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Homepage http://www.antifee.de/
Antideutsche Einsprengsel 2012


Antifee 4.6.2010 / foto: goest


Festivalgelände des Antifee hinterm blauen Turm auf dem Unigelände am 4.6.2010 / foto goest

Antifee? Was ist das eigentlich?

Sprachlich könnte jemand den Begriff als eine Ableitung aus "Antifa" interpretieren aber gegen Fee statt gegen Fa ? Eine Veranstaltung gegen die "gute Fee" als Anti-Fee wird wohl niemand hineininterpretiert haben. Denkbar wäre aber "die gute Fee des allgemeinen Anti" - das wäre aber sehr verschwurbselt. Einige haben bei "Fee" an "Fe" wie Feminismus gedacht, dies passte aber nicht, denn Anti-Feminismus ist ganz sicher nicht gemeint.

Kurzum, die Sache ist einfach aufzuklären."Antifee" heisst nichts weiter als "Eintritt frei" . Abgeleitet vom englischen Wort Fee = Gebühr. So heisst Antifee schlicht "kostenlos", oder könnte wegen des Open Air Aspektes "umsonst & draußen" heissen . Aber Antifee ist so schön rätselhaft, feen-haft. " LSBTQI- oder LSBTTI - Festival wäre auch schön rätselhaft gewesen - ist aber verdammt schwer auszusprechen.

 

Festival-"Polizei" ?
Sicherheitsdienste mit "alternativem Rechtssystem"

Die Bühne bringt eine Reihe ansonsten nicht zum Zug kommender Kreativen ans Licht. Eine Belebung für Göttingen. Allerdings ist ein Besuch ohne Kentnisse der LBGT-Szene mit gewissen Unsicherheiten dahingehend verbunden, was von einem Sicherheitsdienst zu erwarten ist, der je nach "Definition" von Anzeigenden tätig wird, die sich durch die Anwesenheit bestimmter Personen belästigt fühlen und darüber "Definitionsmacht" verfügen.
Um Schutzraum zu schaffen werden auch etliche Workshops beschränkt auf Frauen/Lesben/Trans (FLT), andere schließen "Cis-Männer" aus (biologische Männer die sich auch als Männer verstehen). Die Fürsorge für eine gesicherte Umgebung ist als Voraussetzung für eine Stabilisierung des eigenen Selbstverständnisses in einer weitgehend verständnislosen Umwelt plausibel. Der Kontakt zur "Außenwelt" hingegen bedarf - falls er gewünscht ist - jedoch noch freundlicher Einweisungen und Erklärungen von Verhaltenweisen gegenüber Wohlgesinnten.

Das Motto lautete in den vorhergehenden Jahren: "Gegen Sexismus und Nationalismus. Feiern für ein selbstbestimmtes Leben" (...) für eine antisexistische, antinationalistische und vor Allem entspannte Festivalatmosphäre hinter dem blauen Turm." Inzwischen soll das Positive mehr hervorgehoben werden und der Untertitel heisst "Festival für Feminismus und gelebte Gesellschaftskritik"

"Außerdem sollen Frauen auf dem Gelände geschützt sein vor jeglichem dominanten männlichen Verhalten, Übergriffen und Rumprollerei. Generell gilt auf dem gesamten Festivalgelände Definitionsmacht: Menschen, von denen sich andere belästigt fühlen, gehen nach Hause! Wer Täter in Schutz nimmt, ebenfalls. Für die Durchsetzung dieses Freiraumes gibt es eine antisexistische Ansprechgruppe, bei der Betroffene sich melden, Hilfe erhalten, von dem Erlebten berichten und sich zurückziehen können."

"Männlich-dominantes Verhalten, Übergriffe und Rumprollerei wollen wir deshalb nicht tolerieren. Daher gilt auf dem gesamten Festivalgelände Definitionsmacht. (...) Für die Durchsetzung dieses Freiraumes gibt es eine antisexistische Ansprechgruppe, bei der Betroffene sich melden, Hilfe erhalten und sich zurückziehen können."

Unter Definitionsmacht verstehen die Veranstalterinnen also, dass eine Beschwerde wegen "sexistischem Verhalten" nicht von Dritten geprüft und beurteilt wird, sondern die sich beschwerende Person allein entscheidet, wie das Verhalten einer anderen Person bewertet wird.

Zur dieser Festivalpraxis meinte mal ein Blogger : "Und trotzdem schafft diese »bedingungslos[!] umgesetzte Praxis« ein Klima der willkürlichen Gewalt, das mit »Feiern für ein selbstbestimmtes Leben« nicht mehr viel zu tun haben kann."

 

Antideutsche Einsprengsel

goest 6.6.12 / Dass das Festival punktuell eine gewisse Nähe zu Gruppen aufweist, die alles legitimieren, was die jeweilige israelische Regierung praktiziert, darauf lässt der >>Workshop "Einführung in den Antisemitismus von links" schließen. (in neueren Ankündigungen lautet der Titel "14.30 Antisemitismus in der DDR und die Linke" - vermutlich für die gleiche Veranstaltung) In dessen Ankündigung heisst es u.a.: "Anhand von Textbeispielen soll in Gruppenarbeit analysiert und anschließend gemeinsam diskutiert werden, inwiefern antisemitische Muster reproduziert werden und welche konkreten praktischen Probleme dabei auftreten (z.B. das generelle Fahnenverbot bei politischer Bündnisarbeit, wo es zumeist um die Israelflagge geht, die aber nicht ausschließlich eine Nationalfahne ist)." Das erinnert an willkürliche Umdefinitionen mit denen Sekten ihre Ideologien legitimieren, wenn Widersprüche auftauchen. (Siehe auch >Antideutsche)

Verbot traditioneller arabischer Kopfbedeckung beim Antifee
"Nationalismus bzw. nationale Symbole haben deshalb auf dem Festival nichts zu suchen - es soll keinen positiven Bezug auf das Konzept der Nation geben (...). Menschen, die das nicht einsehen wollen oder andere Menschen einschränken, werden wir nicht tolerieren."
"Weitere Details dieser von uns bedingungslos umgesetzten Praxis sind unserer Readerin oder Flyern vor Ort zu entnehmen." Diese Details enthalten dann übrigens auch das Verbot von Palästinensertüchern unter der Überschrift "Palituch? - No Way!" Beim Tragen eines "Palästinensertuches" müssen BesucherInnen damit rechnen dass seitens der VeranstalterInnen bzw. deren Ordnungskräfte gegen sie vorgegangen wird. Dieses traditionelle Bekleidungsstück im arabischen Raum wird von Antideutschen als ein Symbol antisemitischer Terroristen bekämpft. So auch offensichtlich beim Antifee: Ein Besucher berichtete 2013 vom Antifee, dass einer "Frau aus dem arabischen Raum, die sich selbst als Semitin definiert, erst einmal eine Diskussion über ihre Kufiya aufgedrückt wurde - verbunden mit der Aufforderung dieses Kleidungsstück doch bitte auszuziehen."

 

Thematisches Tabu in den Programmen?
Vernachlässigtes Thema "Schwangerschaftsabbruch"
Zit.Sarah Diehl, in "Hot Topic - Popfeminismus heute", S. 57/58:

"Die Institution der Heterosexualität bezieht ihre [natürliche]* Legitimation vor allem aus der zweigeschlechtlichen Reproduktion. Diese zu unterlaufen, die gesellschaftliche Konstruktion von Mütterlichkeit und Väterlichkeit zu hinterfragen und sich dem 'natürlichen' Schicksal durch einen Schwangerschaftsabbruch zu verweigern, sind für die Dekonstruktion der Kategorie Gender sehr hilfreiche Tools. Präsent sind sie in diesem Bereich hingegen kaum. Warum haben sich die Queer Theory und jüngere feministische Arbeitsbereiche dieses Komplexes noch nicht angenommen? Ich vermute Berührungsängste mit einem Thema, das so sehr an den körperlich-biologischen Vorgängen zu kleben scheint. Wenn Schwangerschaft für unsere Gesellschaft als ultimativer Beweis biologischer Weiblichkeit fungiert, fasst man Themen, die so sehr nach determinierter Körperlichkeit riechen, nur mit Fingerspitzen an - obwohl der Schwangerschaftsabbruch diese Konstrukte gerade unterläuft." .

[* richtiger wäre die Formulierung "die als natürlich behauptete Legitimation" , wie die AUtorin es vermutlich auch gemeint hat ]

Antifee 2014 / 6.-7. Juni 2014

Freitag: Bühnen-Programmplan

Freitag: Geplante Workshops

17 Uhr Awry Pattern

18 Uhr mo leen

19 Uhr friend crush

20 Uhr peanut envy

21 Uhr BadKat

22 Uhr Outsourced Underground

14-16 Uhr:
-- A_Romantik und A_Sexualität
-- Die zerbrechliche Frau – Kritik der Psychopathologie in feministischen Räumen
14-17 Uhr: Songwriting und elektronische Musikproduktion
16-20 Uhr Antifa und Männlichkeit
16-18 Uhr:
Naturwissenschaften Gender Studies und Materialismus
Kritik an Nationalismus und Geschlechterverhältnissen
18-21 Uhr:
Bündnis gegen den Burschentag in Eisennach
Antimuslimischer Rassismus

Samstag: Bühnen-Programm

Samstag Geplante Workshops:

17 Uhr ari

18 Uhr rebis

19 Uhr Leah King

20 Uhr xfirst world problemx

21 Uhr Rae Spoon

22 Uhr Candelilla

12-14 Uhr: -- Safer Sex // -- Fußball und Sexismus
12-16 Uhr: Wendo für FLT* // Graffiti
14-16 Uhr:
-- Position beziehen! Sich kritisch zu Rassismus verorten
-- Homo oder Hete? Weder noch. Ein Workshop zu Monosexismus und weiblicher* Bisexualität
13-16 Uhr: Trans* in (queer) feministischen & linken Zusammenhängen?
16-18 Uhr: Consentual sex // Lasst uns fette Banden bilden
18-20 Uhr:
-- Pro-Feministische Männerarbeit
-- Gewalt in lsbtqi*-Beziehungen

 

Antifee 2013

Freitag 7.6.13

Bühne
17:00 Krikela www.krikela.net
18:00 Elcassette
19:00 Msoke www.msoke.com
20:00 Kenny Kenny Oh Oh kennykennyohoh.bandcamp.com
21:00 The Blue Screen Of Death
22:00 Früchte des Zorns
fruechtedeszorns.net

Workshops
ab 15 Uhr:
-- "Lecker Jungs" – zeitgenössische Frauenpornografie
-- Fotoworkshop
-- trans_x_end schreiben (t*lf only)
-- Film: Yes, We Are
ab 17 Uhr:
-- BITCH. Jagd auf ein Phänomen
-- Lesung: "Queer_Feminismus – Label & Lebensrealität"
-- Frauen*-Körper*-Haare* (FLT only)
-- raum zum zeichnen – (FLT only)
ab 19 Uhr:
-- Drag-King-Workshop
-- Bildet Banden – Selbstbehauptung selbst organisiert (FLT only)

Samstag, 8.6.13

Bühne
15:00 Jjane (Göttingen)
soundcloud.com/jjane-2
16:00 Luca (Göttingen)
17:00 Verquizzt und zugestrickt – eine JeopardyShow
18:00 You’re Only Massive
youreonlymassive.com
19:00 Respect My Fist respectmyfist.blogsport.de
20:00 Jolly Goods jollygoods.net
21:00 Damn’it Janet damn-it-janet.org
22:00 Crime totallycrime.com

Workshops
ab 13 Uhr:
-- Diagnosebingo – Queer-feministische Auseinandersetzungen mit Psychiatrie
-- Textile Streetart‏
-- Kritisches Weißsein – Bewusstwerdung und Umgang im Alltag
-- Queerfeministische Pornographie (FLT only)
-- Workshop zu Definitionsmacht und dem "Yes means Yes"-Konzept (FLT only)
ab 15 Uhr
-- Eine Ode an die Arbeit?! Geschlecht und Arbeit in meinem Leben
-- Film: And You Belong
ab 17 Uhr:
-- Harry Potter und die schreckliche Kammer der Heteronormativität
-- Q-BLITS – Intersex Awareness in der LBGT-Szene
ab 18 Uhr:
-- Normativität
-- DJ*-Workshop für Anfänger*innen oder "Wozu ist eigentlich dieser Knopf da?" (FLT only)

 

Antifee 2012

Text: Chihuahua Schombel, Göttingen 1.6.12 //

Antifee, das queer/feministische Festival begrüßt den Sommer Das Universitätsgelände rockt am 15. und 16. Juni 2012 wieder für einen emanzipatorischen Alltag. Seit 2007 ist das Antifee-Festival nun zu einem festen Bestandteil der Göttinger Stadtkultur geworden. Interessierte aus allen Ecken der Bundesrepublik strömen herbei, um an zwei Tagen Bands, Workshops, Diskussionsrunden und vieles mehr zu hören und zu erleben. Statt dem Motto der letzten Jahre "Für ein Festival ohne Sexismus und Mackerattitüde!" zu folgen, suggeriert das Festival den BesucherInnen jetzt mit "Festival für Feminismus und gelebte Gesellschaftskritik - für einen emanzipatorischen Alltag" ein positiveres Statement. Musikalische Darbietungen gibt es von einer Anzahl auserlesener Frauen- und queere Bands mit symbolträchtigen Texten. Die Künstlerin Ira Atari aus Kassel (www.iraatari.de), die Münchener Band „Candelilla“ (www.candelilla.de; waren bereits 2008 dabei) sowie der Göttinger Act Serafia und Anna stehen unter anderem als Gäste auf dem Antifee 2012 in den Startlöchern. Daneben sind auch dieses Mal sind wieder diverse Workshops geplant, die sich mit dem Thema Gender und Gesellschaft auseinander setzen. Das volle Programm - diesmal werden sogar bis zu vier Workshops im Programm zur gleiche Zeit laufen - bietet beispielsweise „Seximus in der queeren Community“ in einem Workshop, einer der Vorträge hat passend zur anstehenden Fußball-EM „ Männliche Identitätskonstruktion bei Fußballfans“ zum Thema. Die OrganisatorInnen aus Göttingen und Umgebung zeigen durch Ihr Event Stellung gegen die allgegenwärtigen stereotypischen Rollenbildern. Wenigstens in der Zeit des zweitätigen Festivals sei ein Raum geschaffen für freie Meinungsäußerung, uneingeschränktes Leben und Verdrängung patriarchalischer Gesellschaftsstrukture. Die Vorbereitungen beginnen eigentlich schon nach Abbau des letzten Festivals, spätestens im Herbst setzt sich der Hauptkern der Truppe, die über jede Hilfe dankbar sind, zusammen, um mit Engagement, Süßigkeiten und Freude an der Sache die nächste Veranstaltung zu planen. Von den Flyern bis hin zu den Showacts und geplanten Vorträge, Workshops und der wichtigen Öffentlichkeitsarbeit wird alles bis ins Detail geplant. Finanzierungen müssen dabei von universitären Gruppen, dem Gleichstellungsbüro der Uni und parteinahen Stiftungen eingeholt werden. Veranstaltungsort ist wie jedes Jahr auf dem Campus der Uni Göttingen. Zwischen dem „Blauen Turm“ und dem Kreuzbergring befinden sich Bühne, Stände und Workshopzelte. Für das leibliche Wohl ist das Angebot an vegetarischen und veganen Genüssen groß. Damit das Festival friedlich bleibt, hilft eine antisexistische Ansprechgruppe in Notfällen. Für Kinder gibt es ein gesondertes Programm und eine Betreuung vor Ort. Der Info-Stand bietet wieder eine Börse für Übernachtungsmöglichkeiten. Das Festival ist wie immer kostenlos, Eintrittskarten gibt es nicht. Gefeiert wird am Freitag, 15. Juni, zwischen 15 und 21 Uhr und am Samstag, 16. Juni, zwischen 14 und 21 Uhr. Das alljährliche Antifee-Festival ist übrigens das erste ihrer Art in Göttingen- und ein Besuch lohnt sich! Weitere Informationen über die Workshops, Vortäge, Bands und vieles mehr: www.antifee.de

Antifee 2012

Freitag 15.6.12
17.00 Two Tears for Barbarella
18.00 Pete the Pirate Squid
19.00 Popkultur & Geschlechterverhältnisse
20.00 Ex Best Friends
21.05 Allez les Autres
22.15 Scream Club vs. Electrosexual

Samstag 16.6.12
14.00 Politsches Theater: “Alltag brennt”
17.10 Bells Roar
18.10 Me and Jules
19.00 Alles nur Fußball? Nationalismus &WM
19.50 Nathalie Stern
21.00 Des Ark
22.00 Rogue Steady Orchestra

Workshops

Darüber hinaus finden an beiden Tagen etliche Workshops statt

>>Programm der Workshops

 

 

Antifee 2010

Am 4. & 5. Juni findet auf dem Unicampus das vierte Antifee Festival in Göttingen statt! "Wie immer gegen Nationalismus und Sexismus, für ein selbstbestimmtes Leben."

BühnenprogrammBühnenprogramm

Freitag 4.6.10

17-17.40 Special Guest
18-18.40 Pete the Pirate Squid
19-19.50 Podiumsdiskussion
20-20.45 Ex-Best Friends
21.05-21.55 Allez les autres
22.15-23.00 Scream Club vs. Electrosexual

Samstag 5.6.10

14-16.45 Politisches Theater: Alltag brennt
17.10-17.50 Bells Roar
18.10-18.50 Me and Jules
19-19.50 Podiumsdiskussion
19.50-20.30 Nathalie Stern
21-21.40 Des Ark
22-23.00 Rogue Steady Orchestra

WorkshopsWorkshops

Freitag

18.30 Uhr, Workshopzelt B, "Shoah im Spielfilm"

Freitag, 17.30 Uhr; Samstag 14.30 Uhr & 18.00 Uhr, Workshopzelt C Film: Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt, Regisseur: Rosa von Praunheim, 1971.

Freitag, 17 Uhr, Workshopzelt A Ausstellung: Geschichte der Homosexuellenbewegung in der BRD Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "queerschnitt...."

Buchvorstellung: "Gemachte Differenz – Kontinuitäten biologischer »Rasse«-Konzepte" Konjunktur rassistischer Forschungsprojekte in den heutigen Biowissenschaften sowie die wissenschaftliche Herstellung dieser Konzepte.

Freitag, 18.30 Uhr, Workshopzelt A Kritik im Handgemenge: Die sexuelle Revolution der 68er, ihre Folgen und ihre Kritiker

Freitag, 20 Uhr, Workshopzelt B StadtRadio : In kurzen Workshops bekommt ihr das nötige Handwerkszeug, um einen eigenen kurzen Radiobeitrag zu realisieren.

Queer vs. Differenzfeminismus? Alte und neue Feministinnen haben sich scheinbar nichts mehr zu sagen und während die einen den anderen vorwerfen, sie würden die Unterschiede zwischen Männern und Frauen mit ihrer Politik nur noch mehr verfestigen, heißt es umgekehrt dass die «Queer» Bewegung mit ihrem Dekonstruktivismus alles so gleich macht, dass reale Hierarchien und Herrschaftsstrukturen relativiert werden.

Samstag

Samstag, 14.30 Uhr, Workshopzelt B, prekär, befristet, unterbezahlt, austauschbar!? Die Situation von Frauen im Niedriglohnsektor

Samstag, 14.30 Uhr, Workshopzelt A Entstehung, Bedeutung und Struktur von Nationalstaaten. Der Vortrag richtet sich incl. aller Begriffserläuterungen gerade auch an Leute ohne Vorkenntnisse.

ZHG 003, 16 Uhr Das Spektakel der gekränkten Narzissten, Nationale, post- und antinationale Züge des gegenwärtigen Gesellschaftscharakters

Samstag, 16 Uhr, Workshopzelt B Antifa Neukölln: Antifa & Männlichkeit. Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifaarbeit, samt Heldentum und Revierverhalten.

Samstag, 18 Uhr, Workshopzelt A Film: Tote Schwule – Lebende Lesben, Regisseur: Rosa von Praunheim, Erscheinungsjahr: 2008, Portraits einiger Schwuler und Lesben. Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "queerschnitt – perverse Politik, Geschichte und Praxis" der LesBiSchwulen Hochschulgruppe Göttingen

Samstag, 18 Uhr, Workshopzelt B Geschlecht und Nationalismus im Fußball

Samstag, 20 Uhr, Workshopzelt B, Antisemitismus in der DDR und die Linke



Antifee 2010, 4.6. / goest

"Für ein Festival ohne Sexismus und Mackerattitüde!"

Göttinger Antifee-Festival will für ein selbstbestimmtes Leben feiern
von Chihuahua Schombel / Vorveröffentlichung eines Artikels für Contraste Mai 2010 - Monatszeitung für Selbstorganisation - erhältlich im Buchladen Rote Straße und im Weltladen zu erwerben.

"Selten gibt es ein Festival, welches nicht männlich dominiert ist", erklären die VeranstalterInnen des Göttinger Antifee-Festivals. Erlebnisse, bei denen "Typen die Bühne aufbauen und die Security stellen, während Frauen Getränke verkaufen und die Klos putzen" oder "betrunkene Männer sich in Dominanzverhalten üben und Frauen in Rockbands höchstens als Sängerinnen auftreten", sollen sich nicht wiederholen. "Wir haben uns vorgenommen, dieser Realität entgegen zu treten. Daher sollen möglichst viele Frauen/ queere Bands auf der Bühne stehen", betonen die OrganisatorInnen.
In den letzten beiden Jahren sei es gelungen, in Göttingen ein Festival zu organisieren, das politische Kultur mit Gesellschaftskritik und mit Formen selbstbestimmten Zusammenlebens verbindet - umsonst und draußen. "Wir wollen das Festival zu einem festen Bestandteil der Stadtkultur machen," verkünden die OrganisatorInnen selbstbewusst. Am 4. und 5. Juni findet auf dem Campus der Göttinger Universität zum vierten Mal "ein Festival ohne Sexismus und Mackerattitüde" statt. Der Eintritt zum Antifee-Festival ist frei.
"Antifee" ist kein Kürzel, keine Abkürzung. "Das Anti ist selbstverständlich gewollt, bei fee kann sich jede und jeder für sich ausmachen, was gemeint ist", erklärt eine Organisatorin [red. Anmerkung siehe >Erklärung des Begriffs] . Begonnen hat alles 2007, als junge Menschen sich zusammenfanden, um für ein Wochenende einen freien Raum zu schaffen. Hier sollte den sexistischen und nationalistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft deutlich und offensiv entgegengewirkt werden, hier sollten Herrschaftsmechanismen aufgehoben werden.

Vorläufer in Hannover und Berlin
Zeit, Engagement, Geduld und ein Fünkchen Glück sind jedes Jahr wieder von neuem von Nöten, wenn es um die Realisierung des Festivals und die Umsetzung und Verwirklichung der Wünsche der InitiatorInnen geht. Den Kern der Organisationsgruppe bilden derzeit sechs Personen. Deren Aufgabenfelder sind aufgeteilt in die Arbeitsbereiche: Bands, Finanzen, Workshops und Öffentlichkeitsarbeit. Der Kreis um diese Personen ist relativ geschlossen. Aber auch Außenstehende, die am Festival interessiert sind, können jederzeit mit vorbereiten und anpacken.
Vor vier Jahren waren es fünf bis sieben Personen, die das Festival ins Leben gerufen haben. Gerade in diesem Jahr fand ein großer personeller Wechsel statt. Nur noch einer von den Ur-Antifee-Leuten ist bis heute dabei. Das Team besteht zum Großteil aus StudentInnen, aber auch SchülerInnen und andere, die sich in der Gesellschaft aktiv für bestimmte Themen einsetzen, gehören dazu. Durch deren Engagement hat sich das Antifee-Festival im Laufe der Jahre in Göttingen zu einer festen Größe etabliert. Diese Art von Festival gab es zuvor nicht in der Universitätsstadt.
Die in Hannover und Berlin veranstalteten "Lady Feste" waren die Vorreiter und Vorbilder für das Antifee-Festival. Die Göttinger OrganisatorInnen wollen mit Hilfe ihres Festivals den stereotypen Rollenbildern in der Gesellschaft entgegentreten, Raum schaffen für freie Meinungsäußerung, freies Leben gewährleisten und patriarchalische Gesellschaftsstrukturen wenigstens innerhalb der Festivalzeit zurück drängen. Die VeranstalterInnen wollen "für ein selbstbestimmtes Leben feiern" und wünschen sich, dass "es diesmal nicht regnet" und mensch ein "cooles Wochenende mit coolen Leuten" verbringen kann.
Finanziert wird das Festival durch verschiedene Quellen. Universitäre Gruppen, ein Gleichstellungsbüro und parteinahe Stiftungen unterstützen das Projekt finanziell. Die Wirtschaftskrise wirkt sich auf das Festival noch nicht nachteilig aus. Es sei nicht schwieriger als zu Beginn, an die Finanzhilfen zu gelangen, so die VeranstalterInnen.

Politik zurück auf den Campus
Bereits seit Dezember 2009 wird geplant und vorbereitet. Schließlich muss der Veranstaltungsort von der Stadt Göttingen und der Universität genehmigt werden. Außerdem bereiten die meisten Bands zur Jahresende bereits ihre kommenden Sommertourneen vor. dassfragt man am besten schnell nach, ob die eine oder andere Band Zeit und Lust hätte, beim Antifee-Festival aufzutreten. Der Campus der Georg-August-Universität war von Anfang an ein Wunschaustragungsort, hier treffen sich junge Leute, die noch an Politik interessiert sind.
Das Antifee-Team glaubt, dass der Göttinger Campus ein zentraler Raum für tausende Studierende ist, der "in den Jahren zunehmend entpolitisiert" wurde. Die Lehrpläne entziehen sich mehr und mehr den Forderungen, auch politisch aufzuklären und gesellschaftlich kritisches Denken an der Universität zu fördern. Zudem passt das Festival thematisch zu dem hier angebotenen Studiengang "Geschlechterforschung" und zu dem Bestreben, sich gegen Sexismus, Antinationalismus, Antikapitalismus und anderes zur Wehr zu setzen, laut zu werden und gleichzeitig Spaß zu haben. Das Antifee-Festival der letzten Jahre war stets gut besucht, bis zu 3000 Menschen kamen auf den Campus. Mit größer werdendem Bekanntheitsgrad, mit steigernder Professionalität sowie durch das Mitwirken von Bands, die in linken Kreisen populär sind, stieg die BesucherInnenzahl.

Keine stereotypen Märchenfiguren
Auf dem Antifee-Festival werden bewusst linke Statements ausgesprochen, um als ungerecht empfundene Zustände in der Gesellschaft zu kritisieren. Für Unterhaltung und Nachdenkliches ist wie immer ausreichend gesorgt. Zwei internationale Musikbands haben ihr Kommen bereits zugesagt. Des Ark aus den USA legen in Göttingen einen Zwischenstopp während ihrer Europa-Tour ein und aus Newcastle, Großbritannien, reist Nathalie Stern an. Aus Berlin kommen Pete the Pirate Squid und Ex Best Friends und als lokale Musiker hat sich das Göttinger Rogue Steady Orchestra angekündigt.
Zwischen den Bandauftritten werden Lesungen und Diskussionen angeboten. Ein Märchenerzähler tritt auf, der mit den stereotypen Märchenfiguren aufräumen will. Für ein Plätzchen, an denen sich Kinder austoben können und wo sie sicher betreut werden, ist auch gesorgt. Diverse Workshops stehen wieder auf dem Programm. Die ReferentInnen der Themen: Einführung in die Geschlechtertheorie, Sex und Lohnarbeit, Esoterikkritik und Radio machen, haben bereits fest zugesagt. Der Radio-Workshop wird vom Stadtradio Göttingen angeboten.
Für Verpflegung ist ausreichend gesorgt. Mehrere Anlaufstellen – auch der Göttinger Weltladen beteiligt sich – geizen nicht mit ihren vegetarischen und veganen Leckereien. Am Infostand wird eine Schlafplatzbörse eingerichtet, für Auswärtige, die ein Dach über dem Kopf suchen und für Göttinger, die eine Schlafmöglichkeit bieten können. Eine antisexistische Ansprechgruppe hilft in Notfällen, falls sich Gäste des Festivals daneben benehmen.
Das Antifee-Festival wird auch die nächsten Jahre fortgesetzt werden, daran haben die Verantwortlichen keine Zweifel.

Band: "My Favourite Mixtape" spielten auf dem Antifee-Festival 2009. Dieses Jahr werden viele Frauenbands erwartet. Foto: Jakob Epler

Diskussion: Lesungen und Diskussionen zwischen den Musikangeboten.

Links Martin Büsser (verst.)

Foto: Jakob Epler

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Antifee 2009

Freitag 5.6. ab 17 Uhr - Samstag 6.6.2009, Unigelände , die Bühne steht auf der Wiese zwischen dem "Blauen Turm" und dem Kreuzbergring. Die Workshops finden in Zelten rund herum statt. Eintrittskarten gibts nicht, das Festival ist kostenlos ("Anti-Fee" das heißt "Ohne Gebühr"). Ausschließlich veganes Essen (ohne jegliches tierisches Eiweiß) und Getränke gibt es preiswert.

Freitag 5.6. - Bands

17 Uhr , Tiger Paws Soloprojekt des ehemaligen Kurhaus-Sängers Jan (der Gesang... naja, echt Antigesang)

sleazy, (Post Punk / Thrash / Grunge)

My Favourite Mixtape (Rock, Punk, Pop) Hamburg, drei Bandmitglieder Knut (dr), Inez (b/voc), Lucas (git), "we are not changing the world - we just mix it up".

19 Uhr Podiumsdiskussion

ca. 20.50 Uhr Zosch! Elektropunk / Punk mit Synthesizer aus Köln, Roland - synthies/ guitar , Antiram (voc) , Anke (voc) TheTobi - (b/ voc), Maike (dr) "Deutschland hörst du mich - meine Freunde kriegst du nicht"

ca. 21.50 Uhr Escape Hawaii ("Holländischer Pop / Italienischer Pop / Flamenco" - aber englische Texte) mit Gameboy, Commodore, Synthesizer und Gitarre

 

Freitag 5.6. - Workshops + aftershow

16-19 Uhr: BG Kunstgeschichte: Workshop zur Street Art - Symbolgehalt und die Wirkungsweise dieser Motive. Für Materialien zum Malen, Sprayen, Kleben, Kleistern, Zeichnen und Austoben ist gesorgt.

16 Uhr: Stefanie Lohaus "Popfeminismus"

18 Uhr: Olliver Lauenstein - Haben Nationen ein Geschlecht?" Gedanken zu antisexistischer und antinationalistischer Politik zu entwickeln

19 Uhr: Martin Büsser - " Die Jugendbewegung "Emos" ist homophoben Anfeindungen ausgesetzt: Emos werden als verweichlichte Schwuchteln beschimpft. Woher kommt dieser Hass?

 

Nachtrag: kreuzbergring 14, antifee aftershowparty, dj´s: dachgeschoss und tapir sa,

 

Samstag 6.6. - Bands

13 Uhr Kinderprogramm

14.50 Uhr Jana Ballenthien , Liedermacherin und Coversongs

15.40 Uhr The Golden Delicious (Indie / Pop / Pop-Punk) Indie-Gitarrenrock.

17.20 Uhr Jane Wayne and the Pink Popes

18.10 Uhr Telesushi (Indie / Pop / 60s) alternative Popmusik, Brit-Pop

19.55 Uhr Bandylegs (Ska) sechsköpfige Combo, bestehend aus Schlagzeug, Bass, Gitarre, Orgel, Trompete und Posaune, www.bandylegs.de

20.55 Uhr My First Failure (Hardcorepunk!) Nico (git), Pat (git), Mo (dr), Alex (b), Alexa (voc)

22 Uhr The Boonaraaas (punkrock, sixties, garage) Tine, Christina, Trich, Laura , www.boonaraaas.de

Samstag 6.6. Workshops + aftershow

14 Uhr: "Gendertheorien" von den ersten Frauen- und Homosexuellenbewegungen des 19ten/Anfang des 20ten Jahrhunderts über Veränderungen in den "neuen sozialen Bewegungen" bis zu Inter-, Trans- und Queerbewegungen . Die Debatten um Patriarchat, Geschlecht und Sexualität , ausgehend von zeitgenössischen queeren/feministischen Debatten

16 Uhr: Ursachen der Wirtschaftskrise

18 Uhr: Medizinische Flüchtlingshilfe - "Flucht nach Europa" mit dem Film von Leona Goldstein über Burkina Faso, die Elfenbeinküste, Mali und die europäische Südgrenze Marokko/Spanien.

20 Uhr: Sarah Diehl Berliner Filmemacherin -"Abortion Democracy Poland/South Africa. Film und Diskussion". Veränderungen im Abtreibungsrecht in Polen und Südafrika. www.abortion-democracy.de

Nachtrag 6.6 kreuzbergring 10, antifee aftershowparty, dj´s: klatschmohn und extennisspieler

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Antifee 2008

Do 5.6.08 , 20.00 Vortrag mit Norbert Trenkle: Der Fundamentalismus der "westlichen
Werte" in Zeiten ihres Verfalls. ZHG 004.

Fr 6.6.08, 18.00 Vortrag mit Roger Behrens: Pop. Aufstieg und Fall eines kulturellen Komplexes. ZHG 004.
20.00 Demo: Take back the night! Deutschland in den Rücken feiern! Start an der SUB.

Sa 7.6.08 Bühnenprogramm
22.30 Uhr, Band: "STOCKHOLM
21.45 Uhr, Band:
Postpunk "peters.", Hamburg
20.30 Uhr, Band:
Electropop "Brockdorff Klanglabor", Leipzig
19.00 Uhr, Band: "CANDELILLA
18.00 Uhr, Diskussion: "Sexismus in der Popkultur"
17.15 Uhr, Band:
Punkrock "Lipstix", Leipzig
16.15 Uhr, Band: Anti-Folk - Pop
"Woog Riots", Darmstadt
15.15 Uhr, Band:
Indie "Spoenk", Wien
14.30 Uhr, Band: "VERSPIELT

Dabei wurden die Bands nicht zufällig ausgewählt. "Frauen sind in unserer Gesellschaft immer noch in vielen Bereichen unterrepräsentiert, so leider auch in der Popkultur", bemängelt Alex Ryll, Sprecherin des Organisationsteams. "Auf dem Antifee Festival haben wir deshalb dieses Jahr darauf geachtet, dass mindestens genauso viele Frauen wie Männer am Bühnenprogramm beteiligt sind."

16.00 & 17.00 "Fussball statt Deutschland"
Während andern Orts die EM beginnt und die deutschen Horden wieder flaggeschwenkend durch die Straßen ziehen werden, geht es auf dem Antifee um Fußball. Am Nachmittag habt ihr die Möglichkeit, Fußball ohne Deutschland zu spielen. Bands und Besucher_innen zusammen.

Workshops Workshopzelt A
15.15 Genderwaschanlage
16.45 Genderwaschanlage (X-Behaviour Workshop für 'Männer')
Crossbehaviourworkshop für Männer. "In diesem Workshop wird gezeigt werden, wie die Menschen tagtäglich ihr Geschlecht 'machen', unter anderem durch Körperhaltungen und andere, vermeintlich natürliche Verhaltensweisen"
18.30 Einführung in Nationalismus und Nation ('Machtphantasie Deutschland')

Workshops Workshopzelt B
15.15 Streetart-Workshop ('kreativ-subversive Gestaltung')
16.45 Einführung in feministische Theorien
18.30 Planspiel: Medizinische Versorgung von Illegalisierten in Göttingen

 

Einfügungen vom 6.6.08, Ergänzungen vom 5.6.08, Ergänzungen vom 7.6.08

5.6.08 / Sprachlich könnte jemand den Begriff als eine Ableitung aus "Antifa" interpretieren - tatsächlich gibt es Leute, die denken die A.L.i. hätte was damit zu tun und liegen damit falsch! Die Antifa A.L.I veranstaltet am gleichen Tag eine ganz andere Veranstaltung. (Auf Nachfrage fügen wir hier hinzu: gemeint ist hier am gleichen Tag, wie die Antifee-Demonstration stattfindet - also am Freitag um 19.30 Uhr DGB-Haus mit Bernd Langer zum Konzept des "revolutionären Antifaschismus"./ 5.6. )

Wer veranstaltet das eigentlich ?

Offiziell sind nicht näher bezeichnete "linke Fachschaften" die Veranstalter/innen des Festivals. (Soweit dies die Pressemitteilungen betrifft. In Zuschriften wird uns versichert, es wäre leicht herauszufinden welche Fachschaften das sind

In den Pressemitteilungen ist von "Alex Ryll Sprecherin des Organisationsteams" die Rede. dasses schwerpunktmäßig um antisexistische Themen geht, wurde bereits vermutet, dass es sich dabei um ein Pseudonym als Erinnerung an die einem Sexualmord zum Opfer gefallene Alexandra Ryll handelt. (Anmerkung: die Erinnerung daran wachhalten zu wollen wäre löblich, die Verwendung des Namens in einer Presseerklärung, so als lebte diese Person noch, würde wenig Respekt und Achtung vor dem Andenken an diese Frau zeigen.) (Nachtrag : Wie inzwischen von verschiedenen Seiten als Reaktion auf diesen Artikel hier versichert wurde, handelt es sich dabei um einen bedauerlichen Sachverhalt, der zu Mißverständnissen führen könne und daher werde zukünftig eine Pressesprecherin anderen Namens: Robyn Schmidt genannt.)

bbs-Medien gehört sicher nicht zu den Veranstaltern aber zu den lobend erwähnten Unterstützern des Festivals. Antifee bedankt sich jedenfalls bei "bbsMEDIEN - Werbung / Druck / Verlag" . bbs steht für Baller/Baller/Suhren. Im gleichen Verlag erscheint übrigens auch "diggla" (wenn man dem diggla-Impressum glauben darf) . Der von Antifee-Presserklärungen genannte Ansprechpartner ist uns auch als Autor von "diggla"-Artikeln in Erinnerung.
bbsMedien legt in einem Schreiben an goest allerdings Wert darauf, dass der Verlag seit September 2007.nicht mehr als Herausgeber des diggla fungiert und im Juni die Redaktion des Diggla ausgetauscht worden ist. diggla - online scheint bis 6.6.2008 davon noch nichts mitbekommen zu haben.
Eine Leserin schickte uns den Link auf ein Plakat der bbs, das auch nicht unbedingt im Sinne des Festivalthemas "Antisexismus" sein kann. Das spricht nicht gegen das lobenswerte Festivalthema von Antifee aber für eine kritische Betrachtung der UnterstützerInnen. Dieses Plakat auf der Seite http://www.bbsmedien.de/ wurde unmittelbar nach Erscheinen des goest-Artikels durch ein Antifee-Plakat ersetzt. Die Firma hielt es wohl selbst nicht mehr mit einer Unterstützung von Antifee in Einklang zu bringen: bessere Vorausetzung für künftige Unterstützung !
(Übrigens: Dass in der diggla-Redaktion ein Mitglied des CDU-Ostviertel-
Vorstands ist, hat mit dem antifee natürlich nichts zu tun aber ist auch ein interessanter Hinweis auf die neuerlichen Veränderungen in der Redaktion )

Geboten wird ein Mix von Musik und subkultureller Politiktheorie. Das gefällt nicht allen wie z.B. dem im Folgenden zitierten Blog: "Mag sein, dass es Menschen gibt, die sich den Tanzschweiß aus dem Gesicht wischen und wachen Verstandes bei einer »Einführung in feministische Theorien« auflaufen können - ich gehöre aber ganz bestimmt nicht dazu." Da das Zitat von jemandem stammt, der seine Ablehnung des Antifee aus einem ideologischen Grund heraus äußert, ist folgende Erklärung eines anderen Lesers interessant: "Diese Haltung, mit der Theorie im eigenen Leben nicht konfrontiert zu werden, ist gerade in den Soft- und Hardcore antideutschen Zusammenhängen sehr verbreitet. Hier ist die vermeintliche Systemkritik bereits so weit aus dem unmittelbaren Lebensumfeld herausgelöst, das beides als gänzlich unterschiedliches erscheint. "

"Es geht beim Antifee nicht nur um Musik, es geht ausdrücklich auch um Politik", Das Festival will Musik, Genderdiskussion und Antinationalismus miteinander verschränken. Ob zwischen diesen Bereichen wirklich Verbindungen hergestellt werden können darf bezweifelt werden. Eine solche Verbindung wurde bereits von einem Göttinger Internetprojekt herzustellen versucht, wobei dann irgendwann festgestellt wurde, dass den Leuten, die auf die Musik abfahren, die Polittheorie zu nervig ist und andererseits den Leuten von der Polittheorie die Musikszene zu platt ist.

Bei dem folgenden u.E. recht konfusen Text beschränken wir uns auf die Dokumentation:
Ankündigung zur Demo „Take back the night ! - Deutschland in den Rücken feiern

"Die Demo soll genauso wie das Antifee-Festival ein sicht- und hörbares Signal gegen die sexistischen und nationalistischen Zustände sein, die in der Gesellschaft vorherrschen. Bewusst lehnen wir diese Demo inhaltlich an die "Take back the night"-Demos gegen Sexismus, patriarchale Strukturen, Homophobie und sexualisierte Gewalt an, die alljährlich am 30.04. in vielen Städten Deutschlands stattfinden. Wir freuen uns über die Teilnahme von ca. 800 Leuten an der Anti-Christival-Demo in Bremen. Diese richtete sich insbesondere gegen das Christival und seine reaktionären Positionen zu Abtreibung und Homosexualität. Wir teilen die Kritik am christlichen Fundamentalismus und hetereosexistischen Normalzustand. Letztere äußert sich sowohl in der Alltäglichkeit sexualisierter Gewalt gegen Frauen/Lesben/Trans als Spitze des Eisbergs als auch in unhinterfragten Zwangsnormen wie "Zweigeschlechtlichkeit" und "Heterosexualität". Zweigeschlechtlichkeit beinhaltet die Annahme von der angeblich natürlichen Existenz lediglich zweier Geschlechter, Mann und Frau, die heterosexuell aufeinander bezogen sind. Diese Vorstellung lehnen wir genauso ab wie jeder Form von Herrschaft über Geschlechter, Körper sowie Sexualitäts- und Begeherensformen. Neben Heterosexismus wollen wir einem weit verbreiteten Nationalismus entgegentreten, der in jüngster Vergangenheit in Form von Deutschlandflaggeschwenken und einer Neuauflage der "Du-bist-Deutschland"-Kampagne ein Revival feiert. Gerade der deutschen Nation liegt der Mythos einer vermeintlichen "Volksgemeinschaft" zugrunde, die sich über eine gemeinsame Abstammung, Sprache und Kultur definiert. Diese Demo richtet sich gegen das Konstrukt der deutschen Nation. Alle Menschen, die aus dem nationalen und patriarchalen Ideal der männlichen, Weißen "deutsch-deutschen" Hete herausfallen, sind von Ausgrenzung und Übergriffen betroffen. Das gilt für Frauen, Lesben, Transen, Bisexuelle, Schwule oder Menschen, die nicht den vorherrschenden Körpernormen entsprechen genauso wie für migrantisch aussehende Leute. Das bedeutet für viele von uns, dass wir uns jenseits subkultureller Nischen nicht angstfrei in der Öffentlichkeit bewegen können. Mit dieser Demo erobern wir uns öffentliche Räume zurück, die uns strukturell und personell genommen werden. Wir demonstrieren und feiern für ein selbst bestimmtes Leben.
Diese Demo ist offen für alle Menschen, die unsere Kritik am Heterosexismus und Nationalismus teilen. Reihe 1 und folgende sind Frauen/Lesben/Trans. Es folgen Queers und dann alle anderen Feminist_innen. Wir können zu diesem Zeitpunkt leider noch keine Kinderbetreuung währen der Demo garantieren. Bei Bedarf meldet euch bitte beim Antifee, dann versuchen wir das zu organisieren. Wir freuen uns auf eine lautstarke, kämpferische Demo. In diesem Sinne Take back the night. Deutschland in den Rücken feiern! "


Plakat das zumindest sprachlich eine Nähe zur oben angekündigten Demo aufweist

Gesehen Mai 2008, Text auf dem Plakat:

"Die neue radikale Homogruppe in Göttingen. Aktionismus, Öffentlichkeit, Freiräume. Anschreiben, nachfragen, mitmachen, radicalhomo@gmx.de"

Aber ob nun gerade das Überkleben des african-culture plakates radikal ist ... (wahrscheinlich eher gegen das Blue Note gerichtet.)

Dass hier nicht nur eine sprachliche Nähe zum Antifee besteht dafür spricht auch die Ankündigung einer Veranstaltung der "radical Homos" beim Antifee, auf die uns eine Leserin aufmerksam gemacht hat.
9.6.08 / Sie hatte uns auch das Foto eines Plakates zugeschickt auf dem ein pornographisches Comic und der Name dieser Gruppe abgedruckt waren. Auf die Wiedergabe dieses pornographischen Comics verzichten wir. Im Übrigen hätte eine Veröffentlichung des Comics auch möglicherweise eine Urheberrechtsverletzung bedeutet. Es hing wohl auch nur einen halben Tag an der Plakatsäule am Carré.

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Antifee 2007

Veranstaltung in der Universität 2007
"Antifee" : "Kritik an Gender und Nationalismus"

Der erste Abend des Festivals am 15.6.07 war ja leider verregnet aber dennoch blieben konstant ca. 300 Leute vor der Bühne und waren lebhaft dabei. Der Versuch, einen Workshop (Mathe, Deutsch, Sexismus - der geheime Lehrplan. Workshop zu Sexismus in Schule und Hochschule) zu besuchen war mit Hürden gesät - allzu viele verschlossene Türen im Hörsaalgebäude und Umwege zum Veranstaltungsraum im Blauen Turm.

Vom 15. - 16. Juni , kurz vor dem ehemaligen "Tag der deutschen Einheit" / 17.6.) veranstaltete das "Antifee-Plenum" an der Uni Göttingen ein "Antifee-Festival".

Transparent "Antifee" während der Demonstration am 19.5.07

Im Ankündigungstext heisst es u.a. "Den thematischen Schwerpunkt stellt die Kritik an Gender und Nationalismus dar (...) Hiermit wollen wir eigene Akzente setzen und eine kritische Debatte in der Öffentlichkeit forcieren. Das Festival ist kostenlos. Wir feiern gegen Sexismus und Nationalismus. Für ein selbstbestimmtes Leben. (...) Wir arbeiten und feiern gegen jeden Sexismus. Auch gegen unseren eigenen."

Vortrags-PROGRAMM

  • 30.05.: Frauen in der rechtsextremen Szene 19:30 Ort: ZHG 004 Veranstaltung mit Dr. Renate Bitzan, Universität Göttingen
  • 11.6.: 20 Uhr ZHG 101 Schöne queere Welt? Geschlecht und Sexualität bei The L Word Referentin: Dr. Tanja Maier (Zentrum für interdisziplinäre Medienwissenschaft, Göttingen) In Zusammenarbeit mit FSR Sowi und FG Medien
  • 12.6.07, 19.30 Uhr im DGB-Haus, Obere Maschstr. 10.: Befreiungsbewegungen zwischen Nation und Emanzipation Eine kritische Auseinandersetzung , Vortrag der Gruppe Bricolage, Hamburg. ETA, EZLN und PKK sind vor allem in internationalistischen Strömungen der Linken immer wieder zu Genoss_innen im Kampf erklärt worden. Welche Ziele haben verschiedene nationale Befreiungsbewegungen? Und welche Rolle spielt dabei ihr Bezug zur Nation? die Gruppe Bricolage hatte 1999 das Buch "Postfordistische Guerilla - Vom Mythos nationaler Befreiung" veröffentlicht. Veranstalter: OLAfA
  • 13.6.: Gendertheorien - Grundbegriffe der Kritik an Geschlechterverhältnissen 14:00 Uhr; ZHG 006 Referent_in der FG Geschlechterforschung
  • 14.6.: Machtphantasie Deutschland - Einführung zur Kritik an Nation und Nationalismus Zeit: 19:30 Ort: ZHG 003

Festival-Programm

15.6.07 Freitag
ab ca. 16 Uhr Workshops
17.45 - 18.45 Diskussionsrunde zu Sexismus in der Musik
19.00 - 19.30 L'avantgarde
20.00 - 20.30 Dota
21.00 - 21.30 Egotronic
22.00 - 22.45 Rocket Uppercut
23.15 - 00.00 Kurhaus


Transparent auf dem Veranstaltungsglände. "Den binären Geschlechtercode aufmischen" (wir fragen uns immer noch ob das Frauencafé im Kabale dazu im Widerspruch stehen könnte)

16.6.07 Samstag
ab 14 Uhr Workshops
16.00 - 17.30 Poetry Slam
18.00 - 18.30 Hoboscopes
19.00 - 19.30 On Canvas
20.00 - 20.30 Iskra
21.00 - 21.30 Nufa
22.00 - 22.45 Matula
23.15 - 00.00 Captain Planet

VeranstalterInnentext: "15. und 16. Juni diesen Jahres ist auf dem Gelände zwischen dem Blauen Turm auf dem Unigelände und dem Kreuzbergring ein zweitägiges Festival geplant. Im Mittelpunkt steht dabei die Politik: das Antifee Festival konzerntriert sich auf Kritik an Gender und Nationalismus. Ziel soll es sein, auf dem Campus wieder eine politische Kultur zu etablieren. "Dabei wollen wir zeigen, dass Emanzipation und das schönere Leben sich nicht voneinander trennen lassen", heißt es aus dem Festivalplenum. Neben politischen Veranstaltungen und Workshops vor und während des Festivals geht es natürlich auch um Musik. Die ersten Bandbestätigungen wurden gerade bekannt gegeben, bei der Auswahl setzt man offensichtlich auf Vielseitigkeit. Mit Dota ist eine Liedermacherin dabei, Nufa klingen nach Indiependent, On Canvas bekennen sich zu Postpunk, Pop und Indie, Kolja und Thai Phun hingegen machen Hiphop, Egotronic Elektro und The Hoboscopes " "Circus-Punk-Trash-Chanson". Weitere Bands sollen noch folgen. Ganz in der Tradition des Ringfestes werden nach den Konzerten noch Parties in den Häusern des Kreuzbergrings stattfinden. Mehr Informationen auf www.antifee.de"

Es waren Workshops zu folgenden Themen angekündigt

  • Genderwaschanlage: X-Behaviour-Workshop veranstaltet von Schöner Leben Göttingen
  • Popkultur und Nation
  • Gegen Nation und Entrechtung. Workshop zur medizinischen Versorgung von Menschen ohne Papiere
  • Mehr werden?! - Die Linke zwischen Populismus und reiner Lehre
  • Kapitalismus meets Gummibärchen Interaktives Planspiel für politische Jugendbildungsarbeit.
  • Mathe, Deutsch, Sexismus - der geheime Lehrplan. Workshop zu Sexismus in Schule und Hochschule
  • ETA - Was steckt hinter der “Freiheit” im Baskenland?
  • Umgang mit sexueller Gewalt – wie kann konkrete Unterstützungsarbeit aussehen?
  • kollaborativer Grrrl Zine Workshop.