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boat people projekt

Das boat people projekt ist ein Freies Theater mit Schwerpunkt auf Flucht und Migration >>boatpeopleprojekt.de / "IWF" / Nonnenstieg 72
goestseite >Bootflüchtlinge

 

boeat people

Flüchtlinge des Vietnamkrieges, die über das Meer flüchteten wurden im als erstmals in den 1970er Jahren als "Bootsflüchtlinge" und "boatpeople" bezeichnet. In den Medien vor allem durch die Rettungsaktionen der "Cap Anamur" von Neudeck. Nachdem seit den 90ern immer mehr Flüchtlinge aus Afrika auf Booten über das Mittelmeer nach Europa kommen ist der Begriff auch für diese Flüchtlinge gebräuchlich geworden.


documenta 12, Hazoumé .„Dream“ (2007) aus ,zerschnittenen Plastikkanistern zusammengesetzten Flüchtlingsboot-Skulptur und eine 30 qm Fotografie eines afrikanischen Flussdorfes / foto: goest

Sehr viele Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, haben auf ihrer Flucht eine Teilstrecke auf Booten übers Meer zurücklegen müssen. Sie alle sind "boat people". Das freie Theater boat people projekt arbeitet seit 2009 zu den Themen Flucht und Migration über und mit boat people..

Spielstätte des boat people projekt

Spielstätte ist ein kleines Theater mit ca. 90 Sitzplätzen in einem Gebäudeteil des ehemaligen IWF, Nonnenstieg 72..Das Gebäude wird zur Zeit auch als Flüchtlingsunterkunft genutzt, ca. 200 Menschen sind hier untergebracht.

Siehe dazu die goest-Seite über diese Flüchtlingsunterkunft


Der Weg zum Theater boat people projekt führt über die Rampe rechts neben dem Gebäude an einem Innenhof vorbei zu dem Hintergebäude


Gebäudeeingang zu den Räumen des Theaters


Eingang zum Theaterraum


Theaterraum mit ca. 90 Sitzplätzen / Aufnahme nach Pressegespräch 13.9.16


Das Team von links:
Franziska Aeschlimann, Reimar de la Chevallerie, Luise Rist, Hans Kaul, Nina de la Chevallerie und Birte Müchler (Sonja Elena Schroeder war nicht dabei an diesem Tag) Näheres auf
>>boatpeopleprojekt.de

Programm des boat people projekt 2016/17

HILFE! 
Ein Stück über Grenzwerte von Sophie Diesselhorst
(Schauspielproduktion)

Ensemble: Zubair Ahmed, Imme Beccard, Rzgar Khalil, Shwan Karim, Andreas Klumpf, Lotte Hagemann/Rhiona GlienkeRegie: Nina de la ChevallerieText: Sophie DiesselhorstDramaturgie: Nicola BongardAusstattung: Lea Dietrich • Musik: Hans Kaul • Video: Reimar de la ChevallerieTechnik: Salah Abdullah • Assistenz: Laura Brust • Gefördert von: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Fonds Darstellender Künste, Stiftung Niedersachsen, Stadt Göttingen, KUNST e.V., AMBION GmbH, EBR Projektentwicklung • In Kooperation mit: Theater im Pavillon Hannover, Naturkost in der Burgstraße
Inhalt: Die „Flüchtlings-Herausforderung“ hat Ann-Marie kreativ inspiriert und Timo, ihr Weggefährte an der Willkommensfront, verzettelt sich aktionistisch zwischen Ja und Ja-Sagen. Der aus Syrien geflohene Azar will eigentlich nur wissen, was „der Brief“ bedeutet. Das Stück zeigt, wie man sich weltoffen betroffen und auch mal besoffen in diversen Grenzbereichen (nicht) begegnen kann.

Schauspier*innen des Stückes HILFE! *zu sehen sind von links nach rechts: Shwan Karim, Rzgar Khalil, Andras Klumpf, Imme Beccard und Lotte Hagemann. Foto: Reimar de la Chevallerie,

Weitere Informationen unter: http://boat-people-projekt.de/stuecke/hilfe/

Aufführungen: 24.09. (Uraufführung) / 30.09. / 02.10. / 29.10. / 30.10. / 25.11. / 26.11. / 27.11.2016 um jeweils 19.30 Uhr im Theater im ehemaligen IWF (Nonnenstieg 72, 37075 Göttingen) • Karten (15€/9€) bei reservix.de, allen bekannten VVK-Stellen und an der Abendkasse

SUCH MICH! (Arbeitstitel war "Warten)
Ein Film des jungen boat people projekts mit Bildwerfer

Filmpremiere: 28.10.2016 um 20 Uhr im Theater im ehemaligen IWF
Regie: Sonja Elena Schroeder • Kamera: Tokio Kirchberg • Musik: Hans Kaul  • Texte: Luise Rist •
Ensemble: Abdi Mohammed, Abdullah Sabi, Amer Dendarzada, Amir Khan, Dawit Teklehannes, Fretha, Kamal Ali, Lawand Ali, Lene Weiß, Lotta Kuhlmann, Shah Maqsod Mahmody, Majid Ahmady, Mnase Myllion, Mustafa Ahmady, Mustafa Meho, Reshad Sultani, Saleh Ibrahim, Solomon Tesfmaryam, Shueib Ghafori, Saron Yemane, Vanessa Puzik, Vera Eppinger, Wadan Altrn, Yorda Dawit, Yousuf Alizehi

Premiere: 28.10.16 / 19.30 Uhr / Theater im ehemaligen IWF (Nonnenstieg 72) in Göttingen / Weitere Vorstellung am 14.11.2016 / 18.00 Uhr / Lumière Göttingen Der Eintritt ist frei. Vorreservierungen sind möglich unter morgenland.mim@gmail.com. Die Mitwirkenden sind bei den Vorstellungen dabei. Gefördert von Movies in Motion (Bündnisse für Bildung) Kooperationen mit Migrationszentrum Göttingen / Jugendhilfe Südniedersachsen / Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Film Niedersachsen /

Inhalt: Neben den Jugendlichen spielt eine Tür die Hauptrolle. Sie führt in Räume, die sich die Geflüchteten gemeinsam mit den Göttinger Jugendlichen ausgedacht haben. Wer den Schlüssel findet, darf eintreten. Verzaubertes, Verrücktes, Schönes, aber auch tief Traumatisches steckt in den Räumen. Die Wüste im Friseursalon, das Eis im Sand - ein Film über die Gleichzeitigkeit von dem, was war und dem, was noch nicht ist, aber im Kopf schon begonnen hat. Warten auf…?
Der Film erzählt Geschichten von Träumen, von Abwesenheit und Ausweg, von Ausflügen aus den Jetzt in ein Anderswo. Aus Syrien, Afghanistan, aus Eritrea, Somalia und aus Göttingen stammen die Jugendlichen, die zum jungen boat people projekt gehören, der Jugendgruppe des Freien Theaters. Sie erzählen die Reise durch das Land hinter einer Tür, die sich dem öffnet, der den passenden Schlüssel findet. Mit einem Blick verändern sich scheinbar alltägliche Orte und Szenerien, die sich die Jugendlichen selbst ausgedacht haben. Verzaubertes, Verrücktes, Schönes, aber auch tief Traumatisches steckt in diesen Räumen. Die Wüste im Friseursalon, das Eis im Sand ? ein Film über die Gleichzeitigkeit von dem, was war und dem, was noch nicht ist, aber im Kopf schon begonnen hat.

BRENNE!
Jugendtheaterstück von Christopher Weiß)

Ein Theaterstück über Glaubenskrieger nach Motiven aus Die Räuber von Friedrich Schiller/ für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren. Wie kommt es, dass junge Menschen, die mit westlichen Werten aufgewachsen sind, sich dem IS anschließen?
Worin liegt die Faszination eines für sie fremden Glaubens? Annäherung an die Motive und Biographien dieser europäischen Kriegsauswanderer, Ziel ist es eine Diskussion über Werte zu ermöglichen.Karl ist wütend. Die Lethargie der westlichen Welt lässt ihn verzweifeln. Da gibt es nichts, für das es sich einzutreten oder gar zu kämpfen lohnt. Als der Vater ihn verstößt, wendet er sich ganz und gar von zu Hause ab. Er will Großes vollbringen, endlich an was glauben. Er flieht dorthin, von wo andere flüchten, in ein fremdes Land - als echter Räuber in einen echten Krieg. Am Ende kehrt Karl zurück. Ob es ein „Zurück“ für ihn gibt, ist eine Grundfrage dieses Theaterabends.

Ensemble: Matthias Damberg, Reimar de la Chevallerie, Zaher Safoan, Gerd Zinck und Christopher Weiß (im Video) / Regie Reimar de la Chevallerie und Christopher Weiß Assistenz Melina Delpho

Premiere: 8.12.2016 / 19.30 Uhr / Theater im ehemaligen IWF (Nonnenstieg 72) in Göttingen I Weitere Vorstellungen9.12.2016 / 20.01. / 21.01. / 01.02. / 02.02.2017, jeweils 19.30 Uhr im Theater im ehemaligen IWF sowie im Januar 2017 als Schulaufführungen am Vormittag im /Theater im ehemaligen IWF/ Kartenvorverkauf unter _www.reservix.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Abendkasse (8€/12€ für Göttingen)

 

LOTARIO: BEYOND DOUBT                           

In Kooperation mit den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen (Musiktheaterproduktion mit Jugendlichen) 
Aufführungen: 06.05. (Uraufführung) / 07.05. / 11.05. / 12.05. / 27.05. / 28.05.2017 im Jungen Theater Göttingen sowie Gastspiele in Niedersachsen im Juni 2017 • WorkshopleiterInnen: Nina de la Chevallerie (Schauspielgruppe), Birgit Götz (Choreographin, Tanzgruppe), Hans Kaul (Leiter Interkulturelles Orchester und SängerInnen), Sonja Elena Schroeder (Gruppe Ausstattung und Kostüme), Reimar de la Chevallerie (Video- und Technikgruppe) • In Kooperation mit: musa, Händel Fest-Spiele Göttingen, Hainberg Gymnasium, IGS Bovenden
Inhalt: Im Jahr 2017 lautet das Motto der Internationalen Händel-Festspiele „Glaube und Zweifel“: Wofür stehe ich? Wie weit reicht meine Loyalität? Was „glaube“ ich nur und was glaube ich ganz unerschütterlich? Alles Fragen, die in Georg Friedrich Händels Oper LOTARIO eine entscheidende Rolle spielen. Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen und das boat people projekt wollen die Oper in die Gegenwart übertragen und gemeinsam mit Göttinger Jugendlichen aus allen Kulturen Antworten auf diese Fragen finden. Im Kern ist „Beyond Doubt: Lotario“ eine Musiktheaterproduktion mit allen Facetten. Das Interkulturelles Orchester (IKO) bildet das musikalische Fundament. Bis zu ca. 60 Jugendliche tanzen, singen und spielen ihre eigene Version der Oper, in einer Ausstattungs- und Videowerkstatt werden Kostüme, Bühnenbild hergestellt und ein Video gedreht.

Das Projekt will bei Jugendlichen ab 14 Jahren Hemmschwellen gegenüber der „Hochkultur“ abbauen und ihnen Lust machen am experimentellen Umgang mit klassischer Musik. Es gibt noch Möglichkeiten mitzumachen! Erstes Kennenlern- und Infotreffen für alle interessierte Jugendliche: Montag, der 26.09. um 17 Uhr im Theater im ehemaligen IWF

 

Theaterpädagogisches Angebot

MOVE! Tanz- und Bewegung für Frauen und Mädchen 
Workshop für Frauen und Mädchen mit und ohne Fluchterfahrung
Leitung: Franziska Aeschlimann und Sonja Elena Schroeder •   Gefördert von:  der Staatsministerin für Kultur und Medien (Sonderpreis für Projekte zur kulturellen Teilhabe geflüchteter Menschen)

Einmal die Woche treffen sich im Theatersaal Frauen und Mädchen in freundlicher und lockerer Atmosphäre zum Tanzen, Lachen und Entspannen. Die Teilnehmerinnen sind zwischen 6 und 60 Jahre alt und kommen aus Eritea, Syrien, Aserbaidschan, Irak, Afghanistan, Pakistan und Deutschland. Alle sind irgendwann in Göttingen angekommen: vor kurzem oder schon vor vielen Jahren. Neben einem angeleiteten Kennenlern- und Bewegungsspielen, einfacher Gymnastik, Entspannungssequenzen und Tanzimprovisationen geht es vorrangig um gegenseitige Inspiration und den Spaß an der lustvoller Bewegung als verbindende Gemeinsamkeit.

Ferienkurs Theater und Film
für Kinder zwischen 8-13 Jahren
Infotreffen: 01.10. um 12 Uhr im Theater im ehemaligen IWF  Workshop: 03. – 07. 10.2016, täglich von 10 – 16 Uhr, • inklusive Mittagessen, Teilnahme ist kostenlos.
Worum geht es? Cooles Mädchen – hübscher Junge?! Was ist typisch Jungs, was ist echt nur was für Mädchen? Theater- und Filmworkshop für alle interessierten Kinder im Alter von 8-13 Jahren in der ersten Ferienwoche in den Herbstferien.

Filmclub 
Film-Workshop für Erwachsene

LeiterInnen: Rzgar Khalil, Birte Müchler, Reimar de la Chevallerie • Termin: donnerstags, 19.30 Uhr, ab November 2016 •  In Kooperation mit: Sprachförderung der Universität Göttingen
In Anbindung an einen Fi
lm-Workshop, der von März bis Juni diesen Jahres mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen stattgefunden hat und in dessen Rahmen  der Kurzfilm „Die Träume der Unschuldigen“ entstanden ist, soll der Filmclub diese Zusammenarbeit nun weiterführen. Gemeinsam werden Lebensthemen diskutiert, mit Szenen experimentiert und improvisiert. Unser Ziel ist das gemeinsame Hineinwachsen und der Weg zum Endprodukt - ein selbstproduzierten Kurzfilm, der im Frühjahr 2017 vor Publikum vorgeführt werden soll. 

KINO im Theater im ehemaligen IWF 
Der Filmkoffer des Geothe-Instituts für geflüchtete  Kinder und  Jugendliche. In unregelmäßigen Abständen gibt es Filmabende mit Betreuung für Kinder und Jugendliche im Theater im ehemaligen IWF. Das Goethe-Institut stellt ca. 15 Koffer mit Filmen für Vorführungen mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. In den Koffern befinden sich 18 deutsche Spielfilme mit arabischen und deutschen Untertiteln/Sprachfassungen sowie zwei nonverbale Kurzfilmprogramme. Die Auswahl wurde von Michael Harbauer, dem Leiter des Internationalen Filmfestivals für Kinder und junges Publikum „Schlingel“ kuratiert.

Offene Bühne
Präsentation der Beiträge aus allen theaterpädagogischen Workshops. Ort: Theater im ehemaligen IWF. Alle Beteiligten kommen zusammen, um ihre Beiträge (Film, Tanz, Schauspiel etc.)  den  anderen Mitwirkenden, FreundInnen und Familien zu präsentieren.

 

boat people projekt unterwegs

FRIEDENSSTRASSE (Mahala International)  
beim Festival Offene Welten (Ludwigshafen)

Aufführung: 15.10. um 18 Uhr im Theater im Pfalzbau (Ludwigshafen)
Stück und Regie: Luise Rist • Ausstattung/Video: Sonja Elena Schroeder • Musik: Hans Kaul • Gefördert von: Stiftung Rheinland Pfalz
Eine Art Zweigstelle des jungen boat people projekt haben Luise Rist, Hans Kaul und Sonja Elena Schroeder in Ludwigshafen eröffnet.  Seit März 2015 hat das Team im Theater am Pfalzbau zwei viel beachtete Stücke mit jungen Flüchtlingen und Ludwigshafenern geschrieben und inszeniert. Am 15. Oktober wird das aktuelle Stück FRIEDENSSTRASSE von der Gruppe MAHALA INTERNATIONAL beim Festival OFFENE WELT im Rahmen der Festwochen am Theater im Pfalzbau gezeigt.

Recherchereise durch Niedersachsen 

Geplantes Netzwerktreffen im Sommer 2017 für geflüchtete und zugewanderte KünstlerInnen in Niedersachsen Unterwegs: Nina de la Chevallerie und Rzgar Khalil Gefördert von: Fonds Darstellender Künste • Orte: u.a. Osterode, Osnabrück, Bremen, Celle, Hannover

 

Zweitroman von Luise Rist/ Serbienreise

Im Herbst 2017 erscheint das zweite Buch von Luise Rist bei cbt Randomhouse. Im Zentrum steht die Liebesgeschichte einer jungen Deutschen, Frida, und Ali, einem jungen Mann aus Afghanistan. Sie treffen sich in Serbien, an der Grenze zu Ungarn, die sie unter Lebensgefahr gemeinsam überqueren. Inspiriert von den Geschichten der Jugendlichen im jungen boat people projekt hat Luise Rist die neuen „hot spotsHorgos, Kelebija und Subotica sowie Belgrad selbst besucht, um sich ein Bild der aktuellen Lage an den Grenzen Europas zu machen. Hier hat sie auch Roma getroffen, die aus Deutschland abgeschoben wurden. Anita, das Mädchen aus Göttingen, das den ersten Roman ROSENWINKEL geprägt hat, taucht auch im zweiten Buch wieder auf. Die Geschichte ist nicht zu Ende, solange sich die Lage für Roma nicht verändert.

Zu diesem Thema spricht Luise Rist auch im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die von der Gesellschaft für bedrohte Völker in Zusammenarbeit mit dem boat people projekt am Mittwoch, den 12.10. um 20 Uhr ausgerichtet wird.

 

Beispiele zurückliegender Produktionen

2012

Rosenwinkel
Premiere im >Haus der Kulturen Koop. mit Roma-Center

Siehe dazu die >Berichte über das reale Stadtviertel "Rosenwinkel" in goest)

Vielen Roma ist die Teilhabe an unserer Gesellschaft nicht möglich, weil sie in unserem Land nur geduldet sind, und in diesem Zustand des "Noch Nicht" jahrelang verharren. In Göttingen zum Beispiel wohnen über fünfhundert Roma, die vor Krieg und Diskriminierung, u.a. aus dem Kosovo, geflüchtet sind. Einige von ihnen leben in einer Straße mit dem schönen Namen Rosenwinkel in einer eigenen Welt, die sie nicht verlassen können, dasssie weder ein Bleiberecht noch eine Erlaubnis zum Arbeiten haben. Das neue Theaterstück von boat people projekt, das unter der Trägerschaft der Weststadtkonferenz steht, befasst sich mit der Situation der Roma in Deutschland, insbesondere der Roma in Göttingen: DAS STÜCK Die elfjährige Amandass(gespielt von Anita Osmani) möchte einen deutschen Pass haben. Stattdessen soll sie das Wort "Duldung" deklinieren. Sie versteht die Welt nicht mehr, setzt sich in einen Bus und steigt an einer Haltestelle aus, die es gar nicht gibt. Eine Frau (gespielt von Martina Hesse) begegnet ihr immer wieder, mal als Mutter, mal als Beamtin, mal als Heidi Klum, die Germanys Best Refugee sucht. Zwei Männer (gespielt von Izedin Alishani und Esat Behrami) begleiten das Mädchen auf seinem Weg durch deutsche Landschaften und zeigen ihm den Kosovo, der auf einmal mitten in Göttingen liegt. ROSENWINKEL ist ein Stück, das sich aus vielen kleinen Stücken zusammensetzt. Bei den Proben wurde viel versucht und viel gelacht, und dieser Übermut steckt auch in den Texten, die Luise Rist den Spielern auf den Leib geschrieben hat. Allen Beteiligten gemeinsam ist die Forderung an Politik und Gesellschaft nach einem Bleiberecht für die Roma, nach dem Ende der Ausgrenzung und dem Beginn eines neuen Selbstverständnisses.


Rosenwinkel

Es spielen : Izedin Alishani, Esad Behrami, Martina Hesse, Anita Osmani Text und Regie: Luise Rist und Nina de la Chevallerie Musik: Hans Kaul ,Bühne und Video: Reimar de la Chevallerie Bühne und Kostüm: Sonja Elena Schroeder Assistenz: Martin Jurk Das Projekt steht unter der Trägerschaft der Weststadtkonferenz Karten 5,- / 8,- Euro

2015

»Morgenland«

Das Junge Boat People Projekt »Morgenland« wird am Deutschen Theater Göttingen präsentiert. »Morgenland« heißt der verspielte, humorvolle und abgründige Film. Jugendliche, die aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea und Somalia geflüchtet sind, probierten sich, gemeinsam mit Göttinger Jugendlichen, die akut von der Abschiebung bedroht sind, vor der Kamera aus, inszenierten fantasievoll die Suche nach sich selbst an Göttinger Lieblings- und Sehnsuchtsorten. Die Darsteller*innen durften in Wunschrollen schlüpfen und so waren sie Arzt, Polizist, DJ, Köchin, Bürgermeister, KFZ- Mechaniker, Schwimmer, Model und Taxifahrer. Die Premiere fand im Gebäude des ehemaligen IWF (Institut für den wissenschaftlichen Film) Im September 2015 statt, das interessanterweise zum Flüchtlingswohnheim umgebaut wurde. Norbert Mehmke, Vorsitzender des BJF, war dabei und berichtet begeistert: »Bei zwei nach einander durchgeführten Vorführungen waren mehr als 200 Gäste da.

Der Film wird nun am Mi, den 23. Dezember 2015 um 20.00 Uhr im DT 2 gezeigt Die Musik im Film ist selbst gemacht und die Musiker haben anschließend auch live gespielt.« Gedreht haben die Jugendlichen den Film gemeinsam mit den Göttinger FIlmemachern Thomas Kirchberg und Sonja Elena Schroeder sowie Luise Rist (Theaterpädagogin) und Hans Kaul (Musiker), die auch das junge boat people projekt in Göttingen betreuen. Das »Movies in Motion«-Bündnis für dieses Projekt bestand aus BJF, LAG Jugend und Film Niedersachsen e.V., Migrationszentrum Göttingen und Jugendhilfe Südniedersachsen e.V. Der Eintritt ist frei! Zählkarten gibt es an der Theaterkasse.

2009

Theater im Bus: Lampedusa / Thema Frauen und Flucht

Veranstalterinnentext / 8.9.09 /
Gespielt wird das Stück von einem ungewöhnlichen Ensemble und an einem ungewöhnlichen Ort: Zehn Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft finden sich zusammen und starten gemeinsam in eine fiktive Reise: In einem Bus.

Informationen zum Theaterprojekt: Flucht ist ein großes Thema dieser Tage, immer wieder kommen Meldungen über flüchtende Menschen aus Afrika, die auf der Insel Lampedusa, dem südlichsten Ende Europas, landen oder unterwegs sterben. Doch die meisten Menschen wissen wenig über die Hintergründe - Afrikanerinnen und ihre Biographien, ihre Migrationsgeschichten, ihre Probleme im Alltag in Deutschland werden sowohl integrationspolitisch als auch frauenpolitisch nur begrenzt wahrgenommen. Hier möchte "Lampedusa" ansetzen.Das Stück erzählt von den Schwestern Frieda und Klara, die Teil einer Reisegruppe sind, die den südlichsten Punkt Europas zum Ziel hat. Mit dem Bus geht es an den Fährhafen nach Porto Empedocle, von dort mit dem Schiff nach Lampedusa. Hier erwartet sie ein erstklassiges Hotel, mediterrane Atmosphäre, der Strand ist ein heller Traum. Dunkel ist die Wirklichkeit, wenige hundert Meter von der Hotelbar entfernt. Alptraumhaft erscheinen den Europäerinnen die Bilder von sinkenden Booten, Bilder, die von einer anderen Reise erzählen, von der Reise der Flüchtenden nach Europa. Bilder, die von einer Gruppe Afrikanerinnen und Afrikaner in Szene gesetzt werden. Im Fokus stehen die Geschichten von Frauen, die wie rote Fäden von allen möglichen Orten der Welt nach Afrika zurückführen, Nabelschnüre, gesponnen aus Sehnsucht, Liebe, Erinnerung, Schmerz und Blut, Verbindungen, in denen die Muttersprache steckt, das Mutter- oder Vaterland, die Kindheit.

Der ungewöhnliche Spielort korrespondiert mit diesem Thema: Es geht um Fortbewegung, um Abfahrt und Ankunft, um Menschen, die hier leben, aber hier nicht zu Hause sind. Ein halbes Jahr lang hat das das boat people projekt Gespräche mit Afrikanerinnen und Afrikanern geführt. Sie traten in Kontakt zur afrikanischen Szene Göttingens und haben sich mit Menschen getroffen, die in unterschiedlichen Kontexten hier leben und doch ähnliche Erfahrungen machen. Es kam zu vielen besonderen Begegnungen, in der Universität, in der Flüchtlingsunterkunft, auch im Internet - sie lernten eine Schriftstellerin aus Kinshasa kennen, deren Impulse in die Produktion eingeflossen sind. Nach dieser Zeit der Recherche haben die Theaterautorin- und Dramaturgin und die Regisseurin "Lampedusa" entwickelt. Nina de la Chevallerie und Luise Rist haben mit dem Stück besonders Frauen dazu ermutigt, etwas von sich Preis zu geben, um dafür an Selbstbewusstsein zu gewinnen. Die Situationen, die sie erfunden haben, erzählen viel von der Realität. "Die Szenen, in denen die deutschen Urlauberinnen den afrikanischen Frauen begegnen, erinnern an die eigenen Unzulänglichkeiten im Umgang mit Menschen, die uns fremd sind. Wir versuchen, etwas zum Ausdruck zu bringen, das im Verborgenen liegt. Wir sind erschrocken über das, was zum Vorschein kommt, wenn man Gefühle hinterfragt. Unser Ansatz ist idealistisch, unser Antrieb ist der unbedingte Wunsch, etwas zu verändern.

 

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