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Feminismus - Hot Topic

Verlosung

Wir machen sowas normalerweise nicht aber irgendwie hatte es sich halt mal so ergeben. Da wir dieses Buch besonders interessant fanden haben wir 2 Exemplare verlost. Wer das Buch haben wollte, schickte eine Mail bis 10.11.07, 12 Uhr an redaktion@goest.de mit dem Betreff "Hot Topic". Zettel mit den E-mailadressen wurden in Lose gerollt und dann Samstags im Café zog jemand zwei Lose. Die gezogenen Emailadressen wurden dann benachrichtigt und eine Übergabe vereinbart.

Links: gerade wird von der Glücksfee S. das zweite Los gezogen, Aufsicht Rechtsassessorin C. öffnet die Lose. Die Verlosung ist also über die Bühne / ein Gewinner und eine Gewinnerin haben das Buch erhalten. Wer keins gewonnen hat muß nicht traurig sein, im Buchladen Rote Straße stand am Samstag noch ein ganzer Stapel zum Verkauf. 300 Seiten, ca. 14,90 Euro

 

Veranstaltung

Café Kabale am Mittwoch, 21.11.07 20 Uhr : Lesung mit Sonja Eismann, Herausgeberin des Readers "Hot topic" - Eine Textsammlung von 28 Autorinnen

Der hintere Raum im Kabale war wirklich zu klein für die Veranstaltung; jedenfalls war der Raum proppenvoll. Netterweise wurde das über Mikro Gesprochene in den Vorderraum auf Lautsprecher übertragen.
Sonja Eismann erläuterte den Entstehungszusammenhang des Buches als Versuch, einen Anstoss für das zu geben, was als Dritte Welle des Feminismus bezeichnet wird. Bestandteil dieser Dritten Welle ist das Aufbrechen der dichotomischen Geschlechterrollenteilung, die Betonung auf Alltagskultur sowie Intergration von Bewegungungen des Non-Profits, Nicht-kommerziellen, D.I.Y./ Do it Yourself in Medien, Musik und Mode.
Leider, so Eismann, wären ausgerechnet die Beiträge mit Bezug auf soziale Klassen und Race - Diskussion nicht mit ins Buch hineingekommen, weil die Autorinnen ihre Beiträge nicht geliefert hätten. In der Tat war es uns auch schon bei der Lektüre aufgefallen, dass die Texte selten klassenspezifische Sichtweisen reflektieren.

Für die Lesung hatte sie den Text "WANN? IST EGAL, ICH HABE IMMER ZEIT" als ersten ausgewählt in dem Sätze vorkommen wie "Inzwischen ist es aber in gewissen Kreisen fast schick geworden prekarisiert zu sein" und Beschreibungen des Zweifels "Ist das noch Bohème oder schon Unterschicht?". Etwas grenzwertig wenn auch sicher ironisch gemeint hingegen die Bemerkung "Wir können unter der Woche lange ausgehen, und am Wochenende wenn die Idioten unterwegs sind , zuhause bleiben." Jedenfalls konnten sich einige Frauen im Publikum beim Vorlesen dieses Textes kaum Halten vor Lachen.
Weniger kam die Präsentation des Textes von Jutta Sommerbauer über die Rezeption des Wortes "Feminismus" in Bulgarien an. Während der Text über "Behaarung" wieder leichte Heiterkeit erzeugte. Auf Wunsch aus dem Publikum wurde dann noch die Lesung eines zusätzlichen Textes zum Thema Abtreibung gewünscht. Gelesen wurde der Text von Christiane Erharter die radikal offen und subjektiv geschrieben hat.

Eine Diskussion kam leider nicht so richtig auf. Es hatte wohl auch kaum jemand das Buch schon gelesen. Vielleicht kommt das später noch.


Sonja Eismann, 21.11.07

Ankündigungstext der Veranstalterinnen: "Seit der konservative Backlash offen in Form von neuem Gebärzwang und alten Hausmütterchen-Doktrinen zutage tritt, besinnt sich sogar der Mainstream wieder auf die Notwendigkeit des Feminismus. Dabei wird gerne übersehen, dass es abseits des gemäßigten Feuilleton-Bekenntnisses zur Geschlechtergleichheit eine Menge junger Frauen gibt, die sich den radikalen "Luxus" eines feministischen Bewusstseins leisten und dies in verschiedensten Formen leben.In der "Hot Topic"-Anthologie porträtieren diese Frauen ihre Lebensrealitäten zwischen Abtreibung, Indie-Mutterschaft, Prekariats-Boheme, queerem Coming-of-Age, Schönheits-Terror und Exotinnendasein im Musik- und Medienbusiness. In Anlehnung an die Vielzahl anglo-amerikanischer Textsammlungen, die hierzulande immer noch ihresgleichen suchen, destilliert dieser anekdotisch angelegte Reader die gesellschaftspolitische Aussage aus dem privaten Erleben und knüpft damit dort an, wo vor beinahe 10 Jahren der bis jetzt einzigartig gebliebene Band "Lips Tits Hits Power" aufhörte."

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Inhalt des Readers

Einleitung Sonja Eisenmann

Sexualitat / Identität
Cordula Thym,
I'M HERE, I'M QUEER, UND ]ETZT? Homophobie ist eine Strategie
Das Thema ist hier Identitätsfindung
und die Entdeckung dass der Zwang eine Identität zu formulieren schon eine Zumutung ist "oder sollte ich aufhören mich überhaupt irgendwie zu labeln?"

Julia Roth, FRAUEN KÖRPER - MÄNNERSACHE? Ein feministischer Blick auf Verhütungspraktiken

Sarah Diehl, AUCH DAS GEHÖRT ZUM LEBEN DAZU Der Schwangerschaftsabbruch: das vernachlässigte Thema
Sehr gute Abhandlung über Schwangerschaftsabbruch - auch unter den heutigen Bedingungen der "Zwangsberatung" wird der Druck zum schlechten Gewissen und die Nichtbeteiligung der Männer an der Verantwortung kritisiert. Ausserdem der wichtige Hinweis auf den Angriff von Seiten der Christlichen Fundamenntalistinnen. Und die Aufforderung die modern daherkommenden Anti-Abtreibungs-Webseiten zu beachten und etwas dagegen zu machen.

Elena Stöhi; I FEEL LIKE I HAD SHATTERED INTO A MILLION PIECES Grrrl Zines und sexualisierte Gewalt

Christiane Erharter ICH HABE ABGETRIEBEN!Weil Biologie nicht Schicksal ist
Sehr persönliches Bekenntnis gleich mehrmals abgetrieben zu haben und die Erinnerung daran, dass früher viele Frauen sich öffentlich dazu bekannt haben. "Abtreibung kann doch nicht meine Art zu Verhüten sein".

Vina Yun, HARDCORE MIT HERZ Beobachtungen zum D.i.Y-Porno
Hier wird nicht im SInne der PorNO - Kampagne gegen Pornos geschrieben sondern es wird berichtet über lesbisch-queere Sexfilme in der Absicht dem kommerziellen (Hetero) Porno selbstbestimmte Bilder entgegenzusetzen. Aber das DIY Prinzip und die Independend Pornos sind schon im Mainstream angekommen - Kommerzielle Produkte bauen "auf Punk-Ästhetik/Gothik-Style und DIY Attitüde und ist umweht von einem Hauch feministischer Selbstbestimmtheit".


Bilder
Li Gerhalter
WIE ANGORA Körperbehaarung ist out - und krause Politik
Sarah Diehl,
PRO-ANA WEBSITES Selbstbestimmung in der anorektischen Selbstaufgabe
Wenn man nichts mehr kontrollieren kann kommt die Lust daran, den eigenen Körper zu kontrollieren.
Ina Freudenschuss, MEIN KÖRPER, DER NEOLIBERALE KITT Essstörungen als gesellschaftliches Symptom
Birgit Binder
LANG LEBEN DIE KÖNIGE! Vom Ereignis des >Kingen< ( Merkwürdig: ein Mann liest diesen Beitrag und versteht nix, zwei Frauen testen den Text und verstehen ihn auf Anhieb.)

Medien /Arbeit
Verena Kuni,
CYBERPOPFEMINISMUS Nutzen und Nachteil des Popfaktors von/für Cyberfeminismus
Internet, Virtual World, Feminismus auf der technischen Höhe der Zeit - im Grunde als Projekt der Medienkunst. Versuche das "Pop" und das "Cyber" zu erklären.
Chris Köver, COUCH-POLITIK Wo in TV-Serien in puncto Feminismus was zu holen ist
Ein Beitrag der beim Lesen zu mehrfachem herzlichen Lachen geführt hat - was darf mensch mehr erwarten - dieser Beitrag sollte laut auf der Bühne vorgelesen werden.
Christiane Rösinger WANN? IST EGAL, ICH HABE IMMER ZEIT Das Leben der Lo-Fi-Boheme
Ironisch und beim lauten Vorlesen zum Lachen reizend - Also hier spricht das akademische "Prekariat" - irgendwie elitär trotz Armut - jedenfalls immer besser gebildet. Überwiegend unbezahlt, ein bißchen bezahlt in Kultureinrichtungen und dann ein Brotjob als Bedienung oder Kartenabreisserein. Ein Artikel der ursprünglich als Artikel zur "Berliner Ökonomie" in der taz erscheinen sollte.
Katja Röckel,
TAKE A SEAT AND LISTEN! Mrs. Pepsteins Welt im freien Radio
Elke Zobl,
WEIL WIR ES SATT HABEN! GrrrlZines als Ort der Selbstbestimmung

Do Jt Yourself/Aktivismus
Stephanie Müller
PUTTING THE F-WORD ON THE FASH ION MAP Wenn Mode radikal wird
Crafting ... Hausarbeit, Häkeln, Stricken ist im Kommen - Statt "Home sweet Home" werden Deckchen gestickt auf denen steht "Homo sweet Homo", Do It Yourself - Modeproduktion - Beherrschung und Reflexion der Codes - Mode und Alltag als Politik weil Bewußtsein und Soziales prägend - gleichzeitig aber die politischen und ökonomischen Determinanten mit reflektierend.
Aber die Crafting-Handwerkerinnen drohen auch abzugleiten eine Romantisierung tradierter Rollen.
Bettina Mooshammer, Eva Trimmel, LADYFEST CAN SAVE Your Life ! ( Ladyspace als Strategie feministischer Raumproduktion - auf jeden Fall Non-Profit, nicht-kommerziell,
Pia Thilmann
SPIELREGELN FÜRS MÄNNERMIMEN Drag Kings in der Populärkultur
Britta Hoffarth BABY, BE MINE Mutter-Sein und D.I.Y.-Musik -persönliche Widersprüche
Jede Menge Beispiele für Widersprüche einer Musikerin mit Kind und queer
Raphaela Kehl, Julia Wacker, Eva Zulauf MIMIKRY Sommermärchen - eine optische Täuschung

Feminismus/Alltag
Julie Miess,
LEMMY, I'M A FEMINIST But J Love You All The Way
Jutta Sommerbauer, KEIN KONFLIKT, NIRGENDWO Gender und Feminismus zwischen Ost und West
Sie kam mit einer rosa Jacke aus Bulgarien, dort ist das normal - aber ihre Bande fand das zuhause garnicht witzig so ohne Löcher und Buttons und dann diese Farbe . dagegen meint sie: nicht so kleinlich sein.
Karin Harrasser WUNSCH, FEMINISTIN ZU WERDEN Nahräume politischen Handelns
Ute Hölzl,
MEIN GANZ PERSÖNLICHES F-WORT Feminismus und Fußball

Musik/Präsentation
Pauline Boudry
WE ARE THE FRONT OF LUXURY Die Band-Politics von Rhythm King And Her Friends
CJra Völker,
PLATTEN STATT SCHMINKE AUFLEGENHp' Hop und Feminimus
Rosa Reitsamer
ROAD TO NOWHEREWeiße Männlichkeitskonstruktionen im Rock und Pop
Barbara Schulz,
DAS KLINGT JA SCHON GANZ ORDENTLICH Erfahrungen in Bandkontexten
Comics / Kurzbiographien

 

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