Platzverweis und Stadtverbot gegen Bettler?
Seitens der Polizei war ein Vorfall dieser Art nicht bekannt. Weitere Nachforschungen ergaben: "Der betreffende 'Bettler' ist ein Hartz4-Empfänger nebenbei in der Fußgängerzone bettelt und seine 2 Hunde dabei hat. Er war nach seiner Aussage mehrfach von der Polizei mündlich verwarnt worden wegen "Aggressiven Bettelns". Mit der 3. Verwarnung wurde ihm ein offizielles Schreiben der Stadt Göttingen überreicht, in dem ihm das Stadtverbot angedroht wurde (nicht verhängt!). Der TagesSatz-Mitarbeiter ist der Meinung, dass kein aggressives Betteln vorlag." Der betroffene "Bettler" hat nach diesem Vorfall "für längere Zeit die Stadt verlassen". Deshalb konnte auch kein Einblick mehr in das Schreiben der Stadt genommen werden; der Inhalt des Schreibens wurde durch einen Zeugen bestätigt. Falls der Betroffene in Göttingen wohnt, kann er nicht mit einem Stadtverbot für Göttingen belegt werden. Das Stadtverbot als "erweiterte Platzverweis" für 6 Monate kann nur im Zusammenhang mit einer Straftat ausgesprochen werden.
Einige
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Göttinger-Antirepressions-Tage 2008 22. Februar bis 29. März 08 Mutig gelacht und zugebissen - VeranstalterInnen-Text: "Wir wollen über staatliche Überwachung, Kontrolle und Gewalt diskutieren. Und über Möglichkeiten, diese aktiv zurückzudrängen, Freiräume zu erkämpfen und kreativen Widerstand zu erproben. Staatliche Repression hat viele Gesichter. Sie zeigt sich alltäglich, wenn Behörden und Institutionen den herrschenden Normalzustand durchsetzen, bei Schikanen gegen MigrantInnen, Arbeitszwang für HartzIV Anspruchsberechtigte und andere Menschen. Sie zeigt sich in einer Vielzahl von Disziplinierungsmaßnahmen, in Knästen, in der Vorratsdatenspeicherung, in der "Säuberung" des Innenstadtbildes und im Plakatierverbot an der Uni. Ziel der Repression sind auch Menschen und Strukturen, die sich gegen Gängelung und Bedrohung wehren oder direkt die herrschende Ordnung angreifen. Ihre emanzipatorischen Aktionen sollen ausgebremst, ihre Wut und Kritik unsichtbar gemacht werden. Einzelpersonen und Gruppen werden bespitzelt, müssen mit beruflichen Nachteilen, Verunglimpfung und Strafverfahren rechnen. Beim Versuch öffentlicher Meinungsäußerung werden sie mit Auflagen und Verboten überzogen, werden körperlicher und psychischer Polizeigewalt ausgesetzt. Das Göttinger Antirepressionsbündnis solidarisiert sich mit den Betroffenen staatlicher Unterdrückung und leistet für sie aktive Unterstützung. Wir rufen dazu auf, den repressiven Normalzustand nicht zu akzeptieren und gemeinsam für ein selbstbestimmtes Leben und öffentlichen Raum frei von Überwachung und Zwang zu streiten. Für einen motivierenden Rückblick möchten wir insbesondere auf den "Tagesthemen-Brennpunkt: Göttinger Linksextremisten schlagen zurück" hinweisen. Wir wünschen Euch unkontrollierbare, herrschaftsfreie Tage mit vielen anregenden Veranstaltungen, Workshops, Ausstellungen und Partys! Antirepressionsbündnis Göttingen"
Entschuldigung, Herr Wachtmeister... Workshop zu kreativer Antirepression bei Polizeikontakten Sonntag, 16. März 2008, 15.00 – 18.00 Uhr im JuzI-Café (Bürgerstraße 41, 1. OG) Ungebetener Kontakt mit der Polizei lässt sich bei politischen Aktionen und im Alltag kaum vermeiden. Doch so überflüssig und bedrohlich das repressive Vorgehen der Staatsmacht oft ist, so viel Potenzial als Betätigungsfeld haben diese Begegnungen auch. Sie können eine gute Gelegenheit für emanzipatorische Praxis sein. Kreative Antirepression erkennt das Gewaltgefälle zwischen Staatsmacht und Betroffenen, sucht aber nach Wegen aus der Passivität. Ziel und Mittel kreativer Antirepression ist, die Agierenden im Kontakt mit Polizei und Justiz zu stärken sowie Herrschaft und ihre Methoden öffentlich sichtbar zu machen. Es kann sogar oder gerade hier gelingen, Visionen jenseits von Herrschaft zu verdeutlichen, weil Herrschaft ohne Repression nicht bestehen kann. Um handlungsfähig zu bleiben, brauchen die Einzelnen vor allem Wissen und Erfahrung. Welche Taktiken hat die Polizei, wie ist die juristische Lage? Was kann anderen und mir schaden, was kann ich mir zutrauen? Was kann ich kreativ dagegen setzen? Schwerpunkt des Workshops sind Kontakte mit der Polizei wie Passkontrolle, Absperrung, Observation, Demospalier, Kessel, Durchsuchung, Festnahme, Verhör. An dem Nachmittag wird erarbeitet, wie mensch in solchen Situationen in einer aktiven Rolle bleiben kann. Wie können Begegnungen mit der Polizei in der Öffentlichkeit vielleicht sogar emanzipatorisch gewendet werden? Nach einem Input zu verschiedenen Aktionsformen ist Zeit für Fragen und Diskussion. In Rollenspielen können die Teilnehmenden bei Interesse typische Situationen nachstellen und sich in kreativen Aktionen ausprobieren, eigene Erfahrungen sind willkommen. Referent: Jörg Bergstedt (Projektwerkstatt Saasen) |
"Bündnis für mehr Sicherheit" 23.4.07 / 29.4.07 // Ein ominöses Bündnis für mehr Sicherheit macht mit Plakaten auf sich aufmerksam (siehe Foto unten links) und kündigt für den 28. April 2007 um 13 Uhr einen "Festakt" auf dem Marktplatz an.
In einer Erklärung des Bündnisses heisst es u.a.: "Es ist unser Ziel, die Kommunikation und Information für echte Freunde der Exekutive und die Kontakte zur Bevölkerung zu fördern und zu vertiefen. Die Sicherheit der Bürger ist Aufgabe der Polizei. Die Arbeit der Polizei, angefangen von jungen Polizeibeamten bis hin zu Ruhestandsbeamten, in Göttingen zu unterstützen und den Kontakt zwischen Bürgern und Polizei zu pflegen, hat sich unser Bündnis zur Aufgabe gemacht. Wir wollen zweifaches erreichen: Polizisten helfen den Bürgern wie auch Bürger den Polizisten helfen. (...) Unser Bündnis möchte der Göttinger Bevölkerung die zu ihrem Schutz und zur Sicherheit tätigen Exekutivbeamten näherbringen und so einen Beitrag zur ständigen Verbesserung der öffentlichen Beziehungen und des Corporate-Image der Göttinger Exekutive leisten. Aus diesem Anlaß möchten wir Sie herzlichst zu unserer öffentlichen Festveranstaltung "Danke, dass wir sicher leben" am 28.04.2007, ab 13:00 am Gänseliesel einladen. "
Bei der Veranstaltung handelte es sich, wie zu vermuten war um eine Satire gegen den immer deutlicher werdenden Weg in den Überwachungsstaat im Allgemeinen und die Allgegenwärtigkeit von Polizeikontrollen in Göttingen im Besonderen.
U.a. wurden als Polizisten verkleideten Mitspielern Orden und Auszeichnungen verliehen für besondere Brutalität oder besonders tolles Bespitzeln , ein Orden wurde auch für die "Fähigkeiten zu besonders grimmigen Blicken" verliehen, ein anderer für die Entwicklung einer Waffe, mit der sich Leute beliebig lange lähmen lassen (symbolisiert durch ein Wasser-Pump-Gewehr). Die Person, die für ihre besondere Brutalität ausgezeichnet wurde, die sie bereits seit ihrer Kindheit besaß (wie es in der Laudation hiess) bedankte sich für die Aushändigung des Ordens mit einem Tritt gegen das Schienbein der Moderatorin. Besonders erheiternd war auch die Einweisung durch zwei Damen des Sicherheitsbündnisses im Stil der Sicherheits-Information durch Stewardessen in Flugzeugen. Lächelnd mit Fingerzeigen worauf zu achten sei.
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Widerrechtliche, willkürliche Personalienfeststellungen 5.4.07 / Bei willkürlichen Personalienfeststellungen sollten die PolizeibeamtInnen gegebenenfalls mit dem Hinweis auf folgende Bestimmungen um die Herausgabe ihrer Dienstnummer gebeten werden: Niedersächsisches Sicherheits- und OrdnungsG (Nds. SOG,NI)
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Schikanöse Demoauflagen sind rechtswidrig (Themenverfolgung 2006-.......) 4.3.10
/ Text: Rechtsanwalt Sven Adam / Entscheidung der Verwaltungsgerichte zu Demo-Auflagen 2009 11.5.09
Im Zusammenhang mit der Demonstration gegen Nazis in Friedland am 9.5.09 gab es
eine Verbotsverfügung des Landkreises und kleinkarierte Auflagen für
eine stattdessen erlaubte "stationäre Kundgebung".
Verwaltungsgericht: Demonstrationsauflagen der Stadt waren rechtswidrig 2008 9.4.08 / Die Stadt Göttingen, war angeklagt, eine Demonstration mit unzulässigen Auflagen behindert zu haben. Das Gericht entschied nun am 9.4.08 über die Zulässigkeit der Auflagen wie Beschränkung von Transparentgrößen und Lautstärken von Protestrufen. In öffentlicher Sitzung wurde die Sache beim Verwaltungsgericht Göttingen verhandelt und nach kurzer Verhandlung das Urteil verkündet: der Bescheid war rechtswidrig. Der Richter wies in seiner Begründung und schon davor ausdrücklich auf die Nichtzulässigkeit und Fragwürdigkeit von unbegründeten Auflagen und das Nachreichen von Begründungen hin. In einer Presseerklärung zum Prozess begrüßte die "Rote Hilfe Ortsgruppe Göttingen" das Urteil. Zukünftig können nun mit Verweis auf dieses Urteil ähnliche willkürliche Auflagen schon vor Beginn einer Demonstration abgewehrt werden. Damit wird die Willkür bei der Auslegung des garantierten Versammlungsrechts durch Ordnungsbehörden Einhalt geboten. Zur
Vorgeschichte: Klagererhebung gegen Auflagen bei Demonstration 2007 13.10.07 / Das Bündnis gegen Repression und Polizeigewalt unterstützt die am 05.02.2007 eingereichte Klage gegen die Stadt Göttingen. Anlass der Klage sind die unverhältnismäßigen Auflagen bei einer Demonstration am 21.10.2006 (Bericht siehe unten) . Im
Oktober 2006 wurde zu dieser Demonstration gegen die deutlich zunehmenden repressiven
Maßnahmen und Tätlichkeiten der Polizei sowie die Einschränkungen durch die Stadt
bei Demonstrationen und Versammlungen aufgerufen. Einen Tag vor der angemeldeten
Demonstration ergänzte die Stadt einen bereits bestehenden Auflagenbescheid durch
weitere Auflagen: So wurde beispielsweise die Länge der Transparente auf 2,50
m und die zulässige Lautstärke auf 70 dBA beschränkt. Anti-Repressions-Demo 2006 Polizei bestätigt durch ihr Verhalten die Kritik eben dieses Verhaltens 21.10.06
/ In den Wochen vor
großen Demonstrationsereignissen wie z.B. den Demonstrationen gegen Naziaufmärsche
sollen die Linken durch permanente Polizeipräsenz vorsorglich eingeschüchtert
werden. An jeder Straßenecke begegnet einem tagsüber und nachts ein
Polizeitransporter auf Streife.
Die
Demonstration wurde permanent von der Polizei mit Videokameras gefilmt. Als Nikoläuse
mit Schildern der Kamera die Sicht versperrten wurden auch noch 2 Personen festgenommen,
mehrere Stunden festgehalten und erst später wieder freigelassen. Nach allem,
was an Informationen zu erhalten war, dehnt die Polizei ihre Auffassung von "Verhältnismässigkeit"
wieder derart aus, dass sie sich praktisch ALLES erlauben kann. Grundlage des gleitenden Übergangs in eine Kultur der hemmungslosen Überwachung ist das Niedersächsische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (Nds.SOG), das die Befugnisse von Verwaltungsbehörden und Polizei regelt. Es empfiehlt sich jedoch den § 12a Versammlungsgesetz zu kennen und ggf. darauf hinzuweisen.
Dagegen waren die Demonstrationsaktionen eher witzig, so die Nikolausverkleidungen und ein MTV-Team - Mars TV-Team das die Leute in der Weender auf witzige Wiese interviewte.
Polizeibericht:
Nachspiel 2007: Nikolaus wegen Vermummung angeklagt 20.5.07 / Mit einer Antirepressions-Demo haben Göttinger Gruppen am 21.10.06 gegen die zunehmende Repression und Überwachung in Göttingen protestiert. Die Demo richtete sich eine Woche vor einem geplanten Naziaufmarsch gegen die massive Polizeipräsenz und alltägliche Überwachung, Die Demo wurde durchgängig gefilmt, von einem Ring aus begleitenden Polizisten eingekesselt und schließlich abgebrochen. Mehreren DemonstrantInnen wurden Strafverfahren angehängt, einige kurzzeitig festgenommen. Bei der Demonstration waren teilweise humorvolle Formen zur Thematisierung von Repression eingesetzt worden: Ein Mars-TV, das die BürgerInnen zu den merkwürdigen Vorgängen auf der Erde interviewte, Osterhasen und Nikoläuse tummelten sich rund um die Demo.
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Innenstadtaktion "Die Stadt gehört niemandem - No Control" 2003 10.10.03
, 16 Uhr Marktplatz fand ein Aktionstag statt, bei dem sich ein Innenstadt-Aktionsbündnis
(Schoener Leben, Antifa, Gruppe Gegenstrom, PDS und andere) gegen die Umstrukturierung
der Innenstadt nach den Erfordernissen des Einzelhandels und der "kapitalistischen
Städtekonkurrenz" äußerten. Vielfach wurde Bezug auf das Projekt "Saubere
Stadt" genommen. In der "Sauberen Stadt", so wurde von der
Stadtverwaltung angekündigt, sollen weggeworfene Zigarettenkippen als Ordnungswidrigkeit
geahndet werden. Allerdings wird deutlich dass dabei auch versucht wird, die Innenstadt
zu einer Ansammlung strahlend sauberer EinkäuferInnen umzugestalten, in der die
Folgen von Arbeitslosigkeit, Sozialabbau, Armut
und Obdachlosigkeit nicht mehr sichtbar werden. Wer
sich arm und krank und auch noch schlecht angezogen in die Innenstadt traut und
dort ohne Kaufkraft "herumlungert", dem soll "das Leben etwas inkommoder
gestaltet werden" (O-Ton des Oberbürgermeisters). "Wer sich das Kännchen
Kaffee in der City nicht leisten kann, soll auch gar nicht erst die Fußgängerzone
betreten. Wer die Klamotten aus den Boutiquen und Kaufhäusern nicht bezahlen kann
oder sich nicht wenigstens zu jeder zweiten Saison neu einkleidet, darf sich auch
nicht in der Nähe dieser Geschäfte aufhalten .." (Flugblattzitat) |