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Südniedersachsen

>Internationaler Museumstag 2017 Gesamtüberblick
Museumstag in Südniedersachsen
Kleine Landeskunde Südniedersachsen

 

Museumstag in In Südniedersachsen

Unter dem Motto „Spurensuche – Mut zur Verantwortung“ und mit Unterstützung des  Landschaftsverbandes Südniedersachsen e.V. haben 19 Museen in Südniedersachsen  mit einer Vielzahl von Sonderaktionen und Ausstellungen ein Programm zum Internationalen Museumstag vorbereitet.

UNESCO-Welterbe Fagus-Werk, Alfeld 11.00 Uhr und 13.00 Uhr Entdeckungstouren durch das lebende Denkmal UNESCO-Welterbe Fagus-Werk 11.00 Uhr "Leben am Bauhaus Teil II" Eröffnung der Fotoausstellung mit Frau Dr. Annemarie  Jaeggi, Bauhaus-Archiv Berlin 10.00-16.00 Uhr Die Fagus-Gropius-Ausstellung im ehemaligen Lagerhaus für Schuhleisten,  informiert über die Firmengeschichte, Schuhmode. 10.00 Uhr-16.00 Uhr Fagus-Gropius-Café lädt bei einem Imbiss sowie Kaffee und Kuchen ein die  bedeutende Architektur des Gebäudes zu genießen Eintritt frei!

Fagus-GreCon Hannoversche Str. 58 31061 Alfeld Telefon 05181/790 am Wochenende 05181/79480. www.fagus-gropius.com/

Stadtmuseum und Tiermuseum Alfeld 11.00-17.00 Uhr „Hi Heels“…Eröffnung der Sonderausstellung der Gruppe „Kunst bist …Du(derstadt)“ Eintritt frei!

Museum der Stadt Alfeld (Leine) Am Kirchhof 4 / 5 31061 Alfeld Telefon 05181/829738 oder 8070820 www.alfeld.de/bildung-kunst-kultur/stadtmuseum-tiermuseum.html

Heimatmuseum Duderstadt 11.00 - 17.00 Uhr Mitmachaktionen für Kinder 14.00 Uhr Führung für Kinder „Auf Spurensuche im Museum“. Ausprobieren ist erwünscht! 16.00 Uhr Führung für Erwachsene „Spurensuche im Museums-Depot“ Eintritt frei!

Heimatmuseum Duderstadt Bei der Oberkirche 3 37115 Duderstadt Tel.: 05527/25 - 39 oder 05527/841132 Fax: 055272/841227

Glasmuseum Boffzen 11.00-18.00 Uhr Glas-und Porzellanflohmarkt Für Essen und Trinken ist gesorgt Eintritt frei!

Glasmuseum Boffzen Bahnhofstraße 9c 37691 Boffzen Tel.: (0 52 71) 4 99 09 (während der Öffnungszeiten) Tel.: (0 52 71) 95 60 - 41

Europäisches Brotmuseum Ebergötzen 11.00-15.00 Uhr Mitmachaktionen: „Afrikanisches Brot backen“, „Spielzeuge aus Müll basteln“,  Museumsrallye 14.00 Uhr Führung durch die Sonderausstellung „WeltSpielZeug

Europäisches Brotmuseum e.V. Göttinger Str. 7 37136 Ebergötzen Tel.: 055 07/999-498 Fax: 0 55 07 / 999-594 www.brotmuseum.de/

Wilhelm Busch-Mühle Ebergötzen 10.30-17.00 Uhr Spannende Führungen durch die Mühle 12.00 - 15.00 Uhr Gartenführungen im Mühlengarten Eintritt frei!

Wilhelm Busch Mühle Mühlengasse 8 37136 Ebergötzen Telefon: 05507 7181 info@wilhelm-busch-muehle.de

StadtMuseum Einbeck 11.00 -17.00 Uhr Sonderausstellung und Erinnerungsgespräche „Mut zur Verantwortung“. Historische  verantwortungsbewusste Persönlichkeiten in Einbeck Eintritt frei!

StadtMuseum Einbeck mit RadHaus Auf dem Steinwege 11/13 37574 Einbeck telefon 05561 971710 www.stadtmuseum-einbeck.de

Industriedenkmal Königshütte 11.00-16.00 Uhr stündlich Führungen über das Hüttengelände, die historische Gießhalle und durch  das „Südharzer Eisenhüttenmuseum“ 14.00-17.00 Uhr Schaugießen und Schauschmieden für Kinder und Erwachsene Café und Bratwurststand Eintritt frei! Förderkreis Königshütte Bad Lauterberg e.V. Postfach 1322 37423 Bad Lauterberg im Harz fk@koenigshuette.com

Das Oberharzer Bergwerksmuseum 12.00-17.00 Uhr „Museumssfest“ 125 Jahre Oberharzer Bergwerksmuseum 12:00 Uhr Begrüßungskonzert 13.00 Uhr Eröffnung des Museumsfestes 13:30 Uhr Eröffnung der Sonderausstellung „Froschlampen – Geleucht aus dem Harzer Bergbau“ 14:00 Uhr Vortrag zur Sonderausstellung 14:30 Uhr Harzwaldsänger Buntenbock 16:00 Uhr Musikalischer Ausklang mit „Happy Metal“ (Schulband der Robert Koch Schule) 13:30 + 15:00 Uhr „Bei uns braut sich Köstliches zusammen“: Geführter Spaziergang und Verkostung vom Museum zur Brau-Akademie. 14:45 + 15:45 Uhr Hinter den Kulissen: Führung durch das Museumsmagazin 14.00-17.00 Uhr Kinder-Mitmach-Aktionen: Entdeckerrallye ,Grubenlampen töpfern, Filzen Ganztägig Führungen im Schaubergwerk Eintritt frei!

Oberharzer Bergwerksmuseum Bornhardtstraße 16 38678 Clausthal-Zellerfeld Telefon 05323/98950 www.bergwerksmuseum.de

Städtisches Museum Hann. Münden 11.00- 16.00 Uhr „Kopfsache. Hüte & andere Kopfbedeckungen“. Die interaktive Ausstellung zur  Kulturgeschichte des bedeckten Kopfes für große und kleine Leute 11.00-16.00 Uhr „Jagdmasken, Birkenrindenhut & Federhaube“. Der Experimentalarchäologe Gerhard  Kalden zeigt Herstellungstechniken und Materialen unterschiedlichster  Kopfbedeckungen. Mitmachaktion: Flechten eines mittelalterlichen Binsenhutes 11.30 und 14.00 Uhr Bilderbuchkino für Kinder von 4-8 Jahre: „Alwin und die fünf Räuberhüte„  vorgestellt von Sylvia Goll 11-16 Uhr Bücherflohmarkt und Hutsouvenirs basteln 12.00 bis 15.00 Uhr Kurzführungen durch das Welfenschloss mit Gewand und Hut 11.30 -15.30 Uhr „Mad Hatter´s Tea Party“. Am Teetisch des „verrückten Hutmachers“ kann man sich  mit Kräuter- & Schwarztee, englischen Gurkensandwiches, Short Bread & Muffins  stärken Eintritt frei!

Städtisches Museum Hann. Münden Schloßplatz 5 34346 Hann. Münden Telefon 05541/75-202 oder 75-348 www.hann.muenden.de/index.phtml?such=museum

Museum Schloss Herzberg 10.00-17.00 Uhr „Herzberg – Leben, Arbeit, Tradition“. Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins 10.15 und 14.15 Uhr Führungen „Auf den Spuren der Welfen" im Schlossinnenhof und Museum 10.00-17.00 Uhr „Einmal Prinzessin oder Prinz sein“ Verkleidungs- und Fotoaktion für die ganze  Familie Für das leibliche Wohl sorgen das Team um Martina Mantek im Schlosscafe und  Restaurant. Eintritt frei!

Museum im Schloss Herzberg am Harz Welfenschloss 37412 Herzberg am Harz Telefon 055 21/4799 und 852-216 www.museum-schloss-herzberg.de/

Dorfmuseum Meierhof Hattorf 9.00-17.00 Uhr Einweihung der Remise für landwirtschaftliche Großgeräte Hähnekrähwettbewerb und Geflügelrassenausstellung Wie arbeitet ein Imker? Ausstellung von Schafen und Ziegen Kinderaktion: Landwirtschaft mit allen Sinnen Wir richten ein Insektenhotel ein!

Dorfmuseum Meierhof Hattorf Steinstraße 3 37197 Hattorf am Harz rainerstarfinger@googlemail.com

Heimatmuseum Stadt Northeim 10.00 - 16.00 Uhr „Steinzeitaktionen für die ganze Familie“ Vormittag: „Große Jagd im Steinzeitwald“, Pfeile bauen und Steinzeit Quartett Mittag: Fladenbrote, geröstete Haselnüsse und sonstige Steinzeitverpflegung Nachmittag: „Ton Topf Scherben“, Steinzeitgefäße töpfern, Ausgrabung im Karton,  Malbögen, und Fundzettel. Originale Funde und Repliken aus verschiedenen Epochen können bestaunt und sogar  angefasst werden. Der  Ausstellungsbereich „Archäologie“ gibt einen Überblick zu  den archäologischen Funden und den Menschen unserer Region Eintritt frei!

Heimatmuseum der Stadt Northeim Am Münster 32 / 33 37154 Northeim Telefon: 05551 / 650-60

Heimatmuseum Obernfeld 11.00 - 17.00 Uhr Museumsbesichtigung mit Museumsführungen, Kirchenbesichtigung und weitere Aktionen: Diavorführung "Spurensuche - Ein Blick ins Archiv" Ausstellung "Spurensuche - Ahnenforschung in Obernfeld“ „Museumsmäuse“ Suchspiel für Kinder mit tollen Preisen Kaffee und Kuchen Eintritt frei!

Heimatmuseum Obernfeld Kirchgasse 8 37434 Obernfeld Telefon 05527/2919 oder 846959 www.obernfeld.de/index.php/heimatmuseum

Museum im Ritterhaus Osterode 11.00-17.00 Uhr Dauerausstellung „Alltag in Osterode, seit dem Mittelalter“. Neues Konzept, moderneres Design. Aktivstationen für Kinder 14.30 Uhr Museumsführung im Kostüm: Fürstin Clara von Braunschweig Grubenhagen ( geboren  1532, gestorben 1595) führt durch das Museum Eintritt frei!

Museum im Ritterhaus Rollberg 32 37520 Osterode am Harz Telefon 05522 / 919-793 Fax 05522/506-996 www.museum.osterode.de/

Städtisches Museum Seesen 14.00 - 18.00 Uhr Museumsfest für die ganze Familie: Zauberei mit dem Zauberer Jan Jokim Nostalgie-Karussell Historische „Hochzeitstafel" Kreativprogramm Malen und Töpfern Museums-Führungen Kaffee, Kuchen, Waffeln, Bratwurst und Steak Eintritt frei!

Städtisches Museum Seesen Wilhelmsplatz 4 38723 Seesen Telefon 05381/48891 Fax 05381/756-220 www.museum-seesen.de

Wilhelm-Busch-Haus Seesen/Mechtshausen 11.00 Uhr Gottesdienst im Wilhelm-Busch-Garten 12.00 Uhr Eröffnung vom „Gartenfest bei Wilhelm Busch“ mit Konzert vom Musikverein Rhüden Kartoffelsuppe vom offenen Feuer Verkaufsstände mit allerlei Dekorativem für Haus und Garten „Dachbodenmarkt“- Flohmarkt mit alten Dachbodenschätzen 13.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Spurensuche in Mechtshausen“ Zeitdokumente des Ortes aus dem vergangenen Jahrhundert 14.00-16.00 Uhr Konzert der Saxophongruppe „Elke auf dem Holzweg“ Eröffnung des großen Kuchenbuffets Eintritt frei!

Wilhelm-Busch-Haus Pastor-Nöldeke-Weg 7 38723 Seesen/Mechtshausen Telefon05384/90886 www.wilhelm-busch-haus.de

Museum Uslar Sonnabend, 20.05. 11.00 Uhr Vortrag: „Uslar unterm Hakenkreuz. Die Geschichte der NS-Bewegung im Solling“ von Dr.  Wolfgang Schäfer 15.00 Uhr Exkursion: Die Rüstungsfabrik im Pfeifengrund – Eine Spurensuche mit Hans-Jörg Langer

Uslar im Dritten Reich – Sonntag, 21.05. 11.00 Uhr Exkursion: Die Reihen fast geschlossen – Ein politischer Spaziergang auf den Spuren der  Nationalsozialisten mit Dr. Wolfgang Schäfer 15.00 Uhr Workshop: „Uslar im Dritten Reich – Eine kleine Quellenkunde anhand von Dokumenten aus dem  Stadtarchiv“ mit Daniel Althaus Eintritt frei!

Museum Uslar Mühlentor 4 37170 Uslar 05571-307-142 und 307-147 althaus@uslar.de

Astrid Vettel Museumsberaterin & Projektreferentin
Landschaftsverband Südniedersachsen e. V.,

Berliner Straße 4, 37073 Göttingen
http://www.landschaftsverband.org

 

Und in Nordhausen:
KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Nordhausen, Kohnsteinweg 20, www.dora.de präsentiert die Sonderausstellung „72 Jahre danach“ im Foyer des Museumsgebäudes.im Rahmen des diesjährigen Mottos „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ Anlässlich des 72. Jahrestags der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora am 11. April 2017 realisierte der Verein Jugend für Dora e.V. ein öffentliches Gedenkprojekt. Die Sonderausstellung „72 Jahre danach“ dokumentiert das ungewöhnliche Projekt und will erneut zur Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur anregen. Um 11.00, 13.00, 15.00 und 16.00 Uhr finden zudem reguläre Besucherführungen durch das Außengeländes und die Stollenanlage statt. Alle Führungen beginnen vor dem Museumsgebäude. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich.

 

Buch: "Kleine Landeskunde Südniedersachsen"

Mit Südniedersachsen wird genauer gemeint: das Gebiet des Landschaftsverbandes Südniedersachsen, die Landkreise Göttingen-Osterode, NOM, Holzminden, sowie Städte Seesen, Clausthal Zellerfeld im LK Goslar und Alfeld im LK Hildesheim.) Herausgeber sind eben dieser Landschaftsverband Südniedersachsen e.V. der als kommunaler Verband für Kulturförderung gegründet wurde und die Arbeitsgemeinschaft für südniedersächsische Heimatforschung e.V.

Konsequenterweise wurde das Buch Anfang 2017 vom Verlag Mikat aus Holzminden, Südniedersachsen veröffentlicht, der auch Bücher wie „Zwangsarbeit in Höxter“ oder „Nationalsozialismus im Weserbergland“ veröffentlicht hat und sich offenbar sehr unterstützend bei der Erstellung des Buches beteiligt hat.

Das Buch ist in jeder Hinsicht von einer Überfülle geprägt.
Erst einmal ist es überraschend schwer, denn die 270 Seiten des Buches sind auf Glanzpapier gedruckt um die vielen (263!) Fotos und Bilder sowie 74 Grafiken und 34 Karten scharf aufs Papier zu bringen. Das Buch hätte sich angesichts des Umfangs und der Ausstattung nicht für 19.80 € auf den Markt bringen lassen, wenn es nicht die Unterstützung durch die VGH-Stiftung, die Klosterkammer Hannover, die Braunschweigische Stiftung, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Calenberg-Grubenhagensche Landschaft gegeben hätte. Vermutlich war auch die unentgeltliche Zuarbeit von Menschen im wissenschaftlichen Beirat und jene von Autorinnen eine wesentliche Unterstützung. Der Verlag verzeichnet auf seiner Webseite eine Überfülle von 45 Autorinnen, von denen im Buch 18 namentlich mit besonderen Informationen erwähnt werden.

Überfülle auch in der Zahl der Themengebiete.
Die größeren Themenblöcke sind unterteilt in: Vom Steinzeitmenschen bis heute, Kommunalpolitik (Selbstverwaltung, Gebietsreform,..), Bevölkerung im Wandel, Arbeitswelt/Wirtschaft, Umwelt/Energie/Verkehr, Religion, Bildung, Kultur. Die Überschriften sind in Fragen gefasst: Wovon leben die Menschen in Südniedersachsen? Wo lernen die Südniedersachsen? Was glauben die Südniedersachsen?

Innerhalb der Themenblöcke geht es dann in aufgegliederten Teilbereichen noch einmal in die Tiefe und ins Detail.

Ein Beispiel: Im Abschnitt „Vom Steinzeitmenschen bis heute“ (wahrlich kein kleines Feld) ist ein Artikel überschrieben mit Herrschaftabfolge in Südniedersachsen seit dem 8 Jahrhundert.  Dazu gibt es auf Seite 49 ein Histogramm mit vielen Kästchen, Hierarchie-Linien und Kleingedrucktem mit den Beziehungen der Herzogtümer, der Verteilung von Fürstentümer, Zugehörigkeiten zu Königreichen usw. – alles auf engstem Raum.

Der „Germanische Überfall am Harzhorn“ ist ebenso wie die Geschichte der Königspfalzen ( z.B. der Pfalz Grona in Göttingen) in kompakter Weise und stets mit vielen Bildern dargestellt, so dass damit eine Unterrichtseinheit eingeleitet werden könnte – was übrigens auch eine Nebenabsicht der Herausgeberinnen war.

Beim persönlichen Durchforsten des Buches blieb mein Blick an einem großformatigen Foto von Otto Liebert aus dem Jahre 1895 hängen, das eindrücklich das damalige Leben am Sollingrand zu schildern in der Lage ist. Dies soll ein Bildausschnitt verdeutlichen, der auch stellvertretende für die vielen Illustrationen des Buches stehen soll.


Ausschnitt aus dem Foto von Otto Liebert 1895 / das Bild geht über zwei aufgeschlagene Seiten, dadurch tritt beim Abfotografieren in der Mitte eine Verzerrung bei dem Bildausschnitt auf. (S. 125)

Das Vorwort mit dem Titel „Warum dieses Buch?“ verrät nicht begreifbar die Motivation der Herausgeber. Wenn man aber das Buch aufschlägt und am Anfang 5 großformatige Fotos über 5 Doppelseiten Landschaften Südniedersachsen sieht die sagen wollen: Schaut! Ist unsere Landschaft nicht wunderschön? Dann weiß man es. In der Tat ist die südniedersächsische Landschaft mit vielen überraschend schönen Gegenden ausgestattet. Ein humorvoller Zeitgenosse hat sie einmal an anderer Stelle als „südniedersächsische Toskana“ bezeichnet.(>>Landschaftsfotografien von Grapf).
Allerdings: Bei einer der großformatigen Landschaftsaufnahmen am Anfang der Landeskunde Südniedersachsen wäre es nicht nötig gewesen, eine Kuh durch farbliche Aufarbeitung vor dem Weserberglandes derart hervorzuheben – so dass man glauben könnte, sie sei ins Bild hinein montiert worden. Und ein anderes großes Landschaftsfoto wird allzu sehr von einem Kreuz mit fast erschreckend lebensechter Darstellung des daran genagelten Jesus dominiert - ein Hinweis auf das katholische Eichsfeld)

"Nebenbei" ein Schulbuch ?
Überraschende Ähnlichkeit im Aufbau und Titel weist die „Kleine Landeskunde Südniedersachsen“ mit einem Buch auf, das der Landschaftsverband Weser-Hunte e.V. 2016 herausgegeben hat. Dieser bezeichnete sein Buch ebenfalls als „Kleine Landeskunde“ aber mit dem Zusatz „Zwischen Weser und Hunte“. Im Vorwort dieses Buches findet man die Motivation etwas deutlicher beschrieben:
„Heimat ist eine Ursehnsucht des Menschen und besonders in der globalisierten Welt wieder angesagt. »Unser Platz in der Welt ist kein E-Mail-Account, sondern ein Häuschen mit Gartenzaun. Heimat ist langweilig? Von wegen, sagt der Autor Philipp Riederle mit Blick auf seine eigene Generation, die »Digital Natives«. Denn je unbegrenzter wir reisen und digital surfen, desto wichtiger ist es, Bodenhaftung in der eigenen Identität zu finden. Global kommunizieren — lokal wohnen, dieser Spagat will gekonnt sein. Die Welt hat sich scheinbar in ein Dorf verwandelt, denn das Internet hat alle Grenzen aufgelöst. Um eine Identität und damit ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln, braucht es allerdings Begrenzung, Geborgenheit und Zugehörigkeit. Wer aber kennt das eigene Dorf, den Ort, die Region, aus der er oder sie kommt, tatsächlich näher?“ (>>diepholz kleine-landeskunde )

Eine ähnliche Orientierung lässt sich für die „Landeskunde Südniedersachsen“ ableiten, wenn im Vorwort steht, das Buch sei “auch für die Verwendung als Materialband im Schulunterricht ab der 7. Klasse konzipiert.“ Und damit komme „das Buch auch der Forderung des Niedersächsischen Kultusministeriums nach, das in einem Runderlass vom 7.7.2011 eine stärkere Berücksichtigung regionaler Themen fordert.“ Denn der Runderlass des Kultusministeriums vom 07.07.2011 sagt: "Zum Bildungsauftrag von Schule gehört es deshalb, neben den globalen auch die regionalen Bezüge und die Region im Unterricht und im Schulleben zu berücksichtigen und sichtbar zu machen sowie die Entwicklung eines regionalen Bewusstseins zu fördern." Das Kerncurriculum fordert, dass die Schülerinnenim Spannungsfeld zwischen lokal und global ein reflektiertes Heimatbewusstsein, ein Bewusstsein als Europäer sowie Weltoffenheit entwickeln sollen. (>>Sekundärquelle)

Global - Lokal - Heimat
Die Welt hat sich nicht nur in ein globales Internet-Dorf verwandelt, sondern die Menschen aus weit entfernten Gegenden tauchen auch real körperlich in unserer unmittelbaren Umgebung auf, weil sie aufgrund von Krieg, Gewalt, Verfolgung und Klimawandel (Hungerkatastrophen, Überschwemmungen) ihre Region verlassen.
Das vom Ministerium angesprochene Spannungsverhältnis zwischen Global und Lokal möge mit zwei Beispielen illustriert werden.. In der Landeskunde Südniedersachsen wird im Artikel „Flüchtlinge heute“ (S. 135) Ahmad D., ein syrischer Flüchtling zitiert mit den Worten: Bodenwerder ist meine neue Heimat geworden, ich fühle mich hier wohl. Ich möchte hier arbeiten und leben.“ Beim Jahresempfang des Intergrationsrates 2017 in Göttingen trat ein junger Mann aus Syrien auf die Bühne und sang schüchtern und dann voller Inbrunst ein Liebenslied und eines von der Schönheit seiner Heimat, woraufhin eine Frauen aus seinem Land laut in Tränen ausbrach.

Buchrezension: G. Schäfer / goest / März 2017

 

Freundlicherweise gab Olaf Martin, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Südniedersachsen auf die im Text angedeuteten Zweifel und Fragen nachträgliche Antworten 22.3.17:

- Niedriger Preis: Ja, der Beitrag der Stiftungen war essenziell, insgesamt 70.000 Euro. Die restlichen ca. 55.000 Euro kamen vom Landschaftsverband. Vgl. auch >>Kosten

- Zahl der Autor/inn/en: Autoren i. e. S. sind die 18 namentlich im Buch Genannten, vorneweg Peter Drews, der den Haupttext geschrieben hat. Die anderen Personen waren Mitglied des wissenschaftlichen Beirats und unserer hiesigen Redaktionsgruppe, vor allem letztere hat teilweise stark mitredigiert und -korrigiert. Ein Honorar hat (vom Verlag) nur Peter Drews und der Lektor bekommen. In allen anderen Fällen haben die Leute das entweder im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit beigesteuert oder haben Aufwandsentschädigungen im niedrigen dreistelligen Bereich bekommen. Du hast also recht, der Anteil unentgeltlicher Zuarbeit war erheblich.

- Vorwort zum Buch: im Wesentlichen ein Text von Olaf Martin, der erklärt, er habe sich "gegen den Wunsch nach einem weiter ausgreifenden Ideen-Überbau zu dem Buch gewehrt. Das Buch soll für sich sprechen" und er sei "skeptisch hinsichtlich der üblichen Diskurse zu Region, Heimat, global-lokal, regionale Identität usw. , zu viel Geschwurbel und bei genauerem Nachdenken problematischen Implikationen."

- Kuh im Weserbergland: Die sieht wirklich künstlich aus, aber der hier wie in vielen anderen Fällen aktive Fotograf Jörg Mitzkat versicherte mir glaubhaft, dass er dieses Foto nicht nachbearbeitet hat. Es muss die im Rücken des Fotografen tiefstehende Abendsonne gewesen sein, die zu dieser ungewöhnlichen Färbung geführt hat.