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China / Chines*innen in Gö / Partner-Uni Nanjing

Chinesen in Göttingen
Arbeitsbedingungen in China u Indien
Kooperation Überwachung sozialer Netzwerke
Lesung mit dem chinesischen Autor Wang Gang
Uni Göttingen Studium
Wirtschaftsforschung
Uni Göttingen Rechtswissenschaft
Kooperationsvertrag Nanjing -
Menschenrechtsverletzungen ignoriert
Deutsch-chinesischer Kulturaustausch / Bi Feiyu
Kritik an Konfuziusinstitut
China-Woche 6.7.-9.7.10
Nanjing Partnerstadt Göttingens
Verbindungen Göttingen - China

Wirtschaftsmacht China / Vortrag Weggel
Arbeitskonflikte und Massenproteste in China
Jahrestag des Volksaufstands in Tibet 10.3.10
Tibet-Initiative
Rathausgespräch zum Thema "China"

Demokratie, Pressefreiheit, Menschenrechte, Wissenschaftsspionage, keine Themen

 

>> Billiglöhne, Selbstmorde, Streiks in China

> China / Falun Gong

 

Chinesen in Göttingen

5.1.16 / Die Bevölkerungsstatistik zeigt, dass hinter Polen und Angehörigen der Balkanstaaten (Kroaten, Serben/Jugoslawen) Menschen mit Nationalität China die drittgrößte Gruppe ausländischer Bevölkerung in Göttingen sind. 2005 waren es 583. Im Jahr 2014 war 774 EinwohnerInnen Göttingens chinesischer Nationalität registriert (Göttinger Statistik) In der Uni sind 2015 dem Vernehmen nach ca. 300 chinesische Studierende eingeschrieben gewesen..

Chinesischer Kulturvereins Göttingen e.V. Der Chinesische Kulturverein Göttingen e.V. ist identisch mit dem >> Chinesischen Verein Göttingen e.V bzw. der Name für dessen Untergruppe "Kulturverein" (kultur@cvgoe.de) . Er wurde im Jahr 2008 als gemeinnütziger Verein in Göttingen gegründet und hat zwischenzeitlich mehr als 100 chinesische Mitglieder sowie 30 Mitglieder anderer Nationalität . "Ziele des Vereins sind die Vermittlung chinesischer Sprachkenntnisse, die Förderung der Völkerverständigung und des kulturellen Austauschs. Neben Sprachkursen für Kinder und Erwachsene gibt es einen Chor sowie mehrere Musik- und Tanzgruppen". Der Verein war mit seiner Show bereits auf vielen Veranstaltungen, wie der Kulturenmesse auf dem Wochenmarktplatz und der Kunst Gala in der Stadthalle, zu Gast. Im Jubiläumsjahr der Georg-August-Universität 2012 hatte der Verein deutlich wahrnehmbare Präsenz mit seinen Aufführungen auf dem Kunst- und Kulturfest. Am 10.1.2016 z.B.: Show des Chinesischen Kulturvereins "kleine und große Vereinsmitglieder präsentieren die breite Vielfalt der chinesischen Kultur. Auf dem Programm stehen an diesem Sonntag traditionelle Musik, verschiedene Tanzvorführungen, Demonstrationen chinesischer Kampfkunst und eine Modenschau."


Die Fotos entstanden bei Auftritten während des großen Kulturfestes das der Verein KUNST am 1. Juni 2012 mit der Universität veranstaltete > Kulturfest 275 Jahre Jubiläum
Die Aufführung der Instrumentalsolistin (Bild oben links) begeisterte wegen der perfekten Beherrschung eines für hiesige Ohren ungewohnten Instrumentes.
Die Aufführung von ca. 4 Jahre alten kleinen Kindern zeigte dass es gelungen war, den Kleinen schon in diesem zarten Alter beizubringen wie man die Beine hebt beim Marschieren.

Verein chinesischer Studenten in Göttingen, Institution: Verein Chinesischer Studenten Ansprechpartner/in: Yifa Zhou Anschrift: Albrecht-Thaer-Weg 26, App. 16 37075 Göttingen Telefon/Fax: 0551 / 39 32 76. Im Bereich der Universität wuchs die Zahl von 2001 137 Studierende aus China auf 356 im Jahre 2003 und ist die größte Gruppe aller in Göttingen immatrikulierten AusländerInnen.

Göttingen Wirtschaftsforschung Das soziologische Forschungsinstitut ist an einem Projekt beteiligt bei dem es "Die Potentiale kleinerer und mittlerer Dienstleister im Umweltsektor in China" untersucht. Gefördert durch Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Das Verbundprojekt des SOFI zum Thema "Export von Umweltdienstleistungen nach China" hat eine Befragung von Verbandsmitgliedern der Wasserwirtschaft abgeschlossen, die Exporterfahrungen und -intentionen der zumeist mittelständisch geprägten Firmen der deutschen Wasserwirtschaft zum Gegenstand hat.

Anmerkung: Eine Göttinger Behörde verwies auf den bedauerlichen Mißstand bei chinesischen Lebensmittel- und Spielwarenimporten, wo die Bundesregierung überhaupt gar nicht tätig werde, offenischtlich mit Rücksicht auf die Bedeutung Chinas als ein wichtiger Wirtschaftspartner. http://www.goest.de/kinder.htm#blei )

Uni Göttingen Studium Im Studienfach Interkulturelle Germanistik Deutschland - China wird ein Abschluss: M. A. (Doppelabschluss Universität Göttingen und Universität Nanjing bzw. Universität Göttingen und Beijing Foreign Studies University ermöglicht ). "Die sprach- und literaturwissenschaftlichen Seminare vermitteln interkulturelle und kulturwissenschaftliche Sichtweisen. So werden Studierende zu Sprach- und Kulturkennern ausgebildet. (...) Für die Universitäten Nanjing und Beijing bedeutet dies eine Aufnahme von jeweils fünf bis sieben Studierenden, in Göttingen würden – in Abstimmung mit der chinesischen Bewerberzahl – zehn bis fünfzehn Studierende zugelassen.

Uni Göttingen Rechtswissenschaft Das Deutsch - Chinesisches Institut für Rechtswissenschaft ist als akademische Einrichtung Bestandteil des "Rechtsstaatsdialogs" zwischen beiden Staaten .In erster Linie bildet das Institut chinesische Studenten aus, die künftig in führenden Positionen von Justiz und Verwaltung, der Wirtschaft oder der Anwaltschaft als Multiplikatoren deutschen bzw. europäischen Rechtsdenkens wirken werden und dazu beitragen sollen, eine lebendige Brücke zwischen den Rechtskulturen zu schlagen. Das Projekt nimmt in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in Europa eine Spitzenstellung ein. In der VR China hat das Institut landesweit hohes Ansehen erlangt. Im September 2003 würdigte der deutsche Bundespräsident Johannes Rau die Arbeit des Instituts in seiner Rede an der Universität Nanjing über "Das Rechtsstaatsprinzip - Voraussetzung für eine moderne Gesellschaft" ausdrücklich.
Studienbericht aus Nanjing

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Chinas Innovationspolitik und Auswirkungen auf Europa
“What is the Future of Made in China – Opportunities and Challenges for Europe” /
Montag, 17. Juli 2017, 14 Uhr im Emmy-Noether-Saal, Alte Mensa, Wilhelmsplatz

Veranstalter: www.cemeas.de , Ankündigungstext:
Das frühere Billiglohnland China steht vor neuen Herausforderungen in Industrie und Wirtschaft. Mit dem Plan „Made in China 2025“ will es sich wirtschaftlich neu positionieren. Die Volksrepublik strebt mit einer strategischen Innovationspolitik, verstärkten finanziellen Anreizen des Staats und internationalen Investitionsprogrammen nach einem neuen Platz in der globalen Wirtschaft. Über die Auswirkungen dieser neuen Industriepolitik sprechen internationale Expertinnen und Experten aus Forschung und Wirtschaft bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion an der Universität Göttingen. „Die Auswirkungen dieser neuen Industriepolitik werden weltweit zu spüren sein und insbesondere Deutschlands Wirtschaft beeinflussen“, sagt Organisatorin Prof. Dr. Sarah Eaton vom Centre for Modern East Asian Studies der Universität Göttingen. Bisher nimmt Deutschland eine Führungsrolle im „smart manufacturing“ ein. Diskutiert wird unter anderem darüber, ob es für Europa und China ein win-win-Szenario unter den neuen Bedingungen geben wird oder ob „Made in China 2015“ eine Bedrohung für die europäische Wirtschaft darstellt.

Podiumsteilnehmende sind
-- Prof. Dr. Doris Fischer, Sinologin und Ökonomin Universität Würzburg,
-- Thilo Hanemann, Ökonom, Rhodium Group, New York,
-- Prof. Dr. Sebastian Heilmann, Mercator Institut für China-Studien, Berlin,
-- Prof. Dr. Naughton und Prof. Dr. Shih, University of California San Diego
-- Prof. Dr. Eric Thun, University of Oxford, Said Business School. Im Anschluss an die Diskussion hat das Publikum die Gelegenheit, sich aktiv zu beteiligen und Fragen an das Podium zu richten.

 

Schule in China
Lesung mit dem chinesischen Autor Yu Yiming (Nanjing)

Veranstaltung (Text nach einer Pressemitteilung der Veranstalter*innen)
27.6.17 Interkulturelles Leser*innengespräch, eine Lesung mit dem chinesischen Autor Yu Yiming (Nanjing) unter dem Motto: "Bildung Macht krank" 19:30 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache Eintritt frei.
Träger des Kooperationsprogramms Kulturen in Kontakt - Artists in Residence sind das Goethe-Institut Beijing/Nanjing in China und das Deutsch-Chinesische Institut für Interkulturelle Germanistik und Kulturvergleich (DCIIKG) mit Unterstützung des Akademischen Konfuzius Instituts an der Universität. Die Lesung und das Gespräch werden gedolmetscht.


Veranstaltungsplakat / Ausschnitt "Schule macht krank" mit YuYiming

"Saure Trauben essen" - Ein Gespräch über Literatur und Bildung in China mit Yu Yiming (*1963) Das Motto des Lesergesprächs "Schule MACHT krank". Yu ist auch Oberstufenlehrer an der Fremdsprachenschule Nanjing. und in vielen seiner Werke beschreibt er den schulischen Alltag. Dabei wird nicht nur ein kritischer Blick in die Zukunft geworfen. Seine Kurzgeschichten gewähren auch Einblicke in historische Ereignisse wie die Kulturrevolution (1966 - 1976), die nach wie vor Einfluss auf die Gegenwart nehmen. Yu Yiming wohnt seit Mitte Mai 2017 in Göttingen. Nicht zuletzt wegen der strengen Zensur, denen Neuerscheinungen in China unterliegen, ist es dem Autor ein Anliegen, seine Werke auch einem nicht-chinesischen Publikum zu präsentieren.

Das Lesergespräch ist das Ergebnis eines Übersetzungsexperiments, in dem die Wechselwirkung der Sprachen diese und andere Fragen aufgeworfen hat. In gemeinsamer Feinarbeit übersetzten Studierende aus China, Italien und Deutschland zwei chinesische Kurzgeschichten Yu Yimings ins Deutsche. (...) Ist es einem deutschsprachigen Publikum zuzumuten, den Sinn hinter der chinesischen Ausdrucksweise "saure Trauben essen" zu begreifen? Oder schreibt man doch lieber die Worte "in den sauren Apfel beißen" und nimmt die Gefahr auf sich, eine chinesische Redensart zu verfälschen? Ist der Ausdruck "saure Trauben" hier eine Metapher für ein Gefühl der Bitterkeit oder meint es ähnlich wie der "saure Apfel" eher "Augen zu und durch"?

Ein Blog zum Aufenthalt von Yu Yiming in Göttingen

 

Göttingen/Nanjing Kooperation bei der Überwachung, Kontrolle und Steuerung sozialer Netzwerke bzw.: Göttinger Forscher*innen assistieren China bei der Entwicklung technisch gestützter Unterdrückung der Meinungsfreiheit

Die Freude an internationalen Kooperationen wird bei der Zusammenarbeit mit China von keinerlei kritischer Sicht mehr getrübt. Es sollte doch jeder/m halbwegs aufmerksamen Zeitungs- oder Internetleser/in bekannt sein, dass die Unterdrückung unliebsamer Meinungen in den Social Medias , herkömmlichen Medien und Datennetzen Chinas nicht mit unseren zentralen demokratischen Werten in Einklang zu bringen ist.
Das ist seit Jahren bekannt, und kann anschaulich nachgelesen werden beim Fachmagazin Heise 17.10.13 z.B. im Artikel >>Datenkrake zur Machtsicherung?. Dort heisst es u.a. "In den vergangenen Wochen sind Dutzende Blogger verhaftet worden. Ein neues Gesetz stellt die Verbreitung von Gerüchten im Internet unter Strafe, wenn eine falsche Behauptung mindestens 500 Mal geteilt oder mindestens 5000 Mal gelesen wird. Er ist aber nicht klar geregelt, was als Gerücht zählt."
Oder bei basicthinking.de/blog (Feb. 2013) "Wie also kontrolliert man so eine Masse an Nachrichten? Natürlich erst einmal mit automatischen Wortfiltern. Die aber verstehen nun einmal nicht alles. Manuelles „nachjustieren“ ist also gefragt. Zum einen ist dazu ein großes Heer an Zensoren permanent dabei, nach ungewolltem Inhalt zu suchen. 1.000 Mitarbeiter soll diese Tweet-Task-Force beschäftigen. Andererseits wird auf Selbstzensur gesetzt. Sina Weibo beispielsweise hat im letzten Jahr ein Credit Point-System eingeführt, das Nutzer für Beleidigungen oder unwahre Inhalte abstrafen soll. Man startet mit 80 Punkten und kann je nach Häufigkeit und Verbreitung „unpassender“ Nachrichten herabgestuft werden. Man kann aber sein Rating auch aufbessern, beispielsweise durch Übermittlung seines Ausweises oder seiner Mobilfunknummer.

Man fragt sich was eigentlich schlimmer ist, die Tatsache, dass hier an der Unterdrückung der Meinungsfreiheit in China gearbeitet wird, oder dass das an der Uni Göttingen niemandem mehr ein kritisches Wort wert ist. Die Universitäten in Deutschland sind formal immer noch Anstalten öffentlichen Rechts auch als Stiftungsuniversität und mindestens daher auch der demokratischen Gesellschaft gegenüber legitimationsbedürftig.

Universitäten Göttingen und Nanjing eröffnen gemeinsames InformatikInstitut
Nach Pressemitteilungen der Uni vom 2.12.15 / und ähnlich 10.6.16 /

Die interdisziplinäre Forschung über soziale Netzwerke und Big Data steht im Mittelpunkt eines neuen gemeinsamen Instituts der Universität Göttingen und der Universität Nanjing in China. Die beiden langjährigen Partnerhochschulen haben das Sino-German Institute of Social Computing (SGISC) gegründet. Das SGISC wurde in Anwesenheit von Prof. Dr. Jun Chen, Präsident der Universität Nanjing, und Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen, in Nanjing feierlich eröffnet. Prof. Dr. Jun Chen, Präsident der Nanjing Universität, und Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen, besuchten die Eröffnungszeremonie. Beide erwarten, dass die Zusammenarbeit zwischen den Naturwissenschaften, Informationstechnologien, Life Science und Sozialwissenschaften neuen Schwung in die deutsch-chinesische Zusammenarbeit bringen wird. Dies schließt die gemeinsame Ausbildung von Nachwuchsforschern und gemeinsame Forschungsprojekte im Social Computing ein.
Social Computing versucht, das Verständnis von sozialen Verhaltensweisen sowie menschlichen Netzwerken und Interaktionen mit Hilfe von rechnergestützten Modellen und Informationstechnologien zu ermöglichen. „Das Institut wird Informationstechnologie, vor allem Big-Data-Methoden, und die Integration von Domänenwissen mit theoretischen Modellen nutzen, um individuelle und soziale Verhaltensweisen zu verstehen und ihre Entwicklung in der Zukunft zu prognostizieren“, erklärte Prof. Dr. Xiaoming Fu, Leiter des SGISC Göttingen, bei der Einweihung. „Die Ergebnisse können in vielen verschiedenen Bereichen wie Stadtplanung, Unternehmensführung, Finanzwirtschaft, Prävention oder Kontrolle angewendet werden.“ Prof. Dr. Sanglu Lu, Leiter des SGISC Nanjing, hob die bereits durch die Zusammenarbeit eingeworbenen Drittmittel hervor, die sowohl aus Deutschland als auch aus China stammen. Das SGISC geht zurück auf eine engere Zusammenarbeit des Instituts für Informatik der Universität Göttingen mit Informatikern der Universität Nanjing seit 2010.

Das SGISC geht zurück auf eine engere Zusammenarbeit des Instituts für Informatik der Universität Göttingen mit Informatikern der Universität Nanjing seit 2010. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Soziologie, Psychologie, Biologie, Physik, den Wirtschaftswissenschaften und der Medizin fanden seitdem jedes Jahr Workshops, Seminare und Vortragsreihen statt. „Während die deutschen Forscherinnen und Forscher ihr Wissen über Modelle und Analysetechniken einbringen, kann die chinesische Seite auf ihre Erfahrung in der Analyse von Nutzerinteraktionen auf verschiedensten sozialen Plattformen zurückgreifen“, erläutert Prof. Dr. Xiaoming Fu, Direktor des SGISC an der Universität Göttingen. Die Universitäten Göttingen und Nanjing arbeiten seit mehr als 30 Jahren in Forschung und Lehre zusammen. 1989 gründeten sie das gemeinsame Deutsch-Chinesische Institut für Rechtswissenschaft, 2005 das gemeinsame Deutsch-Chinesische Institut für Interkulturelle Germanistik. Im selben Jahr unterzeichneten sie einen offiziellen universitätsweiten Kooperationsvertrag. www.sgisc.uni-goettingen.de

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Arbeitsbedingungen in China und Indien (22.-23.2, Uni Göttingen)

Vortrag und das Podiumsgespräch unsers Workshops "Rural-Urban Dynamics and Emergent Forms of Labor in India and China" am nächsten Montag im Holborn’schen Haus ankündigen könntet – siehe Anhang. Infos zum gesamten Programm hier: http://cemeas.de/rural-urban-dynamics-emergent-forms-labor-india-china/. Vortrag und Diskussion sind auf Englisch, Fragen können sehr gerne auf Deutsch gestellt werden.

Tag: Montag, 22. Februar Ort: Holborn’sches Haus, Rote Straße 34, 37073 Göttingen
18.30 – 18.40: Welcome (Nellie Chu)
18.40 – 19.15 Keynote Address: Labor politics in China: where the state meets market and society Gaochao He (Professor of Political Science, Sun Yat-sen University, China/International Labor University, Kassel)
19:30 – 21:00 Round Table: Development and its Discontents: Urban Expansion, Labor and New Structures of Inequality in India and China

Gäste:
Gaochao He (Political Science, Sun Yat-sen University, China / International Labor University, Kassel)
Nicole Mayer-Ahuja (Sociology, University of Göttingen)
Stephan Klasen (Development Economics, University of Göttingen)
Uma Rani (Development Economics, International Labour Organization, Geneva)
Jörg Nowak (Political Science, University of Kassel)
Moderation: Sumeet Mhaskar (CeMIS, University of Göttingen)

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15.5.17 , Konfuzius-Institut e.V 18 - 20 Uhr Chinese and Americans: a shared history Vortrag mit Prof. Dr. Xu Guoqi, University of Hong Kong, Department of History. V: Akademisches Konfuzius-Institut e.V. an der Universität Göttingen und Ostasiatisches Seminar,: Kulturwissenschaftliches Zentrum, Raum 0.602 , Heinrich-Düker-Weg 14,

Konfuzius-Institut in Göttingen eröffnet
Unabhängigkeit der Wissenschaft in Gefahr

(Nach Pressemitteilung der GfbV 2.7.14) Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die Einrichtung eines Konfuzius-Instituts an der Göttinger Universität. „Wir fürchten, dass die Unabhängigkeit der Wissenschaft durch die enge Anbindung eines Konfuzius-Instituts gefährdet wird“, erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. „Wir hätten uns in Göttingen eine umfassende Diskussion darüber gewünscht, ob ein Institut, das vom chinesischen Bildungsministerium ausdrücklich dazu angehalten wird, ein positives Bild Chinas im Ausland zu zeichnen, in unseren kritischen Wissenschaftsbetrieb passt. (...) In mindestens sieben deutschen Sinologie-Seminaren fungieren deren Professoren auch als Leiter der örtlichen Konfuzius-Institute. Die Konfuzius-Institute sind organisatorisch an das „Entwicklungszentrum des chinesischen Bildungsministeriums für den Chinesisch-Unterricht als Fremdsprache“ angebunden, das dem Bildungsministerium der Volksrepublik China untersteht. „Hier kann es schnell Interessens-Kollisionen geben, es sei denn deutsche Professoren üben sich im vorauseilenden Gehorsam und in der Selbstzensur, denn das Ministerium hat natürlich seine ganz eigenen Erwartungen an die Vermittlung eines positiven China-Bildes“, befürchtet Delius. „Natürlich soll und muss auch Positives über China vermittelt werden, doch das Negative – wie die Unterdrückung der Tibeter oder die schweren Menschenrechtsverletzungen an Uiguren im Nordwesten des Landes - sollte nicht unterschlagen werden. (...) In den USA und Kanada gibt es gerade eine große Diskussion unter Wissenschaftlern über mögliche negative Folgen für die Wissenschaft durch die Einrichtung von Konfuzius-Instituten. So hat die „Amerikanische Vereinigung der Universitätsprofessoren“ in der vergangenen Woche den US-Universitäten vorgeworfen, mit der Ansiedlung von Konfuzius-Instituten die Integrität der Universitäten und des Lehrpersonals beeinträchtigt zu haben. Auf besondere Kritik stieß auch, dass China bei der Besetzung von Posten bei Konfuzius-Instituten Mitspracherecht hat.

Stimmen zu Konfuziusinstituten

"Der Sinologe Jörg-Meinhard Rudolph vom Ostasieninstitut der Fachhochschule Ludwigshafen sieht darin ein Problem. Deutsche Universitäten, so der Tenor des Sinologen, lassen sich in die Soft-Power Strategie der Chinesischen Regierung einspannen."

"Keine demokratische Partei aus Deutschland finanziere ein wissenschaftliches Institut. Von der undemokratischen Kommunistischen Partei Chinas aber nähmen Universitäten Geld an, kritisiert Rudolph. Besonders die Frage, welche Veranstaltungen an Konfuzius-Instituten nicht stattfinden hält Rudolph für spannend. Themen wie Tibet, Taiwan oder das Massaker auf dem Tiananmen-Platz 1989 blieben an deutschen Konfuzius-Instituten ausgeklammert, kritisiert der Sinologe." Quelle

Jiang Feng, Europachef im Pekinger Bildungsministerium: "Das Konfuzius-Institut ist in erster Linie dafür da, Chinesisch-Lernenden zu helfen. Es ist aber natürlich auch eine Plattform für den Kulturaustausch. Darüber hinaus gibt es auch eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, mit Unternehmen. Die Konfuzius-Institute sollen auch dazu betragen, die wirtschaftspolitische oder die allgemeine Situation in China verständlich zu machen" .Quelle

 

Universität Göttingen eröffnet Akademisches Konfuzius-Institut (AKI)

(nach Pressemitteilung Uni) Die Universität wird das AKI in Kooperation mit ihren chinesischen Partnerhochschulen, der Universität Nanjing und der Beijing Foreign Studies University, betreiben. In seinem Festvortrag stellt Prof. Dr. Henning Klöter, Centre for Modern East Asian Studies und Leiter des Ostasiatischen Seminars der Universität Göttingen, das Göttinger Konzept eines Akademischen Konfuzius-Instituts vor. Ein zentraler Bereich des Göttinger Konfuzius-Instituts wird sich mit der Forschung zur Didaktik des Unterrichts von Chinesisch als Fremdsprache und deren Vermittlung in die Praxis befassen. Dazu gehören wissenschaftliche Workshops, Lehrerfortbildungen und die Beratung von Schulen. Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Vermittlung von aktuellen Forschungserkenntnissen über das moderne China in den Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften an die Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Verbände, Politik und die allgemeine Öffentlichkeit. Diesem Ziel dienen unter anderem internationale Workshops, Konferenzen und Vortragsreihen. >> Weitere Informationen

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Partnerschaft Universitäten Göttingen und Nanjing

Die Universitäten Göttingen und Nanjing feiern ihre langjährige Zusammenarbeit mit einem öffentlichen Festakt am Donnerstag, 3. Juli 2014. Die beiden Hochschulen arbeiten seit 30 Jahren in Forschung und Lehre zusammen. Vor 25 Jahren gründeten sie das gemeinsame Deutsch-Chinesische Institut für Rechtswissenschaft, vor zehn Jahren gründeten sie das Deutsch-Chinesische Institut für Interkulturelle Germanistik und unterzeichneten einen offiziellen universitätsweiten Kooperationsvertrag.
Die öffentliche Veranstaltung mit Festvortrag und Podiumsdiskussion wird musikalisch begleitet von Musikern der Universität Nanjing. Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales der Universität Göttingen, und Dr. Frank Stiller, Leiter der Auslandsrepräsentanz in China der Universität Göttingen, werden die Veranstaltung eröffnen. Grußworte sprechen Vertreterinnen und Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Universität Nanjing, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Firmengruppe Thimm – The Highpack Group.
Die 30-jährige Kooperation zwischen den beiden Hochschulen beleuchten anschließend Prof. Casper-Hehne und der Vizepräsident der Universität Nanjing, Prof. Dr. Yang Zhong. Die deutschen und chinesischen Direktoren des gemeinsamen Instituts für Rechtswissenschaft, Prof. Dr. Rüdiger Krause und Prof. Dr. Fang Xiaomin, sprechen über Vergangenheit und Zukunft der 25-jährigen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Rechtswissenschaften. Der anschließende Vortrag von Prof. Dr. Peter-Tobias Stoll, ebenfalls deutscher Direktor des Deutsch-Chinesischen Instituts für Rechtswissenschaft, trägt den Titel „Herausforderungen und Chancen der Kooperation mit China in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik“. An der abschließenden Podiumsdiskussion nehmen deutsche und chinesische Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft teil.

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Kooperationsvertrag mit Nanjing/Qixia
Menschenrechtsverletzungen ignoriert

Gesellschaft für bedrohte Völker: Göttingen ignoriert Menschenrechtsverletzungen inNanjing
22.10.10 PM GfbV // GfbV-Asienreferent Ulrich Delius kritisierte, dass die Menschenrechtsfragen beim Kontakt mit Nnjing völlig ausgeklammert worden sind: "Als Universitätsstadt und Heimat der Göttinger Sieben hätte es der Stadt an der Leine gut angestanden, sich konkret für die Freilassung inhaftierter Universitätsdozenten, Schriftsteller und Journalisten in Nanjing einzusetzen."(...) Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo hat deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, dass das Ausland mit immer neuen Impulsen die Demokratisierung in China fördert. (..). Mehrere Mitglieder des von Xiaobo früher geleiteten Unabhängigen PEN- Zentrums sind in Göttingens Partnerstadt als politische Gefangene in Haft, darunter auch der Schriftsteller Yang Tongyan. (...) Wie Liu Xiaobo wird auch ihm vorgeworfen, mit seinen Schriften zur Demokratisierung die "Staatssicherheit" zu gefährden. Einsetzen sollte sich Göttingen auch für die Freilassung von Guo Quan. Der ehemalige Literaturprofessor der Universität Nanjing war zunächst zum Sachbearbeiter degradiert worden und 2009 schließlich zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sein einziges Verbrechen ist es, in Briefen an die Staatsführung und in Veröffentlichungen mehr Rechtsstaatlichkeit und Demokratie eingefordert zu haben."

Kooperation mit Nanjing / Qixia ist unterzeichnet Göttingen 25. Oktober 2010
25.10.10 PM Stadt Gö // OB Wolfgang Meyer und sein chinesischer Amtskollege Liang Jiancai haben die Urkunden am 23. Oktober 2010 unterschrieben. Vorangegangen war eine Gesprächsrunde, an der auch der zuständige Parteisekretär Zang Zhengjin und Vizebürgermeister Xing Zhengjun teilgenommen haben. Meyer wurde von der Vorsitzenden des Göttinger Partnerschaftsvereins Katharina Lankeit und dem städtischen Partnerschaftsreferenten Joachim Sterr begleitet. Die geplante Zusammenarbeit beinhaltet den Schüler- und Studierendenaustausch, die Vermittlung von Praktika sowie eine Förderung der Hochschulkooperation, die kommunale Unterstützung von Wirtschaftskontakten sowie Begegnungen in den Bereichen Kultur, Sport und Tourismus. Ansprechpartner für die Kooperation sind auf chinesischer Seite die Bezirksverwaltung Qixia und das Büro für auswärtige Angelegenheiten der Stadt Nanjing. Meyer nutzte den Aufenthalt auch zu Besuchen von Industriebetrieben, u.a. Niederlassungen deutscher Unternehmen, sowie der Nanjing – Universität.

Juli 2010 / Das Memorandum zur Aufnahme von Kooperationsbeziehungen der Stadt Göttingen mit dem Distrikt Qixia in der chinesischen Metropole Nanjing war am Mittwoch, 7. Juli 2010, im Alten Rathaus der Stadt Göttingen unterschrieben worden. in Anwesenheit des zur Unterzeichnung bevollmächtigten Vizedirektors der Verwaltungskommission der Xianlin University City, Hou Chuanguo. Das Memorandum regelt Fragen der Zusammenarbeit z. B. in den Bereichen Sport und Kultur, beim Austausch von Schülern und Praktikanten, bei der Förderung der Kooperation zwischen den Universitäten sowie der Anbahnung von Wirtschaftskontakten. Qixia mit seinen rund 600.000 Einwohnern gilt als das Wissenschafts- und Technologiezentrum Nanjings. Dort wird auch der neue Campus der Universität Nanjng entstehen, mit der die Georg - August - Universität seit 25 Jahren enge Zusammenarbeit pflegt. Vorsitzender des Universitätsrates der Universität Nanjing ist Prof. Dr. Hong Yixing.

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Zusammenarbeit der Uni Göttingen mit Unis in China

26.10.10 nach einer PM der Uni // Neben den Kooperationen mit den Universitäten Nanjing und Hefei erarbeitete und unterzeichnete Universitätsvizepräsidentin Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, verantwortlich für die Internationalisierungsstrategie der Georgia Augusta, nun Verträge mit der Beijing Universität, der Renmin Universität in Beijing und der Zhejiang Universität in Hangzhou. Ein Vertrag mit der Fudan Universität in Shanghai wird derzeit vorbereitet. Mit der Universität Nanjing sind außerdem zwei gemeinsame internationale Graduiertenkollegs zum Thema „Kulturtransfer“ und auf dem Gebiet der Computerwissenschaften in Vorbereitung. Ab WS 2010/2011 bildet die Uni Göttingen in einem Bachelorstudiengang „Ostasienwissenschaften/Chinesisch als Fremdsprache“ Chinesischlehrer aus. Alle dafür bereitgestellten 20 Studienplätze sind bereits belegt. An der Universität Nanjing startet das „Exzellenzprogramm Deutsch“, in dem bis zu 30 Studierende während ihres Studiums Deutschunterricht erhalten, um nach ihrem Masterabschluss für ein Promotionsstudium nach Göttingen zu wechseln. Das gemeinsame Projekt "Deutsch-Chinesisches Institut für Rechtswissenschaft" bietet ab dem Wintersemester 2011/2012 einen internationalen Studiengang zur Rechtspraxis in China an. Die Germanistikabteilung der Beijing Foreign Studies University ist im Bereich der Fremdsprachenphilologien die Nummer eins in China und kooperiert mit der Uni Gö im gemeinsamen Studiengangs „Interkulturelle Germanistik Deutschland-China“ mit deutschem und chinesischem Abschluss. Zwischen den Universitäten Göttingen und Anhui existiert seit 2003 ein Austausch von Studierenden und Professoren. Mit Hilfe eingeworbener Fördermittel der Robert-Bosch-Stiftung konnte in Anhui dieses Jahr ein Deutsch-Lektorat mit einer qualifizierten deutschen Lehrkraft besetzt werden. Insgesamt gibt es bisher rund 150 Kooperationen zwischen Hochschulen in Niedersachsen und Anhui. Die Zahl der in Niedersachsen studierenden Chinesen hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf mehr als 2.500 verfünffacht.

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Praxis des deutsch-chinesischen Kulturaustauschs:
Bi Feiyu

"I am the author and all the copyright issues should be left to the agents so I think I shout concentrate all my energies into writing and leave all these publishing affairs to God!" (>>Interview)

Bi Feiyu international bekannter und übersetzter Autor der jüngeren chinesischen Gegenwartsliteratur ("Die Mondgöttin") in Göttingen

9.5.13 / Textgrundlage PM der Uni //
Der chinesische Schriftsteller Bi Feiyu ist derzeit für vier Wochen „Artist in Residence“ an der Abteilung Interkulturelle Germanistik der Universität Göttingen. Bi Feiyu, der an der Universität Nanjing eine Professur innehat, ist ein international bekannter und übersetzter Autor der jüngeren chinesischen Gegenwartsliteratur. Sein Einfühlungsvermögen in das Innenleben seiner weiblichen Hauptfiguren haben ihn in und außerhalb Chinas bekannt gemacht. In seinem Roman „Die Mondgöttin“ befasst er sich mit einer vielversprechenden Opernsängerin, die nach einem Skandal aufs Abstellgleis geschoben wird, zwanzig Jahre später überraschend die Chance für ein Comeback erhält und an dieser Herausforderung zerbricht. Zugleich ist der Roman eine kritische Beschreibung der Umstände des gesellschaftlichen Klimas in den frühen Jahren der Reform- und Öffnungspolitik in China. Das Programm „Artists in Residence“ ist eine Kooperation des Goethe-Instituts Beijing/Nanjing in China und der Universität Göttingen sowie dem Goethe-Institut Göttingen. Nach dem Filmkritiker Wei Xidi und den Autoren Ye Zhaoyan, Lu Min, Han Dong und Cao Kou ist Bi Feiyu der sechste chinesische Künstler, der sich im Rahmen des Programms in Göttingen aufhält. Im Gegenzug reisten bislang die deutschen Schriftsteller Hauke Hückstädt, Nora Bossong, Svealena Kutschke und Kai Weyand nach Nanjing.
Interkulturelles Lesergespräch mit Bi Feiyu am 13.5.13

Die Studierenden des Master-Studiengangs Interkulturelle Germanistik Deutschland-China haben, sich mit dem chinesischen Original wie auch der deutschen Übersetzung von Bi Feiyus Roman „Die Mondgöttin“ befasst. In einer öffentlichen zweisprachigen Lesung mit dem Autor werden die Leser und Übersetzer mit dem Schriftsteller über ihre Interpretation und Rezeption des Textes diskutieren. Die Veranstaltung in chinesischer und deutscher Sprache wird von den Studierenden selbst gedolmetscht und beginnt um 19.30 Uhr im Goethe-Institut, Merkelstraße 4. Die Texte liegen zum Mitlesen und -diskutieren aus.

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Lesung mit dem chinesischen Autor Wang Gang
zusammen mit seinem Übersetzer Ulrich Kautz am 6. Februar 2015

Die Veranstaltung in der Reihe „Lesergespräche Interkultureller Germanistik“ beginnt um 19 Uhr im Goethe-Institut, Merkelstraße 4.Das Lesergespräch wird organisiert von der Abteilung Interkulturelle Germanistik der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut Bremen und dem Akademischen Konfuzius-Institut Göttingen.

Wang Gang liest aus seinem Roman „Yinggelishi“, der von Ulrich Kautz unter dem Titel „Der Englischlehrer“ ins Deutsche übersetzt wurde und 2014 im Ostasien Verlag erschienen ist. Wang Gangs Roman verarbeitet Ereignisse der chinesischen Kulturrevolution. Für den jugendlichen Ich-Erzähler Liu Ai verkörpert Wang Yajun, ein eleganter junger Mann aus der Weltstadt Shanghai, der neu an seiner Schule auftaucht, einen Gentleman: Er erschließt dem aufgeweckten Jungen eine bislang unbekannte Welt der verfeinerten Kultur und der freien Gedanken und wird für ihn zum Symbol all dessen, was er sich für sich selbst erträumt. Dem Autor gelingt mit dem aus der Perspektive eines pubertierenden Jungen geschriebenen Roman, dessen Handlung in Urumqi, der Hauptstadt der Region Xinjiang, angesiedelt ist, ein versöhnlich-humorvoller Rückblick auf seine eigene Kindheit und Jugend in den Jahren der Kulturrevolution. Wang Gang, Jahrgang 1960, wuchs in Xinjiang auf, der autonomen Region der Uiguren in Nordwestchina. Nach dem Studium betätigte er sich unter anderem als Filmproduzent und Geschäftsmann, ehe er Berufsschriftsteller und Drehbuchautor wurde. Heute lebt er abwechselnd in Beijing und Xinjiang.

 

 

Rathausgespräch zum Thema "China" / Konrad-Adenauer-Stiftung

12.4.05 Die Konrad-Adenauer-Stiftung lud am 12.4.05 "ausgewählte Multiplikatoren" ins Foyer des Alten Rathauses zum Thema "China" ein und bat darum, die Veranstaltung nicht vorher anzukündigen. In einer Zeit wo Kanzler Schröder das Waffenembargo gegen China aufheben will und die die CDU diese gemeinsam mit Grünen und US-Regierung kritisiert, ist es schon bemerkenswert, wenn eine CDU-nahe Stiftung zu einem Vortrag einlädt, bei dem die Wirtschaftsinteressen bezüglich China betont und die Menschenrechtsfragen ausgelassen werden, die gerade in der Auseinandersetzung gegen Kanzler Schröder ins Feld geführt werden.


Referent war der ausgewiesene China-Kenner Prof. hc. Dr. Oskar Weggel (Jhg. 1935) , u.a. als Berater der Bundesregierung tätig und langjährig beschäftigt am Institut für Asienkunde in Hamburg mit den Arbeitsschwerpunkten "Vietnam, Laos, Kambodscha - Wirtschaft, Gesellschaft, Politik." die er nach seiner Pensionierung ehrenamtlich weiterführt.

Foto: (c) GOEST / Prof. Oskar Weggel, 2005 Göttingen

Das Thema "Menschenrechtsverletzungen in China"wurde auf der Veranstaltung ignoriert

Nur ein einziges Mal blitze so etwas wie Bedenken auf, als Weggel während seines Vortrages darauf hinwies, wie schlimm es ist, was mit den AnhängerInnen der Falun Gong in China passiert, die als Feinde der Gesellschaft verfolgt würden. siehe Falun Gong in Göttingen Der Kommentar des Asienreferentem Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker dazu: "Der China-Handel boomt, doch Menschenrechte haben immer weniger Bedeutung in den deutsch-chinesischen Beziehungen. Statt eilfertig Waffen an China zu verkaufen, sollte Bundeskanzler Schröder Deutschlands Einfluß als "bester Freund" und Wirtschaftspartner Chinas nutzen, um einen Militärschlag gegen Taiwan zu verhindern. Bislang nutzt Berlin nicht wirksam seinen Einfluß, um sich für ein friedliches Ende des Tibet-Konflikts, die Aufhebung der Todesstrafe und für ein Ende der Verfolgung Falun Gong Meditationsbewegung zu engagieren."

"Krieg gegen Taiwan ist Unsinn" Prof. Oskar Weggel meinte zur Taiwan-Frage, ein Krieg gegen Taiwan sei Unsinn, Taiwan befände sich längst der Abhängigkeit von China, dass60 % aller Investitionen Taiwans nach China gingen und 40 Mrd. (Dollar?) bezogen auf 33000 Projekte in China liefen. Es sei keine Frage "ob" sondern nur "wann" es zu einer Vereinigung von Taiwan mit China komme. Der Zeitpunkt käme dann, wenn die VR China so weit entwickelt wäre wie Taiwan.

Japanfeindliche Demonstrationen können umkippen. Zu den aktuellen Protesten in China gegen japanische Einrichtungen meinte Weggel, dass bei ähnlichen Protesten der Vergangenheit das Problem entstanden sei, dass die aufgeheizten Studenten nicht beim Protest gegen Japan stehen blieben, sondern sich irgendwann der Protest auch gegen die Regierunge im eigenen Land richte und das sei eine brandgefährliche Sache. Es sei zu erwarten, dass die von der chin. Regierung geduldeten japanfeindlichen Aktionen irgendwann wieder langsam abgedämpft werden um einer solchen Entwicklung vorzubeugen.

Maoismus Interessant von Weggel zu erfahren, dass der Kampfgefährte Mao Tse-tungs und Mitbegründer der KP Chinas. Min.-Präs. und Außenminister der VR China vor 1921 eine Zeitlang in Göttingen studiert hat. (vgl. Tschou En-Lai - Portrait) - Für alles was mit Mao zu tun hatte, hatte Weggel allerdings nur abfällige Bemerkungen übrig wie "idotische Zeit" oder China und Vietnam hätten "diesen ganzen marxistische Rappel weggeworfen" . Gleichzeitig meinte er, der ganze maoistische Kram sei inzwischen vergessen.

Weggels zentrale These: Konfuzianismus als eigentlicher Schlüssel zum Verständinis Interessant wenn auch unter ExpertInnen nicht unumstritten sind die Thesen Weggels in Bezug auf die Bedeutung des Konfuzianismus (vgl. die kritischen Bemerkungen von Doris Götting). Er leitete aus den konfuzianischen Wurzeln eine Sozialpsychologie der chinesischen Wirtschaft ab, die viel erfolgreicher sei als die Gesellschaften, die durch den Buddhismus gebremst würden: Im Buddhismus würde nur soviel Eigentum angehäuft wie verzehrt werden kann alles andere würde zum Tempel getragen, im Konfuzianismus sei die Anhäufung von Gütern durchaus möglich, weil es die Sorge für Kinder und Enkel beinhalte. Sich versichern zu lassen sei z.B. im Buddhismus Sünde weil es ein negatives Karma bedeute, in China hingegen mache die Allianz prächtige Geschäfte. Das Leistungsprinzip sei ein ganz zentrales Moment des Konfuzianismus. Darüberhinaus sei die Fähigkeit Netzwerke zu bilden, die Mauschelei, die Basis für den "Golfplatzkapitalismus" - Golfplätze sind deshalb in China besonders wichtig. Außerdem seien die Chinesen "Spielteufel" d.h. sie wären extrem risikobereit bei Unternehmungen, genauso wie sie trotz behördlicher Verbote Glückspiele betrieben. Ein weiteres Element konfuzianischer Kultur wäre der Imperativ: Lerne, Lerne, Lerne. Übrigens sei es auch für Chinesen nicht ehrenrührig, etwas nachzuahmen und zu kopieren, im Gegenteil das verbreitete Muster "Lernen vom Meister" sei geradezu ehrenhaft, wenn es gelänge.
Die konfuzianische Kultur habe zu einer wirtschaftlichen Dominanz der Chinesen überall in Asien geführt. In Thailand z.B. sind 8% der Bevölkerung Chinesen, aber sie kontrollieren 90 % des Finanzbereiches.
Während der Diskussion wurde jedoch dann auch das Thema Umwelt, Ökologie, Nachhaltigkeit angesprochen, wobei dann klar wurde, dass ein Großteil des chinesischen Wachstums auf Belastungen der Umwelt aufbaue. Zwar gäbe es detaillierte vorbildliche Umweltschutzgesetze aber es würde sich niemand daran halten. Dagegen wandet nun ein Diskutant überzeugend ein, dass an dieser Stelle doch der Buddhismus eine wesentlich überzeugendere Alternative, nämlich die harmonische Einheit böte.

China wirtschaftlich unaufhaltsam Die rein wirtschaftliche Analyse Weggels prognostizierte relativ nüchtern den nahezu unaufhaltsamen Aufstieg Chinas zur führenden Weltwirtschaftsmacht, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Im Jahr 2010 wird China Frankreich und Großbritannien überholen später an Deutschland und im Jahr 2020/30 an Japan vorbeiziehen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass nicht nur Billigprodukte in China hergestellt würden, sondern zunehmend dort auch Forschung betrieben würde. Allerdings würden gerade deutsche Firmen unter dem "you make it - we fake ist" leiden bei dem sie ihren technologischen Vorsprung einbüßen, die Japaner hingegen würden nur 2 Generationen zurückliegende Technologie in China fertigen lassen.
Chuppies = Chinese Yuppies - werden Millionäre, wenn sie in folgenden Gebieten aktiv sind: 1. Onlinedienste, 2. Immobilien, 3 Finanzdienstleistungen, und 4 Tierfutter :-) - letzteres zeigt, dass China immer noch ein bäuerliches Land ist.

Probleme Chinas: Das Einkommensgefälle, das in Europa zwischen der Hochregion Hamburg und Portugal vielleicht 7:1 betrüge, würde in China zwischen den Küstenregionen und dem Binnenland 1:14 betragen also ein sehr ungesundes Gefälle darstellen. Darin entstünden natürlich erhebliche Spannungen z.B. Unzufriedenheit der Bauern "es rumort in China".
Zwar gibt es in China nicht den Begriff "Arbeitslosigkeit" aber es gäbe viele "auf Arbeit wartende" oder "´Überschüssige".
Es wird demographische Probleme geben, die durch die Überalterung der chinesischen Gesellschaft hervorgerufen werden. Das weitgehende durchgesetzte System der "1 Kind-Familie" führt dazu, dass irgendwann 300 Millionen RentnerInnen in China niemanden haben der sie versorgt, weil zuwenig Junge dasssind.
Weitere Probleme sind Chinas "faule Kredite" in Höhe von 500 Mrd bis 1,4 Billionen Dollar, die Infrastrukturmängel im Bereich Verkehr und Energie.
Des weiteren gibt es noch ein großes ordnungspolitisches Problem, das ist die verbreitete Korruption.


Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung im Alten Rathaus April 2005. Moderator für das "Rathausgespräch" der CDU-nahen Stiftung war der damalige OB Danielowski (CDU).

 

Redaktioneller Beitrag goest anlässlich der "Chinawoche" 2010 / 8.7.10 /
Überlegungen zu den Beziehungen zwischen Göttingen / Uni und China

Beim Kampf um Rohstoffe Konflikte mit China vorprogrammiert

Mit einer Intensivierung der Kontakte zwischen Stadt Göttingen und dem Nanjing-Stadtbezirk Qixia (gesprochen Kiescha) sowie die Kooperationen der Universität mit der Uni Nanjing wird die Kommunalpolitik von Fragen der Weltpolitik tangiert.
Protektionistische Währungs- und Handelspolitik, Wirtschafts - und Wissenschaftsspionage, der Kampf um Rohstoffe führt mittelfristig in einen Konflikt zwischen China und den anderen Industrieländern. China ist weltweit auf der Suche nach Rohstoffen wie Erdöl, Argrargütern, Metallen (Kupfer, Aluminium,Eisen). Gleichzeitig betreibt China eine systematische Verknappung von Rohstoffen, die vorwiegend in China vorkommen und für neue Technologien unerlässlich sind ("seltene Erden"). Beim Kampf um materielle Rohstoffe geraten Europa und USA in Konkurrenz zu China. Der Krieg in Irak, Afghanistan und alle Konflikte rund um das Kaspische Beckens tangieren die Rohstoffinteressen in unmittelbarer Nachbarschaft zu China. Dass Ex-Bundespräsident Köhler kurz vor seinem Rücktritt wahrheitsgemäß die deutsche Kriegsbeteiligung mit wirtschaftlichen Interessen in Zusammenhang gebracht hat war so erschreckend ehrlich, dass er zurücktreten mußte.

Isolation, Einkreisung, Destabilisierung vs. "Völkerverständigung" durch Wirtschaftspolitik

Die USA versucht eher eine isolationistische Strategie gegen China zu fahren. Vermutlich aber vorrangig aus den beschriebenen wirtschaftlichen Interessen heraus. Die CDU in Göttingen lehnt möglicherweise in Orientierung an die USA die Kooperation mit China eher ab. Die Ablehnung von Beziehungen zu China mit Hinweis auf die Menschenrechtsfrage ist allerdings wenig glaubwürdig, sowohl seitens der USA (Guantanamo!) als auch von Seiten der Göttinger CDU. Als z.B. die CDU-nahe Konrad AdenauerStiftung unter Moderation des damaligen OB Danielowski zum Vortrag über die Entwicklung der Wirtschaftsmacht China im Alten Rathaus eingeladen hatte, wurden Menschenrechtsverletzungen mit keinem Wort erwähnt. GfbV und Amnestyy International mußten vor der Tür des Alten Rathauses daran erinnern.
Mit der Ablehnung der Partnerschaft Nanjing-Göttingen machen sich CDU und FDP wenig Freunde bei den Unternehmen der Göttinger Region, die sich durch Kooperationsverträge in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft einen Zugang zum chinesischen Markt erhoffen. In der wirtschaftlichen Krise ist China bislang noch einer der wenigen konjunkturellen Weltmarktmotoren.

Abschöpfung wissenschaftlichen Forschungswissens - "China-Trojaner"?

Der Göttinger Kontakt zu China ist vor allem aus wirtschaftlichen Motiven intensiviert worden. Auch bei den Kooperationsprojekten der Uni mischt von Anfang an schon die BASF mit. Als Ergebnis erwartet man eine Förderung der regionalen Wirtschaft bzw. der Universität. Nicht zufällig wird Nanjing als Technologiezentrum und Anhui als "Automobil-Provinz" ausgewählt. Nicht zufällig fiel bereits während der Eröffnungspressekonferenz zur China-Woche der Hinweis seitens der chinesischen Delegation, dass man Interesse an Forschungsergebnissen zur Nano-Technologie habe. Zahlreiche Unternehmen aus Göttingen und Umgebung , so eine Mitteilung der Grünen, "pflegen seit Jahren intensive Wirtschaftsbeziehungen zu China und haben dort z.T. bereits Niederlassungen eröffnet (Sartorius (Biotech), Otto Bock (High-Tech-Prothesen), Mahr u.a..
Zum Grund für die Auswahl Göttingens wird u.a. die Zahl von Nobelpreisträgern und die Einordnung als Exzellenz-Uni erwähnt. Die Grundlagenforschungen in den Max-Planck-Instituten, der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt DLR, die Nähe zu VW-Wolfsburg usw. dürften bei der Auswahl ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt haben.

Das kulturelle "Drumherum" der Kooperationsvereinbarungen mit Sport, Kultur, Tourismus, Bildung , Sprachkursen etc. darf nicht den Blick auf die zentralen Interessen verstellen, die die chinesische Seite mit ihren Universitätspartnerschaften verfolgt. Die Suche nach Ressourcen zielt auch auf Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und technischer Entwickungen. China Experte Weggel meint: Gerade deutsche Firmen seien viel zu unvorsichtig, bei der Verlagerung von Fertigung nach China müßten sie unter dem "you make it - we fake it" leiden, bei dem sie ihren technologischen Vorsprung einbüßten. Die Japaner würden deshalb nur zwei Technologie-Generationen zurückliegende Technologie in China fertigen lassen. Nach Weggel ist das Kopieren und die Verletzung von Urheberrechten, die Produktion von Plagiaten im chinesischen Alltagsbewußtsein nicht mit der moralischen Verurteilung des Betrugs belastet, sondern steht im Einklang mit der konfuzianischen Lehre: Suche den Meister, lerne von ihm, kopiere ihn, werde zum Meister.
Der Verfassungsschutz in Niedersachsen äußert sich in den übers Internet verfügbaren Veröffentlichungen nur wenig und sehr allgemein zur Wissenschaftsspionage. Die Landesämter für Verfassungsschutz in Bayern und BaWü hingegen warnen deutlich und explizit vor Spionage im bei der Teilnahme an Studiengängen oder Projekten wissenschaftlichen Bereich. "Ein wesentliches Element der Wissenschaftsspionage ist die Abschöpfung von in Deutschland tätigen Studenten und Wissenschaftlern durch die Nachrichtendienste ihrer Heimatländer. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Nanotechnologie, Informationsverarbeitung/Kommunikationstechnik, Luft- und Raumfahrt/Verkehrstechnik, Maschinen- und Automobilbau, Fahrzeugtechnik, Energie- und Umwelttechnik, Biotechnik und Medizin, Produktionstechnik und Werkstoffe." (
Zitatquelle Verfassungsschutz von Baden Würtemberg) Der CSU-nahe Bayernkurier erinnert an "die fast identischen chinesischen Kopien des ICE und des Transrapid." Der bayrische Innenminister meinte laut Bayernkurier, dass die fortwährende Wirtschaftsspionage unterschätzt werde, oft träfe es "mittelständische, innovative Unternehmen ohne ausreichenden Schutz und entsprechendes Gefahrenbewusstsein" und "Selbst Kooperationen im Hochschulbereich sind davon betroffen". Die Förderung mittelständischer Unternehmen steht bei den Kooperationsgesprächen Göttingens mit Nanjing/ Qixia im Mittelpunkt.

Sowohl die skrupellose Zusammenarbeit mit afrikanischen Diktatoren, die Menschenrechtsverletzungen in China, die zahlreichen Todesstrafen, die Unterdrückung abweichender Meinungen und Oppositioneller, die Unterdrückung ganzer Volksgruppen (Tibet, Uiguren) , die Inhaftierung unliebsamer Intellektueller, die Unterdrückung der Pressefreiheit und Zensur des Internets lassen sich kaum öffentlich ansprechen, ohne einen Bruch der gegenwärtigen Hochstimmung bei den Kooperationsfeierlichkeiten in Göttingen zu produzieren. Aber kritische Presse hat diese Aufgabe, solange es sie gibt. In China würde dieser Artikel hier in GOEST vermutlich dazu führen, dass der verantwortliche Redakteur ins Gefängnis wandert. Wir erinnern an Guo Quan oder Yang Tongyan - Regimekritiker in Nanjing, die nichts anderes verlangt haben als demokratische Reformen.

 

China-Woche 6.7.-9.7.10

Programm
Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung findet eine China-Woche an der Georg-August-Universität Göttingen statt. Gleichzeitig findet das "Deutsch-Chinesische Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009/2010" sowie die "China-Wochen in Deutschland" und eine "Nanjing-Woche in Europa" statt.
Dienstag 6.7.10 / Gründung des Centre for Modern East Asian Studies (CeMEAS) . Eröffnungsrede des Botschafters zur China-Woche in Göttingen, Deutsch-chinesische Kooperationen der Universität , Die Gründung des Centre for Modern East Asian Studies (CeMEAS)
16:25 - 18:15 Uhr Podiumsdiskussion deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, Abendempfang (Aula am Wilhelmsplatz), Filmreihe "China" Film »Das Badehaus« (Xizao) v. Zhang Yang
Mittwoch 7.7.10 / Nanjing-Tag
Das Memorandum zur Aufnahme von Kooperationsbeziehungen der Stadt Göttingen mit dem Distrikt Qixia in der chinesischen Metropole Nanjing wird am Mittwoch, 7. Juli 2010, im Alten Rathaus der Stadt Göttingen unterschrieben. Begrüßung und Empfang der Universität Nanjing, Präsentationen und kulturelle Performances der Universität Nanjing für Göttinger Studierende, Öffentliches Konzert des Chinese Folk Music Orchestra der Universität Nanjing
Donnerstag 8.7.10 / China in Studium und Wissenschaft, China als Studienstandort Infostände, Vorträge und Präsentationen, China als Studiengegenstand Die Einheit Chinas: Nationale Identität, staatliche Einheit und die Taiwanfrage zu Beginn des 21. Jahrhunderts, China als Wissenschaftsstandort Workshops, Vorträge und Empfehlungen, "Sommernacht der BFSU"
Freitag 9.7.10 China und die Wirtschaft, Die wirtschaftlichen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Niedersachsen und der Volksrepublik China (Vorträge), Podiumsdiskussion Lage und Perspektiven der deutsch-chinesischen Wirtschaftszusammenarbeit, Abendempfang für geladene Gäste (Ort: Historische Sternwarte; Geismar-Landstr.11)

All jene, die dazu schweigen, weil sie wirtschaftliche Interessen verfolgen und ihre Ziele durch Verärgerung der Kooperationspartner gefährdet sehen, wird es spätestens bei Fragen der Wirtschafts- und Wissenschaftsspionage schwer fallen freundlich zu bleiben, weil dann ihre ureigensten Interessen gefährdet sind.

 

Vorstellungsrunde zur China-Woche am 6.7.10 : v.l.n.r. ...
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Prof. Dr. Cheng Hua, Präsident der Anhui University ("Aufbau einer Deutschabteilung")
- Prof. Dr. Yang Xueyi, Vorsitzender Universitatsrat der Beijing Foreign Studies University
- Wolfgang Meyer, OB Stadt Göttingen ( Kooperation Göttingen/Qixia Stadtbezirk in Nanjing)
- Dr. Jiang Feng, Gesandter Botschaftsrat der Chinesischen Botschaft in Berlin
- Prof. Dr. Zhang Rong, Vizeprasident der Nanjing University
- Prof. Dr. Kurt von Figura, Uni-Präsident Göttingen
- Prof. Dr. Hiltraud Caspar Hehne, Uni-Vizepräsidentin, Organisatorin der China-Woche
- Prof. Dr. Axel Schneider, Centre for Modern East Asian Studies (CeMEAS) Uni Göttingen

 

2.ter Wirtschaftstag China 2015

Demokratie, Pressefreiheit, Menschenrechte keine Themen?

2015 Mahnwache für den in Nanjing inhaftierten Professors Guo Quan
vor der Aula am Wilhelmplatz, 2. Februar 2015, zwischen 14 und 15 Uhr

Vorbemerkung:
Kritik an China auch in der Uni Göttingen unerwünscht? 2010 erinnerte eine Studentin an einen Vorfall im Foyer der Mensa: Amnesty International habe Informationstafeln aufgebaut, die über Menschenrechtsverletzungen in China informierten. Nachdem die Informationstafeln angegriffen worden waren, habe die Unileitung die Infostände komplett verboten.

Wissenschaftler sollten sich für Freilassung von inhaftiertem Professor von chinesischer Partner-Universität einsetzen. Mit einer Mahnwache wird die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des „2. Wirtschaftstages China“ an der Göttinger Universität an das Schicksal des in der chinesischen Partnerstadt Nanjing inhaftierten Professors Guo Quan erinnern und mehr Einsatz der Göttinger Universität für die Freilassung des Wissenschaftlers anmahnen. Dem Professor an der Göttinger Partner-Universität wurde im Jahr 2007 die Lehrbefugnis entzogen, nachdem er sich in Briefen an die chinesische Staatsführung für ein Mehrparteiensystem und für demokratische Reformen ausgesprochen hatte. Guo Quan wurde im Jahr 2008 wegen seines Einsatzes für eine Demokratisierung zu zehn Jahren Haft verurteilt. „Wenn die Göttinger Universität mit dem Symposium die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft vertiefen will, darf die Frage der Menschenrechte an Hochschulen nicht ausgespart werden“


Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China anläßlich der China-Veranstaltung 2005 der Konrad-Adenauer-Stiftung im Alten Rathaus

2009 Regimekritiker in chinesischer Partnerstadt Nanjing droht langjährige Haft
GfbV 8.1.09: Gegen den ehemaligen Universitätsprofessor Guo Quan war formal Anklage wegen "Subversion der Staatsmacht" erhoben worden, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Seine Mutter Guo Xiao sei von der Staatsanwaltschaft in Nanjing darüber informiert worden, dass ein Strafprozess gegen ihren Sohn vorbereitet werde. Der Beschuldigte dürfe nicht von einem Rechtsanwalt vertreten werden, da der Fall Staatsgeheimnisse betreffe, erklärten die Justizbehörden. Guo Xiao wurde nicht gestattet, ihren Sohn in der Haft zu besuchen. In mehreren Offenen Briefen an die chinesische Staatsführung hatte Guo Quan ein Mehrparteiensystem für China und eine Demokratisierung des Landes gefordert. Guo Quan wird zur Last gelegt, am 17. Dezember 2007 die "Chinesische Neue Volkspartei" gegründet zu haben, die sich vor allem für mehr soziale Gerechtigkeit, einen entschlossenen Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch sowie für ein Ende von Zwangsumsiedlungen einsetzt. In den USA hatte Guo Quan Anzeige gegen den Internet-Anbieter Yahoo erstattet, weil das Unternehmen auf seinen chinesischen Websites auf Druck der chinesischen Behörden alle Einträge unter dem Namen des Dissidenten gesperrt hatte."

2008 Politischer Gefangener in Nanjing - von Göttinger Delegation ignoriert
29.10.08 Pressemitteilung , Gesellschaft für bedrohte Völker
"Die Gesellschaft für bedrohte Völker
ruft unter dem Motto "Hinter Gittern in Göttingens zukünftiger Partnerstadt: Freiheit für Yang Tongyan" zu einem Aktionstag am Freitag für den bekanntesten politischen Häftling in Nanjing auf. Einen Tag vor der Abreise einer offiziellen Göttinger Delegation unter Führung von Oberbürgermeister Wolfgang Meyer nach China, die in Nanjing über die geplante Städtepartnerschaft beraten wird, macht die GfbV mit dem Aktionstag nochmals auf die schwierige Menschenrechtslage in der chinesischen Stadt aufmerksam. Im Juni 2008 hatte die GfbV einen Report zu Menschenrechtsverletzungen in Nanjing veröffentlicht. Der Internet-Essayist, Dichter und Roman-Autor Yang Tongyan zählt zu den bedeutendsten kritischen Schriftstellers Chinas. Weil er sich in seinen vor allem im Internet veröffentlichten Texten friedlich für Demokratie in China eingesetzt hat, verbüßt er zurzeit eine Haftstrafe von 12 Jahren im Gefängnis von Nanjing. Sein Fall steht beispielhaft für die Verweigerung der Presse-, Internet- und Meinungsfreiheit in der Volksrepublik. Mit einem Aktionstag vor dem Alten Rathaus wird die GfbV auf das Schicksal des bekanntesten politischen Häftlings in Nanjing aufmerksam machen.

2005 Chinaveranstaltung im Alten Rathaus ignoriert Menschenrechtsverletzungen . Es war eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung am 12.4.05 unter Beteiligung der Stadt Göttingen. Vor dem Eingang des Alten Rathauses wurden von Demonstranten Transparente der GfbV mit Protest gegen die Menschenrechtsverletzungen in China gezeigt. Dabei wurde ein Flugblatt verteilt, das gegen die von China betriebene Verhaftung eines Menschenrechtlers protestierte. Während der gesamten Veranstaltung im Rathaus fiel dann kein einziges Mal der Begriff "Menschenrechtsverletzung". Nur ein einziges Mal blitze so etwas wie Bedenken auf, als der Referent Weggel während seines Vortrages darauf hinwies, wie schlimm es ist, was mit den AnhängerInnen der Falun Gong in China passiert, die als Feinde der Gesellschaft verfolgt würden. (siehe goest-Seite zu Falun Gong in Göttingen)

 

Nanjing Partnerstadt Göttingens

Nanjing 5,2 Mio EinwohnerInnen , Göttingen nur 0,13 Mio
Meyer und IHK-Vertreter reisen nach Nanjing
Politischer Gefangener in Nanjing
Regimekritiker in chinesischer Partnerstadt Nanjing droht langjährige Haft

Pressemitteilung Stadt: "Nanjing ist bereit zur Kooperation"
CDU-Ratsfraktion: Keine Städtekooperation mit Nanjing
SPD-Stadtverband: Für Annäherung
Grüner Kreisverband "Wandel durch Annäherung"28.3.08

Nanjing 5, 2 Mio EinwohnerInnen , Göttingen nur 0,13 Mio
Bei der Städtepartnerschaft Göttingen-Nanjing handelt es sich um ein ungleiches Paar, was die Bevölkerungszahl angeht. Mit 5,2 Millionen EinwohnerInnen ist Nanjing 50 mal größer als Göttingen. Wie man unter diesen Bedingungen von Partnerstadt sprechen kann wird unseres Wissens nach nicht weiter bedacht. >>englischsprachige chinesische Infos über Nanjing

Meyer und IHK-Vertreter reisen nach Nanjing
pm stadt 7.10.08 / "Zu ersten offiziellen Gesprächen über die mögliche Anbahnung einer Städtekooperation reist der Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer Anfang November in die chinesische Metropole Nanjing. Er folgt einer Einladung der Stadt Nanjing und trägt damit gleichzeitig einem Mehrheitsbeschluss des Göttinger Rates aus dem Juli 2007 Rechnung. Meyer wird an der Spitze einer kleinen Delegation am 1. November nach China aufbrechen und bereits drei Tage später zurückkehren. Den Oberbürgermeister begleiten die Göttinger Pädagogin Sabine Schlieper, die als Chinesisch – Lehrerin am Hainberg – Gymnasium arbeitet und bereits über vielfältige Bildungskontakte nach Nanjing verfügt, und der Geschäftsführer der IHK in Göttingen, Dr. Martin Rudolph, als Repräsentant der lokalen und regionalen Wirtschaft. Viertes Delegationsmitglied wird der in der Verwaltung für internationale Beziehungen zuständige Referent Achim Sterr sein."
pm stadt 27.10.08 / Das Besuchsprogramm des Oberbürgermeisters sieht einen offiziellen Empfang der Stadt Nanjing und anschließende Gespräche über eine Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister Jiang Hongkun vor. Die Göttinger Delegation wird an der Eröffnung der Ausstellung „Nanjing und seine Partnerstädte“ ebenso teilnehmen wie an der Plenarsitzung des 4. World Urban Forums. Vorgesehen sind zudem Besuche der Universität und des Kontaktbüros der Georg-August -Universität in Nanjing.

Partnerschaft Göttingen/Nanjing in der Diskussion unter dem Eindruck des Tibet-Konfliktes
Nanjing ist bereit zur Kooperation
In der Ratssitzung am 11.4.08 wurde beschlossen, die Anbahnung der Partnerschaft mit Nanjing weiterzubetreiben. Pressemitteilung Stadt:12.4.08:
"Die chinesische Metropole Nanjing ist bereit zu einer Städtekooperation mit Göttingen. Das geht aus einem Schreiben von Oberbürgermeister Jiang Hongkun an seinen Amtskollegen Wolfgang Meyer hervor, das jetzt (18. Dezember 2007) in Göttingen eingetroffen ist. Man freue sich über den Vorschlag zur Zusammenarbeit, dasses einen großen Kooperationsraum zwischen unseren beiden Städten in den Bereichen Wirtschaft, Bildungswesen und Wissenschaft gebe, schreibt Hongkun. Meyer hatte auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses dafür die Initiative ergriffen, Universitätspräsident Prof. Dr. Kurt von Figura ein entsprechendes Schreiben des Oberbürgermeisters an die Stadtspitze von Nanjing während seines letzten Aufenthalts in China persönlich übergeben. Auf die guten Kooperationsbeziehungen mit der Georg - August - Universität geht auch der Oberbürgermeister von Nanjing ein, der seine Stadt als eine in China sehr bekannte Kultur- und Universitätsstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und über 40 Hochschulen beschreibt. Nanjiing, die Hauptstadt der Provinz Jiangsu, entwickele sich auch wirtschaftlich sehr schnell und verzeichne in den letzten Jahren ökonomische Wachstumsraten von über 15 Prozent. Hongkun wörtlich:" Wir wissen dass Göttingen eine weltbekannte Universitätsstadt ist," die über besondere Stärken im Bildungswesen und in der Wissenschaft verfüge. Man sei bereit zur Zusammenarbeit und freue sich, Meyer im kommenden Jahr in Nanjing begrüßen zu können."

CDU-Ratsfraktion: Keine Anbahnung einer Stadtekooperation mit Nanjing .
Antrag der CDU-Ratsfraktion zur Ratssitzung am 11.04.2008: Keine Anbahnung einer Städtekooperation mit Nanjing . Die Stadt Göttingen nimmt Abstand davon, eine Stadtekooperation mit der Chinesischen Stadt Nanjing anzubahnen. (...) Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Tibet und angrenzender Provinzen Chinas ist es notwendig, ein deutliches Signal für die Bedeutung von Freiheit und Menschenrechten in diesem Land zu setzen. Insbesondere die geknüpften Verbindungen der Stadt Gbttingen zu der chinesischen Stadt Nanjing und ihren Parteifunktionaren müssen nun dringender denn je überdacht und zumindest eingefroren werden. Die malßlosen Gewaltanwendungen der chinesischen Polizei und des Militärs, der Versuch jede objektive Berichterstattung aus Tibet zu unterbinden und die Weigerung in einen Dialog mit dem Dalai Lama zu treten, können nicht kommentar- und reaktionslos hingenommen werden. Zum wiederholten Mal wurde am 10. März 2008 die tibetische Schneelöwenflagge vor dem Neuen Rathaus gehisst. Damit setzt Göttingen als eine von gut 2000 Städten und Gemeinden in Europa ein Zeichen für die Solidaritat mit Tibet. Im letzten Jahr hatten sich anlässlich des Gedenkens an den Tibetischen Volksaufstand vom 10. März 1959 mehr als 700 Deutsche Kommunen an der Aktion der Tibet-Initiative beteiligt; zu Beginn 1996 waren es gerade zwei Dutzend. Diese Protestaktion soli auf die nicht nachlassende Unterdruckung der tibetischen Kultur und die systematische Einschrankung der Religions- und Meinungsfreiheit unter der Regie Chinas und seiner Parteifunktionare hinweisen. Die chinesische Regierung muss die Militär- und Polizeiaktionen gegen unschuldige Demonstrantinnen und Demonstranten sofort beenden und einen Dialog mit dem Dalai Lama und dem tibetischen Volk über eine friedliche und freie Zukunft Tibets beginnen. Der "kulturelle Völkermord", den die Volksrepublik China an dem Volk Tibets betreibt, wird auf das Schärfste verurteilt. Auch der Rat der Stadt Göttingen sollte hier ein Zeichen setzen und den jährlichen moralische Appell des "Flaggezeigens" durch tatsachliches Handeln unterstützen.
Binnen zwei Jahren Annäherung der CDU an die Position der Grünen
2005: Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zu China. Moderation hatte CDU-Oberbürgermeister Danielowski. Das Thema "Menschenrechtsverletzungen in China"wurde auf der Veranstaltung ignoriert, es ging um wirtschaftliche Fragen. Der Protest wegen Tibet blieb damals vor der Tür. Während der gesamten Veranstaltung im Rathaus fiel damal kein einziges Mal der Begriff "Menschenrechtsverletzung". (Veranstaltungsbericht 2005)

CDU kritisiert Menschenrechtsverletzungen aber.....
...auf der offiziellen Homepage der Landesregierung unter der Überschrift "Zusammenarbeit des Landes Niedersachsen mit China" taucht kein einziger Hinweis auf Menschenrechtsverletzungen auf? 23.2.09 / Nachdem seitens der Göttinger CDU die Bestrebungen nach einer Städtepartnerschaft mit Nanjing mit dem Hinweis auf Menschenrechtsverletzungen kritisiert wurden, wies die kulturpolitische Sprecherin der Grünen Dagma Sakowsky auf die unkritische Haltung der CDU gegenüber China hin:
- Keine Kritik 2006 anlässlich der Olympischen Spiele gegen das Engagement des Hauptsponsors VW, der sich zum Großteil im Besitz des Landes Niedersachsen befindet?
- Kein Protests gegen die Fortsetzung der 25 jährigen offiziellen Partnerschaft (nicht nur Kooperation!) des Landes mit der chinesischen Provinz Anhui?

SPD-Stadtverband: Für Annäherung und auf Menschenrechte achten
10.4.08 Göttingen soll Einhaltung der Menschenrechte in Nanjing aktiv einfordern. Der SPD-Stadtverband Göttingen begrüßt die Entscheidung von SPD-Ratsfraktion und Bündnis90/DIE GRÜNEN, eine Städtekooperation mit der chinesischen Universitätsstadt Nanjing trotz der Absage der CDU voranzutreiben. SPD-Chef Stefan Christmann zeigt sich zuversichtlich, dass sich die Annäherung positiv auswirken werde."Um das klarzustellen: Die SPD befürchtet keine Verschlechterung der Menschenrechtslage in China und Tibet durch eine Kooperation mit der Kommunalverwaltung der Stadt Nanjing. Dies festzustellen, entspricht angesichts der teilweise heiß geführten Diskussion offenbar einer Notwendigkeit", so Christmann, der auch die jüngsten Äußerungen des Generalsekretärs der Deutschen Sektion der Gesellschaft für bedrohte Völker zu dem Thema als "wenig hilfreich" einstuft. "Die Universitäten, die Wirtschaft und das Deutsche Primatenzentrum haben sich eine Städtepartnerschaft Göttingens mit Nanjing gewünscht, um die ohnehin schon guten Kontakte nach Nanjing zu befördern und für die Göttingerinnen und Göttinger lebendig zu machen. Den Ball hat die Stadt aufgenommen, allerdings in der weniger intensiven Form einer Städtekooperation. Partnerstadt werden wir vorerst nicht, aber den Dialog beginnen, das ist richtig. Diese Entscheidung zeugt vom richtigen Weitblick der Verantwortlichen", erklärt Christmann.Verärgert zeigt sich der SPD-Vorsitzende hingegen über die ablehnende Position der Christdemokraten, die Tibet und Nanjing in der kommenden Ratssitzung zu ein- und derselben Sachfrage machen wollen. Er erinnert an den Anfang der Nanjing-Diskussion vor einem Jahr, als sich die Situation genau wie heute darstellte. Christmann: "Wir wussten doch alle, dass der Umgang der chinesischen Behörden mit Oppositionellen, mit religiösen Gruppen, der Presse- und der Meinungsfreiheit beschämend und menschenverachtend ist. Ja, es sind auch im letzten Jahr Menschen in China und Tibet bedroht, gefoltert und ermordet worden. Aber bessert sich die Lage vor Ort, wenn man sich das aufmerksam in der Tagesschau anschaut? Amnesty International sagt ganz klar 'nein'. Wir auch. Wir erwarten, dass die Verwaltung bei ihren Kontakten die Stärkung von Menschenrechten in China tatsächlich anspricht. Ich fordere die CDU auf, sich für die Menschenrechte und die Demokratie in Nanjing einzusetzen. Das geht nun mal nicht vom Fernsehsessel aus!"Man sei bei der SPD zuversichtlich, dass die Göttinger Öffentlichkeit, die Politik und die Verwaltung einen Delegationsbesuch aus Nanjing dazu nutzen werden, im Rahmen der Völkerverständigung auf die unterschiedlichen Positionen hinzuweisen. Das sei im Umgang mit Vertreterinnen und Vertretern Chinas üblich und helfe mehr, als lediglich die Wirtschafts- und Wissenschaftskooperationen zwischen Unternehmen und Einrichtungen aus Göttingen zu beobachten. "Das müsste auch der CDU einleuchten", so Christmann. Im SPD-Vorstand sei man sich sehr wohl darüber im Klaren, dass die Vernetzung Göttingens mit Nanjing keine Wunder und schnelle Erfolge bewirken könne. Man habe sich für die Kontaktbildung zu einer wichtigen Region in einer Zeit entschieden, in der Kommunikation wichtig und Schweigen falsch sei. "Es geht um Isolation oder Annäherung, wir haben uns für Annäherung entschieden." Menschen aus Göttingen haben schließlich auch durch die vor mittlerweile 30 Jahren geschlossene Städtepartnerschaft mit Torun positive Veränderungen in Zeiten des Kalten Krieges unterstützen können. Jetzt sei es an der Zeit, in China aktiv für Göttingen als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, aber genauso für Menschenrechte einzutreten, so Christmann

Grüner Kreisverband "Wandel durch Annäherung"
28.3.08 Wandel durch Annäherung! "Das brutale Vorgehen der chinesischen Armee gegen Aufständische in Tibet macht deutlich, wie wenig Demokratie und die Einhaltung der grundlegenden Menschenrechte in der chinesischen Politik als wichtige Werte verankert sind." Mit dieser scharfen Kritik reagiert Ute Haferburg, Mitglied des neu gewählten Kreisvorstands von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, auf die aktuellen Medienberichte über getötete Demonstranten, Gewalt, Verfolgung, Repression und Pressezensur in dem seit 1951 von China besetzten Land.
Die blutige Niederschlagung des Aufstands in Tibet ist ein trauriges negatives Beispiel für Menschenrechtsverletzungen in China - aber bei weitem nicht das einzige! Mathias Venus, Mitglied im Stadtvorstand der GRÜNEN weist darauf hin, dass viele Menschen in der weltoffenen Universitätsstadt Göttingen von den jüngsten Ereignisse stärker betroffen sind als auf den ersten Blick zu vermuten wäre: Chinesen stellen die größte Gruppe ausländischer Studierender in Göttingen. Derzeit ist eine Kooperationen der Stadt Göttingen mit der chinesischen Millionenstadt Nanjing in Vorbereitung, die sowohl vom Stadtrat als auch von der Universität unterstützt wird. Es bestehen zahlreiche Kontakte zwischen chinesischen und Göttinger Wissenschaftseinrichtungen. Erst vor wenigen Tagen kam erstmals - im Rahmen eines neuen offiziellen Schüleraustauschprogramms - eine Göttinger Schülergruppe aus Nanjing zurück. Zahlreiche Unternehmen aus Göttingen und Umgebung pflegen seit Jahren intensive Wirtschaftsbeziehungen zu China und haben dort z.T. bereits Niederlassungen eröffnet (Sartorius, Otto Bock, Mahr u.a.). Die Zahl derer, die sich der Kultur und den Lehren des tibetischen Buddhismus verbunden fühlen, sie in Göttingen in Gemeinschaften praktizieren und oft enge Kontakte mit Menschen in dieser Region pflegen, hat deutlich zugenommen, genau wie Fernreisen nach Tibet und China, z.B. anlässlich der Olympischen Spiele im Sommer dieses Jahres. Zahlreiche Unternehmen aus Göttingen und Umgebung haben über viele Jahre intensive Wirtschaftsbeziehungen zu China aufgebaut und dort z.T. bereits Niederlassungen eröffnet (Sartorius, Otto Bock, Mahr u.a.). Die Zahl derer, die sich der Kultur und den Lehren des tibetischen Buddhismus verbunden fühlen, sie in Göttingen in Gemeinschaften praktizieren und mitunter sogar private Kontakte dorthin haben, hat deutlich zugenommen, genau wie Fernreisen nach Tibet und China, z.B. anlässlich der Olympischen Spiele im Sommer dieses Jahres.
Mit Blick auf die zahlreichen Göttinger Beziehungen zu China und die unakzeptable Menschenrechtssituation vor Ort erinnert der Vorsitzende der Göttinger Ratsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Rolf Becker, an den deutschen Außenpolitiker Egon Bahr. Für seine friedenspolitischen Konzepte, die maßgeblich zum Ende des kalten Krieges und zur Wiedervereinigung Deutschlands beigetragen haben, erhielt Bahr kürzlich den Göttinger Friedenspreis 2007. Genau dieser Idee sind wir bei unseren Städtepartnerschaften mit Tourun und Wittenberg zu Zeiten des eisernen Vorhangs und der Unrechtregime und Militärdiktaturen in der DDR und Polen gefolgt, so Becker. Wir sollten ausprobieren, ob sich Bahrs Idee des "Wandel durch Annäherung" auch auf unsere Göttinger Kontakte zu China übertragen lässt. "Wichtig ist es daher, dass wir im Rahmen unserer privaten und offiziellen Kontakte immer wieder auf die Einhaltung von Demokratie, Freiheits- und Menschenrechten dringen, wenn wir nicht dazu beitragen oder sogar funktionalisiert werden wollen, die Menschenrechtsverletzungen des bestehenden politischen Systems zu legitimieren." Ich würde mich daher freuen, wenn während der olympischen Spiele vor dem Göttinger Rathaus neben der olympischen Fahne auch die tibetische weht."

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Weitere Veranstaltungen in Göttingen zu China

Menschenrechten und Olympiade
Kritischer Film über China
Falun Gong

Veranstaltung zu Menschenrechten und Olympiade
Am Dienstag den 15.4.08 soll im Sportzentrum der Uni Göttingen, Hörsaal, Sprangerweg 2, Gö um 19.30 Uhr eine Veranstaltung nachgeholt werden, die zunächst mit wieder abgesagt worden war aber nun mit einem anderen Referenten durchgeführt wird: China in der Welt - Niedersächsisch-Chinesische Kooperationen Teil der Vortragsreihe "Olympische Spiele 2008 - Chinas Herausforderung" mit Prof. Dr. Heiner Roetz der Ruhr-Universität Bochum (angefragt). V: Institut für Sportwissenschaften, Ostasiatisches Seminar, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie und Institut für angewandte Kulturforschung e.V.
Zur Vorgeschichte: Ursprünglich war die Veranstaltung mit dem Referenten einer fragwürdigen Institution angekündigt worden. Deshalb gab es folgende Anfrage von goest am 9. März 2008 an die Georg August Universität: "für den 12.3.08 haben Sie , eine Veranstaltung mit einem Referenten der "Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte" IGfM/Frankfurt angekündigt. (Sportzentrum, Sprangerweg 2, Hörsaal, Zur Lage der Menschenrechte in China , Teil der Vortragsreihe "Olympische Spiele 2008 - Chinas Herausforderungen" mit Manjang Ng, Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Deutsche Sektion (Frankfurt) In einem Beitrag auf Indymedia: http://de.indymedia.org/2003/01/39309.shtml wird diese Gesellschaft als Vereinigung mit rechtsradikalem Gedankengut und Verbindungen zur rechtsradikalen Szene beschrieben. "Die IGfM ist bekannt für ihre Scharnierfunktion zwischen konservativen und faschistischen Gruppen, darunter der inzwischen verbotenen "Wehrsportgruppe Hoffmann". Regelmäßig berichten antifaschistische Gruppen wie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-Bdass), die Zeitschrift der "Rechte Rand" oder die "Antifaschistischen Nachrichten" über die Umtriebe dieser Gesellschaft. Dass die IGfM trotzdem auf zahlreichen Webseiten unter ..." Die Bundesarbeitskreis kritischer JuristInnen BAKJ hatte aus diesem Grund einen bereits eingeladenen Referenten der IGfM wieder ausgeladen.siehe: http://www.forum-recht-online.de/2003/203/203bakj.htm Hierzu bitte ich Sie dringend um eine Stellungnahme. Ich hoffe, dass es hier ähnlich wie im Fall der BAKJ eine Verwechslung mit anderen Menschenrechtsorganisationen gegeben hat. Wir werden in unserem Veranstaltungskalender darauf hinweisen. Mit freundlichen Grüßen Redaktion Goest"
Die knappe Antwort der Pressestelle der Uni: Vortragsreihe Olympische Spiele: Veranstaltung am 12. März fällt aus (pug). Der für Mittwoch, 12. März 2008, geplante Vortrag zu Menschenrechtsfragen in China, der in der Reihe "Olympische Spiele 2008 – Chinas Herausforderungen" stattfinden sollte, fällt aus.

Kritischer Film über China Zum Internationalen Frauentag 8.3.07
China Blue USA 2005, OmU, Regie: Micha X. Peled - Ein Film der die unglaublichen Zustände bei der Textilherstellung "Made in China" beschreibt. Anschließend berichten Cornelia Renders vom Frauenforum Göttingen und Gisela Heußel vom Arbeitskreis "CCC" des Ev. Frauenwerks über die "Kampagne für saubere Kleidung"..-Der FIlm lief im Rahmen des Festival "über arbeiten". Es wurde organisiert von der Berliner Gruppe EYZ 3 im Rahmen des Gesellschafter-Projekts der "Aktion Mensch". In Göttingen zeigt das LUMIERE fünf der Filme in Zusammenarbeit mit dem EPIZ (Entwicklungspolitisches Informationszentrum) und vielen lokalen Gruppen. über arbeiten präsentiert Dokumentarfilme, die die Themen Arbeit, Wirtschaft und Globalisierung umkreisen. Die Filme stellen Fragen nach der Zukunft und dem Wert von Erwerbsarbeit für unsere Gesellschaft. Sie zeigen globale Verbindungen zwischen den verschiedensten Lebens- und Arbeitswelten und die internationalen Verflechtungen von Großkonzernen.

Falun Gong
Das demonstrative Auftreten von Falun Gong Mitgliedern auf dem Marktplatz und der Bericht in goest dazu stieß auf Widerspruch >
www.goest.de/falun_gong.htm

 

Touristische Informationsveranstaltung der Stadt Nanjing
Altes Rathaus 17.6.09, 16.00 Uhr Touristische Informationsveranstaltung der Stadt Nanjing, "Die chinesische Millionenmetropole Nanjing wird sich in Göttingen von ihrer touristischen Seite präsentieren. Cao Yonglin, der Leiter der Tourismusbehörde in der Stadt am Jangtze – Fluss, stellt seine Heimatstadt am Mittwoch, 17. Juni 2009, im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor. Die Veranstaltung mit einer Dia – Show beginnt um 16.00 Uhr in der Halle des Alten Rathauses. Mit Vertretern der chinesischen Stadt werden zur Zeit Gespräch über den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung geführt. "

 

Arbeitskonflikte und Massenproteste in China

öffentliche Podiumsdiskussion des Centre for Modern East Asian Studies (CeMEAS www.cemeas.de) am Donnerstag, 15. Mai 2014, unter dem Titel „Labour Relations in China“. Beginn ist um 15 Uhr im Alfred-Hessel-Saal der Paulinerkirche, Papendiek 14.

Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 erschüttern Streiks und Proteste China. Eine neue junge Arbeitergeneration kämpft erfolgreich für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Insbesondere die Computer-, Automobil- und Textilindustrie ist betroffen. Im April streikten rund 10.000 Beschäftigte einer Schuhfabrik in Dongguan (Südchina) gegen Kündigungen und Lohnkürzungen.Welche strukturellen Herausforderungen verbergen sich hinter diesen Konflikten? Wie verändert sich die Rolle der bisher von der Kommunistischen Partei kontrollierten Gewerkschaften? Welche Chancen, welche Risiken stecken in der chinesischen Arbeitspolitik? Und nicht zuletzt: Entwickelt sich aus den Arbeitsprotesten eine weitergreifende gesellschaftliche Bewegung, die nicht nur höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordert, sondern auch das Recht auf politische Mitbestimmung? Diese und andere Fragen diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft in Göttingen. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Vizerektorin der Universität Wien. Eine Einführung in das Thema bieten zwei Impulsvorträge: Zum einen spricht Privatdozent Dr. Boy Lüthje von der Universität Frankfurt über „Produktionsregimes und industrielle Beziehungen in China“, zum anderen referiert Daniel Fuchs von der Universität Wien zu „China als ,Epizentrum weltweiter Arbeiterunruhe‘? Kontinuitäten und Brüche in autonomen Arbeitskämpfen chinesischer WanderarbeiterInnen der 2. Generation“. An der Podiumsdiskussion in englischer Sprache nehmen Gyula Szelle (KWS Saat GmbH) und Wissenschaftler der Universität Göttingen teil: Dr. Nellie Chu, Postdoktorandin des transregionalen Forschungsnetzwerks CETREN, Prof. Dr. Fabian Froese, Department für Betriebswirtschaftslehre, sowie Prof. Dr. Rüdiger Krause vom Institut für Arbeitsrecht. Im Anschluss hat das Publikum die Gelegenheit, aktiv mitzudiskutieren und Fragen an das Podium zu richten. Ziel der Veranstaltung ist es, die Entwicklungen in Ostasien differenziert, jenseits vorgegebener Diskurse, zu betrachten und sie als Teil unserer eigenen Veränderung zu begreifen. Hinweis an die Redaktionen: Journalisten sind herzlich zur Podiumsdiskussion eingeladen.

 

Ulrich Delius (Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV):
51. Jahrestag des Volksaufstands in Tibet (10.3.10)

9.3.10 / Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt es ausdrücklich, dass die Stadt und der Landkreis Göttingen anlässlich des 51. Jahrestags des Volksaufstands in Tibet am Mittwoch die Tibet-Flagge hissen werden. "Göttingen setzt so ein wichtiges Zeichen und ermutigt die Tibeter in ihrem friedlichen Engagement für Demokratie und Menschenrechte", erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Dienstag. Mehr als 1050 Städte in Deutschland nehmen an der bundesweiten Flaggenaktion für Tibet teil. Nach Angaben der GfbV haben Menschenrechtsverletzungen chinesischer Behörden und Sicherheitskräfte in Tibet massiv zugenommen. "Seit Februar 2008 hat sich die Zahl der politischen Gefangenen in Tibet mindestens verachtfacht", berichtete der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. "Zuvor waren 119 Gewissensgefangene namentlich bekannt. 334 Tibeter wurden allein seit den Unruhen im Frühjahr 2008 wegen ihrer Teilnahme an Demonstrationen zu Haftstrafen oder zum Tode verurteilt. Hunderte weitere warten noch auf ihr Gerichtsverfahren." Seit dem 2. März 2010 wurden im Rahmen einer "Schlag hart zu"-Kampagne, mit der die Bevölkerung vor dem Jahrestag eingeschüchtert werden soll, nach offiziellen chinesischen Angaben allein in der Hauptstadt Lhasa mehr als 500 Tibeter festgenommen, mindestens 4.115 Wohnungen durchsucht und 7.340 Personen verhört. Rund 1.430 Polizeibeamte und andere Sicherheitskräfte waren an den Razzien beteiligt, in den Straßen patrouillieren mit Maschinenpistolen Bewaffnete in Kampfuniformen. "Statt auf Dialog mit Tibetern setzt Chinas Regierung auf Einschüchterung und Verfolgung", sagte Delius. "Nun wird auch noch der `Blockwart´ mobilisiert, um die von der Kommunistischen Partei erst in der vergangenen Woche auf dem Volkskongress in Peking gepriesene `Harmonie und Einheit´ mit Waffengewalt durchzusetzen." Denn die chinesischen Behörden haben das "Lhasa Nachbarschaftskomitee" gebildet, dessen Mitglieder seit dem 1. März Sicherheitskräfte bei Patrouillen in der tibetischen Hauptstadt begleiten. "Offensichtlich hat Chinas Führung nichts gelernt aus den schweren Unruhen des Frühjahrs 2008", kritisierte der Menschenrechtler. "Statt nach den Gründen der Unzufriedenheit der Tibeter zu fragen, pocht der von China im Januar 2010 ernannte Gouverneur, der Tibeter Padma Choling, auf die Allmacht der Kommunistischen Partei." Am Rande des Volkskongresses hatte er erklärte, dass nur der Sozialismus und die Kommunistische Partei Tibet retten könne. "Wenn Peking nicht endlich grundsätzlich seine Nationalitätenpolitik hinterfragt, dann werden die Spannungen zwischen Tibetern und eingewanderten Han-Chinesen weiter eskalieren", warnte Delius.

 

Tibet-Initiative

10.3.09 / Zitat aus Presseerklärung: Zum fünfzigsten Jahrestag des tibetischen Volksaufstands veranstaltet die Regionalgruppe Göttingen der Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) am 9. März, dem Vorabend des 50ten Jahrestages des Volksaufstandes eine Mahnwache. Unter dem Motto "China, wach auf! Zeit für eine Lösung" wird die chinesische Regierung aufgefordert, endlich ihre Tibet-Politik zu ändern. ....Die Tibeter haben auch fast sechzig Jahre nach dem Einmarsch chinesischer Truppen keine Mitbestimmung in ihrem eigenen Land. ...Aus Solidarität wird an diesem Tag die tibetische Flagge weiterhin offiziell an zahlreichen Rathäusern gehisst werden. 922 Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland - 145 mehr als 2007 - hissten am 10. März 2008 auf ihren Rathäusern und Ämtern offiziell die Flagge Tibets. Im Landkreis Göttingen waren 2008 die Stadt Göttingen, der Landkreis Göttingen, die Stadt Duderstadt und die Stadt Hann. Münden bei der Flaggenaktion vertreten. Dieses Jahr kommt die Samtgemeinde Radolfshausen neu dazu!

Am 9.3.09 fand um 16 Uhr am Gänseliesel in Göttingen eine Mahnwache zum 50. Jahrestag des tibetschen Volksaufstandes statt.

 

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