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Göttinger Tafel

Göttinger Tafel e.V. www.goettingertafel.org
Spenden:Sparda Bank Hannover EG BLZ: 250 905 00  KtoNr: 927015, 

Ausgabestelle Innenstadt:
Mauerstr. 16/17 37073 Göttingen Bundesland: Niedersachsen Ansprechpartnerin: Martina May Telefon: 0551 - 51030 Fax: 0551 - 51087 E-Mail: info@NO-SPAM.goettingertafel.org

Ausgabestelle Geismar der „Göttinger Tafel“ St. Martin, Mitteldorfstr. 2 dienstags und freitags 11.30 - 12.15 Uhr

> Armut in Göttingen
> Arbeitslosigkeit
> Aktionstag gegen Mangelernährung durch Hartz IV
> Tagessatz
> Obdachlose

Ausgabestelle Mauerstraße / 2016

Von Jahr zu Jahr sind mehr Menschen auf ihre Unterstützung angewiesen, derzeit über 1.400, darunter vierhundert Kinder.

Postkartenaktion des Bundesverbandes der Tafeln http://www.tafel.de

Diese Postkartenaktion ist damit im Zusammenhang zu sehen, dass inzwischen ein großer Teil der Bedürftigen Flüchtlinge sind und der Bundesverband sich bei aufkeimenden Konflikten hier deutlich positionieren will.

Arbeit im Vorratslager der Tafel in der Mauerstraße


Eingang zur Neuen Tafel in der Mauerstraße.

 

Göttinger Tafel unterstützt die Forderung 500 - 10

Hartz-IV-Eckregelsatzes auf mindestens 500 statt 404 Euro und für einen steuerfreien gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10 Euro.

12.12.16 / Neuerdings unterstützt die Göttinger Tafel den bundesweit verbreiteten Aufruf aus den Sozialprotesten für eine drastische Erhöhung des Hartz-IV-Eckregelsatzes auf mindestens 500 und einen steuerfreien gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10 Euro.


Die Tafel unterstützt den Aufruf und hat ihn in der Ausgabestelle aufgehängt

Die Unterstützung der Bündnisplattform kam nach einem Gespräch der Tafel mit Ratsherr Edgar Schu zustande, der dazu folgenden Text mitteilte:
"Die Göttinger Tafel sieht sich als Kronzeugin. Sie bekommt Woche für Woche das vor Augen geführt, was für einen immer größeren Teil der Bevölkerung Lebensalltag ist: Nicht nur der per Gesetz festgeschriebene Regelbedarf für Erwerbslose, Aufstocker und Grundsicherungsempfänger ist viel zu niedrig, sondern auch der gesetzliche Mindestlohn und das unterste Lohnniveau in unserer Gesellschaft. Nicht nur Erwerbslose, sondern auch immer mehr Erwerbstätige gehören zu den Kunden der Tafel. Die Not nimmt zu, und daher sind immer mehr Menschen auf die Tafel angewiesen. Entsprechend dem Sozialstaatsgebot sollte jeder Mensch in Deutschland in der Lage sein, von eigenem Geld in seiner Hand das Lebensnotwendigste einzukaufen. Damit dies gewährleistet wird, sind aber inzwischen weitgehende politische und gesetzliche Änderungen notwendig, um das Existenzminimum durchzusetzen: Ein deutlich höherer Hartz-IV-Regelsatz, der nicht mehr Mangelernährung und gesellschaftliche Isolation bedeuten darf, ein deutlich höherer gesetzlicher Mindestlohn und die Steuerfreiheit des Existenzminimums von Erwerbstätigen in dieser Höhe. Steuern sollen wieder zu erheblich größerem Teil von denen gezahlt werden, die bisher von den schlechter werdenden Zuständen und sinkenden Löhnen in Deutschland sogar noch profitieren, also vor allem von Superreichen und Konzernen."

Die nun durch die Göttinger Tafel mit unterzeichnete Bündnisplattform findet sich im Internet unter der Adresse www.mindestlohn-10-euro.de

 

Infoaktion 2013
Tafeln u.a. notwendig weil Regelsätze ALG II zu niedrig sind

Die Tafeln sind notwendig, obwohl eine gesetzlich bestehende Verpflichtung zur Sicherung des lebensnotwendigen Unterhalts besteht. Wenn die öffentliche Sozialhilfe ausreichen würde, wären die Tafeln nicht notwendig. Offensichtlich reichen die Regelsätze nach SGB II aber nicht aus. Die Existenz der Tafeln ist der Beweis dafür, dass die Hilfe zum Lebensunterhalt nicht für ein menschenwürdiges Leben ausreicht.Die Lage wird Insbesondere dadurch verschärft, dass die Preiserhöhungen im Lebensmittelbereich nicht durch Erhöhung der Regelsätze ausgeglichen werden, denn der Großteil der Sozialhilfe bzw des ALG II geht für den Lebensmitteleinkauf drauf. Und bei der ALG II Lebenskalkulation kommt es auf den Cent an! Als das Sozialamt sogar den Bezug von Nahrungsmitteln von der Tafel als Grund für eine Kürzung der Mittel zum Lebensunterhalt nutzen wollte schlug dies dem Fass dann aber doch den sozialen Boden aus

Preiserhöhungen Nov 2012/ Nov 2013
nach Statistischem Bundesamt

Preise für Speisefette und Speiseöle + 13,3 %;
Butter:: + 26,5 %;
Molkereiprodukte und Eier + 8,5 %; darunter
Quark: + 15,4 %;
H-Milch: + 13,2 %;
Schnittkäse: + 7,2 %
Obst (+ 3,1 %)


Infotafel

zum >Tag der Armut

 


Ehemalige Ausgabestelle Am Jacobikirchhof
Aus Scham vermeiden einige Menschen die Hilfe anzunehmen


Eingang zur Ausgabestelle der "Tafel" in der Jüdenstraße mit Wartenden, Dez 2013

Die Schlange vor der Göttinger Tafel in der Jüdenstraße neben der Jacobikirche war nach der Verarmungsreform Hartz 4 länger geworden. Dabei fiel auf, dass immer mehr Frauen mit Kindern in den Schlangen stehen. Demnächst werden auch immer mehr Alte von der sogen. "Altersarmut" betroffen, die aber häufig den Weg zur Tafel aus Scham vermeiden.. Die Göttinger Tafel bereitet einen Umzug in die Mauerstraße vor. Dort wird das Schlangestehen vor der Eingangstür ersetzt durch die Möglichkeit in einem Warteraum zu warten, wo nicht jede/r gesehen wird, wenn er sich Essen von der Tafel holen muß, wobei sich manche Menschen schämen. Ansonsten wird es auch einige Verbesserungen für die Arbeit in den neuen Räumen geben: z.B. eine Hochdruckspülmaschine.

Immer mehr Menschen müssen in Armut leben. Gespart wird dann oftmals "am Essen". Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche. Zugleich gibt es Nahrungsmittel, die nicht mehr verkauft werden können und daher weggeworfen werden. Die Göttinger Tafel e.V. versucht diese überschüssigen Lebensmittel als Spende zu erhalten und an Menschen mit geringem Einkommen weiterzugeben. Voraussetzung ist der Besitz einer gebührenpflichtigen Kundenkarte. Mit der Karte können 6 Monate lang zweimal pro Woche Lebensmittel abgeholt werden. Bei der Göttinger Tafel e.V. kann jeder Mensch Lebensmittel erhalten, der Arbeitslosengeld II (SGB II), Wohngeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylgesetz bekommt. Ebenfalls akzeptiert werden Anfragen von Leuten, deren Einkommen nicht das 3-fache des Regelsatzes überschreitet. (Bei Alleinstehenden zB. 3x382=1146 Euro)

Lebensmittel werden an folgenden Stellen ausgegeben:
--
Gemeindehaus St. Jacobi Jacobikirchhof 1 / Eingang Jüdenstraße,
-- Holtenser Berg Londonstr. 11 A,

-- Grone Deisterstr. 12 Gemeindehaus St. Jona,

-- Geismar Mitteldorfstr. 4 Gemeindehaus St. Martin,

-- Bovenden Rathausplatz 4

Freiwillige unbezahlte Arbeit nötig um Arme mit Essen zu versorgen

89 Mitglieder engagieren sich im Verein, davon sind über 50 SchülerInnen, StudentInnen, Berufstätige, Arbeitslose oder RentnerInnen regelmäßig unentlohnt tätig, unterstützt von Zivildienstleistenden, Praktikant/innen, einer Betriebsleitung und einer Geschäftsleitung. Im Verein Sie leisten dabei ohne Entlohnung ca. 18.000 Arbeitsstunden pro Jahr.


Aktive der Tafel Göttingen / 4. von rechts Martina May (Geschäftsführerin/ bezahlte Stelle)

 

Bundesverband der Tafeln "Bundestafeltreffen" in Göttingen

20.4.09 / http://www.tafel.de.
Das 15. Bundestreffen der Deutschen Tafeln fand vom 11. - 13. Juni 2009 in Göttingen statt. Gastgeber ist die Göttinger Tafel. Familienministerin von der Leyen, Ministerpräsident Wulff, Göttinger Bundestags- und Landtagsabgeordnete wie Trittin, Oppermann, Andretta, Dehm, Wenzel, sowie Rita Süßmuth wurden am Freitag den 12. Juni als Gäste eingeladen. Als Gast wurde auch Müntefering (SPD) eingeladen, ausgerechnet Müntefering !, der mit der Agenda 2010 zur Umwandlung von Arbeitslosen in SozialhilfeempfängerInnen beigetragen hat traut sich nun bei der Armenspeisung aufzutauchen.

Zum Bundestafeltreffen am 12. und 13. Juni 2009 kamen über 1.000 Gäste als Repräsentanten der 840 deutschen Tafeln. Es ist nicht bekannt auf wessen Mist die Idee mit der marketingaktion gewachsen ist - höchstwahrscheinlich eine Idee des Bundesverbandes, denn in Kassel lief eine ähnliche Aktion - jedenfalls hat OB Wolfgang Meyer bei einer Pressekonferenz eine Wette verkündet, die das Ziel hatte, dass 7,3 Tonnen haltbare Lebensmittel für die Arbeit der Göttinger Tafel e. V. zusammenkommen. Außerdem wolle er einen Tag Lebensmittel bei der Tafel austeilen. Das hat eine Leserin so aufgeregt, dass sie uns den folgenden Brief geschickt hat:

Brief einer Leserin: (22.4.09)
"Die Not sozial Schwacher als Wetteinsatz, um sich selbst zu profilieren?"

"Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin in Göttingen aufgewachsen und verfolge nach wie vor die Ereignisse in Göttingen, auch wenn ich schon seit vielen Jahren woanders wohne und arbeite.Die Berichte über die Anrechnung von Betteleinkommen beim Lebensunterhalt und über die Göttinger Wette zum Bundestafeltreffen haben mich veranlasst, einen Leserbrief zu formulieren. Ich schicke ihn als Anhang mit.Mit freundlichem Gruß U. D.

Die Not sozial Schwacher als Wetteinsatz, um sich selbst zu profilieren?
Möchte die Stadt Göttingen mit der "Göttinger Wette" zum Bundestafeltreffen ihr desolates Sozialimage aufbessern? Die Arbeit aller Tafeln und ihrer ehrenamtlichen Helfer ist nicht hoch genug einzuschätzen. Weiß Herr OB Wolfgang Meyer überhaupt, was es heißt, an den Tafeln um Hilfe zu bitten? Wer dort ansteht, hat Sorgen und Nöte und ist kein "Sozialschmarotzer". Kann sich der OB vorstellen, wie anstrengend es ist, sich um Menschen zu kümmern, die in ihrer Armut ihre Würde verloren sehen? Weiß Herr OB Wolfgang Meyer, was es für die ehrenamtlichen Mitarbeiter bedeutet, nicht nur Packungen, sondern z.B. auch angefaulte Tomaten, angeschimmelte Orangen oder angewelktes Gemüse zu sortieren? Manche mildtätige Spende dient zugleich als Entsorgung, bei der Abfallgebühren gespart werden!
Ich finde es unangemessen, dass sich der OB vorstellen kann, "einen Tag zu helfen", wenn er die Wette verliert – und sogar zwei Tage, wenn die Stadt die Wette gewinnt. Soziales Engagement ist kein Spaßfaktor. Dies gilt schon gar nicht, wenn es dem OB lediglich gefällt, unterschiedliche Lebensmittel zu verteilen. Wenn schon "Spaß" – dann doch darüber, etwas über das Leben der Menschen zu erfahren, die auf die Tafel angewiesen sind und der Menschen, die dort helfen. Daraus kann er sicher für die eigene politische Arbeit etwas lernen. Ich finde es – als "Göttinger Kind" – unerträglich, wenn sich OB Meyer im Medienecho dieser Stadtwette sonnt und die betroffenen Menschen und die ehrenamtlichen Helfer auch hier hinten anstehen dürfen. Wenn der OB den Bedürftigen und den Ehrenamtlichen helfen sowie das Image der Stadt Göttingen aufpolieren will, soll er sein politisches Gewicht in die Waagschale werfen und sich bei der Suche nach neuen Räumen für die Göttinger Tafel und bei ihrer Finanzierung aktiv einsetzen. Dies bis zum Bundestafeltreffen zu schaffen wäre eine tolle Wette gewesen!"



OB Meyer mit dem Vorstand der Bundesvereinigung deutscher Tafeln

Kommentar goest
Vom Bettlerskandal zur "Hauptstadt der Armenspeisung"?
(siehe die >goest-Seite zum Bettelskandal )

2009 / Nachdem Göttingen gerade überregionalen Imageschaden erlitten hat, weil einem Bettler die "Betteleinkünfte" von der Sozialhilfe abgezogen wurden, soll Göttingen nun für einige Tage "Hauptstadt der Armenspeisung" werden. Dabei sollte aber nicht unter den Tisch bzw. die Tafel fallen, dass in der Göttinger Sozialbehörde die Meinung vertreten wird, eigentlich müssten die geschenkten Nahrungsmittel als geldwertes Einkommen angerechnet werden. Im Bundesarbeits- und Sozialministerium heißt es jedoch klipp und klar, eine Anrechnung käme wegen Geringfügigkeit nicht in Frage. Das muß Bundesminister Scholz auch so vertreten, denn seiner Ansicht nach sind die Tafeln gar nicht nötig, weil die Sozialleistungen ja ausreichten - da kann deren Leistung nur "geringfügig sein! Aber 840 Tafeln, die ca. eine Million Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen sind sichtbares Zeichen von Not und Armut. Dies rechtfertigt die Forderung nach Erhöhung der Sozialhilfe/Grundsicherung und der Hartz4-Regelleistung. Damit dies zu einem laut vernehmlichen Thema während der Tagung der Tafeln wird, dazu bedarf es eines kräftigen Anstosses von außen, denn von seiten der Verantwortlichen möchte man wohl eher "den Ball flach halten". Die Pressekonferenz der Stadt , bei der das Bundes-Tafel-Treffen angekündigt wurde, sollte ausschließlich eine Wette von OB Meyer über Lebensmittelsammeln zum Gegenstand haben - auch hier war kein Platz für kritische Fragen wie z.B. nach der Gefahr von Sozialhilfeabzug beim Gang zur Tafel.