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Containersiedlung Schützenanger

Flüchtlingsunterkünfte auf dem "Landfahrerplatz" / Schützenanger
Anschlag auf die Flüchtlingsunterkunft 4.1.17
Symbolflagge für Rassisten und Sklaverei vor der Flüchtlingsunterkunft
NPD plante im Sept. 2016 Kundgebung am Schützenanger

> Überblick - Flüchtlingsunterkünfte in Göttingen

Schützenanger

Auf dem Gelände am Schützenanger (ehemaliger Landfahrerplatz) errichtete die Stadt eine Siedlung für etwa 200 Flüchtlinge, in der jeweils sechs bis acht Wohnmodule als zweigeschossiger Wohnblock aufgestellt und mit Treppen versehen werden. In einem Wohnmodul können bis zu vier Personen leben. Es besteht aus zwei Schlafräumen, einer Kochnische und einer Nasszelle mit WC und Dusche. Außerdem war angekündigt, dass es Räume für Gemeinschaftsaktivitäten, Büros und die Energieversorgung geben soll.


Flüchtingsunterkunft Schützenanger,
zwischen Sportarena am Schützenplatz und Kleingartenkolonie neben der Leine

Lage der Containersiedlung auf dem Schützenplatz
(Schaubild der Stadt Göttingen)


Anordnung der Wohncontainer
Schaubild der Stadt Göttingen

Bei den sogenannten "Containern" handelt es sich um Holzhäuser in Modulbauweise.Dabei werden vorgefertigte Spanpatten (mit hohem Flammschutz) einer Firma aus Höxter verbaut, die Zwischenräume der Doppelwände mit Isolationsmaterial gefüllt und die Außenfläche mit Putz versehen. Die Innenräume haben einen vollen Kanal- und Wasseranschluß. Das Gelände ist umzäunt und wird sinnvollerweise von einer Security-Firma bewacht. Allerdings liegt es auch sehr isoliert und abseits. Dabei ist es von Bäumen und Büschen umgeben.

Bauphase der Unterkünfte

Die sogenannten "Container" sind anders als erwartet. Es handelt sich um Holzhäuser in Modulbauweise.Dabei werden vorgefertigte Spanpatten (mit hohem Flammschutz) einer Firma aus Höxter verbaut, die Zwischenräume der Doppelwände mit Isolationsmaterial gefüllt und die Außenfläche mit Putz versehen. Die Innenräume haben einen vollen Kanal- und Wasseranschluß. Jeweils zwei Wohnräume haben eine gemeinsame Küchenecke und Santiäranlagen.

Fotos goest: Am 19. April 2016 ist die Umsetzung des Bauplans in vollem Gange.
Im Hintergrund ist die Sporthalle auf dem Schützenplatz zu sehen

Schützenverein sorgt sich wegen Schießlärm
Den Vogel schoß ein Vertreter des Schützenvereins auf einer IOnformationsveranstaltung der Stadt in der Musa ab als er seine Bedenken äußerte: Man habe ein wirkliches Problem mit einer Flüchtlingsunterkunft im Schützenanger. Da seien schließlich traumatisierte Kriegsflüchtlinge dabei und in unmittelbarer Nähe sei der Schießstand der Schützen, das sei ja wohl eine Belastung für die Flüchtlinge. Diese als Empathie daherkommende getarnte Ablehnung der Flüchtlingsunterkunft erfuhr allerdings eine für ihn unerwartet kalte Dusche: dann müsse eben der Schiessbetrieb eingestellt werden, war die Antwort darauf aus dem Publikum wie vom Podium.

Direkt neben der Schießanlage des Schützenvereins
Die Piratenpartei hatte im Januar 2016 im Zusammenhang mit dem Problem des Schusslärms angemerkt "dass der Schießbetrieb auch in der Außenanlage stattfindet und dort viel lauter ist als im Schützenhaus. Laut Vorlage sei die Lärmbelästigung des Betriebes "im Schützenhaus" so gering, dass man diese vernachlässigen könne. Die Außenanlage wurde verschwiegen. (...) Kreisverband Piratenpartei 20.01.2016

ein Vertreter des Schützenvereins auf äußerte bei einer Informationsveranstaltung der Stadt in der Musa Bedenken gegen die Anlage: Man habe ein wirkliches Problem mit einer Flüchtlingsunterkunft im Schützenanger. Da seien schließlich traumatisierte Kriegsflüchtlinge dabei und in unmittelbarer Nähe sei der Schießstand der Schützen, das sei ja wohl eine Belastung für die Flüchtlinge. Die damit verbundene Ablehnung der Flüchtlingsunterkunft erfuhr allerdings eine für ihn unerwartet kalte Dusche: dann müsse eben der Schiessbetrieb eingestellt werden, war die Antwort darauf aus dem Publikum wie vom Podium.

 

Anschlag auf die Flüchtlingsunterkunft 4.1.17

Polizeimeldung
Am Mittwoch, 4. Januar 2017, gegen 00.10 Uhr wurde bei einem Gebäude der Flüchtlingsunterkünfte "eine Fensterscheibe mit einem Stein eingeworfen . Kurz zuvor sollen die Täter lautstark "Sieg Heil" gerufen haben (...) Zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes vernahmen zunächst den Ausruf und kurz danach ein Scheibenklirren, das aus Richtung des Sanitärgebäudes kam. Die beiden Zeugen eilten sofort in diese Richtung, konnten aber nur noch beobachten, wie mehrere Personen in Richtung Hagenweg davon liefen. (...) Eine mit mehreren Funkstreifenwagen eingeleitete Fahndung nach den Tätern verlief ergebnislos. Der an dem Fenster entstandene Schaden beläuft sich auf ca. 250 Euro. Das Staatsschutzkommissariat der Polizeiinspektion Göttingen hat die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung aufgenommen." >>Quelle:Polizeimeldung

Kundgebung Gemeinsam gegen rechte Gewalt
Anlässlich des Anschlags auf das Geflüchteten-Wohnheim Schützenanger, wird es am 6.1.17 um 17 Uhr eine Kundgebung am Gänseliesel geben unter dem Motto "Gemeinsam gegen rechte Gewalt - Raise your Voice" initiiert von der Alarmliste Göttingen.


Kundgebung am 6.1.17, Marktplatz Webcam/17.30 Uhr

Die Kundgebung der Alarmliste Göttingen soll auf den Angriff auf die Geflüchtetenunterkunft am Schützenanger hinweisen und Protest gegen gesellschaftlichen Rassismus zum Ausdruck zu bringen. Es gab Redebeiträge von der Alarmliste, vom AStA, von der OM10 und vom AK Asyl .
Darin wurde unter anderem auf das fast tägliche Geschehen solcher Angriffe aufmerksam gemacht, vor allem auch auf die Vorkommnisse hier in der Region: In Salzhemmendorf, in Bleicherode, in Barsinghausen und in Hardegsen. Es wurde kritisiert, dass sich in weiten Teilen der Gesellschaft zunehmend ein rassistischer Konsens herausbildet

Provozierende Flagge vor der Flüchtlingsunterkunft

Die in der Unterkunft wohnenden Flüchtlinge, darunter viele Afrikaner*innen mußten sich auf widerliche Weise verhöhnt fühlen, wenn ihnen bekannt war, direkt neben dem Zaun des Unterkunftsgeländes, eine Flagge flatterte, die Symbol einer Befürwortung der Sklaverei ist.

Die Rassistenflagge der Konföderierten/Südstaaten hing an einem 7 Meter hohen Mast im "Kleingartenverein auf der Masch e.V." vor der Flüchtlingsunterkunft "Schützenanger" Diese Fahne schwenkten auch die KuKuxKlan Rassisten bei ihren Gewalttaten gegen Schwarze in USA.

Flagge wurde entfernt / Meldung 7.1.17

Nachdem wir mehrfach darauf hingewiesen hatten erreichte uns eine Mail mit folgendem Inhalt, die wir anonymisiert zusammen mit unserer Antwort wiedergeben:
"> Hallo . Die Flagge bleibt nur wech .
> Hab absolut nichts mit Nazis Zutun.
> Bin seit über 20 Jahren als xxxxxxxx tätig . ..."

Antwort der goest-Redaktion
Hallo Herr xxxxx, vielen dank für Ihre Mitteilung. Das ist eine überraschende Information, dass Sie anscheinend nicht wußten, was diese Flagge bedeutet. (Immerhin ist sie wegen ihrer rassistischen Bedeutung in einige US-Staaten sogar verboten) Wenn sie die jetzt entfernt haben, nachdem Sie es nun über Umwege erfahren haben, dann ist das eine gute Nachricht. Vielen Dank dafür; wir werden das in dem Artikel vermerken. Mit freundlichen Grüßen Redaktion Stadtinfo Göttingen www.goest.de

 

NPD plante im Sept. 2016 Kundgebung am Schützenanger


Unmittelbar am Schützenplatz befinden sich die Container-Unterkünfte "Schützenanger" für Flüchtlinge. Das Foto zeigt den Blick von der Sporthalle auf den Schützenanger

Offener Brief von Bewohner_innen des Schützenplatzes und Unterstützer_innen zum geplanten Naziaufmarsch am 10.09.2016

Sehr geehrter Bürgermeister Köhler, sehr geehrter Polizeipräsident Lührig,Wir sind Geflüchtete, die auf dem Schützenplatz leben, zusammen mit Unterstützer_innen. Wir haben gehört, daß die Nazis am 10. September hier ihre Auftakt­ und Abschlußkundgebung machen wollen. Dazu möchten wir folgendes sagen: Das geht nicht! Die Nazis machen offensiv Politik gegen Geflüchtete. Wenn sie hier vor unserer Haustür ihre menschenverachtenden Parolen rufen, fühlen wir uns direkt bedroht und beleidigt. Zusätzlich wird hier ein großes Polizeiaufgebot sein, was uns und vor allem unseren Kindern große Angst einflößen wird. Deshalb protestieren wir, Geflüchtete und Unterstützer_innen, gegen diesen Aufmarsch vor unserer Haustür.
Kein Platz für Nazis auf dem Schützenplatz und auch sonst nirgends!
Bewohner_innen des Schützenplatzes, AK Asyl Göttingen , OM 10

Stellungnahme vom Arbeitskreis AK Asyl Göttingen,4.9.16

Vorerst ist es den Faschist_innen der NPD verboten auf dem Schützenplatz zu demonstrieren. Wir wissen nicht, wie die Gerichte in den nächsten Tagen entscheiden werden, was sie den Nazis erlauben. Schlimm genug, wenn sie ihren verbalen Müll auf dem Bahnhofsvorplatz abladen können. Aber nationalistische Reden direkt vor einer Unterkunft für Geflüchtete zuzulassen kommt einer Zustimmung zu den rassistischen Parolen der NPD gleich.

 

Vorfall

Polizeimeldung: 18. November 2016, Bei Ermittlungen wegen eines Falles "Häuslicher Gewalt" ist es am 18.11.16 gegen 16.00 Uhr auf dem Gelände einer Sammelunterunterkunft im Schützenanger zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Verwandter des in beschuldigten Familienvaters bewaffnete sich mit einem Messer und ging damit bedrohlich auf die Ermittler zu. Einer der Polizisten gab daraufhin zwei Warnschüsse ab. Verletzt wurde dabei niemand. Eine Gefährdung für Unbeteiligte war ausgeschlossen. Der 28 Jahre Angreifer ließ das Messer kurz danach fallen und wurde festgenommen. Im Anschluss an die strafpozessualen polizeilichen Maßnahmen kam er nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft Göttingen auf freien Fuß. Die Polizei leitete ein Strafverfahren u.a. wegen des Verdachts der Bedrohung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ein.