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Schwimmbäder

Kritik der Erhöhung der Schwimmbadpreise

25.12.16/ Die GöSF schwimmt im Geld aber erhöht die Eintrittspreise. Menschen mit geringem Einkommen (Hartz4 / SGB II Sozialhilfe ..) entstehen finanzielle Hürden beim Besuch im Schwimmbad. Die Auslagerung der Bäderverwaltung in das Wirtschaftsunternehmen GOESF GmbH&Co KG führt offensichtlich zur Vernachlässigung der sozialen Belange.


Auch das Schwimmbad in Grone gehört der Firma GOESF

2001 gab es eine Verlagerung städtischer Aufgaben in die Hand der Firma „Göttinger Sport und Freizeit GmbH & Co. KG (GoeSF). Seit 2001 herrscht sie über das  Hallenschwimmbad Eiswiese , Freibäder, Tennisplätze auf der Schillerwiese, Sporthallen in Weende und Geismar sowie später auch über die Sporthalle am Schützenplatz und fast alle anderen Sportanlagen in Göttingen auch. Schon 2002 wurden die Schwimmbadpreise gegen den Protest einer Bürger*inneninitiative erhöht.  2005 wurden dann die Ermäßigungen für Sozialhilfeempfänger*innen gestrichen. Die Forderung nach Einführung einer Sozialcard blieb während all dieser Zeit unerfüllt. (Dass man erst in einen Sportverein eintreten und dort Beitrag zahlen muß, damit man dann erst ein vergünstigtes Eintrittsgeld im Schwimmbad zahlen kann ist auch keine Lösung für Leute mit wenig Geld)

In der GOESF werden Millionenbeträge bewegt. Aber die Stadt Göttingen hat darüber keine direkte Kontrolle mehr. Die GOESF gehört zwar zu 100 % der Stadt Göttingen die demokratisch gewählten Gremien der Stadt haben jedoch nichts mehr zu entscheiden.

Der Bund der Steuerzahler (wahrlich nicht unsere Freunde – aber Fakten nehmen wir zur Kenntnis) berichtete schon im Januar 2004: "Neben der 15 Mio. Euro Rücklage erhält die Sport GmbH aus städtischen Mitteln 2004 einen Zuschuss in Höhe von 946.200 Euro." (Bericht vom Januar 2004, S. 18) . Aber auch wenn man nur die letzten beiden Jahre betrachtet, dann sieht man bei einem Blick in die Geschäftsberichte, dass der GOESF ein erheblicher Jahresüberschuss zufliesst.

Die Bäderfirma GöSF schwimmt im Geld

 

Bilanzsumme

Jahresüberschuss

2014

85,9 Millionen

4,43 Millionen Euro

2015

89,3 Millionen

3.77 Millionen Euro

Zu dem hohen Jahresüberschuss der letzten beiden Jahre von insgesamt 8,13 Millionen heisst es in den beiden Geschäftsberichten, er werde in „in die Gewinnrücklage eingestellt“. Da fragt man sich, warum die Schwimmbadpreise erhöht werden müssen, wenn derart hohe Summen an Rücklagen vorhanden sind.
Im Geschäftsbericht wird der Gewinn auf merkwürdige Weise als Nichtgewinn dargestellt. Zuerst werden die Gründe des hohen Überschusses genannt (nämlich „Beteiligungserträge“) und dann heisst es ohne diese Gründe hätte es diesen Gewinn nicht gegeben. Eine "Erklärung" die nichts anderes als eine unnötige Tautologie darstellt und offensichtlich den Blick darauf verstellen soll,
dass aus den Jahren 2014/2015 allein weitere 8,13 Millionen von der GöSF auf die „hohe Kante“ der „Gewinnrücklage“ geflossen sind. Statt damit eine Erhöhung der Eintrittspreise zu vermeiden, steckt die GöSF viel Geld z.B. in die Förderung des Basketball-Spitzensports indem 3,5 Millionen für den Bau eines Basketball-Trainings-Zentrums ausgegeben werden (goettingen.de / 1.6.2015). Die breite Masse im Schwimmsport hingegen konfrontiert die GOESF mit einer Erhöhung der Schwimmbadpreise.

Im Dezember kurz vor Weihnachten beschliesst nun der Aufsichtsrat der Göttinger Sport und Freizeit GmbH & Co. KG folgendes:
:Die Eintrittspreise für das  Badeparadies Eiswiese und die Freibäder der GoeSF werden zum  1. März 2017 erhöht . (…) Die Preiserhöhung für die Kurzzeittarife betragen im Durchschnitt ca. 11 % für Erwachsene und 10% für Ermäßigte.“

Die GöSF stellte ihre Planungen am 20.12.16 in dem dafür formell nicht zuständigen städtischen Sportausschuss vor und schaffte es, dass die Mehrheit der Ausschussmitglieder auch noch das Vorhaben mit einem billigenden Votum absegnete. Einzig der Vertreter der Wähler*innengemeinschaft GöLinke stimmte gegen die 11-prozentige Erhöhung der Eintrittspreise. Die Ratsfraktion der GöLinke forderte eine Trendumkehr bei den Eintrittspreisen und rechnete in einer Pressemitteilung vor: Ein Blick auf die geplante Preisstruktur der Eiswiese zeigt, dass es nicht mehr  möglich sein wird, überhaupt ein Hallenbad zu betreten, wenn man nicht 3,90 Euro  bezahlt. Und wenn es nicht dieser Kurzzeittarif, also für nur eine Stunde, sein  soll, dann soll der Preis für den nächstlängeren Aufenthalt, nämlich für 2,5  Stunden, 7 Euro sein. Edgar Schu, Vertreter für die Göttinger Linke im Sportausschuss: „Schon für  einen kurzzeitigen Aufenthalt von einer Stunde, bei dem man incl. Umziehen und  Duschen vorher und nachher nur knapp eine halbe Stunde tatsächlich in der  Schwimmhalle sein kann, sollen knapp vier Euro gezahlt werden. Und wer einen  normalen Aufenthalt beabsichtigt, zahlt nun schon 7 Euro. Schwimmen gehen wird  endgültig zum besonderen Luxus.“
Auf Nachfrage, so die GöLinke, habe der Geschäftsführer der GöSF mitgeteilt, dass eine Nichterhöhung der  Preise möglich wäre, wenn die Zuschüsse der Stadt für die GöSF um 240.000 Euro  angehoben würden.“ Diese Forderung steht im Gegensatz zu den Gewinnrücklagen der GöSF. Offensichtlich besteht keine Klarheit über die angehäuften Gewinnrücklagen der GöSF einerseits und es gibt keine Diskussion über deren Verwendung. Bei einer Diskussion über Prioritäten könnte übrigens auch der Betrieb von Tennisanlagen durch die GöSF thematisiert werden, der weniger als Schwimmbäder zur kommunalen Daseinsvorsorge gehört.

 

Stausee / Baggersee


Ziegelsee (Grone) wurde trockengelegt!

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Rosdorfer Baggersee

Etwas weiter ausserhalb > Seeburger See Schwimmbadbetrieb im Natursee Seeburg

 

Freibäder der Stadt

Der Göttinger Schwimmbadbetriebe GOESF(Göttinger Sport- und Freizeit GmbH & Co. KG) ist ein städtischer Eigenbetrieb mit einer Bilanzsumme von 63 Mio Euro (2006). Er ist mit 3,8 % an E-On, beteiligt. GOESF betreibt die Göttinger Schwimmbäder, die Sportanlagen und das Badezentrum Eiswiese. (> Kritik an der GOESF weil hier durch die Auslagerung in eine Firma die Kontrolle über eine Bilanzsumme von 63 Millionen Euro den demokratische gewählten Instanzen entzogen wird.

Freibad Grone
Naturnahe Badelandschaft ohne Chlorbehandlung des Wassers . Mit Schilf-Wasser-Reinigungsanlage, Solarzellen auf dem Dach .

Freibad Weende
Am Weendespring 1, 37077 Gö. Becken für Schwimmer 50m Nichtschwimmerbecken Planschbecken, 80m lange Großwasserrutsche, 50 Jahre alt,

Freibad Brauweg
Brauweg 60, 37073 Gö. Schwimmerbecken mit 10m-Turm Zweites Schwimmerbecken 50m, 2 Nichtschwimmerbecken, Große Wasserrutsche. Schwimmbad ist 75 Jahre alt.

 

Rückblick 2002: Protest gegen Erhöhung der Schwimmbadpreise

BürgerInneninitiative 2002: Bei den Freizeit- und Breitensportlern sind es gerade Schüler, Studenten und Rentner, denen durch die steigenden Kosten das regelmäßige Ausüben der populären Freizeitsportart Schwimmen zu angemessenen Preisen unmöglich gemacht wird. Dieses Vorgehen ist zutiefst unsozial! Samstag den 2.2.02 war die "Bürgerinitiative Göttingen" mit einem Infostand am Marktplatz vor dem Alten Rathaus und sammelte Unterschriften gegen die Erhöhung der Schwimmbadpreise.

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