goettinger stadtinfo 
 Texte und Bilder
© Impressum

Betriebliche Niedriglohnbereiche, Kleinbetriebe und "prekäre" Arbeit

Harald Mack Krankengymnastik: Inhaber kündigt 5 Beschäftigten zu Weihnachten
Bäckerei Ruch: rechtswidrige Lohnkürzung bei Krankheit

> Leitseite Betriebliche Themen
> ver.di
> ähnlicher Konflikt bei Ifas
> Betriebsinformationen (Betriebsexpress)
> Lohndrückerei im Ev. luth. Kirchenkreis
> Konflikt bei der Reinigungsfirma ELWA

Arbeitshölle "Callcenter" 1. Mai 2012
Arbeitskonflikt bei EMNID
Callcenteroffensive/TelefonarbeiterInnen
> Telekom Callcenter Göttingen

>>

Neues aus der Arbeitshölle Callcenter

31.10.12 // Mit Imagekampagnen, Filmen und schönfärberischen Anzeigen versucht diese Firma MitarbeiterInnen zu locken. Die Berichte von MitarbeiterInnen sprechen eine andere Sprache.
Nach der Veröffentlichung unseres ersten Artikels im Mai 2012 bekamen wir einige positive Rückmeldungen. Z.B. hiess es: " Der Artikel wurde begeistert aufgenommen. Wir haben den Artikel auf Facebook verlinkt und den Link zur Site www.goest.de möglichst großflächig verbreitet. Mal sehen ob der Standortleiter reagiert. Dieser ist im Übrigen auch bei Facebook zu finden "xxxxxxxxxx". Infos ähnlicher Art auch bei "Chef duzen" unter xxxxxxxxxxxx ."

Nun erreichte die goest-Redaktion am 28.10.12 erneut eine Mail mit einem Mitarbeiterbericht. Darin schildert er seine leidvolle Erfahrung mit dieser Göttinger Firma. Wer dort arbeitet oder gearbeitet hat erkennt die Firma meist anhand der anonymen Berichte wieder, was wir - wie bereits geschrieben - auch als Bestätigung für die Richtigkeit der Berichte ansehen. Wir werden auch zukünftig weitere Berichte veröffentlichen und hoffen, dass die Beschäftigten irgendwann einen Betriebsrat gründen und sich gemeinsam wehren.

Mail vom 28.10.12 an goest-Redaktion Absender xxxxx
die Mail wurde mit einem Handy verfasst, daher einige stilistische Mängel

Guten Tag liebes goest-team,
ich bin ebenfalls Mitarbeiter "gewesen" in diesem Sklavereitreibendem Laden. Ich bin einer derjenigen, die es dort sehr lange ausgehalten haben. Nach 4 Verlängerungen und seriöser Arbeit bin ich gesetzlich in einen Festvertag übergegangen. Wurde aufgrund einer Krankheit schikaniert und gedemütigt. Aufgrund einer Verletzung am Bein wobei ich später noch operiert wurde, hat mir die Geschäftsleitung das Leben nicht leicht gemacht. Ich war derjenige, der gemeinsam mit Ver.di versuchte einen BR zu gründen, leider schlug dies fehl. Nachdem kleine Verräter in dem Laden mich verpfiffen hatten musste ich mich beim Standortleiter xxxxxxx und Projektleiter xxxxxxx rechtfertigen weshalb ich auf sollche Ideen komme, man habe große Angst davor. Bei Teamleitern hieß es das "Böse Wort" ist gefallen. etc. Ab diesem Punkt an wurde ich nicht mehr als Bereicherung in.dem Laden angesehen. (vorher im so genannten sales team fest eingestellt und eine umsatzkanone gewesen mit vielen positiven ideen wie eine sales olympiade unter mitarbeitern etc.) aufgrund meiner schwellung im bein was sich 1 Jahr hingezogen hatte, ich trotzdem arbeiten war. zwar auch zwangsweise hin und wieder Krankgeschrieben war. Nicht.immer wegen dem Bein, wurde mir kurz nach dem Gespräch - Betrug bei der Lohnfortzahlung unterstellt und das Vertrauen in mich als MA nicht mehr gewährleistet. Es kam extra jemand aus HH um dies mir auf üble art und weise mündlich zu erläutern. Ein Hr. xxxxxxx vom Personalmanagment.Der sogenannte Standortleiter war zu so etwas nicht in der Lage. Eine absolute Witzfigur der von nichts Ahnung hat und nur Zahlen und Statistiken im Kopf hat. Das Gespräch begann ohne Guten Tag oder Vorstellung wer man ueberhaupt sei. Hr. ??? so und soviele Kranktage... man müsse über das Beschäftigungsverhältnis nachdenken... sie hängen doch mit ihrem Hausarzt unter eine decke und betrügen uns bei der Lohnfortzahlung. Ich wurde an dem Tag obwohl ich Krankgeschrieben war und kaum laufen konnte dafür hinbeordert. Wobei ich noch ehrlich war und denen von meiner Krankheit berichtete und über jegliche Reha-Maßnahen etc. unterrichtete. Es war einfach nur ein Grund für eine schnelle Kündigung. Man gut dases Anwälte gibt, die einen in sollchen fällen unterstützen. Mir wurde mein Gehalt nicht überwiesen 1 Tag vor der OP. Frau und Kind sitzen daheim und fragen sich wie man so was machen kann. Urlaubstage aus dem letzten Jahr wurden angerechnet etc. und alles weitere, was auf ihrer Seite steht, kann ich nur bestätigen. Versprochene Gelder für extraaufgaben und ueberstunden wurden nicht ausgezahlt. vertuscht und vom auftraggeber in die eigene tasche gesteckt. keine provisionsuebersicht und keine korrekte auszahlung der provision. jeden monat stimmte etwas nicht. schikanierungen etc. gehoeren dort zur tagesordnung. ich.bin froh dort nicht mehr zu arbeiten... es gibt einen haufen den ich noch beitragen.kann. aber derzeit nicht so bequem uber das handy zu.schreiben ich bitte um verstaendnis der rechtschreibung.ich hoffe dass ich durch meinen Text für weitere schlagzeilen sorgen kann. bei weiteren fragen, stehe ich Ihnen gerne zur verfügung. Leider gibt es in diesen unternehmen nur negatives zu berichten. MfG xxxxxx

 

Arbeitshölle "Callcenter"

7.5.12 Callcenter sind krankmachende Arbeitsstätten in denen viele Menschen nervlich zerrütten. Penible technische Überwachung mit darauffolgenden Schikanen, der Zwang auf Pausen zu verzichten, ein Lohn der kaum zum Leben reicht, Arbeitshetze und Nervenstress, Essen an der Tastatur, die Packung Kopfschmerztabletten daneben, das alles macht die Leute kaputt. Wer krank ist, wird sofort unter Druck gesetzt. Wer sich wehren will und z.B. das Wort "Betriebsrat" auch nur laut ausspricht, dem wird, wenn es der Leitung bekannt wird, gekündigt. Callcenter-MalocherInnen schließt euch heimlich zusammen und wehrt Euch!

Der erste Bericht eines Callcenter-Mitarbeiters in der Region Göttingen sprach schon Bände, in einem zweiten Bericht werden die üblen Verhältnisse um weitere Beispiele ergänzt.

Den Namen der Firma nennen wir (vorerst jedenfalls noch) nicht. Wenn jemand die Firma anhand der geschilderten Schweinereien identifizieren kann, dann sehen wir das als eine zusätzliche Bestätigung dafür, dass alles was der Mitarbeiter beschrieben hat, bis ins Detail stimmt. Wenn die Firmenleitung sich selbst wieder erkennt, verraten wir ihnen nichts neues und sie wissen, was wir von ihnen halten. Wenn Mitarbeiter ihre Firma anhand des goest-Artikels wiedererkennen, verstehen wir das als weiteren Beleg für die Richtigkeit der Berichte.

Dritter Bericht 1.6.12 / Mitarbeiter erkennt die Firma an der Beschreibung der Mißstände

"Der Bericht zum Callcenter XXXXXXXXXX ist mehr als richtig. Ich selbst bin derzeit dort noch angestellt aus Not der Finanzlage und Arbeitslosigkeit und derzeit verlassen nach und nach immer mehr erfahrene Kollegen diesen Scheissladen! Richtig so! Ich selbst bin auf neuer Stellensuche, sowie viele andere auch. Der pure Hohn ist weiterhin, die am heutigen Tage (31 Mai) des Herrn YYYYYYY (Standortleiter) gesandte Mail es gäbe zu den Feiertagen nun eine saftige Erhöhung, für die, die gearbeitet haben: 0,50 Euro mehr die Stunde! 50 Cent ! Wahnsinn! Kann ich einmal im Monat mehr zum Bäcker und frische Brötchen kaufen! Geilste hingegen des XXXXX sein profil auf "xing.de", mit der großen klappe, wie toll sein heimkino doch wäre und das er nach der suche des perfekten Klanges ist. Jaaaa. bei der Kohle ist das auch kein Wunder."

Zweiter Bericht über die Zustände in einem Göttinger Callcenter

7.5.12 In einem weiteren Bericht werden die am 1. Mai geschilderten Zustände eines Göttinger Callcenters bestätigt:

"Sehr geehrte Damen und Herren, ich beziehe mich auf Ihren Artikel zum Thema -Arbeitshölle "Callcenter"-. Ich wusste sofort, welches Callcenter gemeint ist, denn ich habe selbst einmal dort gearbeitet. Es ist genau so, wie es geschildert wird, und teilweise noch schlimmer. Man kann sich nicht vorstellen, was man sich dort alles anhören muss, wenn man zwar einem Kunden geholfen hat (und dieser sogar ein schriftliches Lob einreicht, was aber natürlich komplett ignoriert wird - könnte den Mitarbeiter ja in seinem Verhalten bestärken), aber leider die Geforderte Maximale Gesprächsdauer von 4,5 Minuten überzogen hat. In dieser Zeit soll man auf den Kunden eingehen, ihn mit vorgeschriebenen floskeln soundso oft anreden, sein Problem am besten gleich lösen oder ggf. weitergeben, ihm noch etwas verkaufen (hier wird auch gefordert, dass man lügt, z.b. eine SIM-Karte als geschenkt anpreist, die Gebühr und die Versandkosten, die sich auf über 20,- belaufen einfach mal verschweigt...) und natürlich noch den vollständigen, inhaltlich korrekten, sinnvollen und bitte kurz zu haltenden Akteineintrag machen. Und wenn man mal seine Pause, die in großen für alle sichtbaren zahlen auf dem Bildschrim rückwärts läuft für 15 Sek überzieht.... Kaum vorstellbar. Aber leider wissen die Herren, dass sie am längeren Hebel sitzen. Schön war auch der Moment, in dem allen Mitarbeitern der Weihnachts- und Sylvesterurlaub gestrichen wurde, weil ja über die Feiertage extra viele Anrufe erwartet werden (haha). Nur Sonderfälle bei nachweislich vorliegender Hotelbuchung oder ohne Betreuungsmöglichkeit für die Kinder bekamen Urlaub. Und dann schickt der Chef am 15.12 (!) eine Email an alle, dass er jetzt in den "verdienten" Urlaub geht bis kommendes Jahr. Er war am 15.01 dann wieder da. Er wünschte allen schöne Feiertage mit der Familie und informierte uns, dass es ja sicherlich nicht viel zu tun gäbe für die wenigen, die arbeiten müssten. Es wäre ja zu erwarten, dass es über die Feiertage ruhig wird... Wie später bekannt wurde, gab es ein abkommen, dass alle anderen Callcenter, die für die gleiche Firma telefonieren, die Feiertage geschlossen hatten. Nur dieses nicht. Na, wer da wohl einen dicken Bonus bekommen hat. Und sowas wie Feiertags- oder Nachtzulage gibt es nicht, obwohl immer gearbeitet wird, bis 23 Uhr. Einen zusätzlichen Tag Urlaub, wenn man am Feiertag ran musste, wie der Gesetzgeber es vorschreibt? Nein, warum denn? Wenn der Mitarbeiter sich beschwert, kann er gerne zum Amt gehen, denn dann braucht er einen neuen Job. Ich könnte noch viel mehr berichten, und wenn interesse besteht und mit Anonymität garantiert wird, dann kann ich gerne genau benennen, um welches Callcenter es sich handelt. Damit nicht noch mehr Menschen sich dort kaputt arbeiten und dann unter einem Vorwand entfernt werden. Dass sollte sich jeder ersparen. Mit freundlichem Gruß,

Erster Bericht über die Verhältnisse in einem Göttinger Callcenter

Ein Callcenter-Malocher schildert die Arbeitsbedingungen in einem Callcenter der Region Göttingen folgendermaßen:

- - sehr niedriger Arbeitslohn, dieser beträgt 7€/h brutto.
- - schlechtes Arbeitsmaterial (Stühle in schlechtem Zustand, flackernde Bildschirme, etc.)
- - strenge Überwachung (sekundengenaue Messung der Gesprächszeiten, Pausenzeiten, etc.)
- - für eine volle Woche Urlaub (Mo-So) müssen 7 Tage Urlaub genommen werden, der Jahresurlaub beträgt 28 Tage
- - Mitarbeiter werden bei Krankmeldung mündlich sehr deutlich darauf hingewiesen, dass der Krankenstand im Betrieb viel zu hoch sei und das man nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich zuhause bleiben müsse
- - Mitarbeiter werden auch per interner Mail darauf hin gewiesen, das der zu hohe Krankenstand bald Konsequenzen nach sich ziehen wird
- - bei Überschreiten der Gesprächszeiten wird der Agent im Beisein aller Kollegen gerügt und dabei oft auch persönlich beleidigt
- - beantragter Urlaub wird meist verspätet bearbeitet, Zusage oder Absage oft 1-2 Tage vor Urlaubsbeginn
- - wenn der Agent die Anforderungen (Verkaufsziel, Pausenzeit, Angebot von neuen Verträgen während des Gesprächs, etc.) nicht erfüllt oder erfüllen kann, wird der Agent genötigt, eine Zielvereinbarung zu unterschreiben, gleichzeitig wird der Agent darauf hingewiesen, dass erneute Verfehlungen oder nicht erreichte Ziele eine Abmahnung zur Folge haben können

Ein anderer Callcenter-Malocher schreibt warum gekündigt wurde:
"Ich habe mit sehr vielen meiner Kollegen gesprochen, über die Lage im Betrieb, Lösungsansätze, Notwendigkeit eines Betriebsrates, usw... Da sich so etwas schnell herumspricht, war die Konsequenz aus meinem Verhalten die Kündigung (...). Alle Mitarbeiter, mit denen ich gesprochen habe, stimmen einer Installation eines Betriebsrates vollkommen zu - aber leider sind die meisten meiner ehemaligen Kollegen auf diesen Job angewiesen (aus vielfältigen Gründen). Daher befürchten die Mitarbeiter, ebenfalls eine Kündigung zu bekommen, falls sie mit "Gewerkschaftsgeschichten" in Verbindung gebracht werden.
Teamleiter werden gezielt dazu angehalten, auf "böse Worte" wie Betriebsrat oder Gewerkschaft zu achten und diese Mitarbeiter zu melden. Es erfolgt eine Einschüchterung der Mitarbeiter in Bezug auf Betriebsratsbildung mit gezielten Informationen über CallCenter-Schließungen, falls ein Betriebsrat gegründet wird."

"Callcenter-MalocherInnen schließt euch heimlich zusammen und wehrt Euch öffentlich!"

 

Harald Mack Krankengymnastik
Inhaber kündigt 5 Beschäftigten zu Weihnachten / 25.12.10

Ver.di vermutet Schikanen wegen Betriebsratswahl
Ver.di Süd-Ost-Niedersachen bzw. der verantwortliche Gewerkschaftssekretär Gunter Grimm informierte kurz vor Weihnachten darüber, dass Harald Mack der Inhaber der Krankengymnastik-Praxis in Grone 5 seiner bisherigen Angestellten eine Kündigung ausgesprochen hat in Verbindung mit sofortiger "Freistellung" und einem Hausverbot.
In dem Bericht von ver.di werden diese Kündigungen als Reaktion des Arbeitgebers auf die Gründung eines Betriebsrates gesehen. Zur Erläuterung der Situation und der Vorgeschichte heißt es:
"Das Team arbeitete immer auf Hochtouren für die Patienten, die Praxis und damit natürlich für seinen Arbeitgeber H. Mack. Dennoch erhöhte sich der Druck ständig: Angeblich zu niedrige Umsätze und angeblich zu hohe Löhne seien verantwortlich für eine schlechte wirtschaftliche Lage." Danach im Mai 2010 gründeten die Angestellten einen Betriebsrat. In der Folgezeit wurde die Situation jedoch noch skuriller. Es wurden , so der Bericht "neue, zum Teil gesetzeswidrige Arbeits-anweisungen erlassen, Fortbildungszuschüsse gestrichen, Urlaubsverbote und Abmahnungen ausgesprochen. Dies wirkt auf die Angestellten wie Sanktionen wegen der Betriebsratsgründung. Nur auf Intervention des Betriebsrats und der Gewerkschaft ver.di wurden diese "Arbeitsanweisungen" und Abmahnungen zum Teil zurückgenommen. Eine gute Zusammenarbeit seitens des Arbeitgebers mit dem Betriebsrat gibt es jedoch bis heute nicht. Mit den Kündigungen ist nun bei den Mitarbeitern der Eindruck entstanden, dass hier eine Betriebsratswahl abgestraft wird. Alle Gekündigten waren an der Organisation dieser Wahl beteiligt."

Inhaber sucht z.Zt. dringend neue Kräfte
Die Krankengymnastik-Praxis Harald Mack befindet sich in Grone im Greitweg 8a und die dort Beschäftigten bieten Massage, Fango, Bobath-Therapie, Manualtherapie, Lymphdrainage, Fußreflexzonenmassage, Hausbesuche und Rückenschule an.

Offensichtlich handelt es sich im beschriebenen Fall um eine fristgerechte Kündigung, die allerdings kaum als sogenannte betriebsbedingte Kündigung erfolgt sein kann. Dies wäre nur möglich, wenn z.B. nicht genügend Aufträge vorlägen oder andere betriebliche Gründe einen Personalabbau begründen. Gleichzeitig sind im Internet jedoch Anzeigen zu finden bei denen es heisst:

"Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir per sofort eine/n Physiotherapeuten/in. Es handelt sich um eine vorläufig auf 12 Monate befristete Vollzeitbeschäftigung mit Option auf Übernahme. ......" Die Anzeige wurde am 2.12.10 veröffentlicht. Die Einstellung soll für die Zeit vom 23.12.10 bis 22.12.11 erfolgen Quelle1

" 21.12.2010, Stellenbeschreibung: Harald Mack Krankengymnastik / Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir per sofort eine/n Physiotherapeuten/in. Es handelt sich um eine vorläufig auf 12 Monate befristete Vollzeitbeschäftigung mit Option auf Übernahme. ....."
Quelle 2

Im Internet findet man ein Foto des Teams (mit unbekanntem Datum) unter der Internetadresse: http://www.gelbe-seiten-svd.de/Anzeigen/bga_grafiken/80i10386.jpg das 9 Personen also wahrscheinlich den Inhaber mit 8 Beschäftigten zeigt. (Ab 5 kann ein Betriebsrat gebildet werden). Der Inhaber Harald Mack saß also nach der Kündigung mit nur noch 3 Leuten in seinem Betrieb und versuchte über die Weihnachtsferien neue Kräfte zu finden. Wer neue Arbeitskräfte sucht, kann schlecht behaupten, unter Arbeitsmangel zu leiden. Eine betriebsbedingte Kündigung in Folge schlechter Auftragslage oder Rationalisierung scheidet also mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Bleibt also die personenbedingte Kündigung, die noch etwas schwieriger durchzusetzen ist.

Betriebsrat muß gehört werden sonst ist die Kündigung unwirksam
Interessant wäre auch, was der Betriebsrat zur Kündigung gesagt hat - falls er überhaupt gehört wurde. Wenn der BR der Kündigung widerspricht wäre dies für einen Arbeitsgerichtsprozess durchaus von Bedeutung. Es ist aber schwer vorstellbar, wie der Geschäftsinhaber eine personenbezogen Kündigung gegen gleich 5 KollegInnen durchsetzen will. Wahrscheinlich hat er keine oder sehr wenige Kenntnisse vom Betriebsverfassungsgesetz und kennt nicht "§ 102 Mitbestimmung bei Kündigungen(1) Der Betriebsrat ist vor jeder Kündigung zu hören. Der Arbeitgeber hat ihm die Gründe für die Kündigung mitzuteilen. Eine ohne Anhörung des Betriebsrats ausgesprochene Kündigung ist unwirksam."

KOMMENTAR
Konflikte in Kleinbetrieben sind schwer handhabbar, wenn sie sich auf den formalen Weg begeben. Arbeitsgerichtsentscheidungen werden zwar wahrscheinlich für die Gekündigten entscheiden, aber wie soll ein Team funktionieren, wenn die Kontrahenten auf engstem Raum einer Praxis dauernd miteinander kooperieren sollen und sich nicht verstehen? Dennoch wird der Inhaber erkennen müssen, dass es ihn mehr Geld und Nerven kosten wird, wenn er die Kündigungen durchsetzen will - er wird wahrscheinlich verlieren und damit seinem Geschäft schaden.
Dem guten Mann kann nur geraten werden, sich so schnell wie möglich mit den entlassenen Kräften und dem gewählten Betriebsrat zusammenzusetzen um verbindliche Regelungen über die Betriebsabläufe zu vereinbaren um möglichst bald den geregelten Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen zu können. Eine Entschuldigung für die Kurzschlußreaktion der Kündigung könnte da ein guter Einstieg sein. Begreifen wir es einmal als Einübung in den nach BetrVG gesetzlich geregelten Zustand. Den Flurschaden, der mit dieser gewerkschafts- und betriebsratsfeindlichen Handlung angerichtet wurde, könnte sich spürbar negativ im Stadtteil Grone auswirken. Da nützt auch keine Sponsortätigkeit des Arbeitgebers beim Sportverein Sparta.

14.1.11 / Die Internetseite http://www.physio-haraldmack.de/ ist inzwischen nicht mehr erreichbar und laut Aussage des Geschäftsinhabers "geschlossen".

zum Anfang

 

Bäckerei Ruch: rechtswidrige Lohnkürzung bei Krankheit
Der GeRUCH der Unternehmenswillkür

2.4.07 / Am Samstag gab es eine Flugblattaktion mit Transparent vor der Bäckereifiliale von Ruch und Gerhardy in der Groner Straße. Die Feinbäckerei Ruch & Gerhardy GmbH hat ihren Hauptgeschäftssitz in Rosdorf Am Flüthedamm 2 . Allein im Stadtgebiet von Göttingen gehören ihr 27 Filialen und außerhalb Göttingens besitzt sie noch weitere 29 Filialen in Hann. Münden, Dransfeld, Duderstadt, Dassel, Einbeck, Duderstadt, Northeim, Vellmar, Veckerhagen, Fuldabrück, Grebenstein, Reinhardshagen, Sandershausen, Adelebsen, Hofgeismar, Fuldatal, Gimte und Kassel. 2006 war in der Bäckereifachzeitschrift von insgesamt 270 Beschäftigten die Rede.

Foto: vom 2.4.07 / Eine der 51 Filialen der Ruch&Gerhardy GmbH in der Groner Straße Nr. 25 und Bistro Nr. 26.. 1969 erfolgte hier die Übernahme der Bäckerei Fischer "ein Meilenstein in der Geschichte der Bäckerei Ruch" heisst es in der Firmenchronik.

Klar, dass diese Bäckerei mit derart vielen Filialen auch kommunalpolitischen Einfluss in Göttingen hat. Dies sollte aber nicht ermöglichen, quasi-feudalistische Arbeitsverhältnisse gegen geltendes Arbeitsrecht einzuführen. Nachdem bekannt geworden war, dass in diesem Betrieb Beschäftigten wegen Krankheit der Lohn um 30 % gekürzt worden war wurde einer der beiden Geschäftsführer Thorsten Ruch in der örtlichen Presse damit zitiert dass er durchaus wisse, er habe gegen geltendes Arbeitsrecht verstossen aber es habe ihm gereicht. Das Schlimme ist, dass sich die Betroffenen nicht einmal trauen, arbeitsrechtlich dagegen vorzugehen aus Angst um ihren Arbeitsplatz

"Was sagt eigentlich der Betriebsrat dazu?" haben wir uns gefragt. ( Nachtrag am 4.4.07 Die Frage, was der Betriebsrat dazu sagt war etwas blauäugig, denn wie zu erfahren war gibt es in dieser Firma keinen Betriebsrat für die 270 Beschäftigten - da wirds aber mal Zeit! ) Die zuständige Gewerkschaft ist übrigens die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit Sitz in Braunschweig und hatte den Fall in die Medien gebracht.

Der Geschäftsführer Ruch mag vielleicht beurteilen können, ob ein Brötchen richtig gebacken ist, aber ihm kann letztlich nicht überlassen bleiben zu beurteilen, ob eine Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit vorliegt - dies ist Aufgabe eines Arztes. Die Entscheidung, Lohnkürzung wegen Krankheit vorzunehmen stellt einen gravierenden Vorgang dar, gegen den sich die Protestkundgebung am Samstag gerichtet hat. Ohne direkt von einem Einkauf bei Ruch abzuraten forderten die ca. 25 Protestierenden die Kunden auf, zu überlegen, ob ein solches Gebaren zu tolerieren sei.

Filialen von Ruch in Göttingen:

Kurze Geismarstraße 37
David-Hilbert-Straße 2
Nikolausberger Weg 34
Friedrich-Ebert-Straße 27
Theaterstraße 6
Geismarlandstraße 65
Göttinger Straße 76
Am Wolfshof 1
Am Gladeberg 32
Steinflurweg 3
Allerstraße 31
Hauptstraße 54
Nikolausberger Weg 43

Königsallee 68
Feldtorweg 1
Bahnhof
Rosdorfer Weg 23
Groner Straße 25/26
Am Steinsgraben 19
Hauptstraße 23
Am Eikborn 26
Kurze Geismarstraße 3-5
Am Markt 4
Reinhäuser Landstraße 163
Nonnenstieg 2
Theaterstraße 17a

(Wir schlagen vor: 30 % des Unternehmensgewinns eines Monats werden an die Belegschaft ausgezahlt, wenn Herr Ruch mal krank ist - Gleichbehandlungsgrundsatz)

Tarifvereinbarungen im Bäckereigewerbe 2012

Ab August gibt es für die Beschäftigten in Bäckereien ein kräftiges Lohn-Plus. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Süd-Ost-Niedersachsen mitgeteilt. "Ein Geselle mit Berufserfahrung hat dann am Monatsende rund 110 Euro brutto mehr in der Lohntüte. Die Verkäuferin, die schon seit Jahren hinter der Ladentheke steht, geht mit rund 92 Euro mehr nach Hause. Für beide ist dies ein Plus von 5,9 Prozent", sagt Katja Derer, die Gewerkschaftssekretärin der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen. Einen weiteren Lohnzuschlag gebe es im Sommer des nächsten Jahres. Dann steige der Lohn für Beschäftigte, die schon länger in Bäckereien arbeiten, in einer zweiten Stufe nochmals um 4 Prozent. "Bäcker und Verkäuferinnen im Kreis Göttingen haben allerdings auch einen enormen Nachholbedarf". Im Bäckereihandwerk Niedersachsen/Bremen seien acht Jahre lang ‚Tarif-Windbeutel' gebacken worden. Vom Verhandlungserfolg der NGG profitierten auch die Mini-Jobber in Bäckereien. "Wer Teilzeit arbeitet, bekommt den vollen Tarif-Stundenlohn. Gerade viele Frauen, die im Laden oder in Filialen das Brot verkaufen, schneiden dadurch wesentlich besser ab". Selbst eine junge Fachverkäuferin im Kreis Göttingen müsse künftig mindestens 9,16 Euro pro Stunde verdienen.

zum Anfang

 

Aus Göttinger Betriebsexpress Nr. 167, 10.10.01 
"Callcenteroffensive"/TelefonarbeiterInnen
"Nachfolgend dokumentieren wir ein Flugblatt der Initiative ,,Call Center Offensive", das sich mit den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Call Center am Beispiel der EMNID-Telefonstudios auseinandersetzt. Auch in Göttngen betreibt EMNID ein solches Studio. Gleichzeitig ist dies nur eines von mehreren CaIl Centern, die hier in Göttingen in jüngster Vergangenheit eingerichtet wurden. Jede dieser Neueröffnungen wurde gefeiert wegen der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Doch hinter den Kulissen sieht es für die Beschäftigten meist alles andere als rosig aus.
Bei EMNID arbeiten heißt: schwankender Lohn, ständige Überwachung durch Reinhören (auch. ,,Qualitätskontrolle" genannt), den Einleitungstext mindestens 1000 mal pro Schicht runterleiern, sich den Mund fusselig reden, sich über harte oder weiche Geburtstagsschlüssel ärgern und die Worte ,,vollkommen zufrieden, sehr zufrieden, zufrieden, weniger zufrieden oder unzufrieden" aus dem privaten Wortschatz zu streichen, auf Arbeit wird man sie noch oft genug sagen. Bei EMNID arbeiten heißt weiter: sich genau überlegen, ob man die Pause jetzt wirklich machen will, weil's nicht bezahlt wird, viel zu lange Fragebögen, Abbrüche im Interview, die einem natürlich auch nicht bezahlt werden, bzw.die Zielperson vollschleimen, damit sie das Interview auch zuende macht. (,,,). 
EMNID hat Telefonstudios in Bielefeld, Berlin, Göttingen, Köln und München. Bei EMNID arbeiten wir formal als Selbständige - "freie Telefoninterviewer" nennen sie das - ohne jede Rechtssicherheit. Konkret: wir bekommen keinen bezahlten Urlaub, schon gar kein Krankengeld und wir genießen nicht den geringsten Kündigungsschutz. Dabei arbeiten wir eigentlich genau wie Arbeitnehmerinnen: weisungsgebunden, immer für den gleichen Auftraggeber und und und, aber angeblich sind wir freie Mitarbeiterinnen. Gut für EMNID: so müssen sie nämlich keine Sozialabgaben für uns zahlen und die anderen oben genannten Dinge sparen sie auch. Das muss nicht so bleiben.

Zum Beispiel bezahlter Urlaub...
Der steht laut Bundesurlaubsgesetz allen ,,arbeitnehmerähnlich" Beschäftigten - also auch freien Mitarbeiterinnen - zu: ab 6 Monaten Beschäftigung die gesetzlich fixierten 24 Urlaubstage, sonst anteilig zur Beschäftigungszeit entsprechend weniger. Auch wenn man in jedem normalen Arbeitsvertrag mehr als dieses absolute Minimum vorfindet, sollte man sich diesen Urlaub trotzdem nicht entgehen lassen - entspricht schließlich einer Lohnerhöhung von fast 10%. Im Bielefelder EMNID-Studio haben einige Agents daraufhin bezahlten Urlaub gefordert, drei von ihnen per Klage vor dem Arbeitsgericht. Da EMNID solche Klagen scheut wie der Teufel das Weihwasser (könnte ja sein, dass ein Gericht einen Präzedenzfall schafft und EMNID fortan allen Mitarbeiterinnen Urlaubsgeld zahlen muss...), strebt die Geschäftsleitung nun eine außergerichtliche Einigung an und bietet den renitenten Agents 24 bezahlte Urlaubstage im Jahr -nur dass EMNID offenbar noch etwas wirre Vorstellungen von den Modalitäten des Anspruchsnachweises seitens der Agents hat. Darüber wird weiter verhandelt. Auf der anderen Seite verteilt EMNID in Bielefeld seither neue Rahmenverträge an die InterviewerInnen, in denen diese sinngemäß erklären sollen, auf sämtliche etwaigen gesetzlichen Ansprüche freiwillig zu verzichten. Ob so ein Vorgehen vor Gericht Bestand hat, ist noch nicht geklärt. Tatsache ist, dass die Unterschrift unter einen solchen ,,Vertrag" den juristischen Aufwand, die redlich verdienten Urlaubsansprüche geltend zu machen, doch erheblich erhöht. Wer sich aber für das volle Sozialleistungspaket interessiert, sollte mal überlegen, ob sich nicht eine Klage vor dem Arbeitsgericht auf Feststellung des Arbeitnehmerstatus lohnt. Auch hier gibt es bereits den Versuch seitens eines - noch - ,,freien Telefoninterviewers" aus Bielefeld. Der Prozess beginnt Mitte September und wir dürfen gespannt sein, was sich EMNID einfallen lässt, um das Gericht von der Legalität des Status Quo zu überzeugen. Pech für uns, wenn wir unser Recht nicht einfordern!    (Weitere Infos: www.callcenteroffensive.de)"

zum Anfang

 


Aus der Arbeitswelt: Protest bei EMNID
(Aus göttinger Drucksache Nr.455, 22.8.2003)

Emnid betreibt Markt- und Meinungsforschung, also Telefonumfragen. Seit drei Jahren betreibt der Laden auch in Göttingen ein Telefons3 tudio, in dem hauptsächlich Studis und SchülerInnen jobben.
Die InterviewerInnen haben den Status ,,Freie Mitarbeiterlnnen"; Emnid spart damit Sozialabgaben, kann Leute nach Belieben rauskicken und zahlt auf Honorarbasis (Geld gibt's für erfolgreich abgeschlossene Interviews, die Bezahlung ist je nach Länge und Auftraggeber mehr oder minder mies). Bisher war es so, dass es bei einem Verdienst unter 6 Euro/Stunde eine ,,Gnaden"-Zulage von Emnid gab, die diesen Mindestverdienst garantieren sollte.
Vom 1. Juli an wurde diese Zulage kompleitt gestrichen, und zwar für alle, die länger als sechs Monate dort arbeiten; Neueren wurde eine Schonfrist (,,Eingewöhnungszeit") eingeräumt. Für alle anderen läuft es auf Akkordarbeit hinaus, mit dem Risiko, Emnid ihre Arbeitskraft bei mies laufenden Studien gegebenenfalls gratis zu opfem. Kein Zufall, dass diese Maßnahme auf den Beginn der Ferienzeit fällt: Gerade haben viele Ferienjobberlnnen angefangen, die eh nicht so lange dort arbeiten wollen. Zudem wird ab August eine neue Software (,,Power-Dialing") eingeführt, die automatisch anwählt und direkt an die Intervicwer durchstellt, wenn jemand abnimmt. Damit soll eine höhere Interview-frequenz erreicht werden (was aber nach dem Gesetz der durchschnittlich notwendigen Arbeitszeit garantiert keinen besseren Verdienst bringen wird, im Gegenteil), für die Mitarbeiter-Innen heißt das vor allem: Mehr Stress.
Obwohl die Streichung der Aufwandsentschädigung so kurzfristig und beiläufig angekündigt wurde, dass Emnid darauf hoffen konnte, die Maßnahme reibungslos durchzusetzen, war für viele InterviewerInnen damit das Ende der Fahnenstange erreicht: Sie haben sich zusammengeschlossen und eine Kampagne zur Wiedereinführung des Grundlohns ins Leben gerufen.
Die ersten Schritte bestanden in einem Brief an die Studioleitung, in dem diese aufgefordert wurde, sich gegenüber der Chefetage für die Forderung der InterviewerInnen einzusetzen; der Brief wurde im Studio öffentlich gemacht und die KollegInnen aufgefordert, sich per Unterschrift (anonym, als ,,Emnid-Mitarbeiterln") hinter den Briefzu stellen - dabei wurde eine über 90%ige Zustimmungsquote erzielt. Gleichzeitig wurde ein e-mail-Verteiler aufgebaut, um die MitarbeiterInnen regelmäßig über den Stand der Dinge informieren zu können, und Kontakt zu den anderen Ernnid-Studios (Bielefeld, Berlin, Köln) gesucht, wo die Göttinger Initiative positiv aufgenommen wurde.
Wie nicht anders zu erwarten, kam bei einem Gespräch mit der Studioleitung lediglich deren Unwillen heraus, sich hinter die InterviewerInnen zu stellen; sie steht aber nun unter dem Druck, den MitarbeiterTnnen die Lohrikörzung schrnackhaft zu machen, so dass demnächst eine "Informationsveranstaltung" angesetzt werden soll. Die Initiative der JnterviewerInnen hat jedoch nicht vor, sich von der ,,Notwendigkeit" der Kürzung überzeugen zulassen. Vielmehr will sie zur Durchsetzung ihres Ziels den Druck auf die Geschäftsführung aufrechterhalten, sei es durch ähnliche Aktivitaten tu anderen Siudios, Öffentlichkeitsarbeit, etc.
An der Emnid-Initiative zeigt sich, dass Lohnabhängige nicht zwangsläufig jede Verschärfüng ihrer Ausbeutung widerspruchslos hinnehmen. Die Logik ,,Wenn es dem Betrieb gut geht, geht es uns allen gut" greift nicht mehr. In Zeiten eines gesamtgesellschaftlichen Trends, in dem kaumjemand daran zweifelt, dass ,,wir alle" Opfer für den Standort bringen müssten, ist dei Protest bei Emnid zwar nicht der Auftakt ztu Weltrevolution, aber immerhin ein hoffnungsvoller Ansatz.

zum Anfang