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Türkinnen und Türken in Göttingen
türkische MigrantInnen, Menschen "mit türkischem Migrationshintergrund" oder wie?

Faschistische türkische gewalttätige Organisation: "Graue Wölfe"
TürkInnen größte Gruppe in Göttingen
Deutsch-Türkische- Partnerstadt oder Universität
Türkischen Kommunistischen Partei (TKP) zur Frage einer türkischen EU-Mitgliedschaft
Solidarität mit dem Protest gegen die Zerstörung des Geziparks
Türkische Musikveranstaltung mit der AKM
Relativierung des Migrationshintergrundes über Generationen

 

TürkInnen größte Gruppe in Göttingen

Menschen mit einem türkischen Pass sind mit 1547 Personen im Jahr 2009 die größte Gruppe "ausländischer Bevölkerung" in Göttingen; das sind mehr als 10 % der 12.000 "ausländischen Menschen". Dazu kommen dann noch jene Menschen, die sich aufgrund der langen Zeit hier zu einer deutschen Staatsangehörigkeit entschieden haben oder Kinder, der zweiten und dritten Einwanderergeneration, die noch einen Bezug zum kulturellen Hintergrund ihrer Eltern haben, aber zwischen den Stühlen zweier Kulturen sitzen. siehe hierzu "Über die Relativierung des Migrationshintergrundes über die Genrationen hinweg" (>unten)

Deutsch-Türkische- Partnerstadt oder Universität

Die Stadt Göttingen hat mit Frankreich, England und Polen Städtepartnerschaften. Die Uni Göttingen Eine deutsch-türkische bzw. türkisch-deutsche Städte- oder Universitätspartnerschaften mit Najing/China, Pune/Indien und der Hebräischen Universität von Jerusalem. Die Idee, eine Partnerstadt oder - Uni in der der Türkei zu suchen erfährt vielfach Zustimmung. Bremen war da etwas schneller als Göttingen und hat mit Izmir eine Städteparternschaft, Darmstadt hat eine Städtepartnerschaft mit der attraktiven Unistadt Bursa. Bei der Auswahl der Städte könnte es Probleme geben, wenn die regiernden KommunalvertreterInnen Angehörige nationalistischen MHP sind, die für Zusammenarbeit mit den grauen Wölfen bekannt sind. (Z.B. in der Stadt Adana, die mit Saudi Arabien, Kasachstan, Israel Partnerschaften hat.)

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"Graue Wölfe"
Ideologie, Strukturen und Auftreten der türkisch-faschistischen Bewegung


Nach den Wahlen des türkischen Parlaments im Juni des letzten Jahres, deutete sich das Scheitern des Friedensprozesses zwischen der kurdischen Bewegung und dem türkischen Staat bereits an. In der Folge kam es in ganz Deutschland zu Aufmärschen und Aktionen von nationalistischen und faschistischen Kräften gegen eine Fortführung des Prozesses: Im September in Köln (2000 Teilnehmende), in Nürnberg (1500 Teilnehmende) und in Hannover (400 Teilnehmende). In Nürnberg wurden aus dem Umfeld der Organisator_innen über das Internet Kurd_innen massiv bedroht. Im Anschluss an die Kundgebung in Hannover wurden kurdische Gegendemonstrant_innen von Mitgliedern und Sympathisant_innen der faschistischen Grauen Wölfe angegriffen. Dabei wurde ein Jugendlicher durch Messerstiche am Hals verletzt und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Wer sind die Grauen Wölfe, die den extremsten Teil der türkisch-nationalistischen Bewegung bilden? Die Interventionistische Linke hat Orhan Sat für eine Veranstaltungsreihe gewinnen können. Orhan ist Politologe. Er recherchiert, schreibt und referiert zu deutschem und türkischem Nationalismus. Er wird die Ideologie der Grauen Wölfe vorstellen, ihre Strukturen in Deutschland, Europa und der Türkei beleuchten und ihre Rolle auf der Straße mit der offiziellen türkischen Regierungspolitik ins Verhältnis setzen. Die IL Gruppen vor Ort wollen gemeinsamen mit ihren Bündnisparter_innen aus Kurdistan und der Türkei diskutieren, wie gemeinsame Interventionen gegen faschistische Aufmärsche - ob von Grauen Wölfen, Pegidas, NPD oder anderen - organisiert werden können.

27.04. 19:00 Uhr, ver.di-Haus (Groner-Tor-Straße 32) Mehr Infos: www.interventionistische-linke.org

 

Türkischen Kommunistischen Partei (TKP) zur Frage einer türkischen EU-Mitgliedschaft

Veranstaltung am 10.4.14 um 19 Uhr im Holbornschen Haus (Rote Straße 34) unter dem Titel "Quo vadis, Türkei?". Referent: Talip Güngör, Mitglied der Deutschland-Organisation der Türkischen Kommunistischen Partei (TKP)
Seit Jahren stellt die konservativ-islamische Partei AKP die Regierung der Türkischen Republik. Unter Ministerpräsident Erdogan nahmen Korruption, Selbstbedienungsmentalität und Willkürherrschaft überhand. Der schon seit Jahren ausgehöhlte laizistisch-säkulare Charakter der Türkei und die demokratischen Rechte werden seither von der AKP Stück für Stück liquidiert. Innenpolitisch fährt Erdogan einen reaktionären Kurs, außenpolitisch setzt er - in Absprache mit Deutschland und den USA - auf neo-osmanische Expansionspolitik. Seine Regierung ist es auch, die die Türkei zu einem Waffenumschlagsplatz und Rückzugsraum für syrische Islamisten machte und jeden Anlass benutzt, die Türkei doch noch in einen Krieg gegen Syrien zu ziehen. Als im Juni 2013 ein öffentlicher Park in Istanbul einem Mega-Kaufhaus weichen sollte, entlud sich schlagartig der aufgestaute Protest gegen die AKP-Regierung. Innerhalb weniger Tage und Wochen entstand so eine gesellschaftlich breit aufgestellte Bewegung gegen die repressive Politik der AKP. Diese Gezi-Proteste brachten das "System Erdogan" erheblich ins Wanken. Wohin entwickelt sich die Türkische Republik innen- wie außenpolitisch? Droht die AKP-Regierung die türkische Gesellschaft in einen Krieg im Nahen Osten zu verstricken? Wie sind die Kräfte und der Organisationsgrad der Arbeiterklasse in der Türkei einzuschätzen? Welche Meinung haben die türkischen Kommunisten zu all dem? Auf diese und weitere Fragen wird Talip Güngor in seinem Vortrag eingehen. Talip Güngör lebt und arbeitet in Braunschweig.

 

Solidarität mit dem Protest gegen die Zerstörung des Geziparks

2.6.13 //
Für Sonntag den 2.6.13 wurde kurzfristig zu einer Kundgebung am Gänseliesel aufgerufen angesichts der Polizeigewalt in Istanbul gegen DemonstrantInnen, die sich gegen die Vernichtung der letzten grünen Parkinsel durch einen Supermarktbau wehren.

Dazu wurde folgender Text Tzum Kundgebungsaufruf verschickt, den wir gekürzt wiedergeben:


Markt 2.6.13 / gezipark-Solidaritätskundgebung

(...) Das jüngste Beispiel ist das unverhältnismäßig harte Vorgehen der türkischen Polizeikräfte gegen eine kleine Anzahl von Umweltaktivisten, die gegen den Bau eines Einkaufzentrums auf einer der letzten Grünflächen im Zentrum Istanbuls protestierten. Wie in anderen friedlichen Protestaktionen in jüngster Zeit wurden die Demonstranten mit Tränengas und Wasserwerfern attackiert. Allerdings hat dieses harte Vorgehen der Polizeikräfte dazu geführt, dass die Aktion von immer mehr Bewohnern Istanbuls unterstützt wurde und Zehntausende sich in Taksim und in der Umgebung versammelt haben. Die Polizeikräfte haben darauf noch heftiger reagiert - insbesondere nach der Aussage des türkischen Primärministers Erdogan, dass die Abrissarbeiten im Park fortgesetzt werden, egal, was die Demonstranten tun. Die ausländische Presse meldet hunderte von Verletzten, einige lebensgefährlich. Die türkische Presse will oder darf nicht über die Ereignisse berichten.

Inzwischen ist es nicht mehr lediglich eine Demonstration gegen den Verlust einer der letzten Grünflächen in Istanbul, es ist ein gesellschaftlicher Befreiungsschrei gegen den Raub der Grundrechte und die Unterdrückung durch eine autoritäre Regierung. In vielen anderen Städten der Türkei sind die Menschen mitten in der Nacht auf die Straßen gegangen, um gegen die zum Totalitarismus neigenden Absichten von Ministerpräsident Erdogan zu protestieren. Erdogans regierende Partei AKP beabsichtigt das geltende parlamentarische System in der Türkei aufzuheben und erstrebt die Einführung eines präsidentiellen Regierungssystems, welches die Verteilung der Staatsgewalt auf mehrere Staatsorgane für "überholt" erklärt. Der zukünftige Präsident - vermutlich Erdogan selbst - soll über die Legislative, Exekutive und Judikative allein herrschen. (...)

--- Anatolisches Kulturzentrum Göttingen e.V. im Haus der Kulturen Hagenweg 2e, 37081 Göttingen
--- GöTürÜn Göttingen'deki Türkiyeli Üniversiteliler Die türkische Akademikerinitiative in Göttingen

http://www.akm-goettingen.de/ ("im Aufbau")
akm(at)arcor(Punkt)de oder info(at)akm-goettingen(punkt)net


SPD-Ratsfrau Elvan Tekindor-Freyjer beim Verlesen einer Erklärung am 1.6.
13 am Marktplatz

 

Türkische Musikveranstaltung mit der AKM

Türkische Musikveranstaltung am 19.2.11 in Holtensen / Göttingen

Bei einer Musikveranstaltung der AKM (Anadolu Kültür Merkezi Göttingen e.V. - Anatolisches Kulturzentrum) in der Holtenser Mehrzweckhalle, spielte zunächst "Grup Celikler", eine Musikgruppe mit modernisiertem Ethnosound. Die >>Filmaufnahme eines anderen Celikler-Konzertes zeigt ungefähr, wie es auch in der Holtenser Mehrzweckhalle zuging

Hauptsächlich angekündigt war die Hannoveraner Türkin Güler Dümann, die türkische Volksmusik spielt.

Zu der Veranstaltung kamen mehr als 200 Türkinnen und Türken zu einer Art "Familienfest" zusammen. Es handelte es sich bei diesem Publikum offensichtlich um den moderner orientierten Teil der Menschen mit "türkischem Migrationshintergrund".

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Über die Relativierung des Migrationshintergrundes über die Generationen hinweg

Die Redakteurin Sineb El Masrar der Zeitschrift "Gazelle" hat für die unterschiedlichen Gewichtungen das Adjektiv "deutsch" differenziert in "deutsch-deutsch" und z.B. "türkisch-deutsch". (Die Wortkombination "türkisch-deutsch" hatte während der Fussballweltmeisterschaft bereits ein Symbol in Form von zwei entsprechenden Fähnchen nebeneinander gefunden). Der Migrationshintergrund erscheint im Alltag immer häufiger eher beiläufig. Die Gewichtung des Migrationshintergrundes über viele Generationen hinweg ändere sich. Der einzige Unterschied zwischen den Frauen ist oft nur noch, dass irgendwann die Eltern mal aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen seien. Wenn solche Frauen z.B. in ihr Migrationshintergrundsland fahren, dann fahren sie ins Ausland und nicht mehr in die Heimat. Insofern sind es deutsche Frauen mit eben etwas "Zusätzlichem". Auch bei der Soap "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" gibt es inzwischen die "Deutsch-Türkin", ohne dass das Stereotyp "türkische Putzfrau" bemüht wird. Die Stereotypen gäbe es natürlich auch, aber die Mehrheit wird immer mehr wie alle anderen "deutsch-deutschen".

Emine Sevgi Özdamar 2003 im Literarischen Zentrum: "Man kann seine Muttersprache auch im eigenen Land verlieren", als das türkische Militär in ihrem Land diktatorisch herrschte, sagt sie "wurden meine türkischen Worte krank, sie zerbröselten".

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