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Rosdorfer Baggersee

Bilder vom Baggersee
Gemeinnützige Aneignung gegen Besitzrechte
Gemeinschaftsaktion gegen Müll am Baggersee
Vorsicht beim Baden

> Ziegelsee (Grone) in der Nähe vom Baggersee

> Wendebachstausee
> Seeburger See
> Kinder im Schlammbad an Baggersee
> Unsoziale Schwimmbadpreise

Baggersee


Rosdorfer Baggersee im Oktober, Behördentitel: "Kiesteich Reinshof"

Der See hat wunderbares Wasser
Es gibt viele Nacktbadende
Der See ist bis zu 30 Meter tief , Vorsicht plötzliche Tiefen im Uferbereich
Es gibt immer noch keine Badeaufsicht
Es gibt immer noch keine Toiletten

Nicht mit Autos ans Seeufer fahren!
Müll in Säcke packen und wieder mitnehmen
Hunde in der Leine und nicht im See baden lassen
Kein Baden an der Nordseite, dort können Uferteile abbrechen Südseite ungefährlich.

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Schranken unmittelbar am See - Hier können Müllsäcke deponiert werden.

Die Schranken an den anderen vorgelagerten Zufahrten sind zu begrüßen, da sie Autos fernhalten.

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Autos an den vorgelagerten Straßen abstellen! Das Gebiet ist Wasserschutzgebiet und die Zufahrten sind für Kfz gesperrt - also die Durchfahrtsverbote beachten und an den ersten Schranken Autos parken bzw. noch besser: mit dem Fahrrad hinfahren.

Der Baggersee ist von Göttingen aus mit dem Rad erreichbar über den Kiessee weiter Richtung Rosdorf

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Der idyllische Anblick muß ergänzt werden um herumliegende Bierdosen, Hunde allerorten, Leute, die meinen sie müßten unbedingt mit Auto oder Motorrad direkt ans Wasser fahren und Angler, die den See gepachtet haben und sich über das Baden dort schwarzärgern, aber sonst ist es ganz schön :-)

Rund um den See sind Trampelpfade, die auf der Westseite langsam zuwachsen
Beliebte Badestelle - hier im Herbst

Beliebte Badestelle - hier im Herbst

 

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Hier eine Gruppe, die mit Stäben und Bällen jongliert.

 

 

Kurz und knapp unsere Meinung:
Seit über 25 Jahren duldet der Landkreis das Baden im Baggersee. Jetzt, wo Hilfe bei Sanitärmaßmahmen und Sicherheit gefordert wird, da kramt er plötzlich das Verbot vor und drückt sich mit windigen Ausflüchten vor der Verantwortung für mehr als 50.000 Badende im Jahr.
(Red. goest)

Der Landkreis bleibt stur - gegen die Interessen von tausenden Bürger*innen

18.5.16 / In einer Pressemitteilung droht der Landkreis wieder einmal zusammen mit der Polizei am Rosdorfer Baggersee ("Kiesteich Reinshof") die Einhaltung des Badeverbotes zu kontrollieren (und durchzusetzen?) . Und wird wie jedes Jahr im Sommer damit wieder scheitern, weil tausende Badende sich nicht darum scheren, dass der Landkreis ihnen das Baden verbieten will.
Nichts einzuwenden , vielmehr unterstützenswert ist die Ankündigung "Die Kontrollen von Landkreis und Polizei dienen dazu, widerrechtlichen Autoverkehr im Schutzgebiet zu unterbinden und Anhäufung von Müll, Grillgutresten und Leergut zu vermeiden."

5.6.15 / goest verfolgt die Problematik mit dem Müll am See bereits seit 2006 und mußte merkwürdige Erfahrungen mit der Beamtendenke in der Kreisverwaltung machen. Inzwischen zieht das Thema politische Kreise und dringt wohl langsam weiter ins Bewußtsein der Bürokratie.
Vor allem weil sich DieLinke und die Piraten des Themas angenommen haben - und zwar schon im Winter!
Kreistagsabgeordnete der Partei DieLinke und der Piratenpartei hatten im Kreistag sanitäre Anlagen und geregelte Abfallentsorgung am Rosdorfer Baggersee verlangt. Unter dem Arbeitstitel "Übernahme von Verantwortung für den Rosdorfer Baggersee" setzen sie für eine Verbesserung der nicht länger hinnehmbaren Zustände am See ein und beantragten schon zur Kreistagssitzung am 17. Dezember sanitäre Anlagen am Baggersee zu installieren und eine Abfallentsorgung einzurichten. Wie die Piraten berichten stellte die zuständige Kreisdezernentin Christel Wemheuer (Grüne) in der Kreistagssitzung vom 17. Dezember fest, dass der Rosdorfer Baggersee hauptsächlich von Badegästen aus Göttingen besucht wird und die Stadt sich daher an den Kosten für Toiletten beteiligen sollte. Passiert ist immer noch nix und jetzt beginnt der Sommer.

Am Ufer des Baggersees findet sich überall Müll in den Gebüschen. Darunter sind auch Schadstoffe, die bei Regen in den Boden geschwemmt werden. Alleine im zentral-östlichen Uferbereich beläuft sich das Abfallaufkommen auf 300 gelbe Säcke im Jahr. Fäkalien finden sich in der Erntezeit in den anliegenden landwirtschaftlichen Feldern, auch der See selbst ist an heißen Tagen deutlich sichtbar mit Fäkalien belastet. Umso schlimmer, dass aufgrund des Badeverbotes das Gewässer nicht vorschriftmäßig auf Fäkalienbelastung untersucht wird.
Trotz des offiziellen Badeverbotes liegt die Zahl der Badegäste am Rosdorfer Baggersee bei durchschnittlich etwa 80.000 im Jahr, also deutlich höher als in den Freibädern in Grone und Weende (Freibad Brauweg: etwa 110.000). Nach dem vorübergehenden Wegfall der Badeseefunktion des Wendebach-Stausees ist zu erwarten, dass die Badegastzahlen am Rosdorfer Baggersee 2015 noch weiter steigen.

 

Baggersee ist Badesee

Den Behörden mußte bewiesen werden, was jede/r vernünftige Mensch mit bloßem Auge erkennen könnte: Es wird massenhaft im Baggersee gebadet. Nun wird es schwer für die Behörden neue Ausflüchte zu finden um sich vor der Verantwortung für Hygiene und Sicherheit des Badesees zu drücken.


Beispiel aus der Fotodokumentation, Aufnahme Montag 3.8.2015 Nr. 82 von 15:46 Uhr mit 17 Badenden.

Die Piratenpartei dokumentiert über 800 Badende in weniger als 2 Stunden.
Text - Pressemitteilung der Piratenpartei vom 12.8.15 /
In einer aus 215 Einzelbildern bestehenden Fotodokumentation hat die Piratenpartei nachgewiesen, dass im Rosdorfer Baggersee am Sonntag den 2. August 2015 innerhalb von knapp zwei Stunden am Nachmittag mindestens 814 Personen im See gebadet haben. Allein in der Stunde zwischen 15:50 und 16:50 Uhr wurden 506 Badende fotografisch erfasst. Die Fotos entstanden im Südteil des Sees, wo nicht mehr gebaggert wird und ein Badeverbot nach Ansicht der Piraten unbegründet ist. Im Nordteil badeten gleichzeitig nur sehr wenige. Weitere Fotos vom Montag 3. August belegen, dass am noch wärmeren Folgetag sogar noch mehr Menschen im Wasser waren als am Sonntag. Die Dokumentation, in der jeder einzelne Schwimmer mit einer laufenden Nummer versehen wurde (Gesichter wurden geschwärzt), wurde dem Gesundheitsamt der Stadt Göttingen zugeleitet, ebenso der fachlichen Aufsichtsbehörde im Sozialministerium in Hannover.
Die 215 Bilder widerlegen die Behauptung des für den See zuständigen Göttinger Gesundheitsamtes, angesiedelt im städtischen Sozialdezernat unter der Leitung von Dagmar Schlapeit-Beck (SPD), am Baggersee würden die Menschen nur am Ufer liegen, sich sonnen und lesen, nicht jedoch ins Wasser gehen. "Die Darstellung des Gesundheitsamts, die vielen Menschen würden an heißen Sommertagen zu einem See fahren und dort dann nicht baden, ist nicht nur absurd, sondern auch mit ein paar Fotos sehr leicht widerlegbar", so Dr. Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Vorstands. "Wir fordern mehr Realitätsbezug in der Göttinger Verwaltung, und mit Nachdruck die Einhaltung der europäischen Hygienevorschriften". Nach § 1 der Niedersächsischen Badegewässerverordnung muss ein Badesee von den Behörden dann hygienisch überwacht werden, wenn die zuständige Behörde dort mit einer "großen Anzahl von Badenden rechnet" [1]. Laut Artikel 1 der EU-Badegewässerrichtlinie von 2006 steht dabei der gesundheitliche Schutz der Menschen im Vordergrund [2]. Die Landesverordnung schließt nicht ein, durch ein generelles Badeverbot, das sich nicht durchsetzen lässt, die vorgeschriebene Untersuchung zu umgehen. 500 Badende entspricht in etwa der Zahl derer, die am Seeburger See bei schönem Wetter pro Tag das Naturseefreibad besuchen - wobei auch von diesen nicht alle ins Wasser gehen. Der Seeburger See wird vom Göttinger Gesundheitsamt als ein Gewässer eingestuft, an dem mit einer großen Anzahl von Badenden gerechnet wird. Da am Rosdorfer Baggersee die Zahl 500 nachgewiesenermaßen bereits in einer einzigen Stunde erreicht wird, wäre dieser See schon erst recht als ein Badegewässer einzustufen. Die Fotodokumentation belegt außerdem, dass die bisherigen Schätzungen von etwa 80.000 Badegästen im Jahr, die auch von der Kreisverwaltung nicht angezweifelt worden waren, der Realität nahe kommen. Zwei der drei Göttinger Freibäder erreichen diese hohen Zahlen nicht. Völlig abwegig wäre der Gedanke, sich dort nicht um die Hygienevorschriften kümmern zu müssen.

[1] http://www.schure.de/28200/badegewvo.htm
[2] http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32006L0007:DE:NOT

Zur Fotodokumentation geht es hier:
2.8.2015 (215 Bilder, 83 MB): http://www.piratenpartei-goettingen.de/?p=13881
3.8.2015 (10 Bilder, 5 MB): http://www.piratenpartei-goettingen.de/?p=13882

 

Die Zielvorstellungen der Piraten sind / 30.8.16

- Aufhebung des Badeverbots im Südteil des Sees (muss haftungsrechtlich mit Fachjuristen abgesichert werden).
- Weiterhin kostenloses Baden - wie es schon seit Jahrzehnten praktiziert wird
- Mobile Toiletten (Kosten ca. 6.000 EUR/Jahr)
- Vorgeschriebene Hygieneuntersuchung für Badeseen (Kosten 300 EUR/Jahr)
- Info-Tafeln am See (Tiefenprofil, richtiges Verhalten beim Baden)
- Bessere Radweganbindung mit einer kleinen Brücke über die Rase
- Langfristig Ausweisung eines Teils als Naturschutzgebiet, der andere Teil bleibt Badesee
- Keine Parkplätze, keine Kioske, keine Badeaufsicht, keine Konkurrenz zu den Freibädern

Organisationsform: das rechtliche Konstrukt würde entweder wird ein Verein sein (etwa: Freunde des Baggersees e.V.) oder ein Zweckverband als Zusammenschluss öffentlicher Träger. Auch die Kostenträger für die Toiletten werden in solchen Verträgen  geregelt.

Zur Eigentumsfrage: Es ist allgemein bekannt, dass die Ländereien vor 470 Jahren enteignet wurden und heute von der Klosterkammer Hannover verwaltet werden, einer Landesbehörde. Wir widersprechen ausdrücklich der Aussage von Landrat Reuter (SPD), der Eigentümer sei gegen eine Aufhebung des Badeverbots und dem Landkreis seien daher die Hände gebunden. Diese Darstellung trifft nicht zu, es verhält sich genau anders herum. Der Eigentümer ist satzungsgemäß dem Gemeinwohl verpflichtet und wird seine Handlungsweise an den Maßgaben ausrichten, die der Landkreis vorgibt. Der Landkreis unter der Leitung des demokratisch gewählten Landrats entscheidet, wie mit dem See umgegangen wird.

Zu Gesprächen mit anderen Parteien heisst es:
Mit dem CDU-Landratskandidaten Prof. Ludwig Theuvsen haben wir Piraten mehrfach Gespräche geführt, zuletzt im Juni 2016, und uns auf diese Perspektiven geeinigt. Wir Piraten vertrauen darauf, dass die CDU sich an solche Absprachen hält.
Der Landratskandidat der Linken, Eckhard Fascher, unterstützt dieselben Zielsetzungen. Im Kreistag hat Fascher sich seit 2013 für Toiletten und einen Radweg eingesetzt.

 

Versuche 2013 / 14 / 15 der Vernunft zum Durchbruch zu verhelfen (noch ohne Erfolg)

22.7.13 / Kreistagsfraktion der Partei DieLinkefordert: Baden endlich als normal anerkennen
330 Anzeigen im Monat wegen Falschparkens am Baggersee in der Nähe des Ortes Rosdorf werfen die Frage nach den Gründen eines solchen Parkverhaltens auf. Offiziell ist der zur Kiesgewinnung genutzte See kein Naherholungsgebiet. Er wird jedoch seit mehr als dreißig Jahren von allen Bevölkerungsschichten als Badesee genutzt und auf einschlägigen Internetseiten als solcher aufgeführt. Eine ausreichende Zahl an Parkplätzen in der Nähe des Sees gibt es ebenso wenig wie Sanitäranlagen oder eine geregelte Müllentsorgung. Dies sind eigentlich unhaltbare Zustände. Die auslaufende Kiesgewinnung wird aber die Gelegenheit bieten, eine Umwandlung des Sees in ein Naherholungsgebiet vorzunehmen. Seitens der Links-Fraktion argumentiert man: „Statt sich nur über Falschparker zu ärgern, sollte die Kreisverwaltung lieber die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der See nach dem Auslaufen der Kiesgewinnung auch offiziell und ganz legal als Badesee genutzt werden kann.“

Anfrage Kreistagsfraktion Partei DieLinke(21.8.13 )
Sehr geehrter Herr Landrat, seit nunmehr über 35 Jahren wird am in der Nähe des Ortes Rosdorf gelegenen Baggersee von Seiten der Firma Oppermann Kies abgebaut. Gleichzeitig wird der See seit dieser Zeit als Badesee und Naherholungsgebiet genutzt, obwohl dort das Baden eigentlich verboten ist. Dies führt zu Problemen durch beispielsweise fehlende Sanitäranlagen, eine fehlende Müllentsorgung, eine zu geringe Zahl von Parkplätzen, verbunden mit einer fehlenden ÖPNV-Anbindung. Die Beendigung des Kiesabbaus würde die Gelegenheit bieten, das Gebiet zu einem offiziellen Naherholungsgebiet umzuwandeln, den Badebetrieb zu legalisieren und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Wir fragen die Verwaltung:
1. Welche Erkenntnisse besitzt die Verwaltung darüber, wann im Bereich des Baggersees der gegenwärtig stattfindende Kiesabbau beendet sein wird?
2. Welche Maßnahmen plant die Verwaltung nach Beendigung des Kiesabbaus? Ist die Umwandlung in ein Naherholungsgebiet und offiziellen Badesee geplant? Falls dies der Fall ist: Wie sehen die konkreten Planungen aus? Mit freundlichen Grüßen Dr. Eckhard Fascher

Antwort des Landrats (26.8.13)
Der Firma August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs GmbH Kies wurde Ende der 1960er Jahre die Genehmigung erteilt, in der Gemarkung Reinshof Kies abzubauen und ein Gewässer III.Ordnung durch Kiesabbau herzustellen. Letzmaligh wurde die Genehmigung aufgrund von Anpasssungen mit dem änderungsbescheid vom 17.7.02 neu gefasst.
Zu 1. Die Genehmigung für den KIiesabbau ist unbefristet erteilt. nach Beginn der Abbautätigkeiten vor über 40 Jahren kann aktuell davon ausgegangen werden, dass gut die Hälfte des genehmigten Abbaus erfolgt ist.. Entsprechend der jeweiligen Konjunkturlage kann davon ausgegangen werden, dass der Abbau noch 25 bis 50 Jahre währt.
zu 2. Die Durchführung von landschaftspflegerischen Maßnahmen zum Ausgleich des durch den Abbau erfolgten Eingriffs ist natrürlich ein wesentliches Rekultivierungsziel. Die bei Nassabbauten häufig auftretende Folgenutzung "Erholung" ist zum Schutz des Grundwassers sowie der Sicherung des Rekultivierungszieles soweit wie möglich zu beschränken. Die vorhandenen Zufahrten zum Abbaugelände (B 27, Rosdorf, Niedernjesa) sind daher außerhalb der Betriebszeiten durch Schranken zu versperrren.
Der westliche Uferbereich soll als Ruhezone für die dort lebenden Pflanzenarten ungestört bleiben. Deshalb ist er in einer für die Freizeitgestaltung unattraktiven Weise zu gestalten. Für die an den See angrenzenden Bereiche sind Gehölzpflanzungen vorgesehen.
Unabhängig dieser naturschutzfachlichen Anwendung der Eingriffsregelung wurde im Zuge der Genehmigung er Abbautätigeit auch über eine Folgenutzung insbesondere im Bereich der Naherholung nachgedacht. Bereits damals fand sich keine Institution/Kommune, die bereitgewesen wäre, eine derartige Nutzung zu realisieren und dauerhaft zu unterhalten. Die Umwandlung des Abbaugebietes in ein Naherholungsgebiet einschl. Badegewässer ist zur Zeit, vor dem Hintergrund der damit verbundenen notwendigen Investitionen und Unterhaltungsaufwendungen, nicht geplant.

Sanitäre Anlagen und geregelte Abfallentsorgung gefordert 8.12.14
Fraktion der Partei DieLinke im Kreistag und der Kreistagsabgeordnete Andreas Schelper der Piraten beantragen sanitäre Anlagen und geregelte Abfallentsorgung am Rosdorfer Baggersee
Unter dem Arbeitstitel "Übernahme von Verantwortung für den Rosdorfer Baggersee" setzen sie sich gemeinsam für eine Verbesserung der nicht länger hinnehmbaren Zustände am See ein und beantragen zur Kreistagssitzung am 17. Dezember sanitäre Anlagen am Baggersee zu installieren und eine Abfallentsorgung einzurichten. Am Ufer des Baggersees findet sich überall Müll in den Gebüschen. Darunter sind auch Schadstoffe, die bei Regen in den Boden geschwemmt werden. Alleine im zentral-östlichen Uferbereich beläuft sich das Abfallaufkommen auf 300 gelbe Säcke im Jahr. Fäkalien finden sich in der Erntezeit in den anliegenden landwirtschaftlichen Feldern, auch der See selbst ist an heißen Tagen deutlich sichtbar mit Fäkalien belastet. Umso schlimmer, dass aufgrund des Badeverbotes das Gewässer nicht vorschriftmäßig auf Fäkalienbelastung untersucht wird. Trotz des offiziellen Badeverbotes liegt die Zahl der Badegäste am Rosdorfer Baggersee bei durchschnittlich etwa 80.000 im Jahr, also deutlich höher als in den Freibädern in Grone und Weende (Freibad Brauweg: etwa 110.000). Nach dem vorübergehenden Wegfall der Badeseefunktion des Wendebach-Stausees ist zu erwarten, dass die Badegastzahlen am Rosdorfer Baggersee 2015 noch weiter steigen. „In der Nähe von Braunschweig gibt es den vergleichbaren Bienroder See, wo das Baden ebenfalls verboten ist und es jahrzehntelang aufgrund des hohen Badegastaufkommens Probleme mit Fäkalien und Bergen von Abfall am Ufer gab. Hier haben die Behörden 2014 trotz des weiterhin bestehenden Badeverbotes Toiletten aufgestellt und eine geregelte Abfallentsorgung eingerichtet. Dies ist ein Vorbild für uns.“ „Europa hat Umwelt- und Hygienestandards. Diese sind auch in Niedersachsen einzuhalten. Es geht um den Schutz der Umwelt und um die Gesundheit von Menschen.“


Einwohner pro Badesee im Raum Göttingen Schlußlicht
Piratenpartei Kreisverband am 20.12.14
. « Im Landkreis Göttingen kommen mit dem Seeburger See 250.000 Einwohner auf einen einzigen offiziellen Badesee. Damit liegt Göttingen unter den über 40 Landkreisen Niedersachsens mit großem Abstand an allerletzter Stelle, nirgendwo anders teilen sich mehr Einwohner einen Badesee (vorletzte Position: Landkreis Hameln mit 144.000). Der Durchschnitt in Niedersachsen liegt bei 33.000. Mit einem weiteren offiziellen Badesee wäre die Versorgung der Göttinger Bevölkerung mit Badegelegenheiten deutlich verbessert. Darüber hinaus stimmt die Piratenpartei ausdrücklich der zuständigen Kreisdezernentin Christel Wemheuer zu, die in der Kreistagssitzung vom 17. Dezember feststellte, dass der Rosdorfer Baggersee hauptsächlich von Badegästen aus Göttingen besucht wird und die Stadt sich daher an den Kosten für Toiletten beteiligen sollte. Knapp 80 % der jährlich 80.000 Badegäste kommen mit dem Fahrrad zum Baggersee, die meisten davon aus der Stadt. Der See liegt auf Friedländer Gebiet, wird aber nur von wenigen Friedländern besucht. Die Kosten sind daher anders zu verteilen, sinnvollerweise nach der Herkunft der steuerzahlenden Badegäste.

Entscheidung im Kreistag
Linke und Piraten fordern Hygienemaßnahmen
am Baggersee

April 2015/ Der Antrag zur Bereitstellung von Toiletten und zur Müllentsorgung wurde im Kreistag am 29.4.15 erneut abgelehnt. Danach hiess es in einer Pressemitteilung von Linke und Piraten:
Erstmals seit 1969 wurde von Seiten der Verwaltung der Name des Rosdorfer Baggersees offiziell anerkannt und erstmals die verbleibende Kiesabbauperiode präzise mit 20 Jahren angegeben. Der Badebetrieb wurde als real existent beschrieben und die Müllmenge realistisch beziffert. Allerdings trifft die Beschreibung der Gegebenheiten für den Südteil des Baggersees nicht zu. Der Südteil ist kein Betriebsgelände, weil dort keine Betriebsanlagen mehr sind, baggern ist dort inzwischen nicht mehr erlaubt." "Es handelt sich bei den dortigen Liegewiesen um die freie Landschaft, die von allen betreten werden kann","Auch der Schilfgürtel ist nicht geschlossen, dazwischen gibt es seit jeher freie Badestellen." Wenn alle Kiesseen lebensgefährlich wären, wie von der Mehrheitsgruppe behauptet, dann wären nicht 70 % der 192 niedersächsischen Badeseen ehemalige Baggerseen. Von diesen sind nur etwa die Hälfte mit einer Aufsicht versehen*. Für die Zukunft werden Linke und Piraten weiter die Einhaltung der europaweit geltenden Umwelt- und Hygienestandards einfordern. Es kann nicht die Aufgabe der Angler sein, in der Saison 4-5 Tonnen Müll von 80.000 Badegästen einzusammeln. Solche Mengen liegen jenseits der Zumutbarkeitsgrenze. Im Hinblick auf die langfristige Nutzung des Baggersees nach Beendigung des Kiesabbaus in etwa 20 Jahren unterstützen Linke und Piraten die Anregung der Freien Wähler sich bereits jetzt darüber Gedanken zu machen, wie dieser See später genutzt werden könnte. Eine Nutzung als hauptsächlich mit dem Fahrrad zu erreichender Naturbadesee wäre in einem Teilgebiet sinnvoll, ein anderer Teil ließe sich als Naturschutzgebiet abgrenzen. Neue Parkplätze wären nicht Teil dieser Vision.

 

Ergebnis aller vernünftigen Versuche:
Landkreis-Bürokratie will Badeverbot am Rosdorfer Baggersee durchsetzen

Statt Toiletten und Müllcontainer aufzustellen, will der Landkreis die Probleme am Baggersee mit Polizeimaßnahmen bekämpfen. Die unsinnige Denkweise des Landkreises gegen die Realität von 80.000 BadebesucherInnen pro Saison lautet: Baden verboten, Müll verboten - also muss auch nichts für Hygienemaßnahmen und Sicherheit gemacht werden . Ziel der Landkreisverwaltung bzgl. Baggersee ist "Soweit wie möglich beschränken und für Freizeit unattraktiv gestalten" 17.6.15

Pressemitteilung des Landkreises am 17. Juni 2015
Den Baggersee nennt die Landkreisverwaltung "Kiesteich":

Der Kiesteich Reinshof liegt in der Zone III A des mit Verordnung vom 09.06.1990 zum Schutz der Wassergewinnungsanlage Stegemühle der Stadtwerke Göttingen festgesetzten Wasserschutzgebietes. Ziel einer derartigen Verordnung ist es, im Interesse der öffentlichen Wasserversorgung diese vor nachteiligen Einwirkungen zu schützen. Der Kiesteich ist kein ausgewiesenes und zugelassenes Badegewässer. Das Baden in dem Gewässer ist verboten. Untersuchungen der Wasserqualität finden nicht statt. Die Zufahrtswege sind für das Befahren mit Kraftfahrzeugen durch entsprechende Beschilderungen ausdrücklich gesperrt. Es ist in den vergangenen Jahren leider immer wieder festzustellen, dass trotz des Verbots diese Wege im Wasserschutzgebiet häufig von Kraftfahrzeugen befahren werden und dass das Gelände um den Kiesteich herum teilweise von wilden Müllablagerungen gekennzeichnet ist. Der Landkreis Göttingen und die Polizei werden daher, wie in der Vergangenheit, verstärkt Kontrollen durchführen, um das widerrechtliche Befahren der Zufahrtswege im Wasserschutzgebiet mit Kraftfahrzeugen zu ahnden. Es wird nicht hingenommen, dass im Wasserschutzgebiet trotz des Verbots Autoverkehr stattfindet und es zu einer Anhäufung von Grillgutresten, Leergut und ungenehmigten Campingplätzen kommt. Ab kommendem Wochenende werden daher entsprechende regelmäßige Kontrollen vorgenommen.

Wie sich in Jahrzehnten der Vergangenheit gezeigt hat ist das Badeverbot weder ausreichend begründet noch durchsetzbar. Es wäre also ein Gebot der Vernunft, einen geregelten Badebetrieb mit (DLRG)-Aufsicht anzustreben. 18.6.15

 

Schon 2006 / 2010 aufgefallen
Der Müll, der See und merkwürdige Beamtenlogik


Zurückgelassener Müll am Baggersee ...

2006: goest rief dazu auf, den Baggersee sauber zu halten:
Abfall immer in Müllsäcke packen und an der Schranke ablegen, damit diese von dort abtransportiert werden können

Vielleicht auch mal einen Müllsack zum Weitergeben mitzunehmen, um ihn den Leuten die rummüllen in die Hand zu drücken.

Also nochmal: Müll in Müllsäcke und wegbringen!

4.7.06 / 6.7.2010 / Bereits 2005 fragte jemand im GOEST-Forum "Gibt's Leute, die bereit wären bei einer Müllsammelaktion am Rosdorfer Baggersee mitzumachen? Falls ja, bitte hier posten, um ggf. einen Termin etc. zu vereinbaren." und es antwortete jemand "Gute Idee, weil mir der See gefällt, würde ich mitmachen." Am 4.7.06 kam jemand auf diese Bemerkung zurück und schrieb: "Ich weiss nicht, ob es zu der Good-Will Aktion gekommen ist im letzten Jahr, aber der See sieht aktuell aus wie eine Müllhalde. Traurig, dass es Menschen nicht selbstorganisiert hinkriegen, einen netten Ort als solchen zu erhalten. Aber nicht nur meckern, was kann mensch tun? Vielleicht Müllsäcke auslegen am zentralen Ort? Mit Aufklebern aufmerksam machen? Und vor allem auch fremden Müll auf dem Rückweg mitnehmen? Vielleicht gibt´s ja noch Ideen. Rückmeldungen wären toll! "

Seitens der GOEST-Redaktion haben wir diese Idee aufgenommen, bei der Stadtreinigung Göttingen angerufen und gefragt, ob sie eine solche Aktion unterstützen würden, schließlich ergäben sich bei diesen Temperaturen auch Gesundheitsgefährdungen wenn der Müll da länger rumliegt. Wir möchten dazu aufrufen, dass die Baggersee-BesucherInnen Müllsäcke mitnehmen, Müll einsammeln und vorne an der Schranke zum Abholen deponieren. Die Müllabfuhr sollte dann aber diese Eigeninitiativen unterstützen und die Säcke abholen. Auf unsere Anfrage erreichte uns am selben Tag eine Mail mit folgendem Inhalt: "Sehr geehrte Damen und Herren, selbstverständlich werden wir die Person bei ihrer Reinigung des Kiessee-Umfeldes unterstützen. Wir können Abfallsäcke zur Verfügung stellen und würden die gesammelten Abfälle natürlich an vereinbarten Stellen abholen. (..)."
Kurz darauf jedoch eine zweite Mail in der es hieß: "Sehr geehrte Damen und Herren, leider ist uns bei der Weiterleitung der telefonischen Anfrage zu spät aufgefallen, das es sich nicht um den Göttingen Kiessee, sondern um den Rosdorfer Baggersee handelt. Dort können wir leider nicht unterstützend tätig werden, da wir im Landkreis keine Berechtigung zur Abfuhr von Abfällen besitzen. Mit freundlichen Grüßen "

Bürokratisch lebensferne Beamtendenke im Landkreis

Also haben wir uns an den Landkreis gewendet: Da erklärte man sich bei einem netten Telefonat dazu bereit, den Müll abzutransportieren, wenn er in Säcken an der Schranke am See abgestellt wird. Wir dachten: prima, da gibts noch einsichtige Menschen und es könne also beim Vorschlag bleiben, Badende sollten Müllsäcke mitnehmen, einsammeln und an den Schranken ablegen - jetzt müssten die Leute nur ein wenig mithelfen.

Aber das wär zu schön gewesen, wenn es tatsächlich so geworden wäre.
Später meldete sich ein Mitarbeiter des Landkreises und dementierte schriftlich jegliche Zusage.

Seine beamtenmäßige Argumentation war folgende: Erstens sei es ja verboten, da zu baden , also dürften gar keine Abfälle entstehen. Und zweitens - sollte sich doch jemand dort aufhalten sei es auch verboten Abfälle wegzuwerfen. Deshalb sei es auch völlig unnötig, die vorgeschlagenen Maßnahmen vorzunehmen. Wir meinen: Blöder gehts nicht!



Gemeinnützige Aneignung gegen Besitzrechte

Baggersee: "Gemeingebrauch" sollte "Abwehrrechte der Eigentümer beschränken"
Die noch ehemalige Chefredakteurin des GT (die vermutlich noch nie im Baggersee gebadet hat) meinte am 16.8.14 in ihrer Glossen-Kolumne, die Befürworter einer öffentlichen Regelung am Baggersee würden das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Privateigentum in Frage stellen.
Daraufhin brachte die Piratenpartei ein paar hilfreiche Hinweise gegen diese Meinung:
Piratenpartei am 20.8.14 / Vertreter der Piratenpartei im Kreistag weisen darauf hin, dass es sich beim Rosdorfer Baggersees nicht um ein herkömmliches Privatgelände handele, "sondern um Eigentum des Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds, AHK, einer Siftung öffentlichen Rechts." Elisabeth von Calenberg habe "vor 470 Jahren das Augustinerinnen-Kloster in Weende - und damit das Gelände des heutigen Baggersees - im Zuge der Reformation enteignete und es ihrem Herzogtum einverleibt(e). Heute wird das Grundstück von der Klosterkammer Hannover verwaltet, einer öffentlichen Landesbehörde. Unbenommen von der Frage der konkreten Eigentumsverhältnisse ist es auch hilfreich, die Rechtslagen in anderen Bundesländern zu recherchieren, die der Logik der Kolumnistin folgend alle grundgesetzwidrig sein müssten: So regelt etwa Bayern in Art. 18 des Bayerischen Wassergesetzes (BayWG): »Jedermann darf ... oberirdische Gewässer zum Baden, Waschen, ... benutzen«. Dieser "Gemeingebrauch" beschränkt ausdrücklich die Abwehrrechte des Eigentümers, der diesen Gemeingebrauch nicht verweigern darf. Auch wenn in Niedersachsen ein derartiges Recht derzeit nur für fließende Gewässer (§ 32 Niedersächsisches Wassergesetz NWG) existiert: Angesicht der Sach- wie auch der Rechtslage kann der Vorwurf, der Antrag liefe »dem Grundgesetz diametral zuwider«, nur als abwegig bezeichnet werden.(...) Der See hat mehrere Tausend Badegäste im Jahr; Müllentsorgung, Natur- und Landschaftsschutz sind Aufgaben der öffentlichen Hand und Toiletten sind in der kleinsten Gaststätte vorgeschrieben. Wir werden uns weiterhin für geordnete Verhältnisse und Einhaltung üblicher Umwelt- und Hygienestandards am Baggersee einsetzen.

bagger5.jpg (14406 Byte)Der Pfahl mit dem Hinweis: "Baden verboten"

Am Rosdorfer Baggersee wird immer noch durch die August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs GmbH Kies rausgebaggert. Der Baggersee liegt auf einem Pachtgelände der Klosterkammer Hannover die Grundstücke der Kirche verwaltet. "Das von der Klosterkammer verwaltete Stiftungsvermögen steht für die Stiftungszwecke "Kirche", "Schule" und "milde Zwecke aller Art". Damit leistet es einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt." Die Klosterkammer könnte hier gemäß ihrer Satzung zum Zwecke des Gemeinnutzes aktiv werden.


Es wurde sogar schon einmal versucht, durch die Bepflanzung mit Dornenhecken und dem Verspannen von Stacheldraht vor der Badesaison Fakten zu schaffen und den Zugang zum See zu verhindern. Aber die Seeliebhaber schafften ebenso Fakten und rissen den ganzen Kram wieder weg. Mit freundlicher Genehmigung des Autors sei hier an diese Geschichte von 1991 erinnert:

Aus Göttinger Drucksache Nr. 20, 25.4.1991

Stacheldraht und Dornenhecken am Rosdorfer Kiessee

"Die nächste Badesaison am Rosdorfer Baggersee dürfte für viele mit einer Überraschung verbunden sein. - Denn ausgerechnet auf den Liegewiesen am Seeufer wurden zwischenzeitlich ca. 2000 Dornensträucher - gepflanzt. Auch wurden dort dutzende von Eisenstangen in den Boden gerammt und mit Stacheldraht verbunden, sodass die Dornensträucher parzellenmäßig mit Stacheldraht eingezäunt sind.
Die Drucksachen-Redaktion hatte von diesem Vorgang erfahren und sogleich eine Ortsbesichtigung durchgeführt. Es wurde offensichtlich ganz gezielt an den Stellen der Zugang zum Wasser versperrt, wo Gras wächst und Liegemöglichkeiten sind. Das ganze sieht nach einem barbarischen Akt zum Zwecke der Zerstörung eines Erholungsgebietes aus. Nach unseren bisherigen Recherchen ist für diese Maßnahmen ein Anglerverein verantwortlich, der den Rosdorf er Baggersee fürs Angeln gepachtet hat und nun meint, er könne sich über die Interessen all derjeniger hinwegsetzen, die hier im Sommer baden wollen. Weil klar war, dass sich die Leute nicht durch eine Schild mit der Aufschrift ,,Baden verboten" abhalten lassen, wurde zu Dornenhecken und Stacheldraht gegriffen.Und alles nur, damit die Angler den Fischen dort seelenruhig einen Haken in die Backe reißen können.

Bei der Ortsbesichtigung konnten wir allerdings auch feststellen, dass inzwischen ca. 100 Dornen-sträucher schon wieder aus dem Boden herausgezogen worden sind und nun dort vertrocknen. An mehreren Stellen ist auch der Stacheldraht bereits wieder entfernt worden. Bei den Eisenstangen hatten es die anonymen "LandschaftsgärtnerInnen" wohl schwerer, weil die ziemlich fest im Boden sitzen; so lag lediglich eine der Stacheldrahthaltestangen flach. Offensichtlich haben einige Leute aus Empörung über die Behinderung bzw. Verhinderung zukünftiger Badefreuden zur Selbsthilfe gegriffen, um wenigstens an einigen Stellen den Zugang zum Wasser freizuhalten. Dies konnte ihnen sicher nur deshalb gelingen, weil die Dornensträucher noch relativ klein sind und noch nicht zu einem dichten Gestrüpp zusammengewachsen sind. Wenn die Sträucher erst einmal soweit kommen sollten, dann würden die Liegewiesen und Uferzugänge wohl auf lange Zeit durch Dornen und Stacheldrahtgestrüpp unbrauchbar qemacht und der Zugang zum Wasser bleibe versperrt."

Einsamer Angler am Rosdorfer Baggersee Oktober 2005

Keine Badende stört den Angler um diese Zeit

Daraufhin ein Leserbrief in Göttinger Drucksache Nr. 20 25.4.1991

"Leserlnnenbrief / Hey Leute? Ihr habt Anfang April von der Entpflanzungsaktion am Rosdorfer Baggersee berichtet. Leider waren Eure Recherchen dazu äußerst luschig = schlampig. Richtig ist, dass AnglerInnen, genauer gesagt der "Sport- und Angelverein Göttingen" das dornige Gestrüpp da gepflanzt haben. Deswegen sollten sie noch lange nicht Zielscheibe unseres Zornes sein, denn sie sind durch ihren Pachtvertrag zum Pflanzen verpflichtet. Das Grünzeug bekommen sie vom Verpächter gestellt, der ist durch einen Rekultivierungsplan - welcher beim Landkreis liegt - dazu verpflichtet. Interessant dabei: sowohl AnglerInnen als auch der Kiesgrubenpächter finden den Badebetrieb prinzipiell in Ordnung. dass die eine oder andere Anglerin vielleicht doch mit Laune die Liegewieseverhinderungspflanzen setzt, könnte daran liegen, dass der Angelverein jeden Herbst den Seerand saubermacht und säckeweise Badegästemüll abtransportiert. Und Syphschweine am See gehn mir genauso auf'n Senkel wie die Hundemeuten oder die Breitärsche, die mit ihrem Auto direkt ans Wasser fahren. Kurzum: Anglerlnnen und Kiesgrubenpächter sind keine GegnerInnen, sondern eher Verbündete, wenn's darum geht, da noch weiter baden zu dürfen. dass sie von sich aus nix unternehmen, ist aufgrund ihrer Interessenlage klar, das müssen wir Badehonks (was iss das nu' wieder? fragt sich die Setzerin) schon selber geregelt kriegen. So'ne Entpflanzungsaktion ist dazu ,n wichtiger Schritt, die Berichterstattung darüber ebenso, bloß sollte sie korrekt sein, sonst kann sie nach hinten losgehen. Der Baggersee liegt übrigens auf ,nem Flurstuck mit dem schönen Namen ,,Himmelsreich"; laßt uns paradiesische Zustände schaffen."

Auch wichtig: Vorsicht beim Baden !

8.5.08 / Polizeibericht,der den See einen "Teich" nennt:
"Beim Baden in einem Kiesteich bei Rosdorf (Kreis Göttingen) ist am Donnerstagabend (08.05.08) gegen 17.50 Uhr ein Mann aus Göttingen vermutlich tödlich verunglückt. Wie ein 18 Jahre alter Zeuge gegenüber der Polizei angab, ging der Göttinger kurz hinter ihm an der Westseite des Sees ins Wasser. Nach rund zehn Meter ging der Mann plötzlich aus noch unbekannten Gründen unter. Der 18-Jährige versuchte noch vergeblich, den Schwimmer zu finden. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Suchaktion wurde der Mann gegen 19.20 Uhr von einem Taucher der Freiwilligen Feuerwehr Northeim in rund zehn Metern Tiefe entdeckt und geborgen. Ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Der Leichnam wurde von der Polizei beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern an."

In den Nachrichten des Stadtradio hieß es: "Nach Informationen der Kreisfeuerwehr befanden sich unter den persönlichen Gegenständen des Mannes am Ufer unter anderem mehrere Flaschen Bier." Bei der Angabe des Radios, dass das Wasser 8 Grad kalt sei hat man sich aber wohl vertan - eher dürfte es 17 oder 18 Grad habe. Sollten die übrigen Angaben stimmen (an anderer Stelle hieß es, die Meldung von leeren Bierflaschen könne nicht bestätigt werden) dann deuten sie auf ein Kreislaufversagen infolge der Kombination von Alkohol und Kälteschock hin. Alkohol weitet die Blutgefäße so dass es bei relativ niedrigen Wassertemperaturen z.B schon bei 20 Grad zu einem Kälteschock mit Herzstillstand kommen kann (>> mehr Infos). Die Berichte machen auch deutlich, dass an einigen Stellen das Ufer steil abfällt und der See schon nach kurzer Entfernung 10 Meter tief ist.