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"Saubere Stadt" und Kritikaktionen

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Kritikaktion 2004
Kritikaktion 2003
Bußgeldkatalog
GROBIAN säubert - aber richtig

 

Sauberkeitskampagne: Kritikaktion 2004
Während am Marktplatz gegen den Kahlschlag der Sozialsysteme und die Verarmung der Bevölkerung protestiert wird, macht die Stadt ein Werbefest für Sauberkeit und Disziplin ein paar hundert Meter weiter. Werbeplakate" mit dem ätzenden Spruch "Wienern Sie mit",  auf anderen Plakaten merkwürdig anzügliche Sprüche wie "Bringen Sie ihren Sack in Position" (am Rand steht dann noch "gelben"). Das Stadtradio taucht neuerdings offiziell als  Saubermann-Unterstützer auf (gibts sonst kein Geld mehr von der Stadt?) und das Netcafé in Grone macht anscheinden auch mit. Alle sind anscheindend  dafür - alle? Nein ein kleines gallisches Dorf feiert Karneval mit Konfetti gegen die Saubermänner-Orgie. Wiehern Sie mit !
sauber04_6.jpg (21445 Byte)Ironisch sarkastische Intervention zur Putzteufels-Exorzierung "Mehr Geld für die Reichen, Sozialhilfe streichen." - Ein Demonstrant sagt Rechtsdezernet Meyer wird ins Gesicht: "um die saubere Innenstadt macht ihr euch Sorgen, die Menschen, sind euch im Grund aber scheißegal."
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Flyer vorher: wie soll daraus ein Hütchen werden? Es steht drauf: ganz einfach! Karnevals-Hüte und Konfetti wurden aus dem Flyer - Rohmaterial der städtischen Sauberkeitsaktion gewonnen.
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Flyer nachher: eine kleine hübsche Kopfbedeckung, die auch noch lustig ist.

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Nach dem Fest: Wohin mit dem Müll?

Bild links oben: Rechtsdezernent Meyer links im Bild und Herr Kausch,  Herr Kausch mit Schaufel und Besen hört grad zu, was Meyer sagt. Herr Meyer meinte übrigens zwischendurch, er könne ja auch Bußgelder an die Konfetti-WerferInnen verteilen.

Mark Gillespie spielte Gitarre auf der Bühne als die Protestierenden ankommen und vor der Bühne skandieren "Mehr Geld für die Reichen, Sozialhilfe streichen" , "hey das muß ein bißchen mehr rocken" sprachs und vertont diesen und andere Sprüche, läßt sich schließlich von jemand noch den Zettel mit Parolen hinhalten, damit der gut ablesen kann und transportiert die Sprüche musikalisch übers Mikro.

Siehe auch Bild der Woche-Archiv Bild vom 22.3.04

 

Kritikaktion 2003
Mit einer öffentlichen Unterhaltungsveranstaltung am 22.3.03 wollte die Stadverwaltung an der Jacobikirche Werbung für die saubere Stadt machen. Die Nörgelbuff-Haus-Band diesmal mit Sänger Sascha Mönich von Soulcakes und der Moderator vom Stadtradio spulten ein von bedrückenden Kriegsmeldungen unbelastetes Programm für die Stadt ab - nicht mal mit einer Zwischenbemerkung auf die besondere Situation eingehend. Aber dann als Rechtsdezernent Meyer gerade zum zweiten Mal eine Werberede für die saubere Stadt halten wollte, kam eine als Putzfrauen gekleidete Gruppe auf die Bühne und brachte sowohl das allgegenwärtige Thema der Irakbombardierung als auch die Kritik an der Säuberungsaktion ein.

Bild rechts: Als willige Helfer flankierend ausgestellte Große und Kleine mit Besen

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offizielle Helferleins ...
Zu obiger Darstellung erreichte uns folgende Mail von Michael Schrader

Hallo liebe Goest redaktion,
es ist echt eine bereicherung über das netz mehr über göttingen zu erfahren als in anderen kanälen und blättern steht. Vielen dank dafür. die berichte finde ich grundsätzlich gut geschrieben haben aber immer wieder den hang zur arroganz und beleidigung von anderen menschen und meinungen wie aktuell zum beispiel bei den bildern zur putzaktion, diese als willige helferlein, sozusagen ohne eigene meinung, stimmvieh usw. zu bezeichnen find ich ziemlich daneben und um ein neues wort zu kreieren: ziemlich rumsfeld. zufälligerweise kenne ich die auf dem bild und ihr würdet euch wundern...Na denn weiter viel spaß auch mit provokátionen, bitte etwas gehaltvoller als auf kriegsministerniveau.

>> Wie die Redaktion zu Rumsfeld steht / d. Red.

sauber6.jpg (19186 Byte)Der Moderator des Stadtradios versuchte sein gerade begonnenes Frage- und Antwortspiel mit Meyer zur städtischen Säuberung fortzusetzen. Die Erinnerung an den Krieg bezeichnete er als "sagen wir mal Show-Einlage"
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Meldung des Stadtradios auf dessen Webseite am 24.3.: "Zu kleineren Störungen kam es am Samstag, als Friedensaktivisten die Veranstaltung nutzten, um sich gegen den Krieg im Irak zu wenden." (Hervorhebung goest!)
Schnelles Reaktionsvermögen zeigten die Frauen, als 2 Leute zwecks Comedy auf die Bühne kamen, einer davon anfing Gitarre zu spielen und fragte etwas hämisch "und jetzt? fehlen Euch die Worte?" Nein! nun übernahmen die Frauen die Melodie und skandierten ihren Protest passend zur Meldodie - 1:0 für die Frauen.

Flugblatt der "Putzkolonne"

"Liebe Mitbürger und liebe Mitbürgerinnen, sehr geehrte Besucher und Besucherinnen Göttingens
"Göttingen soll sauber werden" - das ist ein zentrales Anliegen unserer Politiker/innen' und der Stadtverwaltung. Dieses Ansinnen finden wir sehr erstrebenswert. Wir möchten daher die Sauberkeits- und Ordnungsoffensive mit allen unseren Kräften unterstützen. Zonen der Unordnung dürfen nirgends geduldet werden. Was unser Außenminister Fischer schon für die ganze Welt konstatierte, muss doch erst recht innerhalb Deutschlands gelten. Wenn die BRD sich anschickt in der Welt Ordnung zu schaffen, können wir nicht zulassen, dass die eigenen Städte in Müll und Chaos versinken. Erklären wir deshalb nicht nur anderen Regierungen den Krieg, sondern der eigenen Gesellschaft! Sorgen wir hier wie dort für Ordnung und Kontrolle. Keiner soll sich mehr unbeobachtet fühlen können, denn nur wer nicht kontrolliert wird, wirft seinen Müll einfach auf die Straße. Es reicht eben nicht mehr Papierkörbe aufzustellen. Wie die Stadtverwaltung ganz richtig erkannt hat gibt es zu viele Uneinsichtige. Daher wird folgerichtig eine Müllpolizei diesen Unbelehrbaren eine gelbe Karte zeigen. Bei wiederholtem Verstoß gibt es die rote Karte und ein Verwarngeld bis zu 50 Euro.
Wir können nur hoffen, dass die Stadt in naher Zukunft auch mehr Überwachungskameras in der Stadt anbringen wird. Auch die Müllpolizei kann ihre Augen nicht überall haben. Überwachungskameras bieten darüber hinaus die Möglichkeit, endlich auch ein einkaufsgerechtes Verhalten in der Stadt durchsetzen zu können. Schließlich ist die Innenstadt eine Konsummeile und nicht dafür gedacht rum zu stehen oder zu sitzen oder gar zu demonstrieren und dadurch den Fußgängerverkehr zwischen den Geschäften zu behindern. Das trübt alles nur die Einkaufsfreude. Bis es soweit ist sind wir alle aufgefordert, mitzuhelfen. Die ,,Putzkolonne -Wir helfen mit" will genau diese Unterstützung leisten.

 

 

 

Bußgeldkatalog
"Ca. 30 Außendienstmitarbeiter der Stadtreinigung Göttingen und der Fachbereiche Ordnung und Tiefbau & Baubetrieb, die speziell geschult und zu Vollzugsbeamten bestellt worden; sie können dann vor Ort künftig direkt eine kostenpflichtige Verwarnung aussprechen." Zunächst soll dann erst eine "gelbe Karte" also ein Verweis ausgesprochen werden und danach eine "rote Karte" und ein Bußgeld.

Wegwerfen von Zigaretten, Kaugummis, Taschentüchern, Lebensmittelresten, Pappbechern, Papier 10 Euro
Zigarettenschachteln, Papiertüten, Dosen, Plastikbeuteln, Getränken, Einweggeschirr15 Euro
Glasflaschen, Scherben, Blech- und Eisenresten, scharfkantigen Gegenständen20-35 Euro
Verunreinigung durch Hundekot15 Euro
Ausleerung eines Aschenbechers (Auto)35 Euro
Bemalen/Beschmieren von öffentlichen Gebäuden und Gegenständen50 Euro
Füttern von Tauben25 Euro
Unbefugtes Bekleben mit Plakaten25 Euro

 

 

Nazipropaganda beleidigt das Auge mehr als eine weggeworfene Kippe
Groner Bürgerinitiative Antifaschismus

> Überblicksseite gegen Rechtsradikalismus

"Wir gaben dem Müll eine Abfuhr: GROBIAN beseitigte Nazi-Schmierereien auf "Stromkästen". Den Göttingenweiten Aktionstag "Wir geben dem Müll eine Abfuhr" nutzte die Groner Bürgerinitiative Antifaschismus (GROBIAN) zur Beseitigung von NPD-Schmierereien auf sog. "Stromkästen" und Wertstoffcontainern in Grone: Auch geistigem Müll sollte an diesem Tag eine Abfuhr erteilt werden. Dabei stellte die Bürgerinitiative fest, dass die beschmierten Kästen, die wie Stromkästen aussehen, der Post gehören. Diese wurden an den beschmierten Frontseiten sauber überlackiert. (Fotos: GROBIAN)

grobian1.JPG (13921 Byte)
Vorher

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Nachher

Leider konnten nicht alle Schmierereien beseitigt werden, da einzelne Kästen zuvor wesentlich gründlicher gereinigt werden müssen, als dies mit den Mitteln der Bürgerinitiative möglich war. Auch die riesigen Hakenkreuz – Schmierereien auf der Begrenzungsmauer zum Nachbargrundstück neben dem Groner Freibad konnten natürlich mit Lack und kleinen Rollen nicht beseitigt werden.
Die Groner Bürgerinitiative Antifaschismus wird sich in den nächsten Tagen an die Verantwortlichen wenden und diese auf diese Sachlage aufmerksam machen."