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Die redaktionelle Aktualisierung und Neu-Berichterstattung von goest wurde nach 20 Jahren 2019 stark reduziert.
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Libanon

Libanon, Israel und Göttingen
Kommentar : Schweigen zum Krieg? 2006
Demonstration gegen Bombardierung Libanon 26.7.06
Demonstration gegen die Bombardierung Libanons 5.8.06

Das Friedensbüro zu Libanonkrieg und Iran 2006
Stellungnahmen linke Parteigruppen zum Krieg Israel/Libanon
Unterstützer*innen für Krieg und israelische Regierungspolitik

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Libanon, Israel und Göttingen

In Göttingen verzeichnete die Statistik 2005 124 Menschen mit deutsch/libanesischer doppelten Staatsbürgerschaft und 138 mit libanesischer Nationalität. Die deutsch-libanesischen MitbürgerInnen in Göttingen gehören zu den 6 Doppelbürgerschaftsgruppen mit den meisten Menschen. Dies erklärt auch wieso in der Demo so viele doppelte Fahnen, Deutschlandflagge und Libanonflagge gemeinsam getragen wurden.
Im Jahr 2005 waren 7 Menschen mit deutsch/israelischer doppelter Staatsbürgerschaft und 94 Menschen mit israelische Nationalität registriert. Die Universität hat seit Anfang 2006 einen Partnerschaftsvertrag mit der Hebräischen Universität Jerusalem. Als erster Austauschpartner ist eine Gastprofessorin bereits im September eingetroffen, um bei den Theologen der Uni Göttingen zu arbeiten. Für Juni 2007 ist eine internationale Konferenz von israelischen und deutschen WissenschaftlerInnen in Göttingen geplant.


Libanon-Demo 2006, Flagge der palästinensischen Autonomiegebiete

Bei der Frage, wieviele PalästinenserInnen in Göttingen leben, gibt es das Problem, dass die ausländische Bevölkerung statistisch nach "Nationalitäten" erfasst wird. Die PalästinenserInnen haben keinen Staat und können in dieser Statistik nicht zugeordnet werden.

Demonstration gegen Bombardierung Libanon 26.7.06

Pressemitteilung Polizei 26.7.06
"Rund 200 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, haben am Mittwochmittag (26.7.06) in der Göttinger Innenstadt gegen die Bombardierung des Libanon demonstriert. Nach einer Auftaktkundgebung in arabischer Sprache bewegte sich der Aufzug unter Mitführung verschiedener themenbezogener Transparente vom Markt aus durch mehrere Straßen der Innenstadt. Zu einem kleinen Zwischenfall kam es, als in Höhe des Alten Auditorium an der Weender Straße vier deutsche Gegendemonstranten an den Demonstrationszug herantraten und eine israelische Nationalflagge zeigten. Vermutlich hierdurch provoziert, liefen mehrere Teilnehmer der großen Demonstration sofort auf die Männer zu. Noch bevor Einsatzkräfte der Polizei die beiden Gruppen komplett trennen konnten, kam es zu kleineren Handgreiflichkeiten zwischen den unterschiedlichen Parteien. Die Polizei konnte den Konflikt schließlich beruhigen und der Demonstrationszug seinen Weg fortsetzen. Bis zur Abschusskundgebung am Markt kam es zu keinerlei weiteren Zwischenfällen mehr. Die Demonstration endete schließlich gegen 13.50 Uhr nach einer Abschlusskundgebung vor dem Alten Rathaus. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und ein weiteres wegen Körperverletzung ein."

Augenzeugen berichteten, es wären überwiegend junge Leute, Kinder, Jugendliche auf der Demo gewesen. Ein Libanese, der an der Demo teilgenommen hatte meinte, auf der Demonstration hätte er nur Libanonfahnen (rot , weiß mit grüner Zeder) und Palästinaflaggen gesehen. Hisbollahflaggen hätte er nicht gesehen . Seine Familie, so erzählte er, mußte vor den Bombardierungen der Israelis nach Zypern flüchten, er selbst arbeitet in Göttingen. Er meinte, es wären wahrscheinlich 500 Leute auf der Demo gewesen und fügte mehrmals hinzu, man solle daran denken, dass es zunächst darum gegangen sei, dass Israel die 80 "Geiseln" freilassen solle. Auf die Frag, ob er sich vorstell könne, gemeinsam mit Vertretern israelischer Friedensinitiativen für einen Stopp des Krieges zu demonstrieren antwortete er erst nachdem die Frage mehrmals wiederholt wurde: "Frieden wollen doch vielleicht nur 2 % der israelischen Bevölkerung". Es gab auch eine Demonstration in Tel Aviv (Der Standard) bei der gefordert wurde, dass Israel den Krieg beenden und stattdessen die gefangenen Palästinenser freilassen solle, da die Entführung von zwei Israelis lediglich die Reaktion darauf gewesen war.

 

.Demonstration gegen die Bombardierung Libanons 5.8.06
250 Menschen nehmen an Demonstration und Kundgebung gegen den Krieg im Libanon teil

Auf dem Marktplatz versammelten sich ca. 250 Personen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Uberwiegend vertreten waren Libanonfahnen, rot-weiß mit dem Symbol einer grünen Zeder. Desweiteren trugen die Demonstrantinnen sehr viele Schilder mit Fotos von Opfern der Bombardierung, verletzten Menschen, Leichen und zerstörten Häusern.


Demonstration 5.8.06 hier auf der Berliner Straße in Gö (in Berlin waren es am Samstag vorher 3.500 TeilnehmerInnen.)

Aufstellung der Demonstration

"Zuerst die Kinder, dann die Frauen, dann die Männer"

Bei der Abschlusskundgebung standen unter den Zuhörererinnen Frauen weinend zusammen

 

Die Demonstration in der Weender Straße

 

 

Die Menschen wählten drastische Darstellungsformen - z.B. wie auf dem nebenstehenden Foto Kinder, die als Verletzte verkleidet waren und ...

....am Anfang der Demo wird symbolisch eine Trage mit einer Puppe getragen, die ein totes verstümmeltes Kind symbolisiert.


2 oder 3 Schilder mit Fotos von Hassan Nasrallah, General-Sekretär der Hisbollah, fanden sich in der Demo - blieben damit in absoluter Minderheit.
Das Göttinger Stadtradio wählte in seinem Bericht dazu die irreführende Formulierung "Vom Marktplatz aus demonstrierten etwa 250 Menschen gegen den Krieg; sie trugen Schilder mit dem Bild des Hisbollah-Führers Nasrallah mit sich ...

Die Veranstalter der Demo hatten explizit vorher darum gebeten, keine solchen Bilder mitzuführen

In zwei Fällen war zu sehen, dass ein kleines Foto von Nasralla am Schlüsselanhänger oder Anhänger mitgetragen wurde.

Sicher waren einige Leute bei der Demonstration dabei, die für die Hisbollah sind, aber es war keine Hisbollah-Demonstration, sondern der hauptsächliche Charakter der Demonstration war "libanesisch", "gegen Krieg" sowie "Stoppt die Bombardierung und das Töten" wobei vor allem die Opfer unter Kindern beklagt wurden.

zum Anfang

 

Schweigen zum Krieg?
Kommentar: Günter Schäfer (Red./Hrsg.goest) 17.7.06

Die Göttinger Linke, die Friedens- und Antikriegsbewegung schweigen zum Nahostkrieg. Nun wiederholt sich, was schon vor Beginn des Irakkrieges bestaunt werden konnte : damals Schweigen angesichts massiver Kriegsvorbereitungen und nun auch bei einem aktuell stattfindenden Krieg. Man tut sich neuerdings schwer in der Bewertung von Kriegen. Die Stellungnahmen 2002/2003 skizzierten die unterschiedlichen Positionen zu den Irak-Krieg-Vorbereitungen, die auch diesmal wieder auftreten.
Im Kern blockiert folgende massiv propagandistisch eingeführte Postition die Meinungsäusserungen der Göttinger Linken: Moralisch vertretbar sei nur, was Israel nützt. Und jede Kritik an Israel ist im Kern antisemitisch.
Die Aufforderung den Krieg zu beenden würde vor allem als Kritik an Israel verstanden, deshalb würde man sich der Gefahr aussetzen als antisemitisch verunglimpft zu werden.
Menschen, die sich für Frieden und friedliches Zusammenleben einsetzen werden nicht wahrgenommen oder als Feinde Israels bezeichnet - selbst wenn sie, wie Avnery, einer der Friedensaktivisten, selbst aus dem israelischen Militär stammen.
Sicher: das Thema ist hochkompliziert und schwer belastet. Man kann allerdings nicht akzeptieren dass die Diskussion garnicht mehr stattfindet, angesichts von Raketenbeschuss und Bombardierungen. Die Scharfmacher in Israel und bei Palästinensern, bei der Hisbollah, in Syrien, Libanon und Iran müssen entmachtet, die Frieden suchenden Kräfte in allen Ländern unterstützt werden. Wer die Agression nur einer der kriegsführenden Seiten rechtfertigt, der verhindert den Frieden und unterstützt das Fortdauern der Morde. Wie kann man bei diesen Vorgängen zuschauen und schweigen?

Kommentar 26.7./27.7.
Es wäre zu wünschen, dass es zu einer Friedensdemo in Göttingen kommt in der die Friedenswilligen beider Seiten gemeinsam demonstrieren. Also friedensorientierte Juden, Libanesen und Palästinenser*innen gemeinsam mit der anderen Gruppen in Göttingen und anderswo.
Seit Beginn der Kampfhandlungen sind insgesamt mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon libanesische Zivilisten. (tagesschau 25.7.06)

 

Nachtrag: 25.7.06 Als der Kommentar geschrieben wurde herrschte noch Schweigen - inzwischen gibt es Stellungnahmen.

Das Friedensbüro zu Libanonkrieg und Iran 1.9.2006

Im Flugblatt das am Infostand verteilt wurde, äußert man die Vermutung "Hätte eine in die Enge getriebene Hisbollah ihre Drohung tatsächlich wahr gemacht und Tel Aviv mit Mittelstreckenraketen iranischer Bauart angegriffen, hätten USA und Israel vermutlich nicht gezögert, am UN-Sicherheitsrat vorbei Teheran, vor allem aber die iranischen Atomanlagen und sonstige militärische Einrichtungen zu bombardieren." Dabei wird eine normalerweise verschwiegene Tatsache deutlich ausgesprochen: "Israel bedroht als bislang einzige Atommacht im Nahen Osten die ganze Region. Iran bedroht über die Mittelstreckenraketen im Libanon das Kernland Israels mit konventionellen Waffen."

Informationsstand des Friedenbüros zur aktuellen Gefahr eines erneuten Krieges im Libanon und gegen den Iran zum Antikriegstag den 1. September 2006

 

Den Krieg gegen Libanon sieht das Friedensbüro als die Vorbereitung eines Krieges gegen den Iran: "Angesichts einer denkbaren Intervention der USA und Israels gegen den Iran wäre mit der Zerschlagung der Raketenbasen der Hisbollah ein entscheidendes Hindernis aus dem Weg geräumt. Diese Beweggründe erklären u. a. auch, weshalb die USA und Großbritannien Israel für dessen Bodenoffensive grünes Licht gaben."
"Im Iran haben nun offenbar jene die Oberhand gewonnen, die die Urananreicherung und damit die Option auf die eigene Atombombe als Gegengewicht zu Israels Nuklearpotential nicht aus der Hand geben wollen. Dennoch hat sich die iranische Führung trotz allen propagandistischen Säbelrasseins mit praktischen Hilfen für die Hisbollah zurückgehalten und diese offenbar davon überzeugt, keine Mittelstreckenraketen auf Tel Aviv einzusetzen."
"Die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung der Konflikte liegt darin, sobald wie möglich mit einer Langzelt- Konferenz für Sicherheit und regionale Zusammenarbeit zu beginnen mit dem Ziel - der Vereinbarung verbindIicher gegenseitiger Sicherheitsgarantien (d.h. auch der Anerkennung IsraeIs durch arabische Staaten), der Schaffung eines Iebensfähigen palästinensischen Staates, der Abrüstung und Bildung einer atomwaffenfreien Zone unter Einschluss Israels." (Zitate: Auszüge aus dem Flugblatt des Friedensbüros)

Veranstaltung: Der Konflikt um Irans Nuklearprogramm - Hintergründe und Folgen Referent: Dr. Behrouz Khosrozadeh (Dozent f. Intern. Beziehungen Uni Gö.) Mittwoch, 13. September 2006 Reformierte Gemeinde (Untere Karspüle 11 um 20 Uhr Göttinger Friedensbüro und DGB Region Südniedersachsen-Harz

 

Stellungnahmen linker Parteigruppen zum Krieg Israel/Libanon (2006)

WählerInnengemeinschaft Göttinger Linke
9.8.06
Die WählerInnengemeinsschaft bestand damals aus Die Linke/PDS, WASG, DKP, Groner Antifaschistische Liste sowie Parteilosen. Sie hatte Patrick Humke (Die Linke/PDS) zum Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl im September 2006 im Bereich Innenstadt gewählt. In einer Presseerklärung zum israelischen Bombardement im Libanon setzte sie aber deutlich andere Akzente als die von Patrick Humke in einer persönlichen Presseerklärung 12 Tage vorher.
8.8.06 Presseerklärung (nach der zweiten Libanon-Demo) :
"Angesichts des eskalierenden Krieges im Libanon, der vor allem die Zivilbevölkerung, Frauen und Kinder, trifft, fordert die WählerInnengemeinschaft Göttinger Linke die Göttingerinnen und Göttinger auf, die protestierenden Angehörigen libanesischer Opfer nicht allein zu lassen: "Es ist nicht nur guter demokratischer Brauch, auf die Straße zu gehen, es ist auch unsere moralische Pflicht, dem Morden offensiv entgegenzutreten", so Sabine Lösing, OB – Kandidatin der Göttinger Linke.
Die WählerInnengemeinschaft wird initiativ werden, um ein breites Anti-Kriegs-Bündnis in Göttingen zu bilden, welches sich eindeutig positionieren kann:
- Schluss mit dem Bombardement libanesischer Städte und sofortiger Waffenstillstand sowie Rückzug hinter die Grenzen vor dem Kriegsbeginn
- Schluss mit den Gewaltaktionen gegen die israelische Zivilbevölkerung
- Die Anerkennung des Existenzrechtes Israels in den Grenzen von 1967
- Die Bundesregierung muss sich für Friedensverhandlungen einsetzen, bei dem alle Beteiligten Seiten einbezogen sind. Ziel dieser Verhandlungen muss die Schaffung eines palästinensischen Staates mit internationalen Garantien für dessen Grenzen sein.
Mit diesen Forderungen können Göttingerinnen und Göttinger die Demonstrationen der libanesischen Familienangehörigen unterstützen und auch eventuellen antisemitischen Losungen entgegentreten."

Erklärung vom Mitgliedern der Bundestagsfraktion Die Linke
"Erklärung der Abgeordneten der Fraktion Die Linke. nach der besonderen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses zur Lage im Nahen Osten: Wolfgang Gehrcke, Heike Hänsel, Monika Knoche, Norman Paech

"Israel hat die Wahrnehmung seines Rechts auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta missbraucht und einen Angriffskrieg begonnen, der offensichtlich in Absprache mit den USA von langer Hand vorbereitet wurde. Damit sind die militärischen Aktionen Israels nicht mehr durch das Völkerrecht legitimiert." (veröffentlicht auf derselben Seite des Kreisverbands Göttingen Quelle)

 

Stellungnahmen von Unterstützer*innen der israelischen Regierungspolitik, bzw Israel-Nationalisten 2006

Pro-Kriegs-Kundgebung 25 Personen für Krieg gegen Libanon
5.8.06 / Um 14 Uhr wollte die Gruppe a:ka eine Kundgebung auf dem Marktplatz abhalten und für eine Fortsetzung der israelischen Kriegspolitik gegen Libanon eintreten. Um 15 Uhr hatten ein libanesisches Geschwisterpaar eine Kundgebung mit Demonstration gegen die Bombardierung des Libanons (Bericht) auf dem Marktplatz angemeldet. Deshalb wurde die Gegen-Demonstration der Israel-Nationalisten nur am Wilhelmsplatz erlaubt. Zur Kundgebung des a:ka am Wilhelmsplatz waren nur 25 Leute gekommen. Teilnehmerin war auch eine Vertreterin der jüdischen Kultusgemeinde, einer konservativ gerichteten Abspaltung der Göttinger liberalen, reformjüdischen Gemeinde. Sie sagte, sie wolle Frieden aber sie sprach sich nicht gegen den Krieg aus, sondern fragte, ob Israel nach der Entführung von zwei Soldaten vielleicht eine Lichterkette hätte machen sollen. (Die Antwort wäre gewesen: Nein, die davor als Geiseln genommenen Palästinenser hätte man freilassen sollen!) Die Veranstalter schrieben in einer Presserklärung über ihre Veranstaltung dann noch einmal deutlich: "In Redebeiträgen sprechen sich die Gruppen gegen einen sofortigen Waffenstillstand aus." Und im verschickten Manuskript der Rede des a:ka heisst es u.a.

2006 / "Wir stehen im Gegenteil hier, um Israel im Kampf gegen die Hisbollah unsere Solidarität zu erklären - und zwar bedingungslos. Unsere Hoffnung im derzeitigen Krieg ist, dass er der Hisbollah das Rückgrat brechen möge, damit Israel im drohenden Kampf gegen weit gefährlichere Feinde den Rücken frei hat. Der jetzige Schlagabtausch ist auch und vor allem einer mit dem Iran."


Transparent:"Solidarität mit Israel" - Kundgebung der Gruppe "a:ka" am Wilhelmsplatz am 5.8.06 - hier zu sehen nur 25 Personen, die Veranstalter melden per Pressemitteilung 50 TeilnehmerInnen.

Die Demonstration gegen den Krieg bezeichnete diese Gruppe als "antisemitisch" . In ihrer Rede markiert sie schon die Unterstützung des nächsten möglichen Krieges:

"Israel wird die militärische Konfrontation mit dem Iran dauerhaft nicht vermeiden können, schon weil es die Vollendung des Atomprogramms in keinem Fall dulden darf. Im derzeitigen Krieg geht es vor allem darum, die Hisbollah als Risikofaktor ausgeschaltet zu haben, bevor es soweit kommt. Israels vordringliches Problem in diesem Kampf ist derzeit nicht die militärische Auseinandersetzung selbst; es ist die über die Medien vermittelte Reaktion der Weltöffentlichkeit"

Die israel-nationalistische Gruppe "a:ka" die stets stramm an der Sicht der israelischen Regierung und des Militärs orientiert ist, schrieb am 26.7.06:
"Ein Sprecher des [a:ka] erklärte zu dieser Demonstration: »Was da mit der Forderung nach Frieden und Menschlichkeit daherkommt, ist tatsächlich nichts anderes als antisemitische Hetze. Der Staat der Juden soll verschwinden - darum ging es den Demonstranten, die sich offen zur Hisbollah und damit zum islamistischen Terror bekannt haben. Es ist, wie Paul Spiegel einmal gesagt hat: Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.« " (Quelle die Seite von PUK ist 2026 nicht mehr abrufbar)

Dass das keine isolierte Veirrung einer Gruppe in Göttingen war, zeigte die Erklärung des Propagandisten der israelischen Regierung, Thomas von Osten-Sacken in der Zeitung "Die Welt" , wo er unumwunden formuliert "Ich bin für den Krieg". Manchmal formulieren es seine Mitstreiter aber auch eleganter, indem sie sich als "Bellizisten" bezeichnen. Dahinter versteckt sich nach dem krudem Verständnis dieser Propagandatruppe dann wohl ein Friedensbringer!

27.7.06 Damaliger Ratsherr der Partei DieLinke sieht Protest gegen den Krieg als Antisemitismus

Lange Zeit hatte es keine Stellungnahme der Ratsfraktion "Die Linke" / PDS gegeben. Auch nach fast einer Woche der Bombardierung und Invasion des israelischen Militärs in den Libanon nicht. Als dann eine Demonstration von Libanesen gegen die Bombardierung stattfand, dann verschickte der Patrick Humke eine Presseerklärung, in der er die DemonstrationsteilnehmerInnen als Antisemiten bezeichnet; wörtlich:
„Kein Platz für Antisemitismus in Göttingen oder anderswo“: "Mit Erschrecken musste ich gestern die antisemitischen Auswüchse der israelfeindlichen Demonstration in unserer Stadt, die Wissen schafft zur Kenntnis nehmen. Den Demonstrierenden ging es mitnichten um die Einleitung eines Friedenprozesses im Konflikt zwischen Israel und dem Libanon, sondern um eine einseitige Verurteilung Israels verquickt mit fundamentalistisch-islamistischen Parolen. Garniert wurde das Auftreten nach Augenzeugenberichten mit Hitlergrüßen und dem Preisen der religiösen Führer und einer Kampfansage an den Staat Israel. Kaum einer der Passanten und schon gar nicht die Polizei schritten ein. Als Vertreter der Linkspartei im Rat der Stadt Göttingen verurteile ich diese Demonstration auf das Schärfste! Die Demonstranten nutzten die Demonstrationsfreiheit, um ihrem Antisemitismus zu frönen. Für die Linkspartei muss die Auseinandersetzung um den Konflikt differenziert betrachtet werden. Bündnispartner für die LINKEN sind die Vertreter der Friedensbewegung in beiden Staaten! Keine Bündnispartner sind diejenigen, die das Existenzrecht Israels in Frage stellen und stattdessen einen militanten Gottesstaat wollen, in dem die Bürgerrechte und vor allem die Rechte von Frauen mit den Füßen getreten werden. Kein Platz für Antisemitismus in Göttingen und anderswo! "
Anmerkung: Es handelte sich um eine persönliche Erklärung Patrick Humkes.

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