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Integration

Rahmenbedingungen für Integration in Göttingen

Integrations-Kita mit Elternkompetenzzentrum
Integrationskonferenz

Büro für Integration als Stabstelle des Oberbürgermeisters

> Integrationsrat
> Bleiberecht
> Abschiebungen
> Migrationsnetzwerk

 

Gesprächskreise für MigrantInnen in der Stadtbibliothek

7.10.13 / Das Projekt Deutschstunde in der Stadtbibliothek Göttingen, das sich an Menschen mit Migrationshintergrund richtet, die ihre Kommunikationsfähigkeit auf Deutsch trainieren und ihr Sprachniveau verbessern wollen,Das Projekt Deutschstunde, Gesprächskreise in der Stadt Göttingen, richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund, die einen Integrationskurs oder Sprachkurse absolviert haben. Die Teilnahme ist kostenlos. Im Herbst 2013 wird dies in 5 Terminen angeboten.

Rahmenbedingungen für Integration in Göttingen

In Göttingen leben schätzungsweise 13.000 AusländerInnen aus insgesamt 150 Nationen und noch einmal so viele Menschen mit Migrationshintergrund. 26.000 von 130.000 Einwohner , also 20 % der Menschen in Göttingen sind AusländerInnen oder haben einen "Migrationshintergrund". Durch die Universität handelt es sich dabei nicht wie z.B. in NRW um überwiegend beruflich gering qualifizierte Menschen sondern MitarbeiterInnen und Studierende an der Hochschule. Reibungsverluste im Zusammenleben würden also auch die Arbeitsweise des zentralen wirtschaftlichen Motors - der Universität stören.

Beispiele für Integrationprobleme

Integrationsrat, Vorsitzender
Mehmet Tugcu, Uli Holefleisch (Ratsfraktion Grüne) Landtagskandidatin der Grünen, Michael Höfer stellvertretender Vorsitzender des "Ausschuss für Soziales und Wohnungsbau"

Diskussion im Sozialraum der Moschee ... leider über lange Strecken auf Türkisch !

Beispiele für Probleme zwischen AusländerInnen und Deutschen konnte man verfolgen, als der Plan eines Moscheebaus in Grone diskutiert wurde. Da kamen auf der kulturell-religiösen Ebene starke Abgrenzungsäußerungen von der "deutschstämmigen" Nachbarschaft. Inzwischen hat sich das anscheinend total beruhigt.

Im Blümchenviertel gab es Zoff zwischen den BewohnerInnen der Roma und Anwohnern. Die Anwohner argumentierten damit, dass durch die Konzentration der Roma in ihrem Viertel die Häuser und Wohnungen an Wert verlören. Es wurden Unterschriftenlisten in Geschäften ausgehängt.

Von der Schule in Grone-Süd berichten Eltern und Lehrer, dass es dort Klassen mit ca. 70 % Ausländeranteil in normaler Klassenstärke gibt. Diese problematischen Klassen sind für jeweils eine Lehrerin oder einen Lehrer nicht zu bewältigen.

 

Kita mit Elternkompetenzzentrum zur Sprachintegration

31.3.08 / Die Stadt Göttingen hat eine Kindertagesstätte in der St. Heinrich - Straße 1, in Grone gebaut, die u.a. auch ein "Elternkompetenzzentrum" betreiben wird. Die neue Kita verfügt über insgesamt fast 60 Plätze, die sich auf eine Krippen-, eine Integrations- und eine Regel - Kindergartengruppe verteilen. Das Elternkompetenzzentrum soll u. a. Fähigkeiten in Erziehungs-, Bildungs- und Alltagsfragen stärken, den Spracherwerb in Familien mit Migrationshintergrund verbessern helfen und insgesamt den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil durch bürgerschaftliches Engagement fördern.

Die Gesamtinvestitionen der Stadt für die Kindertagesstätte belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Das Projekt wurde aus Mitteln des EU - Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Betrieben wird die Kita von der Ev. - Lutherische Kirchengemeinde St. Petri.

 

Integrationskonferenz

Am 15.2.08 fand im Rathaus auf Einladung der Stadt eine sogenannte "Integrationskonferenz" statt. Ca. 400 VertreterInnen von Organisationen und Vereinen mit Migrationsbezug waren angeschrieben worden, ca. 180 waren gekommen und tagten von 14 bis 19.30 Uhr im Neuen Rathaus.

Die Leitung hatte das Ende 2007 eingerichtete "Büro für Integration - im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters". Dieses Büro soll nun die Ausarbeitung eines "Integrationskonzeptes" betreuen. Gleichzeitig gibt es einen gewählten "Integrationsrat" und die Aufgabenverteilung zwischen beiden Institutionen wird nirgendwo erklärt. Im Organisationsplan des Vorhabens "Integrationskonzept" taucht der Integrationsrat nicht mehr explizit auf. Während der Integrationsrat ein kleines Budget an Sportvereine und Kulturgruppen verteilt , wird vom "Integrationsbüro" aus "Sozialplanung" betrieben. Leiterin des Büros Renate Kornhardt ist Sozialplanerin und war bereits an den Projekten "Soziale Stadt" in Grone beteiligt. Nach dem Verhältnis von Integrationsbüro zu Integrationsrat befragt, meinte Kornhardt, der Integrationsrat solle Werbung für dieses Vorhaben machen.

Pressematerial der Stadt / Skizze des Büros für Integration
Der Integrationsrat kommt im Modell namentlich nicht vor

Integrationsrat, Vorsitzender
Mehmet Tugcu

Für die Entwicklung eines Integrationskonzeptes ist eine externe Firma beauftragt worden. Das "Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung" (imap) mit Sitz in Leverkusen. Diese Firma hat seit 2001 vor allem Unternehmen beraten, die mit islamischen Ländern, insbesondere Türkei Geschäfte machen und dabei auf ein besseres Verständnis der anderen Kultur angewiesen sind. Erwähnenswert ist, dass der Leiter des imap Bülent Arslan Mitglied im Landesvorstand der CDU Nordrhein-Westfalen ist und 2002 für die CDU zur Bundestagswahl in NRW kandidiert hat.

Bülent Arslan Leiter der Beratungsfirma imap und CDU Landespolitiker in NRW, und Sozialplanerin Renate Kornhardt, Büro für Integration im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters

Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens der vom Rat der Stadt im September 2008 abgestimmt werden soll. Der Zeitplan sieht folgende Arbeitsschritte vor:

  • Dezember 2007 bis Februar 2008 Recherchen, gespräche mit Mutliplikatioren
  • 15.2.08 Integrationskonferenz
  • März bis Juni 2008 sollen Sitzungen der 3 verschiedenen Arbeitsgruppen stattfinden,
  • Juli bis August 2008 Auswertung der Ergebnisse und Erstellung eines Integrationskonzeptes.
  • September 2008 Abschlußtagung und Dokumentation mit Ergebnissen

Bei der Integrationskonferenz am 15.2.08 waren unter den 180 TeilnehmerInnen u.a. folgende Personen bzw. Organisation bei der ersten Ergebnisrunde um 17 Uhr anzutreffen:

Stadtrat Ludwig Hecke Dezernat Jugend, Schule und Ordnung, Michael Höfer, stellvertretender Vorsitzender des "Ausschuss für Soziales und Wohnungsbau", Integrationsrat Geschäftsführerin Birgit Sacher und Vorsitzender Mehmet Tugcu und weitere Mitglieder des Integrationsrates, B. Ayegh, Ratsmitglied Grüne, Anne Cordes (Nachbarschaftszentrum Grone), Vertreter aus dem Haus der Kulturen, Pastor Gaillard (Ausländerbeauftragter der evangelischen Kirche), Mitglieder der Weststadtkonferenz und des Weststadtbüros, AKM, Therapeutische Frauenberatung, Frauennotruf, Frauenhaus, Kore, Migrationsnetzwerk , Brockensammlung, KAZ, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben .... und viele andere.

Kommentar:

a) Herr Arslan wirbt auf seiner Webseite mit Fotos auf denen er zusammen mit Angela Merkel, Beckstein und Schäuble zu sehen ist. Man ist geneigt sich zu fragen, wie nun ausgerechnet von solcher Denke ein "weltoffenes, tolerantes, zukunftsweisendes Integrationskonzept" für Göttingen entstehen soll. Haben wir nicht in Göttingen selbst genügend Leute, die eine positive Vorstellung von Integration haben und denen lediglich das Geld für Projekte fehlt, das nun in den Taschen von imap landet? Oder hat die Anwerbung eines CDU-Politikers für die Göttinger Integrationspolitik nur die Funktion, Kritik seitens der CDU im Rat stillzulegen?

b) OB Meyer betonte in einem kurzen Gespräch mit der Presse, es sei wichtig, dass mit der Thematik auch Otto Normalverbraucher erreicht wird, dass das Thema den Alltag erreicht. "Integration muß alle Bürgerinnen und Bürger angehen". Aber genau das ist auf dem Ablaufplan nicht zu sehen, wo z.B. direkt betroffene Menschen einbezogen werden. Z.B. wäre an die Eltern und Kinder der Schule in Grone oder die Bewohner des Blümchenviertels der Weststadt , Bewohner des Leineberges oder des Holtenser Berges zu denken. Z.B. wäre in diesem Zusammenhang auch ein offenes Forum mit Vertretern der Ausländerbehörde zum Thema Bleiberecht, Abschiebung und Integration eine interessante Sache. In der Tat ist die Schulung von Beschäftigten in Ämtern bereits bei der

Die Integrationskonferenz war von der Methode "Kärtchen beschriften und an die Tafel hängen" geprägt. Zur Anschauung eine dieser Tafeln im Ausschnitt:

Integration und Abschiebung

Während im Ratssaal über Intergration diskutiert wird, sitzt eine voll integrierte Familie nahe Göttingen in Dransfeld und wird nach 16 jährigem Aufenthalt von der Abschiebung bedroht. Diese Art von Widersprüchen wurde nur am Rande der Veranstaltung erwähnt. Das bestehende Bleibe(verhinderungs)recht) entzieht Integrationsversuchen die Basis, eine Diskussion über Integration, die dieses Problem ausspart ist eine Schönwetter-Integration.

 

Büro für Integration als Stabstelle des Oberbürgermeisters

Pressemitteilung Stadt Göttingen 27.6.07 / "Zur stärkeren Förderung der Integration in Göttingen lebender Migrantinnen und Migranten wird Oberbürgermeister Wolfgang Meyer zum 1. September dieses Jahres ein Büro für Integration einrichten, das unmittelbar seinem Geschäftsbereich zugeordnet wird. Auch damit will Meyer nach eigenen Worten die besondere Bedeutung der Migrations- und Integrationsarbeit für die Stadtverwaltung unterstreichen. Mit der Wahrnehmung der Aufgaben wird der Oberbürgermeister eine Sozialplanerin betrauen, die zur Zeit im Sozialdezernat der Stadt beschäftigt ist. Sie wird u.a. für die Entwicklung von Handlungsstrategien in der Integrationsarbeit und die Einleitung neuer Integrationsprojekte zuständig sein. Dabei soll das neue Büro für Integration auf die bewährte Zusammenarbeit im Rahmen eines Netzwerks unterschiedlicher Institutionen und Organisationen zurückgreifen. Eine weitere qualifizierte Kraft mit Migrationshintergrund will Meyer für die unmittelbare Beratung ausländischer Mitbürger/innen beschäftigen."

Integrationsrat wurde nicht informiert und nicht an der Integrationsbüro-Planung beteiligt und

Da stellt sich die Frage, wieso einerseits das Büro des Integrationsrates unterausgestattet bleibt und andererseits ein neues Büro beim OB mit verwandten Aufgaben entsteht, ohne dass der Integrationsrat erwähnt wird, obwohl sich da zumindest eine Kooperation anböte. Wie auf Nachfrage zu erfahren war, wurde die ganze Planung dazu auch ohne jeglichen Kontakt zum Integrationsrat vorgenommen.

Und was die "Bewährte Zusammenarbeit eines Netzwerkes" angeht , so ist aufgefallen, dass das 2003 gegründete Migrationsnetzwerk nicht mehr auftaucht ist - oder haben wir es nur nicht mitbekommen? Die , die aufgeführte Vielzahl der Mitglieder des Migrationsnetzwerkes tauchen in der Öffentlichkeit nicht mit Aktivitäten gemäß der angegebenen umfangreichen Ziele auf. .

Grünes Integrationsratsmitglied schon vorher mit dem Thema befasst

Die Ratsfraktion der Grünen und deren Mitglied Mehmet Tugcu, der auch Mitglied des Integratiosrates ist, scheinen aber auch von dem Vorhaben informiert worden zu sein, denn in der Presseerklärung vom 27.6.07 der Grünen heisst es: "Die Grünen haben sich in den vergangenen Wochen mit Nachdruck für die Einrichtung eines Integrationsbüros im Geschäftsbereich des OB stark gemacht. "Integration ist eine Querschnittsaufgabe und sollte daher innerhalb der Verwaltung strategisch an zentraler Stelle angesiedelt sein", betont auch der migrationspolitische Sprecher der Fraktion, Mehmet Tugcu. Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und ein aktuelles Positionspapier des deutschen Städtetages, das diese Aussage stützt. Probleme von MigrantInnen beschränken sich eben nicht nur auf die Dienstzimmer der Sozial- und Ausländerbehörden, sondern beschäftigen in mehr oder minder ausgeprägter Form das gesamte Rathaus, erläutert Tugcu. (...)"