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Klinikum Göttingen

2016 Personalratswahlen
2014 / Frauenarbeit in der Klinik
2011 / Kliniken Arbeitsüberlastung Personalknappheit
2009 / Streik im Klinikum

2008 / Protestaktion der Pflegekräfte im Klinikum
2008 / Arbeitsüberlastungen und 300 Stellen streichen?
2008 / Ratsfraktionen kritisieren Stellenstreichungen
2005 / Ganztägiger Streik am Uni-Klinikum
2005 / Streiks in den Kliniken Südniedersachsen

Rücktritt des Hille-Personalrats
Chemieunfall im Klinikum
Trickreiche Lohnkürzungen

> Gastronomie Klinikum Outsourcing 2008
> Krankenhäuser Arbeitsituation und Privatisierung
> Privatisierung LKH durch Asklepios

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Uni-Klinikum Göttingen Hauptgebäude

 

Personalratswahlen 2016 UMG Klinikum

Am 12./13.4.16 waren rund 7.400 Beschäftigte des größten Arbeitgebers der Region, des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät aufgerufen, ihre neue Personalvertretung zu wählen.

Von den 7.477 Wahlberechtigten gaben bei der Personalratswahl 1.652 Stimmberechtigte ihr Votum ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 22,09 Prozent. Damit sank die Wahlbeteiligung gegenüber der Quote der letzten Personalratswahl (2012: 25,27 Prozent).

Die ver.di -Liste erzielte bei den Arbeitnehmer*innen 72,22 Prozent (1167 Stimmen) (2012: 61,58 Prozent). und damit 15 Sitze. Die Liste GeNi (Gesundheitsgewerkschaft Niedersachsen) erzielte 27,78 Prozent (449 Stimmen) und erhält sechs Sitze. Bei der Gruppe der Beamten hatte ver.di die einzige Liste eingereicht und erhält beide Sitze. Zehn Mitglieder werden für ihre Arbeit im Personalrat von ihrem Arbeitsplatz freigestellt. Die Amtszeit des neuen Personalrats beginnt am 26. April 2016 und endet im März/April 2020.

Um die neun Sitze in der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bewarben sich 13 Frauen und Männer von zwei Wahllisten. Die Wahlbeteiligung lag mit 14,66 Prozent deutlich unter derjenigen der Wahl 2012: 27,90 Prozent. Die Liste "Jung. Außergewöhnlich. Vielseitig." erzielte 38 Prozent (19 Stimmen) und erhält 3 Sitze. Die ver.di-Liste "Engagierte Jugend - 2016" erzielte 62 Prozent (31 Stimmen) und erhält 6 Sitze. Die Amtszeit der neuen JAV beginnt am 19. April 2016 und endet im März/April 2018.

Der neu gewählte Personalrat der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat bei seiner konstituierenden Sitzung am Dienstag, dem 26. April 2016, seine bisherige Vorsitzende Erdmuthe Bach-Reinert wiedergewählt. Als erste Stellvertreterin wurde Erika Westphal, als zweiter Stellvertreter Hans-Martin Gurland bestimmt, als dritter Vertreter aus der Beamtengruppe David Hunt sowie als vierte Stellvertreterin Petra Demir, alle von der Liste ver.di.

Erdmuthe Bach-Reinert arbeitet seit 1980 in der Universitätsmedizin Göttingen. Dem Personalrat gehört sie seit 1988 an. Im Januar 2011 wurde sie aufgrund einer notwendigen Neuwahl erstmals zur Vorsitzenden des Personalrates gewählt, im darauffolgenden Jahr 2012 bei der dann turnusgemäßen Personalratswahl wurde Bach-Reinert als Vorsitzende bestätigt: "Die Arbeitsbedingungen in der UMG müssen so gestaltet sein, dass es möglich bleibt, ohne gesundheitliche Schäden bis zur Rente zu arbeiten. (...) Die Beschäftigten als ‚Spezialisten vor Ort‘ mit größtmöglicher Transparenz einzubeziehen, ist mir dabei ein besonderes Anliegen.“
Personalratsvorsitzende Bach-Reinert

 

2014 / Frauenarbeit in der Klinik

13.1.14 / Die Universitätsmedizin Göttingen hat mehr als 7.000 Beschäftigte in ganz unterschiedlichen Bereichen und Statusgruppen. Davon sind rund drei Viertel Frauen, der größte Teil arbeitet nicht akademisch. Bezeichnend sind begrenzte Aufstiegschancen, eine hohe Arbeitsbelastung und außergewöhnliche Arbeitszeiten, besonders in der Krankenversorgung, der Forschung und den "Hintergrunddiensten".

Referentin: Dr. Yvonne Lott, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-Böckler-Stiftung Düsseldorf und forscht u.a. zu flexiblen Arbeitszeitmodellen, Formen der Arbeitsorganisation und Geschlechterungleichheiten, Kinderbetreuung, In der Reihe: Vom Verwalten zum Managen – Universität und Universitätsmedizin als Arbeitsorte für Beschäftigte in Pflege, Technik und Verwaltung referiert sie zum Thema Geschlechterneutrale Arbeitswelt? Ungleichheit zwischen Frauen und Männern in nichtakademischen Arbeitsbereichen der Krankenhäuser. Klinikum, Robert-Koch-Straße 40, Medien-Hörsaal 552 (Ebene 0, Fahrstuhl B4) 15 Uhr.
Veranstalter: Frauen- und Gleichstellungsbüro der Universitätsmedizin Göttingen Der Vortrag zeigt die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern im Dienstleistungssektor auf, vor allem im Bereich Krankenhaus, und wirft einen kritischen Blick auf die Einkommens- und Karrierenachteile für Frauen. Im Mittelpunkt stehen die Mechanismen, die zu diesen Nachteilen führen und die Teil der Arbeitsorganisation und Kultur in Betrieben sind.

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2011 / Arbeitsüberlastungen , Personalknappheit an den Kliniken

Am Samstag, den 3.9.11 machen in Göttingen 13.30-15.30 Uhr Kornmarkt. und 10-12 Uhr in Northeim, (zwischen Markt und City Center) Beschäftigte aus verschiedenen Krankenhäusern der Region auf ihre problematischen Arbeitsbedingungen aufmerksam.

Die Beschäftigten wollen eine gute Gesundheitsversorgung gewährleisten und die Patienten gut versorgen, aber seit Jahren werden Stellen in der Pflege abgebaut und es muß wir mit immer weniger KollegInnen immer mehr Arbeit geleistet werden. Das geht auf Kosten der Patienten, der Beschäftigten und auf Kosten der Familien. So geht es nicht weiter. Untersuchungen belegen: seit 2001 wurden ca.100.000 Stellen in den deutschen Krankenhäusern abgebaut, davon 50.000 in der Pflege. Gleichzeitig stiegen die Patientenzahlen um eine Million. Ergebnis: mittlerweile 1,2 Mio. Überstunden in deutschen Kliniken. Laut Umfragen sagen daher z.B. über 90 % der Befragten in der Krankenpflege, ihren Beruf unter solchen Bedingungen nicht bis zur Rente ausüben zu können. 65% der Befragten geben an, regelmäßig krank zur Arbeit zu gehen. Und fast 50% geben an, massive Abstriche bei der Qualität ihrer Arbeit machen zu müssen, die sie eigentlich nicht verantworten können.

Der Stellenabbau macht sich außerdem in der Ausbildung bemerkbar. Eigentlich sind KrankenpflegeschülerInnen auf den Stationen, um zu lernen. In Wirklichkeit haben die Kolleginnen aber oft gar keine Zeit mehr, sie anzuleiten. Manchmal müssen die Azubis sogar selber die Arbeit übernehmen, für die sie noch gar nicht qualifiziert sind. Das ist gefährlich für die Patienten. Die Beschäftigten fordern daher trägerübergreifend mehr Stellen in Krankenhäusern, transparente Personalbemessungsschlüssel sowie branchenweit wirksame tarifvertragliche Regelungen zum Gesundheitsschutz.

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2008 / Protestaktion der Pflegekräfte im Klinikum

>> Homepage des Klinikums >> Homepage der Pflegedienstleitung

Das Göttinger Klinikum mit ehemals 1900 Krankenschwestern und -pflegern, die Mehrzahl im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die ganze Sache wird betriebswirtschaftlich wie eine Fabrik angesehen. Es geht täglich um viel Geld: Während eines Tages werden im Zentral-OP ca. 600.000 Euro umgesetzt (Zahlenangabe auf einer Verdiveranstaltung von 2005).


Streikende aus dem Klinikum mit Krankenbett bei einer Demo 2006

10.4.08 / Text von ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen : "Der Deckel muss weg! Unter diesem Motto protestieren Beschäftigte der Universitätsklinik Göttingen in einer aktiven Mittagspause um 13 Uhr in der Westhalle gegen die unzureichende Krankenhausfinanzierung unter deren Folgen die Beschäftigten zunehmend zu leiden haben. Krankenhäuser werden in die Zange genommen. Ihre Energiepreise steigen, der medizinische Fortschritt verlangt mehr Ausgaben und die Patientinnen und Patienten sollen besser versorgt werden. Doch mehr Geld sollen die Häuser nicht bekommen. Die Folge: Sie sparen am Personal. Das ist unerträglich. Seit vielen Jahren dürfen die Krankenhauseinnahmen nur nach Vorgaben des Gesetzgebers steigen, egal wie viel die Krankenhäuser für ihre Leistung aufwenden müssen. Im September 2007 gab die Bundesregierung die Steigerung für 2008 bekannt: 0,64%. Das ist nun schon das fünfte Jahr in Folge, in dem die Steigerungsrate eine Null vor dem Komma hat. Wie sollen die Krankenhäuser damit auskommen? Ver.di Sprecher Horst Roth: "Mit so winzigen Steigerungsraten kann auch die Universitätsklinik Göttingen gar nicht auskommen. Deshalb steigert sie ihre Fallzahlen und baut gleichzeitig massenhaft Personal ab: 300 Beschäftigte sind im letzten Jahr abgebaut worden, weiter 300 in diesem Jahr und insgesamt sollen es 800 Stellen werden. Gleichzeitig werden etliche Auslagerung von Servicediensten geplant bzw. wurden schon umbesetzt. Heute versorgt eine Pflegekraft fast 25 % mehr Fälle als 1995, und das bei deutlich gewachsenem Schweregrad." Ver.di fordert von den Abgeordneten des Bundestages und der Bundesregierung die Abkehr von der Budget- und Preisdeckelung und damit eine kurzfristige Änderung des geltenden Finanzierungssystems die sofortige Streichung des Sanierungsbeitrages . Ver.di fordert vom Land Niedersachsen das Schließen der Finanzierungslücke bei den Investitionen. Die Finanzierung von dringend notwendigen Energiesparinvestitionen darf nicht länger zu Lasten des Personalbudgets gehen. Ver.di fordert vom Vorstand des Universitätsklinikums, dass er sich auch für diese Ziele öffentlich und gemeinsam mit Personalrat und ver.di einsetzt. Horst Roth: "Bedauerlich ist in dieser Situation dass der Vorstand der Universitätsklinik die Initiative der Geschäftsführung des Klinikum Oldenburg nicht aufgegriffen hat , am heutigen Tag in allen Kliniken in Niedersachsen von Geschäftsführung und Betriebs- und Personalräten gemeinsam getragene Aktionen durchzuführen und gemeinsame Erklärungen abzugeben."


Transparent in der Vorhalle des Klinikums, Infostand und Kundgebung

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2008 / Arbeitsüberlastungen im Klinikum - aber trotzdem weitere 300 Stellen streichen?

28.2.08 / Uns erreichen Berichte aus dem Klinikum, die auf eine katastrophale Überlastungen in verschiedenen Bereichen der Krankenpflege hinweisen. In einigen Stationen wird eine "Überlastanzeige" nach der anderen geschrieben aber es wird nicht für ausreichend Personal gesorgt. Mitarbeiter des Uniklinikums haben uns gegenüber die Auffassung vertreten, die Pflegekräfte könnten wegen der Überlastungen ihren Aufgaben nicht mehr mit der erforderlichen Sorgfalt nachkommen. Angesichts solcher Informationen muß die Ankündigung von einer weiteren Streichung von 300 Stellen Sorge um die Qualität der medizinischen Versorgung auslösen. Soll nun das Klinikum ebenfalls für eine Privatisierung marode gespart werden? Die Beteuerung des Staatssekretärs, dass nicht an Privatisierung gedacht ist, zeigt, dass solche Gedanken existieren.

Das Uniklinikum Göttingen ist mit ca. 7000 Beschäftigten in der Krankenpflege, der Reinigung, den Ärztinnen und Ärzten, im medizinisch-technischen Dienst, in Verwaltung, Technik und Versorgungsbetrieben der größte Betrieb der Region. Gleichzeitig betrifft die medizinische Versorgung jährlich 44.000 stationäre behandelte und 100.000 ambulant behandelt PatientInnen.

Die Leitung der Klinik erfolgt getrennt von der Universitätsleitung durch den
Kontrollorgan: "Stiftungsausschuß Universitätsmedizin"
. Er stellt den geschäftsführenden Vorstand der Klinik ein , kontrolliert die Finanzen und Wirtschaftsplan. Die Mitglieder dieser Leitungsgruppe sind: MD Christian Börger (Leiter der Abteilung Hochschulen Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Prof. Dr. Bernhard Fleckenstein, Prof. Dr. Eckhardt Grabbe, Prof. Dkfm. Eugen Hauke (Vorsitzender), beratend:
Barbara Schulte, David Hunt (Personalratsvorsitzender Uniklinik) , Inken Köhler (Gleichstellungsbeauftragte). Anders als in einem Aufsichtsrat einer AG z.B. haben die Arbeitnehmer keine Stimme in diesem Stiftungsausschuss. Der Personalratsvorsitzende darf nur als Gast mit beratender Stimme teilnehmen.
Geschäftsführender Vorstand Universitätsmedizin Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen Priv. Doz. Dr. Günther Bergmann (Vorstand Krankenversorgung), Prof. Dr. Cornelius Frömmel (Vorstand Forschung und Lehre, Dekan und Sprecher des Vorstandes), Dr. Hans-Joachim Conrad (seit März 07 Vorstand Wirtschaftsführung und Administration).

Bereits im Jahr 2007 hat der Stiftungsausschuß entschieden, dass 300 Arbeitsplätze gestrichen wurden. Am 18. Februar 2008 hat der Ausschuß den Wirtschaftsplan 2008 verabschiedet und eine nochmalige Streichung von weiteren 300 Arbeitsplätzen (Vollkräftestellen) bekanntgegeben. Insgesamt sollen 800 Stellen gestrichen werden - ein Drittel davon wird den Pflegebreich treffen, zwei Drittel den technischen Bereich. "Auch in der Arbeitsorganisation wird inhaltlich umgeschichtet. So übernehmen Pflegekräfte Tätigkeiten, die bisher von Ärzten wahrgenommen wurden, und Beschäftigte des Geschäftsbereichs Hotelleistungen bekommen Servicetätigkeiten übertragen, die vorher Pflegekräfte ausgeführt haben." (Quelle: Einblick, Zeitschrift der Universitätsmedizin, Juni 2007) Der Vorsitzende des Stiftungsausschusses Universitätsmedizin, Prof. Eugen Hauke, sagte: " Auch das Jahr 2008 wird noch ein Jahr harter und teilweise schmerzhafter Einschnitte sein." Gleichzeitig sagt dann aber wiederum Priv. Doz. Dr. Günther Bergmann, Vorstand Krankenversorgung. „dass der Abbau von Stellen des unmittelbar am Patienten tätigen Personals, also Ärzteschaft und Pflegedienst, dabei sehr moderat bleibt. Die Qualität der Patientenversorgung und der hohe Standard der Forschungsleistungen werden von den Sparmaßnahmen nicht beeinträchtigt“.
Wir meinen: Wenn die Belegschaft schon am Rad dreht ist jeder weitere Stellenabbau nicht "moderat" sondern katastrophal!

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2008 Ratsfraktionen kritisieren Stellenstreichungen

(22.2.08) "Die Folgen für das Personal sind eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und ein als unerträglich erlebter Anstieg der Arbeitsverdichtung. Das Personal muss immer mehr Pflegebedürftige in kürzeren Zeitspannen pflegen und betreuen, so dass sich die Überlastungsanzeichen deutlich ansteigen." (...) "Die medizinische Versorgung der Bevölkerung muss auf Dauer finanziell sicherstellt werden, aber nicht einseitig zu Lasten der Patienten und des Personals. Es muss endlich gewagt werden, z.B. den Lobbyisten der Pharmaindustrie Einhalt zu gebieten und sich hier um Kostenreduktion zu bemühen." (DieLinke / Gerd Nier, 25.2.08)

"Wir machen uns ernsthaft Sorgen um die Qualität der medizinischen Versorgung am Klinikum und um die Wahrung der Patienteninteressen", erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrich Holefleisch. Er weist darauf hin, dass schon im zweiten Jahr in Folge am Klinikum 300 Stellen abgebaut werden. Dieser Stellenabbau bringt zwangsläufig eine enorme Arbeitsverdichtung mit sich, befürchtet Holefleisch, was von vielen MitarbeiterInnen des Klinikums auch so bestätigt wird. "In einem Uniklinikum kann man nicht nach Belieben Stellen wegrationalisieren wie in einer Fleischwarenfabrik." Nach Einschätzung der Ratsfraktion Bündnis 90/DieGrünen steht zu befürchten, dass die vom Stiftungsausschussvorsitzenden Prof. Eugen Hauke angekündigten "schmerzhaften Einschnitte" zunehmend die Gesundheit und Genesung der Patienten gefährden."

 

2010 / Wirbel im Personalrat des Klinikums (bzw. Unimedizin Göttingen UMG)

>> Personalrat der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
>> (Zurückgetretene) Vorsitzende des Personalrats Heidemarie Hille
> Artikel im Göttinger Betriebsexpres zum Hille-Personalrat

Selbstherrliches Handeln der ehemaligen Personalratsvorsitzenden Hille gerügt
14.12.10 / Der 21 köpfige Personalrat der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) vertritt 6.560 Beschäftigte der UMG. Die ehemalige Vorsitzende des Personalrats Heidemarie Hille "regierte" den Personalrat mittels einer Koaliton ihrer Liste "Neue Alternative" mit der Liste KISS. In einem Rundschreiben der Verdi-Vertrauensleute vom Oktober 2010 hieß es, die ver.di-Liste habe "die Amtsführung von Frau Hille schon länger kritisiert, insbesondere das selbstherrliche Handeln der Vorsitzenden ohne entsprechende Personalratsbeschlüsse. Außerdem sind wir der Meinung, dass häufig unkritisch mit Vorhaben des Arbeitgebers umgegangen wurde."

Die PR-Vorsitzende kommt ihrer Abwahl durch einen Rücktritt zuvor
Die Amtsperiode des Personalrats und die "Regentschaft" von Hille hätte eigentlich 2008-2012 gedauert, nun aber ist die Koalition im September ist geplatzt und im Personalrat wurde ein Antrag auf ihre Abwahl gestellt. Hille hatte versucht, durch eine einstweilige Verfügung diesen Tagesordnungspunkt zu verhindern. Als sie vor Gericht mit diesem Versuch scheiterte kam sie ihrer zu erwartenden Abwahl zuvor und trat am 12.10.2010 zusammen mit zwei weiteren Personalratsmitgliedern sowie einigen Ersatzmitgliedern ihrer Liste zurück. Durch den Rücktritt auch der übrigen Mitglieder des PR wurde der Weg zu Neuwahlen frei. Durch die Rücktritte hat sich der Personalrat von 21 auf 18 Mitglieder reduziert. Die neu gewählte Personalratsvorsitzende ist Sabine Rudolph (K.I.S.S.). Stellvertreterinnen sind Dagmar Dankworth (ver.di) und Roswitha Maeker-Dörnte (Die Alternative - Unabhängige Liste). Bis zur ersten Sitzung des neu gewählten Personalrats - spätestens bis zum 19. Januar 2011, bleibt der alte Personalrat geschäftsführend im Amt. Für die Übergangszeit stellt jede der verbliebenen drei Listen eine Vorsitzende bzw. eine stellvertretende Vorsitzende.

Neuer Übergangs-Personalrat legt die Karten auf den Tisch
In einer Veröffentlichung dieses neuen Übergangs-Personalrates vom 14.12.10 wird noch indirekt die Amtsführung der ehemaligen PR-Vorsitzenden Hille markant kritisiert: "Die Vorsitzende des Personalrats führt die laufenden Geschäfte und vertritt den Personalrat nach außen im Rahmen der vom Gremium gefassten Beschlüsse. Die Vorsitzende ist dem Gremium verpflichtet - nicht umgekehrt! Entscheidungen werden mit Mehrheit getroffen. Die Vorsitzende ist also nicht Chefin, sondern ein normales Personalratsmitglied mit einer besonderen Funktion."

Kopfzeilen des Sonderblattes das der Personalrat des UMG verteilt hat

Innenrevision und der Korruptionsbeauftragte ermitteln gegen ehemalige PR-Vorsitzende
Im Nachhinein wird nun die Geheimniskrämerei rund um den Rücktritt aufgeklärt. Damit kommt auch noch ein Problem auf die zurückgetreten Personalratsvorsitzende Hille zu: In der Veröffentlichung des neuen Personalrates heißt es jetzt:
Frau Hille habe als Personalratsvorsitzende zu einer Abschiedsfeier für ein ausgeschiedenes Personalratsmitglied eingeladen. Für diese Abschiedsfeier habe es keinen Beschluss des Personalrats gegeben. Eingeladen worden sei zwar der Vorstand des Klinkums, aber nicht alle Personalratsmitglieder. Für die Durchführung der Feier habe Frau Hille aber das Sekretariat des PR beansprucht und auch die Kosten für die Feier wären dem Personalrat in Rechnung gestellt worden. Weiter heisst es in der PR-Veröffentlichung wörtlich: "Als Frau Hille mit diesen Vorwürfen konfrontiert wurde, behauptete sie, dass es sich bei der Veranstaltung um eine private Feier gehandelt hätte und sie diese Kosten schon bezahlt hätte. Das ist die Unwahrheit, denn erst nach den Vorwürfen ließ sie die Rechnung umbuchen, die dann privat bezahlt wurde. (...) Zurzeit ermitteln im Auftrag der Dienststelle die Innenrevision und der Korruptionsbeauftragte gegen die Geschäftsführung der ehemaligen Vorsitzenden."

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2009 / Chemieunfall im Klinikum

26.8.09 / Klinikum verschweigt erst und spielt jetzt herunter Während bei einem ähnlichen Unfall mit Formaldehyd in Essen die Zeitungen dazu voll waren, herrscht in Göttingen Schweigen nach dem Chemieunfall im Klinikum und der Pressesprecher spielt die Angelegenheit herunter.

externe Infos und Stellungnahmen
>> Video über den Unfall in Essen
>> Bericht des Stadtradios 26.8.09
> 14 Feuerwehrkräfte im Einsatz - kein Anlaß zur Information? 26.8.09 (PM Gerd Nier)

Maßnahmen wurden erst ergriffen als Atemwegsreizungen gemeldet wurden
18.8.09 / Am 18.8.09 erfuhren wird, dass es am 17.8.09 im Klinikum zu einem gravierenden Chemieunfall gekommen war. Eine Reinigungskraft verschüttete größere Mengen Formaldehyd in einem Labor. In Unkenntnis der Giftigkeit des Stoffes und insbesondere der Dämpfe versuchte die Reinigungskraft das Formaldehyd aufzunehmen und aufzuwischen. Dabei verdunstete das Formaldehyd und Flüssigkeit wurde ins Gebäude verschleppt.
Als PatientInnen in der Klinik über Atemwegsreizungen berichteten wurde die Ursache ermittelt - die Reinigungskraft hatte inzwischen nach Arbeitsschluss das Klinikum verlassen. Einsatzkräfte haben dann in Vollschutzanzügen das Labor aufwändig vom Formaldehy gereinigt. Fachleute zeigten sich verwundert darüber wie ein solcher Vorgang passieren konnte, ohne dass rechtzeitig Alarm geschlagen wurde. Vielmehr mußten erst PatientInnen über Atemwegsreizungen klagen bis etwas unternommen wurde. Offensichtlich werden Reinigungskräfte im Klinikum nicht ausreichend über die Gefahren an ihren Arbeitsorten informiert.

Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten
Auf dem EG-Sicherheitsdatenblatt für Formaldehyd-Normallösung wird Formaldehyd als "leichtentzündlich, giftig beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut." beschrieben, es verursache Verätzungen und bedeute eine ernste Gefahr eines irreversiblen Schadens durch Einatmen, Berührung mit der Haut und durch Verschlucken." Daher solle Berührung mit den Augen und der Haut vermieden und keinesfalls Dämpfe oder Sprühnebel eingeatmet werden. Außerdem seien noch Explosionsgefahren zu beachten, die bei bestimmten Konzentrationen in der Luft entstehen.
So schnell wie möglich soll bei Kontakt mit Formaldehyd an die frische Luft gegangen und sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Die mit Formaldehy kontaminierte Kleidung und Schuhe sollen sofort ausgezogen werden. Bei Hautkontakt soll mindestens 15 Minuten lang mit viel Wasser gründlich abgespült werden.
Bei der Lagerung von Formaldehyd sollen die Behälter dicht verschlossen an einem kühlen, gut belüfteten Ort aufbewahrt und unter Verschluss oder nur für Sachkundige oder deren Beauftragte zugänglich aufbewahrt werden. Offensichtlich ist diese Bestimmung nicht eingehalten worden, sonst hätte die Reinigungskraft nicht in derart gefährlicher Weise mit dem verschütteten Formaldehyd hantiert.

Anscheinend wird versucht, diesen Vorfall "unter den Teppich zu kehren"
Über diesen Vorfall wurde weder in den lokalen Medien berichtet, noch gab die Pressestelle der Uniklinik darüber eine Erklärung ab ( wir haben gar nicht erst versucht dort nachzufragen - da wir beim Thema Grippe auch keine Antwort auf unsere Anfrage bekamen). dass die Öffentlichkeit nicht über diesen Vorfall informiert wurde ist jedoch kein Ersatz für ernsthafte Konsequenzen in Maßnahmen zur Sicherheit. Die Klininiksleitung wird aufgrund dieses Vorfalles ihr Sicherheitsmanagement überprüfen müssen.

Diskussion zum Artikel

Reinigungskraft und PatientInnen gesundheitlich gefährdet, beeinträchtigt, geschädigt?
Redaktioneller Nachtrag 20.8.
Wir fragen uns, ob die Klinik die Reinigungskraft ärztlich versorgt und beraten hat, weil sie wahrscheinlich eine Schädigung erfahren hat. Ggf. muß auch die Berufsgenossenschaft für evtl. Erkrankungen als Folge im Sinne eines Berufsunfalls aufkommen.
Bei Unfällen dieser Art, die Sicherheitsmängel deutlich machen ist die Gewerbeaufsicht gefragt, diese zu überprüfen. Die Sicherheitsbestimmungen wurden offensichtlich nicht eingehalten, denn das Personal mit Zugang zu dem Formaldehyd war nicht instruiert.
Schließlich wäre auch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen die Klinik wegen fahrlässiger Gefährdung der PatientInnen denkbar.

Kliniksleitung verordnete den MitarbeiterInnen Schweigen üner den Vorfall angeblich
Am 20.8.09 erreichte uns eine Mitteilung, es sei von der Kliniksleitung offiziell Schweigen über den Vorfall verordnet worden. Im Falle eines Verstosses wurde auf Dienstpflichten (Erteilung von Aussagegenehmigung) und den Vorwurf des betriebsschädigenden Verhaltens hingewiesen.

Leserbrief 20.8.09 "Wenn das Klinikum es schon bei festangestelltem Personal nicht schafft, Sicherheitsbelehrungen und Unterweisungen im Umgang mit gefährlichen Chemikalien zu gewährleisten, wie soll das dann erst aussehen, wenn auch der Reinigungsbereich ausgelagert worden ist. Dann kommen externe Firmen mit ständig wechselndem miserabel bezahltem Personal zum Einsatz und es gibt dann überhaupt keine Chance mehr zur Schulung und Einweisung. Das ist schon eine merkwürdiges Sicherheitsverständnis der Kliniksleitung."

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Uniklinik probiert Lohnkürzungstricks

Das Vorgehen der Kliniksleitung sieht folgendermaßen aus: Erst rauswerfen und mit weniger Lohn in einer neugegründeten Firma Arbeit anbieten

Nachdem die Universität zusammen mit der Uniklinik in eine Stiftung umgewandelt worden ist, haben die Verwalter der Klinik größeren Spielraum für "Umstrukturierungen", die auf die Knochen der Beschäftigten gehen. So wurden die Restaurationsbetriebe aus dem Klinikum hinaus-verlagert, alle in diesem Bereich neu eingestellten Personen erhalten 30 % weniger als auf den Arbeitsplätzen vorher bezahlt wurde. Nun plant der "Stiftungsausschuss Universitätsmedizin" eine Service GmbH für Technische Angestellte, den Pflegedienst und andere. Eins ist klar: Die Löhne sollen in der Service GmbH natürlich niedriger sein.

--- "Verkünde die Lohnkürzung und sag den unbefristet Beschäftigten, sie seien nicht betroffen, für sie werde sich nichts ändern. Hoffe darauf, dass sie dir glauben.
--- Verlängere die Verträge der befristeten Beschäftigten nicht. Biete ihnen Arbeit bei der GmbH an, natürlich mit viel weniger Lohn. Die meisten haben keine Wahl und müssen annehmen.
--- Fang mit wenig Betroffenen an, am besten ganz frisch eingestellten, die wehren sich am wenigsten.
--- Warte ein kleines Weilchen, bis viele Menschen unter die verschlechterten Bedingungen fallen, dann kannst du auch dem Rest (dem du am Anfang die Versprechungen gemacht hast) den Lohn kürzen."

So wurde auch in ehemals städtischen Altenheimen vorgegangen. "Auch dort wurde den Beschäftigten versprochen, für sie werde sich nichts ändern. Heute arbeiten dort alle zu drastisch gekürzten Löhnen. Leider haben sich die Betroffenen damals von den Versprechungen täuschen lassen.Ähnliches ist aus der Uniklinik Frankfurt zu berichten, von der Arbeiterwohlfahrt, die Liste ließe sich noch verlängern.
Betriebs- oder Personalräte können Ausgründungen nicht wirksam verhindern. Umso mehr sind wir, die Beschäftigten selbst und unsere Gewerkschaft gefordert. Schließlich ist es kein Naturgesetz, dass in Service GmbHs weniger Lohn gezahlt wird.Tarifverträge können auch dort verhandelt und erkämpft werden. Gute Überleitungstarifverträge sichern die Beschäftigten ab oder können die Lust der Arbeitgeber auf solche GmbHs spürbar dämpfen. In immer mehr Branchen wehren sich immer mehr Menschen gegen oft drastische Lohnkürzungen. Oft völlig unbemerkt oder bewusst ignoriert von den Medien. Dass es auch anders geht, haben wir bei dem Verkauf der Landeskrankenhäuser gesehen. Dort konnte ein sehr guter Überleitungstarifvertrag durchgesetzt werden. Stellvertretungspolitik nach dem Motto: "ver.di, mach mal" wird allerdings nicht funktionieren. Hier ist jede Einzelne und jeder Einzelne gefordert. Die Gewerkschaft ist nur so stark wie wir sie machen! Organisiert Euch! Wir können uns wehren!" (Aus einer Veröffentlichung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Bezirk: Region Süd-Ost-Niedersachsen)

 

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2006 / Klinikum: Neues vom Streik

Kritik an der Mißachtung des nicht-ärztlichen Personals : WIR ALLE sorgen für Gesundheit

19.5.06 / Neue Verhandlungen - der Streik geht weiter ! Am 18.5.zogen rund 800 Beschäftigte aus Universitätsklinik und Universität bei strömenden Regen unter dem Motto: „Wir Alle sorgen für Gesundheit! Wir alle streiken“ von der Universitätsklinik zur Johanniskirche. Viele kamen in ihrer typischen Berufskleidung oder hatten Schilder mit ihrer Tätigkeits- oder Berufsbezeichnung mitgeführt.
Auf der Kreuzung Auditorium legten die Demonstranten eine 18-Minütige „Denkpause“ ein. Sie soll die Öffentlichkeit nochmals aufmerksam machen auf die völlig sachfremde Verniedlichung von TdL Verhandlungsführer Möllring.
Die Abschlusskundgebung an der Johanniskirche wurde zur Beruferevue. Unter der Moderation von Erdmute Bach-Reinert und Frank Körber wurden stellvertretend für über 100 im Klinikum benötigten Berufe 7 exemplarisch in ihrer Bedeutung für die Patientenversorgung vorgestellt. Egal, ob als Beschäftigte in der Küche die geeignete Verpflegung sicherstellen, die Wäscherei die nötige Wäsche bis zum OP- Tuch bereitstellt, im Labor die Untersuchungen durchgeführt werden die ärztliche Entscheidung erst möglich macht, Hauswirtschaftsdienst für die zwingend notwendige Hygiene sorgt, in der Pflege rund um die Uhr Menschen für Menschen bereit stehen, die Physiotherapie dafür sorgt, dass das steife Bein wieder beweglich wird oder ob die Betriebstechnik alles bis hin zum Aufzug alles am laufen hält, allen vorgestellten Berufen galt in den Notdienstverhandlungen die volle Aufmerksamkeit. Zur Patientenversorgung sind sie unverzichtbar. Entsprechend groß die Zahl der Notdienstverpflichteten. Horst Roth, stellv. Ver.di Geschäftsführer sagte zum aktuellen Sachstand: Das es am Donnerstag nach 10 Wochen Streik zu einem weiteren Verhandlungstermin in Berlin gekommen ist, verdanken wir mit der nicht erlahmten Streikbereitschaft der heute anwesenden Streikenden. Der Streik wird auch während der jetzt laufenden Verhandlungen fortgesetzt.


Demo am 18.5.06 - Verdi zeigt, wie lange 18 Minuten sein können und blockiert die Kreuzung am Auditorium für 18 Minuten.


17.5.06 / Möllring hört nur streikenden Ärzten zu - den andern Streikenden nicht

Rund 600 Streikende aller Berufsgruppen im Universitätsklinikum Göttingen nahmen am Vormittag mit Buh-Rufen die Absage von Finanzminister Möllring und Stratmann zur Kenntnis, sich in dieser Streikversammlung allen Beschäftigten zu stellen. Horst Roth, stellv. Ver.di Geschäftsführer:” Mit dieser Absage betreibt Herr Möllring ganz bewusst die Spaltung der Beschäftigtengruppen im Rahmen des seit 14 Wochen dauernden Streiks. Am Montag konnten sie spontan die Ärzte besuchen, die gleiche Spontaneität für alle anderen Beschäftigten wollen sie nicht zeigen.“ In der Podiumsdiskussion mit Klinikumsvorstand Prof. Frömmel und ver.di Landesfachbereichsleiter Lüddecke betonten beide, das es nicht im jeweiligen Interesse liegt, die unterschiedlichen Berufsgruppen im Krankenhaus untereinander zu spalten. Jeder leistet an seiner Stelle einen notwendigen Beitrag zum Betrieb dieses Krankenhauses.
Joachim Lüddecke betonte, dass es nur durch den Druck von 14 Wochen Streik zu dem Verhandlungstermin am 18. und 19. Mai zwischen TdL und ver.di gekommen ist. Um 14 Uhr erhielt der Präsident der Universität Göttingen zu Beginn der Senatssitzung Besuch von ca. 200 Streikenden aus Universität und Universitätsklinik. Die Unibeschäftigten warten seit mehr als 4 Wochen auf Antwort auf ihren offenen Brief. Präsident v.Figura erklärte hierzu den Versammelten: Grundsätzlich antworte er nicht auf offene Briefe, aber die Streikenden hätten seine Solidarität, wenn es darum geht, dass der Streik zügig zu einem Ergebnis führt, das von beiden Seiten mit getragen werden kann.
Für 18.5. kündigt ver.di eine Demonstration unter dem Motto:“ Wir ALLE sorgen für Gesundheit“ ab 10:30 Uhr vom Universitätsklinikum (Westeingang) an. Mit 18 Gedenkminuten für einen Tarifabschluss auf der Kreuzung Auditorium wird es zur Abschlusskundgebung bei der Johanniskirche gehen. Dort sind Informationen über die vielfältigen Berufe geplant, die zum Betrieb eines Krankenhauses nötig sind. (Pressemitteilung Ver.di )

Verhandlungsblockierer Möllring in Göttingen 22.4.06
Am 22.4.06 besuchte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Finanzminsiter Mölliring den ASC 1846 e.V in dessen.Clubhaus, in der Danziger Straße anlässlich des 160 jährigen ASC-Bestehens (Was hat ein Finanzminister bei so etwas zu tun?). Dort wurde er von Streikenden aus den Landeskrankenhäusern, Straßenwärtern, Unibeschäftigten und Klinikskräften mit deren Protest konfrontiert: Er solle neben dem Besuch von Festakten bei Vereinsjubiläen seine wichtige Arbeitgeberaufgabe als Verhandlungsführer der Länder nicht vernachlässigen Im Zentrum des Protestes stand das Argument "Wir denken, dass gute öffentliche Dienstleistungen und gute Arbeitsbedingungen untrennbar zusammen gehören." und die Forderung Machen Sie Schluss mit dem Profilierungsgehabe auf Kosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und legen Sie ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch. Stellvertretender Verdi-Geschäftsführer Horst Roth wörtlich: "Denken sie täglich 18 Minuten über unsere Argumente nach, dann ist ein Streik überflüssig. Fangen sie gleich Heute damit an".Bisher hat Möllring kein Angebot vorgelegt.

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Klinikum 11.4.06
Am 11.12.06 haben die Beschäftigten aus dem Klinikum, der Universität, der Fachhochschule und den Straßenmeistereien den Streik in den Landesdienststellen fortgesetzt. In einer Demo wurde vom Klinikum zum Uni-Nordbereich gezogen. Die Demonstranten trafen sich gegen 9.30 Uhr vor dem Westeingang des Göttinger Klinikums und starteten gegen 10.00 Uhr mit dem Demozug. Von dort ging es über die Robert-Koch-Straße zur B 27, An der Lutter zur Hannoverschen Straße. Von der Hannoverschen Straße in die Hennebergstraße, zur Straße Im Hassel und von dort zum Nordbereich der Uni, wo es gegen 11.30 Uhr ein Osterimbiss in der Nordmensa gab. Vor der Nordmensa wurden nach dem "Streikimbiss" 499 Luftballons gestartet, versehen mit der Aufforderung der Streikenden an Ministerpräsident Wulff und Verhandlungsführer Möllring endlich die starre Haltung im Tarifkonflikt der Länder aufzugeben und zu abschlussorientierten Verhandlungen zusammen zu kommen.
Tätlicher Angriff auf einen Streikenden Zu einem handgreiflichen Zwischenfall kam es auf der heutigen Streikdemonstration der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vor dem Osteingang des Göttinger Klinikums. Ein Patient des Klinikums schlug einem ver.di-Streikposten ohne jegliche Vorwarnung mit der Faust direkt ins Gesicht. Der ver.di-Kollege begab sich aufgrund einer blutenden Platzwunde im Gesicht in die Notfallaufnahme des Klinikums und ließ sich dort behandeln. Gegen den Schläger wurde Anzeige erstattet.
Streiks gehen am Mittwoch den 12.4. und auch nach Ostern weiter Zum Streik aufgerufen sind Arbeiter und Angestellte von Autobahn- und Straßenmeistereien, verschiedener Landesämter in Niedersachsen und Bremen sowie Kolleginnen und Kollegen an Hochschulen und Unikliniken. Nach Ostern wird der Streik sogar wieder ausgeweitet.

Protestaktion Uniklinik-Pflegepersonals vor dem Alten Rathaus

Beschäftigte des Göttinger Klinikums werden am Mittwoch ab 10:00 Uhr auf die schlechte Arbeitssituation in der Pflege vor dem Göttinger Alten Rathaus aufmerksam machen. Durch die knappe personelle Besetzung werden die Grenzen der Belastbarkeit bei vielen Beschäftigter bereits heute überschritten. Nach Angaben des ver.di Vertrauensleutesprechers des Göttinger Uni-Klinikums, Hans-Martin Gurland, könne die gewünschte Pflegequalität deshalb oft nicht gewährleistet werden. Bei einer Ausweitung der Wochenarbeitszeit stiege die Belastung der Beschäftigten entsprechend bis zur Unzumutbarkeit. Zu befürchten ist, das die Qualität in der Pflege überproportional sinken würde, weil die zusätzlichen Belastungen von den Kolleginnen und Kollegen nicht kompensiert werden könnten, so Gurland gegenüber der Presse. Die protestierenden Pflegenden wollen mit ihrer Aktion auch darauf aufmerksam machen, dass im Klinikum nur deshalb "so wenige" streiken können, weil ein Großteil des wenigen Personals im Rahmen von Notdienstvereinbarungen zu Arbeiten herangezogen würde. Die personelle Besetzung im Rahmen von Notdienstabreiten bei einem Streik entspricht der Besetzung an Wochenfeiertagen.

 

Mediziner-Professoren haben Angst um ihren Profit von den Privatstationen

Mit der Schlagzeile "Streik gefährdet Menschenleben" haben sich einige Medien in den Dienst gut verdienender Mediziner gestellt, die Angst haben, dass sie ihre Privatstationen während des Streiks nicht volle Last fahren können. Tatsache ist, dass die Überlastung des Personals, 60 Stunden durcharbeitende Kliniksärzte, KrankenpflegerInnen, die eine Überlastungsanzeige nach der andern schreiben, so dass die Überlastung des Klinikspersonals zum wirklichen Risiko für die PatientInnen wird.
Verdi nahm zu diesem Punkt Stellung: "
Zur von einigen Medizinern der Hannoverschen Medizinischen Hochschule, die gestern in der Presse veröffentlichen, der Streik gefährde Menschenleben reagiert ver.di entrüstet. In der MHH war durch Notdienstvereinbarungen gesichert, dass von 20 OP-Sälen 9 geöffnet gewesen seinen. Sich vor die Presse zu stellen und zu behaupten, ein Notfallpatient konnte wegen des Streiks nicht behandelt werden, und sei dadurch in Lebensgefahr geraten sei schlicht die Unwahrheit. Da Notdienste genau für solche Fälle vereinbart werden, ist das Verhalten der Ärzte möglicherweise als unterlassene Hilfeleistung zu werten" (Verdi Presserklärung 15.2.06)

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2005 Streik im Klinikum

20.1.05 / Durch Kündigung der Tarifverträge zur Arbeitszeit und zum Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Arbeitszeitverlängerung will die Landesregierung Niedersachsen als Arbeitgeber eine 10% Lohn/Gehaltskürzung durchsetzen. Dagegen rief die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.Di zum Warnstreik auf an dem auch Landesbedienstete aus der gesamten Universität und einigen anderen kleineren Landesbehörden u.a. auch Straßenbaumeistereien teilnahmen.
Alle Klinikums-Beschäftigten, genauer alle Beschäftigten, deren Arbeitsschicht bis 10 Uhr beginnt wurden "ab 5.30 Uhr zum "vollschichtigen Streik" aufgerufen.
"700 beteiligten sich an der Kundgebung in der Eingangshalle. Eine Notdienstvereinbarung regelte, dass die Patientenversorgung nicht gefährdet ist. Entsprechend dieser Regelung mußten die Hälfte der TeilnehmerInnen ab 9:00 Uhr an ihrem dienstplanmäßigen Arbeitsplatz die Arbeit aufnehmen. 350 Streikende verließen für Ihre Arbeitsschicht das Klinikum und marschierten in einem Demonstartionszug durch die Göttinger Innenstad zum "Streiklokal", der ver.di Bezirksgeschäftsstelle." (Zitat Ver.Di)

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2005 / Ganztägiger Streik am Uni-Klinikum

16.11.05 Das Klinikum wurde nur noch im Notbetrieb gefahren. Dazu wurde zwischen Kliniksleitung und Verdi eine Notvereinbarung getroffen. 550 Streikende demonstrierten!

Die Beschäftigten des Landesdienstes fordern nach wie vor den Erhalt von Weihnachts- und Urlaubsgeld, die Rückkehr zur 38,5 Stunden-Woche sowie die Übernahme des neuen Tarifrechts des öffentlichen Dienstes auch für die Länder.
Die Startkundgebung fand 9.30 Uhr bis 10 Uhr vor dem Westeingang statt. Dann folgte die Demonstration zum Wilhelmsplatz. Dort lief die Streikkundgebung von 11 bis 12 Uhr . Ab 12 Uhr gab es gemeinsames Eintopfessen und die Streikgeldanträge (ver.di Mitglieder erhalten Streikgeld) konnten abgegeben werden.

TVÖD Tarif Vertrag Öffentlicher Dienst ...

"Unsere Arbeit ist in allen Bereichen in den letzten Jahren mehr und härter geworden. Dafür sollen wir jetzt statt einer überfälligen Lohnerhöhung noch eine Kürzung bekommen? Statt einer Arbeitszeitverkürzung eine Verlängerung? Es reicht! Es reicht schon viel zu lange! "
(Streikzeitung für den Streik am 16.11. - Unterschrieben von "Streikenden vom Februar")

"Nichts ist schwerer und
nichts erfordert mehr Charakter
als sich im offenen Gegensatz
zu seiner Zeit zu befinden
und....."

"Laut zu sagen NEIN" (Tucholsky)

Sybille Stamm / Landesleitung Verdi / BaWü


Für einen Moment ..... 100% mehr

Sybille Stamm, Landesleiterin von Verdi in Baden-Württemberg, wo Verdi die Kliniksleitungen mit unbefristeten Streiks in die Knie zwang und nach zweiwöchigem Steik den Tarifvertrag durchgesetzt hatte: "Ein Tag stillgelegter Zentral-OP, das kostet 600.000 Euro, das tut weh - aber das hilft" Die Kollegin versprach: Wenn Ihr uns braucht helfen wir Euch, wir lassen Euch nicht allein. Besonders wichtig, meinte sie, sei auch ein Versuch mit dem Marburger Bund (Ärztebund) in Göttingen eine Absprache zu treffen, damit dieser den Streik unterstützt.


Das Bild zeigt die Demospitze beim Zug durch die Stadt, hier von der Weender in die Barfüßer einbiegend. Vorneweg mit Mega Horst Roth von der örtlichen Streikleitung in Göttingen.


Unmut ante Portas - Vor dem Eingang zum Büro des Uni-Präsidenten fand die Streikversammlung statt. Der Eingang war beim Eintreffen verschlossen worden "damit die nicht hier drin rumhüpfen" (Sicherheitsdienst), der Präsident Figuras-Fantomas ließ sich nicht blicken.

" 'Unsere Geduld ist erschöpft", sagte ver.di-Tarifexperte Joachim Lüddecke auf der Streikkundgebung in Göttingen. Sollten die heutigen Streiks beim TdL-Vorsitzenden Hartmut Möllring nicht zum Einlenken führen, werde sich der Tarifkonflikt noch weiter zuspitzen, mahnte der Gewerkschafter. Für diesen Fall kündigte er Urabstimmungen im Januar an. "Die Kolleginnen und Kollegen sollen bei immer weniger Lohn immer länger arbeiten. Das machen wir nicht mit." Ein unbefristeter Arbeitskampf wie in den Universitätskliniken Baden-Württembergs sei auch in Niedersachsen möglich." (Verdi/Pressemitteilung, 16.11.)

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2005 / Streiks an den Kliniken Südniedersachsen

5.10.2005 / Am Donnerstag den 6.10.05 wird es in der Region Südniedersachsen mit Schwerpunkt in Göttingen zu Streiks in den Landesdienststellen kommen. Zu ganztätigen Streiks ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten in den Straßen- und Autobahnmeistereien in Göttingen und Northeim auf. Die Beschäftigten des Göttinger Klinikums und der Universität werden zu vierstündigen Warnstreiks ab Beginn der Frühschicht um 5:30 Uhr aufgerufen. Auf der um 8:00 stattfindenden Kundgebung in der Zimmermannstraße vor der Anlieferung des Lebensmittellagers im Klinikum wird die Bundesfachbereichsvorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, Ellen Paschke aus Berlin zu den Streikenden sprechen. Die Beschäftigten der Straßen- und Autobahnmeistereien werden im Rahmen ihres ganztätigen Streiks an der Streikversammlung am Klinikum teilnehmen. Die Streikenden verlangen von der Tarifgemeinschaft der Länder die Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes zurückzunehmen sowie den Erhalt der 38,5 Stunden-Woche. Außerdem fordern die Streikenden von den Ländern die Übernahme des seit dem 1. Oktober geltenden Tarifrechts für die Beschäftigten in den Kommunen und Bundesbehörden.

Zur gleichen Zeit treten die Beschäftigten von Kliniken in Baden-Württemberg in einen UNBEFRISTETEN Streik. Verdi rechnet mit mehreren Wochen Streik. Die Tarifverhandlungen für 25.000 Beschäftigten waren für gescheitert erklärt worden. Von Arbeitgeberseite aus wollte man nur Einmalzahlungen von 300 Euro leisten und gleichzeitig die 40-Stunden-Woche einführen. Dagegen steht die Forderung 38,5-Stunden-Woche und 50 Euro monatlich mehr.

450 Beschäftigte aus dem Klinikum , dem LKH Moringen sowie den Straßen- und Autobahnmeistereien Göttingen/Northeim haben sich am Streik beteiligt. Zu einem ganztätigen Streik haben sich die Beschäftigten in den Straßen- und Autobahnmeistereien in Göttingen und Northeim zum Kundgebungsplatz in der Zimmermannstraße begeben. Die Beschäftigten des Klinikums undLKH Moringen sind mit Beginn der Frühschicht in einen vierstündigen Warnstreik getreten. Auf der Kundgebung in der Zimmermannstraße vor der Anlieferung des Lebensmittellagers im Klinikum hat die Verdi-Bundesfachbereichsvorsitzende Ellen Paschke aus Berlin ein Einlenken der Tarifgemeinschaft der Länder, mit dem nieders. Finanzminister Hartmut Möllring an der Spitze ,in der gefordert. „Es könne nicht angehen, dass es in den Landesbehörden und Ämtern seit einiger Zeit zwei Klassen von Beschäftigten gäbe (...) Die Neueingestellten müssten in Niedersachsen 40 Stunden arbeiten und würden kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld mehr bekommen. Das bedeutet eine Kürzung von 12 % gegenüber den alten Bedingungen.(...) Der seit 1.10. geltenden Tarifvertrages Öffentlicher Dienst (TVÖD) müsse nun auch endlich von den Ländern übernommen werden. Insbesondere müsse die Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes zurückgenommen werden und in der Arbeitszeitregelung müsse wieder zur 38,5 Stunden-Woche zurückgekehrt werden. Solange die Arbeitgeber nicht Einlenken wird die Gewerkschaft Ihre Aktionen weiterführen und ausdehnen. Die Beschäftigten seien „stinksauer“ erklärte der örtliche Streikleiter Horst Roth aus Göttingen die Stimmung unter der Beschäftigten. „Wir sind mit unseren Aktionen noch sehr steigerungsfähig.“

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Mobbing im Klinikum - eine Station wird zerschlagen

Aus: Göttinger Betriebsexpress (GBE) Nr. 165 vom 14.3.2001:

Auf der neurologischen Intensivstation 1013 des Universitätsklinikums herrscht das blanke Chaos. Anfang des Jahres wurden mehr als ein Dutzend MitarbeiterInnen versetzt, Betten geschlossen, eine neue Leitung eingesetzt. Was war passiert?
Im November 2000 gab es die ersten Gerüchte, dass acht bzw. vierzehn Mitarbeiterinnen versetzt werden sollten.
Am 20.11.2000 gab es eine vom obersten Pflegechef, Herrn Erichsen einberufene Stationsversammlung. Auf dieser Stationsversammlung gab Erichsen lediglich bekannt, dass diese Versetzungen zum 1.12.2000 stattfinden sollten, da der pflegerische Standard ,,modernen Anforderungen" nicht mehr genügen würde. Dies sei ein rein strukturelles Problem und nicht die Schuld der einzelnen Mitarbeiterinnen. Als weiterer Grund wurden hygienische Mängel auf der Station benannt. Gelegenheit zur Diskussion wurde nicht gegeben, Herr Erichsen sprach's und verschwand. Kurz darauf kamen Einladungen zum ,,persönlichen Mitarbeitergespräch", die Betroffenen mussten einzeln und zu unterschiedlichen Terminen bei Herrn Erichsen erscheinen.
Vom 19.12.2000 datierte Briefe werden am 2.1.2001 auf die Station geschickt. Inhalt: Bekanntgabe der Umsetzung der Betroffenen auf eine im Schreiben genannte Station, falls der Personalrat zustimmt. Anwaltliche Vertretungen Einzelner werden ignoriert. Deren Anwälte hatten offiziell den Schriftverkehr im Auftrag der Betroffenen übernommen.
9.1.2001: Der Personalrat lehnt einstimmig die Umsetzung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen ab.
12.01.2001: Schreiben, ausgehändigt durch Boten: Anordnung der Umsetzung trotz der Ablehnung des Personalrates. Die Begründung der Ablehnung sei unbeachtlich, die Umsetzung erfolge im Rahmen des Direktionsrechtes.

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Klinikum, Bettenhäuser

 

Hintergründe

Die Station:
Die 1013 ist mit 13 Betten eine der größeren lntensivstationen des Klinikums. Das Patientenklientel setzt sich überwiegend aus schwerstkranken Langliegern zusammen, häufig ohne Aussicht auf Gesundung. Die Arbeit auf dieser Station ist physisch und psychisch selbst für eine Intensivpflegestation außerordentlich belastend.

Das Team:
Das Team - gemeint ist hier ausschließlich das Pflegepersonal - hat eine ausgesprochen geringe Fluktuation, viele arbeiten seit Jahren auf dieser Station. Auch gibt es keine andere Intensivstation im Klinikum, die einen derart hohen Altersdurchschnitt hat, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sind älter als 50. Einer der Mitarbeiter, der umgesetzt werden sollte, befand sich bereits im Ruhestand

Begründung der Umsetzungen:
Gegen die genannten Begründungen - mangeinde Hygiene und ein pflegerischer Standard, der nicht den ,,modernen Anforderungen" genüge - spricht, dass zu keiner Zeit Gespräche über diese angeblichen Mängel erfolgten. Es gab keine Stationsbesprechungen zu diesem Thema, keine schriftlichen Anordnungen, den Zustand zu ändern. Auch keine gerichtlichen Klagen von Angehörigen und kaum Beschwerden. Im Gegenteil: häufig Zustimmung von Angehörigen und Patienten in Form von Dankschreiben. Zum Vorwurf der mangelnden Hygiene ist anzuführen, dass Patienten immer häufiger resistente Keime mitbringen und dass die Station zeitweise personell unterbesetzt war, überlastanzeigen des Personals wurden zwar an Herrn Erichsen abgeschickt, aber es erfolgte keine Reaktion. Einige Male wurden sogar aut Anordnung von oben nicht ausreichend gereinigte Plätze belegt!
Tatsächlich gab es aber durchaus Probleme auf der 1013:
- Mangelnde Mitarbeiterführung Kaum Fortbildungsveranstaltungen
- Disharmonien im Leitungsteam
- Geringe Konfliktbereitschaft Verantwortlicher bei auffälligen Mitarbeiterinnen
- Mangelnde bzw. fehlende soziale Kompetenz von Verantwortlichen.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass Herr Erichsen lange Zeit direkt, d.h. ohne eine zwischengeschaltete Pflegedienstleitung für die 1013 verantwortlich war. Es sei auch nicht verschwiegen, dass seit Jahren Gerüchte über die 1013 im Klinikum kursieren, allerdings wurden diese nie konkretisiert. Außerdem bezogen sie sich auch weniger auf die Pflegequalität dieser Station, sondern eher auf den Umgang untereinander, und sie betrafen nur sehr wenige Mitarbeiterinnen.

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Dach des Klinikums mit Klimatürmen

Die aktuelle Situation auf der 1013:

Herr Erichsen hat zahlreiche Mitarbeiterinnen versetzt, ohne dass ausreichender Ersatz vorhanden ist. Kolleginnen und Kollegen von anderen lntensivstationen müssen jetzt dorthin rotieren. Da bei weitem nicht genug Freiwillige dazu bereit waren, rotieten jetzt MitarbeiterInnen dorthin, d.h. sie gehen nur für einige Monate auf die 1013 und werden dann von den nächsten ersetzt. Es müssen also ständig neue Leute eingearbeitet werden. Logischerweise bestehen Disharmonien zwischen den alten und neuen Mitarbeiterinnen der Station, Mißtrauen ünter dem Personal breitet sich aus. Außerdem wurde die Stationsleitung erneuert, peinlicherweise ausgerechnet mit einer Stationsschwester, die dem Personalrat schon immer Arbeit beschert hat: Bereits auf ihrer alten lntensivstation hat sie regelmäßig ihr unliebsame Leute gemobbt. Auf der 1013 macht sich die neue Stationsieitung durch theatralisches und bedrohliches Auftreten unbeliebt, sowie durch Geringschätzung einiger Mitarbeiterinnen und ihrer Arbeitsleistung. Die (noch?) nicht versetzten Kolleginnen werden von ihr zu Einzelgesprächen vorgeladen, Protokolle zu Ungunsten Betroffener angefertigt und diesen dann zur Unterschrift vorgelegt.
Fazit: Selbst wenn man unterstellt, dass an den Gerüchten, die seit langem die 1013 betreffen irgehd etwas dran ist, so ist dennoch das derzeitige Vorgehen der Kliniksleitung nicht nur in höchstem Masse unprofessionell, sondern auch menschenverachtend. Versetzt wurden nämlich fast ausschließlich die älteren Kolleginnen und Kollegen.

Wo bleibt eigentlich der Respekt vor Menschen, die seit Jahrzehnten Tag für Tag, jedes zweite Wochenende diesen schweren Dienst auf dieser ausgesprochen belastenden lntensivstation versehen haben?

Unter den dauerhaft umgesetzten MitarbeiterInnen sind viele Personen, deren Arbeits- und Sozialverhalten als vorbildlich einzustufen ist. Jahrelang ignorierte die Kliniksleitung im allgemeinen und Herr Erichsen im besonderen die Gerüchteküche, obwohl es ihre Pflicht gewesen wäre, entweder den Gerüchten auf den Grund zu gehen und tatsächliche Mißstände abzuschalten oder den Gerüchten dort, wo sie jeder Grundlage entbehren, entschieden entgegenzutreten und die Station vor Rufmord zu schützen. Statt dessen werden jetzt vorgeschobene Argumente (Hygienemängel usw.) benutzt, um die Station auf höchst dilettantische Art zu ,,reorganisieren". In einem dem GBE vorliegenden Pr6tokoll der organisationsentwicklung im Klinikum ist offen die Rede von einem ,,Aufbrechen verkrusteter Strukturen". Zerschlagen kann man das wohl auch nennen und dabei bleiben die auf der Strecke, die teils über Jahrzehnte ihre Arbeit und Gesundheit für die Arbeit auf dieser Station eingebracht haben. Der zumindest Mitverantwortliche Erichsen kommt wieder mal ungeschoren davon und schwingt sogar noch den großen Hammer!
Anstatt den Konflikt mit den - sehr wenigen! - auffälligen Mitarbeiterinnen zu führen, werden schlicht alle Älteren versetzt. Durch wen sie ersetzt werden sollen, und wie die Motivation der Mitarbeiterinnen ist, die jetzt ,,freiwillig" für einige Monate dort arbeiten müssen - mit solchen unwesentlichen Kleinigkeiten gibt sich die Kliniksleitung nicht ab. Drei Betten sind schon geschlossen, man hört, dass fünf weitere geschlossen werden sollen. Und einer Station, deren Problem hauptsächlich das Umgehen untereinander war, wird eine Leitung vorgesetzt, die ausgerechnet auf dem Gebiet der sozialen Kompetenz ihre größten Schwächen hat. Na - herzlichen Glückwunsch!

Anmerkung/ Hinweis
Auf der Homepage der Pflegedienstleitung heißt es unter anderem:
"Mit dem neuen Organisationskonzept verfolgt die Geschäftsführung der Geschäftseinheit Pflegedienst das Ziel, ein modernes, schlankes Management im Pflegedienst aufzubauen, dessen Struktur es ermöglicht, Entscheidungswege für operative Basisentscheidungen zu verkürzen und die Arbeitseffizienz zu steigern. (...) Als übergeordnetes Ziel verfolgt die Geschäftsführung der Geschäftseinheit Pflegedienst mit diesen Veränderungen, eine Krankenversorgung mit einer hohen Pflegequalität anzubieten, die sich im Einklang befindet mit den Anforderungen einer wirtschaftlichen Unternehmensführung und daher die Gesamtzielsetzung des Hauses unterstützt."

Das "Patientengut" muß eben "effizient" durch die "schlanke Organisation" geschleust werden.

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