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Initiativen und Bündnisse gegen Sozialabbau
Protesten und Aktionen gegen Sozialabbau seit 1997

2005/2006
Sparterror 2005/2006

2004
Arbeitsamt / Agentur für Arbeit
Arbeitslosengeld 2
Zu niedrige Wohngeldtabellen und allgemein zu "Kosten der Unterkunft"
1 Euro Jobs
Bericht Frauenprotest
15.12.04
Kampagne Heisser Herbst Okt 04
Sport im Arbeitsamt
21.9.04
Arbeitslosenfrühstück im Rathaus
Arbeitslosenfrühstück im Arbeitsamt
"GEMEINSAM!"-Demo 3.7.04
Streichlisten der Landesregierung
Aktion ggn Sozialkahlschlag"
Sozialabbau 2004
Stadt spart weiter
29.3.04

2003 
Sozialabbau 2003
Sozialabbau Aktionstag
10.03
Sparterror ggn Soziokultur 10.03
Soziale Einrichtungen
Sozialabbau ggn Arme u.Kranke

Abbau ABM/BSHG-Stellen 3.03
Studis gegen Studiengebühren
Protest ggn Uni-Kürzungen)
8.03

2001-2002
Kaputtsparen der Kultur
Protest gegen Schwimmbadpreise
Sparen an den AWO-Kitas
2001

1997-1999
Bündnis gegen Sozialabbau 
Montagsdemos 97/98
Protest der Heilberufe
99
Sozialabbau in Kliniken
Sozialabbau bei KrankengymnastInnen


2026

Bericht und Kommentar zum Treffen des „Bündnis gegen Kürzungen“

Seit 27 Jahren immer wieder Proteste gegen Sozialabbau. 2026 begann es nun wieder am Samstag den 18.7.26 mit einer Demonstration des Bündnis "Göttingen gegen Kürzungen",(> Aufruf) ab 12 Uhr Neues Rathaus bis Auditorium. DGB und einzelne DGB Gewerkschaften, IGM, verdi vor allem UMG-Arbeitsüberlastete, Grüne, DKP und GöLinke, Antifa, Partei DieLinke, Forum Waageplatzviertel, Nachbarschaftszentrum, Weende/Nordstadt und vielel die einfach sauer sind, insgesamt ca 700

Am Montag den 31.8.26 wurde von seiten Verdi versucht eine Mobilisierung zu den gewerkschaftlichen Protesten gegen die sozialen Kürzungen am 26.9. in Hannover auf den Weg zu bringen. Der "Sozialratschlag" fand ab18 Uhr in der ver.di-Geschäftsstelle , Groner-Tor-Straße 32 statt. Der Versuch setzt eine Reihe von Protesten gegen Sozialabbau fort und ist gleichzeitig ein erneuter Versuch, dabei ein Bündnis zwischen den Initiativen, Verbänden und Gewerkschaften aufzubauen. Einen Überblick über frühere Proteste gegen Sozialabbau findet sich weiter unten.


Demo 18.7.2026 / Goe-Gegen-Kuerzungen@proton.me

Bereits am 18.7.26 hatte eine Demo des Bündnisses „Göttingen gegen Kürzungen“ mit ca. 700 Personen stattgefunden. Motto: „Solidarität von unten, statt Sozialabbau von oben“. In den Einladungen zu dieser ersten Demo und wurden die Forderungen der Initiator*innen beschrieben:

  • „Umverteilung – Das Geld ist da, es ist nur ungerecht verteilt. Statt Menschen mit geringen Einkommen für die Haushaltslöcher zahlen zu lassen, müssen diejenigen stärker beitragen, die über große Vermögen verfügen. Vermögensabgaben jetzt – für einen auskömmlich finanzierten Sozialstaat!
  • Stoppt Militarisierung und Aufrüstung– Für Krieg und Aufrüstung werden Milliarden ausgegeben. Dieses Geld wird jedoch für Gesundheit, Pflege, Sorgearbeit und soziale Sicherheit gebraucht.
  • Schutz der Rechte von Arbeiter*innen– Der Achtstundentag, die Rente und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind hart erkämpfte Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung. Finger weg von unseren Rechten!
  • Gerechte Steuern– Wer über große Vermögen verfügt, muss einen fairen Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Wir fordern die Wiedereinführung der Vermögensteuer sowie eine wirksame Reform der Erbschaftsteuer.“

Zu einem neuerlichen Treffen trafen am 31.8.26 ca 30 Personen in der Verdi-Geschäftsstelle zusammen. Anwesend waren von verdi u.a. die Gewerkschaftssekretärin Julia Niekamp und –sekretär Thilo Jahn. Aus dem kirchlichen Bereich Leute aus der Diakonie, jemand von der IGMetall und der GEW, eine Frau von den Omas gegen Rechts, aus der Kita der UMG, Soziales Zentrum, Interventionistische Linke. Die meisten kamen aus dem Stadtgebiet, einige von außerhalb wie Duderstadt (Caritas) und Northeim. Die Organisator*innen sprechen vom „Zivilgesellschaftliches Bündnis“ und der „breiten vielseitigen Stadtgesellschaft Göttingens (…)  von Nachbarschaftsvereinen, über politische Gruppen bis hin zu Betrieben und der Kinder- und Jugendhilfe. So organisieren sich hier etwa Beschäftigte der UMG, der Asklepios Kliniken und weiterer lokaler Arbeitgeber im Sozial- und Gesundheitsbereich. U. a. Wirken mit das Soziale Zentrum Göttingen, das Forum Waageplatz, die IL und die Falken.“ verschiedene Stadtgruppen, Gewerkschaften, organisierte Studierende und Kolleg*innen

Moderiert wurde die Veranstaltung von drei jungen Frauen von Verdi. In einem Einführungsvortrag wurde die komplexe Vielzahl der Kürzungen sozialer Leistungen und die Eliminierung rechtlicher Schutzregeln für Kranke, Rentner*innen, Pflegebedürftige und Angehörige, Arme und Arbeitnehmer*innen, im Kultur- und Sozialbereich aufgelistet.

Es wurde sehr stark auf eine Demonstration des DGB „gegen soziale Kürzungen“ am 26.9.26 in Hannover hin orientiert, da die Gesetzesvorhaben „bis zum Jahresende in ihre entscheidende parlamentarische Phase eintreten werden.“ Die Strategie ist also getragen von der Hoffnung, dass sich Vertreter*innen im Bundestag von Massendemonstrationen beeindrucken lassen und die Gesetzesvorhaben noch ändern. Gleichzeitig wird als Ziel aber auch genannt: „eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Initiativen, Verbänden und Gewerkschaften aufzubauen.“

Kommentar goest 3.9.2026:
Die zentralen inhaltlichen Entscheidungen der Organisierung findet bislang stark von oben herab statt. Es wird nicht langsam von untern herauf aufgebaut. Das zentrale übergeordnete Ziel ist es, so viel Leute wie möglich zu der DGB-Demonstration am 26.9. zu mobilisieren. Die Hoffnung liegt darauf, dass der Protest dann parlamentarische Wirkung erzielen könnte. Es besteht die Gefahr, beim "Bittsteller-Protest" ** stehen zu bleiben. Diese Orientierung wird nicht allen Teilnehmer*innen gerecht. Einige wie z.B. IL teilen die Hoffnungen auf das Parlament und das Ansprechen einzelner Abgeordneten nicht. Aber eine Alternative zu dieser Demonstration stand nicht im Raum. Angesichts des massiven Angriffs auf erkämpfte Rechte und soziale Standards wäre es Zeit, die Diskussion in Richtung des politischen Streiks zu lenken!
Der Aufbau einer Vernetzung wird - zunächst jedenfalls - vor allem als Hilfe bei der Ausweitung der Mobilisierung benutzt. Das Bündnis der vernetzten Initiativen ist (noch) nichtorganisatorisch demokratisch aufgebaut, sondern findet unter Organisationshoheit von Verdi statt. Eine Vernetzungs-Organisation müsste eine von den Teilnehmer*innen gewählte Organisationsleitung haben, die z.B. auch über den Verteiler verfügt, Treffen einberufen und darüber informieren kann. Um ein stabiles Netzwerk zu werden, das nicht nur Strohfeuer organisiert, ist ein langsamer Aufbau und eine differenzierte Diskussion erforderlich, bei der sich unterschiedliche Positionen und Strömungen ausdiskutieren lassen. Erfahrungen zeigen, dass bei inhaltlichen Differenzen und Mehrheitsentscheidungen, die nicht der Strategie der Gewerkschaften entsprechen, von Seite der Gewerkschaften oft keine gründliche Diskussion angestrebt wird, sondern die organisatorische Macht dazu benutzt wird, die Aktivitäten zu blockieren. Dies ist bei der Teilnahme an solchen Venetzungsangeboten zu beachten und vorsorglich zu begegnen.
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** An dieser Stelle sei erlaubt, J. Agnoli, Die Transformation der Demokratie, Ffm 1968, zu zitieren: "Organisiert die Gewerkschaft anstelle eines politischen Streiks eine revolutionär gehaltene Massenpetition, so braucht das Parlament sich vor den Arbeitern nicht zu fürchten."