Startseite
redaktion@goest.de
Veranstaltungen
  Impressum

Die redaktionelle Aktualisierung und Neu-Berichterstattung von goest wurde nach 20 Jahren 2019 stark reduziert.
Besonders häufig abgerufene Archivseiten erhalten gelegentlich ein update; zu besonders wichtigen Themen werden auch weiterhin aktuelle Artikel verfasst, siehe Titelseite / Start


Bürgerstiftung

Bürgerstiftung Göttingen Geschäftsstelle Lange Geismarstr. 71, 37073 Göttingen Fon: 0551 38489872 post@buergerstiftung-goettingen.de >>Hompage der Bürgerstiftung

Die Bürgerstiftung Göttingen ist aus der 'Stiftung >Göttinger Tafel' hervorgegangen, die  Lebensmitteln an sozial Bedürftige verteilt. Im August 2000 wurde eine Stiftung mit weitergehenden Zielen offiziell genehmigt. Es soll um demokratisches Verhalten und soziales Engagement gefördert werden. Die Stiftung unterstützt Maßnahmen und Projekte, die der Hilfe für Bedürftige oder der Integration von gesellschaftlichen Randgruppen dienen. Der Schwerpunkt der Projektaktivität liegt auf den Bereichen Jugend, Soziales und Umwelt.

Stiftungsrat und Vorstand

Vorstand aktuell 2026
Vorstandsvorsitzender Siegfried Lieske, Vorstandsmitglieder: Diane Fischer, Michael Brüggemann, Lars Wätzold, Uwe Witschel
( ehemalige Vorstandsmitglieder: Rüdiger Reyhn (Vors.), Matthias Leonhardt, Heinz Weitemeyer (Finanzen), Dirk Oelkers; Matthias Leonhardt stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Dirk Weitemeyer hat sein Vorstandsamt aus Gründen persönlicher Überlastung niedergelegt 2014)

Stiftungsratsmitglieder aktuell:
Harald Noack (CDU) Vorsitzender
Peter Cordes stellv. Vorsitzender
Christian Grascha, (FDP, Leitung der IHK-Geschäftsstelle Göttingen)
Ursula Haufe, Förderkreis Forum Wissen e.V. (ehemals GWG)
Jörg Mannigel, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Göttingen Münden
Dinah Stollwerck-Bauer (CDU-Mitglied bis Januar 2014 Bürgermeisterin von Adelebsen und Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken im Bistum Hildesheim)

Uwe Bangert (Unternehmensberater)

Ehemalige: Dr. Gabriele Andretta (SPD) , Stefan Wenzel (Grüne), Prof. Dr. Jens Frahm (Dr. Thomas Oppermann SPD/MdB †), Wilhelm Oppermann, Inge Wettig-Danielmeier (SPD).

 

"Zivilcouragepreis" 2026

Nominierungen bis zum 10. Februar 2026. >> Download Vorschlagsformular für den Zivilcouragepreis 2026 Dann schicken Sie Ihren Vorschlag bitte an: zivilcouragepreis@buergerstiftung-goettingen.de Gern senden wir Ihnen das Vorschlagsformular auch auf Anfrage zu. Bürgerstiftung Göttingen Am Leinekanal 4 37073 Göttingen Tel. 0551 38489872

28.1.26
Für eine Preisverleihung an Dr. Merle Michaelsen, die im Geiste von Gandhi für Klimaschutz protestierte

Die Bürgerstiftung Göttingen vergibt zur Förderung gesellschaftlichen Engagements einen Preis für Zivilcourage. Im Folgenden ein Plädoyer für die Anerkennung des Engagments von Dr. Merle Michaelsen, die sich entschieden für Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe eingesetzt hat. (>Foto und Interview)

Zivilcourage ist der Mut und die Entschlossenheit, zum Schutz und Wohl anderer Menschen einzutreten, ungeachtet einer möglichen Gefährdung der eigenen Person und ohne einen eigenen Vorteil davon zu erwarten. Eine solche für die Gesellschaft wertvolle Orientierung und Handlung liegt klar ersichtlich vor, wenn z.B. eine in Not befindliche Person von einer couragierten Mitbürger*in unter gefährlichen Bedingungen gerettet wird.
Der Zusammenhang zwischen ethischem Urteil und Handeln schafft auch bei abstrakteren Zusammenhängen die Notwendigkeit von Zivilcourage. Ethische Urteile betreffen auch den Bereich „Verantwortung der Wissenschaft“ bzw der Wissenschaftler*innen. Wer würde heute noch bezweifeln, dass es Zivilcourage gewesen wäre, wenn Atomwissenschaftler sich geweigert hätten eine Atomwaffe zu entwickeln?
Die Wissenschaft belegt eine Existenzbedrohung der Menschheit durch Klimaveränderungen und zeigt, dass die Ursachen der Erderwärmung im CO²-Ausstoß liegen. Da Leben und Gesundheit vieler Menschen bedroht sind ist es ethisch gerechtfertigt, entschieden für eine CO²-Reduzierung einzutreten.
Zivilcourage wird erforderlich, wenn wirksame Protestaktionen gewählt werden, die mit einer Gefährdung und entschiedenen Nachteilen der eigenen Person verbunden sind.
Dr. Merle Michaelsen ist vertraut mit ethischen Fragen; sie hat zu ethischen Fragen in der Medizin promoviert. Sie hat sich angesichts der drohenden Klimakatastrophe entschlossen, wirksame Formen des Protestes auszuüben. Sie hat dafür eine friedliche, passive, absolut gewaltlose Widerstandsform gewählt. Sie hat auf der Straße passiven Widerstand gegen die fortgesetzte Verwendung fossiler Treibstoffe geleistet. Damit hat sie eine Form des Engagements benutzt, die ein Vorbild in der hochgeachteten Person Gandhis hat. Sie hat verängstigt aber passiv geduldig ertragen, von wütenden Autofahrer*innen bedroht und angegriffen zu werden. Sie bleibt bei ihrer Haltung auch nachdem sie in unverhältnismäßiger Weise zum Ziel einer Kriminalisierungskampagne wurde, die ihre persönliche Freiheit sowie ihre finanzielle und berufliche Sicherheit bedroht. Sie beharrt auf der ethischen Entscheidung, für das Wohl der Menschheit eingetreten zu sein und das mit allem Rückhalt durch wissenschaftliche Belege und höchstrichterliche Urteile was die Feststellung notwendiger Maßnahmen zum Klimaschutz angeht.

Die Bürgerstiftung schreibt zur Vergabe des Zivilcouragepreises 2026:

Deshalb suchen wir Einzelpersonen und Gruppen, die ihren aus persönlichen, prosozialen und Einstellungen und Wertüberzeugungen gespeisten moralischen Kompass nicht nur als theoretisches Konstrukt mit sich herumtragen, sondern ihn auf kreative und engagierte Weise mit Leben füllen und für das friedliche und respektvolle Miteinander aller in Göttingen lebenden Menschen eintreten.“ (Quelle)

Es gibt den Versuch von Politiker*innen, Medien und Justiz, das Engagement der Dr. Merle Michaelsen als Handlung im Sinne des § 128 STGB zu konstruieren. Die ethisch begründete gewaltlose, absolut friedliche Tat in der Tradition eines Gandhi soll damit als Bildung einer terroristischen Vereinigung verunglimpft werden. Gegen diesen Verlust jedes moralischen Kompasses gilt es ein Zeichen zu setzen, indem mit der Vergabe des Zivilcouragepreises klargestellt wird, dass UNSERE Wertorientierung eine andere Bewertung vornimmt.

 

Preisvergabe in der Kritik

Preisvergabe bisher zu einseitig gewesen
Nur die stromlinenförmig angepasste Courage wird anerkannt. Engagements bei der Verhinderung von Abschiebungen durch Blockaden oder Widerstand gegen faschistische Organisationen werden mit fadenscheinigen Begründungen ausgeblendet. Wir kennen konkrete Personen, die sprichwörtlich unermüdlich aktiv sind, humanitäre "westliche Wertestandards" durchzusetzen und dabei juristische, polizeiliche Schikanen oder Angriffe von Nazis auf sich nehmen müssen. Sie haben eine öffentliche gesellschaftliche Anerkennung verdient. (goest August 2017)

Ein Preis für beste Unterstützung von Polizei und Feuerwehr?

Seitens der Stiftung heisst es: "Mit der Verleihung würdigen die Stadt Göttingen und die Bürgerstiftung Göttingen Menschen, die in Göttingen „Gesicht zeigen“, und die durch ihr verantwortungsvolles Verhalten ein Vorbild für andere geben."

Der Preis wird vom Präventionsrat für die Stadt Göttingen gemeinsam mit der Bürgerstiftung Göttingen vergeben und ist mit insgesamt € 2.000 dotiert. Die Geldpreise werden vom Präventionsverein kommpakt e.V., dem Lions Club Bettina von Arnim und der Bürgerstiftung Göttingen gestiftet. Die Preisvergabe ist stark geprägt von den Mitgliedern des Präventionsrates und einem Präventionsverein des Jugendhilfe e.V.

Vorschläge erhofft sich die Stiftung z.B. von Polizei und Feuerwehr. Prinzipiell kann jede/r Vorschläge machen. Betrachtet man die Anlässe für die der Zivilcouragepreis verliehen wird über die Jahre hinweg, so können viele davon als Hilfstätigkeiten für Polizei und Feuerwehr verstanden werden.

Der Präventionsrat fördert die "Entwicklung wirkungsvoller Ansätze zur Vorbeugung und Verhütung von Straftaten / Kriminalität, bei denen Kinder und Jugendliche Täter oder Opfer sind." Zusammenarbeit gesellschaftlicher, kommunaler und staatlicher Kräfte im Bereich der Kriminalitätsvorbeugung.

Der Präventionsverein kommpakt e.V. schreibt:
Um wirkungsvoll präventiv arbeiten zu können, ist es von zentraler Bedeutung, die Ursachen von Jugendkriminalität zu erforschen. In Zusammenarbeit mit dem Göttinger Präventionsrat sollen Entstehungszusammenhänge und Ursachen von Delinquenz und Kriminalität im regionalen Umfeld analysiert werden. Mittel- und langfristig richtet sich Präventionsarbeit - also Vorbeugung - daher nicht nur an bereits auffällig gewordene oder gefährdete junge Menschen, sondern auch an künftige Generationen, die heute noch im Kindergarten- oder Grundschulalter sind. Prävention bedeutet, Kriminalität oder Suchterkrankung nicht erst bekämpfen, wenn sie eingetreten sind, sondern sie im Vorfeld verhindern.

http://www.komm-pakt.org leitet auf webseite der Jugenhilfe um. Leitung und Geschäftsführung sowohl von kommpakt und Jugendhilfe ist Christian Hölscher.

So wundert es auch nicht, dass die Zusammenstellung der Guten Taten durch Bürgerstiftungs-Geschäftsführer Andreas Schreck folgendermaßen anfängt:

A. Handy-Diebstahl im Göttinger Bahnhof vereitelt Tabea Messerschmidt (16 J.) beobachtet am ICE-Bahnsteig den (versuchten) Diebstahl des Handys ihrer Begleiterin, entreißt den beiden Tätern das Handy, gibt es der Besitzerin zurück, benachrichtigt umgehend die Polizei mit guter Täterbeschreibung (2 Personen), was zeitnah zur Festnahme führt. (vorgeschlagen von Polizeiinspektion Göttingen, Frau Jaqueline Emmermann)

B. Spontaner Einsatz zur Rettung einer Hausbewohnerin bei Brand in Elliehausen Polizeibeamter Thomas Becker nimmt auf der Fahrt zur Arbeit Sirenen wahr, begibt sich noch vor Eintreffen der Rettungskräfte zum Ereignisort, erfährt von Hausbewohnern, dass noch eine Person im Haus ist, betritt dieses ohne Zögern in zivil und rettet eine ältere Hausbewohnerin, die daher (nur) eine leichte Rauchgastoxikation erleidet. (vorgeschlagen von Polizeiinspektion Göttingen, Frau Jaqueline Emmermann)

 

Ablehnung von Vorschlägen

Vorschlag Bürger*innen auszeichnen für Vereitelung einer Abschiebung Allgemein vorgeschlagen wurden für 2014 die couragierten Menschen, die am 10.4. die Abschiebung verhindert haben, von Stadtvorstand und Fraktion im Rat der Stadt Göttingen von Bündnis90/Die Grünen, "Bürger vereiteln Abschiebung eines Somaliers nach Italien. Vorbemerkung: Die vereitelte Abschiebung vom 10. April 2014 ist bundesweit kommuniziert worden. Die an der Aktion (namentlich bis auf Frau Anette Rawaswamy zumeist nicht bekannten) Beteiligten wurden von mehreren Personen unabhängig voneinander (?) für den Zivilcouragepreis vorgeschlagen.

und dann wurde die bereits zugesagte Würdung einfach weggelassen
Eine an die Grünen Göttingen ergangene Einladung der Bürgerstiftung zur Preisverleihung war mit dem Dank für das Einreichen eines Vorschlags verbunden sowie dem Hinweis, dass alle Vorgeschlagenen im Rahmen der öffentlichen Preisverleihung gewürdigt werden
. Dass dann bei der Preisverleihung dieser Vorschlag nicht einmal erwähnt wurde veranlasste die Göttinger Grünen zu einer verärgerten Stellungnahme „Es zeugt von merkwürdiger Ignoranz, einen Vorschlag, der sich gegen eine menschenunwürdige institutionelle Praxis und überzogenes Handeln staatlicher Akteure gegenüber Menschen in Not richtet, schlicht nicht zu erwähnen“(...)„Viel schlimmer: indem der Vorschlag, nach der Ankündigung, dass alle Vorgeschlagenen gewürdigt werden würden, nicht einmal erwähnt wurde, würdigt er das Handeln der engagierten Menschen herab."
Die Bürgerstiftung reagierte in ihrer Liste ausweichend mit Hinweisen darauf, dass die Personen nicht benannt wurden. Dagegen argumentieren die Grünen: "Für den Fall, dass der Preis nur personengebunden verliehen werden kann, hatten Die Grünen stellvertretend für die Gruppe eine Person benannt, die sich seit Jahren für eine humanere Praxis im Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern einsetzt. Für den Fall der Auszeichnung wurde als symbolischer Preisempfänger ProAsyl empfohlen."

Vorschlag "Demonstrant gegen Kleinstpartei "Pro Deutschland" auszuzeichnen wurde mit folgender Bemerkung an die letzte Stelle der Liste gesetzt. "Namentlich nicht genannter 17jähriger Demonstrant erbat sich vom Veranstaltungsleiter am 24.08.2013 in Göttingen das Mikrophon, rief "Nazis raus!" und wurde daraufhin von "Pro Deutschland"-Gesinnungskameraden körperlich angegriffen und verletzt. Strafverfahren gegen diese wurden eingestellt. (vorgeschlagen von Grüne Jugend Göttingen; Hinweis: Trotz Aufforderung wurde der Vorschlag weder namentlich gezeichnet noch der Vorgeschlagene namentlich benannt)"

Vorschlag Protest-Organisator gegen Nazi-Treffen in Bad Nenndorf
Andreas Schreck schrieb u.a. ganz am Ende einer Liste mit den Preisträger*innen: "Ein weiterer Vorschlag, der nicht den Kriterien des Göttinger Zivilcouragepreises entspricht, bezieht sich auf die "Bad Nenndorfer Nazi-Szene": Protest-Organisator gegen die Neo-Nazi-Treffen in Bad Nenndorf (kein Bezug zu Göttingen) "

Kommentar goest
Wenn eine Göttingerin in Bad Nenndorf den Diebstahl eines Handys verhindert hätte, wäre sie wohl eher für die Verleihung des Preises in Frage gekommen.

Anmerkung zum Begriff "Zivilcourage"
Der Begriff "Zivilcourage" hat in seiner Entstehungsgeschichte einen militärischen Bezug als Pendant zu dem "Mut auf dem Schlachtfeld" (Bismarck). Damals war der Idealtypus für Zivilcourage ein Offizier, der Mut und Standhaftigkeit ohne Gewehr, Säbel etc. in Zivilkleidung bei gesellschaftlichen Fragen beweist.
So passt der Preis-Titel schon mal nicht so ganz für Aktivist*innen der Anti-Kriegs- bzw. Friedens-Initiativen - könnte man meinen. Versteht man aber den Begriff Zivilcourage als Courage und gesellschaftliches Engagement, die bewußt auf Uniformen und Militär verzichten, dann wird der Begriff erträglich

 

Öffentlicher Vorschlag zur Vergabe des Zivilcouragepreises 2017

Für den Göttinger Zivilcouragepreis: Gesicht zeigen 2017 schlagen wir Frau Annette Ramaswamy (Bild) und Herrn Marian Ramaswamy vor.

foto goest, 2012 /

Beide sind BündnispartnerInnen im Bündnis gegen Rechts. Sie setzen sich unerschrocken und unermüdlich dafür ein, dass Menschen weder ihre Würde, noch ihre Rechte verlieren. Sie fordern uns auf, auf unser Gewissen und unseren Verstand zu hören, nicht zuzulassen, dass Angst und Opportunismus uns und unsere Gesellschaft deformieren. Sie helfen und greifen ein, wenn Menschen gedemütigt, angegriffen, beleidigt und bedroht werden - eigentlich Aufgaben der zuständigen staatlichen Institutionen. Annette und Marian Ramaswamy engagieren sich mutig gegen Rechtsradikale, Rassisten und Fremdenfeinde und zahlen mit der daraus resultierenden ständigen persönlichen Bedrohung, zum Beispiel durch die rechtsradikale Gruppe um Jens Wilke, einen hohen Preis

 

Göttinger Zivilcouragepreis 2013 für Jugendliche
Preisgeld für Aktiv gegen Nazis oder Anketten gegen Atomkraftwerke?

Es sollen "herausragende Beispiele von außergewöhnlich verantwortungsvollem und couragiertem Verhalten Jugendlicher für die Allgemeinheit honoriert werden". Es soll Mut gemacht werden, sich einzusetzen für andere, für eine gute Idee und gegen soziale Ungerechtigkeiten."

Hier sollte einmal über den angepassten Tellerrand hinaus gedacht werden

Aktivitäten, um die Menschheit vor endlos strahlenden Radioaktivitätslagern zu bewahren? Hier ist Courage erforderlich angesichts der Demonstrationsverbote und Einschüchterungsversuche der Behörden als Handlanger der Atomlobby.

Auch der couragierte Einsatz für Menschen, die aus Not aus ihrer Heimat geflüchtet sind und nun wieder aus Göttigen abgeschoben werden sollen, könnte ein preiswürdiges Verhalten sein. Hoffen wir, dass die Jury sich nicht allein auf die Sichtweise der "polizeilichen Prävention" einläßt, wenn es um die Preisverleihung geht.

 

Jugendpreise 2003

Am 22.11.03 wurden zweiJugendpreise der Bürgerstiftung vergeben:
Preis 'Göttingen Courage' an Kinder und Jugendliche in der Altersgruppe zwischen 10-18 Jahren aus Stadt und Landkreis Göttingen für couragiertes Verhalten bei Gewaltübergriffen und Zivilcourage im allgemeinen.
'Ella-Bülow-Umweltpreis für Kinder und Jugendliche' (Altersgruppe zwischen 4-21 Jahren) für Beiträge zum Umwelt- und Naturschutz.> Ella-Büllow-Preis

Preisverleihungen am 22.11.2003 im Alten Rathaus

jugendpreise11.JPG (31246 Byte)
Die Eingangshalle im Alten Rathaus während der Preisverleihung, die Jugendlichen, die Eltern, Mitglieder der Stiftung und Gäste.

cordes.JPG (12220 Byte)         gerhardy.JPG (11646 Byte)
Bild links: Peter Cordes, 1. Vorsitzender der Bürgerstiftung, Bild rechts: Bürgermeister Gerhardy bei ihren Ansprachen. ( Gerhardy machte Wortspiele zum Preis: " er ist - aber das kann man nicht sagen so etwas wie die Mutter Courage, man könnte ihn aber vielleicht Vater Courage nennen.")

Immerhin: Plakatieren gegen den Krieg gelobt
Zu zwei der Preisträgerinnen gab es eine wunderliche Vorgeschichte. Die beiden hatten engagiert Plakate gegen den Krieg verklebt - und zwar überall. Sie hatten wohl von den Auseinandersetzung ums verbotene Platkatieren nichts mitbekommen. Ein ruppiger Sicherheitsbeamter der Uni am Wilhelmsplatz hielt sie dann fest, nahm ihnen ihr Arbeitsmaterial ab, beschuldigte sie gar, für "Hintermänner" aktiv gewesen zu sein und wollte dafür sorgen, dass die Eltern wegen Sachbeschädigung haftbar gemacht würden. Später entschuldigte sich Uni-Präsident Kern für seinen Sicherheitsbeauftragten, die Plakataktion war für eine gute Sache gewesen. Für ihr Engagement bekamen sie nun einen "Couragepreis" . (Das Foto der Preisträgerinnen wurde gelöscht)

Im Folgenden einige Bilder von Jugendlichen, die den Bülow-Preis und den Courage-Preis erhielten.

 

jugendpreise10.JPG (23449 Byte)

Bild oben: Verleihung des Courage-Preises an eine Gruppe (Schulklasse) der IGS, die durch ihre Unterstützungsaktionen dazu beigetragen hatte, dass der Familie Mutanda aus dem Kongo Bleiberecht zugebilligt wurde. Bild unten: Das Ehepaar Mutanda mit Kindern, die Frau kämpfte während der Preisverleihung mit den Tränen.

jugendpreise03.JPG (22757 Byte)

 

 

jugendpreise05.JPG (16384 Byte) Svenja Müller, bereits mehrfach geehrt und durch Medienberichte bekannt geworden, hatte einen Menschen vor dem Ertrinken in einem Fluß gerettet und ihn dabei aus 4 Meter Tiefe hochgeholt, im Bild Helmhard Unger bei der Laudatio.
Umweltminister Juettner und Saskia von der IGS, die mit unglaublicher Zähigkeit die Einführung eines  umweltfreundlichen Blockheizwerks  an der Schule durchgesetzt hatte. Jüttner: ich habe ihre Zähigkeit kennengelernt, solches Engagement kann Berge versetzen. Selbst bei der Preisvergabe machte Svenia gleich Marketing für diese Technik und forderte die SchülerInnen auf das auch an ihrer Schule einzuführen, sie könne ihnen dabei helfen. jugendpreise06.JPG (9221 Byte)

jugendpreise07.JPG (19763 Byte)
Diese Schülerinnen und Schüler hier haben einfach dafür gesorgt, dass alte Autobatterien zum Recyclen in die entsprechende Firma kommen - nachdem die Darstellung allzu bescheiden ausfiel meinte Jüttener "Man sollte in aller Bescheidenheit aber hinzufügen: es waren 1,3 Tonnen".

Zwei Schülerinnen haben sich intensiv um das Überleben der Igel gekümmert und gaben allen gleich gute Ratschläge: einfach ein wenig Laub im Garten für die Igel übrig lassen. jugendpreise08.JPG (11374 Byte)

jugendpreise09.JPG (23064 Byte)
Diese Kindergruppe von der Kita Bürgerstraße hat in einer Malaktion ihre Fantasien darüber festgehalten "Wie stelle ich mir schöne Natur vor"

jugendpreise12.JPG (19851 Byte)

LeinebergschülerInnen haben Altpapier zum weiteren Gebrauch aufbereitet.

Den Sonderpreis Medien bekam diese Dreiergruppe für eine Radiosendung zum Stadtteilauto

Martin Köhler, Tilman Curdt und Rosa Elena Polter.

jugendpreise13.JPG (12455 Byte)
jugendpreise01.JPG (14036 Byte) Hier werden zwei Schülerinnen von Umweltminister Juettner  ausgezeichnet, die sich mit Müllbeseitigung im Wald beschäftigt hatten.
Diese Schülerin war auf dem Schulweg morgens im Park auf einen Rollstuhlfahrer aufmerksam geworden, der umgefallen war und sich nicht aus eigener Hilfe aufrichten konnte. Während andere Passanten vorbeigingen schaffte sie es mit erheblichen Mühen den Rollifahrer aufzurichten und bis zur weiteren Versorgung zu begleiten. Die Entschuldigung für ihr Zuspätkommen wurde ihr in der Schule zunächst nicht geglaubt, nun erhielt sie eine Belobigung. jugendpreise02.JPG (8222 Byte)
Lisamarie Arendt

Einige fehlen hier, z.B. Jessica Kirchner, die an ihrer Schule für das Schlichten von Streitigkeiten bekannt ist, die Jugendlichen, die eine Wildbienenstation aufbauten, die Friedländer SchülerInnen für die Betreuung einer Streuobstwiese. Eine Gruppe hat ein Vogelhausprojekt am Kehr durchgeführt ".. das haben wir dann so gemacht, dass sich kein Tier dran verletzen kann..." - Sorry es waren so viele - man kam mit dem Fotografieren nicht nach :-)

zum Anfang