| "Solidarität
mit den Beschäftigten der Gastronomie in der Universitätsklinik" (Antrag
der Kreistagsfraktion Die Linke) im Kreistag am 15.12.08, ab 15 Uhr im Neuen Rathaus IGMetall-Solidaritätserklärung 10.12.08
/ "Resolution zur Ausgründung der Gastronomie des Uni-Klinikums Göttingen
Die Mitglieder der Delegiertenversamlung der IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz
haben am 8. Dezember 2008 über die beabsichtigte Ausgliederung der Gastronomie
des Göttinger Universitätsklinikums diskutiert. Sie erklären sich solidarisch
mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen, die sich gegen die Ausgliederung
und die damit verbundenen Entgeltverluste von 35 Prozent, zur Wehr setzen. Die
Delegierten der IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz fordern den Vorstand des Uni-Klinikums
auf, diese Entscheidung zurückzunehmen. Diese unsoziale Entscheidung würde dazu
führen, dass der größte Teil der Beschäftigten nicht vom Arbeitseinkommen vollständig
leben könnte und aufstockendes Arbeitslosengeld II beziehen müßte." Beschäftigte
fordern Unterstützung vom Rat
5.12.08 "Kommt
alle zur Kundgebung" hieß es im Aufruf der Beschäftigten in der
Uniklinik-Gastronomie. Der Rat der Stadt Göttingen hatte die Diskussion über
eine Resolution auf der Tagesordnung stehen. "Das Uniklinikum Göttingen ist
der größte Arbeitgeber in der Stadt Göttingen und Region. Wir gehen davon aus,
dass nach der Ausgründung der Gastronomie, die Privatisierung im Uniklinikum weitergeht.
Unterstützt unseren Kampf! Die Beschäftigten der Gastronomie am Uniklinikum Göttingen"
Gemeinsamer Antrag
der SPD-, Bündnis90/Die Grünen- und GöLINKE-Ratsfraktionen betr. "Resolution zur
Solidarisierung mit den Beschäftigten der Gastronomie der Universitätsklinik Göttingen
" (Korrektur: Vorher war fälschlicherweise von einem Antrag der GöLinken
allein ausgegangen worden)
"Der
Rat der Stadt Göttingen erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten der Gastronomie
in der Universitätsklinik Göttingen, die um ihre Arbeits- und Lebensbedingungen
fürchten und fordert den Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen auf, seine
Entscheidung über die Überführung der Beschäftigten aus den Bereichen Zentralküche,
Mensa, Cafeteria und Restaurant in die UMG Gastronomie GmbH zurück zu nehmen.
Der Rat der Stadt Göttingen empfiehlt, alle Mitarbeiter in dem schwierigen Sanierungsprozess
mitzunehmen und sie nicht durch eine Ausgründung aller nicht zum Kerngeschäft
der Klinik gehörenden Sekundärprozesse von der Universitätsmedizin Göttingen abzukoppeln.
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, den Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen
von dieser Resolution in Kenntnis zu setzen."
Der
Resolutionstext einschließlich der schriftlichen Begründung wurde von SPD Ratsmitglied
und UMG-Beschäftigten Dr. Klaus-Peter Hermann verfasst,
durch die SPD Ratsfraktion am 27.11. gebilligt und anschließend vom Verfasser
persönlich allen anderen Ratsfraktionen vorgelegt. GöLinke und Grüne haben
ihn sofort und ohne Änderung übernommen. (Klarstellung in einer Zuschrift von
K-P Hermann) . Bei der Entscheidung im Rat lehnten CDU und FDP die Erklärung
ab.  |  |  | Fotos:
Protestierende im Rathausfoyer Am
05.12.08 hatten um 15 Uhr die Betroffenen des Uni-Klinikums vor dem Neuen Rathaus
zu einer Aktion gegen die Ausgliederung in eine GmbH aufgerufen. Es waren ca.
80 Menschen da, es gab Musik von der Gruppe "Zorn" und Redebeiträge von Patrick
Humke-Focks, Gabriela Andretta, Roth von Verdi und Betroffenen.
Fotos
und Mitteilung von S. Knoblauch |
|
PETITION DER BESCHÄFTIGTEN DER GASTRONOMIE AN
DEN VORSTAND DES UNIVERSITÄTSKLINIKUM GÖTTINGEN Prof. Dr. Cornelius
Frömmel, Priv. Doz. Dr. Günther Bergmann, Dipl. Kffr. Barbara Schulte,
(..)
Sie planen, die Gastronomie
am Universitätsklinikum zum 01.01.2009 auszugründen. Wir, die Beschäftigten
in der Gastronomie, protestieren aufs schärfste dagegen:
- Wir fordern Sie auf, die Gastronomie nicht auszugründen.
- Wir wollen unsere Verträge behalten.
- Wir wollen den Kinderzuschlag und
den Ortszuschlag behalten.
- Wir wollen
keine weitere schleichende Privatisierung der Arbeitsplätze in der Gastronomie.
- Wir wollen, dass Sie uns sagen, wie
viel Gehalt wir konkret nach einer Ausgründung als GmbH-Beschäftigte
verdienen würden.
- Wir fordern
gerechten Lohn für unsere Arbeit.
Wir
sehen nicht ein, dass unsere Arbeitskraft ab dem 1.1.2009 weniger wert sein soll
als die Jahre zuvor. Unsere Verträge müssen bestehen bleiben. Wir
wollen nicht in Existenzangst leben. Die Ausgründung zerstört Existenzen,
die wir uns jahrelang aufgebaut haben. Wir wollen nicht, dass unser Gehalt nur
noch dafür reicht, die Miete und das Brot zu bezahlen. Wir brauchen Arbeitsplätze,
die uns und unsere Familien ernähren. Viele von uns sind alleinerziehend
und wir sind für unsere Kinder verantwortlich. Es kann nicht sein, dass wir
nach einer Ausgründung gezwungen sind, Nebenjobs annehmen oder zum Sozialamt
zu gehen. Ohne uns Beschäftigte läuft in der Gastronomie nichts.
Wir bringen Erfahrungen mit, teilweise arbeiten wir seit Jahrzehnten hier. Wir
kennen den Arbeitsablauf und wissen wie die Maschinen funktionieren. Aber wir
haben das Problem in unserem Arbeitsalltag, dass unsere Vorschläge nicht
angehört werden. Dadurch haben wir den Eindruck, dass die Gastronomie sehr
ineffizient wirtschaftet. Wenn wir mehr Mitspracherecht hätten, könnte
die Gastronomie viel mehr Geld einsparen. Aber wir werden nicht gefragt, wenn
es darum geht, die Gastronomie effizienter zu machen. Zum Beispiel könnte
man durch das Vermeiden an Überproduktionen viel Geld einsparen. Stattdessen
wollen Sie unsere Löhne kürzen. Wenn wir nicht mehr da sind, dann
brechen Arbeitsabläufe zusammen. Wir sind nicht ersetzbar! Nur gerecht bezahlte
Mitarbeiter sind auch motivierte Mitarbeiter! Gerade langjährig und unbefristet
arbeitende Mitarbeiter setzen sich für ihre Arbeit ein und übernehmen
Verantwortung, so dass die Qualität stimmt. Wir
möchten arbeiten um zu leben und nicht leben um zu arbeiten! Die Beschäftigten
der Gastronomie: (..Unterschriften der Beschäftigten) |
Protestversammlung
am Klinikum 28.10.08 / Die Klinik plant eine "Auslagerung",
ein "Outsourcing" der Gastronomiebereiche Kantine, Caféteria
usw. . D.h. die Beschäftigten machen ungefähr das gleiche wie bisher,
aber sie bekommen einen neuen Arbeitgeber, nämlich die Gastronomie GmbH,
die aber gleichzeitig der bisherige Arbeitgeber ist, denn die Gastronomie GmbH
gehört zu 100 % der Klinik. Aber - und das ist der Grund für dat janze
- sie fällt absurderweise nicht mehr in den Tarifbereich der Klinik und dadurch
können die Löhne/Gehälter gekürzt werden. Gegen diese üble
Trickserei, die der "Stiftungsausschuß" der Uni auf einer Sitzung
am 28.10.08 beschließen wollte kam eine überraschend große Zahl
von Kliniksbeschäftigten, die ihren Unmut über diese "Privatisierungsmaßnahme"
vor dem geplanten Ort des Treffens äußerten.  Kein
Streik, "nur" eine Versammlung in der Pause
Im Vorstandsbungalow neben dem Parkplatz sollte die Sitzung stattfinden. Allerdings
wurde wohl angesichts des zu erwartenden Spießrutenlaufs für die Mitglieder
des Ausschusses die Sitzung kurzerhand in den Tagungsraum des Papenberghotels
gegenüber verlegt (Für solche Hotelkosten ist Geld da). 
KollegInnen
hatten Wärme-Container der Küche herangerollt, viele selbstgemalte Transparente
und Schilder sowie Töpfe oder Geschirr mitgebracht. Offensichtlich verschärft
sich aber auch die Stimmung in der Auseinandersetzung, denn wo früher die
stillschweigende Übereinkunft galt, dass die Pausen für solche
Protestaktionen genutzt werden dürfen, wurde nun versucht, Druck auszüben,
um eine Teilnahme an der Protestaktion zu verhindern. Konkret wurde mit Abmahnungen
gedroht, die nach Auskunft des zuständigen Ver.di-Sekretärs Roth allerdings
keine Gültigkeit haben werden.
Stiftungsausschuß
flüchtet ins Hotel - von Figura nicht informiert Offensichtlich
war Unipräsident von Figura nicht über die Verlegung des Sitzungsortes
rechtzeitig informiert worden und tapste unter Buhrufen in die Protestversammlung
um zum Vorstandsgebäude zu kommen.
Auf die Fragen
einer Vertreterin des "Beschäftigen-TV" mochte Unipräsident
v. Figura nicht antworten, obwohl die Kollegin den Präsidenten hartnäckig
bis zur Eingangstür mit ihren Fragen verfolgte.
Pressemitteilungen
Ver.di / 27 + 28.10.08 Protest
gegen Ausgründung der Gastronomie des Universitätsklinikums
 | "Die
Universität hatte bereits 2006 die Streichung von 800 Stellen für 2007 bis 2009
angekündigt. Nun ist geplant, dass die ca. 150 Beschäftigten des Gastronomiebereiches
zum Jahreswechsel im Zuge eines Betriebsüberganges in die GastronomieGmbH ausgliedert
werden. Damit sollen sie aus dem Tarifgefüge des öffentlichen Dienstes gehen,
um eine niedrigere Bezahlung der Gastronomiebranche durchzusetzen. Die Beschäftigten
müssen damit Verluste bis zu 35 % hinnehmen. Gewerkschaftssekretär
Horst Roth: der Protest der Beschäftigten soll verhindern, dass man
sie z.B. aus dem geltenden Tarifvertrag „rauswirft“." Foto:
Horst Roth / stellv.
Geschäftsführer ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen bei der Versammlung. |
Am
28.10 protestierten über 200 Beschäftigte der Gastronomie und anderer Bereiche
der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zu Beginn der Sitzung des Stiftungsausschuss
Universitätsmedizin gegen die geplante Ausgründung und die damit beabsichtigte
Lohnsenkung. Als Aufsichtsorgan des Vorstandes der UMG trägt der Stiftungsausschuss
die Mitverantwortung für die Entscheidung des Vorstands, die Beschäftigten im
Gastronomiebereich zum Jahreswechsel in die Gastronomie GmbH zu überführen. Damit
soll eine um bis zu 35% niedrigere Bezahlung im Gaststättengewerbe durchgesetzt
werden. Weitere bisher nicht näher benannte Bereiche der UMG sollen ebenfalls
ausgegründet werden. Der Stiftungsausschuss hatte bereits 2006 ein weitreichendes
Konsolidierungsprogramm beschlossen, dem 800 Stellen in der Zeit bis 2009 zum
Opfer fallen. Der stellv. ver.di Geschäftsführer Horst Roth kritisiert, dass schon
dieser Personalabbau zu unerträglicher Leistungsverdichtung in der Klinik geführt
hat, obwohl die Ursachen für das Haushaltsdefizit nicht bei den Beschäftigten
zu suchen ist. Die Deckelung der Betriebskosten durch die Gesundheitsgesetzte
sorgen seit Jahren für Unterfinanzierung, Personalabbau und Tarifflucht durch
Ausgründung und Privatisierung. Die vom Bundeskabinett hierzu am 24.9.08 beschlossenen
Maßnahmen gleichen diese Fehlentwicklung nur zum Teil aus. Vorstand und Stiftungsausschuss
sollten sich für eine auskömmliche Finanzierung der Betriebskosten beim Gesetzgeber
stark machen, anstatt gerade den unteren Lohngruppen auch noch den Lohn zu kürzen.
Ein zweiter Grund liegt in der mangelhaften Investitionsförderung durch das gesetzlich
zuständige Land Niedersachsen. Die Gebäude der UMG sind baulich nicht auf die
heutigen medizinischen und organisatorischen Konzepte ausgelegt. Hinzu kommt die
energetisch verschwenderische Bausubstanz der 70er Jahre, die sich bei den drastisch
gestiegenen Energiekostensteigerungen besonders schmerzlich bemerkbar machen.
Horst Roth dazu: Hier sollen der Vorstand und der Stiftungsausschuss beim Land
Niedersachsen einen Zuschuss zu den Betriebskosten einfordern, und zwar so lange,
wie die UMG mangels fehlender Investitionen die Betriebsabläufe nicht optimieren
kann bzw. Energiesparmaßnahmen nicht vorgenommen wurden. 
2006:
Uniklinik plant Privatisierung des Gastronomiebereichs
27.10.06
/ Zum "Gastronomiebereich" des Klinikums gehören u.a. die riesige
Kantine, die darin integrierte Caféteria und in einem zweiten Bereich ein
Selbstbedienungsrestaurant mit Cafébereich. Der
Ausschuss Humanmedizin plant, am 31. Oktober durch Gründung einer Gastronomie
GmbH den Gastronomieteil der Universitätsklinik Göttingen zu privatisieren. Nach
den ver.di vorliegenden Informationen ist damit beabsichtigt, das Lohnniveau langfristig
um 30 % abzusenken. Ver.di Sekretär Horst Roth: " Wir haben kein Verständnis dafür,
dass für eine verfehlte Gesundheitspolitik schon wieder die unteren Einkommensgruppen
die Zeche zahlen sollen. Wir werden den Widerstand mit den Beschäftigten organisieren."
Unter dem Motte "Halloween - das Privatisierungsgespenst geht um" wird es
eine Mahnwache am Dienstag früh vor dem Gebäude des Klinikumvorstandes geben,
um die ankommenden Ausschussmitglieder vor der um 10:30 Uhr beginnenden Sitzung
auf die Interessen der Beschäftigten aufmerksam zu machen. In einen Brief an den
Vorsitzenden des Ausschuss Humanmedizin, Professor Hauke, hat ver.di an den Ausschuss
appelliert, von diesen Plänen Abstand zu nehmen. Für den Fall, dass trotzdem der
Ausschuss an diesen Plänen festhält fordert ver.di die tarifvertragliche Absicherung
der bisherigen Beschäftigten und einen Tarifvertrag für die neu gegründete Firma. ver.di
sieht durchaus die Schwierigkeiten der öffentlichen Krankenhäuser, aber dazu sind
im neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst entsprechende Regelungen getroffen
worden, die solche Ausgründungen vermeiden sollen. Dieser Tarifvertrag soll nun,
nachdem dafür auch in der Uniklinik Göttingen dieses Jahr 14 Wochen gestreikt
wurde, am 1. November in Kraft treten. Bevor hier vorschnell Fakten geschaffen
werden soll erst einmal dieses Instrument sorgfältig geprüft werden. zum
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