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AfD
Medienstrategie und Diskussion zumn Umgang mit der AfD (2013)
19.8.13 / Eine richtige
Enthüllung auf lokaler Ebene ist zunächst einmal gut. Auch eine
mediale Gegenoffensive der bloßgestellten Organisation kann auf
lokaler Ebene gut begegnet werden. Im Falle der AfD mußte jedoch
eine überregional organisierte Antwort der AfD ohne überregionale
Antwort der Anti-AfD-Kampagne bleiben. Die Artikel in FAZ und Süddeutscher
Zeitung schenkten der Auseinandersetzung um Einflussnahme von Rechtsradikalen
keine Beachtung, sondern transportierten vor allem den Vorwurf der AfD
gegenüber ihren KritikerInnen, sie seien undemokratisch und übersteigert
noch gewaltbereite Feinde der Demokratie - und das von Leuten, die Nazis
in ihren Reihen nicht konsequent ausschließen. Diese Verschiebung
der medialen Wirkung ist der AfD am Ende sogar ein Stück auch auf
lokaler Ebene gelungen. Der Focus auf die Vorwürfe, dass Rechstradikale
im AfD-Vorstand sind ging fast verloren. Als Material für ein Lehrstück
dokumentieren wir alle uns zur Kenntnis gelangten Pressemitteilungen.
Im Folgenden die Liste und Links auf die einzelnen Texte der Sammlung:
A.L.I charakterisiert
AfD Kreisvorstandsmitglieder als Rechtsradikale 22.6.13
Zwei Mitglieder des Kreisvorstandes
wurden von der Antifaschistischen Linke International (ALI) am 22.6.13
in einer Pressemitteilung als Rechtsradikale charakterisiert:
"Der am 7.6.13 neu gegründete
Kreisverband "Alternative für Deutschland" (AfD) hat auf dem Gründungstreffen
den Neo-Nazi 1XXXXXX und den Verbindungsstudenten der rechten Burschenschaft
Hannovera 2XXXXXX zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden in Göttingen
ernannt. 1XXXXXX fiel zuletzt Ende 2012 durch Übergriffe und Provokationen
am Rand der monatlich stattfinden Anti-Atom Mahnwache auf. Am 3.9.12 griff
1XXXXXX einen Aktivisten der Mahnwache an. Er versuchte ihm mit Schlägen
eine Kamera aus der Hand zu schlagen und bedrohte ihn mit dem Worten "Wir
kriegen euch alle". An einer weiteren Kundgebung provozierte er mit "Deutschland
den Deutschen" und anderen aus der rechten Szene bekannten Parolen. In
seinem Profil bei Facebook posierte er zur selben Zeit mit Hitlergruß
in der Göttinger Innenstadt und führte in seinen "Gefällt
mir"-Angaben neben der JN (Junge Nationaldemokraten) und NPD (Nationaldemokratische
Partei Deutschlands) auch das von den Faschisten für die Massenvernichtung
in Konzentrationslagern eingesetzten Giftgas "Zyklon B". Auch prahlte
er offen im Internet damit Mitglied der NPD Jugendorganisation "Junge
Nationaldemokraten" zu sein und sich gemeinsam mit dem Vorsitzenden des
NPD-Unterbezirks Göttingen, Marco Borrmann, beim Verteilen rassistischer
NPD Flugblätter am 11.9.12 in Friedland beteiligt gewesen zu sein."
(Die Namen wurden
von der goest-Redaktion durch XXXX ersetzt)
Erklärung
eines AfD Vorstandsmitglied 25.6.13
"Sämtliche
in der Presseinformation erhobenen Vorwürfe der A.L.I., die mich
in Verbindung mit rechtsradikalem Gedankengut oder sonstiger rechtsradikaler
Aktivitäten bringen, entbehren jeglicher Grundlage und besitzen keinerlei
Wahrheitsgehalt." (Anmerkung goest: Dann wäre eine Erklärung
interessant zu erfahren, was es bedeutet, wenn er mit nach vorne ausgestrecktem
Arm und flacher Hand in der Öffentlichkeit fotografiert werden kann
und keine Zeichen einer Montage erkennbar sind)
Weiterhin
erklärt er: "Bei dem genannten Zwischenfall im Rahmen der Mahnwache
am 03.09.2012 versuchte ich nicht, einem Aktivisten eine Kamera aus der
Hand zu schlagen, sondern verwies viel mehr auf das Recht am eigenen Bild,
da eben dieser Teilnehmer kurz zuvor, ohne Einwilligung, ein Foto von
mir aufnahm. Sollte er sich dadurch bedroht gefühlt haben, kann es
sich m.E. nur um ein (vielleicht gewolltes) Missverständnis handeln.
(...) "Bezüglich meines Facebookprofiles stimme ich den gemachten
Äußerungen der A.L.I. zu, nur stammen diese Inhalte nicht von
mir, sondern sind Folge eines Profilhacks. Dieser Umstand wurde seinerzeit
durch mich auch an die Göttinger Polizei herangetragen und von dieser
leider ergebnislos verfolgt." (...) "Ein Mann namens Marco Borrmann
ist mir bislang nur aus der Presse bekannt. Ich habe niemals NPD-Flugblätter
verteilt und war auch niemals Mitglied in der NPD, ihrer Jugendorganisation,
den jungen Nationaldemokraten, noch sonstiger radikaler Gruppierungen
oder Organisationen."
A.L.I Kritisiert
das Verbleiben von Nazis im AfD-Vorstand 11.7.13
Wie aus
einem Bericht des Stadtradio Göttingen hervorgeht ist der Neo-Nazi
L.R. und der rechte Verbindungsstudent L.S. auch nach einer internen Prüfung
des Göttinger Vorstandes der "Alternative für Deutschland"
weiter im Kreisverband aktiv. Mit dieser Entscheidung stellt sich der
Kreisverband und deren Vorsitzender Matthias Hans geschlossen hinter die
rechten Aktivitäten L.R.. ""Das die Afd neonazistische Aktivitäten
in ihrer Partei akzeptiere, entlarvt sie einmal mehr als rechte Partei
die in Göttingen und anderswo nichts zu suchen hat!"" kommentiert
die Sprecherin der Antifaschistischen Linken International (A.L.I.). L.R.
Behauptungen das es sich bei dem Foto das ihn mit einem Hitlergruß
zeigt um eine Fälschungen handelt, bewertet die Sprecherin als ""unglaubwürdiges
Ablenkungsmanöver"". Das L.R Aussagen wenig Glaubwürdigkeit
zuzumessen ist, bewies er schon als Initiator diverser Betrügereien.
L.R. ist wegen gemeinschaflichen Betrug und Urkundenfälschung in
mindestens fünf Fällen verurteilt. Gemeinsam mit einem Freund
fälschte er Kostenübernahmescheine auf verschiedene Firmen,
sowie auf seine eigene Mutter um sich Mietautos, teure Herrenanzüge
und den Aufenthalt in verschiedenen Hotels zu erschleichen. Jetzt ist
er im AfD Vorstand für die Finanzen zuständig. Die Sprecherin
der A.L.I. hält es für keinen Zufall, das sich in der AfD rechte
Akteure wie der Nazi L.R. und der rechte Verbindungsstudent L.S. versuchen
eine Plattform für ihre Propaganda zu schaffen. ""Die AfD wird
immer stärker eine Sammelbewegung rechter und deutsch nationaler
Positionen, die eine Anti-Europäische Positionierung der AfD als
kleinsten gemeinsamen Nenner nutzen"" führt sie aus. Weiter
verweist sie darauf, dass die AfD schon vor der Gründung mit Nazi
Jargon wie "Klassische Bildung statt Multi-Kulti-Umerziehung"
versuchte Gleichgesinnte zur Parteigründung zu animieren.
FDP-Jugendorganisation
(Junge Liberale) verteidigen AfD 29.7.13
"Pressemitteilung
der Jungen Liberalen Göttingen: "Wahlkampf der AfD und NPD Die
Jungen Liberalen Göttingen verurteilen die Ankündigung des antifaschistischen
Bündnisses "Alles muss man selber machen!" den Wahlkampf
der Alternative für Deutschland (AfD) und NPD zu sabotieren. Dazu
erklärt der Vorsitzende Andreas Wolf: "Beide Parteien sind zur
Bundestagswahl zugelassen und in Deutschland nicht verboten. Daher sollte
auch diesen Parteien ein Wahlkampf ermöglicht werden." Die JuLis
Göttingen können nicht nachvollziehen, warum die AfD in einem
Atemzug mit der NPD genannt wird. Dazu der Vorsitzende: "Die AfD
ist eine populistische konservative und keine liberale Partei, deren D-Mark-Nostalgie
sicherlich keine Lösung für die europäische Schuldenkrise
ist. Aber Vergleiche mit den Rechtsradikalen von der NPD sollten nicht
leichtfertig gezogen werden." Zum Selbstverständnis der Junge
Liberalen gehört es selbstverständlich, Faschismus und nationalen
Sozialismus, entschieden abzulehnen. Dazu sollte man jedoch rechtsstaatliche
Mittel wählen. Daher erklärt Andreas Wolf abschließend:
"Eine freiheitliche Gesellschaft wird damit leben müssen, dass
es Menschen gibt, die rechtsradikales Gedankengut verbreiten. Diese Menschen
sollten selbstverständlich von der Gesellschaft geächtet werden.
Auf der anderen Seite sollte aber auch niemand Selbstjustiz gegen diese
Leute und deren Organisationen einsetzen." Die Jungen Liberalen Göttingen
rufen daher das antifaschistische Bündnis dazu auf, gerne gegen die
NPD zu demonstrieren, sich bei allen Aktionen aber auf dem Boden des Rechtsstaates
zu bewegen. Sachbeschädigungen und Drohungen gehören sicherlich
nicht dazu.
Am
16.8.13 schoben die Julis dann auch noch einen Offenen Brief an Thomas
Oppermann (SPD) nach mit der Forderung, er solle sich von der Solidaritätserklärung
der Jusos distanzieren. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass sich
die Julis nie von den rechten Burschenschaftern in ihren Reihen distanziert
haben, die u.a. wegen einer Brandstiftung ins Gerede gekommen waren. Siehe
>Artikel
AfD behält
Nazis im Vorstand und beklagt "demokratiefeindliche Sabotage"
6.8.13
In einer
offenbar gezielten Aktion wurden die Plakate der AfD (Alternative fürDeutschland)
in Duderstadt zerstört. Die Wahlwerbung für die Bundestagswahl
2013 wurde erst wenige Tage zuvor, am 2. August, platziert. Der AfD Kreisverband
Göttingen/Osterode verurteilt diese Straftaten auf das Schärfste.
"Die Angriffe auf unsere noch junge Partei zeugen von der antidemokratischen
Haltung der Täter", kritisiert der Stellvertretene Vorsitzende
für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der AfD Göttingen/Osterode
L.S:. Der Kreisvorsitzende Matthias Hans weist darauf hin, dass die AfD
"eine Partei aus der Mitte der Gesellschaft" ist und sich "entschieden
von jeglichem Extremismus distanziert". Der Kreisverband rechnet
in der gesamten heißen Wahlkampfphase mit weiteren Angriffen auf
Plakate und andere Wahlwerbung, vor allem durch linksradikale Gruppierungen.
Erklärung
der Kampagne "Alles muss man selber machen" 8.8.13
Morgen am
9.8 veranstaltet die AfD Göttingen einen Stammtisch um 19.30h im
Gasthof "Zur Linde" in Göttingen Geismar. Wir rufen zum aktiven Protest
gegen diesen Stammtisch auf (...) Außerdem veranstaltet die AfD
am Samstag, den 10.08, einen Infostand von 11h - 16h in der Göttinger
Innenstadt (nahe Cafe Alfredo in der Weender Str.). Wir rufen zum aktiven
Protest gegen diesen Infotisch auf! Aktiv gegen Rechtspopulisten und -rassisten!
Europa
steckt seit Jahren in der Wirtschaftskrise. (...) Selbst glaubt man, zur
starken Volkswirtschaft zu gehören, die mit den hart erwirtschafteten
Steuergeldern jetzt die europäischen Nachbarn retten müssen.
Schon lang gehegte Vorurteile gegenüber den in den südeuropäischen
Ländern lebenden Menschen werden dann schnell zu handfestem Rassismus.
Während ihnen negative Eigenschaften zugeschrieben werden, wird gleichzeitig
versucht, das eigene Land – Deutschland - und somit sich selber aufzuwerten.
In den Medien wird dann gerne das Bild der fleißigen, hart arbeitenden
und ehrlichen Deutschen gezeichnet. An diesen Rassismus der Mitte der
Gesellschaft knüpft die AfD nahtlos an, indem sie ihn nutzt und gleichzeitig
reproduziert. Damit bedient sie sowohl rassistische als auch nationalistische
Denkmuster, die "Erklärungen" und "Lösungen"
für die Krise bieten wollen, wie sie gefährlicher nicht sein
könnten.
Die AfD und die Nazis : Gerne wird sich das Bild einer wissenschaftlich
arbeitenden und argumentierenden Partei gegeben. Das dieses in der Realität
nicht standhält, beweisen unzählige Fälle. So auch in Göttingen,
wo ein Neo-Nazi als stellvertretender Kreisvorsitzender des Göttinger
AfD Kreisverbandes gewählt wurde. Dieser fiel seit Anfang 2011 kontinuierlich
durch rechte Aktivitäten auf. So veröffentlichte er auf Facebook
ein Foto von sich, auf dem er den Hitlergruß zeigt und nahm das
Giftgas "Zyklon B", das im Deutschen Faschismus zur Massenvernichtung
in den Konzentrationslagern eingesetzt wurde, in seine "Gefällt
mir"-Liste auf. Des Weiteren provozierte er mehrmals bei linken Partys
die Teilnehmer_Innen und griff schließlich am 3.9.2012 einen Teilnehmer
der Anti-Atom-Mahnwache in Göttingen an. Auch L.S.
wurde
vom Göttinger Kreisverband zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Er ist Mitglied in der rechten Göttinger Burschenschaft Hannovera
und markierte auf Facebook die "Identitäre Bewegung", die
rassistische Zeitschrift "Zuerst" und die rechte Zeitung "Junge
Freiheit" mit "Gefällt mir". (...)
"Grüne
Jugend" unterstützt Kampagne "Alles muss man selber machen!
8.8.13
Pressemitteilung "GRÜNE JUGEND
Göttingen unterstützt die antifaschistische Kampagne "Alles
muss man selber machen!" und ruft zu Protesten gegen Veranstaltungen der
AfD auf! Ziel der Kampagne ist es, rechte, rassistische, nationalistische,
antisemitische und islamfeindliche Propaganda aus dem Bundestagswahlkampf
aktiv herauszuhalten. Dazu ruft die Kampagne zur Beteiligung auf: Wer
rechte Propaganda im Raum Göttingen und Umgebung entdeckt, kann diese
auf der Homepage der Kampagne (www.selbermachen.noblogs.org)
melden oder anderweitig aktiv werden. Einen Infoticker gibt es hier: twitter.com/SelberMachenGoe
Neben der bekannten und offen faschistischen NPD tritt zur Bundestagswahl
auch die rechtspopulistische Splitterpartei "Alternative für Deutschland"
(AfD) an, die ihre rechte Propaganda hinter Deckmäntelchen wie Eurokritik
zu verstecken versucht. Dazu ein Mitglied der GJ Göttingen: "Gerade
die AfD hat in Göttingen in den letzten Wochen negative Schlagzeilen
gesammelt. Der Göttinger Kreisvorstand ist durchsetzt von einigen
bekannten Neonazis, vor ein paar Tagen zog der Direktkandidat der AfD
zur Bundestagswahl Dirk Peter Harling seine Kandidatur zurück und
auch das Vorstandsmitglied Claas Otte trat kürzlich mit der Begründung
zurück, seine Partei habe ein Naziproblem. Dass die Partei ein Anzugspunkt
für Neonazis und andere Rechte ist, verleugnet der Vorstand und wehrt
sich gegen jede Klärung. Die Äußerung des AfD-Vorsitzenden
Matthias Hans, die AfD wäre eine Partei aus "der Mitte der Gesellschaft"
und distanziere sich von "jeglichem Extremismus" ist nichts wert. Die
AfD hat nicht nur ein Problem mit neonazistischen Einzelpersonen, sondern
ist auch gesamtstrukturell eine Partei des rechten Spektrums. Wer nationales
Überlegenheitsdenken ("fleißige Deutsche") und stumpfe Ressentiments
gegen andere Länder ("faule Griechen") schürt, mehr "nationale
Souveränität" statt Europa fordert, der muss sich nicht wundern,
von Nazis durchsetzt zu sein." "Wir wollen nicht, dass solche und andere
rechte Parteien ihr nationalistisches, rassistisches, antisemitisches
und islamfeindliches Gedankengut verbreiten können, auch nicht im
Wahlkampf. Das ist gefährlich, und wir werden unseren Teil dazu beitragen,
dies zu verhindern! Wir rufen deswegen zu Protesten gegen einen "Stammtisch"
der AfD am Freitag, 19.30 Uhr, im Gasthaus "Zur Linde" in Geismar und
einen Wahlkampfstand am Samstag, ab 11 Uhr in der Weender Landstraße,
auf!", ergänzt ein Mitglied der GJ Göttingen. Wir hoffen, dass
viele dem Aufruf folgen, und sich an der Mitmachkampagne beteiligen. Zusammen
können wir dieses Gedankengut aus dem Alltag und dem Wahlkampf halten
und rechten Populist*innen mehr als diesen versauen! (Link
auf die Quelle
- Seite nicht 2026 mehr zu finden)
AfD konzentriert
Medienstrategie auf Kritik an der Grünen Jugend 8.8.13
Grüne
Jugend unterstützt offen die Zerstörung von Wahlplakaten der
AfD - und ruft zu weiteren Straftaten auf. Die "Grüne Jugend
Göttingen" ruft in ihrer heutigen Pressemitteilung zusammen
mit vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierungen wie ALI und ANTIFA
in Göttingen dazu auf, die Wahlwerbung der AfD (Alternative für
Deutschland) zu zerstören und den Wahlkampf offen zu "behindern"
und auch zu "verhindern". Der Vorstand des Kreisverbandes Göttingen/Osterode
der AfD verurteilt dieses absolut undemokratische und kriminelle Verhalten
entschieden. Wir erwarten dazu eine Stellungnahme des Göttinger
Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin. Der Göttinger AfD-Vorstand
wird sich mit Sicherheit nicht diesen linksfaschistischen, demokratiefeindlichen
Splittergruppen beugen und stattdessen den Wahlkampf für eine "Alternative
für Deutschland" entschlossen weiter führen sowie in Zukunft
noch enger mit Polizei und Staatsschutz zusammen arbeiten.
Kampagne
"Alles muss man selber machen" gegen Stammtisch 10.8.13
70
AntifaschistInnen auf Kundgebung gegen den Stammtisch der AfD An diesem
Wochenende versuchte die rechtspopulistische Partei "Alternative
für Deutschland" ihre ersten öffentlichen Veranstaltungen durchzuführen.
Einen für Freitag angekündigten Stammtisch in Geismar mussten
sie absagen, nachdem AntifaschistInnen auf die geplante Veranstaltung
aufmerksam machten. Stattdessen führten ca. 70 AntifaschistInnen
eine Kundgebung unter dem Motto "Gegen die AfD, Nazis und Rassisten"
durch. Am Samstag Vormittag führte die Kampagne "Alles muss
man selber machen" während eines Wahlkampfstandes der AfD eine
kurze Kundgebung und eine Flyeraktion in der Weenderstraße durch.
Außerdem wurden Flyer, die von der AfD verteilt wurden, eingesammelt
und aus dem Verkehr gezogen. "Wir wollen uns Rechtspopulisten und
Rassisten mit unserem Widerstand entgegen stellen" kommentiert eine
Sprecherin der Kampagne und wertet die ersten Aktionen als Erfolg. Der
Neo-Nazi L.R.
und der rechte Verbindungsstudent L.S.
sind weiterhin Mitglieder der AfD. L.R.
war
Ende 2012 an einem Angriff und mehreren Provokationen gegen die regelmäßig
stattfindende Anti-Atom Mahnwache beteiligt. Außerdem existieren
Fotos von seinem Facebook Profil, auf denen er in der Göttinger Innenstadt
mit einem Hitlergruß posiert. Mit der Kampagne "Alles muss
man selber machen" wollen antifaschistische Gruppen aus Göttingen
während des Wahlkampfes rechte Propaganda aus dem Stadtbild entfernen
und Wahlkampfauftritte rechter Parteien blockieren. Auf der Internetseite
www.selbermachen.noblogs.org
werden in einem Info-Ticker Standorte rechter Propaganda in der Stadt
und im Landkreis Göttingen veröffentlicht und zu Aktionen gegen
eben diese aufgerufen.
A.L.I.: Proteste
gegen AfD-Wahlkampfstand 10.8.13
"Am
gestrigen Freitag musste der Göttinger Kreisverband der rechtspopulistischen
"Alternative für Deutschland AfD" ihren im Gasthof ""Zur
Linde"" angekündigten Stammtisch absagen. Zuvor hatte die antifaschistische
Kampagne ""Alles muss man selber machen"" zu einer Kundgebung
vor dem Lokal aufgerufen, auch AnwohnerInnen wandten sich in einem Brief
an die Gasthofbetreiber und forderten diese auf, rechten Versammlungen
in Geismar keinen Raum zu geben. An der Kundgebung beteiligten sich etwa
70 AntifaschistInnen. Lediglich S.S-F aus Ebergötzen, AfD-Gründungs
und - Vorstandsmitglied erschien, um aufgebracht auf die BlockiererInnen
einzureden. Ein erster AfD-Wahlkampfstand in der Göttinger Innenstadt
am heutigen Samstag konnte nur unter Polizeischutz durchgesetzt werden.
Unmittelbar nach Aufbau des Standes versuchte eine Gruppe von AntifaschistInnen
den Stand mit Transparenten und Schildern abzuschirmen und zu blockieren.
Unter dem Einsatz von Schlagstöcken und Faustschlägen wurde
die Gruppe von der Polizei abgedrängt. Bis zum Abbau des rechtspopulistischen
Wahlkampfstandes gegen 15 Uhr umzingelten verschiedene Gruppen von AntifaschistInnen
den Stand in der Weender Straße und sammelten die von der AfD verteilten
Flyer in Müllsäcken wieder ein. Auf Handzetteln der Kampagne
""Alles muss man selber machen"" wurden PassantInnen über
den Rechtspopulismus der AfD und die neonazistischen Aktivitäten
des Göttinger AfD-Vorstandsmitgliedes L.R informiert. Am AfD-Stand
beteiligten sich 6-10 Personen. Außer L.R. aus Rosdorf waren sein
Vater K.R. (Rosdorf), J.K. (Hann-Münden), J.W. (Hann-Münden),
J.S. (Adelebsen), S.S.-F. (Ebergötzen) und L.S. (Burschenschaft Hannovera,
Göttingen) anwesend. J.S. aus Adelebsen war noch im September 2012
am Wahlkampfstand der islamfeindlichen Partei "Die Freiheit"
am Göttinger Jacobikirchhof beteiligt war. Für die Landtagswahl
im Januar 2013 verklebte J.S. Plakate für Die Freiheit. Zu offenen
rassistischen Anfeindungen gegen Passantinnen kam es durch K.R.. Der offenbar
alkoholisierte 50jährige rief enthemmt gestikulierend einer jungen
schwarzhaarigen Frau entgegen: ""Zum Glück hast du hier kein
Wahlrecht!"". In den lautstarken Konflikt musste schließlich
die Polizei eingreifen und K. R. mehrfach beiseite führen. Zu offener
Parteinahme für die AfD kam es durch eine uniformierte Beamtin der
Polizei. Von sich aus sprach die Polizistin PassantInnen an, die sich
den Flyer der Kampagne ""Alles muss man selber machen"" durchlasen
und forderte diese auf, den Aussagen keinen Glauben zu schenken: ""Das
sind keine Nazis, gehen Sie ruhig an den Stand und informieren Sie sich"".
Eine Sprecherin der Antifaschistischen Linken International A.L.I. bewertete
die Aktionen gegen den Wahlkampf der Alternative für Deutschland
als Erfolg. ""Die Rechtspopulisten versuchen nationalistische und
rassistische Antworten auf die Krise in Europa zu verbreiten"", so
die Sprecherin der Göttinger Antifagruppe: ""Das werden wir
in Südniedersachsen weiterhin behindern!"". Antifaschistische
Linke International A.L.I.
Junge Liberale
diffamieren KritikerInnen der AfD-Nazis als "undemokratisch"
10.8.13
Die
Jungen Liberalen, Jugendorganisation der FDP Göttingen in deren Reihen
bereits ähnliche Rechtstendenzen festzustellen waren springen der
AfD zur Seite und versuchen die Kritik an Nazis in den Reihen der AfD
als undemokratischen Angriff der Grünen auf die AfD anzuprangern
wobei sie dabei Wahlkampf gegen Trittin machen wollen.
Pressemitteilung
der Julis als "Offenen Brief" an Trittin:
"Die Grüne Jugend Göttingen unterstützt die Aktion
"Alles muss man selber machen", die Gewalt gegen den politischen
Mitbewerber die Alternative für Deutschland einsetzt. Diese Mittel
haben nichts im Wahlkampf eines demokratischen Rechtsstaates verloren.
Jede Partei, jeder Kandidat muss einen Wahlkampf führen können,
ohne Angst um seine eigene körperliche Unversehrtheit haben zu müssen.
Herr Trittin, wir die Jungen Liberalen Göttingen fordern Sie auf,
sich ausdrücklich und in aller Schärfe von den Aktionen Ihrer
Jugendorganisation zu distanzieren. Dies ist nämlich keine akzeptable
Form des Wahlkampfes, den die Grüne Jugend hier in Göttingen
für Sie macht. In Deutschland entscheiden schließlich immer
noch Gerichte, ob Parteien zu Wahlen zugelassen werden, und nicht die
Grünen. Die Jungen Liberalen Göttingen dachten immer, dass auch
die Grünen in Göttingen und Sie Herr Trittin, für Meinungsfreiheit,
Rechtsstaatlichkeit und Demokratie eintreten. Gewalt und Sachbeschädigungen
haben in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren! Dafür
sollten Sie sich einsetzen!
Grüne
Jugend kritisiert rechtslastige Mitglieder der AfD 12.8.13
(...)
Reaktionen zeigen, dass wir mit unseren Vorwürfen wohl mitten ins
Schwarze getroffen haben."So schreibt der Landesvorstand der AfD in Niedersachsen
in einer Mail an Bündnis90/Die Grünen Niedersachsen. dass die
"Aktionen und Aufmärsche [der "linksextremen Szene"] an die Sturmabteilungen
der späten 20er Jahre" erinnerten, der Unterschied sei, dass der
"Linksfaschismus schwarz statt braun" trage. (...) Dass L.S., ein Mitglied
der rechten Burschenschaft Hannovera, vom AfD-Vorsitzenden Matthias Hans
zum sich für die Äußerungen verantwortlich zeichnenden
Pressesprecher ernannt wurde, obwohl der Ex-Kreisvorsitzende der AfD,
Claas Otte, seinen Rücktritt mit rechten Äußerungen L.S.
begründete, macht das Ganze noch krasser. Überhaupt scheint
in der Göttinger AfD keinerlei Interesse an einer Beschäftigung
mit den hauseigenen Naziproblemen zu bestehen. Auf der Facebookseite der
AfD findet sich der Post: "Es wurden nie Protokolle verlangt. Es gibt
auch keine Protokolle. Wir sind nicht die Stasi und nicht die NSA..."
Damit gemeint sind die Protokolle einer Überprüfung aller Mitglieder
des AfD-Kreisvorstandes auf "rechtsextremistische Tendenzen", die Matthias
Hans Ende Juni in einer Pressemitteilung angekündigt hatte. Diese
Überprüfung hat es demnach nie gegeben. Dass mit J.S. eine Person,
die Ende letzten Jahres noch für die islamfeindliche Partei "Die
Freiheit" im Landtagswahlkampf aktiv war, am 10.08. auch der AfD bei einem
Wahlkampfstand geholfen hat, ist da umso bezeichnender. Der Rechtstrend
in der AfD Göttingen verfestigt sich weiter, während von rechten
Umtrieben distanzierende Persönlichkeiten wie Claas Otte aufgeben.
"
Die eingegangenen Drohungen und Beleidigungen finden sich auf unsere Homepage
unter http://gj-goettingen.de/
in anonymisierter Form veröffentlicht.
DieLinke:
Vorwürfe gegen Gastgeber des AfD-Stammtisches 12.8.13
Als die
AfD einen Tisch in der Geismarer Gaststätte 'Zur Linde' für
ihren Stammtisch reservierte, will der Wirt Karsten Eckloff von deren
'Rechtslastigkeit' nichts gewusst haben."Dies erscheint mir sehr unglaubwürdig,
da in der Vergangenheit unter anderem sowohl die Republikaner, als später
auch die NPD ihre Treffen in ebendieser veranstalten durften und diese
damit zu einem Treffpunkt von rechtsextremistischen Parteien etabliert
wurde. Wir wollen weder hier in Göttingen noch anderswo rechtes und
rechtspopulistisches Gedankengut! Denn Faschismus ist keine Meinung sondern
ein Verbrechen!", so Patrick Humke Ratsherr der GöLinken Ratsfraktion
und Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE. Niedersachsen.
Grüne
Jugend: Allgemeine Stellungnahme zur Kampagne 13.8.13
Unsere Protestaufrufe
gegen Veranstaltungen der rechtspopulistischen Partei "Alternative
für Deutschland" haben hohe Wellen geschlagen. An dieser Stelle
möchten wir uns zu einigen Vorwürfen äußern. Die
Fragen wurden uns von einem Journalisten gestellt, wir veröffentlichen
an dieser Stelle die Antworten, um Gerüchten entgegenzutreten, wir
würden zu Gewalt aufrufen oder diese gar selbst ausüben.
1) Kann
man die Solidarität zur Kampagne "Alles muss man selber machen"
als direkte Aufforderung zur Sachbeschädigung an Materialien der
Wahlkampfwerbung und zur Gewalt gegen Mitglieder der AfD verstehen?
Nein. Wir sind solidarisch mit der Kampagne, weil wir es sehr wichtig
finden, dass rechte, islamfeindliche und nationalistische Propaganda nicht
ungestört verbreitet werden kann. Nicht alle Mittel, die die Kampagnenmacher*innen
wählen, sind unsere Mittel. Wir selbst rufen lediglich zu friedlichen
Protesten gegen Veranstaltungen der AfD, wie etwa Stammtische und Infostände
auf, und sehen darin unseren Beitrag zum Kampf gegen Rechtspopulist*innen
und offene Nazis. Es wird keine Stadtwanderung der GRÜNEN JUGEND
Göttingen geben, um AfD-Plakate zu entfernen. Ein Aufruf "zur
Gewalt gegen Mitglieder der AfD" wurde von der Kampagne "Alles
muss man selber machen!", und besonders von uns, niemals geäußert.
Ein Aufruf zur Gewalt gegen Personen wird von uns niemals erfolgen.
2) Würden Sie Sachbeschädigung,
Vandalismus und körperliche Gewalt gegen Polizeibeamte als adäquate
Mittel im Wahlkampf einer Demokratischen Gesellschaft bezeichnen?
Unsere Solidarisierung mit der Kampagne ist keine Wahlkampfaktion, sondern
Ausdruck eines antifaschistischen Selbstverständnisses, dass nicht
nur für den Alltag gilt. Unser Ziel ist nicht, Wähler*innenstimmen
zu gewinnen, sondern gegen rechte Umtriebe zu kämpfen. Für uns
macht es keinerlei Unterschied, ob eine rechte Gruppierung sich im Wahlkampf
befindet, oder zu irgend einem anderen Anlass rechtes Gedankengut verbreiten
will. Wie schon eingangs gesagt, sehen wir als unser Mittel den friedlichen
Protest gegen Veranstaltungen der AfD an. Für alle anderen Aktionen
übernehmen wir keinerlei Verantwortung. Körperliche Gewalt gegen
Personen lehnen wir generell ab, das schließt auch Polizeibeamt*innen
ein.
3) Was sagen Sie zu der
Strafanzeige, die Torsten Heinrich, Vorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation
"Junge Alternative für Deutschland" gegen die Grüne
Jugend Göttingen gestellt hat?
Unsere Solidarisierung mit der Kampagne "Alles muss man selber machen!"
ist ähnlich gelagert wie die u.a. 2011 von zahlreichen Organisationen
und Personen durchgeführte Solidarisierung mit der Kampagne "Castor?
Schottern!". Eine Solidarisierung ist rechtsstaatlich gedeckt und
nicht strafrechtlich relevant. Wir überlegen unsererseits, Strafanzeige
wegen Beleidigung und Bedrohung durch mutmaßliche Anhänger*innen
und Unterstützer*innen der AfD zu stellen. Screenshots der eingegangen
Drohmails sind auf Anfrage erhältlich. Einige der strafrechtlich
relevanten Drohungen können bis zu den Urheber*innen zurückverfolgt
werden, eine Verfolgung ist also möglich. Das Stellen oder Androhen
von Strafanzeigen ist ein von der AfD gern zur Einschüchterung von
kritikäußernden Personen(gruppen) gewähltes Mittel. Die
Antifaschistische Linke International wurde, zumindest nach Aussage der
AfD, wegen des Bezeichnens des stellvertretenden AfD-Kreisvorsitzen L.R.
als Neonazi, angezeigt. Dem Ex-AfD-Vorstandsmitglied Klaas Otte, der in
der Pressemitteilung zu seinem Rücktritt das Auftreten und Tolerieren
von rechten Äußerungen als Grund angegeben hatte, wurde mit
einer Anzeige wegen "diffamierender Äußerungen" gedroht.
Die AfD benutzt das juristische Mittel der Strafanzeige als Versuch der
Mundtotmachung. Wir werden uns davon nicht einschüchtern lassen und
weiterhin neonazistische Umtriebe in der AfD öffentlich anprangern.
4) Viele sind der Meinung,
dass die Aktionen gegen den Wahlkampf der AfD eben dieser eine zusätzliche
Bühne bietet und zudem Sympathien in der Wählerschaft hervorrufen.
Durch Ihren Aufruf helfen Sie der AfD also, neue Wähler für
sich zu gewinnen. Was sagen Sie dazu?
Mit dem gleichen Argument könnte man dafür plädieren, nicht
gegen Naziaufmärsche o.ä. zu protestieren, und diese lieber
zu ignorieren, um den Nazis keine Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wenn
niemand gegen die AfD und die Verbreitung rechtspopulistischer Propaganda
protestieren würde, würde dieses nach und nach als Teil der
Normalität betrachtet werden. Kurzfristig, auch durch tendenziöse
(HNA: "Krieg gegen die AfD") und zum Teil unwahre Medienberichterstattung
(Formulierung GT: [des] von der Grünen Jugend formulierten Slogans
"Alles muss man selber machen". Richtigstellung: Wir sind nicht
an der Kampagne beteiligt, haben uns lediglich mit dieser solidarisiert)
begünstigt, mag es einen Sympathieschub für die AfD geben. Langfristig
ist ein offenes Anprangern rechten Gedankengutes und die öffentliche
Thematisierung aber die einzig akzeptable Variante. Die Gefahr, dass durch
nicht stattfindende Proteste rechtes Gedankengut fälschlicherweise
für salonfähig und gesellschaftlich akzeptiert gehalten wird,
ist zu groß.
FAZ Artikel
verbreitet ausschließlich die Darstellungen der AfD 13.8.13
In der FAZ
vom 13.8.2013 kolportiert auschließlich die Sichtweise der AfD:
"Die Alternative für Deutschland beklagt tätliche Angriffe
auf ihre Wahlkämpfer. Die Partei kritisiert vor allem die "Grüne
Jugend" in Göttingen, die zum Vorgehen gegen die AfD aufgerufen
habe. Besonders heftig seien die Angriffe in Göttingen gewesen. Dort
hätten 40 Polizisten einen Wahlkampfstand der AfD nach Angriffen
auf Wahlkampfhelfer schützen müssen. In Göttingen habe
man einen Brandanschlag auf eine Garage, die an das Wohnhaus eines Wahlkampfhelfers
angrenze, in dem Wahlkampfmaterial gelagert werde, in der Nacht zum Samstag
"nur durch Zufall" verhindern können. (...) Auch sei die
Fassade eines Gasthauses beschmiert worden. Die AfD gibt zudem an, dass
die Facebook-Seite eines jungen Mitglieds des Kreisvorstandes manipuliert
worden sei, um ihm rechte Umtriebe anzulasten."
Göttinger
BT-Kandidaten 2013 zum Umgang mit der AfD
Antwort Gerd Nier
(Die Linke) auf http://www.abgeordnetenwatch.de
grundsätzlich bin ich für Meinungsfreiheit und dafür,
dass ko(n)troverse politische Standpunkte in Diskussionen und von mir
aus auch in Streitgesprächen ausgetragen werden. Eine Grenze ist
allerdings bei mir erreicht, wenn faschistoide und rassistische Positionen
vertreten werden. In dem von ihnen angesprochenen Fall geht es nicht um
die AfD generell, sondern um die Mitgliedschaft eines Vorstandsmitgliedes
des AfD- Kreisverbandes Göttingen, das in der Vergangenheit nach
glaubwürdigen und belegten Schilderungen durch neonazisitsche Äußerungen
und Symbole aufgefallen ist. Dagegen haben junge Menschen z.B. der Grünen
Jugend und dem Antifa-Bereich protestiert. Solange dies friedlich, mit
kreativen Mitteln geschieht gilt meine Sympathie und Unterstützung
diesen jungen Menschen.
Antwort
von Niels-Arne Münch
(Piraten)
Die
Ausübung des aktiven wie passiven Wahlrechts gehört zu den grundlegenden
demokratischen Rechten, die es selbstverständlich zu verteidigen
gilt. Dazu gehört auch das Recht auf den Wahlkampf für die eigene
Sache, der allen demokratischen Parteien uneingeschränkt zu ermöglichen
ist. Dass Angriffe auf Sachen (Infostände) oder gar Gewalt gegen
Personen selbstverständlich abzulehnen sind, sollte nicht extra erwähnt
werden müssen. Allerdings gehört nicht nur das Wahlrecht in
allen seinen Facetten zu den demokratischen Grundrechten sondern auch
das Demonstrationsrecht. Offensichtlich waren viele Göttinger Bürgerinnen
und Bürger nicht bereit, das Verbreiten rechten Gedankenguts in unserer
Innenstadt unwidersprochen hinzunehmen und machten von diesem ihrem demokratischen
Grundrecht Gebrauch. Hinzu kommt, dass einige führende Mitglieder
der AfD Göttingen - insbesondere ein Vorstandsmitglied - aus anderen
Zusammenhängen bereits als Angehörige der (extremen) Rechten
bekannt sind. Dieser Umstand lässt auch Zweifel aufkommen, inwieweit
die AfD - zumindest hier in Göttingen - überhaupt eine demokratische
Partei ist (was die Formulierung Ihrer Frage "gemeinsam mit allen demokratischen
Kräften" aber unterstellt). Immer wieder hört man aus Kreisen
der AfD homophobe oder islamfeindliche Positionen, Vorstandsmitglied Konrad
Adam zieht das Wahlrecht für "Leistungsempfänger" in Zweifel.
Nichts davon ist mit demokratischen Grundprinzipien vereinbar. Göttingen
hat inzwischen eine lange Tradition, dass demokratiefeindliche rechte
Gruppierungen hier nicht auftreten können, ohne auf deutlichen Widerstand
aus der Bevölkerung zu treffen. Als Bürger dieser Stadt und
als Kandidat macht mich dies sehr froh. Ich habe in der Vergangenheit
selbst an solchen Gegenveranstaltungen teilgenommen und beabsichtige,
dies auch in Zukunft zu tun.
AfD Kritik
der Grünen an Nazis im AfD-Vorstand gewaltorientiert 15.8.13
"Matthias
Hans I Vorsitzender des AfD - Kreisverbandes Göttingen/Osterode Göttingen,
15.08.2013 Stellungnahme zur Pressemitteilung der Grünen
Die Grünen und die Grüne Jugend behaupten, E-Mails und Anrufe
von AfD-Anhängern erhalten zu haben. Wir stellen klar: Vom Vorstand
des Kreisverbandes Göttingen/Osterode der AfD sind keine Anrufe und
E-Mails an die Göttinger Grünen und auch keine an die Grüne
Jugend Göttingen ergangen. Des Weiteren zeigt das Festhalten der
Grünen Jugend am Aufruf, die AfD-Wahlplakate zu zerstören (Straftat)
und den Wahlkampf der AfD zu behindern (undemokratisches Verhalten), dass
die Grünen in ihren eigenen Reihen, besonders in Bezug auf gelebte
Demokratie noch sehr viel Arbeit vor sich haben. Zudem liegen inzwischen
mehrere Strafanzeigen gegen die Grünen vor, welches auch die Polizei
Göttingen bestätigt. Dass selbst die Parteispitze der Grünen
im Wahlkreis von Jürgen Trittin sich nicht klar gegen Gewalt abgrenzt
und den Aufruf ihrer hier ansässigen Jungendorganisation zu Straftaten
weiterhin zulässt, ist ein Armutszeugnis für eine Partei, die
ehemals basisdemokratische Wurzeln hatte.
Grüne:
Strafanzeige gegen AfD wegen Verleumdung 16.8.13
Der Kampagne
der AfD keinen Raum geben!Nach der Diskussion um die Proteste gegen den
Wahlkampf der AfD in den vergangenen Tagen warnen Stadt- und Kreisverband
von Bündnis 90/DIE GRÜNEN davor, die Darstellung der AfD ohne
Prüfung zu übernehmen: "Die AfD versucht derzeit bundesweit,
legitimen Protest in die Nähe von Gewalt zu rücken, um sich
als Opfer darzustellen", erklärte Marie Kollenrott. Dabei scheuten
Teile der AfD und ihrer Anhängerschaft offenbar selbst vor der Einschüchterung
und Verleumdung politischer Gegner nicht zurück. Erschüttert
zeigte sich Sascha Völkening davon, dass auf einer der AfD nahestehenden
Internetseite eine Liste von Personen mit Namen und Funktion auftauchte,
die angeblich Gewalt gegen die AfD unterstützten. Darunter auch die
Kreisvorstandssprecherin der Göttinger GRÜNEN, Marie Kollenrott.
Sie hatte zur friedlichen Auseinandersetzung mit der Partei aufgerufen.
"Wir haben uns entschlossen Anzeige wegen Verleumdung bei der Polizeidirektion
Göttingen zu erstatten." Außerdem erhielt die Grüne
Jugend Morddrohungen über ihre Internetseite. Das
Bild, die AfD sei im Kern eine bürgerliche Partei, hält Sascha
Völkening für Augenwischerei: "Schon die Mails und Anrufe,
die GRÜNE und Grüne Jugend in den den letzten Tagen erhalten
haben, zeigen sehr deutlich, welchem politischen Spektrum viele Anhänger
der AfD in Südniedersachsen zuzuordnen sind." Es handele sich
um eine rechtspopulistische Partei, die sich gerade in Südniedersachsen
nur unzureichend von der rechtsextremistischen Szene abgrenze. "Wir
rufen alle demokratischen Parteien dazu auf, die Vorwürfe nicht aus
wohlfeilen Motiven zu übernehmen, sondern sich kritisch mit der AfD
und ihrer Kampagne auseinanderzusetzen." Marie
Kollenrott verurteilte erneut das Vorgehen einiger Aktivisten bei den
Protesten gegen den Wahlkampfstand der AfD am vergangenen Samstag: "Die
GRÜNEN lehnen Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung
ab. Daher begrüßen wir es auch ausdrücklich, dass die
Grüne Jugend ebenfalls deutlich gemacht hat, dass Gewalt für
sie kein legitimes Mittel ist." Vor diesem Hintergrund sei es nun
aber um so wichtiger, die AfD daran zu hindern aus den inakzeptablen Protestformen
Mancher politisches Kapital zu schlagen.
http://gewaltgegendieafd.wordpress.com/personen-die-propaganda-wirkt/)
http://www.afd-goettingen.de/fileadmin/presse/Pressemitteilung_08_2013.pdf)
Anmerkung goest: die
"Grüne Jugend" ist keine regelrechte Mitgliedsorganisation
der Grünen. Auf der Homepage der Grünen Jugend heisst es:
"Die Grüne Jugend" Göttingen sieht sich als offene
Gruppe. Wer zu uns kommt, muss weder Mitglied bei den Grünen noch
in der GRÜNEN JUGEND sein oder werden, sondern nur Lust auf junge,
grüne und linke Politik haben. Wir haben keine Satzung, lediglich
gemeinsame Grundsätze wie z.B. Basisdemokratie und die konsequente
Ablehnung von Rassismus, Sexismus, Kapitalismus & Nationalismus
etc. Die einzige Beschränkung, die wir haben, ist eine Altersbegrenzung
auf 28 Jahre."
Jusos: "Rechtsradikalen
und Rechtspopulist*innen den Kampf ansagen"15.8.13
Unterstützung
der Kampagne "Alles muss man selber machen" und Solidaritätserklärung
mit der Grünen Jugend Göttingen. Der Juso-Stadtverband und Juso-Unterbezirk
Göttingen unterstützen die Kampagne "Alles muss man selber machen",
die sich im Vorfeld der Bundestagswahl gegen rassistische, antisemitische
und islamfeindliche Propaganda von rechtsradikalen und rechtspopulistischen
Parteien richtet. Die ersten Aktionen waren eine Kundgebung gegen den
Stammtisch der so genannten "Alternative für Deutschland" (AfD) und
eine Blockade des Infostands derselben Partei, die in Göttingen einen
Neonazi sowie ein Mitglied der rechten Burschenschaft Hannovera in ihren
Reihen weiß. In der Folge zeigte sich noch deutlicher, wie notwendig
die Kampagne ist und welche Gesinnung ihre Anhänger*innen haben.
Die Grüne Jugend Göttingen wurde, nachdem sie ihre Unterstützung
der Kampagne bekannt gab, massiv mit Drohmails überschüttet
und als sogenannte "Linksfaschisten" diffamiert. Für uns ist klar:
Es gibt nur eine Alternative für Deutschland und darüber hinaus,
und zwar jeglicher Art von Rechtsradikalen und Rechtspopulist*innen den
Kampf anzusagen! Wir solidarisieren uns mit der Grünen Jugend Göttingen
und unterstützen die Kampagne "Alles muss man selber machen"!
AfD lenkt
vom Skandal der Nazis im Vorstand ab
Pressemitteilung
AfD: "In den vergangenen Tagen ist es in Göttingen und Umgebung
vermehrt zu Gewaltaufrufen, Bedrohungen und tätlichen Angriffen von
Seiten linksextremer "Autonomer" gekommen. Das Ziel dieser Aktionen
ist den Bundestagswahlkampf demokratischer Parteien – insbesondere der
AfD - zu verhindern. Die AfD hat sich deswegen nun an die anderen demokratischen
Parteien gewendet, um ein Göttinger Bündnis für Meinungsfreiheit
und Demokratie zu gründen. Der AfD-Kreisvorsitzende Matthias Hans
erläutert: "Wir meinen, dass in einer solchen Situation alle
demokratischen Kräfte solidarisch sein müssen und zeigen sollten,
dass sie gemeinsam für die Austragung des Wahlkampfes mit argumentativen
Mitteln eintreten. Die AfD fordert damit den Zusammenhalt aller demokratischen
Parteien, um Gewalt als politischem Mittel eine Absage zu erteilen. Die
Alternative für Deutschland hofft, dass sich damit der Wahlkampf
auch im Göttinger Raum in Zukunft wieder zu einer gewaltlosen und
anständigen politischen Auseinandersetzung entwickeln kann".
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