzeit die Vorraussetzungen für eine sichere "Rückführung" als nicht gegeben betrachtet. Die Gründe reichen von akuten medizinischen Versorgungsmängeln und dem Fehlen jeglicher sozialer Infrastruktur und wirtschaftlicher Perspektiven im Kosovo bis zur Gefahr ethnischer Verfolgung. Während die Innenministerien in Sachsen und Nordrhein Westfahlen auf die begründete Kritik des Kommissars und zahlreicher Menschenrechtsorganisationen mittlerweile reagiert haben, ist Niedersachsens Ministerpräsident Wulff, der sich im Bundespräsidentenwahlkampf gerne besonderer Integrationsleistungen rühmt, offenbar fest entschlossen, auch weiterhin eine Abschiebungspolitik seines Innenministers zu tolerieren, die an Härte und Unmenschlichkeit bundesweit unübertroffen ist.
>> Resolution "Keine Abschiebungen in die Republik Kosovo" des Rates vom 11.9.2010

 

Grüne im Landtag fordern von Wulff : Abschiebungen von Roma in den Kosovo aussetzen

Brief an Wulff - Bedenken des Menschenrechtskommissars des Europarates nicht übergehen Die Landtagsgrünen haben in einem Brief an Ministerpräsident Wulff gegen die für Dienstag (morgen) vorgesehenen Abschiebungen von Roma in den Kosovo protestiert. Allein aus Göttingen sollen 22 Flüchtlinge abgeschoben werden, darunter mehrere Familien mit Kindern. "Ich möchte Sie dringend bitten, keine weiteren Maßnah-men zu vollziehen, solange die Bedenken des Menschenrechtskom-missars des Europarates Hammarberg nicht ausgeräumt sind", heißt es in dem Brief des Fraktionsvorsitzenden Stefan Wenzel an Wulff. "Ein Rechtsstaat wie die Bundesrepublik Deutschland muss die Kritik des Menschenrechtskommissars ernst nehmen. Gerade in Bezug auf die Roma hat Deutschland auch eine historische Verant-wortung." Selbst unionsregierte Länder wie Sachsen-Anhalt und NRW seien mittlerweile vom "harten Kurs" abgewichen, sagte Wenzel und for-derte die Landesregierung auf, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Der Grünen-Politiker hält zudem eine Überarbeitung der Länderbe-richte des Auswärtigen Amtes für "dringend erforderlich". Diese stünden offenbar in krassem Missverhältnis zu den Berichten des Menschenrechtskommissars und von Flüchtlingsinitiativen.

Bündnis gegen Abschiebung und Rassismus

An die Ratsfraktionen der Stadt Göttingen
Offener Brief gegen die bevorstehenden Abschiebung am 22.6.2010 in den Kosovo

Wir fordern IHRE Unterstützung! Halten Sie Wort und vertreten Sie nachdrücklich Ihre - eigens im September 2009 verfasste - Resolution! Experten wie zum Beispiel das Amtes des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), der EU-Menschenrechtskommissar Thomas Hammerberg und hochrangige Mitglieder der Landessynode der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche Hannover sprechen sich sehr deutlich gegen eine Abschiebung von Roma und anderen ethnischen Minderheiten in den Kosovo aus.
Auch Sie als der Rat der Stadt Göttingen erkennen durch die Verabschiedung Ihrer Resolution an, dass "die Menschenrechtssituation im Kosovo .. so unklar (ist) und die materiellen Rahmenbedingungen .. so katastrophal (sind), dass die Abschiebungen hunderter Menschen aus Stadt und Landkreis gegenwärtig nicht zu verantworten ist".
Mit dieser Resolution schützen Sie berechtigterweise Familien vor zukünftigen Anmeldungen zur Abschiebung in den Kosovo. Familien, deren Abschiebung bereits angemeldet war, werden durch diese Resolution jedoch nicht geschützt. Damit ist für bestimmte Familien im Moment faktisch nur die Terminlage dafür entscheidend, ob sie den Schutz durch Ihre Resolution erhalten oder den unzumutbaren Bedingungen im Kosovo ausgeliefert sind. Dieser Widerspruch, zurückzuführen auf einen reinen Verwaltungsakt, sowie die damit verbundene Willkür sind nicht hinnehmbar. Auch die Familien mit bereits angemeldeter Abschiebung benötigen dringend Ihren Schutz!
Dies ist ein Aufruf zur dringenden Unterstützung dieser Familien, die am Dienstag, den 22. Juli 2010 aus Göttingen in den Kosovo abgeschoben werden sollen. Bei den betroffenen Familien, die seit 10-20 Jahren in Göttingen leben, handelt es sich um Roma und andere ethnische Minderheiten. Ihre Kinder wurden in Deutschland geboren. Sie gehen hier zur Schule. Sie sprechen nur ihre eigene, im Kosovo nicht anerkannte, sowie die deutsche Sprache und kennen keine andere Heimat als Deutschland.
Die Stadtverwaltung wird hiermit nachdrücklich aufgefordert, ihre Stellungnahme aus der Resolution "Keine Abschiebungen in die Republik Kosovo" (24.08.2009) zu wiederholen und verstärkt für einen sofortigen Abschiebestopp einzutreten.
Es bleibt keine Zeit abzuwarten! Wer jetzt nicht handelt, unterstützt stillschweigend die menschenverachtende Abschiebepraxis!
Setzen Sie sich mit Stadtrat Ludwig Hecke tatkräftig dafür ein, die Abschiebungen auszusetzen! Ihnen sind nicht die Hände gebunden! "Keiner hat das Recht zu gehorchen" (Hannah Arendt)

Demo 15. Juni fordert Abschiebestopp !

15.6.10 / Nach Schätzungen des AK Asyl beteiligten sich 250 Menschen an der Demonstration für Abschiebestopp am 15.6.10. (nach unserer Schätzung waren es eher etwas mehr - so ca. 300 ) befürchtenden Abschiebungen von mindestens fünf Familien aus Göttingen in den Kosovo. Auch zahlreiche der ganz akut von Abschiebung bedrohten Familien beteiligen sich mit ihren Kindern lautstark an dem Protest. (...) "Bereits am Vormittag hatte im Kontext der drohenden Abschiebungen mehrerer Familien eine Ämterbegleitung stattgefunden. Zahlreiche Unterstützer_innen begleiteten die Familien bei ihrem Gang in die Ausländerbehörde, um eine Verlängerung der Duldung zu erreichen. Sinn dieser Begleitung ist es, die Menschen nicht alleine der Willkür der Ausländerbehörde auszusetzen, sondern den Mitarbeiter_innen bei ihrer Arbeit genau auf die Finger zu schauen und bei Bedarf durch Protest an die Öffentlichkeit zu gehen. Trotz eines vereinbarten Termins mit der zuständigen Sachbearbeiterin, war diese nicht anzutreffen, und das, obwohl die Abschiebung bereits für den kommenden Dienstag geplant ist. Beabsichtigt war es, diverse Bescheinigungen, die eine Abschiebung evtl. verhindern könnten, einzureichen und ein dafür notwendiges, persönliches Gespräch zu führen. (Zit. Mitteilung AK Asyl)

Kinder der Romafamilien am Marktplatz beim Alten Rathaus beim Start der Demo
Demonstrationszug auf der Bürgerstraße
Demo zieht am Verwaltungs-gebäude des Landkreises und des Neuen Rathauses voberi
Kundgebung auf dem Marktplatz am Alten Rathaus


Roma in Begleitung im Rathaus

Am 10.6. trafen sich Roma die eine Abschiebung befürchten und Menschen, die sie gegen die unmenschliche Abschiebpraxis schützen wollen am Rathaus. Die Roma wollten heute per Akteneinsicht bei der Ausländerbehörde im Neuen Rathaus erfahren, ob sie auf der Abschiebeliste stehen oder nicht . "Anscheinend wissen alle, wer und welche Familie abgeschoben werden soll - nur den Betroffenen selbst enthält man diese Information vor" empörten sich einige AktivistInnen.
"Belagerung" im Flur der Ausländerbehörde als Symbol: "Wir lassen die von Abschiebung bedrohten in ihrer Auseinandersetzung mit den Behörden nicht allein."


10.6.10 im Erdgeschoss des Neuen Rathaus bei der Ausländerbehörde, Roma und Begleiter/innen fordern Akteneinsicht und Informationen über die Abschiebelisten.

Erklärung des "Arbeitskreis Asyl Goettingen"
9.6.10 / "Schon wieder plant Göttingen eine neue Welle von Abschiebungen. Betroffen ist die fünfköpfige Familie Kryeziu aus dem Rosenwinkel. Die Ausländerbehörde beabsichtigt die Eltern zusammen mit ihren drei Söhnen am 22. Juni über Düsseldorf in den Kosovo abzuschieben. Die Kryezius leben seit beinahe 20 Jahren in Deutschland, alle Kinder sind hier groß geworden, die beiden jüngsten gehen noch zur Schule. Das Göttinger Bündnis gegen Abschiebung und der Arbeitskreis Asyl verurteilen das brutale Vorgehen der Behörden. Eine Sprecherin des Bündnisses gegen Abschiebung sagte: "Wir werden diese unmenschliche Tat nicht ohne Proteste hinnehmen. Es wird in den nächsten Tagen mehrere Protestaktionen von UnterstützerInnen geben." Hiermit soll zunächst auf eine Aktion hingewiesen werden, die am morgigen Donnerstag, den 10. Juni um 10 Uhr im Neuen Rathaus stattfinden wird. Mehrere Roma möchten an diesem Tag zur Ausländerbehörden gehen, um gemeinsam mit den UnterstützerInnen Akteneisicht einzufordern. Zum Hintergrund: Die Stadt Göttingen hatte im vergangenen Jahr eine Liste zusammengestellt und alle Personen auf dieser Liste zur Abschiebung in Pristina angemeldet. Jeder Flüchtling hat das Recht zu erfahren, ob er oder sie in dieser Abschiebeliste steht. Diese Aktion soll auf die ernste Lage hinweisen, in der sie sich Flüchtlinge in Göttingen befinden und zeigen, dass sich die Roma nicht einfach in ihr Schicksal fügen werden."
10.6.10 / "Durch die Erkundigung konkretisierten sich die Befürchtungen zweier Familien, dass ihre Namen auf der Liste stehen und derzeit ihre Abschiebung für den 22. Juni über Düsseldorf in den Kosovo vorbereitet wird. (...) Unklar ist, wie viele weitere Familien gefährdet sind. Des Weiteren ist von der Ausländerbehörde für Dienstag, den 15. Juni, die Abschiebung einer Frau aus Afghanistan nach Italien geplant. dassder Behörde eine direkte Abschiebung nach Afghanistan nicht möglich ist, bietet ihnen in diesem Fall das Dublin II-Abkommen die Möglichkeit zur Abschiebung nach Italien. (...) Es wird in den nächsten Tagen mehrere Protestaktionen von Unterstützer_innen geben.(...) Als weiterer Versuch der Einschüchterung muss das Hinzuziehen der Polizei mit zwei Einsatzwägen von Seiten der Ausländerbehörde gewertet werden, obwohl aus der Ankündigung der Begleitung eindeutig der Charakter eines Informationsgesuches hervorging."

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2009 Aufruf und Unterstützungsmöglichkeit des Flüchtlingsrats

18.10.09 / "Keine Abschiebung von Roma-Flüchtlingen – Bedingungsloser Schutz für Sinti und Roma". Wir bitten nochmals, den Aufruf zu verlinken und weiter zu verbreiten. Wer noch nicht unterschrieben hat, den/die bitten wir, das nachzuholen. Die Postadressen werden selbstverständlich nicht veröffentlicht, lediglich der Name und ggfs. die Organisation. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Aufruf zu unterschreiben, ohne namentlich genannt zu werden. In der Hoffnung, dass sich viele weitere Unterstützer/innen finden... Kai Weber Flüchtlingsrat Niedersachsen Langer Garten 23 B 31137 Hildesheim Tel. 05121 - 15605 Fax 05121 - 31609 www.nds-fluerat.org"
>> http://www.nds-fluerat.org/keine-abschiebung-von-roma-fluechtlingen/ (Unterschriftensammlung) Inzwischen haben bereits ca. 700 Personen unterschrieben. (>>Aufruf pdf Langfassung )

Demonstration 27.8.09 , 16 Uhr ab Neues Rathaus,
Abschiebungen in den Kosovo stoppen! (AK Asyl)

(Text goest / fotos Stefan Knoblauch) Für die Demonstration war sehr zahlreich plakatiert und mit Flugblättern (Auszug siehe unten) geworben worden. Dennoch wurde mehrfach nur von ca. 100 TeilnehmerInnen , seitens des Stadtradios von 200 und von einer Beobachterin in der Innenstadt von ca. 500 gesprochen.
Die Demonstration zog vom Neuen Rathaus durch die Innenstadt. An mehreren Stellen wurde die Demonstration angehalten um Redebeiträge zu bringen. Am Alten Rathaus wurde ein Transparent gehißt. Die Lautsprecheransagen der Demo wurden einerseits wegen der akustischen Deutlichkeit gelobt, andererseits wurden die Ansprachen als didaktisch, tonal verbesserungsfähig geschildert.

Eine in den Tagen vor Demobeginn verbreitetes Gerücht, es sei eine Rathausbesetzung geplant, wurde bereits frühzeitig von den OrganisatorInnen u.a. gegenüber Mitgliedern des Rates entschieden zurückgewiesen und dementiert. Das Verantwortungsbewußtsein für die mitdemonstrierenden Roma zeigte sich auch, als während der Demo in der Weender Strasse von einer Wohnung im oberen Stockwerk über Café "Chron und Lanz" einige rechtslastige Typen die unten vorbeiziehenden DemonstrationsteilnehmerInnen provozieren wollten. Aufgebrachte DemonstrationsteilnehmerInnen ließen daraufhin Anzeichen erkennen , dass sie zu der Wohnung gelangen wollten, wurden aber seitens der Demonstrationsleitung dazu aufgefordert, sich nicht provozieren zu lassen, es seien schließlich Leute mit unsicherem Aufenthaltsstatus mit in der Demonstration anwesend und es gehe darum die unmenschliche Abschiebpraxis deutlich zu machen. Die rechtslastigen Pöbeleien aus der Wohnung über "Chrom und Glanz" blieben daher unbeantwortet.


Demo 27.8.09 vor dem Neuen Rathaus

(Aus dem Demonstrationsaufruf) " In der ersten Juliwoche wurde der in Göttingen lebende Rama Semsedin bei einem Behördengang durch die Polizei in Abschiebehaft genommen und von seiner Familie getrennt. Er ist Vater von vier Kindern, die zwischen 12 und 15 Jahren alt sind. Die Familie Semsedin lebt seit 17 Jahren in Deutschland. Rama wurde mittlerweile aus Deutschland abgeschoben. Wir sagen NEIN zu dieser menschenverachtenden Praxis und fordern den sofortigen Stopp der Abschiebungen! Wir organisieren Widerstand und schauen nicht weg, wenn Politiker_innen den gesetzlichen Rahmen für Abschiebungen schaffen und Schreibtischtäter_innen Menschen ins Unglück schicken. Wir akzeptieren nicht, dass Herkunft und Ethnie darüber entscheiden, an welchem Bestimmungsort und unter welchen Bedingungen ein Mensch sein Leben führen darf. Wir sprechen uns gegen die Logik von Nationalstaaten und gegen ihre Grenzen aus! Für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit! Abschiebungen stoppen! Bleiberecht für alle Menschen! Unbefristet! Überall! Solidarität muss Praxis werden!"


demo am 27.8.09 / göttingen / Transparent am Alten Rathaus / Marktplatzseite


demo am 27.8.09 / göttingen / Kundgebungsstop Weender Straße Ecke Jüdenstr.

 

Abschiebebehörde reißt Familie auseinander - Vater wird nach 17 Jahren abgeschoben!

Eine Abschiebewelle in Göttingen steht bevor: Seit April 2009 haben viele Göttinger Roma-Familien Ausweisungen und Ausreisetermine zugestellt bekommen. Die geplante massenhafte Abschiebung von Roma aus Deutschland in den Kosovo hat nun also begonnen. Nach 17 Jahren Aufenthalt in der BRD wurde der 40-jährige Rama S. am Donnerstag, 2. Juli abgeschoben, dh. in den Kosovo ausgeflogen. Er wird damit von seiner Familie getrennt. Die vier Kinder sind zwischen 12 und 15 Jahre alt und alle in Deutschland geboren. Den Verantwortlichen fehlt das Gespür für den Zynismus, der in ihrem Hinweis liegt, die Familie solle nicht getrennt werden sondern eigentlich solle ja die ganze Familie abgeschoben werden. Die 4 Kinder, die davon betroffen sind sind alle in Göttingen geboren.Dem Demonstrationsaufruf Juli 2009 "Keine Abschiebung in den Kosovo! Bleiberecht für alle!" folgten ca. 150 bis 200 Personen und trafen sich um 15 Uhr am Gänseliesel. Anlass war die für diesen Tag angekündigte (und auch durchgeführte) Abschiebung des Vater einer sechsköpfigen Göttinger Roma-Familie.

Vor dem Neuen Rathaus traten Sozial-Dezernentin Schlapeit-Beck und Herr Kullmann vom Ordungsamt vor die Tür. Man wollte aber nur mit einer Delegation von fünf Demonstrierenden im Rathaus sprechen. Dieser Vorschlag wurde von den DemonstrantInnen nicht angenommen, die Demonstranten wollten, dass alle Teilnehmer am Gespräch teilnehmen können. Dies wurde von Schlapeit-Beck und Kullmann abgelehnt.

Ausländerbehörde verstößt gegen Schünemanns Zusage, dass nicht zwangsweise abgeschoben wird !

Auf die Anfrage der Abgeordneten Pia-Beate Zimmermann (Partei DieLinke), schrieb Innenminster Uwe Schünemann am 11.03.2009: (Quelle / Drucksache Landesregierung - pdf) :

"In einer Stellungnahme des UNHCR zur UNMIK Readmission Policy werden ethnische Minderhei-ten in der Republik Kosovo nicht mehr als gefährdet betrachtet, lediglich für die Gruppe der Roma wird eine weitere Schutzbedürftigkeit im Kosovo gesehen. Unter Beachtung der von UNMIK erklärten besonderen Schutzbedürftigkeit der Roma im Kosovo und der bekannten Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Wohnraum für Romavolkszugehörige im Kosovo hat die Bundesregierung gegenüber UNMIK/OCRM die Zusage gegeben, zunächst davon abzusehen, Roma - mit Ausnahme von Straftätern - zwangsweise in die Republik Kosovo zurückzuführen. Diese Zusage gilt unverändert auch gegenüber der nunmehr verantwortlichen kosovarischen Regierung. Niedersachsen wird auch weiterhin die von der Bundesregierung gegebene Zusage beachten und wie bisher von einer zwangsweisen Rückführung von Angehörigen der Volksgruppe der Roma - mit Ausnahme von Straftätern - in die Republik Kosovo absehen. "

Stellungnahme der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) :

"Offenbar lassen sich die Behörden zu eiskalten Vollstreckern einer hartherzigen deutschen Flüchtlingspolitik machen.Auch die Kinder und ihre Mutter sollen abgeschoben werden. Sie halten sich versteckt.(...) Die vier Söhne der Familie R. fühlten sich als Deutsche, sprechen Deutsch als zweite Muttersprache und gehen in Göttingen zur Schule. Auch Lehrer und ihr Sportverein hatten sich bei der Ausländerbehörde vergeblich dafür eingesetzt, dass die Familie in Deutschland bleiben darf.

(...) Nach dem Kosovokrieg 1999 wurde ihre Aufenthaltsgenehmigung widerrufen, weil Semsi R. den Lebensunterhalt seiner Familie nicht vollständig sichern konnte. Den Behörden reichte es nicht, dass er sich intensiv um Arbeit bemüht und sich sogar auch als Selbstständiger versucht hatte. (...) Bei dem Versuch, die Duldung seiner Familie zu verlängern, rief die Göttinger Ausländerbehörde die Polizei."

Foto: Mitglieder der GfbV während der Demonstration gegen die Abschiebung am Donnerstag den 2.7.09 auf dem Göttinger Marktplatz. Am Mikrofon Tilman Zülch.

Stellungnahme Partei DieLinke

Die Fraktion der Partei DieLinke im Niedersächsischen Landtag hat einen sofortigen Abschiebestopp gefordert. sofortigen Abschiebestopp von Roma in den Kosovo gefordert und der Landesregierung in diesem Zusammenhang Wortbruch vorgeworfen. Die Landesregierung habe noch im März erklärt, Niedersachsen werde auch weiterhin die von der Bundesregierung gegebene Zusage beachten und Angehörige der Volksgruppe Roma nur dann in die Republik Kosovo abschieben, wenn sie straffällig werden. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Pia Zimmermann forderte zum öffentlichen Protest gegen die geplante Ausweisung auf.

Stellungnahme Grüne

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ursula Helmhold begrüßte die Göttinger Proteste gegen die Abschiebung von Semsi R. . Helmhold kritisierte, dass aufgrund der neuen Rückübernahmeabkommen mit diesen Ländern das Abschiebungsverfahren deutlich vereinfacht wurde. "Gerade den Roma im Kosovo nehmen Rassismus, Arbeitslosigkeit und die menschenunwürdigen Lager dort jede Perspektive. Wir appellieren an Innenminister Schünemann, diese Abschiebepolitik zu beenden."

Siehe auch den vollständigen Wortlaut der Presseerklärungen

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Viele Göttinger Roma von Massenabschiebungen in den Kosovo bedroht

März 2009 / Ab April 2009 sind massenhafte Abschiebungen von Kosovo-Flüchtlingen zurück in den Kosovo zu erwarten. In Göttingen bedroht dies ca. 500 Personen. Um auf diese Situation aufmerksam zu machen veranstaltete das "Bündnis gegen Krieg und Abschiebung" am Dienstag, 24. März, 17 Uhr am Gänseliesel eine Kundgebung mit anschliessender Demonstration.


Demo am 24.3.09

Aus dem Aufruf des Bündnisses gegen Krieg und Abschiebung: (...) "Seit der einseitigen Anerkennung der Republik Kosovo durch einige NATO-Staaten im vergangenen Jahr laufen die Vorbereitungen für neue Massenabschiebungen in den Kosovo. Im November 2008 hat die UNMIK - die UN-Verwaltung des Kosovo - die Zuständigkeit für Rückführungsfragen an die neue kosovarische Regierung abgegeben. Und diese ist zur Aufnahme der Flüchtlinge in Europa bereit. Zehntausenden Roma und Ashkali steht die Abschiebung bevor. Den Abgeschobenen drohen im Kosovo massive soziale Ausgrenzung und ethnische Verfolgung. Übergriffe durch Polizei und albanische Nationalisten, systematische Benachteiligung durch die Behörden, fehlende Gesundheits- und Sozialversorgung bestimmen ihr Leben. Mit dem Aktionstag wollen wir die Flüchtlinge in ihrem Widerstand unterstützen und ein Zeichen setzen gegen Krieg und gegen die rassistische (Flüchtlings-) Politik.


Kundgebung am 24.3.09

Veranstaltung T-Keller: Kosovo - 10 Jahre nach dem Krieg

Donnerstag, 26. Februar 2009 Theaterkeller 20 Uhr
Zu Gast: Eva Weber (Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, Berlin)

Die Transformation der jugoslawischen Gesellschaft im Medium des Krieges In der Entwicklung neuer NATO-Strategien nach dem Ende des Ost-West-Konflikts spielte der Kosovo-Krieg eine bedeutende Rolle. Er begann 1989 mit der Auflösung des ehemaligen Jugoslawien durch das Milosevic-Regime. Im Gefolge des NATO-Kriegs gegen Serbien 1999 wurde Kosovo durch internationale Truppen im Verein mit zivilen Organisationen besetzt, was bis heute andauert und von allen Seiten mit Protesten begleitet wird. Denn dieser erste NATO-Krieg mit führender Beteiligung Deutschlands verdeutlicht ein aggressives Konzept europäischer militärisch-ziviler "schöpferischer Zerstörung" ehemaliger Gesellschaftlichkeit. Der "Krieg um Kosovo" war für die Kriegseliten, insbesondere Deutschlands, ein Experimentierfeld für neue Techniken imperialer Politik zur Hervorbringung und Besetzung von "failed states". In den darauf folgenden kriegerischen Interventionen wurden und werden die Erfahrungen aus dem Kosovo weiter entwickelt. Hierzu gehören die Verhinderung unerwünschter Migrationsbewegungen genauso wie die Beseitigung unerwünschter Regime. Nach der Flucht hunderttausender Bosnien- und ebenso vieler Kosovo-Flüchtlinge nach Deutschland zu Beginn der Ethnisierungskriege des Milosevic-Regimes Anfang der 90er Jahre wurde hier die Festung Europa gegen Flüchtende ausgebaut. Nur noch ein paar tausend Flüchtlinge aus dem Kosovo fanden Ende der 90er Jahre in Deutschland Schutz vor der neuen Welle "ethnischer Säuberungen" durch das Milosevic-Regime und den NATO-Krieg. Der Anspruch auf Asyl wurde ihnen jedoch verwehrt. Sie wurden als Wirtschaftsflüchtlinge stigmatisiert und kriminalisiert. Nach mehr als zehn Jahren Aufenthalt in Deutschland leben sie und vor allem die sogenannten Minderheiten noch immer ohne sicheren Status, ohne sichere Existenzgrundlage und sind permanent von Abschiebung bedroht. Eva Weber, Mitarbeiterin der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration aus Berlin, war seit 1999 mehrere Male im Kosovo und setzt sich mit dem NATO-Krieg und der deutschen Politik gegenüber Flüchtlingen auseinander. Veranstaltung von AUT und Arbeitskreis Asyl im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Krieg ist ihr Frieden".


Redebeitrag von Bündnis gegen Krieg und gegen Rassismus

(...) (DerAbschnitt zum Irak wurde auf die Seite Irak verschoben) unkorrigierter Text:

"Täglich wurden 1999 Bilder vom Elend der geflohenen Kosovo-AlbanerInnen um die Welt geschickt. Es wurde so getan als das die NATO-Kriegsmaschinerie helfen wolle. Bilder von Soldaten, die niedlichen Babies die Milchflasche geben, sind heutzutage weit wirksamer als Marschmusik und militärische Aufmärsche. Damit wurde verschleiert, dass eine Entsendung von Soldaten in die Nachbarländer letztendlich den Einmarsch von Bodentruppen vorbereiten sollte. Noch kurz vor der Nato-Bombardierung, wurden gerade Kosovo-AlbanerInnen in der BRD massiv kriminalisiert. Während des Krieges vor 10 Jahren, zeigten plötzlich die Zeitungen bei der Aufnahme von Kosovo Flüchtlinge so viel Herz für diese. Vorher waren sie voller Hetztiraden gegen die sog. "Albaner-Mafia". Kosovo-AlbanerInnen wurde noch bis zum Beginn der Bombenangriffe mit Abschiebung gedroht, und sie wurden aufgefordert, das Land zu verlassen. Ihre Asylgründe wurden für unglaubwürdig erklärt.
Kaum war der Krieg zu Ende, begann die Rückführung der Kosovo-Flüchtlinge. Noch während die NATO-Truppen ihre Machtposition im Kosovo festigten, tauchten in der Presse wieder die ersten Berichte über Kriminalität und Gewalttaten von hier lebenden Kosovo- Albanern auf.
Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen und es leben noch ca. 34000 Flüchtlinge, zumeist nur unter dem unsicheren Aufenthaltsstatus einer Duldung, aus dem Kosovo in der BRD. Sie müssen häufig noch in Lagern leben, sind ohne Existenzgrundlage und von ständiger Angst vor der Abschiebung bedroht.
Flüchtlinge aus dem Kosovo und dem Irak sollen sich nunmehr in Acht nehmen. Wenn sie für die Medienpropagandasszur Begründung des Krieges nicht mehr gebraucht werden, wird man bald auch von "renitenten kosovarischen Schüblingen" oder von irakischen Schlepper-Banden hören, die in Polizeibegleitung aus dem Land geschafft werden.
Das Staatsverständnis der Deutschen Flüchtlingspolitik ist jedoch immer noch geprägt von einer völkischen-Flüchtlingspolitik, die mitunter einem nationalistischen Gedankengut entspringt. Wie sich diese nationalistische deutsche Politik ihren Weg in die gesellschaftliche Mitte ebnet (oder aus ihr entspringt), wie sie dort eine Hegemonie als national im politischen Denken und Handeln anstrebt, findet sie ihre Fortsetzung in einer immer restriktiveren deutschen Flüchtlings- und Menschenrechtspolitik. Zugleich verschärfen sich immer mehr gesellschaftliche Spaltungen, wodurch die Gefahr eines rassistisch fundierten Legitimationsdiskurses vorangetrieben wird, indem Menschenrechte mit Marktfreiheiten gleichgesetzt und gegen die Rechte der Migrantinnen und Migranten ausgespielt werden.
Lasst uns gegen eine Ordnung aufbegehren, in der Menschen in Nationen und Völker unterteilt und voneinander getrennt werden, in denen Menschen nationalistisch, ethnisch, moslemisch, christlich gegeneinander aufgehetzt werden und in Kriegen hasserfüllt aufeinander losgehen.
Statt einer Politik, die Menschen nach vermeintlich kultureller Zugehörigkeit, nach ökonomischer Verwertbarkeit, nach Staatsangehörigkeit unterteilt und selektiert, fordern wir das bedingungslose Recht auf globale Bewegungsfreiheit."

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2003

Hans Koschnik  - Vortrag bei der ESG 30.1.03

Hans Koschnik vertritt ethische Prinzipien und moralische Werte. Er macht sich die Mühe, diese im politischen Alltagsgeschäft und bei konkreten Fragen beizubehalten und quasi vor Ort durchzuhalten.

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Toleranz reicht für Waffenruhe, für Frieden reicht sie nicht, es muß das Akzeptieren des anderen in seiner Andersheit hinzukommen. Hans Koschnik ist ein Humanist im besten Sinne, seine Rede fast wie die von Nathan dem Weisen in Lessings Stück. Bei seinen Vermittlungsbemühungen in Mostar ging er zu den christlichen Führern, die wollten nur Frieden für "ihre Gemeinde", er ging zum Mufti und der wollte nur Frieden wenn sich die anderen entschuldigen - ach das ist doch derselbe Quatsch wie der Christ erzählt hat - und der Orthodoxe war noch schlimmer. Also ging er zu den Familien, den Menschen direkt und baute von unten her auf. Und er stellte sich dem Grundproblem: habe ich Schuld wenn ich demjenigen der andere umbringt nicht in den Arm falle und habe ich nicht auch Schuld wenn ich diesem in den Arm falle und dabei Menschen ums Leben kommen? Er sprach auf Einladung der Evangelischen Studentengemeinde ESG im ESG-Wohnheim von Bar-Str.2-4. Die Religionen sind nicht schuld - es gibt soviel Spaltungen auch innerhalb der Religionen, es gibt keine homogene christliche Religion und keine homogene islamische Religion und auch keine homogene jüdische Religion. Wenn angeblich Religionen aufeinanderprallen dann sind dies von Machtinteressen nationalistisch aufgeladene Gruppen.
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Hans Koschnik am 30.1.03 in der ESG Göttingen
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Die Religionen eint die Tatsache, dass der der Frieden stiftet am höchsten angesehen ist. Bei der Perspektive die Religionen zum Frieden zu benutzen verwies Koschnik mehrfach auf den von der Kirche geächteten Prof. Küng, der die gemeinsamen Wurzeln der verschiedenen abrahamischen Religionen betont. Eindringlich war die Schilderung Koschniks von dem was "Bürgerkrieg" heißt. Er habe das erst langsam begriffen, wie lange es dauern wird, bis die Menschen vergessen, dass sie als Nachbarn übereinander hergefallen sind. Und es könne nicht allen zugemutet werden wieder am gleichen Platz weiterzuleben wo sie dies erlebt haben, wenn die Feinde von gesetern noch in der Straße gegenüberwohnen und man sie für ihre Taten nicht mehr belangen kann, weil man für den Frieden einen Schlußstrich gezogen hat. Sein Identifizieren mit den Opfern sei leichter, bei der Klärung der Schuldfrage tue er sich schwer, da er selbst immer noch nicht begreifen könne, wie die Deutschen in der Nazizeit solche Greultaten begehen konnten. Und auch im Irak sei bei der Schuld Saddam Husseins, den er ganz ohne Zweifel ablehne, zu bedenken, dass die West-Staaten diesem die Materialien für Giftgas und die Waffen geliefert habe als man ihn noch als Bollwerk gegen den Iran habe benutzen wollen. Gesamturteil: Koschnik konnte durch seine abwägende Betrachtungsweise und humanistische Einstellung die er auch durch schwierige Probleme hindurchbalanciert beeindrucken.

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Irgendwie war man sich nicht ganz einig oder es war ein Druckfehler: einmal "Krampf" und einmal "Kampf" der Kulturen - Koschnik betonte hingegen wie gut er den Titel "Krampf" der Kulturen fände.

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Kosovohilfsaktion 1999

11.9.99  (Kosovohilfsaktion durch Versteigerung von gespendeten Gegenständen (z.B. einer Gitarre von Rexy Richter :-)   , Orginalgemälden von Göttinger MalerInnen), Allgemeiner Rettungsverband Südniedersachsen e.V., Humanitäre Organisation Fraufen für Frauen - Hilfe für Menschen in Krisengebeten e.V. Die 9 jährige Dzana muß regelmäßig in Göttingen medizinisch behandelt werden. Die Hilfsaktion war für sie.  
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Minderheiten im Kosovo

11.1.08 / Die GfbV führte 2008 eine Informationsveranstaltung, Vortrag und Filmvorführung zum Thema "Minderheiten im Kosovo: verfolgt, vertrieben, vergessen" durch. Was wird aus dem Kosovo? Ein unabhängiger Staat, so wie es sich 90 Prozent der Bevölkerung -- die Kosovo-Albaner -- wünschen, oder eine autonome Provinz, die zum serbischen Staat gehört? Monatelang wurde über diese Frage debattiert. Auch die Repräsentanten der serbischen Bevölkerungsgruppe des Kosovo haben an den Verhandlungen teilgenommen. Doch was aus den Angehörigen der anderen Minderheiten wird, wer ihre Rechte verteidigt und schützt, wurde nicht verhandelt. Nachdem mindestens schon drei Viertel der vor der Nato-Intervention 1999 noch rund 150.000 Roma, Aschkali und "Kosovo-Ägypter" von nationalistischen Albanern vertrieben wurden, fürchten jetzt die letzten Angehörige dieser Volksgruppe, das gleiche Schicksal zu erleiden. Viele von ihnen sitzen schon "auf gepackten Koffern". Wie verzweifelt die Lage der meisten Minderheitenangehörigen tatsächlich ist, wird der Leiter des Kosovo-Teams der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Paul Polansky, am 17. Januar berichten. Gezeigt wird auch sein preisgekrönter Dokumentar-Film "Gypsy Blood". Haus für Haus, Ort für Ort dokumentiert Polansky seit acht Jahren für die GfbV was den Roma, Aschkali und "Ägyptern" im Kosovo widerfährt. Schutzlos in wenigen Enklaven oder Flüchtlingslagern zusammengedrängt, erhalten sie kaum noch humanitäre Hilfe. Der Zugang zum Arbeitsmark, zum Gesundheits- und Sozialwesen sowie zum Bildungssystem bleibt ihnen verwehrt.

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Portrait einer Ashkali-Migrantin

von A. Drejew / (Die unterschiedliche Schreibweise "Aschkali in diesem Bericht wurde beibehalten) Unter dem Titel: "Ich gehe meinen eigenen Weg" wurden zehn Portraits von Migrantinnen im Landkreis Leer veröffentlicht, die heute in Ostfriesland leben. Sie berichten warum sie nach Deutschland kamen und wie sie nun unter oft sehr schwierigen Bedingungen hier ihr Leben gestalten. Mit freundlichen Genehmigung der Verfasserinnen (vielen Dank!) geben wir hier die stark verkürzte Fassung des darin enthaltenen Portraits einer 70 jährigen Aschkali wieder.

"Werden wir in Deutschland bleiben können?" Das ist die einzige Frage, die F. B hat nachdem sie selbst so viele beantwortete. Das ist ihre größte Sorge: Deutschland verlassen zu müssen. Sie kennt kaum Deutsche, kann kein Deutsch sprechen, nur ein wenig verstehen und ist in den fast elf Jahren, die sie in Deutschland lebt noch nie in der Wohnung einer deutschen Familie gewesen. Ihr Paradies ist eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung in Ostfriesland. Gegenüber ist Lidl, das Krankenhaus und der Arzt sind nicht weit. Das reicht der schwerkranken 70-Jährigen. 1992 flüchtete sie mit ihrem Enkelsohn Flamur vor dem Krieg im Kosovo. Der Sechsjährige wurde in Deutschland eingeschult und lernte die Sprache. Er ist ihre Verbindung zur Außenwelt. Davor hat die alte Frau im Kosovo viel Elend erlebt. F. B. ist Aschkali. In Deutschland nennt man die Aschkali Sinti und Roma immer noch gern ,,Zigeuner" und hat phantastische Vorstellungen von ihrem Leben. Das Leben der alten Frau hatte nie etwas mit einem ,,lustigen Zigeunerleben" zu tun. Sie wurde 1933 in der Stadt Giakove geboren. Ihr Vater war Erntehelfer, erinnert sie sich. Dafür bekam er von den Albanern etwas Geld und eine Unterkunft für die große Familie. Sie spricht nicht von Armut. Aber wenn sie sich in ihrer heutigen Wohnung umsieht dann fühlt sie sich reich: Im Wohnzimmer stehen ein Sofa, ein Sessel und ein Tisch, an der Wand ein großer alter Wohnzimmerschrank. Ein Fernseher steht auf einer Kommode unter dem einzigen Dachfenster und hinter Glas leuchtet der Druck einer Koranseite in goldener Schrift. Familienfotos hat die alte Frau liebevoll in einem Wechselrahmen arrangiert. Das sind die einzigen Erinnerungen, die sie 1992 außer ein paar Kleidungsstücken mitgenommen hat.
Im Kosovo seien die Aschkali und Roma immer Spielball der Volksgruppen gewesen, erst abhängig von den Albanern und ihnen ausgeliefert dann von den Serben, lässt sie von Flamur übersetzen. Schließlich wurden die Aschkali und Roma in Albanien immer schlimmer verfolgt: Am hellichten Tag erschlugen Serben F. B.´s Mann auf offener Straße. dassbeschloss die Familie, dass es Zeit war zu packen. Sechs Monate nach dem Mord steckt die Tochter F. B. noch schnell die Fotos in eine Tasche. Dann quetschen sich die alte Frau und ihr sechsjähriger Enkel zu einer fünfköpfigen Nachbarfamilie in ein Auto. Für mehr Papiere hat die Familie kein Geld.
Zurück bleiben F.B.`s Sohn, ihre Schwiegertochter und die drei Geschwister von Flamur. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte nicht chronologisch. Eckdaten sind die Demütigungen und Verfolgungen, denen sie ausgesetzt war. Der grausame Tod ihres Mannes ist ein Datum, das sie erwähnt Wie viele Verwandte tot sind? Sie winkt ab und erwähnt dann unverhofft dass die UCK ihren Neffen vor sieben Monaten mit zahllosen Messerstichen niedermetzelte. Verwandte, die auch in Deutschland leben, haben es ihr erzählt. UCK, nennt sich die so genannte Befreiungsarmee des Kosovo. Unter der 35-jährigen Herrschaft von Tito über Jugoslawien, der 1980 kurz vor seinem 88. Geburtstag starb, sei es ihr und ihrer Familie besser gegangen, sagt sie. Die Aschkali wurden in den 60er Jahren anerkannt: Sie bekamen einen albanischen Pass, die Männer hatten Arbeit die Kinder durften zur Schule gehen, ,,wie in Deutschland". ,,Das waren gute Jahre." Doch als die Kämpfe zwischen den Volksgruppen zehn Jahre nach Titos Tod in Krieg umschlagen, sind die Aschkali und Roma wie schon oft Zielscheibe des Hasses. Die Familien werden schikaniert, ihre Häuser geplündert und ihr Hab und Gut verbrannt. Die Roma und Aschkali, die heute noch im Kosovo sind, leben meistens in isolierten Enklaven und Binnenflüchtlingslagern. ,,Die Kfor-Truppen versuchen, sie wenigstens vor den extremsten Angriffen extremistischer Albaner abzuschirmen" (GfbV). Und weiter: ,,Von den ursprünglich etwa 150.000 Angehörigen dieser Minderheiten leben bis Februar 2002 nur noch 10.000 im Kosovo. Die übrigen sind aus dem Land verjagt worden: Etwa 14.000 Häuser der Roma, Aschkali und Kosovo-Ägypter wurden in Brand gesetzt." Auch F. B. hat seit Jahren nichts mehr von ihrem Sohn und seiner Familie gehört. Schon 1993 brach der Kontakt ab. Niemand geht dort mehr ans Telefon, sagt Flamur. In den vergangenen zehn Jahren dringt keine Nachricht von seiner Familie zu ihnen durch. Aber in Ostfriesland trifft sie Verwandtschaft die schon vor ihr aus dem Kosovo geflohen ist.
Als geduldete Asylbewerberin bekommt die 70-Jährige 40 Euro Taschengeld im Monat und Gutscheine statt Geld zum Einkaufen. Sie beklagt sich nicht. Dabei ist sie oft krank. Schweres Asthma, Osteoporose und Bluthochdruck quälen sie. Früher, als sie noch auf dem Dorf wohnte, ging sie immer zu Fuß zum Arzt in die nahe Kleinstadt. Geld für den Bus hatte sie nicht übrig. Nun sei der Arzt um die Ecke, sagt sie und zuckt mit den Schultern. Was will sie als alte Frau mehr. Sie weiß, dass ihr täglich die Ausweisung in das Kosovo ins Haus flattern kann. Aber sie hat mit dem Leben dort abgeschlossen. Nein, sagt sie und schüttelt den Kopf sie will nie wieder zurück. Wenn der Bescheid auf dem Tisch liegt und sie doch gehen muss? Sie sagt kein Wort verzieht keine Miene, aber ihre Geste ist unmissverständlich: Mit einer knappen Bewegung stößt sie sich ein unsichtbares Messer in den Bauch.

"Ich gehe meinen eigenen Weg" Hrsg. Landkreis Leer, Red. und Fotos Engeline Kramer (Ausländerbeauftragte Kreis Leer), 2003

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Protest gegen Abschiebungen 2003

Am Samstag den 21.6.03  demonstrierten ab 12 Uhr ca. 200-250 Personen gegen die geplanten Abschiebungen von Roma aus Göttingen. In Stadt und Landkreis Göttingen sind mindestens 500 Roma betroffen.

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Bilder während einer Zwischenkundgebung der Demonstration in der Groner Straße.
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Ein großer Teil, ca. die Hälfte der Demonstration wurde durch die von der Abschiebung Bedrohten gebildet.

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Demonstration für Bleiberecht von Roma und Ashkali 2003

Am Samstag, den 22.2.03 fand eine Demonstration für das Bleiberecht von Roma und Ashkali mit ca. 300-400 TeilnehmerInnen statt. Schon am Donnerstag den 20.2.03 waren ca. 100 Personen, meist Roma und Ashkali nach einer Kundgebung am Gänseliesel zum Neuen Rathaus und Kreishaus  gezogen.   geschickt. Die Antwort der Ausländerbehörden gegenüber en Demonstranten lautete jeweils: "Die Abschiebungen werden wie geplant stattfinden".

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Zwischenkundgebung mitten auf der Kreuzung am Weender Tor

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Demonstration beim Einbiegen von der Berliner Straße in die Goetheallee.

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