goettinger stadtinfo Bleiberecht, Abschiebungen, Flüchtlinge
Die, die es dennoch an Land schaffen, werden in überfüllte Aufnahmelager gesteckt, in denen sie auf Monate unter menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt werden bevor man sie in die Obdachlosigkeit entlässt: In der Umgebung der griechischen Häfen warten sie auf eine Gelegenheit, im andere Europäische Länder weiterzureisen. Doch die zentraleuropäischen Staaten weigern sich kontinuierlich boat people aufzunehmen. Im Gegenteil: Auf Grundlage des Dublin II-Abkommens werden aufgegriffene Flüchtlinge in das jeweilige Land zurückgeschoben, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten haben. Um das europäische Grenzregime und den brutalen Umgang mit Flüchtlingen und MigrantInnen anzuprangern wird in der letzten Augustwoche auf der griechischen Insel Lesvos ein internationales No-Border-Camp stattfinden. Zur Mobilisierung veranstalten wir am Freitag, 24. Juli von 15 bis 18 Uhr eine Innenstadtaktion in Göttingen am Gänseliesel mit Informationsmaterial und Redebeiträgen. Gleichzeitig wenden wir uns gegen die die Kriminalisierung von UnterstützerInnen: Derzeit drohen Stefan Schmidt und Elias Bierdel, die mit dem Schiff Cap Anamur 37 Menschen aus Seenot retteten, in Italien Haft- und drastische Geldstrafen." |
Gazale Salame 2010: Am 10. Februar 2005 wurde die Familie von Gazale Salame und Ahmet Siala durch eine Abschiebung auseinandergerissen. Seither lebt die Familie zwangsweise in verschiedenen Ländern: Gazale lebt mit ihren beiden Kindern Schams (5) und Gazi (4) mehr schlecht als recht in der Türkei. Ahmet lebt mit den Töchtern Amina (12) und Nura (10) im Landkreis Hildesheim. Seit 5 Jahren fordert ein großer Kreis von Unterstützerinnen und Unterstützern die Rückkehr Gazales und ihrer Kinder. Bisher blieben die Behörden stur - eine Rückkehr wurde Gazale bis heute nicht ermöglicht. Der UnterstützerInnenkreis lässt nicht nach in seiner Forderung - am 5. Jahrestag der Abschiebung wird die Forderung durch eine Mahnwache vor der Jakobikirche in Hildesheim (17.00 Uhr bis 18.00 Uhr) deutlich gemacht. Im Anschluss an die Mahnwache wird um 18 Uhr in der Jakobikirche im Rahmen des Friedensgebets (jeden Mittwoch 18 Uhr - seit 1. Golfkrieg) das Schicksal der Familie Salame / Siala "ins Gebet genommen". Es wird u.a. Lore Auerbach sprechen. Weitere Informationen sind unter http://www.nds-fluerat.org/projekte/gazale-salame/ abrufbar.
2009: Mit Beiträgen von Jutta Rübke (MdL) Dr. Lore Auerbach Helmut Assmann, Superintendent Dr. Hans-Jürgen Marcus, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Hildesheim e.V. Anschließend: Aufstellen von Kerzen zur Mahnung vor dem Landkreis Hildesheim Vor vier Jahren wurde die Familie von Gazale Salame und Ahmet Siala durch eine Abschiebung auseinander gerissen. Seither lebt die Familie zwangsweise in verschiedenen Ländern: Gazale überlebt mit den beiden Kindern Schams (5) und Ghazi (4) mehr schlecht als recht in einer Vorstadtsiedlung von Izmir (Türkei). Ahmet lebt mit den Töchtern Amina (11) und Nura (10) in Dingelbe im Landkreis Hildesheim. Aus Anlass des vierten Jahrestages der Abschiebung von Gazale Salame rufen wir zur Kundgebung auf: Für die Rückkehr von Gazale, Schams und Ghazi zu ihrer Familie! Am 10. Februar 2005 wurde Gazale, im dritten Monat schwanger, zusammen mit der damals eineinhalbjährigen Tochter Schams in die Türkei abgeschoben, während ihr Mann Ahmed Siala die beiden älteren Töchter in die Schule brachte. Gazale leidet seither unter schweren Depressionen. Auch die beiden älteren Töchter, die ohne ihre Mutter leben müssen, sind traumatisiert und müssen psychologisch betreut werden. Ahmed Siala und seine Frau Gazale Salame haben in Deutschland die Schule durchlaufen. Sie sprechen fließend deutsch und wären längst eingebürgert, wenn die Ausländerbehörde ihnen nicht die Aufenthaltserlaubnis entzogen hätte. Die beiden älteren Kinder gehen hier zur Schule. Der Familienvater hat eine Arbeitsstelle und kann seine Familie mit seinen Einkünften ernähren. Ahmed Siala und Gazale Salame sind im Alter von sechs bzw. sieben Jahren mit ihren Eltern als arabisch-sprachige Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon geflohen und in Deutschland aufgewachsen. Man wirft ihnen vor, dass ihre Eltern bei der Einreise nicht gesagt haben, dass ihre Vorfahren aus der Türkei stammen sollen. Als Flüchtlinge mit einem Anspruch auf die türkische Staatsbürgerschaft hätten sie, so die Behörden, vor 19 Jahren zu Unrecht ein Bleiberecht erhalten. Uns erscheint diese Argumentation nicht nachvollziehbar: Ahmed Siala und Gazale Salame waren unschuldige, minderjährige Kinder, als sie mit ihren Familien nach Deutschland flohen. Sie haben fast ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht. Eine Abschiebung nach mehr als zwanzigjährigem Aufenthalt ist unverhältnismäßig und unmenschlich, der Verweis auf die Möglichkeit eines gemeinsamen Lebens in der Türkei eine inakzeptable Forderung. Ahmet Siala war nie in der Türkei und spricht kein Wort türkisch. Wie soll er dort Arbeit finden und seine Familie ernähren? Gazale und Ahmed sind bei uns zuhause, ihre Heimat ist Niedersachsen! Seit Jahren bemühen sich die Unterstützer/innen um eine politische Lösung – bislang vergebens: Der Niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann, der den Fall der Familie jederzeit mit einem Federstrich lösen könnte, verweigert eine humanitäre Entscheidung und verweist auf den Rechtsweg, der bereits seit Jahren andauert. Immerhin hat der Landkreis Hildesheim jetzt entschieden, dass die Wiedereinreisesperre gegen Gazale zum 10.2.2009 aufgehoben wird. Gazale könnte danach ein Visum für die Bundesrepublik erhalten – wenn die Behörden mitspielen. In unserem Grundgesetz - GG Art. 6 - heißt es: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung." Wir fordern die Behörden dazu auf, alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel einzusetzen, dass die im Libanon geborene GAZALE SALAME zusammen mit ihren beiden kleinen Kindern endlich wieder zu ihrem Mann und den beiden älteren Töchtern nach Deutschland zurückkehren kann. Weiterhin fordern wir von den zuständigen Behörden, Ahmed Siala die 2001 entzogene Aufenthaltserlaubnis zu verlängern und damit den rechtmäßigen Aufenthalt der Familie in Deutschland wiederherzustellen. >> Fotos von früheren Protesten gegen die Abschiebung von Gazale Salame |
| Flüchtlinge dürfen nicht die Landkreisgrenzen überqueren 13.11.05 / Am Samstag den 12.11.05 gab es eine Demonstration von mehr als hundert Menschen in der Innenstadt "Für das Recht auf Bewegungsfreiheit". Sie richtete sich gegen Sondergesetze, die den Aufenthalt von AsylbewerberInnen mit einer Art Arrest-Schema regeln. Die Demonstration führte durch die Weender Straße, Prinzenstraße, Goetheallee, Berliner Straße, Weender Tor Marktplatz zum Schluß stand noch eine Versammlung vor der Jacobikirche. Cornelius Yufanyi , Mitglied von Voice - wehrt sich gegen das deutsche Sondergesetz das es nirgendwo sonst in der EU gibt - sondern nur während der Apartheit in Südafrika z.B. und 1938 unter Hitler.Interview-Video) Deutsches
Sondergesetz wie bei der Apartheit in Südafrika Menschrechtsorganisation
VOICE wehrt sich Deshalb gab es diese Demonstration am Samstag, 12.11.2005, 12-14 Uhr in Göttingen, die sich gegen die Residenzpflicht und die Sondergesetze richtete. "Demonstration für das Recht auf Bewegungsfreiheit" |
| Proteste
verhindern letztlich die Abschiebung Protest
gegen Abschiebung von Zarah Kameli in den Iran 62
TeilnehmerInnen des Protestes festgenommen Zur
gleichen Zeit: überfallartige Durchführung der Abschiebung von Gazale
Saleme
Informationen
des Arbeitskreis Asyl Goettingen / Göttingen den 03.02.2005 Die
Vorgänge um die Abschiebung Zuständig
für den Fall ist: Kontakt für Rückfragen: AK Asyl Göttingen Düstere Str.6 37073 Göttingen Tel.: 0551/58894 oder 9951852 Fax : 0551/58898 e-mail: akasylgoe@t-online.de Bitte schickt eine Kopie des Faxes, Proestschreibens an den Arbeitskreis Asyl, Adresse s.u.
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"Seit
Mai 2000 betreibt das Land Niedersachsen in Hannover/Langenhagen ein zentrales
Abschiebegefängnis für Flüchtlinge und MigrantInnen. Das Land will damit sicher
stellen, dass auch wirklich der Zugriff auf all diejenigen Nicht-Deutschen, die
deportiert werden sollen, garantiert ist. Dazu wurden drei Gebäude eines ehemaligen
Kasernengeländes direkt am Flughafen Langenhagen für 17,2 Millionen Mark zu einem
Knast umgebaut, in den 143 Männer und 42 Frauen, im Sonderfall bis zu 245 Menschen
eingesperrt werden. Ausgestattet mit elektronisch gesicherten Stahlzäunen, Stacheldraht,
Kameras, Alarmanlagen und Sicherheitsschleusen unterscheidet sich dieses Gefängnis
nicht von einer Justizvollzugsanstalt. Samstag 8.12.2001 gab es eine Protestaktion und Kundgebung am Abschiebeknast Anschließend Aktion am Flughafen. Der Text oben ist ein Auszug dem Aufrufstext |
| Aktionstag
gegen Lager Am Samstag den 31.1.04 veranstaltete eine Initiative auf dem Marktplazt einen "Aktionstag gegen Lager" EinwanderInnen und Flüchtlingen werden die fundamentale Rechte verweigert, die für ein menschenwürdiges Leben notwendig sind (Wohnung, Gesundheitsversorgung, finanzielle Unterstützung, bezahlte Arbeit, Ausbildung, Staatsbürgerschaft, Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit). Menschen die aus Not und Verfolgung nach Europa gekommen sind und unter dieser Behandlung leiden, wollen grenzüberschreitend gemeinsam dagegen vorgehen. Diese Initiative wird im Rahmen des "Europäischen Sozialforums" unterstützt. Ein erster Schritt war nun der Europaweit gleichzeitig stattfindende Aktionstag am 31. Januar 2004. Die Forderungen an diesem Tag waren, auf europäischer Ebene:
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Ermittlung der Staatsangehörigkeit mit Genanalyse März 2001 / Im Landkreis Northeim
sind 63 Menschen von der Abschiebung bedroht. Seit geraumer Zeit werden staatenlose
KurdInnen aus dem Libanon kriminalisiert und in der Presse diffamiert, um dann
rigoros abgeschoben werden zu können. Ihnen wird vorgeworfen, durch Angabe falscher
Staatsangehörigkeit ein Bleiberecht und Sozialhilfe "erschlichen" zu
haben. |