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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Für eine neue Gedenk - und Erinnerungskultur !

NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e.V.
Die Gingolds Eine kommunistische Familie Widerstand.
Bündnis "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - 27. Januar
Veranstaltungsreihe Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 2014/15
Ungesühnte Kriegsverbrechen: Der Göttinger General Hoßbach ...
Veranstaltungsreihe Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 2012/13

> Kriegsverbrechen Beteiligung von Otto Hahn im Giftgaskrieg
> Jüdische Gemeinde / Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
> Zug der Erinnerung
> 9. November

> Zwangsarbeit in Südniedersachsen

 

NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e.V.

20.5.17 / Im Jahr 2012 machten sich zwei Leute auf, herauszufinden, was ihre Verwandten während der Nazizeit gemacht haben. Was sie herausfanden führte sie zu der Erkenntnis, dass den Geschichten der Verwandten nicht leichtfertig geglaubt werden sollte. Ihre detektivischen Recherchen in Museen, Gedenkstätten, Archiven bei Zeitzeugen und Ortskundigen brachten einige Überraschungen mit sich. Da wandelte sich plötzlich das Bild von dem einen oder anderen eigenen Verwandten, nachdem die Beteiligung an den Taten der Nazis offenbar wurden. Die liebgewonnenen alten Fotos der Verwandten verloren ihre Unschuld. Die Geschichte des Projektes ist eine sehr persönliche der beteiligten Personen. Immerhin offenbaren sie tabusierte Geschichten der eigenen Familie.
Inzwischen haben sich so viele Erfahrungen angesammelt und hat sich die Arbeit so ausgeweitet, dass Anregungen an andere interessierte Personen weitergegeben werden können, was z.B. die Methoden der Recherche angeht. 2014 wurde schließlich der Verein NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e.V. gegründet. www.ns-familien-geschichte.de

Eine weitere Familiengeschichte wird im Zusammenhang mit einem Film über das Massaker der Waffen-SS in Italien vorgestellt.
Das Mitglied des Vereins um deren Nachforschungen es geht schrieb: "Warum wir als Verein diesen Film zeigen: Bei den Nachforschungen zu meinem Großvater bin ich auf sein Fotoalbum mit Fotos von ihm und seinen Kameraden in Nazi-Uniform in Nord-Italien (1943 - 1945) gestoßen. Weitere Recherchen haben ergeben, dass er als Reserve-Polizist mit dem 15. SS-Polizeiregiment in Piemont (Nord-Italien) war. Und dass auch dieses Regiment zur Bekämpfung des Widerstands und der PartisanInnen Massaker an ZivilistInnen und PartisanInnen verübt hat.
Bei der Recherche zur Besatzungs-Geschichte in Nord-Italien und zu PartisanInnen dort bin ich schnell auf Jürgen Weber gestoßen, der zu diesen Themen schon seit über 20 Jahren arbeitet und veröffentlicht, zuletzt im Herbst 2016 den Film "Das zweite Trauma". Trotz der thematischen Unterschiede: Toskana - Piemont, Waffen-SS - Polizeiregiment (Ordnungspolizei) überwiegen die Gemeinsamkeiten im Thema: deutsche Besatzung in Italien, Massaker an ZivilistInnen, Verschweigen der Geschichte und nicht erfolgte juristische Aufabeitung - und damit Nicht-Anerkennung des verübten Unrechts von offizieller deutscher Seite.

Links zur Familien-Recherche:
ns-familien-geschichte.de/themen/italien
ns-familien-geschichte.de/ein-braunschweiger-reservepolizist

Der Film:"Das zweite Trauma"
das ungesühnte Massaker von Sant'Anna di Stazzema"
Montag, den 29. Mai um 20 Uhr im LUMIERE und in Kooperation mit dem Lumière. Der Autor des Films Jürgen Weber wird anwesend sein. Der Film beleuchtet ein kaum bekanntes Kapitel deutsch-italienischer Realität. Im Sommer 1944 zogen Einheiten der Waffen-SS eine grausame Blutspur durch die Toskana. „Das zweite Trauma“ für die Überlebenden sind juristische Ermittlungen ohne eine Anklage der Täter in Deutschland. Ein ganz besonderes Werk. Eines der letzten Zeugnisse von NS-Verbrechen – das Zeugnis der Kinder des Massakers von Sant´Anna di Stazzema.
>>Lumiere Filmankündigung


Die Gingolds
Eine kommunistische Familie im antifaschistischen Widerstand.
Dienstag, 19. Januar 2016 um 19.30 Uhr:
Gespräch und Lesung mit Silvia Gingold und Alice Czyborra

Nachdem 1933 die Nazis an die Macht gelangt waren, versuchten viele jüdische Familien der immer erdrückenderen Lage in Deutschland zu entkommen und in den Nachbarländern als Flüchtlinge Aufnahme zu finden. So auch die Familien von Peter und Etty Gingold (geb. Stein-Haller). Sie waren beide als Jugendliche mit ihren Angehörigen vor den Nazis von Deutschland nach Paris geflohen. Schnell fanden die beiden jungen Leute den Weg in die kommunistische Jugendbewegung und wirkten nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich im Mai 1940 aktiv in der illegalen Französischen Kommunistischen Partei und in der Résistance mit. Ihre Töchter Silvia Gingold und Alice Czyborra lesen aus ihrer Familiengeschichte, und berichten über den Widerstand ihrer Eltern, über die Verfolgung ihrer Familie während des Faschismus und über die neuerliche Diskriminierung und politische Verfolgung in Westdeutschland, wohin ihre Eltern 1946 heimgekehrt waren. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem ver.di Bildungswerk und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in der Geschäftsstelle von ver.di, Groner-Tor-Str. 32 in Göttingen statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und offen für alle Interessierten. www.gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus.de/2015/ beschreibt die Gesamtreihe und weitere Veranstaltungen, auf die wir Sie an dieser Stelle ebenfalls freundlichen hinweisen möchten. Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Göttingen

 

Peter Gingold im Jahr 2000 in Göttingen

Peter Gingold bei einer Rede am 29. Januar 2000. Für diesen Tag unmittelbar vor dem Jahrestag der Machtübertragung an Adolf Hitler, dem 30. Januar 33 - wollte die NPD eine Demonstration in Göttingen organisieren. Dagegen versammelte sich eine große Zahl von Menschen zur Gegendemonstration( ..mehr Infos). Peter Gingold, Frankfurt/M, Zeitzeuge Widerstandskämpfer gegen die Nazis und Bundessprecher der VVN-BdA hielt auf dem Balkon des Alten Rathauses eine Rede.


Veranstalter*innengruppe: Bündnis "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - 27. Januar

Das Bündnis ist Träger der Veranstaltungsreihe "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus -27. Januar" (27. Januar Jahrestag der Befreiung von Auschwitz). "Mit der Veranstaltungsreihe bemüht sich das Göttinger Bündnis seit 1996 darum, eine lokale und regionale Gedenk- und Erinnerungskultur zu etablieren, die dem verstaatlichten Gedenken und Erinnern eine lebendige Alternative gegenüberstellt."

Das Bündnis besteht aus folgenden Gruppen und Institutionen:
DGB und DGB-Jugend Region Südniedersachsen-Harz,
KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora,
KZ-Gedenkstätte Moringen,
Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.,
Geschichtswerkstatt Duderstadt e.V.
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit,
Freie Alten Arbeit Göttingen e.V.,
Jehovas Zeugen e.V., (2014 nicht mehr)
Jüdische Gemeinde
Jüdisches Lehrhaus ,
OLAfA (Offene Linke - Alles für Alle),
VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes / Bund der Antifaschistlnnen)

Amnesty International Göttingen (Gruppe 1117)
[femKo] queerfeministische Kooperation,
Projektwerkstatt "Spurensuche" Hoher Hagen, Dransfeld
Antirassistisches Aktionsplenum (ARAP),
ver.di-Bildungswerk

Anmerkung 2014: Bemerkenswert ist das Fehlen von Opfergruppen wie z.B. Sintis und Roma obgleich z.B. Veranstaltungen wie die in der Tangobrücke am 18.11.14 oder am 15.11.14 über das KZ Moringen diese Gruppen einbeziehen.

Seit 1996 werden Veranstaltungen organisiert und durchgeführt: Vorträge, Stadtführungen, thematische Führungen in KZ-Gedenkstätten, Aktionstagen auf dem Göttinger Marktplatz, Filmen und Konzerte, Diskussionsforen über die Zukunft des Gedenkens und Erinnems und zu geschichtspolitischen Kontroversen in der Bundesrepublik. Zeitzeuglnnengespräche sowohl mit Überlebenden der Shoa als auch mit Opfem nationalistischer Verbrechen in der Region, so z.B. mit ehemaligen Häftlingen des Moringer Frauen-KZ und des Moringer Jugend-KZ waren wichtige Bestandteile der Veranstaltungen.

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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 2014/15
Veranstaltungsreihe 9.11.14 (Pogromnacht) -
bis 27.1.15 (Auflösung des KZ Auschwitz)

9.11. Mahnmal am Platz der Synagoge, 14 18 Uhr Göttingen Gedenken an die Pogromnacht von 1938 Ludolf Katz — Ein Jude in Schwarz und Gelb Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. und Stadt Göttingen Mitglieder des Fandachvereins Supporters Crew 05 e.V. versuchen seit September 2013 die Geschichte der jüdischen Vereinsmitglieder im Fußballverein 1. SC Göttingen 05 zu rekonstruieren, die bis 1933 den Verein sowohl sportlich, als auch unterstützend begleitet haben. Exemplarisch soll das Schicksal von Ludolf Katz vorgestellt werden. Musikalisch begleiten die Gedenkstunde Uwe Steinmetz am Saxophon und die deutsch-israelische Sängerin Efrat Alony, die auch einen Auftritt beim 36. Göttinger Jazzfestivals haben wird. Zum Abschluss wird das Kaddisch zum Gedenken an die in der Nazizeit verfolgten und ermordeten Göttinger Jüdinnen und Juden gesprochen.

9.11.14 Saal über dem Fan-Raum der Supporters Crew 05 e.V., Obere Maschstr. 10, 19.05 Uhr "Und plötzlich waren wir Feinde" Dokumentarfilm von Jürgen Hobrecht (45 Minuten) Veranstaltet von der Supporters Crew 05 e.V. in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. Der Film schildert das Schicksal von zwei jüdischen Familien aus Göttingen in den 1930er Jahren. Die Familie von Ludolf Katz betrieb ein Tuchgeschäft auf der Groner Straße. Das Schuhgeschäft der Familie Silbergleit lag direkt gegenüber.

9.11.14 Bistro Löwenstein, Rote Str. 2819.30 Uhr, Begegnungszentrum Göttingen Lange Nacht der Erinnerung. Allenfalls ist noch bekannt, dass Max Raphael Hahn in den zwanziger und dreißiger Jahren Synagogenvorsteher war und einer der einflussreichsten Göttinger Unternehmer. Dass er darüber hinaus auch ein bedeutender Sammler war ist dagegen unbekannt. Auf der Grundlage von Familiendokumenten und den (wenigen) Sammlungsobjekten, die gerettet werden konnten, soll an diesem Abend das Leben einer jüdischen Familie in seinen reichen Facetten aufgefächert werden.

14.11.14 Café Kabale 19 Uhr, Geismar Landstr. 19, Göttingen Ausstellungseröffnung: "The Holocaust — Keeping The Memory Alive" Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Café Kabale besichtigt werden. Die Ausstellung versucht auf 16 Postern dem Leid der Überlebenden und der Komplexität und Vielschichtigkeit der Shoah auf eine bildliche und symbolische Art Ausdruck zu verleihen.

15.11.14 KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, 11 Uhr Moringen Führung zum Frauen-KZ Moringen mit Annegrit Berghoff Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520 oder info@gedenkstaette-moringen.de Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Im Frauen-KZ Moringen waren vor allem Frauen aus dem politischen Widerstand und Zeuginnen Jehovas inhaftiert, aber auch Remigrantinnen und sog. Rassen­schänderinnen, z.B. die Schauspielerin Lotti Huber. Das Lager entwickelte sich zum zentralen Frauen-KZ. 1938 wurde das Lager aufgelöst und die Häftlinge wurden in drei großen Transporten in das KZ Lichtenburg überstellt. Viele von ihnen kamen später in das Frauen-KZ Ravensbrück.

15.11.14 Gemeindesaal St. Johanniskriche, Johanniskirchhof 2, 19.30 Uhr Befreit zum Widerstehen — Kein Frieden für Israel ohne Freiheit für die Palästinenser mit Reuven Moskovitz, Jerusalem Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. in Kooperation mit dem Ökumenischen Arbeitskreis Frieden (Ökumenische Friedens­dekade) Der "Friedensabenteurer" Reuven Moskovitz, geboren in einem Schtetl in Rumänien, ausgewandert in den neu gegründeten Staat Israel, um sich an seinem Aufbau zu beteiligen, sorgte sich von Anfang an auch um das Leid der Palästinenser. Er ist Gründungsmitglied des jüdisch-arabischen Friedensdorfes Neve Shalom und ruft unermüdlich zu mehr deutschem Engagement für Frieden im Nahen Osten auf.

16.11.14 Führung auf dem Jüdischen Friedhof 14 Uhr Treffpunkt: Gerichtslinde, Kasseler Landstraße bei der Einmündung der Straße "An der Gerichtslinde", insbesondere zu Grabmälern für Gefallene des Ersten Weltkriegs von Prof. Dr. theol. Berndt . Veranstaltet von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., Regionalgruppe Südniedersachsen 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges möchten wir im Rahmen der Gedenkreihe besonders an jüdische Soldaten erinnern. Prof. Dr. theol. Berndt Schaller wird auf dem Jüdischen Friedhof eine Führung unter diesem Blickwinkel anbieten.

18.11.14 Tangobrücke e.V., Lange Brücke 1, Einbeck "20 Uhr Everybody's Gypsy" Eine Lesung mit Dotschy Reinhardt . Es ist ein Road-Trip durch die zeitgenössische Gypsy-Kultur, ihre Wurzeln und ihren unterschätzten Einfluss auf Alltag, Musik, Mode, Literatur, Kunst, Film und TV. Dabei stellt die Autorin wichtige Sinti- und Roma-KünstlerInnen vor, aber auch solche, die sich der Gypsy-Klischees bedienen. Sie geht der Frage nach, warum Sinti und Roma auch heute noch diskriminiert, kriminalisiert und in Klischees gepresst werden. "Everybody's Gypsy" ist ein Lehrstück über gut gemeinten und schlecht gelebten Respekt, über Aneignung und Ausgrenzung.

18.11.14 Theologisches Stift der Universität Göttingen, Geiststraße 9, 20 Uhr, Literarische Collage im Gedenken an jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg Veranstaltet von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. Regionalgruppe Südniedersachsen Im Jahr 2014 möchten wir im 100. Jahr nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges auch derer gedenken, die wenige Jahre bevor sie zu Opfern des Nationalsozialismus wurden, im Krieg Seite an Seite mit denen gekämpft haben, die später gegen sie kämpften.

27.11.14 Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 19 Uhr Antifaschistinnen im Widerstand gegen die NS-Diktatur Lesung und Gespräch mit Brunhild Müller-Reiß Veranstaltet von [femko] Der politische Widerstand von Frauen im Nationalsozialismus wurde vielfach von der Forschung vernachlässigt und gesellschaftlich ignoriert. Wie hat Widerstand von Frauen konkret ausgesehen? Gibt es historische Kontinuitäten? Was wird überhaupt als Widerstand betrachtet?

7.1.15 Zeitzeugenprojekt, Am Goldgraben 14, 15.30 Uhr "Trug und Schein: Ein Briefwechsel" Begegnung mit dem Alltag im Nationalsozialismus . Es geht um einen Briefwechsel von Roland Nordhoff, Jg. 1907, und Hilde Laube, Jg. 1920, zwei ganz gewöhnlichen Deutschen. Beide sind evangelisch. Wie stehen sie zum Nationalsozialismus, zu Krieg, Literatur, Ehe, Geschlechterrollen? Ihre Briefe bieten einen zeitgenössischen Blick auf den Alltag. Dies nutzt auch ein generationenübergreifendes Praxisprojekt des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen und des Göttinger Zeitzeugenprojekts. Die Briefe werden von Studierenden gelesen.

9.1.15 Lumière 18.00 Uhr, "Ignorierter Widerstand" Podiumsdiskussion mit Kirsten Neumann und Ayşe Güleç von der Initiative “6. April” (Kassel) und Vertreter_innen der Initiative “Keupstraße ist überall” (Köln) Veranstaltet von DGB und DGB-Jugend Region Südniedersachsen-Harz Lange vor der Selbstenttarnung des NSU und seiner Mordserie haben sich die betroffenen Communities organisiert, die Anschläge als rassistische Morde skandalisiert und die Kriminalisierung der Angehörigen der Mordopfer durch die Ermittlungsbehörden kritisiert. Sie haben Widerstand geleistet, der vom Großteil der bundesdeutschen Bevölkerung ignoriert wurde. Die beiden Initiativen aus Kassel und Köln berichten von ihren Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit den NSU-Morden und dem Prozess.

17.1.15 Katholische Hochschulgemeinde, Kurze Str. 13, 14.30 bis 19 Uhr "Mund auf — aber wie?" Ein Kurzworkshop zu Zivilcourage Die Teilnahme ist kostenlos, wegen der begrenzten Zahl der Teilnehmenden wird jedoch um eine Anmeldung bis zum 31.12.2014 an bildung@amnesty-goettingen.de gebeten. In einem Kurztraining sollen Verhaltensweisen eingeübt werden, welche der Entstehung oder drohenden Eskalation von Diskriminierungen gegenüber möglichen Betroffenen entgegenwirken. Ziel des Trainings soll es sein, den eigenen Blick für Diskriminierung im Alltag zu schärfen, um auf diese Weise für die Voraussetzungen und konkreten Möglichkeiten des Eingreifens im Alltag zu sensibilisieren und hierfür die eigenen Verhaltensmöglichkeiten zu erweitern.

18.1.15 Bistro Löwenstein, Rote Straße 28, 16 Uhr Tagebuch der Grete Paquin Die Sekretärin des Nobelpreisträgers für Physik James Franck und die Ereignisse des Jahres 1933 Veranstaltet vom Jüdischen Lehrhaus Göttingen Wie weit ist der tiefgreifende Einschnitt der sogenannten Machtergreifung von 1933 im öffentlichen Bewusstsein in Göttingen vorhanden? Zu diesem Thema informieren die Tagebuchaufzeichnungen von Grete Paquin, Sekretärin von James Franck.

20.1.15 Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 19.30 Uhr Beispiele von Verfolgung, Widerstand und Resistenz in Göttingen in der Konsolidierungsphase des Regimes. Vortrag von Dr. Rainer Driever, Göttingen Eine Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Göttingen in Kooperation mit dem Buchladen Rote Straße Im Frühjahr 1933 wurden aus politischen Gegnern der Nationalsozialisten deren erste Opfer, die mit einer Welle von Schutzhaft überzogen wurden. Inwieweit bestanden noch Handlungsmöglichkeiten für die meist linksgerichteten Schutzhäftlinge? Der Vortrag wird anhand von Beispielen auf Möglichkeiten und Grenzen des Widerstandes in Göttingen in der Frühphase des Regimes eingehen und dabei die dafür zentralen Personen und Gruppierungen in den Blick nehmen.

22.1.15 Apex, Burgstr. 46, 19.30 Uhr Das Massaker auf dem Peršmanhof am 25. April 1945 Dokumentation eines Kriegsverbrechens in Südkärnten Buchpräsentation "Peršman" mit der Museumspädagogin Gudrun Blohberger und der Zeithistorikerin Lisa Rettl Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen mit dem Wallstein Verlag Seit 1943 wurden junge Kärntner Slowenen aus dem Raum Bad Eisenkappel in das Jugendkonzentrationslager Moringen deportiert. Sie standen im Verdacht, den Partisanenwiderstand in Südkärnten unterstützt zu haben. Der Peršmanhof als zentraler Stützpunkt der Widerstandsbewegung wurde am 25. April 1945 zum Schauplatz eines der letzten NS-Verbrechen. Eine Gruppe von Angehörigen des SS- und Polizeiregiments 13 ermordete die dort lebende Familie. Jahrzehntelang blieb das Verbrechen ein Tabu. Der Hof als Erinnerungsort — heute eine der wichtigsten Erinnerungsstätten an den NS-Terror in Kärnten — avancierte in den Nachkriegsjahrzehnten vor allem zu einem Spielball politischer Interessen im Minderheitenkonflikt zwischen deutschsprechender Mehrheit und slowenischer Minderheit.

24.1.15 Johanniskriche 11.30 Uhr St., anschließend Gemeindesaal St. Johannis, 2, Vernissage der Ausstellung "Autogramme des Krieges" des Künstlers Gennady Dobrov (Russland) Anwesend ist Ludmila Dobrova, Witwe des Künstlers (Moskau) Veranstaltet vom DGB, der DGB-Jugend Südniedersachsen, der Projektwerkstatt "Spurensuche" auf dem Hohen Hagen und der Kirchengemeinde St. Johannis Göttingen, in Kooperation mit dem Kunstladen Floh-art und dem Verein Internationale Gärten e.V.Die Ausstellung eröffnen wird die Witwe des Künstlers, mit Einblicken in das Leben Gennady Dobrovs sowie den gesellschaftlichen und politischen Zusammen­hängen, vor denen die eindringlichen Zeichnungen entstanden. Bilder des Krieges. Autogramme. Lebens­geschichten, beschädigtes Leben. Verletzungen und Verstümmelungen, die das Leben verändern. Leidens­geschichten. Der russische Künstler Gennady Dobrov (1937 bis 2011) nimmt die zivilen Opfer des Krieges in den Blick, hält das Leiden dieser Menschen, ihren Schmerz, ihre Verzweiflung, ihre Trauer im Bild fest, zeigt schonungslos die Grausam­keiten des Krieges, ein leidenschaftlicher Protest gegen Krieg und Gewalt. 24.1.15 bis 8. Februar Johanniskirche, Johanniskirchhof 2, Ausstellung "Autogramme des Krieges" des Künstlers Gennady Dobrov (Russland) Öffnungszeiten: Mo. bis Sa. 11 bis 13 Uhr

26.1.15 Lumière, Geismarlandstr. 19, 20 Uhr Von Idar-Oberstein ins KZ Moringen Helmut Becker - Kindheit und Jugend in der NS-Zeit Uraufführung in Anwesenheit der Filmemacherin Susanne Schmidt. Anschließend besteht Gelegenheit zu einem Zeitzeugengespräch mit Helmut Becker Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Der 1926 in Idar-Oberstein geborene Helmut Becker war ein begeisterter Sportler. Nach einer im Januar 1943 gewonnen Skilaufmeisterschaft wurde ihm angeboten als Ausbilder zu arbeiten. Er sagte zu. Sein Lehrbetrieb wertete dies als unerlaubtes Entfernen vom Arbeitsplatz. Er wurde verhaftet, ins Gefängnis gesperrt und im KZ-Sachsenhausen inhaftiert. Von dort wurde er ins Jugend-KZ Moringen verlegt. Er litt Hunger und musste Zwangsarbeit leisten. Im August 1943 wurde Helmut Becker in ein Strafbataillon "entlassen". Bei der Landung der Alliierten in der Normandie geriet er in Kriegs­gefangen­schaft. Erst im Sommer 1946 kehrte er nach Deutschland zurück. Bis 1971 lebte er mit seiner Familie in Kanada und den USA. Seit vielen Jahren nimmt er an den Treffen der Moringer Lagergemeinschaft teil und trifft sich mit Jugendlichen, um über seine Jugend im Nationalsozialismus zu sprechen.

27.1.15 Paulinerkirche, Papendiek 14, 19.30 Uhr Göttingen "Meine Vergangenheit ist schrecklich und sie bringt Dir nichts." Lesung und Gespräch mit der Autorin Lizzie Doron (Tel Aviv) Eine Veranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz ) "Du wurdest für die Zukunft geboren, Du musst Neues lernen. Meine Vergangenheit ist schrecklich und sie bringt Dir nichts. Sie hat nichts mit Dir zu tun." Mit diesen Worten ihrer Mutter wächst Lizzie Doron, geboren 1953, in einem Stadtteil von Tel Aviv auf, wo sich Shoah-Überlebende aus allen Teilen Europas angesiedelt haben. Wir sprechen mit ihr über die Geschichte der Überlebenden, deren Schweigen und die Tradierung ihrer Traumata. Wir sprechen über die Erinnerung an die Shoah, wenn die letzten Überlebenden gestorben sein werden.

30.1.15 Widerstand, Resistenz und Verfolgung in Göttingen 15 Uhr Treffpunkt: Platz zwischen dem Johanniskirchhof und der Stadtbibliothek – Ecke Paulinerstraße/ Gotmarstraße 8, Göttingen— Ein Stadtrundgang Dauer: ca. 1,5 Std Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen und der Geschichtswerkstatt Duderstadt Der Stadtrundgang führt zurück in die Zeit des Nationalsozialismus in Göttingen. Sozialdemokraten, Gewerkschafter, KPD und andere linksgerichtete Kräfte waren erklärte Ziele der Verfolgung durch das neue Regime. Wir zeigen Orte dieser ersten Repressionswelle ab Frühjahr 1933 und gehen anhand der Geschichten ausgewählter Akteure auf antifaschistischen Widerstand und Resistenz in Göttingen ein. Zudem werden Streiflichter die Schicksale ausländischer Zwangsarbeitender in Göttingen beleuchten.

 

Ungesühnte Kriegsverbrechen: Der Göttinger General Hoßbach als Kriegsverbrecher im Vernichtungskrieg der Wehrmacht

Vortrag und Diskussion mit dem Soziologen Martin Heinzelmann (Göttingen) am 22.1.14 im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde, Angerstraße 14, 19 Uhr Veranstaltet von der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes — Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)

VeranstalterInnentext:
In Göttingen wurde der Erinnerungskult um die Wehrmacht maßgeblich vom ehemaligen General Friedrich Hoßbach geprägt. Zahlreiche Prominente und Tausende von Menschen nahmen an diesen wehrmachtsverherrlichenden Veranstaltungen im Nachkriegsdeutschland teil. Doch von der Beteiligung deutscher Soldaten am Vernichtungskrieg konnte man dort nichts erfahren. Dieser Teil der Geschichte blieb bewusst ausgeblendet. Der Soziologe Martin Heinzelmann zeigt in seinem Vortrag auf, dass General Hoßbach nicht nur Mitwisser, sondern selbst Mittäter war. Hoßbach hatte auf dem Territorium der damaligen Sowjetunion verschiedene hohe Kommandostellen inne. In seinem Befehlsbereich waren Terror gegen die Zivilbevölkerung und die Verschleppung von Zwangsarbeitern an der Tagesordnung. Neben einem kurzen Überblick über die verbrecherische Kriegsführung wird seine bisher weitgehend unbekannte Beteiligung an der "Operation Zwillinge" im März 1944 näher erläutert. Beim weißrussischen Dorf Osaritschi beispielsweise trieb Hoßbachs 56. Panzerkorps in Zusammenarbeit mit dem SS-Sonderkommando 7a über 40.000 "arbeitsunfähige Zivilisten" zusammen. Binnen einer Woche waren fast 8.000 von ihnen ermordet. Mit der Veranstaltung wollen wir erneut öffentlich machen, in welcher Form und Dimension auch Göttinger Wehrmachtseinheiten aktiv an der grausamen Vernichtungspolitik gegen jüdische und slawische Bevölkerung auf dem Gebiet der Sowjetunion beteiligt waren. Wir wollen damit auch den immer noch wabernden Nebelschleier einer vermeintlich "ehrenwerten Wehrmacht" lüften und zu einer kritischen Betrachtung der hiesigen regionalen Militärgeschichte beitragen.

 

Veranstaltungsreihe Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 2012/13

26.11.12 Otto-Hahn-Gymnasium, Carl-Zeiss-Straße 6, bis 7. Dezember 2012 "Aus Niedersachsen nach Auschwitz" Eine Wanderausstellung zur Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit , u.a. mit dem Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti e.V. Hannover, bei der großen Deportation der Sinti und Roma in das "Zigeunerfamilienlager" in Auschwitz-Birkenau wurden auch mindestens 700 Sinti aus Niedersachsen in den Tod geschickt. an Schultagen von 8 bis 16 Uhr öffentlich zugänglich.

15.11.12 Aula des Hainberggymnasiums Eröffnung der Ausstellung "Aus Niedersachsen nach Auschwitz" Eine Wanderausstellung zur Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit , um 11.30 Uhr . Danach ist sie an Schultagen von 8 bis 16 Uhr öffentlich zugänglich.

17.11.12 Nachbarschaftszentrum Mehrgenerationenhaus Grone, Deisterstraße 10, 19 Uhr, Die Zukunft der Erinnerung in der Migrationsgesellschaft Deutschland?! Eine Podiumsdiskussion zur Erweiterung der Gedenkperspektiven an die Opfer des Nationalsozialismus Mit: Kenan Emini (Roma Center e.V., Göttingen), Kutlu Yurtseven (Microphone Mafia, Köln), Juliane Wetzel (Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), Eike Stegen (Aktion Sühnezeichen, Berlin) Veranstaltet von DGB und DGB-Jugend Region Südniedersachsen-Harz Bei der Erinnerung an die Verbrechen und Opfer des Nationalsozialismus finden die Interessen und Positionen von Menschen mit Migrationsgeschichte in der bundesdeutschen Mehrheitsgesellschaft meist wenig Beachtung – insbesondere auch nicht in dem für das Gedenken bedeutsamen schulischen Kontext. Dabei sind auch die Lebensgeschichten dieser Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Nationalsozialismus verknüpft. Ob Nachfahren von Résistancekämpfer_innen in Italien, Polen und Frankreich, ob Kinder aus Kollaborateurs- und zugleich Opferfamilien aus Kroatien, ob Roma als Verfolgte des Naziregimes oder türkischstämmige Jüdinnen und Juden – diese vielfältige biographische Verwobenheit mit dem Nationalsozialismus wird oft ebenso wenig thematisiert wie die Kontinuität von Rassismus und Verfolgung in der Bundesrepublik. Vier Podiumsgäste aus historisch-politischer Bildungsarbeit, wissenschaftlicher Forschung sowie kulturellen und politischen Projekten diskutieren, wie die bundesdeutschen Gedenk- und Erinnerungsdiskurse verändert werden müssen, damit sie auch einer jungen Generation mit Migrationserfahrungen gerecht werden.

18.11.12 [Ort wird noch bekannt gegeben] "17 Uhr Ein Lied geht durch die Welt": Zum 70. Todestag des Chazan (jüdischen Kantors) Joseph Schmidt Vortrag, Film und Musik mit François Lilienfeld Veranstaltet von der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen Der jüdische Tenor Joseph Schmidt war einer der ersten Gesangsstars des 20. Jahrhundert. Mit seinem Film "Ein Lied geht um die Welt" wurde er 1933 weltberühmt, doch schon wenig später trieb ihn die nationalsozialistische Verfolgung in die Flucht. Erst 38 Jahre alt, starb er 1942 in einem Schweizer Flüchtlingslager. François Lilienfeld befasst sich seit über dreißig Jahren als Forscher und Interpret mit ostjüdischer Musik. Er konzertiert in Europa und den USA, hat zahlreiche CDs und Radioprogramme produziert und hält regelmäßig Vorträge.

19.11.12 Hainberggymnasium, Friedländer Weg 19, 18.30 Uhr, "Ausgrenzung und Abschiebung" Begleitseminar zur Wanderausstellung "Aus Niedersachsen nach Auschwitz" Veranstaltet von der Projektwerkstatt Spurensuche

20.11.12 Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 20 Uhr "Mordsgeschäfte" Krimilesung mit dem Autor Martin Sudermann Veranstaltet vom Buchladen Rote Straße und der Geschichtswerkstatt Göttingen Der Kriminalroman "Mordsgeschäfte" ist das ungewöhnliche Ergebnis einer längeren Recherche über die ungesühnte Ermordung von Zwangsarbeiter_innen am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte verknüpft das Portrait einer Familie mit den Spuren des Nationalsozialismus in der Gegenwart. Am Beispiel des fiktiven Tatorts Grüneck im Sauerland zeichnet das Buch ein äußerst widersprüchliches Bild davon, welche Haltungen die Verbrechen ermöglicht haben und wie die verdrängte Vergangenheit die Nachkriegszeit bis in die Gegenwart prägt. Martin Sudermann ist Journalist und publiziert überwiegend zu den Themen Rassismus, Migration und Geschichte. Er realisierte verschiedene Ausstellungs projekte und engagiert sich seit vielen Jahren gegen die Straflosigkeit von NS-Verbrechen.

7.12.12 Holbornsches Haus, Rote Straße 34, 19.30 Uhr Erinnerungskultur und Gedenkstättenpädagogik vor neuen Herausforderungen Vortrag und Gespräch mit Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Veranstaltet von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Veränderungen wie das Fehlen von Zeitzeug_innen stellen die Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit vor neue Herausforderungen. Detlef Garbe referiert einleitend über die Geschichte des KZs und den Zeitraum bis zur Eröffnung der Gedenkstätte Neuengamme. Im Zentrum seines Vortrags stehen dann die dortigen neueren pädagogischen Angebote und seine Erfahrungen in der Mitwirkung von internationalen Freiwilligen. Die Gedenkstätte Neuengamme arbeitet mit Freiwilligen der Organisation "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" zusammen, die aus dem Ausland für jeweils ein Jahr nach Deutschland kommen und sich in diesem Rahmen engagieren.

8.12.12 , KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, 15 Uhr, Moringen Führung zum Jugend-KZ Moringen Mit Hans Helms, pädagogischer Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Moringen Nähere Informationen und Anmeldung: 05554/2520, info@gedenkstaette-moringen.de Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der Ns-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und "Asozialität" erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.

13.12.12 ver.di-Geschäftsstelle, Groner-Tor-Straße 32, 17.30 Uhr Gewerkschaften und Nationalsozialismus – Arbeiter ohne Gewerkschaften Vortrag und Diskussion mit dem Politikwissenschaftler Jo Bons Veranstaltet von ver.di Göttingen und ver.di Bildungswerk Binnen weniger Monate nach der Machtübernahme durch die NSDAP 1933 wurden die Arbeiterparteien und die Gewerkschaften ausgeschaltet und in die Illegalität gedrängt. Die Nazi-Herrschaft bedeutete aber auch das Ende der Betriebsräte und jeder legalen Streikmöglichkeit. Worin bestanden die gesellschaftspolitischen Ziele des Nationalsozialismus und wie war sein Verhältnis zur sogenannten "sozialen Frage"? Welche Folgen hatte die Umgestaltung der Regelungsformen sozialer Interessenvertretung? Wie entwickelten sich die Arbeits-, Lohn- und Lebensbedingungen von abhängig Beschäftigen ohne Gewerkschaften? Welche Chancen hatte der politische Widerstand und wie war es um die Stabilität des Regimes bestellt? Um diese Fragen soll es in dem Vortrag gehen – aber auch darum, wie das Verhältnis der extremen Rechten heute zu Gewerkschaften und zur sozialen Frage aussieht.

15.12.12 , Nachbarschaftszentrum Mehrgenerationenhaus Grone, Deisterstraße 10, 16 Uhr bis 19 Uhr Göttingen "DenkMal weiter" Workshop bzw. Input und Diskussion mit Emran Elmazi (Amaro Drom e.V.) Zur besseren Planbarkeit bitten wir um eine kurze Anmeldung an femko.goe@gmail.com Veranstaltet von der queer-feministischen Gruppe FemKo Am 24. Oktober 2012 wurde in Berlin das "Denkmal für die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma" eingeweiht und damit eine lange bestehende Forderung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma erfüllt. Dabei hatte die Bundesregierung die Errichtung bereits vor mehr als 20 Jahren beschlossen. Warum dauerte die Umsetzung derart lange? Und welche Symbolik steckt hinter dem Denkmal? Der Workshop mit Emran Elmazi, dem Vorsitzenden des interkulturellen Jugendverbands "Amaro Drom" für Roma und Nicht-Roma, soll nicht nur einen Überblick über die geschichtlichen Ereignisse und die Entstehung des Denkmals vermitteln, sondern auch auf seine Symbolik, die Fernwirkung und die damit verbundene Verantwortung für Gegenwart und Zukunft hinweisen.

15.12.12 Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 19.30 Uhr, "Zugang erwünscht" Film über das ehemalige Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen Uckermark Veranstaltet vom Buchladen Rote Straße und der Geschichtswerkstatt Göttingen Eine Gruppe feministischer Antifaschist_ innen begann 1997, die Geschichte des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers für Mädchen und junge Frauen und späteren Vernichtungslagers Uckermark aus der Vergessenheit zu holen. Ihr Konzept stellt sich traditioneller Gedenkpolitik entgegen. Mittlerweile gibt es Pläne staatlicher Institutionen, auf dem Gelände beim KZ Ravensbrück einen Gedenkort zu errichten. Konträre Positionen zu Gedenkpolitik und -praxis stehen sich dabei gegenüber. Wird das Gedenken zum Bereich staatlicher und akademischer Institutionen, oder bleibt eine offene zugängliche Praxis erhalten? Zwei Aktivistinnen der "Initiative für einen würdigen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V." werden den gerade fertig gestellten Film "Zugang erwünscht" vorstellen und aus ihrer Praxis berichten.

9.1.13, Freie Altenarbeit 15.30 Uhr, Am Goldgraben 14, Göttingen Sinti und Roma: Wie erinnern wir die Geschichte ihrer Verfolgung im Nationalsozialismus? Erzählcafé mit Dietmar Sedlaczek, Leiter der Gedenkstätte Moringen Moderation: Regina Meyer Veranstaltet von der Freien Altenarbeit Göttingen In Moringen bei Göttingen wurde 1940 das erste "polizeiliche Jugendschutzlager" errichtet. Jugendliche im Alter von 13 bis 22 Jahren wurden dort bis zur Auflösung 1945 interniert. Auch Sinti und Roma waren dort inhaftiert. Der Leiter der Gedenkstätte Moringen, Dietmar Sedlaczek, wird uns über die oft verschwiegene Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma berichten. Anhand von Zeitzeugenberichten von Überlebenden werden wir den Alltag näher kennen lernen. Und im Blick zurück fragen wir uns: Wie erinnern wir die Geschichte der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus?

13.1.13 Synagoge in der Angerstraße 11 Uhr, Göttingen (Männer bitte mit Kopfbedeckung!)

13.1.13 Reformierte Gemeinde 18 Uhr, Untere Karspüle 11, "Das Lied der Mirjam" Ein Konzert mit dem Duo Kalinowsky (Bratsche und Klavier) Eintritt: 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) Veranstaltet von der Jüdischen Gemeinde, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Reformierten Kirche Das Programm "Das Lied der Mirjam" besteht aus Werken von jüdischen Komponistinnen, darunter Helene Liebmannn, Fanny Hensel (geb. Mendelssohn), Minna Keal, Vally Weigl, Lena Stein-Schneider und Sarah Feigin. Hinter jedem Namen verbirgt sich ein dramatisches Schicksal und ein einzigartiges kompositorisches Schaffen, das bisher kaum bekannt ist. Semjon Kalinowsky (Bratsche) und Bella Kalinowska (Klavier), die ursprünglich aus der Ukraine stammen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, vergessene Musikstücke aus der jüdischen Tradition in Erinnerung zu bringen, und gewähren uns zudem einen Einblick in die Biographien der genannten Künstlerinnen. Der Titel erinnert an die Prophetin Mirijam aus der Thora und ihr Musizieren beim Exodus durch das Schilfmeer.

18.1.13 Holbornsches Haus, Rote Straße 34, 20 Uhr Die Traumatisierung der Nachkommen: Psychosoziale Spätfolgen der Shoah Vortrag und Diskussion mit dem Psychoanalytiker Kurt Grünberg (Frankfurt) Veranstaltet von der OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle) Fast 70 Jahre nach der Befreiung Europas von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft wollen viele Deutsche den Nationalsozialismus zu den Akten legen. Durch das Sterben der letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen fühlen sie sich darin bestärkt, die Shoah zur fernen Vergangenheit zu erklären. Doch für die Nachkommen der Menschen, die von den Nazis entrechtet, verfolgt und ermordet wurden, ist sie das nicht. Der Vortrag zeigt, wie in Familien von Shoah-Überlebenden in Deutschland das extreme Trauma der Opfer an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird. Mit dem Konzept des szenischen Erinnerns wird Kurt Grünberg vom Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt die Auswirkungen der Shoah auf Überlebende und deren Nachkommen anhand einer Fallvorstellung deutlich machen.

20.1.13 Arbeit und Leben, Lange Geismarstraße 72, 16 Uhr bis 19 Uhr Göttingen Jüdische Lebensgeschichten aus der Sowjetunion – Erzählungen, Entfremdung und Rückbesinnung" Lesung, Vortrag und Diskussion mit dem Historiker Jan Arend (Universität München) Veranstaltet von der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen und dem Jüdischen Lehrhaus Göttingen Die Lebensgeschichten von Jüdinnen und Juden aus der Sowjetunion erzählen von antisemitischer Unterdrückung und Entfremdung vom Judentum, aber auch von Widerstand und von gelungener Integration in die sowjetische Gesellschaft. Für die bundesdeutsche Gegenwart sind die Erfahrungen sowjetischer Jüdinnen und Juden von besonderer Bedeutung, machen doch jüdische Menschen aus den ehemals sowjetischen Ländern mittlerweile einen großen Teil des Judentums in Deutschland aus.

24.1.13 Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 719 Uhr, "Hunderte solcher Helden": Der Aufstand jüdischer Gefangener im NS-Vernichtungslager Sobibór Lesung und Diskussion mit der Historikerin Franziska Bruder Veranstaltet von ver.di Göttingen, VVN-BdA Kreisvereinigung Göttingen sowie Buchladen Rote Straße In Sobibór wurden etwa 170.000 Menschen ermordet, in ihrer überwältigenden Mehrheit europäische Jüdinnen und Juden. Sobibór war ein reines Vernichtungslager, die Jüdinnen und Juden wurden nach der Ankunft direkt in die Gaskammer geführt. Lediglich 550 bis 600 Menschen wurden für Arbeiten im Lager und rund um den Vernichtungsvorgang selektiert. Der Aufstand in Sobibór ist eines der eindringlichsten Beispiele gegen die These, Jüdinnen und Juden hätten sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen. In ihrem neuen Buch geht Franziska Bruder an Hand von beispielhaften Überlebendenberichten den Fragen nach, wer die Akteur_innen des Aufstands waren: Woher kamen sie? Verfügten sie über politische, organisatorische oder konspirative Erfahrungen? Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein, um die Zeit nach dem Aufstand bis zur Befreiung überleben zu können?

26.1.13 Katholische Hochschulgemeinde, Kurze Straße 1314 Uhr bis 18.30 Uhr, Göttingen "Mund auf, aber wie?" Umgang mit Parolen und Sprüchen Mit Margarete Boos (Prof. für Sozial- und Kommunikationspsychologie), Ulrich Gohlke (Kommunikationstrainer) und Andrea Wendt (amnesty international, Göttingen) Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch wird wegen der begrenzten Zahl der Teilnehmenden um Anmeldung bis zum 31.12.2012 gebeten. Nähere Informationen und Anmeldung unter: bildung@amnesty-goettingen.de Veranstaltet von amnesty international Göttingen Rassismus und Diskriminierung sind Alltagsrealität und fangen nicht erst mit dem Angriff auf Leib und Leben an. Sie äußern sich auch in Parolen, Stammtischsprüchen, Witzen und Pöbeleien. In einem Kurztraining werden Verhaltensweisen geübt, die die Entstehung und Eskalation von Diskriminierung gegenüber möglichen Opfern verringern können. Der Blick für Diskriminierung im Alltag wird geschärft. Mut, innere Ruhe und das Erkennen eigener Grenzen als Grundlagen für überlegtes Handeln werden reflektiert. Ziel des Trainings ist es, für die Voraussetzungen und konkreten Eingriffsmöglich_keiten im Alltag zu sensibilisieren und hierfür das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern.

26.1.13 Reformierte Gemeinde, Untere Karspüle 11, 19.30 Uhr, Göttingen "Die Seele der Dinge" Lesung und Zeitzeugengespräch zum Shoah-Gedenktag mit Éva Pusztai Veranstaltet vom Bündnis "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – 27. Januar" Éva Pusztai hat Auschwitz-Birkenau und die Zwangsarbeit im Außenlager Münchmühle des KZ Buchenwald bei Allendorf überlebt. Mehr als 60 Jahre später legt sie in ihrem Buch "Die Seele der Dinge" aus der Sicht des Alters Zeugnis ab über ihr Schicksal als jüdische Ungarin in der NS-Zeit. Das Buch ist zugleich eine berührende Hommage an ihre ermordete Großfamilie. Eine ihrer Erfahrungen ist: "Man wird Auschwitz nie los. Es sitzt in den Fingerspitzen, in den Haaren, in der Seele. Überall. Man kann es nicht abschütteln." An eine Lesung aus dem Buch "Die Seele der Dinge" schließt sich ein Gespräch mit Éva Pusztai an. Eine Gruppe von Schüler_innen der KGS Moringen berichtet von ihren Erfahrungen bei ihrem Aufenthalt und Arbeitseinsatz im ehemaligen KZ Auschwitz.

30.1.13 Kino Lumière, Geismarlandstraße 19, 19 Uhr "Wir müssen das erzählen!" Dokumentarfilm (57 Min.) und Zeitzeugengespräch mit dem Shoah-Überlebenden Maurice Cling (Paris) Veranstaltet von der OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle) Maurice Cling wurde im Sommer 1944 im Alter von 14 Jahren aus dem französischen Lager Drancy nach Auschwitz deportiert. Seine Eltern und sein älterer Bruder wurden in dem nationalsozialistischen Vernichtungslager ermordet. Heute versucht der pensionierte Universitätsprofessor, die Erinnerung an die Verbrechen durch Besuche in Schulklassen oder die Begleitung von Schulfahrten nach Auschwitz wachzuhalten – auch wenn er dabei immer wieder betont, dass er als Überlebender nicht für die überwältigende Mehrheit der Ermordeten sprechen kann. Seine Söhne, die Filmemacher Daniel und Pascal Cling, haben ihn und andere Auschwitz-Überlebende zu ihren Treffen und Vorträgen begleitet. "Wir müssen das erzählen!" ist ein Film über das Erinnern – und über die Weitergabe der Erinnerung. Pascal Cling wird bei der Veranstaltung ebenfalls anwesend sein. Sofern nicht anders angegeben, ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei. Spenden sind erwünscht.

 

Veranstaltungsreihe 9.11.2010 - 27.1.2011
"Gegen das Vergessen. Zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus"

Auch in diesem Jahr organisiert die KZ-Gedenkstätte Moringen in Zusammenarbeit mit dem DGB-Ortsverband Northeim-Moringen und dem Superintendenten des Kirchenkreises Leine-Solling Veranstaltungsreihe "Gegen das Vergessen. Zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus".
Der 27. ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. und der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die geplanten Veranstaltungen der Reihe finden jedoch bewusst nicht nur am 27. Januar statt. Der Beginn liegt bereits am 9. November, dem Jahrestag des Pogroms gegen die jüdische Bevölkerung. Die Verbrechen des Nationalsozialismus fanden auch vor der eigenen Haustür. viele Veranstaltungen stellen einen Bezug zur Region her und Stadtrundgänge sollen Geschichte begehend vor Ort erfahrbar machen. Viele Veranstaltungen richten sich gezielt an Jugendliche.


Veranstaltungsprogramm

Dienstag, 9. November 2010, 16.00 Uhr Gedenken an die Pogromnacht Veranstaltet vom Ökumenischen Arbeitskreis Northeim Ort: Northeim, Entenmarkt

Donnerstag, 11. November 2010 "Die Angst war immer da" - Zeitzeugengespräch mit Alfred Grasel 1942 kam der damals sechzehnjährige Alfred Grasel in das Jugend-KZ Moringen. Hinter ihm lag eine Odyssee durch mehrere Kinderheime in Wien. Im Jugend-KZ Moringen leistete er unter Tage mehr als zweieinhalb Jahre Zwangsarbeit in der Heeresmunitionsanstalt in Volpriehausen. "Die Angst war immer da, vor allem vor den Schlägen. Wenn irgendetwas Kleines passiert ist, mussten alle raus am Appellplatz antreten, hocken, springen, hüpfen, auch bei tiefem Frost. Die SS ist rundherum gestanden und hat gelacht." Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Für SchülerInnen der KGS Moringen

Donnerstag, 25. November 2010, 19.00 Uhr Rainer Küchenmeister und die Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" Der Maler und Hochschullehrer Rainer Küchenmeister erlebte als Heranwachsender die Hitlergegner Harro Schulze-Boysen, Günther Weisenborn und andere Freunde seines Vaters. Mitte September 1942 gemeinsam mit dem Vater festgenommen, verbrachte die Gestapo den 16jährigen im Februar 1943 in das Jugend-KZ Moringen. Der Vater wurde am 13. Mai 1943 in Plötzensee ermordet. Der Historiker Dr. Hans Coppi, freier Mitarbeiter an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, geht in seinem Vortrag auf die "Rote Kapelle" und den auch davon geprägten Lebensweg Rainer Küchenmeisters ein. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Ort: Holbornsches Haus, Rote Straße 34, Göttingen

Samstag, 4. Dezember 2010, 14.30 Uhr Führung zum Jugend-KZ Moringen mit Hans Helms, pädagogischer Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Moringen Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sog. Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und "Asozialität" erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen. Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Strasse 58

Dienstag, 7. Dezember 2010, 20 Uhr "Die Unwertigen" Dokumentarfilm und Zeitzeugengespräch mit Richard Sucker Die Nazis sortierten Jugendliche nach ihrem Wertesystem der Rassenhygiene und Eugenik. Die ihrer Meinung nach "wertigen" Kinder wurden gefördert, die vermeintlich "unwertigen" aussortiert und ausgemerzt. "Die Unwertigen" (Deutschland 2009, 86 Min.) zeigt mit berührenden Schicksalen, wie in Deutschland Kinder und Jugendliche über Jahrzehnte aussortiert wurden, wenn sie nicht in das Wertesystem passten. Der Film von Renate Günther-Greene beginnt im Nationalsozialismus, zeigt aber deutlich, dass dieses Wertesystem noch bis weit in die 70er Jahre gang und gäbe war. Richard Sucker, einer der Protagonisten des Films, ist zu Gast im Lumière. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen und dem Kino Lumière Ort: Kino Lumiere, Geismarlandstraße 19, Göttingen

Mittwoch, 12. Januar 2011, 19.00 Uhr Hans und Grete und Max und Moritz. Die Juden aus Northeim und seiner Umgebung waren integriert. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Namen, die sie ihren Kindern gaben. Hans Harer hat seit 6 Jahren Kontakt mit Überlebenden, die von jüdischer Existenz in Northeim vor Vertreibung und Mord erzählen können. Über die verschiedenen Schattierungen jüdischen (Über-)Lebens wird es an diesem Abend gehen. Im Mittelpunkt steht der in Northeim geborenen Hans Katz. Er musste die Stadt 1937 mit seiner Familie verlassen. 1941 wurden alle nach Riga deportiert, der Vater wurde dort ermordet, Mutter und Schwester in Auschwitz. Hans Katz wurde 1945 im KZ Bergen-Belsen befreit. Der 83-jährige lebt seit 1948 im südafrikanischen Johannesburg. Veranstaltet von der St. Sixti Gemeinde Northeim Ort: St. Sixti Gemeindehaus, Hagenstraße 18, Northeim Hans Harer organisiert eine Spenden - Aktion für den KZ-Überlebenden Hans Katz. Der 83 Jährige braucht dringend Unterstützung. Das Spenden-Konto lautet: Kirchenkreisamt Northeim, Konto-Nr. 23887, KSN BLZ 262 500 01, Stichwort "Hans Katz-Fonds"

Samstag, 15. Januar 2011, 14 Uhr Führung zum Frauenkonzentrationslager Moringen mit Anne Berghoff, freie Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Moringen Im Frauen-KZ Moringen waren vor allem Frauen aus dem politischen Widerstand und Zeuginnen Jehovas inhaftiert, aber auch Remigrantinnen und sog. Rassenschänderinnen, z.B. die Schauspielerin Lotti Huber. Das Lager entwickelte sich zum zentralen Frauen-KZ. 1938 wurde das Lager aufgelöst, und die Häftlinge wurden in drei großen Transporten in das KZ Lichtenburg überstellt. Viele von ihnen kamen später in das Frauen-KZ Ravensbrück. Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, Moringen

19. Januar + 20 Januar 2011, Shoa in Griechenland 1943-1944: Zeugnisse und Berichte Über die brutale NS-Besatzung in Griechenland, die in der Deportation und Ermordung der griechischen Jüdinnen und Juden in Auschwitz gipfelte ist bisher in der BRD wenig bekannt. Der Bremer Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus reiste bereits in den 1980er Jahren nach Griechenland, sammelte ZeitzeugInnen-Berichte und sicherte Spuren dieser Verbrechen. Seine Rechercheergebnisse fasste er in dem 2010 erschienen Buch "Winter in Griechenland" zusammen, welches er im Rahmen dieser Veranstaltung vorstellen wird. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen

Veranstaltungsort 19. Januar: 19.30 Uhr, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, Moringen
Veranstaltungsort 20. Januar: 20 Uhr Theater-Keller, Geismar-Landstraße 19, Göttingen

Donnerstag, 27. Januar 2011, 11.30 Uhr Projekt "Topographie der Erinnerung" - Gedenken und Erinnern in Südniedersac hsen. Öffentliche Website-Präsentation Wie wird in Südniedersachsen an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert? In vielen Orten existieren Gedenksteine und Tafeln, veranstalten AkteurInnen aus Initiativen, Geschichtswerkstätten und Schulen Gedenkveranstaltungen, recherchieren in Archiven, befragen ZeitzeugInnen und dokumentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit in Vorträgen, Broschüren und Büchern oder Ausstellungen und Jugendprojekten - all dies ergibt eine "Topografie der Erinnerung", welche die Website www.erinnernsuedniedersachsen.de abbilden möchte. Sie ist Bestandteil eines von der Amadeo Antonio Stiftung geförderten Projektes, das "Topografie der Erinnerung heißt. In einer öffentlichen Präsentation wird die Website von Julia Braun (KZ-Gedenkstätte Moringen) und Dr. Dietmar Sedlaczek (KZ-Gedenkstätte Moringen) sowie Dr. Andrés Nader (Amadeu Antonio Stiftung) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung, Berlin Ort: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, Moringen

4.02. - 4.3.2011 (Eröffnung am Fr. den 04.Februar 2011 um 16 Uhr) Ausstellung "NS-Psychiatrie und die Opfer - Gedenken in Niedersachsen". Autor: Dr. Raimond Reiter Gedenken - Andenken - Erinnern. Wie kann dies angemessen für die Opfer der nationalsozialistischen Psychiatrie in Niedersachsen geschehen? Die Ausstellung zu diesem Thema versteht sich als Beitrag zur Gedenkstättenarbeit und setzt sich mit der Geschichte verschiedener psychiaterischer Einrichtungen in Niedersachsen während der NS-Zeit auseinander, unter anderem auch mit Göttingen. Nähere Informationen: www.gedenken-ns-psychiatrie.de/texte.html Veranstaltet von der Volkshochschule Göttingen in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Moringen Ort: Volkshochschule Göttingen, Bahnhofsallee 7, Göttingen

 

Veranstaltungen 9.11.09 bis 27.1.10

Die Veranstaltungsreihe wird konzipiert und organisiert von: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) und DGB-Jugend Region Südniedersachsen-Harz, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, KZ-Gedenkstätte Moringen, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V., Göttingen, Jüdische Gemeinde Göttingen, Jüdisches Lehrhaus Göttingen, Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA), Göttingen, OLAfA (Offene Linke - Alles für Alle), Göttingen, Geschichtswerkstatt Göttingen e.V., Geschichtswerkstatt Duderstadt e.V., Basisgruppe Geschichte an der Universität Göttingen, Freie Altenarbeit Göttingen e.V., Amnesty International Göttingen (Gruppe 1117), [femKo] queerfeministische Kooperation, Göttingen Mit Unterstützung von: Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen, Landschaftsverband Südniedersachsen und Intersection e.V. Sofern nicht anders angegeben, ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei. Spenden sind erwünscht.

Infos zu den einzelnen Veranstaltungen

Montag, 9. November 2009, 18 Uhr Mahnmal am Platz der ehemaligen Göttinger Synagoge, Göttingen Splitter der Zeit eine Zeitreise Gedenkstunde anlässlich der Pogromnacht 1938 Im Mittelpunkt der traditionellen Gedenkstunde steht in diesem Jahr der Tag danach , der 10. November 1938. Sie wird gestaltet von SchülerInnen des Theodor-Heuss-Gymnasiums mit ihrer Fachlehrerin für Geschichte, Uta Richter-Uhlig. Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Stadt Göttingen

Montag, 9. November 2009, 19.30 Uhr Stadtbibliothek, Thomas-Buergenthal-Haus, Gotmarstraße 8, Göttingen (ACHTUNG: Anderer Ort, als in den Flyern der Veranstaltungsreihe angegeben!) Lange Nacht der Erinnerung Gezeigt wird der ungekürzte Filmbericht Thommy, ein Kind überlebt die Nazizeit" von und über Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Buergenthal, Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Der 75-Jährige wurde als Kind von den Nazis nach Auschwitz und Sachsenhausen deportiert. Nach seiner Befreiung lebte er mit seiner Mutter in Göttingen, ehe er 1951 in die USA auswanderte. Veranstaltet vom Jüdischen Lehrhaus Göttingen

Dienstag, 17. November 2009, 18 Uhr DGB-Haus, Obere-Masch-Straße 10, Göttingen Arbeiter ohne Gewerkschaften Vortrag von Jo Bons, Seminar für Politikwissenschaften der Universität Göttingen Nur einen Tag nach dem 1. Mai 1933, von den Machthabern zum Tag der nationalen Arbeit deklariert, lösten die Nationalsozialisten die freien Gewerkschaften auf, beschlagnahmten das Vermögen und verhafteten viele der Funktionäre. Nicht wenige von ihnen wurden misshandelt und ermordet. Worin bestanden die gesellschaftspolitischen Ziele des Nationalsozialismus, und welche Folgen hatte die Umgestaltung der herkömmlichen Regelungsformen sozialer Interessenvertretung? Welche Chancen hatte der politische Widerstand, und wie war es um die Stabilität des Regimes bestellt? Darum soll es in dem Vortrag gehen aber auch um die Frage, wie heute das Verhältnis der aktuellen extremen Rechten (NPD, Kameradschaften) zu Gewerkschaften und zur sozialen Frage aussieht. Veranstaltet vom DGB Südniedersachsen-Harz

Dienstag, 24. November 2009, 19.15 Uhr DGB-Haus, Obere-Masch-Straße 10, Göttingen Paris Boulevard St. Martin No 11" Ein jüdischer Antifaschist und Kommunist in der Résistance und der Bundesrepublik Lesung aus den Lebenserinnerungen von Peter Gingold Dr. Ulrich Schneider und Silvia Gingold lesen aus den Lebenserinnerungen des 2006 gestorbenen Kommunisten und Résistance-Kämpfers Peter Gingold und sprechen über das 2008 erschienene Buch. Veranstaltet von VVN-BdA

Samstag, 5. Dezember 2009, 14 Uhr KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, Moringen Führung zum Frauenkonzentrationslager Moringen Im Frauen-KZ Moringen waren vor allem Frauen aus dem politischen Widerstand und Zeuginnen Jehovas inhaftiert, aber auch Remigrantinnen und sog. Rassenschänderinnen, z.B. die Schauspielerin Lotti Huber. Das Lager entwickelte sich zum zentralen Frauen-KZ. 1938 wurde das Lager aufgelöst, und die Häftlinge wurden in drei großen Transporten in das KZ Lichtenburg überstellt. Viele von ihnen kamen später in das Frauen-KZ Ravensbrück. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen

Dienstag, 8. Dezember 2009, 19.30 Uhr DGB-Haus, Obere-Masch-Straße 10, Göttingen Mit allen Mitteln gegen Entschädigung Wie Deutschland gegen die Ansprüche von NS-Opfern kämpft Vortrag von Martin Klingner, Rechtsanwalt aus Hamburg Seit fast zehn Jahren weigert sich Deutschland, die Opfer des SS-Massakers im griechischen Dorf Distomo zu entschädigen. Urteile griechischer und italienischer Gerichte, die den Überlebenden und Nachkommen eine Entschädigung in Höhe von 28 Millionen Euro zusprachen, wurden von der Bundesrepublik ebenso wenig anerkannt wie Entschädigungsansprüche italienischer NS-Opfer. Um der Zwangsvollstreckung zu entgehen, hat die Bundesregierung im Dezember 2008 sogar Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag erhoben. Dabei geht es auch um die viel grundlegendere Frage, ob Staaten für Kriegsverbrechen überhaupt zur Rechenschaft gezogen werden können. Rechtsanwalt Martin Klingner (Arbeitskreis Distomo) berichtet über den Stand des Verfahrens und über den politischen Kampf für Entschädigung. Veranstaltet von der OLAfA (Offene Linke Alles für Alle)

Donnerstag, 10. Dezember 2009, 20 Uhr DGB-Haus, Obere-Masch-Straße 10, Göttingen ...auf dem Hauptgebäude die weiß-rote Fahne gehisst... Polnische Displaced Persons in Moringen 1945 bis 1951 Vortrag von Stefan Wilbricht, Historiker aus Göttingen Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Moringen wurde unmittelbar nach dem Krieg ein Auffanglager für PolInnen errichtet. Wie ist dieses Lager entstanden, wie war seine Verbindung zur Stadt? Wie sahen Leben und Alltag seiner BewohnerInnen aus? Und was wurde aus seinen Bewohnern nach der Auflösung des Lagers? Stefan Wilbricht stellt die Ergebnisse seiner Magisterarbeit vor, in der er sich mit diesen Fragen beschäftigte. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen

Donnerstag, 17. Dezember, 19.30 Uhr Kino Lumière, Geismarlandstraße 19, Göttingen Zwischen Italo-Western, Kommerz und Rachefantasien. Nationalsozialismus und Film am Beispiel von Inglourious Basterds Filmvorführung, Analyse und Diskussion mit Helmut Korte, Filmwissenschaftler aus Göttingen Inglourious Basterds , der neue Film von Quentin Tarantino, erzählt die Geschichte einer Widerstandsgruppe, die in Wild-West-Manier Nazis jagt. Zugleich geht es um eine Jüdin, die die Gunst der Stunde nutzt und ihre ermordete Familie rächt, indem sie die gesamte Führungsriege der Nazis umbringt. Was ist das für ein Film? Ein Märchen über den Nationalsozialismus, in dem der Golem lebendig wird und das jüdische Volk beschützt? Ein ersponnener Traum des Widerstandes, in dem sich die verfolgten Bastards gegen die Nazis auflehnen und sie besiegen? Ein kommerziell erfolgreicher Hollywoodfilm, der zufällig zur Zeit des Nationalsozialismus spielt? Und muss eine solche Darstellung des NS zu einer sinnvollen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit beitragen? Veranstaltet vom DGB Südniedersachsen-Harz in Zusammenarbeit mit dem Kino Lumière

Mittwoch, 6. Januar 2010, 15.30 Uhr Freie Altenarbeit Göttingen, Am Goldgraben 14, Göttingen Zivilcourage in Nazi-Deutschland Erzählcafe mit Pastor Klaus Reichmuth Kurz vor seinem Abitur in Stettin im Januar 1942 wurde Klaus Reichmuth als 18-Jähriger von der Gestapo ins KZ Sachsenhausen gebracht bekleidet mit seinem
Mantel der Hitler-Jugend. Reichmuth, von 1967 bis 1989 Pastor der St.-Johannis-Gemeinde in Göttingen, wird uns berichten, wie er im KZ überleben konnte und wie dies seinen weiteren Lebensweg geprägt hat. Die christliche Opposition seiner Eltern in Nazi-Deutschland spielt dabei eine große Rolle. Veranstaltet von der Freien Altenarbeit Göttingen

Sonntag, 17. Januar 2010, 11.30 Uhr Zeugnisse aus Stein Führung mit Harald Jüttner über den Jüdischen Friedhof in Göttingen Treffpunkt: An der Gerichtslinde/Kasseler Landstraße, Göttingen. Männer sind gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Veranstaltet von der Jüdischen Gemeinde Göttingen und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Sonntag, 17.Januar 2010, 16 bis 19 Uhr Arbeit und Leben, Lange Geismarstraße 72, Göttingen Exil der frechen Frauen Lernhaus mit Cornelia Stocker zum Roman von Robert Cohen Im Mittelpunkt dieses Lernhauses - einer anderen Form des Lernens - stehen Olga Benario, Maria Osten, Ruth Rewald und andere linke Frauen (darunter viele Jüdinnen), die im Exil gegen den Nationalsozialismus kämpften. Veranstaltung vom Jüdischen Lehrhaus Göttingen

Dienstag, 19. Januar 2010, 20 Uhr Galerie Apex, Burgstraße 46, Göttingen Die Shoah im Kino
Wie das Unvorstellbare zum Spielfilmthema wird
Vortrag und Broschürenvorstellung
Spielfilme über den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden haben Konjunktur. Was 1978/79 mit der amerikanischen Fernsehserie Holocaust begann, findet seit den 90er Jahren in immer schnellerer Folge seine Fortsetzungen von Schindlers Liste über Das Leben ist schön bis zu Der Junge im gestreiften Pyjama . Welche Rolle spielen derartige publikumswirksame Filme bei der Erinnerung an die Shoah? Welches Bild der NS-Vergangenheit wird dabei gezeichnet? Und ist die Darstellung des Unvorstellbaren überhaupt angemessen möglich? Diesen Fragen widmet sich eine Broschüre, die aus dem Göttinger Bündnis Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 27. Januar heraus entstanden ist. In der Veranstaltung wird sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Veranstaltet von OLAfA (Offene Linke Alles für Alle), Basisgruppe Geschichte und Einzelpersonen

Mittwoch, 20. Januar 2010, 19.30 Uhr Kreisvolkshochschule (KVHS), Marktstraße 75, Duderstadt Untergang und Nachgeschichte der Synagogengemeinde Duderstadt 1933 bis 1988 Vortrag von Götz Hütt und Brita Bunke-Wucherpfennig (Geschichtswerkstatt Duderstadt) Dieser Vortrag schließt sich historisch an die Veranstaltung vom 4. November 2009 an. Die Machtergreifung" von 1933 sowie die Reichskristallnacht von 1938, aber auch die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sollen an diesem Abend thematisiert werden. Veranstaltet von der KVHS Göttingen und der Geschichtswerkstatt Duderstadt

Donnerstag, 21. Januar 2010, 19.30 Uhr DGB-Haus, Obere-Masch-Straße 10, Göttingen Geschichtspolitik und Antiziganismus Der Umgang mit dem NS-Völkermord an Sinti und Roma Vortrag von Kathrin Herold (Bremen) und Yvonne Robel (Hamburg) Der Gedenkschub der 1990er Jahre hat auch die noch in den 1980er Jahren als die vergessenen Opfer betitelten Roma ins gesamtdeutsche Erinnerungstableau integriert. Dennoch lässt sich anhand aktueller Beispiele, wie etwa der Diskussion über die Errichtung eines Roma-Mahnmals in Berlin, zeigen, dass auch die verstärkte Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Völkermord an Sinti und Roma wesentlich durch eine enge Verbindung von Gedenkpolitik und Antiziganismus geprägt wurde und wird. In ihrem Vortrag suchen Kathrin Herold und Yvonne Robel, Mitherausgeberinnen des 2009 erschienenen Sammelbandes Antiziganistische Zustände , nach Wegen, wie ein solchermaßen von Stereotypen geprägtes Sprechen über Roma entlarvt werden kann. Veranstaltet von DGB-Jugend Südniedersachsen/Harz

Mittwoch, 27. Januar 2010, 20 Uhr Altes Rathaus, Kornmarkt, Göttingen Per la Vita Konzert zum Holocaust-Gedenktag mit Esther Bejarano und Microphone Mafia Esther Bejarano überlebte als Musikerin des Mädchenorchesters das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Ihr gelang die Flucht von einem der Todesmärsche. Als politische Aktivistin und Musikerin kämpft Esther Bejarano noch heute gegen Faschismus und Antisemitismus. Gemeinsam mit den Kölner Rappern Kutlu Yurtseven und Signore Rossi von Microphone Mafia, die seit den 90ern sehr erfolgreich gegen Rassismus rappen, gründete sie ein spannendes Musikprojekt und veröffentlichte die CD Per la vita . Eintritt: Sieben Euro, ermäßigt vier Euro Vorverkauf im Roten Buchladen, Nikolaikirchhof 7, Göttingen, und bei den anderen Veranstaltungen dieser Reihe. Veranstaltet vom Göttinger Bündnis Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 27. Januar

Samstag, 30. Januar 2010, 14 Uhr Medizin im Nationalsozialismus in Göttingen Stadtrundgang Dauer: ca. 90 Minuten. Der Rundgang vermittelt auf dem Gelände des ehemaligen Universitätsklinikums die Geschichte der medizinischen Wissenschaften im Nationalsozialismus und ausgewählter Professoren der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen. Rund 1600 Männer und Frauen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus in Göttinger Universitätskliniken zwangssterilisiert. In den Unikliniken waren ZwangsarbeiterInnen beschäftigt. Welche Haltung hatten Göttinger Medizinwissenschaftler zur rassistischen Gesundheitspolitik der Nationalsozialisten? Wie verliefen ihre Karrieren in der NS-Zeit und nach 1945? Treffpunkt: Haupteingang der Neuen Universitätsbibliothek, Platz der Göttinger Sieben 1, Göttingen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich! Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen

Samstag, 30. Januar 2010, 19 Uhr Katholische Kirchengemeinde St. Michael, Gemeindesaal, Kurze Straße, Göttingen Die Besserung Ein Theaterstück über das Jugendkonzentrationslager Moringen Im Zentrum steht das Schicksal des 14-jährigen Franz, der 1942 bei den faschistischen Jugendbehörden als Herumtreiber und Pubertätsversager aktenkundig wird und nach zwei Fluchtversuchen aus einem Jugendheim in das Jugendkonzentrationslager Moringen überstellt wird. Die Geschichte des Häftlings Franz ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der zwei Söhne sich über das aus Scham von ihren Vätern lange verschwiegene Geheimnis des Lageraufenthaltes unterhalten. Das Stück wurde von der theaterproduktion stille hunde in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Moringen anhand von Aufzeichnungen Überlebender für das Klassenzimmer entwickelt. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen

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2008/2009

Veranstaltungsreihe in der Region
"Gegen das Vergessen. Zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus" 2008/9

Die KZ-Gedenkstätte Moringen, unterstützt vom DGB-Ortsverband Northeim-Moringen und dem Superintendenten des Kirchenkreises Leine-Solling veranstalten in diesem Jahr zwischen dem 9. November und dem 27. Januar die Veranstaltungsreihe "Gegen das Vergessen. Zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus". Die Verbrechen des Nationalsozialismus fanden nicht nur an fernen Orten statt, sondern auch vor der eigenen Haustür. Bewusst stellen daher viele der Veranstaltungen inhaltlich den Bezug zur Region her. So möchten wir beispielsweise mit dem Angebot von Stadtrundgängen und Führungen versuchen, Geschichte `begehbar` zu machen.
Beunruhigt durch Aktivitäten rechtsradikaler Parteien und Gruppen wie der NPD sprechen sich die Veranstalter für eine aktive Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus aus. Eine Veranstaltung befasst sich mit rechten Jugendkulturen und wie man ihnen umgeht.
Ein besonderes Anliegen der Veranstalter ist es, Veranstaltungen anzubieten, die sich ausdrücklich an Jugendliche und jene richten, die beruflich mit Jugendlichen zu tun haben. Hier liegt in diesem Jahr der inhaltliche Schwerpunkt der Veranstaltungsreihe. Mehrere Veranstaltungen sind dem Phänomen der Medialisierung der Geschichte gewidmet. Nicht mehr lange wird es Zeitzeugen geben, die über ihre Erfahrungen in der NS-Zeit berichten können. Aus diesem Grund kommt der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Geschichte über ein Medium eine immer größere Bedeutung zu. Die KZ-Gedenkstätte Moringen geht in diesem Zusammenhang bewusst neue Wege. Sie setzt beispielsweise Comic-, Film- oder Theaterprojekte ein, um Jugendlichen Geschichte zu vermitteln.

Veranstaltungen im Landkreis Northeim und der Region 2008/9.

Sonntag, 9. November 2008, 18.00 Uhr Gedenken an die Pogromnacht Veranstaltet vom Ökumenischen Arbeitskreis Northeim Ort: Northeim, Entenmarkt

Donnerstag, 13. November 2008, 20.00 Uhr Der Nationalsozialismus in aktuellen Comics: Über das Segment der Graphic novels Vortrag von Dr. des. René Mounajed Seit einiger Zeit boomen auch in Deutschland die Graphic novels. Die Intention der KünstlerInnen ist es, einen ernsthaften Stoff in Form einer Bildgeschichte zu (v)erarbeiten. Nicht selten kommt es hierbei zu einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder - derzeit verstärkt - mit der Verwobenheit der eigenen Biografie mit dieser Zeit. Der Referent stellt zunächst die neueren Graphic novels ausführlich vor, sodann berichtet er über eine Comicwerkstatt mit Jugendlichen zum Thema Jugend- KZ Moringen. Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen Ort: Göttingen, DGB-Haus, Obere Masch 10

Samstag, 22. November 2008, 14.30 Uhr Führung zum Jugend-KZ Moringen mit Hans Helms, pädagogischer Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Moringen Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sog. Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und "Asozialität" erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen. Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Strasse 58

Mittwoch, 26. November 2008, 9.00 Uhr Stolpersteine für Northeim Nachdem in den beiden vergangenen Jahren bereits 28 Stolpersteine zur Erinnerung an ehemalige jüdische Bürger Northeims verlegt worden sind, folgt an diesem Tag die Verlegung 10 weiterer Steine durch den Kölner Künstler Gunter Demnig. Begleitend dazu wird Hans Harer Lebenswege Northeimer Holocaust-Opfer vorstellen. Ausgangspunkt: Northeim, Markt 11

Donnerstag, 11. Dezember 2008, 19.30 Uhr Gestohlene Jugend. Jugend-KZs im Nationalsozialismus Ein Film von Iris Berghöfer und Heiner Thimm. Mit viel Ruhe lässt der Film ehemalige Häftlinge der Jugendkonzentrationslager Moringen und Uckermark zu Wort kommen. Die heute Achtzigjährigen erzählen, wie sie als Jugendliche von einem Tag zum anderen aus dem Kreis ihrer Familien und Freunde heraus verhaftet wurden. Sie berichten von ihrer Ankunft im Lager, vom Häftlingsalltag, von Zwangsarbeit und Hunger, von Terror und drakonischen Strafen der SS und von der ganz persönlichen Not jedes Einzelnen in dieser von Rechtlosigkeit und Willkür geprägten Situation. Das Ende der Haft kam für die meisten von ihnen erst im Frühjahr 1945. Wenn sie sich heute erinnern, fällt ihr Blick auf eine gestohlene Jugend. Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Strasse 58

Mittwoch, 7. Januar 2009, 15.30 Uhr Gedenkkulturen in Deutschland Erzählcafé mit Hugo Rübesamen und Dr. Dietmar Sedlaczek Als der "Eiserne Vorhang" zwischen Ost- und West-Europa vor zwanzig Jahren fiel, stießen zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander: Das Erzählcafé setzt sich mit den verschiedenen Gedenkkulturen in der BRD und der DDR auseinander. Hugo Rübesamen, Landesgedenkstättenverein Politische Memoriale e.V. Mecklenburg-Vorpommern, dessen Großvater einer der Häftlinge war, die schon 1933 im Konzentrationslager Moringen wegen ihres Widerstandes gegen das NS-Regime inhaftiert und misshandelt wurden, und Dr. Dietmar Sedlaczek von der KZ-Gedenkstätte Moringen werden uns dabei unterstützen. Veranstalter: Freie Altenarbeit Göttingen e.V. und KZ-Gedenkstätte Moringen Ort: Göttingen, Freie Altenarbeit Göttingen e.V., Am Goldgraben 14

Donnerstag, 15. Januar 2009, 18.00 Uhr Codes und Symboliken im jugendlichen Rechtsextremismus Vortrag/Workshop für MultiplikatorInnen, Lehrende und Aktive im Bereich der Jugendarbeit. Vortrag von Florian Wode, Soz./Pol. M.A., Mitarbeiter der aufsuchenden Jugendarbeit des Landkreises Göttingen Ort: Northeim, Stadthalle, Turmzimmer, Medenheimer Str.

Freitag, 16. Januar 2009, 20.00 Uhr Mit Swing gegen Gleichschritt Konzert und Film Die Swing-Jugend war eine oppositionelle Jugendkultur in vielen deutschen Großstädten während der NS-Diktatur, besonders in Hamburg, Frankfurt und Berlin. Viele der Swing-Kids landeten wegen ihrer musikalischen Leidenschaft im KZ, zum Beispiel der Hamburger Günter Discher, der von 1942 bis Kriegsende im Jugendkonzentrationslager Moringen inhaftiert war. Der amerikanische Film "Swing Kids" (USA 1993, 112, Min., Regie Thomas Carter) erzählt die Geschichte dieser Jugendlichen. Die Idee zu dem Film lieferte Günter Discher - heute Deutschlands ältester Swing-DJ. Zu dem Film "Swing Kids" gibt es Live-Musik mit der Bigband "Presto", deren umfangreiches Programm unter dem Motto "The Story of Swing" steht. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen, dem Kino Lumière und der Swing-Band Presto. Ort: Göttingen, Kino Lumière, Geismar Landstraße 19, Göttingen

Dienstag, 27. Januar 2009, 20.00 Uhr Dem Überleben einen Sinn geben Vortrag und Zeitzeugengespräch zum Holocaustgedenktag mit Bert Woudstra aus Enschede (Niederlande). "Es gibt beinahe keinen Tag in meinem Leben, dass ich nicht an diese Zeit zurückdenke." Bert Woudstra erlebte als Jugendlicher in den Niederlanden die Judenverfolgung der deutschen Besatzer. Er überlebte, weil ihn Freunde, aber auch fremde Menschen drei Jahre lang versteckten. Viele Familienangehörige hingegen wurden Opfer des Holocaust und starben in deutschen Konzentrationslagern. Nach dem Krieg engagierte sich Herr Woudstra in zahlreichen sozialen und politischen Einrichtungen seiner Heimatstadt, so auch als Vorsitzender der Stiftung Synagoge Enschede. Die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen ist für ihn zu einer Lebensaufgabe geworden. Seine Botschaft ist das Eintreten für Humanität und Menschenrechte - dort wo sie heute verletzt werden. Ort: Göttingen, Altes Rathaus

Freitag, 20. Februar 2009 (Ort und Zeitpunkt werden noch bekannt gegeben) Premiere für Multiplikatoren Die Besserung- Theaterstück Der vierzehnjährige Franz gilt als sozial verwahrlost und kriminell. Auf der Suche nach seiner Pflegemutter wird er immer wieder aufgegriffen und eingesperrt. Eine Odyssee durch unterschiedliche Fürsorgeeinrichtungen liegt bereits hinter ihm, als er schließlich in das Jugend- KZ Moringen eingeliefert wird. Hier soll er vermeintlich erzogen und gebessert werden; stattdessen erwarten ihn Zwangsarbeit und der Terror der SS. Willkür und Ohnmacht bestimmen den Alltag. Wie kann Franz hier sein Leben retten?
In dem Stück, das Christoph Huber und Stefan Dehler in enger Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Moringen erarbeitet haben, wird eine Auseinandersetzung über Vorstellungen von Erziehung und über den Umgang mit jenen geführt, die als nicht erziehungsfähig gebrandmarkt aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Am Ende werden die inhumanen Vorstellungen einer Gesellschaft entlarvt, die bestimmen möchte, wer dazu gehören darf - und wer nicht. Das Stück ist mit einem Nachgespräch für das Klassenzimmer konzipiert. Kosten 5 ? / Schüler/in. Buchungen und Infos unter: 0551-5 64 43 oder info@stille-hunde.de

Samstag, 21. März 2009 Topografie der Erinnerung Gedenken und Erinnern in Südniedersachsen. Eine Konferenz für Akteure aus Engagement, Ehrenamt, Schule und Beruf. Nähere Informationen und Anmeldung: Julia Braun, KZ-Gedenkstätte Moringen: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de Ein Projekt der KZ-Gedenkstätte Moringen, gefördert von der Amadeu Antonio Stiftung, Berlin Ort: Moringen, LKH Moringen, ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32.

KZ-Gedenkstätte Moringen Leiter: Dr. Dietmar Sedlaczek Lange Strasse 58 37186 Moringen Postanschrift: Postfach 1131; 37182 Moringen Fon: +49 (0) 5554 - 2520 info@gedenkstaette-moringen.de www.gedenkstaette-moringen.de Bankverbindung: Kreissparkasse Northeim: BLZ 262 500 01; Kto-Nr. 25 00 66 02 IBAN DE 64 262500010025006602 BIC NOLADE 21 NOM