Jürgen Trittin

Wahlkreis- und Regionalbüro Prinzenstraße 20a, 37073 Gö, Tel: 5316090  Juergen.Trittin@wk.bundestag.de , http://www.juergentrittin.de/

Trittin "freier Journalist bei goest" ?
Trittin Bundestagskandidat 2017
Trittin zu Afghanistan 2007
Vortrag bei der Burschenschaft VDST 2006
Politische Biographie
Besuch beim Arbeitsamt 2003

> Diskussion Buback-Aufruf 1977 2001
> Gegen Uni-Kürzungen 2003
> Die Eibe an der Aula 2001
> "Gegen einen präventiven Krieg" ABER ....
> SchülerInnendemo vor Parteibüro


foto: goest / Januar 2016

 

Trittin "freier Journalist bei goest" ? Wikipedia irrt

Der Hinweis von Wikipedia, Jürgen Trittin sei nach seiner Studienzeit in den 80ern "freier Journalist bei goest" gewesen, ist frei erfunden! GOEST ging erstmals 1999 online.
Bei Wikipedia steht, er absolvierte "von 1975 bis 1981 ein Studium der Sozialwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen, das er als Diplom-Sozialwirt beendete. Er war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen und als freier Journalist für die lokale Göttinger Stadtzeitung (goest) tätig."
de.wikipedia.org/

Goest (Göttinger Stadtinfo) wird im Wikpediaartikel wohl irrtümlicherweise als Abkürzung für "Göttinger Stadtzeitung" verstanden. Aber dieser junge Mann mit Schnurrbart war damals auch nicht Mitarbeiter bei der Göttinger Stadtzeitung sondern lediglich mit der Beilage der AGIL beschäftigt.

Foto : Jürgen Trittin als Vertreter der Alternativ Grünen Initiativenliste AGIL zur Kommunalwahl 1981 im Gespräch mit Amtsrichter Wolfgang Meyer (SPD) und Reinhard Neubauer (DKP)


Trittin 1981

 

2017 Bundestagskandidat im Wahlkreis 53: Jürgen Trittin

21.10.2016 / Bei der Wahlversammlung des Kreisverbandes Bündnis 90/DIE GRÜNEN im für die nächste Bundestagswahl stellte sich der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin als einziger Kandidat zu Wahl. In seiner Bewerbungsrede legte er Hauptgewicht auf das Thema Außenpolitik. Die EU stehe vor einer großen Herausforderung. Der Widerstand gegen Rechts müsse aufrechterhalten werden, es brauche "mehr Mut zu Europa", um die EU konsequent sozial, gerecht und frei zu gestalten. Die GRÜNEN dürften sich nicht in Koalitionstheorien verzetteln, sondern alles dafür tun, drittstärkste Kraft zu werden. >Trittin

Kommunalwahlprogramm der AGIL 1981
nach 32 Jahren zum Wahlkampf gegen Grüne herangezogen

17.9.13 / In den überregionalen Medien wurde versucht, den grünen Spitzenkandidaten der Bundestagswahl Jürgen Trittin dafür zur Rechenschaft zu ziehen, dass er als presserechtlich Verantwortlicher 1981 ein Kommunalwahlprogramm unterzeichnet hat, in dem Positionen der "Homosexuellen Aktion Göttingen" enthalten waren. Wie kam es dazu, dass die Alternativ-Grüne-Liste Göttingens AGIL damals in ihrem Programm zur Kommunalwahl 1981 angeblich die Argumentation der "Homosexuellen Aktion Göttingen" (HAG) übernommen hat, die Straffreiheit für gewaltfreien Sex zwischen Erwachsenen und Kindern forderte?

Zur Erklärung diente uns ein Artikel der HAG aus der Göttinger Stadtzeitung von 1981 und zwar die Ausgabe der Göttinger Stadtzeitung vom Oktober 1981 mit dem Schwerpunktthema "Schwul leben in Göttingen", mit dem Titel "Pädosexualität im Strafrecht". Die Göttinger Schwulengruppe "Homosexuelle Aktion Göttingen (H.A.G)" forderte darin, nicht nur die Abschaffung des § 175 StGB, der Homosexualität unter Strafe stellte, sondern auch die Reform der §§ 174 (Sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen) und 176 (Sexueller Mißbrauch von Kindern). Ausgangspunkt einer fatal irreführenden Argumentation war folgende Aussage: "Wir gehen allerdings davon aus, daß Sexualität, wenn sie freiwillig, d.h. im gegenseitigen Einverständnis erlebt wird, niemandem vorenthalten oder gar bestraft werden sollte."
Diese, für Erwachsene selbstverständlich klingende Aussage, wurde ohne weitere Differenzierung auf Kinder und Jugendliche ausgeweitet. Die genannten Paragrafen, so die Forderung der HAG, müßten verändert werden, weil sie in der bestehenden Formulierung "eine Verfolgung jeglicher Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen (Pädophilie) beinhalten". Die Homosexuelle Aktion HAG aber wollte die strafrechtliche Verfolgung nur auf sexuelle Handlungen in Verbindung mit Gewalt einschränken. Dies deutlich zu machen diente auch ihre Ablehnung von "Ausbeutung, Vergewaltigung, Nötigung und jeglicher Gewalt". Den, mit Hinweis auf ein "Einverständnis" definierten Mißbrauch verteidigte die HAG dann mit den Worten "Das Problem bei den Pädo-Paragraphen ist also, daß Kindern keine eigene Sexualität zuerkannt wird." Damit folgte die HAG den damaligen Gruppen der Pädophiliebewegung. Sie bezog sich direkt auf die "Deutsche Studien- und Arbeitsgemeinschaft Pädophilie (DSAP)" aus Krefeld und die "Indianerkommune" in Nürnberg , die eine freiwilligen Übereinkunft zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur sexuellen Beziehung als schadlos propagierten. Es gab in Göttingen sogar eine Unterschriftenaktion mit folgendem Text:"Ich fordere mit meiner Unterschrift vom Deutschen Bundestag die sofortige Streichung des Strafrechtsparagraphen 175 StGB. Einverständliche Sexualität von Kindern oder Jugendlichen wie Erwachsenen müssen straffrei werden (§174, § 176 StGB). Das Strafrecht ist so zu ändern, daß Menschen vor Gewalt , Nötigung und Ausbeutung geschützt werden. Unterschriften bitte einsenden an Homosexuelle Aktion Göttingen, c/o musa e.V., Weender Str. 58, 34 Göttingen. (aus: Göttinger Stadtzeitung Oktober 1981)

Perfiderweise wurde die Existenz kindlicher Sexualität in dem Artikel der HAG nur deshalb als eine fortschrittliche "Entdeckung von Sigmund Freud" hervorgehoben, weil man die Pädophilie von Erwachsenen quasi als einen Beitrag zur sexuellen Selbstverwirklichung von Kindern verstanden wissen wollte. Bei dieser Legitimationsstrategie wurde unter den Tisch fallen lassen, dass auch ohne den Einsatz körperlicher Gewalt sexuelle Handlungen mit einem Kind schwerlich als freie Entscheidung des Kindes erklärt werden können. Vielmehr handelt es sich um ein sehr ungleiches Verhältnis in dem der Erwachsene sich nicht auf den manipulierbaren angeblich freien Willen eines Kindes berufen kann. In Berichten zu Mißbrauchsfällen wurde dieses scheinbar gewaltfreie Vergehen wie folgt beschrieben: "Erst wird Vertrauen aufgebaut und Liebe vorgetäuscht und dann wird das Kind emotional ausgebeutet und schließlich sexuell mißbraucht."

In einem >>Artikel des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (*** Siehe dazu >Anmerkung unten) finden sich folgende Hinweise für eine Beurteilung der Legitimation "gewaltfreier" Mißbrauchsformen:
"Es war die Frauenbewegung, die sich ab den 1980er Jahren in der Öffentlichkeit klar gegen "Sex mit Kindern" positionierte. Für sie war klar, dass jegliche sexuelle Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern durch ein Machtgefälle gekennzeichnet ist und es damit keine gleichberechtigte Sexualität zwischen beiden geben kann: Sexualität mit Kindern ist immer Missbrauch, auch wenn keine körperliche Gewalt nachzuweisen ist." und mit einem Zitat von Gerhard Amendt: "Im Hinblick auf die Interessen der Kinder aber ist die Unterscheidung zwischen Gewalt und Gewaltfreiheit gänzlich unerheblich. Jede Form der Pädophilie überschreitet die Grenze zwischen Erwachsenen und Kindern. Die Gewalttätigkeit verleiht dem kindlichen Erlebnis ,nur‘ eine zusätzliche Dimension des Schreckens, macht alles noch schlimmer, als es ohne Gewalt schon ist." (Ein Zitat von Gerhard Amendt aus einem FAZ-Artikel vom 14.2.2004)

*** Anmerkung einer Leserin 19.9.13:
Der "Bericht zum Wahlproramm AGIl verweist auf einen Text des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft. Da ich dem gut folgen konnte, habe ich kurz im Internet geschaut um mehr Infos über dieses Institut zu finden. Es stellte sich für mich heraus, dass diese Einrichtung antifeministisch, anti-schwul, pro-patriarchalisch orientiert ist. Stutzig war ich schon geworden, als im Impressum die Offensive junger Christen mit auftauchte. Gern stellt sich dies Institut so dar, als sei es von der Regierung autorisiert, was aber nicht der Fall ist (meine Quelle: wikipedia). Zwar bleibt die Aussage des Instituts zu sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern richtig, aber als Autorität in diesen Fragen kann ich diese Institution nicht anerkennen."

>>Stellungnahme von Jürgen Trittin

 

Trittin zu Afghanistan 2007
nicht für ein Kriegsende aber gegen Tornadoeinsatz

7.3.07 / In einer Presseerklärung vom 7.3.07 schreibt Trittin: "Ich werde dem Antrag der Bundesregierung auf Entsendung von sechs bis acht deutschen Tornados nach Afghanistan nicht zustimmen." Also wird er sich wahrscheinlich der Stimme zu enthalten. Aber gleichzeitig betont er, dass er NICHT dafür ist, die Soldaten zurückzuholen. Trittin fordert stattdessen mehr Geld in den Aufbau der Polizei zu stecken "Auch die Staaten Europas sollten wie die USA in der Lage sein, gemeinsam mindestens zwei Milliarden zusätzlich für Afghanistan bereitzustellen. Die Anstrengungen zum Aufbau einer afghanischen Polizei müssen vervielfacht werden." und "Wir brauchen eine militärische Absicherung beim Wiederaufbau und keine bloß militärische Aufstandsbekämpfung, die massive zivile Opfer in Kauf nimmt." Kurz gesagt Trittin möchte eine verstärkte Anstrengung beim Aufbau ziviler Infrastruktur wie z.B. Behörden und Wirtschaft und zur Absicherung dieser Maßnahmen den Einsatz von Soldaten.

Kommentar goest 7.3.07: Es gibt Informationen, dass gerade die Versuche des sogenannten Wiederaufbaus ebenso scheitern wie die militärische Strategie. Während z.B. an einer Stelle eine Mädchenschule aufgebaut wird, wird an einer anderen Stelle eine fertig gebaute Mädchenschule durch Brandanschläge vernichtet. Die SoldatInnen haben quasi nirgendwo sicheres Gebiet und die militärische Bedrohung nimmt ständig zu ohne dass die logistischen Voraussetzungen für einen evtl. notwendig werdenden Rückzug geschaffen werden. Daraus kann man nur den Schluß ziehen, dass man es angesichts der eskalierenden Lage in Afghanistan in Kauf nimmt, dass die SoldatInnen dort unten "verheizt" werden. Was dann evtl. zum Anlass genommen wird, dass die deutsche Öffentlichkeit auch der Entsendung einer größeren Anzahl von SoldatInnen und Material zustimmt. Also statt die unverantwortliche Illussion zu verbreiten, man könne die Infrastruktur in Afghanistan verbessern und dadurch das Land stabilisieren, sollten die SoldatInnen eine schöne Abschiedsparade machen und nachhause zurückkehren, solange es noch geht.

 

Politische Biographie

Jürgen Trittin kam aus der Göttinger Szene, hielt z.B. Reden bei der Hausbesetzung in der Prager Schule anfang der 80er. Auffällig war, wie da einer eine Stunde lang in freier Rede einen geschliffen Vortrag zu den HausbesetzerInnen halten konnte.
Er stand zunächst dem KB (Kommunistischer Bund / KB Nord mit der Zeitschrift Arbeiterkampf) nahe und später der davon abgespaltenen Gruppe "Z" mit gleichnamiger Zeitschrift.
Danach zeichnete sich langsam eine Hinwendung zur parlamentarischen Partei ab. Als Fraktionsassistent der Alternativ-Grünen-Liste AGIL in Abgrenzung zur damals schon eher SPD orientierten GAL hielt er die Verbindung zwischen Ratsfraktion und Basisinitiativen. Zu dieser Zeit machte er eine ausgezeichnete Pressearbeit z.B. auch mit der Beilage "AGIL-Info" in der Göttinger Stadtzeitung und war wohl entscheidend beim Aufbau des "Grünen Zentrums" beteiligt.
Seine zunehmend staatstragende Rolle innerhalb der Grünen trug ihm auch zunehmend Kritik und Mißtrauen in der Göttinger Linken ein.
Dies verstärkte sich u.a. bei folgenden Anlässen: Die CDU Göttingen konnte z.B. die CastorgegnerInnen ironisch darauf hinweisen, dass Bundesumweltminister Trittin die Castortransporte für sicher erklärt habe und Trittin hatte damals die Grünen aufgefordert, nicht an den Demonstrationen teilzunehmen. ..mehr
Insbesondere durch die Haltung der Grünen zu Kriegseinsätzen der Bundeswehr verschärfte sich die Kritik an den Grünen. Im Jahr 2001 fand sogar eine Besetzung des Wahlkreisbüros Trittin statt, weil die Grünen bei der Abstimmung im Bundestag einen Kriegseinsatz der Bundeswehr möglich machen wollten > Bericht hierzu
Der Unmut kumulierte im Wahlkampf 2002 als Joschka Fischer und Jürgen Trittin vor dem Alten Rathaus in Göttingen auftreten und mit Farbbeuteln nach ihnen geworfen wird, allerdings erst als Fischer mit seiner Rede beginnt. > Bericht hierzu,

Bei der Bundestagswahl 2002 wurde Trittin in den Bundestag gewählt. Er bekam als Direktkandidat 14,6 %, die Partei DIE GRÜNEN (Zweitstimmen) 17,5 %. All > Bericht hierzu.
Trittin, der früher sein Fahrrad durch die Göttinger Fußgängerzone schob, im Deja Vu ein Bier trank oder im Rosdorfer Baggersee badete, ist also jetzt Chef eines Bundesministeriums mit 830 MitarbeiterInnen und von drei Bundesämtern mit weiteren 1.880 MitarbeiterInnen (Umweltbundesamt, das Bundesamt für Naturschutz sowie das Bundesamt für Strahlenschutz).

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Wahlwerbung am 7.6.04 / Europawahl

Geboren am 25. Juli 1954 in Bremen
1973 Abitur, SoWi-Studium Uni Göttingen, Diplomsozialwirt,
1979 im AStA der Uni Gö Außenreferent sowie Präsident des Studentenparlaments
1980 Eintritt bei den Grünen
1982 bis 1984 Geschäftsführer der Ratsfraktion der Alternativen Grünen Initiativen Liste (AGIL)
1984 bis 1985 Pressesprecher der Grünen-Landtagsfraktion Niedersachsen
1985 bis 1990 MdL  Niedersachsen
1988-1990 Vorsitzender der Grünen-Landtagsfraktion
1990-1994 Nds. Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten
1994-1998 Sprecher des Bundesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen
1994-1995 MdL Niedersachsen, stv. Vorsitzender der Grünen Fraktion
seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages
1998 Ernennung zum Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
2009 Spitzenkandidat Bündnis90/DieGrünen Bundestagswahl 2009

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Bild oben: 7.6.04, Marktplatz ,
Bild rechts: Jürgen Trittin auf dem Göttinger Marktplatz 2001? (Foto: goest)

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Trittin beim Arbeitsamt in Göttingen 2003

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Die Herren vom Arbeitsamt blicken ob der finsteren Lage auf dem Arbeitsmarkt ebenso drein.

Trittin hatte am Donnerstag den 7.3.03 eingeladen zur Pressekonferenz im Haus des Arbeitsamtes "..es ist ja Ihre Pressekonferenz Herr Trittin" meinte der eine Herr vom Arbeitsamt als es darum ging, wer denn anfangen solle. Vorher war ein Gespräch zwischen einem Herrn der  keine Gelegenheit fand, sich vorzustellen - sowie Herrn Pallinger (Arbeitsamt) und Trittin gelaufen.

..da mögen die vom Arbeitsmat gedacht haben, na endlich mal ein Sozialwissenschaftler mit Arbeitsstelle

Die Journalisten waren von zwei Begleitern Trittins zunächst zurückgehalten worden und mußten warten. Als sie eingelassen wurden, redete der eine Arbeitsamtsvertreter munter weiter mit Trittin, offensichtlich hatte ihm die Zeit vorher nicht gereicht. Anlass der Presseidee war die Verkündung der neuen Arbeitslosenzahlen der Bundesanstalt für Arbeit am folgenden Tag. Es blieb schleierhaft, was Trittin dem Arbeitsamt nützliches zu bieten hatte außer mehr Publizität als sonst. Das Arbeitsamt hatte zu dem Termin eingeladen, Trittin meinte dazu: "Wenn wir einladen kommen nie so viele".

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Informationspolitik in Gesundheitsfragen

23.10.10 / Am 21.10.10, fand in der Stadthalle Northeim eine Podiumsveranstaltung der IG Metall Südniedersachsen zum Thema "Kurswechsel für ein gutes Leben mit Politikern" statt. Hier sollte Jürgen Trittin mit Sigmar Gabriel und Klaus Ernst diskutieren. Kurz nach Veranstaltungsbeginn mußte er die Bühne wegen gesundheitlicher Probleme verlassen.

Das Foto rechts, das die IGMetall zu einem Bericht über die Veranstaltung verschickte, zeigt einen lachenden Jürgen Trittin, ohne Hinweis auf einen Schwächeanfall.


Foto: (C) Dietrich Kühne

Nach einem überraschenden Herzinfarkt im Januar 2010 hatte er von ärztlicher Seite grünes Licht für volle Aktivität bekommen. Bei dem neuerlichen gesundheitlichen Proplem, zunächst als "Schwächeanfall" bezeichnet, handelte es sich laut Pressemitteilung vom 23.10.10 nur um einen "Schüttelfrost" und Anzeichen eines "grippalen Infektes". Da im Januar seitens der Grünen nur zögerlich Auskunft über den Gesundheitszustand gegeben hatte und erst später die Diagnose Infarkt bekanntgegeben wurde, entstehen nun natürlich Bedenken darüber was genau Sache ist. Trittin hatte in der Presse im März geäußtert, dass er mit einem erblichen Herzinfarktrisiko belastet zu sein scheint. Nachdem eine Kandidatur von Renate Künast für das Amt des Berliner OB wahrscheinlich ist, werden möglicherweise gesundheitliche Bedenken gegen die Spitzenkandidatur Trittins laut.

Pressemitteilung Büro Trittin 22.10.10:
"Trittin hat das Krankenhaus verlassen Die Pressestelle von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag teilt mit: Den Fraktionsvorsitzenden Jürgen Trittin überkam gestern bei einer Veranstaltung der IG Metall in Niedersachsen Schüttelfrost. Er begab sich daraufhin in ärztliche Behandlung. Trittin verbrachte die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus. Außer Anzeichen eines grippalen Infektes wurde nichts festgestellt. Trittin hat die Klinik heute morgen verlassen, wird aber an der heute stattfindenden Nato-Konferenz der Bundestagsfraktion nicht teilnehmen."

Bei der o.g. Konferenz ging es von 9-17 Uhr zum Thema "Wohin mit der Nato? Relikt des Kalten Krieges oder Instrument für den Frieden" im Bundestagsgebäude. Er hätte Einführungsrede halten sollen. Weiteres Programm war Vortrag "Keynote - Auf dem Weg zum neuen strategischen Konzept der Nato" des Nato-Generalssekretärs Anders Fogh Rasmussen. Kommentar und Disskusion der Rede durch Ruprecht Polenz MdB (Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses) und Trittin.