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Internationale Gärten

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Tag der offenen Gartentür 2011
Tag der offenen Gartentür 2004

Internationale Gärten e.V. Geiststr. 2 37073 Göttingen Tel. 0551/3096519 info@internationale-gaerten.de, www.internationale-gaerten.de

Es gibt 3 Internationale Gärten in Göttingen
Göttingen-Geismar: Am Gehrenring / Ecke Charlottenburger Str. (kleiner Park)
Göttingen-Hetjershausen: In der Wehm 8
Göttingen-Grone-Süd, Siekweg / Ecke Sollingstr. die Anhöhe hinauf, dem Fußweg am Ende
des Siekwegs folgen nach 150 m erreichen Sie den Friedensgarten

Entstehungsgeschichte und Entwicklung

Flüchtlingsfrauen begannen 1995 sich bei einer Gartennutzung zusammenzuschließen. Im Kalten Born in Geismar auf einer Baulücke fand einer der ersten Versuche statt. Dort mußte man weg, weil sich die Nachbarn gestört fühlten. Später wurde daraus der Verein "Internationale Gärten" als von der Evangelischen Kirche ein Grundstück zur Verfügung gestellt wurde. 2004 umfaßt der Verein 79 Mitglieder,  insgesamt  mit Kindern und Familienangehörigen waren es dann schon 400 Personen. Die Menschen stammen aus ca. 15 verschiedenen Ländern. Flüchtlinge aus den verschiedenen Ländern und Deutsche bauen gemeinsam Obst, Gemüse und Kräuter an, verbringen gemeinsam Zeit mit Gartenarbeit und Festen. In der Selbstdarstellung wird betont "Das Projekt "Internationale Gärten" ist ein selbstorganisiertes Projekt zur sozialen und beruflichen Integration von Migranten- und Flüchtlingsfamilien in Deutschland". Deshalb finden auch "Alphabetisierungskurse" und Kurse zur handwerklichen, künstlerischen Gestaltung statt. Im Winter ging es zB um Brotbacken.
Am 10. September 2004 wurde das neue Areal des Verein "Internationale Gärten" am Siekweg eingeweiht. Das Grundstücke war bereits 2003 von der Stadt zur Pacht überlassen worden, danach gab es ein internationales Workcamp für Jugendliche, die Hütten bauten und das Grundstück urbar machten. Ab 15 April 04 dann begann die Gartenarbeit der Mitglieder. Neben dem nützlichen Aspekt des Anbauen und Ernten ist die soziale Gemeinschaft im Garten von eigenem Wert. Viele kommen vor allem  deswegen hin.
Die Leute, die eine Parzelle im Garten haben, kommen alle aus der Nachbarschaft der Gärten, aus Grone. Die Herkunftländer sind Iran, Irak, China, Kurdengebiete, Türkei, Libanon, Kopsovo, Jemen, Algerien aber auch eine größere Zahl von Deutschen sind  dabei. Die internationalen Gärten in Göttingen sind  überregional als ein Modellprojekt bekannt geworden, es gibt u.a. welche in Leipzig, die aber stärker auf den Verkauf der Produkte abheben.

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Internationale Gärten 2011

Aktuelles Problem

Das Projekt ist zwar überregional anerkannt, wird bewundert, nachgeahmt und erhält Auszeichnungen, aber die Existenz des Friedengartens in Grone am Siekanger ist nicht ungefährdet. Zum einen handelt es sich nur um gepachtetes Land, das nur 3 Monate Kündigungsfrist gewährt; zum anderen hat sich eine Bedrohung dadurch ergeben, dass seitens der Stadt eine Überlegung existiert 30 Meter des Gartens wegzunehmen um eine Straße zu bauen. Nicht unwahrscheinlich scheint eine Verbindung zu dem geplanten Güterverkehrszentrum III auf dem Siekanger zu sein. Da nach Abzug von 30 Meter ab Eingangsbereich die Gärten einen großen Teil der Fläche verlieren würden, hat man ihnen eine Ausgleichfläche in einem anderen Stadtteil angeboten. Dies, so der Vereinsvorsitzende mache aber keinen Sinn, da die Leute in der Umgebung des Gartens wohnen und der Auwand einen Garten neu aufzuziehen mit den Aufbauten usw. sei auch kostenmäßig nicht zu bewältigen. Schließlich kann man einen Garten nicht einfach irgendwo hin schieben, es wachsen ja Pflanzen da und z.B. der Affenbrotbaum hat erst nach 6 Jahren die ersten Früchte getragen. Wie soll das einfach in einen anderen Stadtteil verlagert werden.

Tag der Offenen Tür 2011

Die Einladung lautete diesmal: "Die Internationalen Gärten Göttingen werden dieses Jahr 15 Jahre alt. Wir laden Sie herzlich ein Jubiläumsfeier am 16. September 2011 von 15 -18 Uhr im Friedensgarten – Grone: Bei der Jubiläumsfeier möchten wir mit allen, die in den vergangenen Jahren mit uns die Idee der Internationalen/ Interkulturellen Gärten mitgetragen und -verbreitet haben, die Entwicklung Revue passieren lassen, neue Projekte und Mitglieder kennenlernen."

Wie auch beim ersten Besuch 2004 war die Offenheit überraschend mit der BesucherInnen empfangen und in Gespräche eingebunden wurden. So kam es diesmal zum lockeren Gespräch am Tisch mit einem Mann aus China (ungefähre Region Shanghai) seit 9 Jahren in Gö, einer Frau aus Mecklenburg-Vorpommern, einem Hessen, einem Iraner (?) - und die einzige echte Göttingerin - weil in Göttingen geboren war eine junge Frau (in der Bildmitte) mit familiären Wurzeln im Irak.

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Internationaler Garten Grone: "Friedensgarten" (2004)

10.9.04 / Am 10. September 2004 wurde das neue Areal des Verein "Internationale Gärten" am Siekweg eingeweiht.

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Blick auf einen Teil des Areals der Internationalen Gärten in Grone, Siekweg

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Am Eröffnungstag waren Tücher aus den unterschiedlichen Ländern zum Schmuck aufgehängt worden.

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Schon Gründungsmitglieder in Geismar gewesen und jetzt in Grone bei der Eröffnung dabei: v.l.n.r.: Herr Fomad Ottomann (Kurde), Frau Samia Kaukasa (Libanon), Frau Jamileh Alidousti (Iran)

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auch am Eröffnungstag wurde gearbeitet ...

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Blick in die Gärten am Siekweg.

Hier gibt es keine "Grenzkonflikte" sondern grenzübersschreitende Zusammenarbeit obwohl Menschen z.B. aus dem Irak und Iran, aus Türkei und Kurdengebieten nebeneinander Gärten haben. Unterschiedliche politische oder religiöse Auffassungen bleiben nebeneinander bestehen, es wird darauf geachtet, dass die Konflikte nicht in die Gärten getragen werden.

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Blick in die Gärten am Siekweg

In einer Parzelle hat der Verein auch einer deutschen Gruppe psychisch Kranker die Möglichkeit zur Gartenbewirtschaftung gegeben, was inzwischen schrittweise zu einer Integration dieser Menschen in die Gemeinschaft geführt hat. 

internat_gaerten03.JPG (17531 Byte)"Aha das ist ja total integriert" dachte ich   - da hat jemand einen Weihnachtsbaum modelliert - aber nein es ist die Zeder die auch in der Flagge des Libanon enthalten ist.

Dieses Gedicht von Avin Mohamed - Kurdin aus dem Irak, seit 2002 in Göttingen war auf einer Tafel aufgeschrieben die in den Gärten stand

Exil mein Leben

Fremd ohne Vater und Mutter
Fremd ohne Freunde und Familie
Fremd ohne Land und Heimat
Wo sind meine Freunde und Helfer
Wo sind meine Mutter und Vater
wo sind mein Land meine Heimat

Wir sind wie Ihr
Wir haben auch Land und Felder- wie Ihr
Wir haben auch Heimat und Kultur - wie Ihr
Warum ist unser Schicksal so düster geworden
Warum sind wir schon Waisen
Warum diese frühe Einsamkeit

Gefangen bin ich in der Fremde Tag und Nacht
Waise bin und habe keine Helfer
Wie kann ich einsam überleben
Wer erhört meine Schreie
Wo sind Vater und Mutter
Wie kann ich diesen Schmerz heilen
Wie diese geschlagene Seele beruhigen
Wie soll ich mich aus diesem Gefängnis befreien