Goettinger
Stadtinfo Polizei
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Klage gegen verdeckte Observation durch Staatsschutz
Gemeinsame
Erklärung, 28.3.2012 --------------------------------------------------------------------------------- Leserbrief
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Repression gegen eine Demo, die sich gegen Repression richtete (22.1.11) >
Ankündigungen und Aufrufe zu dieser Demo
Erster Augenzeugenbericht: Vorfälle während der Demonstration am 22.1.11 goest 22.1.11 / Die Demo hielt für eine Kundgebung am Waageplatz vor der Staatsanwaltschaft. Am Waageplatz stand die BFE-Kampftruppe bereit mit hochgezogenen Kapuzen, so dass man nur einen kleinen Ausschnitt ihres Gesichtes erkennen konnte. Der Kinnschutz der Helme ist ebenfalls so groß, dass er ebenfalls die untere Gesichtspartie bis zum Mund bedeckt. Ein leitender Polizist mit einem "I" auf dem Rücken monierte, dass die DemonstrantInnen keine Sonnenbrillen tragen dürfen und Schals nicht zu hoch im Gesicht getragen werden dürfen, sonst dürfe die Demonstration nicht weiterziehen.
Als sich in der Goetheallee zum wiederholten Male eine Polizeikette aufgebaut hatte stürmt die Demonstration darauf zu und nach kurzem Tumult zieht die Demo durch.
Ein Polizist filmte in der Goetheallee unablässig mit 3 Meter Abstand von der Seite aus die Demonstration. Als sich ein junger Mann zwischen ihm und der Demo aufhält, drängt der Polizist ihn erst ab und stösst ihn dann derart in den Rücken, so dass dieser nach vorne stolpert. In der Höhe der Leinekanalbrücke greifen sie den Demonstranten nochmals an. Daraufhin protestieren DemonstrantInnen gegen dieses Verhalten und stellen sich mit Transparenten um den Kamera-Polizisten und dessen Kollegen. Dann stürmen Polizisten aus Richtung Prinzenstraße in die Demomonstration auf der Leinebrücke.
Daraus entwickelt sich ein Tumult währenddessen Menschen , auch Unbeteiligte, an das Geländer der Brücke gequetscht werden wie z.B. eine ältere Dame (Name der Red. bekannt), die eine Rippenquetschung erlitt und ein Pressefotograf . Die Polizisten spritzen Kampfchemikalien ("Pfefferspray") in die Demonstration hinein. Dadurch werden ca. 10 Personen z.T. erheblich verletzt , so die erste Zählung von denen, die im Bereich Goetheallee auf dem Boden lagen, saßen oder behandelt werden mußten. Ein Mensch sitzt auf dem Bürgersteig, den Kopf nach hinten geneigt und bekommt von einem Helfer die Augen mit Wasser gespült. Auf die Frage, ob dieses Bild fotografisch dokumentiert werden darf , verneint der Betroffene leider, obwohl eine Anonymisierung zugesichert wurde. Daraufhin wird auf eine fotografische Dokumentation der gesamten Szene verzichtet. Ein Demonstrant kollabiert mit Atemnot und mehrfach laut aufschreiend vor Schmerzen. Er wird auf dem Boden liegend behandelt. Mehrere andere Menschen werden die Augen mit Wasser ausgespült, ein junger Mann irrt ohne Orientierung über die Straße, er kann aufgrund der Augenverletzung durch Pfefferspray nichts sehen und wäre fast über ein Hindernis gefallen, ihm wird von Passanten geholfen. 23.1.11 / Im Bericht der Polizeipressestelle , die offensichtlich die Version der beteiligten Polizisten übernommen hat ohne selbst dabeigewesen zu sein, hieß es dann: "Bei einem weiteren Zwischenfall in der Goetheallee mussten die Einsatzkräfte vereinzelt den Schlagstock und Pfefferspray einsetzen, weil Versammlungsteilnehmer sie bedrängt und mit Transparentstangen angegriffen hatten."
Polizei-Kampftruppe "BFE-Einheit" verletzt 30 DemonstrantInnen 22.1.11
/ Aus Pressemitteilung der A.L.I. "(...) Zu mindestens 30 Verletzten kam
es bei zwei Angriffen durch sogenannte Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten
(BFE). Nach einer Zwischenkundgebung vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft am
Waageplatz verhinderten Polizisten ein Weitergehen der Demo, prügelten mit Tonfa-Schlagstöcken
auf Menschen ein und entwendeten zahlreiche Transparente und Fahnen. Hier erlitten
mindestens 5 Personen Prellungen und kleinere Platzwunden. Wenig später wiederholten
sich in der Goetheallee diese Szenen. Ein Kamerateam der BFE inszenierte an der
Leinekanalbrücke einen Zwischenfall, für den es weitere Beamte zur Hilfe beorderte.
Eine Einheit der Prügeltruppe schlug sich daraufhin, großflächig Pfefferspray
versprühend, durch die Demonstrationsspitze und verletzte dabei mindestens 25
weitere Menschen. Augenverletzungen und Atembeschwerden mussten von SanitäterInnen
auf der Goetheallee behandelt werden. "Wir haben heute einen deutlichen Vorgeschmack
davon bekommen, was uns bevorsteht, wenn diese Gewalttruppe in Göttingen stationiert
wird", Weiterhin
berichtet die A.L.I einem Mitglied der "Initiative BürgerInnen beobachten
die Polizei" mit Strafanzeige gedroht worden "weil angeblich ein filmender
Polizist gefilmt wurde". ver.di-Jugend
fordert Kennzeichnung zur Identifizierung von Polizisten 24.1.11 Studierendenverband
die Linke.SDS: Übergriffe gegen friedlich gestimmte Demonstranten 23.1.
Patrick Humke, MdL Partei: Neues Versammlungsgesetz soll Demos verhindern 22.1. |
Mit Gedächtnisprotokollen Übergriffe protokollieren: Hilfe durch Leitfaden 15.1.11 / Gedächtnisprotokoll-Leitfaden zum Download: Situationen, in denen es zu Festnahmen oder Polizeigewalt kam, sollten von den Betroffenen und auch den ZeugInnen grundsätzlich in einem Gedächtnisprotokoll festgehalten werden. Gedächtnisprotokolle dienen dazu, Beschuldigte und ZeugInnen für den Fall von Strafprozessen zusammenzubringen, bei Anzeigen gegen gewalttätige PolizeibeamtInnen, bei eventuell sehr viel später folgenden Prozessen Tathergänge rekonstruieren zu können und einen Überblick über das Ausmaß des Geschehens zu bekommen. Diese Protokolle sind nicht zuletzt für AnwältInnen eine wertvolle Unterstützung ihrer Arbeit. Um das Schreiben eines Gedächtnisprotokolls zu vereinfachen und damit keine wichtigen Angaben vergessen werden, haben die "BürgerInnen beobachten Polizei und Justiz" in Zusammenarbeit mit Anwälten einen >>Gedächtnisprotokoll-Leitfaden erstellt und stellen diesen auf der Seite zum Download zur Verfügung.
Polizei: Tag der offenen Tür 2010 - aber nicht offen für Kritik Pressemitteilung BürgerInnen beobachten Polizei und Justiz >> Homepage der Initiative Wir,
die neu gegründete Initiative "BürgerInnen beobachten Polizei und Justiz", nutzten
am vergangenen Samstag den "Tag der offenen Tür" der Göttinger Polizei um die
BesucherInnen über Beispiele polizeilichen Fehlverhaltens aus jüngerer Zeit zu
informieren. Wir freuen uns über die große Offenheit der Teilnehmenden, sich mit
unserer Kritik an Polizei und Justiz vertraut zu machen. Zugleich wirft die Werbeveranstaltung
der Polizei - ausgerechnet unter dem Motto "Zivilcourage"- einige Fragen auf:
Wie rechtfertigt die Polizeidirektion Göttingen die Verwendung des Begriffs "Zivilcourage",
wenn sie es gleichzeitig nicht zulässt, auf ihrem Gelände couragiert Kritik an
polizeilichem Handeln öffentlich zu äußern? Was hat es mit "Zivilcourage" zu tun,
wenn Kinder Uniformen und Schlagstöcke ausprobieren können und ihnen Waffen präsentiert
werden? Wie passt die Verwendung des Begriffs "Zivilcourage" dazu, dass die Polizei
gegenüber der Öffentlichkeit Transparenz grundsätzlich verweigert? Während DemonstrantInnen
stets mit Feststellung und Speicherung ihrer Personalien rechnen müssen, sind
gleichzeitig Übergriffen durch Polizeibeamte aufgrund der fehlenden Kennzeichnung
des/der einzelnen Beamtin/ des Beamten weiterhin Tür und Tor geöffnet.
Gewalt und Puppenspiel
Die Fraktion der WählerInnengemeinschaft Göttinger Linke (GöLinke) hat einen Antrag zur Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am 10.9.2010 mit folgendem Wortlaut gestellt:
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Einkesselung live, Wettbewerb um den goldenen Schlagstock ...? Satirische Vorschläge zur Einbeziehung von vernachlässigten Tätigkeitsbereichen in die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei: Dass die Polizei als ausführendes Organ politischer Repression tätig wird, steht bei der folgenden Satire im Vordergrund, weil dies beim "Tag der offenen Tür" völlig ausgeblendet wird. Die Polizeitätigkeiten umfassen eine große Zahl sinnvoller Aufgaben, aber der Mißbrauch der Polizei für die Durchsetzung politischer (und manchmal unmenschlicher) Fehlentscheidungen gegen die Bevölkerung kann nicht mit freundlicher Imagepflege aus der Welt geschafft werden. Um die Widersprüchlichkeit von Sicherheits- und Ordnungsfunktion einerseits und politischer Repression andererseits bei solchen Veranstaltungen deutlich zu machen, könnte man folgende Aktionen für den Tag der offenen Tür mit einbauen: 1.) Einkesselungen live! Einzelne BesucherInnengruppen werden plötzlich von Polizeitrupps eingekesselt und dürfen 3 Stunden lang nicht raus, auch nicht aufs Klo. Das ist Abenteuer, das kribbelt, da hat man was zu erzählen. Und vor allen Dingen ist es so wie es sich immer wieder real abspielt bei Demonstrationen. 2.)
Demo live! Filmaufnahmen von Prügelszenen gegen Castortransport-GegnerInnen
werden auf Großbild vorgeführt. Eine Jury der christlichen Polizeivereinigung
wählt die besten Szenen aus, der Gewinner erhält später auf der
Bühne den goldenen Schlagstock überreicht.. Evtl. noch erreichbare Geschädigte
werden auf der Bühne live mit vorgeführt.
3.) Abschiebung - hautnah dabei ! Familien auf Besuch beim Tag der offenen Tür werden von Polzeitrupps überfallen, man erklärt ihren Paß für ungültig, ein Familienmitglied wird rausgerissen, in den Hubschrauber verfrachtet und zwecks Abschiebung auf die andere Seite der Leine geflogen. Parallel dazu wird die Nachricht verbreitet, der Abgeschobene habe unverschämterweise Widerstand geleistet hat und auch die Familie habe sich gewehrt. Da bekommt man das richtige Gefühl für die Arbeit der Polizei. 4.) Aus der Telefonüberwachung in Göttingen werden die schönsten Gespräche über Lautsprecher vorgespielt, dazu wird mit einer Power-Point-Präsentation heimlich aufgenommenen Bildmaterials aus dem Leben der jeweils sprechenden Personen gezeigt. in den Pausen spielt wieder die Göttinger Band Panzerknacker. 5.) Ein Vertreter der christlichen Polizeivereinigung hält Vorträge zu Themen wie: "Der finale Rettungsschuß in Putativnotwehr als Akt der Nächstenliebe" (siehe unten) oder "Der Schutz von radioaktiven Entsorgungsparks als ein Gleichnis der Paradies-Erettung" oder "Die Polizei als Reisebegleitung in fremden Ländern - Abschiebung eine vielfach verkannte Reiseform" 6.) Es wird eine Bilderausstellung von Bißwunden durch Polizeihunde bei Demonstrationen gezeigt - der schönste Biß wird prämiert. Wir meinen, erst durch solche Beiträge würde die Leistung der Polizei in vollem Umfang gewürdigt. Es bringt doch nichts, wenn diese Bereiche einfach verdrängt werden, so etwas muß doch auch Bestandteil eines Tages der offenen Tür sein. Keine
Satire, sondern Realtität:
Die Polizei will sich als neutrale Sicherheits-Service-Institution darstellen und und vermeidet die Diskussion über ihre repressive Funktion Warum das alles? Die Polizei hatte in der vergangenen Zeit ein negatives Bild in der Bevölkerung weil allzuoft klar wurde, dass sie neben den reinen Ordnungs- und Schutzfunktionen einen repressiven Charakter zur Durchsetzung von politischen Interessen gegen die Mehrheit der Bevölkerung hat: wie z.B. beim Einsatz gegen AntiAtomKraft-Demonstrationen, Anti-Castordemonstrationen oder zum Schutz von Naziparteien oder zur Durchsetzung menschenverachtender Abschiebungen. Diese zentralen dunklen Punkte der Polizei werden bei solchen Volksbelustigungen natürlich ausgeklammert. Da die öffentliche Kritik an der Polizei und die Stimmung als Machtfaktor entdeckt wurde, wird nun an der psychologischen Front gearbeitet. Es wird für Unterstützung der Polizeiarbeit in der Bevölkerung geworben indem sie als neutrale Sicherheits-Service-Institution dargestellt wird.
2005 Vorläufige Festnahme von KritikerInnen 2005:
"35.000 Menschen im Alter von wenigen Monaten bis über 80 Jahren haben gestern
den zweiten Tag der offenen Tür der Göttinger Polizei besucht. Vor fünf Jahren
hatte es den ersten Tag der offenen Tür gegeben. Damals waren rund 25.000 Besucher
gekommen. Obwohl der Beginn der Veranstaltung für 10 Uhr angekündigt war, strömten
schon kurz vor 09:30 Uhr die kleinen und großen Gäste auf das Dienstgrundstück
an der Groner Landstraße, um sich über das Angebot der Polizei zu informieren
und den Kontakt zu ihrer Polizei zu suchen. Mit einem Rockkonzert der Göttinger
Kultband "Die Panzerknacker" endete die Veranstaltung um 19 Uhr.
Dabei sollte doch alles so niedlich sein ....
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Kinder- und Familienfest der Bundespolizei am Bahnhof
Wenn uns nicht alles täuscht, war auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Roland Schminke anwesend und wartete auf Publikum. Schminke war schon einmal für die Ordnung bei der Bahn aktiv, als die Lokführer streikten und er "Schluß mit dem Chaos" sowie ein Ende des Streiks forderte.
Während des Festes schrieben KritikerInnen mit Kreide ironische, sarkastische Sprüche auf den Boden und machten mit Transparenten darauf aufmerksam, dass die Bundespolizei mit ihrer Zuständigkeit für Bahnhöfe, Flughäfen und Grenzen immer häufiger auch die Abschiebepolitik polizeilich umsetzt. Außer diesem friedlichen Protest war die Bundespolizei Ende 2007 aber auch mehrfach Ziel von Brandanschlägen auf ihre Dienstfahrzeuge gewesen. Siehe Artikel hierzu |