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Grenzdurchgangslager Friedland

> Nazis suchen Anschluß an Russlanddeutsche Aussiedler 2015
> Russlanddeutsche / Russen/Russinnen in Göttingen
> Irakische Flüchtlinge


Blick in einen Durchgang zwischend den Unterkünften

Dienststellenleiter Heinrich Hörnschemeyer

Evangelische Kirche im Lager Friedland

27.7.17 / nach Mitteilungen der ev. Kirche
Die evangelische Innere Mission und das Evangelische Hilfswerk e.V. ist neben ihren kirchlichen, religiösen Angeboten mit Hilfsprojekten tätig.


Gorka links / Harms rechts / foto ev. Kirche
Leitender Geistlicher des südlichsten Sprengels der hannoverschen Landeskirche und zuständig für den Kirchenkreis Göttingen ist Landessuperintendent Eckhard Gorka.
Neuer Lagerpfarrer ist seit Oktober 2016 Thomas Harms . (51), Theologe, Pädagoge, Ratsfraktion DieGrünen, Geschäftsführer der Inneren Mission/ Evangelisches Hilfswerk mit 18 Mitarbeitenden. Harms vertritt die Themenkomplexe Flucht, Vertreibung, Aussiedlung, Migration und Asyl gegenüber der Landeskirche und dem Diakonischen Werk. Vor seiner Tätigkeit in Friedland war der Harms Gefängnis- und Diakoniepastor,

Kinderhaus und in der Vorschule Hier treffen sich Kinder aller Altersgruppen aus ganz verschiedenen Ländern mit so unterschiedlichen Muttersprachen wie Russisch und Arabisch. Tafelbilder erklären spielerisch die ersten deutschen Vokabeln. Die Kinder sind hier jeweils nur eine kurze Zeit zu betreuen, bevor dann der Umzug ihrer Familien an einen neuen Wohnort in Deutschland erfolgt. Das erfordere immer wieder neue Flexibilität und großes Einfühlungsvermögen. Die Mütter der Kinder erhielten dadurch Zeit zum Erwerb der deutschen Sprache und psychische Erholung.

Sprachlern-Einrichtung
In den Räumlichkeiten der Diakonie wurde von einer Irakerin, Ingenieurin Karim ein eingerichtet. In diesem kleinen Lernzentrum werden computergestützte Kurse für Deutsch als Fremdsprache angeboten. Dabei wird differenziert zwischen denen, die ohne Lese- und Schreibfähigkeiten seien und denen, die eine Schulbildung mitbrächten. Jene müssten mit dem lateinischen Alphabet und in der neuen deutschen Sprache Schriftlichkeit erst überhaupt erwerben. Demgegenüber brächten die Menschen mit Bildungsabschlüssen, vor allem die mit akademischer Ausbildung, alle Fähigkeiten zu schnellem Selbstlernen und raschen Lernfortschritten mit.

Das "Frauenzentrum" ist ein gemeinsames Projekt von katholischer Caritas und evangelischer Diakonie. Dort werden Themen des Alltags, Grundkenntnisse der deutschen Sprache und eine erste Orientierung in der neuen Gesellschaft an die Geflüchteten vermittelt.

Asylverfahrensberatung durch die Diakonie. Erst durch sie sind die Menschen und ihre Familienangehörigen in der Lage, sich über die Rahmenbedingungen und die einzelnen Schritte ihres Asylvorgangs zu informieren. Diese Unterstützung ermögliche den Asylbewerbern, das Vorgehen der Behörden und die bürokratischen Entscheidungswege zu verstehen. Oftmals stünden Scham über die im Herkunftsland und auf der Flucht erlittene Gewalt und Angst vor einer möglichen Verfolgung von Angehörigen in der Heimat als großes Hemmnis vor den Menschen. Es sei verständlich, dass sie nur ungern über ihre Erfahrungen berichteten, zumal wenn es um Vergewaltigungen oder um erlittene Folterungen gehe. Gleichwohl seien diese Angaben im Asylverfahren notwendig

 

Eröffnung des Friedland-Museums im März 2016

Das "Grenzdurchgangslager Friedland" eröffnet ein Museum über die Migration von ca. 4 Millionen Menschen in die britische Besatzungszone nach dem zweiten Weltkrieg, thematisiert aber auch Migration bis heute. Wie eine nationalistische Demo-Ankündigung des russischen Armeniusbundes 2015 in Friedland (>Artikel) gezeigt heisst es wachsam zu sein bei möglichen zukünftigen Versuchen, die Interpretationsinstanz des Museums in Friedland in die Hand zu bekommen.

So ist z.B. der Friedlandhilfe e.V. mit in der Gruppe der Beraterverbände, der sich vor allem um die "russlanddeutschen Aussiedler" bemüht. Naturgemäß gibt es Verbindungen zu den Vertriebenenverbänden und Personen wie Steinbach und CSU-MdB Hartmut Koschyk. Letzterer hat am 16.1.16 als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen in Wudersch/ Budaörs in Ungarn eine Rede gehalten in der er meinte: "Der heutige Gedenktag verdeutlicht darüber hinaus eindringlich, wie man mit schwierigen Kapiteln der Geschichte verantwortungsvoll umgeht. Er steht für den vorbildlichen Umgang Ungarns mit dem Schicksal von Flucht und Vertreibung." (>>Quelle) Diesen Satz im Januar 2016 muß man sich angesichts der aktuellen Haltung Ungarns gegen Flüchtlinge ungläubig anschauen. Außerdem meint er zu den ausländerfeindlichen Demos von 11.000 russlanddeutschen Aussiedlern, AFD und NPD im Januar 2016 (siehe >>SZ) : "Der Anteil derer, die sich Sorgen machen, die vielleicht sogar ablehnend sind, ist bei Russlanddeutschen, aber auch bei anderen Menschen mit Migrationshintergrund … nicht höher als bei der seit Langem einheimischen, eingesessenen Bevölkerung" (>>Quelle)

Am 18. März 2016 wird das Museum Friedland durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil feierlich eröffnet
19. und 20.3.16 Eröffnung des Museums Bürgerfest zur Eröffnungjeweils ab 11:00 Uhr Bürgerfest für alle,
Ab 23.3.2016 gelten folgende Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10–18 Uhr , Montag und Dienstag geschlossen >>Friedland-Museum
15.4.16 Kuratorenführung durch die Dauerausstellung 15:30-17:00 Uhr, Museum Friedland
20.5.16 Buchpräsentation Neue wissenschaftliche Publikation zur Geschichte des Lagers Friedland 19:00 Uhr, Museum Friedland
20.6.16 Weltflüchtlingstag Aktionstag im Museum Friedland

Pressemitteilung der Friedlandhilfe e.V. 17.3.16
(...) Die Menschen, die gegenwärtig in Friedland ankommen, sind Flüchtlinge aus den aktuellen Brennpunkten von Kriegen und Bürgerkriegen, vor allem im Nahen und Mittleren Osten und in Ostafrika. Dazu ist Friedland die zentrale Erstaufnahmestelle für die deutsch-stämmigen Spätaussiedler aus Russland, Kasachstan und anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion.
Für diese Gruppe der Aussiedler und Spätaussiedler engagiert sich seit 1957 die Friedlandhilfe e. V. Sie hat im vergangenen Jahr ca. 5000 Spätaussiedler im Lager Friedland betreut und zahlreiche Integrationsprojekte im Bundesgebiet finanziell gefördert. Insgesamt sind durch die Friedlandhilfe e. V. ca. 500 000 Euro für diese Zwecke ausgegeben worden. Davon waren ca. 250. 000 Eigenmittel und 250 00 Euro Zuschüsse des Bundesministerium des Innern und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.
Bei einem Gespräch mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB mit dem Vorsitzenden der Friedlandhilfe e.V., Karl-Heinz Keudel, dankte Bundesbeauftragter Koschyk dem wie alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich tätigen Karl-Heinz Keudel für das nunmehr fast 60-jährige Engagement der Friedlandhilfe. (...)

Stellungnahme Hartmut Koschyk MdB 16.3.16 >>Quelle
Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, ist in Berlin mit dem Vorsitzenden der Friedlandhilfe e.V., Karl-Heinz Keudel, und dessen Ehefrau Ulrike Keudel zusammengetroffen. (...) Der Verein Friedlandhilfe e.V. erhält aus dem Etat des Bundesministeriums des Innern jährlich eine Bundeszuwendung in Höhe von rund 200.000 Euro. (...) Friedland spiegelt nach Koschyks Einschätzung wie kaum ein anderer Ort die bundesrepublikanische deutsche Geschichte wieder. Deshalb begrüßte er nochmals ausdrücklich die Einrichtung eines Friedland-Museums, an dem sich der Bund mit 10 Mio. Euro beteiligt.

Presseinfos des Museums
(leicht gekürzt) Das Museum Friedland befindet sich im historischen Bahnhof von Friedland, in unmittelbarer Nähe zum Grenzdurchgangslager. Das Lager entsteht im September 1945 auf Befehl der britischen Militärregierung, infolge der Migrationsbewegungen nach dem Zweiten Weltkriegs. In den folgenden 70 Jahren wandern mehr als vier Millionen Menschen über Friedland in die britische Zone bzw. die Bundesrepublik Deutschland ein. Sie kommen als Flüchtlinge, Vertriebene und Ausgewiesene, als entlassene Kriegsgefangene und Displaced Persons, als Aussiedler*innen und Spätaussiedler*innen, als Flüchtlinge und Zuwanderer*innen aus der DDR, als Schutzsuchende aus vielen Teilen der Welt.
Bereits 2006 hat der Niedersächsische Landtag die Landesregierung aufgefordert, die historische Bedeutung des Grenzdurchgangslagers Friedland angemessen zu würdigen. Ein Museum das Ursachen von Flucht, Migrationswege und -verläufe und den gesellschaftlichen Umgang mit Migration und Kriegsfolgen vom Zweiten Weltkrieg bis heute in den Blick nimmt. In den kommenden Jahren wird neben der Ausstellung im historischen Bahnhof ein Besucherzentrum entstehen und die Akademie Friedland als außeruniversitärer Forschungsort und internationale Jugendbegegnungsstätte hinzukommen.
Die Ausstellung Fluchtpunkt Friedland. führt auf 350 qm durch die Geschichte des Grenzdurchgangslagers von 1945 bis heute. sie erzählt sie mit modernen Medien, bewegenden Geschichten und über 400 Exponaten von der Arbeit und Bedeutung des Lagers im Wandel der Zeit. Sie geht den Wegen derer nach, die seit über siebzig Jahren hier ankommen. Sie zeigt die Dynamik von Migration ebenso wie die Versuche, sie zu steuern und zu kontrollieren. Die Ausstellung ist durchgängig in deutscher und englischer Sprache gehalten. Mit Eröffnung beginnen auch Führungen in der Ausstellung und über das Gelände des Grenzdurchgangslagers in den Sprachen Deutsch, Englisch und Arabisch. Russisch und Farsi folgen ab April 2016. In der Nissenhütte auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers zeigt das Museum Friedland wechselnde Ausstellungen.
Quelle: museum friedland 14.3.2016

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Untragbare Situation im Lager Friedland 2015

10.8.15 / Das für 700 Menschen ausgelegte Grenzdurchgangslager Friedland ist mit 2100 Menschen extrem überfüllt (Nachtrag, später steigt die Überbelegung bis auf mehr als 4000) . Jeder verfügbare Platz muß für eine provsorische Unterbringung hergerichtet werden. Zusätzlich ist ein Zelt und Container aufgestellt worden. Die 2, 3 und 6 Bettzimmer sind mit bis zu 12 Personen belegt. Das BAZ erklärt, dass diese Situation absehbar gewesen und ihre Entstehung bewußt in Kauf genommen wurde:

Pressemitteilung Beratungs- und Aktionszentrum (BAZ) e.V. 10.8.15 (gekürzt)
(...) In der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland sind derzeit mehr als 2100 Geflüchtete untergebracht. Die Menschen müssen in überfüllten Zelten, teilweise nur auf sehr dünnen Matratzen schlafen. Um die 20 Personen teilen sich ein Zimmer, viele schlafen in den Gängen. Dies bedeutet für die Geflüchteten, die häufig traumatisiert in Friedland ankommen, eine extrem stressige Situation: Sie müssen bis zu drei Monate ohne Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten auskommen. Die medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet. Eine ausführliche Erstuntersuchung findet zum Teil erst nach einem Monat statt. Stattdessen werden Neuankommende nur sporadisch nach bestehenden Krankheiten gefragt. Die hygienischen Bedingungen sind aufgrund der hohen Auslastung nicht tragbar und es besteht eine hohe Infektionsgefahr. „In der Regel warten wir mehr als eine Stunde bei der Essensausgabe. Die Portionen sind zu klein und wir werden nicht satt“, erzählt ein Geflüchteter. Dies ist besonders gravierend im Hinblick auf die Tatsache, dass das Taschengeld meist erst nach einem Monat ausgezahlt wird. Ohne Geld besteht weder die Möglichkeit, selbstständig Essen zu kaufen, noch für einen Moment der Enge zu entfliehen, um mit der Bahn nach Göttingen zu fahren. Der Alltag der Menschen im Lager besteht aus Warten. Die dürftigen Beschäftigungsmöglichkeiten können nur von wenigen Geflüchteten genutzt werden, dadurch kommt es zu Streitigkeiten und Konkurrenzkämpfen. Bei der Kleidervergabe geht der Streit weiter. Wie ein Geflüchteter im baz auf Nachfrage berichtete, hatte er bisher keinen Zugang zur Kleiderspende und trägt seit einem Monat dieselben Sachen. Diese Situation ist das Ergebnis einer jahrelangen Fehlplanung. (...) Das baz fordert die niedersächsische Landesregierung auf, sofortige Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation im Lager umzusetzen (...) Als konkrete Schritte verstehen wir: ausreichend Nahrung und Kleidung für alle, weniger Wartezeiten, und eine ausreichende Betreuung der Geflüchteten durch mehr Personal. Wir fordern weiter eine bessere sanitäre und medizinische Versorgung und eine kostenlose Nutzung des Nahverkehrs bis nach Göttingen sowie freien Internetzugang für alle, um den Menschen in ihrer ohnehin schon sehr schwierigen Situation wenigstens soziale Kontakte zu Verwandten und Freund*innen sowie Informationen und Orientierung in einer unübersichtlichen Situation zu ermöglichen.

Aufnahmen vor der Überfüllung, von 2009:

Blick ins Innere der Unterkünfte: links Flur,

Es gibt noch im Flur einen Bereich für Kinder mit Spielsachen

und einen Toiletten und Waschbreich

links Gemeinschaftsküche, rechts 4 Bett-Zimmer

Das Lager ist von Bauten umstellt die christlicher Symbolik signalisieren.

 

Erinnerung an die Geschichte

Ca. 5 Meter hohes Heimkehrerddenkmal am Lager. Früher war die Figur aus Holz und wurde immer zu den Heimkehrertreffen mitgeschleppt.

Aufschrift vorne (etwas unverständliche Syntax) "Aus Holz gehauen stand er schon 1955 an diesem Ort, Symbol der Heimkehrer - Deutschlandtreffen wohin er mit der Friedlandglocke alle zwei Jahre fuhr. Tausende legten Blumen nieder an seinem Fuss Dank für Erlösung aus Leid und Not. In Stein mahnt nun der Griff in die Freiheit die Nachwelt 1939 -1967

Aufschrift an der Seite mit dem Zeichen des VdH - >> Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißtenangehörigen Deutschlands e.V.

"Den toten Kameraden - Allen Opfern der Gewalt . Voelker versoehnt Euch"

Das weithin sichtbare Denkmal, Wahrzeichen von Friedland mit dem Titel "Tor zur Freiheit", steht auf bundeseigenem Gelände und weithin sichtbar auf einem Berg.

 

Hohe Anzahl von Personen aus Russland

Im März 2009 waren ca. 450 jüdische Auswanderer aus den ehemaligen GUS Staaten im Lager. Beim Rundgang im Lager war ausschließliche russisch zu hören. Viele Hinweisschilder sind zweisprachig in deutscher und russischer Sprache gehalten.

 

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