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Frauenhaus                                     

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Förderverein Frauenhaus Göttingen e.V.
Göttinger Frauenhaus / Auszüge aus der Konzeption

Ausstellung des Frauenhauses zu Gewalt gegen Frauen
Sorge- und Umgangsrecht bei häuslicher Gewalt
Kampagne: Kein "Sorgerecht" für Gewalttäter
25 Jahre Frauenhaus Göttingen 15.9.-11.10.05

 

Bilderausstellung "Flucht und Ankommen"

Weststadtzentrum Pfalz-Grona-Breite 84,
Eröffnung am 24.11.16, 14 Uhr
Ehemalige Bewohnerinnen zeigen in Bildern ihr persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Ankommen.


Ausschnitt des Flyers

Veranstalterinnentext:
"Flucht und Ankommen"
So lautet das Motto der diesjährigen Bilderausstellung, die das Frauenhaus Göttingen im Weststadtzentrum zum Internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" zeigt. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen haben ehemalige Bewohnerinnen des Frauenhauses sich intensiv mit dem Thema "Flucht und Ankommen" auseinandergesetzt. Flucht vor häuslicher Gewalt, Flucht vor Gewalt in Form von Krieg und Zerstörung. Welche Gefühle, Ängste und Hoffnungen sind damit verbunden. Wie bin ich mit Enttäuschungen umgegangen, was hat mir geholfen, mich nach meiner Flucht im Frauenhaus willkommen zu fühlen. Und wie bin ich angekommen, jetzt in meinem neuen Leben.

Wir freuen uns, Sie am 24.11.2016 um 14.00 Uhr im Weststadtzentrum, Pfalz-Grona-Breite 84 begrüßen zu können.

Die Ausstellung ist bis Ende Januar 2017 zu den Öffnungszeiten des Weststadtzentrums von montags bis donnerstags 9.00 - 17.00 Uhr und freitags 9.00 - 13.00 Uhr zu sehen.

Das Frauenhaus Göttingen ist ein anonymer Zufluchtsort und bietet seit über 35 Jahren gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern vorübergehende Wohnmöglichkeit, Beratung und Unterstützung. Die Lösung aus einer gewaltgeprägten Beziehung und die Verarbeitung der oft traumatischen Gewalt- und Fluchterfahrungen sind Prozesse die Zeit brauchen und professionelle Begleitung benötigen. Darüber hinaus leisten wir Mitarbeiterinnen Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema häusliche Gewalt. Ein Baustein dieser wichtigen Arbeit ist das jährlich stattfindende Kunstprojekt. Hier finden vor allem auch Frauen mit Migrationshintergrund geeignete Möglichkeiten, sich auszudrücken, Kontakte zu knüpfen und sich somit leichter gesellschaftlich zu integrieren. Das Malen der Bilder wird für sie zu einer positiven Erfahrung ihrer produktiven Kraft. Besonders Frauen mit traumatischen Erlebnissen aufgrund von Gewalt und Flucht erobern sich darüber ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und Stabilität zurück.

Mit der feierlichen Eröffnung der Bilderausstellung durch Christine Müller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göttingen, und der Herausgabe eines Kalenders mit den schönsten Bildern der Ausstellung präsentieren wir uns der Öffentlichkeit. Zu Kaffee und Kuchen und einer Führung durch die Ausstellung unter fachkundiger Anleitung von Lilly Stehling sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

 

Förderverein Frauenhaus Göttingen e.V.

20.3.06 / Seit 25 Jahren bietet das Frauenhaus Göttingen gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern Zuflucht, Beratung und Information. Jedes Jahr suchen etwa hundert Frauen mit fast ebenso vielen Kindern Schutz im Frauenhaus. Noch im Jubiläumsjahr 2005 wurde der Förderverein Frauenhaus Göttingen e.V. gegründet. Er hat das Ziel, die Aufklärung und Prävention zu Gewalt gegen Frauen zu unterstützen und die Arbeit des Frauenhauses zu fördern.

Göttinger Frauenhaus / Auszüge aus der Konzeption

Die Notwendigkeit von Frauenhäusern ergibt sich aus der Tatsache, dass fast 1/5 aller Frauen innerhalb der Familie bzw. Partnerschaft zum Opfer körperlicher, seelischer und/oder sexualisierter Gewalt wird. Sie werden geschlagen, gequält, entmündigt, eingesperrt, vergewaltigt, in ihrem Leben bedroht.... Den Misshandler zu verlassen, erfordert sehr viel Stärke und Mut, denn die strukturell angelegte finanzielle Abhängigkeit der Frau und die gesellschaftlich erwartete Pflichterfüllung der Familie gegenüber halten viele Frauen lange in der Gewaltsituation gefangen. Gewalt gegen Frauen ist nicht nur das individuelle Problem der misshandelten Frauen sondern das Problem einer Gesellschaft, die diese Gewalt duldet. Deshalb müssen Schutzmöglichkeiten und Hilfsangebote für die von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder bereitgestellt und auch vom Staat finanziert werden.
Eine Betreuung und Beratung dieser Frauen und Kinder wird seit über 25 Jahren von Frauenhäusern und anderen frauenspezifischen Beratungsstellen geleistet. Als notwendiger Bestandteil gehört dazu die präventive Arbeit / Öffentlichkeitsarbeit. Frauenhäuser stellen für viele Frauen die einzige und letzte Möglichkeit dar, aus einer gewalttätigen Beziehung auszubrechen. Damit nehmen die ca. 43o Frauenhäuser in Deutschland heute in der Struktur der psychosozialen Versorgung einen unverzichtbaren Platz ein.

Das Göttinger Frauenhaus steht allen Frauen offen, die sich in einer Gewaltsituation befinden und einen Ausweg aus dieser Gewalt suchen, unabhängig davon, ob es sich um körperliche, seelische und/oder sexualisierte Gewalt handelt. Das Frauenhaus ist zu jeder Tages- und Nachtzeit für hilfesuchende Frauen erreichbar (nachts über Polizei) und bietet ihnen Zuflucht und Unterkunft. Darüber hinaus finden Frauen hier vielschichtige professionelle Hilfe, die individuell auf ihre jeweilige Lebenssituation zugeschnitten ist. Sie werden bei psychischen, physischen, sozialen und rechtlichen Problemen beraten, fachkundig weitervermittelt und praktisch unterstützt, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Sie werden darin bestärkt, ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen und ihren Handlungsspielraum zu erweitern.
Jedes Frauenhaus ist auch ein Kinderhaus, und Kinder im Frauenhaus sind Kinder mit Gewalterfahrungen. Sie sind in einer Atmosphäre der Gewalt aufgewachsen, sind ZeugInnen der brutalen Übergriffe auf ihre Mütter geworden, und oft sind sie selbst Opfer körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt. Die Gewalterfahrungen sind prägend für ihr weiteres Leben. Kinder sind in der Gewalthierarchie das schwächste Glied und haben kaum Möglichkeiten, sich selbst aus der Situation zu befreien. Sie sind auf besondere und fachkundige Unterstützung angewiesen. Darüber hinaus haben die Kinder sich nicht selber entschieden ins Frauenhaus zu gehen und reagieren oft mit Abwehr auf die neue Situation. Sie haben ambivalente oder positive Gefühle dem Vater gegenüber, müssen sich in einer neuen Umgebung mit unbekannten Wohn- und Umgangsformen zurechtfinden, die Schule oder den Kindergarten wechseln, sich von ihren FreundInnen trennen und meist unvorbereitet ihre vertraute Umgebung verlassen. Kinder von MirgrantInnen sind zusätzlich mit dem Gefühl der doppelten Fremdheit konfrontiert. Mädchen und Jungen, die ins Frauenhaus ziehen, befinden sich in jedem Fall in einer krisenhaften Situation und brauchen eine eigene, parteiliche Unterstützung.

Für Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen, die mit Gewalt an Frauen und Kindern konfrontiert sind, gibt es das Beratungsangebot der Außenstelle. Sie ist ein öffentlich zugänglicher Raum für ambulante Beratungen, diverse Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Informationsgespräche. Die Außenstelle ist aber auch eine Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen, die Unterstützung suchen, sich aber zunächst nur über das Frauenhaus informieren wollen. Darüberhinaus steht sie ehemaligen FrauenhausbewohnerInnen als Treffpunkt zur Verfügung und denjenigen, die nachsorgend betreut werden möchten. Sowohl für die Unterstützung betroffener Frauen als auch für eine effektive Öffentlichkeitsarbeit ist eine breite Vernetzung und die Bereitschaft zur Kooperation mit den unterschiedlichsten Einrichtungen unverzichtbar. Eine besonders enge Zusammenarbeit besteht mit dem Frauen-Notruf.
Als Teil der autonomen Frauenbewegung arbeitet das Frauenhaus Göttingen eng mit anderen Frauenprojekten zusammen, sowohl regional als auch bundesweit. Auf regionaler Ebene kooperiert das Frauenhaus mit allen Einrichtungen, die potentiell mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern zu tun haben. Es ist vertreten im Frauenprojekteplenum und verschiedenen anderen Gremien in Göttingen.
Das Frauenhaus Göttingen steht in der Tradition der Frauenbewegung - insbesondere der Frauenhausbewegung - und wird von einem autonom feministischen Selbstverständnis begleitet. Es bietet pädagogisch-therapeutische Beratung und Unterstützung auf feministischer und antihierarchischer Grundlage an und orientiert sich dabei im wesentlichen an Therapiemethoden der humanistischen Psychologie.


Infostand am 13.7.05 am Marktplatz

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Protestaktion auf dem Marktplatz zum Frauentag am 8.3.04 - Frauen vom Frauenhaus.

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Infostand am 14.9.02 am Markt, Frauenhaus Werbung um Fördermitgliedschaften

Frauentag 8. März 2003 Werbeagenturen setzen Kreativität für Sinnvolles ein

Zwei Beispiele aus der Ausstellung, das Plakat links hat die Aufschrift: "Er hat sie geliebt, er hat sie geheiratet, er hat Kinder mit ihr, er hat sie geschlagen, er hat die Kinder geschlagen, er vergewaltigt sie ... Sie hat angerufen. (Hinweis auf die Möglichkeit für Frauen, im Frauenhaus anzurufen)

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Plakat von Dietz+Partner

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Plakat von Zink+Kraemer

Das Team des Göttinger Frauenhauses geht in die Öffentlichkeit - Zum "Frauentag" oder wie Sozialdezernentin Schlapeit-Beck bei der Eröffnungsrede sagte "Kampftag der Frauen" wurde in einer Nische des Cinemaxx-Foyers eine Ausstellung zum Thema "Gewalt gegen Frauen und Kinder" eröffnet. Der offizielle Titel der Ausstellung lautet:"Tabuzone – Das Schweigen zeigen und brechen",

frauentag03_2.JPG (23601 Byte)Links neben dem Kino 3 befindet sich die Ausstellung

Untersuchungen sprechen davon, dass In jeder dritten bis zehnten Partnerschaft Gewalt angewendet wird. Jährlich kommen in diesem Zusammenhang ca. 40.000 Frauen in Frauenhäuser und suchen dort Schutz. Der Satz "Liebe Frauen, bis auf einige Journalisten sind ja keine Männer da - obwohl die auch eingeladen sind hier..." war Teil der Begrüßung.
Das Besondere an der Ausstellung ist die Idee die ihre Entstehung ermöglichte: der Frauen-Notruf e.V. Trier hatte Werbeagenturen gefragt, ob sie sich nicht mal Werbeplakate für eine gute Sache ausdenken könnten. Aus den gesammelten Ideen von drei Werbeagenturen und in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz entstanden 20 Plakate, die dann auf Plane gedruckt wurden und in Rahmen aufgespannt die Ausstellung ermöglichten.
Die Ausstellung ist vom 8. März bis 22. März 2003 geöffnet. Der Zugang ist vorzugsweise bis 19 Uhr täglich möglich, man muß dann am Einlaß darauf hinweisen, dass man die Ausstellung besuchen möchte. Für Schulklassen ab der 7. Klasse und Gruppen bietet das Frauenhaus nach Voranmeldung unter Tel. 5211800 Führungen durch die Ausstellung an.

frauentag03_6.jpg (14023 Byte)Im Bild links Susanne Hoffmann (Frauenhaus e.V. Göttingen), die zusammen mit Dr. Dagmar Schlapeit- Beck (Sozial-/Kulturdezernentin) die Ausstellung eröffnete.

Bild unten rechts: der damalige Leiter des Cinemaxx Göttingen, Weber, der den Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt hat, Bild unten links, ein Exponat der Ausstellung, das passend zum Ausstellungsort darauf hinweist, dass nach Gewalt das Gefühl zurückbleibt wie "im falschen Film" zu sein.

frauentag03_8.jpg (8798 Byte) frauentag03_3.jpg (8057 Byte)

 

Sorge- und Umgangsrecht bei häuslicher Gewalt
Veranstaltungsreihe des Göttinger Frauenhauses 17.09.07 - 28.09.07

15.09.07 Aktionstag auf der Documenta in Kassel. Mädchen und Jungen aus zahlreichen Frauenhäusern stellen ihre Werke aus.

17.09.07 Ausstellungseröffnung 18 Uhr Foyer Neues Rathaus, »... und da ist Mama ganz schnell in das Frauenhaus gelaufen.« , Grußwort Ludwig Hecke (Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung) Die von Kinderbildern aus dem Frauenhaus des Landkreis Oldenburg ermöglicht einen Einblick in das kindliche Miterleben häuslicher Gewalt. Angst, Entsetzen, Trauer, und Wut aber auch der Wunsch nach Frieden und Erleichterung finden ihren Ausdruck in den Kinderbildern. Was in Worten so schwer ausgedrückt werden kann, vermitteln die Mädchen und Jungen durch ihre Zeichnungen. Ausstellung 17.9.07 – Freitag, 28.09.07 Öffnungszeiten der Ausstellung Mo – Do 8 – 20 Uhr Fr 8 – 17 Uhr Sa 8 – 12 Uhr

19.09.07, Diskussionsforum " Holbornsches Haus, Rote Str. 34, 19 Uhr, nur für Frauen "Schnelle Lösung = Gute Lösung? Das beschleunigte Sorge- und Umgangsrechtsverfahren in der Praxis" . Im Bundeskabinett ist das Vorrangs- und Beschleunigungsgebot bei Sorge- und Umgangsrechtsregelungen bereits verabschiedet worden. Die Gesetzesreform tritt in den nächsten Monaten in Kraft. ExpertInnen verschiedener Professionen diskutieren über die Umsetzung der Reformen in Göttingen. Wo liegen die Chancen, wo die Grenzen der beschleunigten Verfahrensweise bei Sorge- und Umgangsrechtsentscheidungen? Welchem Vorgehen bedarf es im Falle häuslicher Gewalt? TeilnehmerInnen des Forums: Familienrichter Buck (Hannover), aus Göttingen: Familienrichterin Studenroth Rechtsanwältin Gerhardy , Frau Helming, Jugendamt , Frau Hoffmann, Frauenhaus

20.09.07 Weltkindertag Infostand in der Göttinger Innenstadt zur Sorge- und Umgangsrechtskampagne der Autonomen Frauenhäuser Dienstag,

25.09.07 Erzählcafé »Kinder – Sorge – Recht?« (nur für Frauen) 19 Uhr Holbornsches Haus Rote Straße 34 Ehemalige Bewohnerinnen aus dem Frauenhaus Göttingen schildern ihre Erlebnisse rund um das Thema Sorge- und Umgangsrecht. Auch hier wird der Fokus auf dem kindlichen Miterleben der Gewalt sowie auf der Trennung vom gewalttätigen Vater liegen. Wie sah und sieht der Kontakt zum gewalttätigen Vater aus? Welche Erfahrungen haben Mütter in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren gemacht?

Sorge- und Umgangsrecht bei häuslicher Gewalt
Zahlreiche Studien aber auch die tägliche Zeitungslektüre belegen eine erhöhte Gefährdung von Müttern und ihren Kindern gerade während der Trennungsphase – nicht selten kommt es zu massiven Übergriffen etwa bei der Übergabe von Kindern im Rahmen von Umgangskontakten. Mütter und insbesondere auch Kinder mit Gewalterfahrungen haben deshalb besondere Vorraussetzungen und Regelungsbedürfnisse wenn es um Fragen der elterlichen Sorge und des Umgangs geht. Ihr Schutz und ihre Sicherheit müssen das primäre Anliegen nach einer Trennung vom gewalttätigen Ehemann/ Partner und Vater der Kinder sein.
In der Rechtspraxis wird die von Kindern miterlebte Gewalt jedoch in der Regel nicht als ausreichende Beeinträchtigung des Kindeswohls beurteilt. So werden gewalttätige Väter zwar im Gewaltschutzgesetz als Täter gesehen und es wird ein Kontakt- und Nährungsverbot ausgesprochen. In Sorge- und Umgangsverfahren können jedoch die gleichen Männer ihr Besuchsrecht erfolgreich einfordern. Schon die Kindschaftsrechtreform verstärkte 1998 die gemeinsame, kooperative Elternschaft auch über eine Trennung hinaus. Die nun im Bundeskabinett verabschiedete FGG-Reform (FGG = Freiwillige Gerichtsbarkeit Gesetz) zielt darüber hinaus auf eine drastische Kürzung der Verfahrensdauer von Sorge- und Umgangsrechtsverfahren, auf gemeinsame Anhörungen der Eltern sowie einvernehmliche Regelungen mit Beibehaltung des gemeinsamen Sorgerechts ab. Es gilt das Vorrangs- und Beschleunigungsgebot (§165FGG-E und §50e FGG). Der FGG-Reform trägt der Thematik häuslicher Gewalt zwar in der Gesetzesbegründung an einigen Stellen Rechnung, versäumt es jedoch explizite gesetzliche Regelungen dazu zu formulieren.
In der Rechtspraxis wird es für die Betroffenen also zukünftig stark darauf ankommen, welches Problembewusstsein hinsichtlich der Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Frauen und Kinder bei den einzelnen Verfahrensbeteiligten vorherrscht. • Mädchen und Jungen müssen als Opfer häuslicher Gewalt wahr- und ernstgenommen werden. • Im Gesetzestext wie in der Rechtsprechung muss sich widerspiegeln, dass der gewalttätige Vater das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung verletzt und somit seine Erziehungsfähigkeit verliert. • Gewaltbetroffenen Müttern muss das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden, damit sie für sich und ihre Kinder handlungsfähig sind.

 

Kampagne: Kein "Sorgerecht" für Gewalttäter

Gewalterfahrung von Mädchen und Jungen
(Text: Flyer Frauenhaus) Das Frauenhaus Göttingen erreichen pro Jahr etwa 100 Frauen mit ebenso vielen Kindern. Bundesweit fliehen jährlich ca. 45.000 Frauen mit ihren Kindern vor der Gewalt des Ehemanns, des Lebensgefährten bzw. des Vaters in Frauenhäuser. Die schutzsuchenden Kinder sind entweder direkt von der Gewalt betroffen oder haben – mitunter über Monate oder Jahre tagtäglich – die Gewalttaten gegen ihre Mütter miterlebt oder mitgehört. Sie erlebten, wie ihr Vater ihre Mutter beleidigte, kontrollierte, beschimpfte, schlug, an die Wand warf, trat, würgte, mit Gegenständen angriff, demütigte, bedrohte und vergewaltigte. Wissenschaftliche Studien und unsere alltägliche Arbeit mit den betroffenen Kindern belegen: Viele Kinder empfinden die Gewalttaten gegen ihre Mütter körperlich. Oft spüren sie eine existenzielle Angst, fühlen sich schuldig an der Situation und hilflos. Das Miterleben häuslicher Gewalt macht Kinder somit nicht nur zu Zeuginnen und Zeugen, sondern hat häufig auch eine traumatisierende Wirkung. Die väterlichen Gewalttaten gegenüber der Mutter prägen die kindliche Entwicklung und Entfaltung zutiefst. Das Vertrauen sowie das Sicherheits- und Schutzbedürfnis dieser Kinder wird grundlegend erschüttert. Zudem erfahren die betroffenen Mädchen und Jungen die Eltern-Beziehung als ein Gewalt- und Machtverhältnis. Diese Gewalterfahrung ist ein Schlüsselerlebnis, das sie verarbeiten müssen. Dafür benötigen diese Kinder eine gewaltfreie und geschützte Umgebung. Sie brauchen eine professionelle Unterstützung für die Auseinandersetzung mit dem Erlebten sowie eine kindeswohlsichernde Gesetzeslage und Rechtsprechung.

Das gemeinsame Sorgerecht nach einer Trennung schafft Probleme, wenn damit gewalttätigen Männern weiterhin der Zugang zu den Kindern ermöglicht wird.

Dies schafft auch für die Frauenhäuser und die schutzsuchenden Frauen Probleme. Dagegen wendet sich die Kampag der Autonomen Frauenhäuser

  • Mädchen und Jungen müssen als Betroffene von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt wahr- und ernstgenommen werden!
  • In der Rechtsprechung muss sich widerspiegeln, dass der gewalttätige Vater das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung verletzt und somit seine Erziehungsfähigkeit verwirkt.
  • Um eine weitere Gefährdung des Kindes und der Mutter zu verhindern, muss gewalttätigen Vätern das Umgangsrecht entzogen werden.
  • Schutz der Mädchen und Jungen muss vor „Väterrecht“ gelten. Kontakte zu gewalttätigen Vätern dürfen nicht gegen den Willen der Mädchen und Jungen stattfinden.
  • Gewaltbetroffenen Müttern muss das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden, damit sie für sich und ihre Kinder handlungsfähig sind.
  • Mädchen und Jungen benötigen mit ihren Müttern wirksamen Schutz und Unterstützung.
(Textauszug / Pressemitteilung Frauenhaus) Mit der Reformierung des Kindschaftsrecht 1998 wurde u.a. das gemeinsame Sorgerecht nach einer Trennung zum Normalfall erklärt. "Für einen Großteil der von Trennung bzw. Scheidung betroffenen Kinder mögen diese Änderungen eine sinnvolle und wichtige Entwicklung sein. Nicht so für Kinder, deren Mütter wegen häuslicher Gewalt ins Frauenhaus geflüchtet sind" . Um eine weitere Gefährdung des Kindes und der Mutter zu verhindern, muss gewalttätigen Vätern das Umgangsrecht entzogen werden, so eine der Forderungen der Kampagne. "Selbst wenn die im Frauenhaus wohnenden Kinder keine direkte Gewalt erfahren haben, tragen sie tiefe seelische Verletzungen als Zeugen der Gewalttaten des Vaters gegenüber ihrer Mutter davon. Langjährige Berufserfahrung zeige zudem, dass häufig hinter dem väterlichen Interesse am Umgangsrecht, lediglich das Ziel eines weiteren gewaltgeprägten Kontaktes zur Mutter steht. Gut 100 Kinder finden jährlich mit ihren Müttern im Göttinger Frauenhaus Zuflucht.

 

25 Jahre Frauenhaus Göttingen 15.9.-11.10.05

Politisches Kabarett "Auch ein Häppchen Kultur?" Hilde Wackerhagen - Das Mega-Kultur-Event mit Scharfsinn und Wortwitz: Politik, soziales Klima und Alltägliches aus einer Gesellschaft, die sich für den Gipfel an Demokratie und Fortschritt hält. Ein absolutes Muss. Mit weiblicher Erfahrung und schierer Lust am Begreifen macht Hilde Wackerhagen einen Gang durch den Politik-Dschungel zum vergnüglich erhellenden Erlebnis. 15. September 2005, 20 Uhr, Kino Lumiere, Geismarlandstr.19, , Eintritt 7 €, ermäßigt 6 €, nur Abendkasse

Frauen/Lesben-Party "Ich habe verdammte Lust, glücklich zu sein" .... deshalb lasst uns feiern. Mit den Worten Rosa Luxemburgs wollen wir alle Frauen/Lesben zur Party laden. 24. September 2005, ab 20 Uhr, Café Kabale, Geismarlandstr. 19, Göttingen, Eintritt 3 €

Vortrag "Rück-gespiegelt - Zur Geschichte der Autonomen Frauenhausbewegung" Von ca. 400 Frauenhäusern in Deutschland sind 150 autonom geführt. Mit welchen Zielen, Konzepten und Schwierigkeiten ist die Autonome Frauenhausbewegung Ende der siebziger Jahre angetreten und wie ist ihre Entwicklung bis heute? Referentin: Eva-K. Hack, Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF), Frauenhaus Kassel 28. September 2005, 20 Uhr, Holbornsches Haus, Rote Str. 34, Göttingen, Eintritt frei

Erzählcafe "Ich sehe was, was du nicht siehst ...." Betroffene Frauen verbergen die erlebte Gewalt meistens vor den Augen anderer. Aber auch der Frauenhausalltag ist zum Schutz der Bewohnerinnen für die Öffentlichkeit unsichtbar. Vom Leben und Erleben vor, im und nach dem Frauenhaus berichten Frauen aus 25 Jahren Frauenhaus Göttingen und machen einiges sichtbar. Moderation: Regina Meyer 11. Oktober 2005, 20 Uhr, Ländliche Erwachsenenbildung, Weender Str.67, Göttingen, Eintritt frei, nur für Frauen

Ausstellung "Plakate gegen Gewalt gegen Frauen" Alte und neue Plakate aus ganz Deutschland zum Thema "Gewalt gegen Frauen und Kinder", gesammelt vom 4. Frauenhaus Berlin. In Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Göttingen werden diese erstmals in Göttingen zu sehen sein! 01.–16. September, Neues Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4, Göttingen, Foyer