Startseite
Artikel
redaktion@goest.de
Veranstaltungen
  Impressum

Verantwortung der Wissenschaft

Göttinger Erklärung 1957 gegen Atomwaffen
Veranstaltung 60 Jahre "Göttinger Erklärung"
March for Science
goest-Kommentar
>
Göttinger Sieben

> Otto Hahns Beteiligung am Giftgaskrieg im Ersten Weltkrieg
Eine überarbeitete Fassung von März 2017

Göttinger Protestation 1957 gegen Atomwaffen

Im Text des Göttinger Manifests der Göttinger 18 von 1957 heisst es u.a.: "Wir wissen, wie schwer es ist, aus diesen Tatsachen die politischen Konsequenzen zu ziehen. Uns als Nichtpolitikern wird man die Berechtigung dazu abstreiten wollen; unsere Tätigkeit, die der reinen Wissenschaft und ihrer Anwendung gilt und bei der wir viele junge Menschen unserem Gebiet zuführen, belädt uns aber mit einer Verantwortung für die möglichen Folgen dieser Tätigkeit. ....." >>Text der Erklärung

60 Jahre "Göttinger Erklärung"

Diskussionsveranstaltung am 3. Mai 2017
und Dokumentarfilm über Carl Friedrich von Weizsäcker

Im April 1957 wurde die weltweit beachtete "Göttinger Erklärung" veröffentlicht, in der sich Atomwissenschaftler gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr aussprachen und eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren dieser Waffen forderten. Zu den 18 Erstunterzeichnern gehörten neben dem Hauptverfasser Carl Friedrich von Weizsäcker auch Max Born, Otto Hahn und Werner Heisenberg.

Plakat zur Veranstaltung (Ausschnitt)

60 Jahre später laden die Universität Göttingen, die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. (VDW) und die Deutsche Physikalische Gesellschaft e.V. (DPG) am 3. Mai 2017 zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung mit dem Titel "Die Verantwortung der Wissenschaft in der Gesellschaft" ein. Beginn ist um 18 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz. Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel wird die Gäste begrüßen und einen Impulsvortrag halten. Grußworte sprechen Prof. Dr. Hartmut Graßl, Vorsitzender der VDW, und Prof. Dr. Arnulf Quadt, Vorstandsmitglied der DPG und Professor für experimentelle Teilchenphysik an der Universität Göttingen.
In einer Podiumsdiskussion geht es darum, was wir von den "Göttinger 18" lernen können, welche Verantwortung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heutzutage haben und wie sie ihre Rolle im öffentlich-demokratischen Diskurs wahrnehmen können. Thematisiert werden unter anderem Wünsche aus Gesellschaft und Politik an die Wissenschaft, aktuelle Diskurse zu Sicherheitspolitik und Ethik sowie die Frage, wie das Wissenschaftssystem und der Prozess wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns transparent gemacht und kommuniziert werden sollten. Die Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Veranstalter sowie der Staatssekretärin im Niedersächsischen Wissenschaftsministerium, Andrea Hoops, moderiert Dr. Ulrike Bosse von NDR Info.

Im zweiten Teil der Veranstaltung hat der Dokumentarfilm "Kreisgang" Weltpremiere. Darin porträtiert die Historikerin Dr. Elisabeth Raiser Leben und Werk ihres Vaters Carl Friedrich von Weizsäcker. Zu Wort kommen unter anderem die Politiker Hans-Jochen Vogel und Egon Bahr. Die Vorführung beginnt um 20.15 Uhr.

 

March for Science:
Für die Anerkennung von „gesichertem Wissen“

Aus dem Aufruf:
"Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. Wenn jedoch wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder lediglich „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, wird jedem konstruktiven Dialog die Basis entzogen. Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes.
Am 22. April 2017 werden deshalb weltweit Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind. Alle, denen die deutliche Unterscheidung von gesichertem Wissen und persönlicher Meinung nicht gleichgültig ist, sind eingeladen, sich an dieser weltweiten Demonstration für den Wert von Forschung und Wissenschaft zu beteiligen – nicht nur Wissenschaftler/innen!
>>March for Science FAQ

 

Erklärung der Ratsfraktion DieGrünen zum March for Science

24.4.17 / In Göttingen haben am vergangenen Samstag, dem Tag der Erde, mindestens 1500 Menschen am internationalen March for Science teilgenommen. Die Teilnehmer*innen auch des Protestmarsches in Göttingen eint die Sorge um die Wissenschaftsfreiheit, die in vielen Ländern, wie der Türkei, aber auch den USA und dem EU-Mitgliedsland Ungarn, bedroht ist.  "Wir unterstützen diesen Protest aus vollem Herzen, der gerade in Göttingen mit der Georg-August-Universität als Universität der Aufklärung, dem Widerstand der Göttinger Sieben und der Göttinger Erklärung von 1957 gegen die militärische Nutzung der Atomkraft eine besondere Bedeutung besitzt", (...) Immer wieder wurde am Samstag auch die Verantwortung der Wissenschaft für die Gesellschaft betont. Es ist Aufgabe der Wissenschaft, diffusen Meinungen und fake news, zum Beispiel der simplen Abstreitung des Klimawandels, empirisch bewiesene Fakten entgegen zu setzen und dieses Wissen stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

goest-Kommentar:

Die Wissenschaftler*innen fühlen sich nicht immer der Wahrheit verpflichtet, sondern die "wissenschaftlichen Erkenntnisse" richten sich allzu oft nach denjenigen die genug dafür bezahlen. Die Gutachten im Bereich Kernenergie, Strahlenschutz , die den Zusammenhang von Radioaktivität und Leukämie in Frage stellen sind ein Beispiel für die Verlogenheit und Korruption von Wissenschaftler*innen.

Und es ist nicht allein wichtig ob die Erkenntnisse wissenschaftlich gesichert sind, sondern es ist auch wichtig, welche Ziele die Wissenschaft verfolgen will und welche Forschung zu wessen Nutzen finanziert wird. Die Freiheit der Forschung endet meist beim Geld.

Eine "Zivilklausel" an der Uni durchzusetzen, die Wissenschaft fürs Militär verhindern soll, trifft immer wieder auf Schwierigkeiten. Gelegentlich wird sogar dafür die "Freiheit der Wissenschaft" in Anspruch genommen dass Wissenschaftliche Leistungen für militärische Zwecke genutzt werden.

Und auch in Psychologie und Soziologie werden "wissenschaftliche Erkenntnisse" moralisch verwerflich umgesetzt, wenn Beihilfe zur Manipulation der Bevölkerung in der Akzeptanzforschung oder der Beeinflussung von Kaufverhalten geleistet wird.