Startseite
Artikel
redaktion@goest.de
Veranstaltungen
  Impressum

Arbeitskräfte im Lehrbetrieb der Uni

Lehrbeauftragte
Kundgebung und Petition 2017
Lehrbeauftragte gegen Hungerlöhne u. Rechtlosigkeit 12.5.16
Zur Situation der Lehrbeauftragten Göttinger Uni 2016
Lehraufträge: exzellente Ausbeutung 18.11.15
Initiativgruppe der Lehrbeauftragten der Uni Göttingen

HiWis
HiWis Auf dem Weg zur Hochschulgewerkschaft / Frankfurt/M
Proteste der Hiwis Göttingen/Niedersachsen
Hiwi-Vollversammlung 24.6.04

Musterschreiben für Hiwis wg. BAT-Einordnung
Presserklärung des AStA 21.6.

> Uni-Leitseite
> Verdi

 

Lehrbeauftragteninitiative Göttingen

Kundgebung und Übergabe der Petition am
Mittwoch den 24.5.17 um 10 Uhr

>> Petitionstext

Die Lehrbeauftragteninitiative ist ein Zusammenschluss von Lehrbeauftragten der Universität Göttingen, um gegen ihre prekäre Arbeitssituation vorzugehen.

Die Grüne Jugend, die die Lehrbeauftragtenintiative unterstützt, schreibt:
Es ist nicht hinnehmbar, dass die Uni Menschen Lehraufträge gibt und diesen dann nur die Unterrichtszeit bezahlt, aber nicht die Vorbereitung und andere notwendige organisatorische Tätigkeiten. Ebenso ist die Praxis, die Lehrbeauftragten als Selbstständige anzustellen, höchst zweifelhaft. Dies bedeutet für die Betroffenen, dass sie während der Semesterferien keinen Lohn bekommen, sofern sie nicht weitere Jobs haben. Auch übernimmt die Universität keine Anteile an den Sozialversicherungsbeiträgen. Diese Zustände müssen als moderne Form der Sklaverei benannt und bekämpft werden.
Ebenso wichtig ist es uns aber auch auf die feministische Komponente dieses Konflikts hinzuweisen. Die Mehrheit der Lehrbeauftragten sind Frauen. Hier zeigt sich wieder einmal, dass vor allem Frauen von prekärer Arbeit betroffen sind. Solange dies der Fall ist, sind wir von echter Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt!"

 

Lehrbeauftragte gegen Hungerlöhne und Rechtlosigkeit 12.5.16

Die Lehrbeauftragten-Initiative ist nicht mehr bereit die prekären Arbeitsverhältnisse ohne Protest hinzunehmen. U.a. versucht sie in einer Online-Petition Unterstützung für ihre Forderungen zu gewinnen und schreibt im begleitenden Text dort:

Wir Lehrbeauftragten der Universität Göttingen befinden uns in einem prekären Arbeitsverhältnis, das eigentlich keines ist, weil wir als selbstständig gelten und lediglich ein Honorar für die geleisteten Unterrichtsstunden erhalten. Der tarifliche Stundensatz einer festangestellten Lehrkraft ist erheblich höher. Da wir nicht als Arbeitnehmer_innen gelten, gibt es für uns auch keine arbeitsrechtlichen Sicherheiten wie Honorarfortzahlung im Krankheitsfall und finanzielle Abdeckung der Semesterferien. Die Universität übernimmt keine Sozialversicherungsanteile für uns. Angesichts des bescheidenen Einkommens ist es Lehrbeauftragten kaum möglich, das Geld für eine Krankenversicherung selbst aufzubringen, von Rentenversicherungsbeiträgen ganz zu schweigen. Die Lehraufträge werden von Semester zu Semester erneuert - ohne Rechtsanspruch auf Weiterbeschäftigung. Somit gibt es keine langfristige Planungssicherheit für uns. Zwar wäre ohne uns eine Aufrechterhaltung des bestehenden Lehrangebots nicht möglich und es besteht durchaus Interesse daran, erfahrene Lehrkräfte zu halten. Aber die verbale Wertschätzung, die wir durchaus erfahren, schlägt sich nicht in einer angemessenen Bezahlung nieder. Mit unseren Honoraren, die in den letzten Jahren kaum erhöht wurden, werden ausschließlich die Unterrichtsstunden vergütet. Unberücksichtigt bleiben: Vorbereitungszeiten Prüfungsentwürfe Korrekturarbeiten zunehmende Verwaltungstätigkeiten Teilnahme an Konferenzen Evaluationen E-Mail-Korrespondenz Beratung der Studierenden außerhalb des Unterrichts

Daher fordern wir:

  • kurzfristig eine angemessene Vergütung in Anlehnung an TV-L 13, d. h. ein Basishonorar zzgl. Entgelt für Arbeitsstunden außerhalb des Unterrichts
  • Vertretung durch den Personalrat und Mitbestimmung in den Hochschulgremien
  • mittelfristig Umwandlung von dauerhaften Lehraufträgen in feste Dauerarbeitsstellen

Lehraufträge: exzellente Ausbeutung 18.11.15

vom 16.- 22.11.2015 fand bereits eine bundesweite Aktionswoche für Lehrbeauftragte statt, bei der es darum geht, an den Universitäten aufmerksam zu machen. Die Lehrbeauftragten des Lektorats "Deutsch als Fremdsprache" und der ZESS (Zentrale Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen) als VertreterInnen aller Lehrbeauftragten an der Uni) informieren in Kooperation mit der GEW-Hochschulgruppe die Hochschulöffentlichkeit über die prekären Beschäftigungsverhältnisse und mageren Honorare für Lehrbeauftragte

Liebe Studierende, liebe KollegInnen! In den Kursen der Uni arbeiten wir gemeinsam, verbringen Zeit zusammen und entwickeln uns dadurch in verschiedenen Kompetenzbereichen und Sprachen weiter. Dieser Zusammenhalt wird seit Langem von den schlechten Arbeitsbedingungen der Lehrbeauftragten überschattet.

Wusstet ihr, dass...
...ein Großteil der Lehrenden in der ZESS und in der Philosophischen Fakultät keine feste Arbeitsstelle besitzt, sondern einen Lehrauftrag für ein Semester erhält, der je nach Bedarf erneuert oder nicht erneuert werden kann?
... die Arbeit der Lehrbeauftragten außerhalb des Unterrichts wie Vorund Nachbereitung, Erstellen von Klausuren, Korrekturen, Teilnahme an Konferenzen u.a. nicht vergütet wird?
.... der tatsächliche Verdienst von Lehrbeauftragten sich um den Mindestlohn bewegt und weit unter dem Gehalt von Festangestellten liegt?
... Lehrbeauftragte keine Mitbestimmungsrechte in den Hochschulgremien haben und nicht durch den Personalrat vertreten werden?

Daher fordern wir:
... die Aufhebung des bestehenden Zweiklassensystems in der Lehre, denn Festangestellte und Lehrbeauftragte haben in der Lehre die gleichen Aufgaben
... das Umwandlung von Lehraufträgen in feste Dauerarbeitsplätze
... eine deutliche Erhöhung des Honorars in Anlehnung an TV-L13, solange noch keine Dauerstellen eingerichtet sind
... Mitbestimmung in den Gremien der Hochschule
... die Vertretung der Lehrbeauftragten durch den Personalrat

 

Gespräch: Zur Situation der Lehrbeauftragten an der Göttinger Uni
Montag, den 12.9.16, 20 Uhr im Café Kabale

Ankündigungstext: "Die Lehrbeauftragten an der Uni Göttingen befinden sich in einem prekären Arbeitsverhältnis – das eigentlich gar keines ist, da sie als selbstständig gelten und lediglich ein (ziemlich bescheidenes) Honorar für die geleisteten Unterrichtsstunden erhalten. Sie arbeiten von Semester zu Semester – ohne Anspruch auf Weiterbeschäftigung, ohne Sozialleistungen und ohne langfristige Planungssicherheit. Eine Initiative der Lehrbeauftragten hat im Mai eine Petition an das Präsidium der Uni bzw. die dortigen Entscheidungsträger/innen auf den Weg gebracht. Sie fordern u.a. eine angemessene Vergütung - auch für Arbeitsstunden außerhalb des eigentlichen Unterrichts - , Vertretung durch den Personalrat, Mitbestimmung in den Hochschulgremien sowie mittelfristig eine Umwandlung der Lehraufträge in feste Dauerarbeitsstellen . Was hat sich seitdem getan? Ulrike Hennemuth von der Lehrbeauftragten - Ini berichtet über den Stand der Dinge – mit Schwerpunkt im Bereich „ Deutsch als Fremdsprache “ . Anschließend wird genügend Platz sein für Fragen und Austausch mit Kolleg/inn/en. Auch Nichtmitglieder sind wie immer herzlich eingeladen.

 

Initiativgruppe der Lehrbeauftragten der Uni Göttingen 29.2.16

Lehrbeauftragten-Initiative 21 Uhr im "Autonomicum" (Blauer Turm), Gruppe von prekär Beschäftigte an der Uni, Lehrbeauftragte, wiss. Hilfskräfte und wiss. Mitarbeiter*innen

 

Lehrbeauftragte, HiWis und andere in Frankfurt/M

Auf dem Weg zur Hochschulgewerkschaft

28.10.16 & 10.8.16 /
Mit Interesse wird bei Lehrbeauftragten und HiWis in Göttingen die Gründung einer Hochschulgewerkschaft in Frankfurt verfolgt. Sie könnte Vorbildcharakter für das weitere Vorgehen der entsprechenden Initiative in Göttingen haben. Mitte April ging die Initiative unter_bau – damals ein Zusammenschluss rund 50 Hochschulangehöriger – an die Öffentlichkeit mit dem Ziel, den Aufbau einer alternativen Gewerkschaft für den Frankfurter Hochschulbereich voranzutreiben. Die angestrebte „Gewerkschaft anderen Typs“ soll statusgruppenübergreifend und basisdemokratisch funktionieren, zugleich soll sie sich nicht auf die üblichen Tätigkeitsfelder von Gewerkschaften beschränken. Zu ihrem Programm gehört auch die politische Perspektive einer grundlegenden Neuordnung der Hochschule, um Wissenschaft, Lehre und Studium eine soziale Ausrichtung zu geben.


Alternative Hochschulgewerkschaft Unter_Bau

Schulterschluss universitärer Basisstrukturen nimmt Form an Aktionstag „Lebendiger Campus“ demonstriert campusübergreifende Solidarität Der von der alternativen Hochschulgewerkschaft unter_bau ausgerufene Aktionstag „Lebendiger Campus“ am Donnerstag, den 18. Mai, hat gezeigt, dass es gelingen kann, hochschulpolitische Anliegen campusübergreifend zu verbinden. Kern des Aktionstags war eine von der Fachschaft Medizin organisierte Demonstration, bei der ca. 250 Leute für eine bessere Bezahlung im Praktischen Jahr protestierten. Der Demonstrationszug startete am Campus Niederrad und endete mit einer Kundgebung auf dem Campus Westend. Dort gab es die Möglichkeit, sich beim Protestcafé mit anderen Initiativen zu vernetzen. Der Tag klang bei Essen und Getränken sowie mit einem musikalischen Programm aus. Die Forderungen nach einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung der Mediziner_innen auf das BaFöG-Höchstsatzniveau und nach einem Studientag pro Woche im Praktischen Jahr betonte Juri Ghofrani von der Mediziner_innen-Hochschulgruppe "Niederrad Jetzt!" in einem Redebeitrag. Anne Reiff vom Allgemeinen Sekretariat des unter_bau stellte diese Anliegen in einen größeren Kontext: „Prekarisierung abzuschaffen ist ein Ziel, das uns mit anderen Arbeitsbereichen verbindet, in denen Beschäftigung unsicher und schlecht bezahlt ist.“ Nadja Rakowitz vom Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VdÄÄ) und dem Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“ skizzierte den Wandel des Gesundheitssystems und sprach von „menschenverachtender Ökonomisierung und Durchkapitalisierung“. Sie rief die Mediziner_innen dazu auf, einen kritischen Blick auf ihren zukünftigen Arbeitsplatz zu werfen. Chris Sommer von der Initiative „Kritische Ökonomik“ kritisierte die Verengung der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre auf quantitative Berechnungen und neoklassische Theorien und plädierte für mehr kritische Wissenschaft. Dies ist auch das Anliegen des Forums Kritische Wissenschaften, für das Christina Engelmann sprach. Sie betonte, dass eine Vernetzung innerhalb der Hochschule und zwischen den Initiativen wichtig sei, um die Tradition der Kritischen Theorie wieder stärker zu beleben. Die Stärkung der Kritischen Theorie ist eine der Forderungen des unter_bau, die im Anschluss an die Kundgebung symbolträchtig an die Türen des Präsidiums der Goethe-Universität gehängt wurden. Mit dem Aufruf, den Campus gemeinsam aufzuwühlen und für einen lebendigen Campus einzutreten, blickt der unter_bau erwartungsvoll auf die kommenden Wochen. Unter anderem erwartet die Mitglieder ein vielfältiges inhaltliches Workshop-Programm. Dabei werden vor allem auch die vielen neuen Mitglieder, die am Aktionstag, der im Rahmen einer Mitgliederkampagne stattfand, eingetreten sind, Gelegenheit haben, die alternative Hochschulgewerkschaft noch lebendiger zu machen. Frankfurt am Main, 19. Mai 2017 />>http://www.unterbau.org


Alternative Hochschulgewerkschaft kurz vor Gründung Konstituierender Kongress vom 18. bis 20. November in Frankfurt

28.11.16 / Texte aus eine Erklärung der Initiative:
Nach zweijähriger Vorarbeit geht das wohl ambitionierteste Hochschulprojekt in Deutschland an den Start. Vom 18. bis 20. November kommen im Festsaal des Studierendhauses in Bockenheim Angehörige unterschiedlicher Status- und Beschäftigtengruppen der Goethe-Universität Frankfurt zusammen, um die alternative Hochschulgewerkschaft unter_bau zu gründen.
Angefangen hatte alles mit einem Konzeptpapier, auf dessen Grundlage sich verschiedene Hochschulaktive zu einer Initiative zusammengeschlossen haben. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen entwickelten sie ein umfassendes Strategiepapier für den Gewerkschaftsaufbau. Dieser wurden in den vergangenen Monaten von rund 100 Hochschulangehörigen unterstützt. Wir werden versuchen, die Verhältnisse an der Universität Frankfurt gründlich und grundlegend aufzuwühlen, um damit eine Wende gegen die Neoliberalisierung der Hochschule einzuleiten“. Dafür will der unter_bau erklärtermaßen eine umfassende Solidarität zwischen den Status- und Beschäftigtengruppen organisieren, um Verbesserungen bei den Arbeits-, Studien und Wissenschaftsbedingungen zu ermöglichen.
Darüber hinaus verfolgt er ein hochschulpolitisches Programm, das auf eine grundsätzliche Umgestaltung der Uni hin zu einer sozial ausgerichteten Hochschule in rätedemokratischer Selbstverwaltung abzielt.

In den nächsten Wochen will die Initiative verstärkt Präsenz zeigen. „Unsere Mitglieder sind mit Informationsständen auf verschiedenen Campi ansprechbar

 

HiWis Göttingen/ Niedersachsen

21.6.04 / Die Landesregierung kürzt weiter und die Uni gibt die Kürzung in eigener Regie weiter. Nach Umwandlung der Uni in eine Stiftung kann sie als selbständiger Arbeitgeber agieren und so gibt sie die Kürzung an eine Gruppierung weiter, die nicht tarifvertraglich abgesichert ist, der Gruppe der studentischen und examinierten wissenschaftlichen Hilfskräfte - die Hiwis. Das Präsidium der Universität hat einen Beschluß gefaßt, der gegen die ca. 1300 HiWi (ohne Klinikum) gerichtet ist. Pro studentischem Hiwi werden ca. 300 Euro pro Semester weniger gezahlt.

Sollten sich die HiWis geschlossen ihrer Kraft bewußt werden, würden sie sich zusammenschließen, eine Organisation schaffen, den Rückhalt bei Verdi suchen und mit Arbeitskampfmaßnahmen antworten, dürfte die Uni-Leitung Probleme bekommen. Leider ist diese Gruppe bislang nicht organisiert und nicht einmal durch den Personalrat vertretungsberechtigt.

Es gibt wohl Stellen die die Sache brisanter einschätzen: Vor dem Hörsaal, so nach Aussage einer der Organisatorinnen der VV waren zwei Zivilpolizisten zur Beobachtung stationiert.

zum Anfang

HiWi-Vollversammlung 24. Juni 04

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Göttingen, die studentische Tarifvertragsinitiative und students at work riefen zu einer Vollversammlung aller an der Hochschule beschäftigten Studierenden am Donnerstag, den 24.6., 14 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) 009 auf. Auf dieser Vollversammlung sollten der Protest gegen die massiven Lohnkürzungen seit dem 1. Mai 2004 zum Ausdruck gebracht und über weitere Schritte beraten werden.
Von den ca. 1300 HiWis waren ca. 130 in den Hörsaal ZHG 009 gekommen. Auf die Frage, welchen Status diese Versammlung denn habe, weil Hiwis doch garkeine Rechte hätten, hieß es humorvoll "wir können uns auch Sachmittel-Vollversammlung nennen" ( Die Mittel für Hiwis werden nicht als Personalkosten sondern Sachmittel im Haushalt eingestellt)

hiwis01.jpg (33941 Byte)
Hörsaal 009 ZHG während der Hiwi-Vollversammlung am 24.6.04

Sonja Staarck von der Bundesweiten Studentischen Tarifinitiative war aus Hamburg zu Gast um eine übergreifende Einschätzung zu geben. Sie wies auf den Berliner Tarifvertrag von 1986 hin, den die damaligen Hiwis dort durch Protestaktionen durchgesetzt hatten, der aber leider nur in Berlin gelte. Dort liegt der Stundenlohn tariflich festgelegt über 10 Euro , es gibt 31 Urlaubstage und tarifliche Regelungen bei Krankheit, auch bei Krankheit von Kindern etc. Die Aktionen zur Durchsetzung dieser Forderungen sind übrigens sogar in einem Buch dokumentiert.

hiwis02.jpg (26184 Byte)
Im Bild von links nach rechts Marianne Faupel, Julia (Sudents at work) , Alexandra Ortmann und Sonja Staarck von der Bundes-Tarifini während ihres Vortrags.

Die Tarifgemeinschaft der Länder, so Staarck diktiere nach Lust und Laune die Gehaltshöhen wobei sie lediglich Obergrenzen festlegt, also die bisherigen 8,02 Euro / h dürfen von den Unis auch nach Belieben unterschritten werden, nur darüber dürfen sie nicht liegen. Einige Fachhochschulen z.B. probieren das auch mit 4 Euro pro Stunde. In der Diskussion rechnete jemand vor, dass die Sparmaßnahmen sich pro HiWi im Semester auf 300 Euro Minderung des Lohnes summieren.

Eine telefonische Anfrage seitens goest bei der Pressestelle der Uni wurde dahingehend beantwortet, die Landesregierung habe im Budget der Uni die Ausgaben für Hiwis abgesenkt und die Uni müsse diese Absenkung nun weitergeben an die Hiwis. Angesichts der Sparmaßnahmen auch in anderen Bereichen könne diese Büdgetabsenkung nur an die Hiwis weitergegeben werden. Desweiteren wird argumentiert, es habe eine Arbeitszeitverlängerung im tariflichen Bereich gegeben und da man die nicht auf die Hiwis übertragen habe, könne man eben demensprechend den Stundenlohn herabsetzen.

Frage in kleiner Runde nach Ende der Veranstaltung "Könnte man nicht fordern, die Professoren sollten von ihrem reichlichen Gehalt etwas an die Hiwis abgeben?" - Darauf folgte eine abwehrende Handbewegung, davon würde man sich noch größere "leibeigenschaftliche Abhängigkeit" der Hiwis von den Profs befürchten. Außerdem hoffe man immer noch eher auf die Unterstützung durch die Professoren.

Ein Hiwi aus dem Seminar für Geschichte sagte während der Diskussion, "die Uni meint, si könne mit studentischen Hilfskräften nach Belieben verfahren." Ratsherr Klecha, der als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni angestellt ist meinte, da nun die Universität Stiftungsuni geworden sei, könne man sie als Arbeitgeber auch zu einem Haustarifvertrag drängen.  Ein weiterer Hinweis war, man solle prüfen ob nicht die arbeitsrechtlichen Konsequenzen bei sogenannten "Kettenverträgen" greifen, die irgendwann eine Festanstellung erforderlich machen.

Leider sind die Hiwis gegenwärtig auch in keiner Weise durch den Personalrat vertretbar. Sie müssen sich einfach frei assoziieren und organisieren. Dazu wurde auf der Vollversammlung der erste Schritt gemacht. Mailinglisten wurden eingerichtet und Informationsaustausch sowie eine Kampagne zur Gewinnung weiterer Hiwis in der der Auseinandersetzung geplant.

Bedeutsam ist, dass auch heute schon viele Tätigkeiten von Hiwis eigentlich tarifgebunden sind, weil der Bundesangestelltentarifvertrag BAT die Tarifzugehörigkeit über Tätigkeitsmerkmale bestimmt. Deshalb findet man in den Hiwi-verträgen auch nie konkrete Beschreibung der Tätigkeiten, sondern dort steht dann "Allgemeine Aufgaben" oder "Verwaltungsaufgaben".  Es böte sich also an, wenn viele Hiwis mit Rechtsbeistand von Verdi auf eine Aufnahme in BAT-Verträge klagen.

Musterschreiben an die Universität

An den Präsidenten der Universität Göttingen -Personalabteilung -Goßlerstr. 5-7 Göttingen 37073

Tätigkeit an der Universität Göttingen als studentische Hilfskraft

Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Zeit vom (........) bis (.....) war ich an der Universität Göttingen als studentische Hilfskraft aufgrund der Verträge vom (......) tätig. In dieser Zeit führte ich vertragsgemäß folgende Tätigkeiten aus: Die Tätigkeit umfasste Stunden wöchentlich.
Die Bezahlung erfolgte nicht nach der Vergütungsordnung des BAT, sondern es wurde nur eine Pauschalvergütung nach den »Richtlinien der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder über die Arbeitsbedingungen der wissenschaftlichen Hilfskräfte mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschuk ausbildung bzw. der wissenschaftlichen Hilfskräfte ohne abgeschlossene wissenschaftliche Hoch-schulausbildung (studentische Hilfskräfte)« gezahlt.
Dies waren nur
(.....) EUR pro Stunde. Spätestens seit dem 1.1.2002 steht eine tarifrechtliche Regelung zur Herausnahme der studentischen Hilfskräfte aus den Regelungen des Bundesangestelltentarifvertrages nicht mehr zur Verfügung, da am 1.1.2002 durch die Tarifvertragsparteien die Streichung der Regelung des § 3n BAT erfolgt ist. Auf die Regelung des § 3g des BAT lässt sich eine Herausnahme der studentischen Hilfskräfte nicht stützen. Vor diesem Hintergrund beantrage ich für den o.g. Beschäftigungszeitraum die Feststellung, dass auf mein Beschäftigungsverhälltnis der Bundesangestelltentarifvertrag zur Anwendung kommt und damit auch die Vergütungsordnung des Bundesangestelltentarifvertrages. Des weiteren beantrage ich die Nachzahlung der Differenzbeträge zwischen der gewährten Pauschalvergütung nach den o.g. Richtlinien und der - Vergütung, die mir nach der Anwendung der Vergütungsordnung des BAT zu gewähren wäre. Zur Entscheidung über meinen Antrag setze ich eine Frist von 4 Wochen ab Eingang.

Mit freundlichen Grüßen

zum Anfang

Kontakte

Ver.di Kontakt in der Universität für HiWis: Johann Hippe in der Von-Siebold.Str. 8, 37075 Göttingen, jhippe@gwdg.de , Johann Hippe ist Vorsitzender des Fachbereichs 5 in Verdi. Sowohl Ver.di als auch der Personalrat, als auch der Vertrauensleutekörper soll in eine Unterstützung der HiWis eingebunden werden.

hiwis03.jpg (11674 Byte)AStA Kontakt für Hiwis Mo-Do 11:00-13:00 Uhr, Marianne Faupel, Sozialreferat des Allgemeinen Studierendenausschusses Göttingen: 39-4566
soziales@asta.uni-goettingen.de

Bild: Marianne Faupel während der Hiwi-VV

"Die Lohnkürzungen mit dem knappen Hochschuletat zu begründen ist unverschämt. Die Einsparungen sind für die Hochschule wie für das Land betrachtet minimal – für den einzelnen jedoch zum Teil verheerend. Die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) hat erneut gezeigt: zwei Drittel aller Studierenden jobben, die Mehrheit, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen" so Marianne Faupel, Sozialreferentin des AStAs, "Lohnkürzungen sind damit der sicherste Weg, Studienzeiten gezielt zu verlängern – denn wer mehr arbeiten muss, um seine Miete bezahlen zu können, hat auch zwangsläufig weniger Zeit für sein Studium." Die 17. Sozialerhebung des DSWs zeigt dabei auch, dass studentische "Hilfskräfte" keine Randgruppe sind: 21% aller jobbenden Studierenden arbeiten an den Hochschulen.
hiwis05.jpg (10022 Byte)Tarif-Ini
StudentischeTarifvertragsinitiative Alexandra Ortmann,
Tel.: 39-4566  
>> www.tarifini.de

Bild: Alexandra Ortmann während der Hiwi-VV

"Wir erwarten, dass das Präsidium seine Entscheidung rückgängig macht", fordert Alexandra Ortmann von der studentischen Tarifvertragsinitiative und weist den Hinweis auf dann angeblich nötige Stellenstreichungen zurück: "Studentische Hilfskräfte leisten unentbehrliche und qualifizierte Arbeit zur Durchführung von Forschung und Lehre. Tutorien, Laborarbeiten oder zum Beispiel die Vorbereitungen von Seminaren sind mehr als nur Hilfsarbeiten. Es ist kaum zu erwarten, dass die ProfessorInnen bereit sind, auf diese MitarbeiterInnen zu verzichten." Gleichzeitig macht sie deutlich: "Wir lassen uns dabei nicht gegen die anderen Beschäftigtengruppen ausspielen – zumal wir ja eh als "Sachmittel" im Haushalt stehen."

hiwis04.jpg (18442 Byte)
Als Protestmaßnahme niedersachsenweit wurde auf die Demo am 30.6. hingewiesen

Außerdem ist die Kooperationsstelle Universität / Gewerkschaft gerne bereit Auskünfte zu gewerkschaftlichen Fragen an der Uni zu geben.

 

Info an goest am 18.6.04

Bereits am 18.6. wurde anonym eine Information an goest geschickt, weil die Uni versuchte, die Öffentlichkeit zu diesem Thema unter der Decke zu halten:

Zum 1.5.04 ist an der Universität Göttingen eine Kürzung der Löhne für die studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte beschlossen worden.
Die Stundensätze für die studentischen Kräfte werden von bisher 8,02 EUR auf 7,72 EUR gesenkt, die der wissenschaftlichen Hilfskräfte von 12,69 EUR auf 12,21 EUR. Dies gilt für Neueinstellungen und für Verlängerungen von Arbeitsverträgen. Da die Arbeitsverträge von Hilfskräften grundsätzlich befristet sind, werden alle über kurz oder lang diese Verschlechterung erfahren.
Weiterhin wird die Weihnachtsgratifikation abgeschafft. Die Zahlung der Weihnachtsgratifikation wurde zum November 2003 auf eine monatliche Zahlweise umgestellt. Ein arbeitrechtlicher fauler Trick: so kann das im Hinblick auf die jährlich gezahlte Weihnachtsgratifikation möglicherweise entstandene Gewohnheitsrecht, das einen Rechtsanspruch begründet, umgangen werden.
Für eine wissenschaftliche Hilfskraft mit 83 Stunden (maximale Stundenzahl im Rahmen einer Hilfskraftstelle) bedeutet dies bei Einbeziehung der Abschaffung der Weihnachtsgratifikation eine Netto-Lohnkürzung um 7,2%! (ohne Einbeziehung der Sonderzahlung immer noch 3,3 %)  Die letzte Lohnerhöhung in dem Bereich gab es 1995, Höhe leider unbekannt, aber bestimmt nicht 3%!!!
Während die Kürzung der Stundensätze auf einen Erlass des MWK zurückgeht, ist die Abschaffung der Weihnachtsgratifikation vom Stiftungsrat der Uni beschlossen worden.
Die Universität hat dazu bisher keine Informationen an die Betroffenen weiter gegeben. Mehr noch: die zuständigen Verwaltungskräfte wurden angewiesen, diese Informationen nicht weiterzugeben !!!
Von Seiten der Uni gab es lediglich ein Rundschreiben an die Leiter/innen von Einrichtungen, bei dem neue Regelungen für die Angestellten (40 Std.-Woche für alle Neueinstellungen) bekannt gegeben wurden. Am Ende dieses Rundschreibens wurde darauf verwiesen, dass es ähnliche Änderungen für alle Hilfskräfte eingeführt werden, und dass es dazu ein gesondertes Schreiben geben wird. Dieses hat bis heute noch niemand erhalten.

zum Anfang

 

Pressemitteilung AStA - Sozialreferat / 21.6.04
Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Göttingen, die studentische Tarifvertragsinitiative und students at work rufen zu einer Vollversammlung aller an der Hochschule beschäftigten Studierenden am Donnerstag, den 24.6., 14h im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) 009 auf. Auf dieser Vollversammlung sollen der Protest gegen die massiven Lohnkürzungen seit dem 1. Mai 2004 zum Ausdruck gebracht und über weitere Schritte beraten werden.
Die Stundenlöhne für die so genannten studentischen "Hilfskräfte" sind nicht tarifvertraglich gesichert, sondern werden von Seiten des Landes in Form von Erlassen festgelegt. Sicher ist dabei lediglich eine Höchstgrenze von 8,02 €/Stunde, die die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), als Zusammenschluss der öffentlichen Arbeitgeber, bereits 1993 festlegte. Seit über 11 Jahren wurden die Löhne damit von der Lohnentwicklung im Öffentlichen Dienst abgekoppelt und nicht mehr erhöht. Zum 1. Mai 2004 haben Niedersachsen und Baden-Württemberg als erste Bundesländer nun die Stundenlöhne gesenkt – mit dem Verweis auf die allgemeine Arbeitszeitverlängerung im Öffentlichen Dienst. Niedersachsenweit sollen nur noch 7,72 € an den Universitäten bzw. 5,37 € an den Fachhochschulen gezahlt werden. Die Kürzungen gelten für alle Neueinstellungen und Vertragsverlängerungen, die jedoch in der Regel alle drei bis sechs Monate erfolgen.
Im Gegensatz zu den baden-württembergischen Rektoren, die sich sofort öffentlich gegen die Kürzungen aussprachen und sich im Gegenteil sogar für Erhöhungen einsetzen, hat sich das Göttinger Hochschulpräsidium eindeutig für die Lohnkürzungen entschieden: Als Stiftungsuniversität hätten sie den Landesbeschluss nicht umsetzen müssen. Die Lohnkürzungen beruhen allein auf Beschluss der Hochschulleitung, die bei dieser Gelegenheit auch das monatlich ausgezahlte Weihnachtsgeld gestrichen hat.

Pressemitteilung des AStA 25.6.04
Gestern fand die erste "HiWi- VV" an der Universität Göttingen statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: "Lohnkürzungen? Nicht mit uns!" da das Präsidium die Löhne der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte zum 1. Mai gekürzt hat. Bisher wurde diese Maßnahme den Betroffenen noch nicht offiziell mitgeteilt. Die Anwesenden erfuhren durch studentische Publikationen vom Beschluss der Universitätsleitung und hatten gestern die Gelegenheit sich über die Umstände zu informieren.
Die 150 Teilnehmer zeigen sich empört über die Vorgehensweise, sie verabschiedeten eine Petition, in der die Rücknahme der Kürzungen, die Verhandlung über eine Personalvereinbarung und die Vergabe von BAT- Verträgen an Berechtigte von der Uni- Leitung gefordert werden.
An die Landesregierung richtet sich die Aufforderung, rückwirkend die alten Verhältnisse wider herzustellen, sich ihrer Verantwortung als Vorsitzende der Tarifgemeindschaft deutscher Länder (TdL) entsprechend zu verhalten und für Beschäftigungsverhältnisse von studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften nicht unter den Niveau des "Berliner Modells" einzutreten. Darüber hinaus wurde gefordert, die Vertretung der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte gesetzlich zu ermöglichen. Die Petition ist auf der Homepage des AStA unter http://asta.uni-goettingen.de/index.php?id=soziales veröffentlicht.

zum Anfang