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StadtRadio

Zur Geschichte des Stadtradios
Das Stadtradio sollte unabhängig von Parteien und Behörden bleiben
Kommerzielle Medien, Kommerz und "nichtkommerzielles Stadtradio"
Das Stadtradio sollte unabhängig von Firmen bleiben

Neuer Geschäftsführer
Neuer Vorstand

>> "Bürgerradio" - Gesetz"


Stadtradio Göttingen, 107,1 Mhz - Groner Str.2, 37073 Gö, Tel.: 42520
redaktion@Stadtradio-goettingen.de
, >> Homepage Stadtradio

Musik von Musiker_innen aus der Region im Stadtradio
1.2.16 / Ab sofort gibt es immer montags und mittwochs, jeweils um 13 Uhr, und samstags um 11 und 20 Uhr eine bunte Mischung von Musik aus der Region und ausgewählten Künstlern.. Wer seine eigenen Produktionen auf diesen Sendeplätzen im StadtRadio Göttingen spielen lassen möchte, wird gebeten, sich mit Andreas Goos per Telefon (0551 - 38 48 10 31) oder E-Mail (andreas.goos@stadtradio-goettingen.de) in Verbindung zu setzen.

Führungen im StadtRadio Göttingen nun auch regelmäßig
8.12.15 / In den vergangenen Jahren haben immer wieder Hörerinnen und Hörer sowie Koperations- und Projektpartner das StadtRadio besucht und sich über die Arbeit des südniedersächsischen Bürgersenders informiert. Nun soll dies auch regelmäßig angeboten werden, da es immer wieder entsprechende Anfragen gibt, erklären Chefredakteurin Jeanine Rudat und Geschäftsführer Ulrich Kurzer. Gruppen bis zu 10 Personen etwa aus Vereinen, Behörden oder Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, können unter ulrich.kurzer@stadtradio-goettingen einen Termin einschließlich eines Besuchs im Studio während der Nachmittagssendung vereinbaren. Das Ganze ist selbstverständlich kostenlos.

 

Bürger/innenradios sollen unabhängig von Parteien und Behörden bleiben

Nichtkommerzieller BürgerInnenfunk ist Ergebnis langer politischer Kämpfe Erst aufgrund langwieriger politischer Anstrengungen von Basisinitiativen, die ein "Radio von Unten" bzw. BürgerInnenradios forderten kam es bundesweit zur Einrichtung von nichtkommerziellem Lokalfunk (Nachzulesen im Infodienst Computer & Medien z.B. Artikel 1993/3 , 1992/2 oder 1991/4)

Das Stadtradio soll ein nichtkommerzieller Sender sein mit einem Zugang für BürgerInnenfunk in der Region Südniedersachsen, bestehend aus den Landkreisen Göttingen (261.000) Northeim (145.000), Osterode (81.000) und Holzminden (76.000) käme auf ca. 465.000 EinwohnerInnen. (Zahlen von 2007). Das nichtkommerzielle Stadtradio ist ein politisches Projekt mit dem Ziel, mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Medium Hörfunk ohne kommerzielle Einflußnahme zu erreichen. Die öffentliche Finanzierung zur Sicherstellung der Unabhängigkeit war hart erkämpft worden gegen die CDU-Pläne zur Einführung ausschließlich privater lokaler Hörfunksender. Private Hörfunk- und Medienkonzernen umkreisen seitdem wie Haifische diese Projekte, um sie sturmreif zu kriegen und irgendwann zu schlucken. Mal wird versucht, sie zu blockieren, ein anderes mal wird versucht, sie zu vereinnahmen mit Kooperation und Sponsering. Deshalb muß die kritische Öffentlichkeit ein waches Auge auf die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Radio haben - auch im Hinblick auf parteipolitische Einflußnahme.


Fortdauernd p
arteipolitische Verbindungen der Vorstandsmitglieder

Kommentar
In der Satzung des Vereins für Medienkultur Südniedersachsen e.V. Fassung vom 23.10.2006 steht

"§ 4 Mitgliedschaft (3)
Mitglieder können nicht werden a) Politische Parteien, Wählergruppen und von diesen im Sinne des § 17 Aktiengesetz abhängige Unternehmen oder Vereinigungen sowie
b) juristische Personen des öffentlichen Rechts (mit Ausnahme öffentlichrechtlicher Religionsgemeinschaften oder öffentlichrechtlicher Weltanschauungsgemeinschaften und den Beteiligungsmöglichkeiten nach Absatz 4) und von diesen im Sinne des § 17 Aktiengesetz abhängige Unternehmen oder Vereinigungen."

Rein juristisch ist die Mitgliedschaft nur ausgeschlossen für "Parteien" und abhängige "Organisationen" sowie "juristische Personen öffentlichen Rechts". Die Vorstandsmitglieder sind daher nicht von diesem Mitgliedsverbot betroffen. Die exponierte parteipolitische Einbindung von Personen im Vorstand widerspricht jedoch dem Ziel, die Radios unabhängig von Parteien und Behörden halten. Bereits bei der Vorstandswahl 2007 kritisierten wir, dass die parteipolitische Einbindung eines Vorstandsmitglied unerwähnt blieben. Nach dieser Kritik von goest wurde 2007 der Redaktion in einem Telefongespräch von berufener politischer Seite aus dem Rathaus erklärt, es handele sich doch nur um eine kurze Übergangszeit in der der Vorstand in dieser Zusammensetzung bestehen solle. Nunmehr stellen wir fest, dass auch 2015 ein Vorstand exponierten parteipolitischen Verbindungen besteht und es sich keineswegs um ein "kurze Übergangszeit" sondern vielmehr um bereits 8 Jahre handelt.

Vorstandswahl 2015
10.11.15 / Auf der Mitgliederversammlung am 9.11.15 wurde u.a. der amtierende Vorstand für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Der dreiköpfige Vorstand mit Nadia Affani, Horst Roth und Jan Thomas Ockershausen bleibt für weitere 2 Jahre im Amt. Roth leitet bereits seit 2007 die Geschicke im StadtRadio, Affani und Ockershausen sind seit 2013 Vorstandsmitglieder. Weitere Kandidaten für die Vorstandsposten gab es nicht.

Vorstandswahl 2014
21.1.14 / Sechs Jahre bestand der Vorstand aus Siegfried Löbrick (SPD nahe oder Mitglied) , Elke Lahmann (CDU , Zusammenarbeit mit CDU-Noack) und Horst Roth (Grüne). Anstelle von Elke Lahmann und Siegfried Löprick wurden nun Nadia Affani sowie Jan Thomas Ockerhausen neu in den Vorstand gewählt, und Horst Roth (62 J.) wiedergewählt.


foto: stadtradio / Vorstandsmitglieder von links nach rechts: Roth, Affani, Ockershausen

Horst Roth (Grüne) ist Mitglied der Ratsfraktion Bündnis90/DieGrünen im Stadtrat Göttingen,
Nadia Affani (SPD) arbeitete ab Juli 2012 im Wahlkreisbüro von >>Hubertus Heil (bis 2009 Generalsekretär der SPD Seit 2009 Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion Seit Dezember 2011 Mitglied des SPD-Parteivorstandes). Affani ist stellvertretende Vorsitzende des >>SPD-Stadtverbands Göttingen.
Jan Thomas Ockerhausen ist in der Anwaltskanzlei Noack/Menge tätig und hat ebenso wie ehemals Elke Lahmann eine Verbindung zu Harald Noack. Noack ist eine zentrale Figur der Göttinger CDU, er war u.a. Landtagsabgeordneter, Kreistagsabgeordneter, war 10 Jahre Vorsitzender des KV Göttingen der CDU und ist seit 2009 ihr Ehrenvorsitzender.)

2014 wurden ebenso wie 2007 diese Verbindungen bei der Vorstellung des Vorstandes durch das Radio zunächst nicht erwähnt. Auch nicht in der "Vorstellungsrunde" on air am 3.2.14 um 9.05 Uhr in einer Stadtradiosendung. Erst in einer Pressemitteilung des Radios am 3.2.14 hieß :
"Neu im Amt sind Nadia Affani und Jan Thomas Ockershausen, Horst Roth wurde wiedergewählt, während Elke Lahmann und Siegfried Löprick auf eigenen Wunsch nicht mehr erneut kandiert hatten. Horst Roth ist ver.di-Gewerkschaftssekratär a.D. und war Nadia Affani ist Journalistin und leitet die Wahlkreisbüros des SPD-MdB Hubertus Heil in Gifhorn und Peine. Sie ist außerdem Stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Göttingen. Jan Thomas Ockershausen ist Rechtsanwalt in der Göttinger Kanzlei Menge Noack."

2007- Parteipolitische Verbindungen bleiben unerwähnt

Am 10.12.07 wählte die Mitgliederversammlung des Vereins für Medienkultur Südniedersachsen e.V. einen neuen Vorstand: Elke Lahmann, Horst Roth und Siegfried Löprick. Elke Lahmann wurde in der Mitteilung des Radios lediglich als Vertreterin der Bürgerstiftung vorgestellt (die sie damals war, inzwischen wird sie dort nicht mehr genannt - Anmerkung 2014 ). In der Tat wurde sie meist im Zusammenhang mit der Göttinger Bürgerstiftung erwähnt. Darüber hinaus wäre aber zu erwähnen, dass Elke Lahmann anscheinend eng mit Rechtsanwalt, CDU (Ex-) Landtags- und Kreistagsabgeordnetem Dr. Noack (CDU) zusammengearbeitet hat, der übrigens auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Bürgerstiftung ist. Sie verwaltete dessen Homepage als CDU-Mitglied. Die Geschäftsstelle der Bürgerstiftung befindet sich im gleichen Haus der Rechtsanwaltskanzlei von Noack in der Robert Kochstr. 2. Dies ist insofern plausibel, da sie auch als Kontaktperson für dessen Wahlkreisbüro genannt wird. Parteipolitisch ist ( oder war) Elke Lahmann auch Sprecherin des Göttinger Stadtverbandes der Frauen-Union und wird auch 2014 noch auf der CDU-Homepage des Stadtverbandes >>als "Referentin" abgebildet.


Die „dunkle“ Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus
StadtRadio-Sendung von Ingeborg Lüdtke

3.2.17 *StadtRadio-Sendung von Ingeborg Lüdtke Teil 1 um 19 Uhr über die „dunkle“ Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus mit Beteiligung von Roland Laich von dem Verein „NS-Familien-Geschichte:  hinterfragen - erforschen – aufklären e.V.“*

6.2.17 StadtRadio-Sendung von Ingeborg Lüdtke Teil 2 um 12 Uhr über die „dunkle“ Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus mit Beteiligung von Roland Laich von dem Verein „NS-Familien-Geschichte:  hinterfragen - erforschen – aufklären e.V.“*

Während der Führung durch die Ausstellung „Die Polizei im Nationalsozialismus“  wurde sie von einem Polizeibeamten gefragt, ob sie darüber berichten wolle. Auch  ein passender Interviewpartner wurde genannt. Sie war zu diesem Zeitpunkt mitten  in der Recherche für eine andere Sendung.
Als sie sich dann ca. 2 Jahre später diesem Thema bezogen auf Göttingen  zuwandte, war das Göttinger Archivmaterial recht spärlich. Auch gab es keine  passenden Interviewpartner in und um Göttingen. Die Abteilung  Öffentlichkeitsarbeit der Göttinger Polizei verwies sie an den Leiter des  Polizeimuseums in Nienburg, Dr. Dirk Götting.
Sein umfangreiches Wissen führte zu vielen weiteren Fragen. Am Ende ist eine  informative Radiosendung herausgekommen, die bei der Weimarer Republik beginnt  und mit Fragen zur heutigen Zeit aufhört:
Zentrale Themen sind die Unterschiede im Aufbau und den Aufgabenbereichen der  Polizei in der Weimarer Republik und der NS-Zeit. Auch geht es um die Frage, wie  Heinrich Himmler an die Spitze der gesamten Polizei in Deutschland kommen  konnte. Nicht nur Himmler hatte Macht, sondern auch die einzelnen Polizeibeamten  hatten einen großen Handlungsspielraum. Diesen setzten sie entweder ein, um  Gegner zu terrorisieren oder ihre Hand schützend über sie zu halten.
Die Feuerwehr wurde der Polizei zugeordnet. Die Göttinger Polizei und die  Feuerwehr waren an dem Brand der Göttinger Synagoge beteiligt.
Durch neue Forschungen geriet das Bild der „anständigen“ Polizei ins Wanken.  Bekannt wurde die Beteiligung der Polizei an Deportationszügen in die  Konzentrationslager und Vernichtungslager.
Die Polizei beteiligte sich beim Völkermord an den Juden und an den Sinti und Roma.
Polizeieinheiten beteiligten sich an Massenerschießungen von Juden und der  Ermordung anderer NS-Opfer von 1941 bis 1944 in Polen, im Baltikum und in  Weißrussland.
Ingeborg Lüdtke berichtet auch über die Umstrukturierung der Polizei nach 1945  und den Umgang mit als belastet eingestuften Polizeibeamten. In diesem  Zusammenhang zeigt Roland Laich von dem Verein „NS-Familien-Geschichte:  hinterfragen - erforschen – aufklären“ seine Erkenntnisse zu dem in Göttingen  gebürtigen und in Trier und Luxemburg tätigen Gestapo-Mann Friedrich Schmidt auf.
Professor Werner Heun vom Institut für Allgemeine Staatslehre und Politische  zeigt auf, welche hemmenden Funktionen in das Grundgesetz eingebaut wurden, um  einen Polizeistaat zu verhindern.
Am Ende bliebt die Frage: Wäre es heute immer noch möglich, dass ein korrupter  Politiker seine eigenen Interessen per Gesetz mit einer 2/3 Mehrheit durchsetzen  könnte?

www.ns-familien-geschichte.de

 

Sendungen für Familien mit "Zuwanderungsgeschichte"

Jeden Donnerstag um 15 und um 18:05 Uhr sendet das Stadtradio Göttingen 107,eins auf 107,1 MHZ im Bürgerfunk die Sendereihe „Perspektive Ausbildungsberuf“. Die Sendung wird im Wechsel in deutscher, arabischer, russischer und türkischer Sprache ausgestrahlt. Die Kampagne „Perspektive Ausbildungsberuf soll die Vorzüge der dualen Ausbildung transportieren, und das in einer verständlichen und persönlichen Ansprache für Familien mit einer Zuwanderungsgeschichte. Die Wege zum Berufsabschluss in Deutschland sollen durch die Kampagne überschaubar dargestellt werden, so dass Eltern als Ratgeber mit ihren Kindern darüber sprechen können. Die Sendreihe beteiligt Unternehmen und zeigt die Vielfalt der Ausbildung sowie weitere Chancen der Auszubildenden. Das deutsche System der dualen Ausbildung ist nahezu einmalig und bei Familien mit einem Zuwanderungshintergrund nicht oder kaum bekannt.

Stadtradio-Sondersendung "RadioAktiv" zum Castortransport

Booaah das war eine Mammut-Sendung !- rekordverdächtig ! Die Sendezeit lief von Samstag 5.11.10 14 bis Sonntag 7.11. , 11 Uhr und Sonntag , 19-20 Uhr.
Die Ankündigung lautete "Immer wissen, wo ist gerade der Casortransport Musik aus 30 Jahren Widerstand gegen Atomenergie Vergiss Dein Radio nicht, beim Abendlichen Spaziergang.(...) Wer sein Radio dabei hat, ist immer gut informiert.

Mit der Unterstützung von Ralph, der für Musik zuständig war hielt Marco Woltermann als Verantwortlicher für die BürgerInnenfunksendung "Radioaktiv" 21 Stunden nahezu NonStopp im Studio aus.

 

Foto: Marco in themenbezogener Umgebung während einer Kundgebung auf dem Marktplatz im Sommer 2010.

Teilweise wurde auch das Radio Zusa/Wendland in diesem Rahmen vom Stadtradio übernommen und insbesondere mit den Nachrichten ausgestrahlt. Zwischendurch gab es Interviews mit Leuten, die irgendwo Informationen von der Transportstrecke hatten, Telefoninterviews mit PolitikerInnen, es gab auch Einlagen mit Emil, dem kleinen Sohn des Live-DJs im Studio "Ich war mit meinem Bobbycar da". 7.35 Uhr fuhr dann der Castor durch Göttingen und einige AktivistInnen, die die Nacht am Bahnhof und am Güterverkehrszentrum ausgeharrt hatten mußten zusehen, wie die 11 Wagen mit hochradioaktiven Substanzen zügig über die Göttinger Gleisstrecke fuhren. Die meisten AKW-GegnerInnen waren wohl mit den 6 Bussen ins Wendland gefahren. Kurz drauf kam das alte Lied der Band "Schneewitchen" ... "Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand, komm reiß auch du ein paar Steine aus dem Sand ... wirf die Ketten weg und wirf sie gegen die, die mit ihrer Macht, deine Kraft zerbrechen wollen ..."

 

Zur Geschichte des StadtRadio Göttingen


Angefangen hat es mit diesem Transparent - damals nannte sich die Initiative noch "StattRadio", um sich deutlich von den anderen Radios abzugrenzen. Dieses alte, schon leicht verschlissene Transparent hängt heute noch in der Artikel-Agentur Artur am Marktplatz, weil der damalige Herausgeber der Zeitschrift "Radio von unten" Rainer Pinkau zu einem wesentlichen Förderer des Projektes gehörte und in seinen Räumen auch die Gründungsdiskussionen liefen.

Das StadtRadio Göttingen als nichtkommerzieller Lokalsender hat seinen Sendebetrieb am 1. April 1997 aufgenommen. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen fünfjährigen Betriebsversuch wurde das StadtRadio Göttingen von der NLM 2002 als Bürgermedium für die kommenden sieben Jahre lizenziert. Es bietet ein redaktionelles Tagesprogramm mit Nachrichten und aktuellen Berichten aus der Region. Daneben können Göttinger BürgerInnen mit ihren eigenen Ideen und Anliegen auf Sendung gehen. Dieses Angebot wird momentan von ca.140 Bürgern aller Altersklassen genutzt. Besondere Projekte gibt es für Schulklassen. Das Programm des StadtRadios ist täglich auf der 107,1 Mhz und auf 95,35 Mhz im Göttinger Kabelnetz zu empfangen.

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Stadtradio Groner Str. 2

2003
Stadtradio überlebt den Versuch eines CDU-Oberbürgermeisters das Radio zu kippen

Das Stadtradio kämpft seit Beginn an mit knappen Finanzen. 2002/2003 versuchte CDU-Oberbürgermeister Danielowski das Radio zu kippen indem er gegen einen Ratsbeschluss Einspruch erhob, der den kommunalen Zuschuss zum Bürgerfunkprojekt sichern wollte. Das hätte bedeutet, dass auch die Gelder der Landesmedienanstalt wegfallen und das Radio hätte dicht machen können.
An den Beschluss des Rats der Stadt ist auch ein jährlicher Zuschuss des Landkreises gebunden. Ohne diese Mittel entfällt zusätzlich auch eine Bonusförderung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) über insgesamt 50.000 Euro. Insgesamt muss das StadtRadio Göttingen dann auf 100.000 Euro oder fast ein Drittel seines Jahreshaushaltes verzichten. Als Folge wären die Arbeitsplätze aller 9 festen und 25 freien Mitarbeiter und das redaktionelle Programm in seiner jetzigen Form gefährdet." (Zitat, Quellenangabe Presserklärung des Stadtradios)
Nachdem es Danielowski nicht gelungen war, die weitere Unterstützung zu verhindern, machte er sich auf den Weg zum Stadtradio um sich als Retter durch Überreichung des Schecks feiern zu lassen.

2007
Ein Jahr mit starken Turbulenzen für das Stadtradio

Der Vereinsvorstand hatte im Verlauf der Querelen den Geschäftsführer entlassen. Nach außen hin wollte man sich nicht erklären und betrieb eine Null-Informationspolitik. Auch Anfragen von goest wurden nicht beantwortet, weswegen wir ziemlich sauer waren und unter der Überschrift "Heimlicher Putsch oder was? Stadtradio beantwortet keine Fragen über die Krise im Haus" einen gewissen Erklärungsbedarf anmeldeten. Da angeblich ein "Mitarbeiter des Stadtradios" einen Bericht über Radiointernas an die lokale Monopolzeitung lanciert hatte, platzte schließlich der Kessel, der bereits gewaltig unter Druck stand. Da war plötzlich von einer möglichen Schließung durch die Landesmedienanstalt die Rede, was allerdings anschließend dementiert wurde. Fakt war, die Finanzierung und innere Organisation des Radios bedurfte dringend des Eingriffes einer ordnenden Hand.

2007/2008
Neue Geschäftsführung und Neuer Vorstand

2.5.08 / Nach den turbulenten Entwicklungen 2007, die eine grundlegende neue personelle Gestaltung mit sich brachten hat der Stadtradio-Vorstand mit der Einstellung von Dr. Ulrich Kurzer als neuem Geschäftsführer u.E. eine glückliche Wahl getroffen.

Kurzer vertrat vor Antritt der Stelle im Stadtradio neben seiner Tätigkeit als freiberuflicher Journalist bei Verdi auch die Freien JournalistInnen . Daher sind ihm die arbeitsrechtlichen Fragen, die Problematik der Verwertungsrechte und Verträge in diesem Bereich geläufig. Bleibt zu hoffen, dass die unterschiedlichen Interessengruppen im Stadtradio mit diesem neuen Geschäftsführer gut zusammenarbeiten und das ganze Projekt sich inhaltlich sowie insbesondere finanziell stabilisiert.


Foto: Dr. Ulrich Kurzer, Mai 2008

Für goest hat Ulrich Kurzer u.a. im Jahr 2000 die Veröffentlichung eines Artikels genehmigt in dem er über den britischen Historiker Ian Kershaw beim damaligen Literaturherbst geschrieben hatte. Wir wünschen dem nicht-kommerziellen Stadtradio mit dem neuen Geschäftsführer viel Erfolg und gutes Gelingen ganz im Sinne einer nicht-kommerziellen Medienkultur für Göttingen.

Pressemitteilung Stadtradio 2.5.08 / "Neuer Geschäftsführer beim StadtRadio Göttingen Der Vorstand des StadtRadio Göttingen hat sich nach eingehender Suche für einen neuen Geschäftsführer entschieden. Zum 1. Mai beginnt Dr. Ulrich Kurzer in dieser Funktion. Dr. Kurzer ist 49 Jahre alt, zuletzt freier Journalist mit Wohnsitz in Göttingen. Er hat Sozialwissenschaften in Göttingen studiert und wurde in Politologie promoviert. Nach einigen Jahren Lehrtätigkeit an der Universität arbeitet er nun seit knapp 10 Jahren als freier Journalist. Er arbeitete viel mit dem Deutschlandfunk zusammen und teils mit NDR und WDR. "Wir freuen uns sehr, einen so kompetenten Fachmann für unsere Geschäftsstelle gefunden zu haben", bestätigten einhellig die drei Vorstandsmitglieder Elke Lahmann, Siegfried Löprick und Horst Roth."

 

Kommerzielle Medien, Kommerz und "nichtkommerzielles Stadtradio"

5.11.07 / Das Göttinger Tageblatt gehört zur Verlagsgesellschaft Madsack. Ebenso gehört das Mittwochs-Anzeigenblatt "Blick" mit 100 % zu Madsack. Das Sonntags-Anzeigenblatt "Extra-Tip" wird von einer Madsacktochter verlegt. Neben dem Zeitungsgeschäft versucht der Konzern auch in den Bereichen Hörfunk, Film / Fernsehen und Internet seinen Einfluss auszubauen. Der Madsackkonzern mit Sitz in Hannover bzw. deren Tochterfirma "Radio Madsack Niedersachsen GmbH & Co. KG" hat Beteiligungen im Hörfunkbereich, die im folgenden aufgelistet werden, um das Interesse von Madsack und Tageblatt an diesem Bereich zu kennzeichnen:

  • Antenne Niedersachsen Hannover (21,6 %)
  • FFN Funk & Fernsehen Nordwestdeutschland / Hannover (13,7 %)
  • Rheinland-Pfälzische Rundfunk GmbH & Co. KG, (9,7 %)
  • Antenne Thüringen GmbH & Co. KG, Weimar (11,5 %)
  • Antenne Hörfunk-Sender GmbH & Co. (21,9 %)
  • Hit Radio SACHSEN GmbH (15,4 %)
  • Niedersachsen Rock 21 GmbH & Co. KG, Garbsen (7,1 %)
  • Antenne Mecklenburg-Vorpommern GmbH & Co.
  • Radio RocklandPfalz GmbH & Co. KG,
  • Radio/Tele FFH GmbH & Co. Betriebs-KG, Bad Vilbel

Chefredakteur Bernd Hilder (2000 bis Ende 2004 beim GT) griff das Konzept des "nichtkommerziellen Stadtradios" offen an. So schrieb Hilder im Tageblatt vom 8. Dez. 2001 z.B.: "Handstreichartig soll auf die Schnelle - ohne lange und lästige Ratsdebatten - dem Stadtradio ein guter Teil der eingesparten Summe zugeschanzt werden. (...).Auch wenn es das Landesmediengesetz leider so vorsieht: Es darf nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, Medienorgane zu finanzieren, weil dadurch gefährliche Abhängigkeiten entstehen können." Und zuguterletzt kommt die Katze aus dem Sack: "Soll das Stadtradio aber auf Dauer weiter senden, muss es sich private Sponsoren suchen." Bernd Hilder wollte das Radio in die Abhängigkeit von privaten Sponsoren überführen. Wenn Madsack dann als großer Sponsor aufgetreten wäre, hätte der Konzern ein Multi-Medien-Monopol in Göttingen gehabt. Der damalige OB Danielowski spielte sich mit Hilder die Bälle zu und versuchte gleichzeitig , die Gelder von der Stadt zu blockieren. Diese konfrontative Strategie mißlang damals.

Ab 2004 wechselte dann die Strategie seitens des GT und das Stadtradio ließ sich darauf ein. Es kam plötzlich zur "Kooperationen" von Stadtradio und Göttinger Tageblatt. Die Anfeindungen Hilders noch in Erinnerung habend lasen wir besorgt im Juni 2004 folgende Meldung des Stadtradios : "Jugend-Reporter im StadtRadio Göttingen und Göttinger Tageblatt: Jugendliche werden zu Redakteuren - Das StadtRadio Göttingen und das Göttinger Tageblatt informieren täglich über spannende Dinge aus Stadt und Region. Und Ihr könnt mitmachen, denn das StadtRadio Göttingen und das Göttinger Tageblatt bieten in den Sommerferien allen interessierten Jugendlichen zwischen 16 und 18 eine eigene Redaktion an."
Danach haben wir damals auch garnicht erst gefragt, wieso der Link auf goest bei der Stadtradio-Homepage plötzlich verschwunden war, das Interesse an Kooperation im nichtkommerziellen Bereich war bis dato eh nie groß, Anfragen blieben schon vorher stets unbeantwortet - nun gab es auch die Erklärung: man orientierte sich in einer anderen Richtung.

Danach gab es beim Göttinger Tageblatt offensichtlich wieder mal einen Strategiewechsel und man schaltete zurück auf aggressiveres Verhalten: Es ist von der "Einstellung des Stadtradios" die Rede und es wird so dargestellt, als sei es vor dem Kaputtgehen. Hier ist möglicherweise der Wunsch der Vater des GT-Gedankens. Aber anscheinend gibt es auch innerhalb des Stadtradios Leute, die über Verbindungen zum GT verfügen, welche sie auf eine für das Stadtradio schädliche Weise für Stimmungsmache gebrauchen.

Während das GT die Agressionsvariante wieder auspackt, nimmt auf der anderen Seite das Flirten mit "Sponsoren" im Stadtradio zu. Der Übertragungswagen des werbefreien Stadtradios ist voll bepflastert mit Werbeaufschriften. Der Internetauftritt unter der domain www.stadtradio-goettingen.de lief lange auf den Rechnern des Internetprojektes "Marktplatz Südniedersachsen" (2010 schon längere Zeit nicht mehr). Das Marktplatz-Portal ist ein Projekt der Sparkasse und Teil einer millonenschweren überregionalen Internetstrategie des Sparkassenverbandes.
Auf der Hompage des Stadtradios befindet sich Werbung bzw. Hinweise von Volksbank, Sparkasse, Stadtwerke, Autofirma, Reifenfirma und eines Instituts für Marketing und Handel. U.a. heisst es auf der Homepage des Stadtradios auch : "Wir begrüßen unsere neuen Spendengeber und bedanken uns für ihr Engagement zu Gunsten der regionalen Berichterstattung: Harz Energie und Duderstadt Stadtmarketing." Und die Stadtradiosendung "Quergestreift" (Sonntags 19 Uhr) begrüßt uns auf der Homepage mit der Formel "Quergestreift begleitet Euch mit den aktuellen Göttingen Top 10, freundlicherweise ermittelt von Karstadt Göttingen, durch den Abend." Da wird der Stadtradio-Slogan "Werbung machen andere" irgendwie ad absurdum geführt.

Im Programm der CDU zur letzten Landtagswahl war auf S. 103 unter "Medien" zu lesen : "Wir setzen uns für ein Pilotprojekt mit je einem kommerziellen lokalen Hörfunkprojekt und einem kommerziellen lokalen Fernsehprojekt in einem zusammenhängenden Kommunikations-, Kultur- und Wirtschaftsraum mit mindestens 300.000 Menschen ein. Um wirtschaftlich leistungsfähige Lokalsender zu installieren, wollen wir bei Beteiligungen keine Einschränkungen machen." Beteiligungen ohne Einschränkungen öffnen der Abhängigkeit von Unternehmen Tür und Tor.

Das Stadtradio soll unabhängig von Firmen bleiben

Konzeption des Stadtradios als Radio von Unten unterstützen! Zentrales Moment der ursprünglichen Konzeption ist ein von der Wirtschaft und Verbänden unabhänigiges, nichtkommerzielles Radio mit Medienzugang für "BürgerInnen" und unterrepräsentierte Gruppen und Themen medial zur Geltung zu verhelfen. Daraufhin müssen Infrastruktur und die Aufmerksamkeit aller AkteurInnen ausgerichtet sein. Daher ist auch grundsätzlich die Haltung zum Göttinger Tageblatt und Sponsoring kritisch zu überdenken. Die Spaltungstendenz zwischen besser ausgestatteten festangestellten Redakteuren einerseits und Freien JournalistInnen oder gar laienhaften, unzureichend geförderten BürgerInnenfunkerInnen andererseits ist eine potentielle interne Spannungsquelle. Für dieses Problem finden Stadtradioerfahrene Bezeichnungen wie "struktureller Geburtsfehler" aber auch noch wesentlich schärfere Beschreibungen . Dieses Strukturproblem kann aufgelöst werden, wenn ein Vorstand sich die eigentlichen Entstehungsründe von nichtkommerziellen Radios ins Bewußtsein holt. Wer diese Richtung nicht will, soll gleich zum Privatfunk gehen und dort bleiben aber nicht die mühsam aufgebauten nichtkommerziellen Radios kaputt machen.

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