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Kunstverein

Kunstverein: gotmarstraße 1 D-37073 göttingen telefon/fax: (+49) 551 - 44 8 99 e-mail: info@kunstvereingoettingen.de postanschrift: postfach 25 18 D-37015 göttingen büro-öffnungszeiten: di./do. 15.00 - 18.30 uhr

info@kunstvereingoettingen.de
www.kunstvereingoettingen.de

2016 Britta Thie : "dove step"
2015 Ausstellung "Ring-Pass-Not" / Lea Porsager
2015 Fiete Stolte / Julius von Bismarck
2015 Moment!

2014 Das Bild im Zeitalter seiner Zirkulation im Netz: Viktoria Binschtok
2014 Haunted Thresholds - Geister in der Moderne Südostasiens
2014: movement matters Gansterer/McLardy/Paucar/Stillwell
2014: Yukihiro Taguchi produziert Stop-Motion-Film in Göttingen
Artothek (Ausleihsammlung)
Ausstellung "If Mind Were All There Was"
(Recherche in der Kunst)
Paule Hammer, "Magazin und Enzyklopädie"
Nina Tobien - Avertissement
Dominik Halmer "Zugriff und Annahme"
Lisa Oppenheim : Everyone’s Camera
Rao Fu CHIMERIKA
Ausstellung "We Notice No Disturbances"
Cube Cell Stage / Mariechen Danz
Ausstellung Philipp Messner "Unknown Again"
Ausstellung "Possessions" Sofia Hultén 2006
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Gollwitzer /Roepstorff / Rieve 2006 "Reality in General is Almost Unavoidable"
> Äkos Birkäs - Werke 1975 bis 2006« März/April 2007
> KünstlerInnenhaus


2016 Neue künstlerischen Leiterin

In den vergangenen vier Jahren wurde der Kunstverein Göttingen sehr erfolgreich von der Amerikanerin Laura Schleussner geleitet, die durch ihr Engagement entscheidend dazu beigetragen hat, die Position des Kunstvereins in inhaltlicher wie struktureller Hinsicht weiter zu stärken. Einen besonderen Fokus legte Laura Schleussner auf die internationale und interdisziplinäre Ausrichtung des Ausstellungsprogramms, etwa mit Einzelausstellungen von Lisa Oppenheim, Nevin Aladag, und Julius von Bismarck sowie den Gruppenausstellungen India is Now and We Notice No Distrurbances. Laura Schleussner wird ab Januar 2016 in das Team der Berlin Biennale wechseln und als Managing Editor das Publikationsbüro leiten.
Kuratorin Anja Lückenkemper wird ab dem 1. Januar 2016 als Nachfolgerin von Laura Schleussner das Ausstellungsprogramm 2016 gestaltet. Lückenkemper war mehrere Jahre als Assistenzkuratorin unter anderem an den KW Institute for Contemporary Art in Berlin und dem Kunstverein München tätig, wo sie an der Ausstellungskonzeption und -umsetzung, aber auch an der Entwicklung neuer diskursiver Formate beteiligt war. Neben ihrer kuratorischen Arbeit veröffentlicht sie regelmäßig Texte in Künstlerpublikationen und Ausstellungskatalogen.

Ausstellung Diana Sirianni "gewagte Entgrenzungen"

16.10. – 10.12.2016 Eröffnung mit Künstlergespräch: Sonntag, 16. Oktober 2016, 11:30 Uhr Altes Rathaus, Markt 9
Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr


Über Jahre hat die italienische Künstlerin Diana Sirianni Räume kartografiert und dabei skulpturale Elementen angelegt. Auf diese Weise sind mehrdimensionale Raumcollagen entstanden, die den jeweiligen Ausstellungsort auf dessen Farben, Formen sowie die Stofflichkeit der baulichen Merkmale hin reflektieren. Das Ergebnis sind abstrakte Bildräume, deren fragile Konstruktionen wirken, als würden sie die Explosion ihrer ursprünglichen Systeme anhalten. Die skulpturalen Elemente geben einen Eindruck von dem Umfang der Orte und Räume, die die Künstlerin auf diese Weise bearbeitet und in ihr Archiv eingespeist hat. Die Ausstellung umfasst auch zwei neuere Videoarbeiten, sogenannte Outdoorcollagen, die einen malerischen Ablauf festhalten, wobei die Malerei hier in die reale Welt eingreift und kontrollierte malerische Verfahren mit der Unberechenbarkeit der Straße kollidieren.(...) Bei beiden Werkkomplexen spielt die Digitalität eine wichtige Rolle. Während Sirianni für die Raumcollagen mit dem Prinzip des Copy-and- paste arbeitete, wird die Bildfläche der Outdoorcollagen zum Photoshop-Interface, dessen Arbeitsfläche sich in kontinuierlicher Veränderung befindet. Dabei wird der dargestellte Raum jedoch nicht dekonstruiert, sondern zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus verschiedenen Blickrichtungen aufgebaut.

 

Ausstellung *PERFECT LIVES*

mit Arbeiten von Robert Ashley, Trisha Baga, Loretta Fahrenholz, Fabian Hesse und Sasha Litvintseva* 14.8. – 09.10.2016
Altes Rathaus • Markt 9 • 37073 Göttingen Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr

Text Kunstverein / Die Gruppenausstellung /Perfect Lives/ zeigt künstlerische Überlegungen zu alternativen Wirklichkeiten. Ihren Titel bezieht sie von Robert Ashleys gleichnamiger Fernseh-Oper, in der Banküberfälle, Cocktailbars, geriatrische Liebe und adoleszente Ehe im amerikanischen Mittleren Westen inszeniert werden und der FernsehzuschauerIn in Form von Cut-ups und Samplings innerhalb einer unwirklichen Fernsehlandschaft begegnen. Ashleys Arbeit spielt mit der Wahrnehmung von Bild, Sprache und Musik und vermischt Storytelling, Meditation und visuelle Effekte zur komplexen Konstruktion einer unwirklichen Realität. Sie entwirft eine Landschaft, die sich parallel zu unserer Wirklichkeit befindet und neue Formen menschlicher Echtheit hervorbringt.

Der Kunstverein Göttingen bringt für /Perfect Lives/ fünf künstlerische Positionen zusammen, deren Arbeiten identitäre Differenz, Artifizialität und Gruppenbildung umkreisen. Die präsentierten Videos und skulpturalen Werke lassen dabei die momentane Konstitution unserer Gesellschaft als komplexes Bild entstehen: Sie thematisieren Selbstvermarktung und Konsum, Neoliberalismus oder staatliche Kontrollen, nutzen Noise und testen alternative Lebensszenarien. Die Arbeiten zeigen geschichtsfressende, hyperreale Urlaubsressorts oder verwenden New York als postapokalyptisches Setting. Sie verstehen Identitäten als verquirlte 3D-Meshes und driftende Datensätze oder lassen die künstliche Normalitäts-Blase eines Kreuzfahrtschiffs zum Kulturschock werden. Identität definiert hier keine feste Entität, sondern umschreibt die liquide und wandelbare Echtheit einer Person oder Sache. Die Werke umarmen Zufall wie Improvisation und zeichnen sich durch eine großzügige Nicht-Fixiertheit aus, denn alles könnte auch ganz anders sein. Sie stellen Bilder möglicher Realitäten vor, durch die Utopien, Subkulturen und Parallelgesellschaften erprobt werden und alternative Identitätskonstruktionen entstehen könn(t)en. Die teilnehmenden Arbeiten verspinnen sich so miteinander und innerhalb ihrer eigenen erzählerischen Matrix. Sie funktionieren als Kommentare auf derzeitige Gesellschaftsphänomene und sind gleichzeitig ein Entwurf für utopische bis dystopische Zukünfte. /As composers we built the car, but we don’t tell you where to drive it. /Mit diesen Worten beschrieb der Pianist „Blue“ Gene Tyranny* die Idee der TV-Oper Perfect Lives. Die Gruppenausstellung im Kunstverein Göttingen greift diesen Gedanken auf und präsentiert den BesucherInnen eine Werkkonstellation als Werkzeug, um in die eigenen inneren Landschaften aufzubrechen. Mit künstlerischen Arbeiten von Robert Ashley, Trisha Baga, Loretta Fahrenholz, Fabian Hesse und Sasha Litvintseva. * zitiert nach „Yes, But Is It Edible?“ (Hrsg. Will Holder/Alex Waterman).

Kunstverein Göttingen Gotmarstraße 1 37073 Göttingen Tel.: 0551/44899 mail: info@kunstvereingoettingen.de www.kunstvereingoettingen.de

 

 

 

Setz dein Ich in Anführungsstriche 19.6. – 31.7.2016
Philipp Gufler mit Arbeiten von Ben d'Armagnac und Rabe Perplexum

Eröffnung mit Künstlergespräch: Sonntag, 19. Juni 2016, 11:30 Uhr Künstlerhaus • Gotmarstraße 1 • 37073 Göttingen Öffnungszeiten: Di–Fr 14–18 Uhr, Sa/So 11–17 Uhr

Mit »Setz dein Ich in Anführungsstriche« präsentiert der Kunstverein Göttingen Philipp Guflers erste institutionelle Einzelausstellung. Der Titel bezieht sich auf Hubert Fichtes »Versuch über die Pubertät« (1974), der mit den Worten »Setz doch dein Ich in Anführungsstriche – nenn dich ›Roman‹« seiner literarischen Annäherung auch eine analytische Distanz zur Seite stellte, um die eigene (zum Teil autobiografische) Herangehensweise infrage zu stellen. Philipp Gufler *1989 in Augsburg) studierte Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München und der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 2014 - 2015 war er Teil des Komitees des Kunstraums Lothringer13_Florida in München. Seit 2013 recherchiert er im Archiv Forum Homosexualität München. Seine Arbeiten waren zuletzt unter anderem zu sehen bei: »Videonale« im Kunstmuseum Bonn (2015); »Reality through Fiction« im Circuits and Currents, Athen (2015); »You must make your death public« im De Appel, Amsterdam (2016); »Favoriten III« im Lenbachhaus München (2016) und in der Galerie Françoise Heitsch in München (2014 und 2016) gezeigt. Seit September 2015 ist er Teilnehmer am Residenz Programm De Ateliers in Amsterdam. Kunstverein Göttingen Gotmarstraße 1 37073 Göttingen Tel.: 0551/44899 mail: info@kunstvereingoettingen.de www.kunstvereingoettingen.de

 

Identification Please 20.3. – 15.5.2016
Einzelausstellung der US-amerikanischen Multimedia-Künstlerin Liz Magic Laser.

Altes Rathaus Markt 9 Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr

Veranstalter*innentxt:
Im Zentrum von Identification Please steht Lasers intuitive körperliche Auseinandersetzung mit soziopolitischen Konstruktionen des Selbst. Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten untersuchen Identitätsformationen in einem breiten Spektrum von Szenarios, darunter Elternschaft, Nachrichtenproduktion und politische Ansprache. Über eine Reihe von Telepromptern und eine Zeitungspublikation, in der sich Anleitungen finden, werden die ZuschauerInnen zum aktiven Austausch mit den Arbeiten eingeladen. Mit der titelgebenden Arbeit Identification Please – der neuesten Ausgabe von Lasers Living Newspaper-Serie (fortlaufend seit 2012) – untersucht die Künstlerin, wie Produktion und Rezeption von Tagesereignissen Empathie manipulieren. Eine monumentale Zeitungswand präsentiert dabei ein Video und Texte, die innerhalb eines Schul-Workshops erarbeitet wurden, in dessen Rahmen Laser die Turnhalle der Schule in ein Forum zur Verhandlung der derzeitigen sogenannten ›Flüchtlingskrise‹ mit den SchülerInnen umfunktioniert. Die Installation lädt die ZuschauerInnen zu Übungen ein, in denen Zeitungsartikel den persönlichen Geschichten und Blickrichtungen der SchülerInnen gegenübergestellt werden.
Die Ausstellung umfasst außerdem unter anderem Lasers neuestes Video Kiss and Cry (2015), in dem anhand von jungen Eiskunstläufer- Innen die soziale Konstruktion des unschuldigen Kindes nachgezeichnet wird. Andere Arbeiten, wie etwa The Thought Leader (2015) und Stand Behind Me (2013), zeigen das Performancetraining und die Marktforschungsstrategien, die PolitikerInnen einsetzen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Liz Magic Laser (*1981, New York) lebt und arbeitet in Brooklyn. Ihre Performances und Videos greifen in halb öffentliche Räume ein – wie etwa Kinos und Nachrichtenredaktionen – und entstanden zum Teil in Zusammenarbeit mit SchauspielerInnen, TänzerInnen, ChirurgInnen und Mitgliedern einer Motorradgang. Ihre Arbeiten waren in Einzelausstellungen bei Mercer Union, Toronto (2015); Wilfried Lentz, Rotterdam(2015); Various Small Fires, Los Angeles (2015); Paula Cooper Gallery, New York (2013) zu sehen.

http://www.lizmagiclaser.com

 

Britta Thie : "dove step"

10.1. – 21.2.2016 Eröffnung mit Künstlergespräch: Sonntag, 10. Januar 2016, 11:30 Uhr Künstlerhaus Gotmarstraße 1 • 37073 Göttingen Öffnungszeiten: Di–Fr 14–18 Uhr, Sa/So 11–17 Uhr

Mit dove step präsentiert der Kunstverein Göttingen Britta Thies erste institutionelle, physische Einzelausstellung. Und dove step ist die erste Ausstellung im Jahresprogramm von Anja Lückenkemper, die ab 2016 die künstlerische Leitung des Kunstverein Göttingen übernehmen wird.

Veranstaltungsanküdigungstext des Kunstvereins:
Für die Räume des Kunstvereins entwickelt die Künstlerin eine „future fairy tale“, ein verräumlichtes Märchenskript, das Anleihen sowohl an populäre Medien wie Comicstrips, als auch an theoretische Verweise – etwa auf Cold Intimacies. The Making Of Emotional Capitalism von Eva Illouz – aufweist. Die Künstlerin, die einem breiten Publikum durch ihre von der Schirn Kunsthalle und ARTE Creative koproduzierte Web-Serie Transatlantics (2015) bekannt geworden ist, lotet in dove step die Verwischung der Grenze zwischen Fiktion und Realität weiter aus, die bereits in Themen und Techniken ihrer früheren Arbeiten angedeutet wurden. So werden neben ihren künstlerischen Arbeiten auch Objekte und Archivmaterial aus dem Familienbesitz in die Ausstellungsnarration eingewoben. Thie transformiert den Ausstellungsraum in eine bunte Landschaft und stellt den Besucher/Innen einen Survival-Guide für unsere Zeit vor, der die emotionale Mobilität der Post-Internet-Generation mit scharfem Blick und spielerischem Humor fokussiert und analysiert. Neben einer neuen Serie comicartig angelegter Gemälde (Mama And Nana, 2015, Yoshi ’s Island saved the date, 2015, Happiness Bully, 2015), entwickelt Thie zudem einen neuen, von dem Produzenten und Musiker Ville Haimala komponierten Soundtrack zur Ausstellung, der die Idee des „Voice-Overs“ auf ihre Wirkungsfähigkeiten hin untersucht. Das Voice-Over funktioniert dabei als poetischer Referenzrahmen, dessen tagebuchartige Gedichte auf den Ausstellungsraum Bezug nehmen, ihn strukturieren sowie die Betrachter/Innen direkt ansprechen und in die Narration einbinden. Der Titel der Ausstellung, dove step, ist ein Neologismus, mit dem Thie unter anderem auf die Musikrichtung Dubstep anspielt, eine minimalistische Musik, die den Bass in ihrem Klangbild besonders betont. Mit dove step initiiert Thie das “sanfte Gegenteil” zu Dubstep, das auch in Resonanz zu ihrer Arbeit The Emotional Mobility Editorial (2013) steht. Britta Thie (*1987in Minden) studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster, der Universität der Künste Berlin, sowie an der Cooper Union of Science and Art, New York. 2013 schloss sie ihr Studium als Meisterschülerin bei Hito Steyerl an der UDK Berlin ab. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in den Ausstellungen Casting Call with SPECIAL SERVICE, Auto Italia South East, London (2014), BLISS feat. mumok, mumok, museum moderner kunst stiftung ludwig wien (2014) und Vanity; Pet, Loyal Gallery, Stockholm, Schweden (2014) gezeigt.

 

Ausstellung "Ring-Pass-Not" / Lea Porsager

1. November - 20. Dezember 2015
Altes Rathaus Göttingen
Öffnungszeiten: Di - So 11-17 Uhr
Eröffnung: 1. November, 11:30 Uhr

Die Ausstellung "Ring-Pass-Not" schlägt einen Bogen zwischen Wissenschaft, Politik, Feminismus und Esoterik. Dabei lenkt Porsager den Blick auf mystische und spiritistische Untersuchungsgegenstände

21.10.15 / Text Kunstverein /
Der Begriff "Ring-Pass-Not" wird in okkulter Literatur für die Bezeichnung der peripheren Einflusssphäre der zentralen Lebenskraft verwendet und bezieht sich auf alle Dinge, die in der heutigen Wissenschaft nicht erklärbar sind oder verstanden werden können. In der gleichnamigen Ausstellung bildet eine Endlosschleife sowohl Anfang als auch Endpunkt des räumlichen und konzeptuellen Gefüges.
Die schwebende Arbeit ist Metapher für den Gedanken, das Wiederkehrende, sich Drehende und nicht Ausbrechbare. Hieraus spannt sich ein Netz von Arbeiten, deren Ursprung hybride und spekulative Gedankenexperimente sind und in unterschiedlichen Materialien eine Form finden: "Thought Forms" basieren auf dem gleichnamigen Buch von Annie Besants und C.W Leadbaters aus dem Jahr 1901, in dem die Gedankenformen sowohl als immateriell als auch lebendig und sich frei durch Raum und Zeit bewegend beschrieben werden. Die Bronzeobjekte "Kundabuffers" beziehen sich auf Organe des Science-Fiction Romans "An Objective Criticism of the Life of Man" des Mystikers G.I. Gurdjieff,


81 Inflated Facets, Moderna Museet Malmö, Malmö, Sweden, 2014, // Credits: Photo: Anna Rowland

81 gebogene Metallobjekte der "Golden Insider" bezieht sich auf die >> Kundalini-Technologie, die dem Geist 81 Facetten zuteilt.

Mit den wurmartig gewundenen Skulpturen verbindet Porsager die Idee des Biegens durch Gedanken mit den Gesetzen der Quantenmechanik und ihren noch zu erforschenden Theorien.

In "Cut-Spleiß-Supercluster", schneidet Porsager im wörtlichen Sinne verschiedene Konzepte von esoterischen Doktrinen auseinander und fügt sie wieder neu zusammen. Mit der skulpturalen Installation "SPIN Φ” bezieht sich die Kόnstlerin auf die Rotation der Schleife ohne Ende. Die Konstruktion basiert auf dem magischen Symbol des "Siegels", das über Jahrtausende als Katalysator für die Manifestation von Gedanken diente. "SPIN Φ” halluziniert und spekuliert zwischen den Bereichen der Wissenschaft, Politik, Wolle, Eisen, Styropor, Esoterik und Skepsis.

Lea Porsager (geb. 1981, DK) studierte Bildende Kunst an der Königlich Dänischen Kunstakademie, Kopenhagen sowie an der Städelschule, Frankfurt am Main. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit der Entwicklung von Denksystemen, deren Ursprung im Okkultismus und in alternativen Bewegungen liegt. Die Documenta13 Künstlerin entwickelt mit dem Erforschen von Sub-Kulturen Strategien, die zur Erweiterung des Wahrnehmungssystems, des Körpers aber auch des Bewusstseins führen. Ihre Arbeiten basieren auf Arbeiten von Rudolf Steiner, Helena Blavatsky, G. I. Gurdjieff oder Annie Besant, deren verlorene Arbeiten Porsager als Medium wieder kreierte und die derzeit bei der Istanbul Biennale 2015 zu sehen sind. Ihre Werke wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt:

 

Kunstvermittlungsprojekte des Kunstvereins

Vom Sehen, Machen und Zeigen Ausstellung der Kunstvermittlungsprojekte des Kunstvereins
Eröffnung: Sonntag, 1. November 2015, 11:30 Uhr
Altes Rathaus, Markt 9, 37073 Göttingen
Dauer der Ausstellung: 1.11. - 20.12.2015
Öffnungszeiten: Di – So 11:00 – 17:00 Uhr

Cluster bilden, Denkmäler erkunden und sprechen lassen, Nasen abformen mit Fiete Stolte, die eigene Hand aus Draht und Gips gestalten, Ausstellungen konzipieren, den Botanischen Garten einer filmischen Inspektion unterziehen – die Ausstellungen des Kunstvereins Göttingen boten zahlreiche Gelegenheiten zur Auseinandersetzung mit den gezeigten Kunstwerken und eigener kreativer Umsetzung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene ließen sich irritieren und inspirieren.Die Ausstellung zeigt Originale und Fotos aus den Workshops und Projekten.

 

Ausstellungen Juni / Juli / August 2015

Fiete Stolte Hotel Absence
Vernissage: Sonntag 21. Juni - 2. August 2015 um 11. 30 Uhr im Künstlerhaus

Fiete Stoltes Installationen, Polaroids und Videos eröffnen eine Dimension des Imaginären, die Struktur der Zeit und die individuelle Zeitlichkeit auf den Kopf stellt. In der Ausstellung in Göttingen steht das Thema der Zeit auch im Mittelpunkt – als fast plastischer Gefüge in welcher die Körperlichkeit bzw. der Körper des Künstlers sich manifestiert und verschwindet. Arbeiten mit Materialien wie Graphit und polierten Druckplatten verwenden Spuren des Körpers, um auf eine Art Übergang zwischen den Dimensionen von Handlung und Körper hinzudeuten – von Zeit und Raum. Zum Beispiel Touching the Space ist ein Abguss von der Hand des Künstlers in Graphit. Durch Berührung glatt gerieben ist auf einer Fingerspitze eine spiegelnden Fläche entstanden. Welchen "Raum" wird von dieser Finger getastet — eine Fläche, eine Grenze, ein weißes Blatt Papier? Eine zentrale Arbeit, die der Ausstellung insgesamt Dynamik und Rhythmus verleiht ist die Videoinstallation Sun Moon. Sie zeigt zwei ca.10- minütige Aufnahmen der Sonne und des Mondes als Reflexionen auf ein und derselben dunklen Wasseroberfläche. In den Projektionen, die über einen Spiegel am Boden auf eine Wand reflektiert werden, bewegen sich Sonne und Mond tänzelnd aufeinander zu, überlagern sich kurz in einer hellen "Eklipse" und entfernen sich wieder – eine Situation, die der natürlichen Bewegungen der Himmelskörper, die Tag und Nacht einteilen, widerspricht. Durch diese meditative Gleichsetzung von Sonne und Mond suggeriert Stolte eine andere mögliche Taktung und Erfahrung der Zeit. Auch zu sehen sein wird Stoltes besondere Fotokabine Eye, die auf der abc in Berlin prämiert wurde. In der Ausstellung werden Besucher diese Kabine benutzen können um sich ein Porträt von sich zu machen – ein Bild von sich im eigenen Auge. Begleitend zur Ausstellung erscheint Fiete Stoltes erster umfangreicher Katalog im Sieveking Verlag.

Fiete Stolte, Eye, 2014, Foto 45 x 54 cm // Fiete Stolte, Eye, 2014, Fotokabine

 

 

Julius von Bismarck Tiere sind dumm und Pflanzen noch dümmer
5. Juli - 23. August 2015 Vernissage: Sonntag 5. Juli um 11.30 Uhr im Alten Rathaus

Mit seinen Installationen, Videoarbeiten und Performances untersucht Julius von Bismarck den menschlichen Wahrnehmungsapparat und fordert – mit Hilfe der Gesetze der Physik – unsere perzeptiven Gewohnheiten heraus. Sein interdisziplinärer Ansatz ist eine schöpferische Befragung der Welt und der Natur, die der Mensch zunehmend verwandelt. Die Ausstellung in Göttingen präsentiert eine Auswahl von Videoarbeiten des Künstlers, die sich mit diesen beiden Themenfeldern beschäftigen. Als eigenständige Arbeiten haben die Videos des Künstlers oft einen starken dokumentarischen Charakter. Sie begleiten seine Handlungen in der Natur oder im öffentlichen Raum sowie die Vorführungen bestimmter Experimente oder Apparate: in Punishment I (2012) z.B. reist von Bismarck durch die Welt und peitscht wiederholt monumentale, romantisch anmutende Landschaften und ikonische Denkmäler aus, u.a. die Schweizer Alpen, die Wellen des Atlantik und die amerikanische Freiheitsstatue. In Landschaftsmalerei (2015), einer neuen Arbeit, die in Mexiko produziert wurde, lässt von Bismarck eine bergige Landschaft weiß streichen, um sie anschließend wieder naturgetreu zu bemalen. Im Rahmen dieser Präsentation von neuen und älteren Arbeiten erscheint zur Ausstellung der erste werkübergreifende Katalog des Künstlers.


Julius von Bismarck, Landschaftsmalerei 2015,
16 x 9 HD Video Courtesy Alexander Levy, Berlin

 

Kuratiert von Laura Schleussner Künstlerische Leitung www.kunstvereingoettingen.de

 

Moment!

15. März - 03. Mai 2015 Mit: bankleer, Sarah Burger, Anetta Mona Chia & Lucia Tkáèová, Aleksandra Domanoviæ, Christian Jankowski, Mahony, Christiane Möbus, Timm Ulrichs, Carla Zaccagnini

Eröffnung: 15. März 2015, 11:30 Uhr Altes Rathaus
Öffnungszeiten: Di – So 11 – 17 Uhr

Die Ausstellung dient als Plattform für den Diskurs über Kulturen der Erinnerung und der einhergehenden Geschichtsschreibung im öffentlichen Raum. Inwieweit wird durch öffentliche Symbole und Orte des Gedenkens ein allgemein verbindliches Geschichtsbild postuliert? Die gegenübergestellten Arbeiten beleuchten ein breites Feld künstlerischer Positionen, die sich mit der Tradition von Monumenten und den daraus implizierten sozialen Dimensionen auseinandersetzen. Sie untersuchen ihre Veränderung der Rezeption im Verlauf der Geschichte und beleuchten die Auswirkungen von politischen und sozialen Umbrüchen auf Kunst im öffentlichen Raum. Woher kommt der Anspruch etwas für und in der Öffentlichkeit zu "verewigen" im Vergleich zum ephemeren Charakter einer Geste oder Intervention? 'Moment!' beschäftigt sich mit dem puren Akt und der damit einhergehenden Macht- und Erinnerungskultur. Welche Ereignisse und Personen sollen im sozialen Gedächtnis bewahrt werden - und vor allem welche nicht? Angeregt wurde die Ausstellung durch die Debatte in der regionalen Presse um ein geplantes öffentliches Monument der Niedersächsischen Künstlerin Christiane Möbus (für die “Göttinger 7” von 1837) vor dem Göttinger Hauptbahnhof und von Kordula Fritze-Srbic kuratiert.


Jankowski

Performance

Göttingen Am1. Mai verleiht das Künstlerduo bankleer den Monumenten und politischen Orten in Göttingen erstmals Stimmen und setzt ihre historischen Bezüge in den heutigen politischen Kontext. In der Live-Performance fährt tohubassbuuh, ein überdimensionales Megafon auf Rädern, durch den Stadtraum von Göttingen. Die Aktion findet statt im Rahmen der Ausstellung „Moment!“ des Kunstvereins Göttingen.

Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Alten Rathaus, Markt 9.


Foto: goest.de


Performance in Berlin

 

Das Bild im Zeitalter seiner Zirkulation im Netz: Viktoria Binschtok
Russland geborene und in Berlin lebende Künstlerin

Sonntag, 11. Januar 2015 11:30 Uhr im Künstlerhaus Gotmarstraße 1
Öffnungszeiten Di - Fri 14 – 18 Uhr Sa/So 11 - 17 Uhr

Viktoria Binschtok geht fotografischen Bildern in einer globalisierten Welt nach. Durch die Verschiebung von Kontexten verleiht sie dem täglichen Gebrauch und Konsum von Fotografien einen Einblick in die Verwendung von Bildinformationen. Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Werke ihrer neusten „Cluster“-Serie. In dieser setzt Viktoria Binschtok die Suchmaschinen des Internets auf ihre eigene künstlerische Arbeit an. Die Künstlerin gibt ihr eigenes fotografisches Bildmaterial in den digitalen Prozess ein und untersucht, welche Bilder durch die Suchalgorithmen auf rein kompositorischer und farblicher Ebene gefunden werden. Diese Treffer werden von der Künstlerin reinszeniert und in einen neuen Zusammenhang mit dem Ausgangsbild gestellt. Die daraus entstehenden Bildergruppen sind völlig aus ihrem Kontext genommen und lassen keine Unterscheidung zwischen Original und generierten Bildmaterial mehr zu. Mit dem Auflösen von Ursprung, Hierarchie und inhaltlicher Verwendung von Fotografien öffnet die Künstlerin einen Betrachtungsraum, der neue Zugänge und Assoziationsketten zulässt. Binschtok's „Cluster“ bestehen aus Diptychen, Triptychen und skulpturalen Anordnungen deren Produktionsprozess, Material und Format variiert.

Künstlergespräch Im Rahmen der Eröffnung am 11.01 um 11.30 findet ein Künstlerin-Gespräch mit der Kuratorin Kordula Fritze-Srbic statt.

Sonntagsführungen am 18. Januar,1. Februar und 15. Februar 2014 Kostenlose Führungen durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Caren Barbara Schweder jeweils um 15:00 Uhr

Interview mit Viktoria B.

 

Haunted Thresholds - Geister in der Moderne Südostasiens

9.11.14 Eröffnung der Ausstellung Haunted Thresholds Im Alten Rathaus 11:30 Uhr , Die Ausstellung Kunstvereins Göttingen | Dorisea, über Geister in der Moderne Südostasiens läuft vom 9. November – 21. Dezember 2014 , Öffnungszeiten: Di – So 11 – 17 Uhr

Veranstaltung in Kooperation mit dem Kompetenznetzwerk "Dynamiken von Religion in Südostasien" (DORISEA), Universität Göttingen. Kuratiert von Lauren Reid
Beteiligte Künstlerinnen Art Labor (Vietnam), Maung DAY (Myanmar), Riel HILARIO (Philippines), HO Tzu Nyen (Singapore), NGUYEN TRINH Thi (Vietnam), Jakrawal NILTHAMRONG (Thailand), Yudi NOOR (Indonesia), Kaensan RATTANASOMRERK (Thailand), John Frank SABADO (Philippines), Taiki SAKPISIT, Chulayarnnon SIRIPHOL (Thailand), THAN Sok (Cambodia), TRUONG CONG Tung (Vietnam), Apichatpong WEERASETHAKUL (Thailand), Entang WIHARSO (Indonesia)

(Ankündigungstext Kunstverein) Haunted Thresholds ist ein Resultat der Zusammenarbeit zwischen dem Kunstverein Göttingen e.V. und dem Forschungsnetzwerk " Dynamiken von Religion in Südostasien" (DORISEA), das vom Ministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. DORISEA untersucht die Beziehungen von Religion und Moderne in Südostasien, das durch besonders komplexe Verflechtungen verschiedener Kulturen und Religionen geprägt ist. Die in der Region vertretenen Religionen haben vielfältige Dynamiken entwickelt und gestalten Modernisierungsprozesse entscheidend mit.
Die Ausstellung spürt der Präsent von Religion und Spiritualität im Alltag nach und zeigt Künstler_innen aus Südostasien, die sowohl die intimen Verbindungen als auch die radikalen Brüche zwischen modernem Leben und dem Religiösen erkunden. Ihre Werke sprechen von unsichtbaren Kräften, modernen Ritualen und karmischen Gesten. Spiritualität und Mythologie verschmelzen mit dem Alltäglichen, die Grenzen zwischen verschiedenen Realitäten, Zeiten und Seinszuständen lösen sich auf.
Die Künstler/innen präsentieren subjektive Perspektiven und ungelöste Fragen, die ihren individuellen Erfahrungen und künstlerischen Kontexten entspringen. Sie repräsentieren weder einen Staat, noch eine Region oder Ideologie. Vor allem nutzen alle ihre je spezifischen Repertoires an mythologischen Elementen, um eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu schlagen, die Region neu zu schreiben und die Wunden des Kolonialismus zu artikulieren.

 

Artothek (Ausleihsammlung) des Kunstvereins Göttingen

30.5.14 / Ausstellung 25 Jahre Artothek mit ausgewählten Werken aus der Ausleihsammlung
Eröffnung Sonntag, 15. Juni 2014, 11.30 Uhr Künstlerhaus (-innen?) Gotmarstraße 1
Einführung: Rudolf Krüger, M.A. Musikalischer Rahmen: Der Lautenist Andreas Düker spielt Stücke von Bach und Händel // Ausstellung 15.06. – 27.07.2014 , Di.-Fr. 16-18 Uhr, Sa. u. So. 11-16 Uhr

Seit 1988 bietet der Kunstverein Göttingen mit seiner Artothek (Bilderverleihgalerie) die Möglichkeit, originale Kunstwerke auszuleihen. Im Nachklang zum 25jährigen Jubiläum der Artothek in 2013 würdigt der Kunstverein die über viele Jahre aufgebaute Sammlung mit einer öffentlichen Ausstellung.
Gezeigt wird eine repräsentative Auswahl von Werken der Artothek aus verschiedenen Perioden und in unterschiedlichen Techniken – von Kunstwerken der Klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst. Der Schwerpunkt der Ausleihsammlung, die inzwischen rund 650 Arbeiten umfasst, liegt auf druckgraphischen Werken. Darüber hinaus stehen aber auch Fotografien, Zeichnungen, Aquarelle und Ölgemälde zur Ausleihe zur Verfügung. Die Ausstellung, die einen Eindruck von der Bandbreite und der Qualität des im Laufe der Jahre stetig erweiterten Ausleihangebots der Artothek vermittelt, informiert auch über die Modalitäten der Bilderausleihe dieser ganz besonderen Göttinger Institution.

Über die Artothek

Die Artothek des Kunstvereins Göttingen befindet sich im ersten Stock des Künstlerhauses, Gotmarstraße 1, 37073 Göttingen, Telefon: 0551 – 541846 artothek@kunstvereingoettingen.de Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 15–18 Uhr www.kunstvereingoettingen.de

Die Artothek funktioniert ähnlich einfach wie eine Bibliothek, nur dass man hier Bilder statt Bücher ausleihen kann. Liebhaber zeitgenössischer Kunst oder der klassischen Moderne brauchen keinen großen Geldbeutel, um sich originale Kunstwerke in die eigenen vier Wände zu holen. Die Jahresgebühr für die Mitgliedschaft in der Artothek beträgt 8 € .
Bis zu zwei Arbeiten können für jeweils drei Monate ausgeliehen werden. Der Ausleihbetrag von 3 bis 5 € monatlich pro Bild beinhaltet die Rahmung und die Versicherung. Um Bilder auszusuchen, können Mitglieder direkt in die Artothek kommen oder sich vorab über einen Online-Katalog über die Ausleihbestände informieren. Der Katalog bietet auch Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern sowie ihren Werken. Hierzu erhalten die Mitglieder der Artothek ihre persönlichen Zugangsdaten von den Mitarbeiterinnen. Mit Firmen, Praxen oder Büros können Sondervereinbarungen getroffen werden. Die Artothek wird seit 1992 ehrenamtlich geführt.
(Das Team der Artothek freut sich jederzeit über weitere ehrenamtliche Unterstützung. Es bietet engagierten Personen einen vielfältigen und interessanten Aufgabenbereich.)

 

movement matters
23. März - 04. Mai 2014, Künstlerhaus , Gotmarstraße 1

mit Nikolaus Gansterer (Österreich), Laura McLardy (UK/Deutschland), Antonio Paucar (Peru), Madeline Stillwell (USA) Gastkuratorin: Kordula Fritze-Srbic

Die Gruppenausstellung movement matters untersucht den Zusammenhang und die Divergenz zwischen Bewegung und ihrer Manifestation und zeigt Arbeiten, deren Entwicklungsprozess ein immanenter Bestandteil des Werkes ist. Wie geht die Momenthaftigkeit einer Performance in Materie - matter - über? Die Ausstellung movement matters geht auf die Verschiebung der Wahrnehmung von Performance im bildenden Kunstsektor ein, und setzt sich mit der Wechselbeziehung von Aktion und ihrer Konsequenz, mit Ursache und Wirkung auseinander. Die Aktionen und Performances der KünstlerInnen hinterlassen Muster, Zeichnungen, Objekte, Skulpturen sowie Videos losgelöst von dem ehemals Stattgefundenen im Raum; gleichzeitig verweisen physische wie konzeptuelle Gesten auf deren Entstehung hin. Die in der Gruppenausstellung zurückgebliebenen Spuren und vielfachen Übersetzungen von Bewegung lenken den Blick jenseits der Materie. Sie eröffnen einen Raum, der den Prozess von einem Medium zum anderen nachvollziehen lässt. Das Schreiben von Bewegung wird sichtbar, das im Ausstellungsraum Verborgene wird durch den Betrachter wieder hervorgeholt und präsent. Nikolaus Gansterer setzt sich mit der Übersetzung von Merce Cunninghams Choreografie "Cheap Immitation" auseinander, deren Musik John Cage dafür eigens transkribierte. Die bereits bestehende Geschichte der Transformation der prägenden Figuren im Bereich Performance wird hier aufgenommen und weiter geflochten. Die Wechselbeziehung zwischen Zeichnung und ihrer Entstehung untersucht Antonio Paucar. Seine eigens präparierten Kreisel schreiben in "Choreography of the Dancers" aquarellierte grafische Linien in das Papier. In der Videoinstallation "La Shushup" gleitet Farbe ohne jeglichem Zutun über Wände und hinterlässt eine Zeichnung. Der Konfrontation von physischer Bewegung und Objekt geht Madeline Stillwell in einer gestischen Skulptur nach aus sperrigen Materialien, Tonarbeiten und flüssigem Beton. Die körperliche Interaktion schreibt sich in das Material ein und hinterlässt auf der Oberfläche Spuren als negativen Raum zurück. Die Arbeiten von Laura McLardy setzen sich direkt mit dem Schreiben von Tanz, der Choreografie, auseinander. Sie fordert den Zuschauer dazu auf abstrahierte Bewegungsabläufe nachzuvollziehen, und so selbst die transformierte Bewegung wieder neu entstehen zu lassen.

Nikolaus Gansterer geboren 1974 in Klosterneuburg (AT), lebt und arbeitet in Wien. Er studierte an der Universität für Angewandte Kunst Wien bei Brigitte Kowanz, absolvierte ein Postgraduales Studium an der Jan van Eyck Akademie, Maastricht und ist Gründungsmitglied des Instituts für transakustische Forschung. Seit 2000 intensive internationale Ausstellungstätigkeit und Performancepraxis. 2003 Staatsstipendium des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Österreich. Seit 2007 Lehrtätigkeit an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. 2009 Auszeichnung mit dem Kulturpreis für Bildende Kunst des Landes Niederösterreich. 2011 veröffentlicht Nikolaus Gansterer das umfangreiche Buchprojekt Drawing a Hypothesis (Springer Wien/New York) über die Ontologie von Visualisierungsformen und die Entwicklung des diagrammatischen Blicks in Kunst und Wissenschaft.

Laura McLardy geb. 1984 in London (UK), lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte am Goldsmiths, University of London (BA, 2007) und am Institut für Raumexperimente (2009-2012), einem Forschungsprojekt des Künstlers Olafur Eliasson an der Humboldt-Universität Berlin. Zu ihren Ausstellungen zählen u.a.: The Great World Fair - The World Is Not Fair (2012), Raumlabor und HAU, Berlin, Without Destination, Reykjavik Art Museum, Reykjavik und Berlin (2011), Playing Amongst the Ruins, Museum of Contemporary Art, Tokyo (2011). Für den Berlin Art Prize wurde sie 2013 ausgewählt. In 2012 Forschungsaufenthalt am AZ West-Institute for Investigative Living Kalifornien, (2012) und erhielt ein Residency Stipendium an der Akademie Schloss Solitude (2013). Sie wirkte bei verschiedenen Publikationen mit und veröffentlichte die erste Ausgabe ihrer Serie Points in Line im Jahr 2012.

Antonio Paucar geb. 1973 in Huancayo, (Peru), lebt und arbeitet in Berlin und Peru. Er studierte Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin (1997-1998 ), Bildende Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Universität der Bildenden Künste Berlin (MA, 2004) bei Prof. Lothar Baumgarten und Prof. Rebecca Horn. Erasmus-Stipendium am London Institut Chelsea Collage of Art and Design (2004) und war Meisterschüler bei Prof. Rebecca Horn an der Universität der Künste Berlin (MA, 2005). Zu seiner internationalen Ausstellungs- und Performancetätigkeit zählen u.a. Glaspalast, Augsburg (Soloausstellung), MARCO Museo de Arte Contemporáneo de Monterrey Mexiko, UGM, Maribor, Museo de Arte Contemporáneo MAC Lima, Volksbühne Berlin sowie Puebla Mexico und erhielt folgende Stipendien: NaFöG (2006), DAAD Stipendium (2008), Stiftung Kunstfonds Bonn (2013) sowie den Zeitsicht-Kunstpreis (2011).

Madeline Stillwell geb. 1978 in den USA, lebt und arbeitet in Berlin. Neben ihrem Bachelor in Studio Art und Women's Studies in St. Olaf College, Minnesota(2000) studierte sie Musik, Tanz und Theater, und erhielt ihren Master in Fine Arts an der Cranbrook Academy of Art, USA (2008). Seit 2005 intensive internationale Ausstellungstätigkeit und Performancepraxis u.a. bei der Dokumenta 13 in Kassel (2012), der Berlin Biennale 7 (2012), im Anchor Art Space Washington (2012), Heidelberger Kunstverein (2011) sowie Tanz im August Berlin (2011). Sie unterrichtete u.a. am College for Creative Studies Detroit, dem European College of Liberal Arts Berlin und an der Ludwig Maximillians Universität München. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen u.a.: Deutsche Bank Collection Amsterdam, RCK Kunststiftung Berlin, Stoffel/Young Collection New York und Janet Oh Colletion (Seoul).

 

Yukihiro Taguchi produziert Stop-Motion-Film in Göttingen

Von 27.1 - 17.2.14 wird der japanische Künstler Yukihiro Taguchi (geb. 1980 Osaka) in Göttingen arbeiten und filmen. Im Auftrag des Kunstvereins produziert er eine Videoarbeit, einen Stop-Motion-Film, der Göttinger Stadtraum dient ihm dabei als Inspiration und Hintergrund. Die Arbeit wird der Künstler vor Ort entwickeln. Seine mehrtägige Aktion wird auf jeden Fall eine Holzfeuerstelle, warmen Tee für Passanten und Teilnehmer, selbstgemachte Kohlekreide, Wandzeichnungen und vielleicht sogar eine musikalische Aktion beinhalten. Wer neugierig ist und den Künstler unterwegs in der Stadt sieht, kann ihn gerne ansprechen und begrüßen! Er freut sich auf den Kontakt und lädt eventuell ein, bei einer Aktion mitzumachen!

Ein Überblick seiner Arbeiten findet sich unter: http://yukihirotaguchi.wordpress.com/

Mit seinen Filmen, die aus einzelnen Fotografien zusammengesetzt sind und dadurch eine gewisse Daumenkino Ästhetik besitzen, erkundet der weit gereiste japanische Künstler sein Umfeld und erweckt Alltagsgegenstände zum Leben. Geprägt von Humor und Lebensfreude, bieten seine Arbeiten einen spielerischen Umgang mit Zeit und der Erkundung von Raum. In einem Film gehen die Fußbodendielen seines Ateliers durch Berlin spazieren und bilden dabei verschiedene Skulpturen und architektonische Konstellationen. In einem anderen breitet sich ein Stapel seiner eigenen Zeichnung zu einem Boden, einer Wand und schließlich einem einfachen Haus aus. Die Architektur, der Stadtraum und das unmittelbare soziale Umfeld spielen eine zentrale Rolle in den Arbeiten des Künstlers. Momentan beschäftigt er sich mit einem circa sechs Quadratmeter großen Haus „Dis-Cuvry“, das er zusammen mit der Architektin Chiara Ciccarallo (geb. 1986, Italien) auf einem Brachland in Berlin Kreuzberg gebaut hat. Der aus Fundstücken selbst errichtete Holzbau ist ein Kunstwerk, ein Sammelpunkt und sein persönlicher Wohnort zugleich – inspiriert von dem derzeitigen Mangel an günstigem Wohnraum in Berlin. (siehe http://discuvry.com/). Aber das Hauptmedium des Künstlers bleibt das Videoformat, mit dem er sehr persönlich und wunderschön verspielte Eindrücke von seinen Reisen durch sehr unterschiedliche Landschaften vermittelt, unter anderem Lissabon, den Malediven, Paris, Kenia und jetzt auch noch Göttingen.

 

Nevin Aladag | Zugabe

19. Januar - 9. März 2014 / Dienstag - Sonntag 11 - 17.00 Uhr

Vernissage 19. Januar 2014 11.30 Uhr Zur Vernissage findet eine Performance der Arbeit "Hochparterre" statt. Kunstverein Göttingen Altes Rathaus Markt 9

Mit "Zugabe" präsentiert der Kunstverein Göttingen eine Einzelausstellung von Nevin Aladag (geb. 1972, Van/Türkei). Von intimen Bühneninszenierungen, Interventionen, skulpturalen Installationen bis hin zu Soundarbeiten und Tanz: die Arbeiten der Ausstellung sind Auseinandersetzungen mit dem öffentlichen Raum als eine Sphäre, in der Zugehörigkeit und kulturelle Identität stets neu verhandelt und formuliert werden. Aladags Œuvre vermittelt diesen Prozess durch die spielerische Kombination von Versatzstücken der Alltagskultur, die persönliche Aneignung von Popkultur, Subkultur und Tradition sowie die Verwendung des Stadtraums als Hintergrund für den Ausdruck von Individualität und kollektiver Zugehörigkeit.

Aladag macht uns diese Mechanismen bewusst als eine Form der alltäglichen Performance, die unser heutiges soziales Geflecht bestimmt. In mehreren Arbeiten wird dieses Geflecht als eine Zusammenstellung von disparaten Fragmenten betont. So zum Beispiel in der Performance "Hochparterre (Berlin)", die zur Eröffnung der Ausstellung aufgeführt wird. In der Performance nutzt Aladag Passagen aus Interviews mit Anwohnern der Naunynstraße im Herzen von Berlin-Kreuzberg als collageartige Textsammlung - die von einer Schauspielerin lippensynchron wiedergegeben wird. In den O-Ton-Aufnahmen, die Aladag in einer Art Feldforschung gesammelt hat, hören wir Meinungen zu Themen wie Zusammenleben, Nachbarschaft und Stadtverwandlung. Die zehnminütige Performance bildet ein lebendiges Mosaik an dissonanten Perspektiven und Erfahrungen, die in der Person der Schauspielerin vereint sind, ohne dass sich Widersprüche in einem harmonischen Bild auflösen.

In der sechsminütigen Drei-Kanal-Videoarbeit "Session" (2013, Sharjah-Biennale) werden perkussive Musikinstrumente durch verschiedene städtische und natürliche Landschaften gezogen, gerollt oder gefahren. Die unterschiedlichen Instrumente stammen aus Pakistan, Indien und Irak - Herkunftsländern von in Sharjah lebenden Menschen. Sie erzeugen zusammen mit den Videoaufnahmen ein urbanes Klangporträt.

Auch die Arbeit "Pattern Matching", in der Teppiche - zusammengesetzt aus unterschiedlichsten Ländern (handgewebte Teppiche aus Irak und der Türkei sowie Industrieteppiche aus Deutschland und China) - mit den Bodenmustern von Basketballplätzen versehen wurden, unterstreicht im ersten Blick eine spielerische kulturelle Kombinationen aus Ost und West. Berührt werden dabei nicht nur gegensätzliche Bereiche wie Tradition und Urbanität, öffentlich und privat, der Sport und das Haus als jeweils weibliche und männliche Felder, sondern auch die Komplexität des "Musterabgleichs" als impliziertes Spiel.

Auf den Bildern der Fotoserie "Best Friends" (2012), die Nevin Aladag von besten Freunden gemacht hat, wird die Freundschaft durch einen sehr ähnlichen Kleidungsstil repräsentiert. Es entsteht ein spezifischer gemeinsamer Dresscode, der die Identität der Freundschaft bestätigt und gleichzeitig auch schafft. Dabei handelt es sich um komplexe Kopierverfahren, die bewusst oder unbewusst die Identifikation mit dem Gegenüber symbolisieren. Zwischen dem Wunsch nach Individualität und der Sehnsucht nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit handeln die Freundespaare und -gruppen eine eigene gemeinsame Identität aus.

In der Serie "Freeze" (2003) nimmt ein Performer unterschiedliche Posen vor dem Hintergrund einer bewegten Stadtkulisse ein. Sein Körper wird Verzerrungen ausgesetzt und unterworfen, die die traditionellen europäischen Hierarchien bezüglich der menschlichen Figur demontieren. Die Serie "Stiletto" (2006-2013) besteht aus verschiedenen Abdrücken auf Aluminium, die durch das Tanzen der Künstlerin mit Stiletto-Absätzen entstanden sind. Als Spur eines Moments haben sich die Schuhabsätze auf dem Material eingedrückt.

Nevin Aladag wurde 1972 in Van in der Türkei geboren und studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 2002 lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihre Werke wurden international in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt: 11. Sharjah-Biennale, MOT - Museum of Contemporary Art Tokyo; Haus der Kunst, München; Hayward Gallery, London; XIV. Internationale Skulpturen-Biennale, Carrara; 11. Istanbul-Biennale; 8. Taipeh-Biennale, Taiwan; Kunsthaus Zürich, Schweiz; Kunsthalle Fridericianum, Kassel; und Museo Tamayo, Mexico City. Kostenlose Sonntagsführungen durch die Ausstellung am 26. Januar, 2. und 16. Februar 2014 jeweils um 15 Uhr mit der Kunsthistorikerin Stephanie Fiedel. Foto: "Session" (2012), 3-Kanal Videointallation, HD Video, 6 Min. (Loop) Courtesy Wentrup, Berlin and the artist Foto 2:"Stiletto Hammer" (3.94 inch) Technique: Bronze, walnut-tree, 32.5cm x 23cm x 5cm Courtesy the artist Wentrup Gallery and Ramap Gallery Foto Credit: Trevor Good

 

Ausstellung "If Mind Were All There Was" (Recherche in der Kunst)

Altes Rathaus 27. Oktober - 22. Dezember 2013
Vernissage mit anwesenden Künstlern 27. Oktober 11.30-14 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 11 - 17 Uhr

mit >> ADA - Area for Debate and Art, (Rotterdam)
>> -- Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan, (NL)
-- Maartje Fliervoet,
>> -- Florian Göttke,
>> -- Martine van Kampen
>> -- Esther Tielemans,
>> -- Toon Koehorst & Jannetje in't Veld,
>> -- Anna Okrasko,
-- Wendelien van Oldenborgh,
-- Steve Rushton,
>> -- Stijn Verhoeff,
>> -- Katarina Zdjelar

In Zusammenarbeit mit >> AIR Berlin Alexanderplatz (ABA) wird die Ausstellung If Mind Were All There Was im Kunstverein Göttingen eine Auswahl von Werken präsentieren, welche das Recherchieren in Zusammenhang mit künstlerischen Produktionen thematisiert. Die Themen der hier zusammengetragenen Arbeiten reichen von der Erforschung des urbanen und öffentlichen Raumes, über Migration und sozialen Dimensionen der Kommunikation hin zu dem Archiv als
kollektivem Gedächtnis. Den 11 eingeladenen internationalen KünstlerInnen, Künstlerkollektiven,
AutorInnen, DesignerInnen und KuratorInnen gemeinsam ist ein Lebensmittelpunkt in den Niederlanden und eine intensive Recherchezeit in Deutschland. Im Kontext der Stadt Göttingen mit seiner angesehenen Universität erforscht dieses Ausstellungsprojekt verschiedene
Begrifflichkeiten des Recherchierens innerhalb der Bildenden Kunst. In einer Zeit, in welcher dem Sammeln und Verbreiten von Wissen keine Grenzen gesetzt zu sein scheint, wird die Ausstellung If Mind Were All There Was künstlerische und Kunst vermittelnde Positionen zusammenbringen, welche die Verbindungen zwischen Kunst und wissenschaftlicher Forschung auf besondere Weise im Kunstverein und in der Stadt Göttingen aktivieren. Die Ausstellung wird von der Botschaft des Königreichs der Niederlande gefördert.


Begleitprogramm

Sonntag, 27.10. 2013 11.30 - 14.00 Uhr Altes Rathaus
"With Mind in Mind" Salon und Brunch-Veranstaltung mit den Künstlern der Ausstellung
.
Der "Salon" mit dem jeweiligen Gastkünstler ist ein regelmäßiger Bestandteil des AIR Berlin Residency Programms. Zur Vernissage in Göttingen laden der Kunstverein und das ABA Residency zu einer informellen Brunch-Veranstaltung zum Austausch mit den teilnehmenden Künstlern ein.

Sonntagsführungen 10. und 24. November und 8. Dezember 2013
Kostenlose Führungen durch die Ausstellung an den folgenden Sonntagen
jeweils um 15.00 Uhr mit der Kunsthistorikerin Caren Barbara Schweder.

Ein Abend mit Künstler Yukihiro Taguchi
Donnerstag, 7. November 19 Uhr
Mit seinen Stop-Motion Filme erkundet der weltbereiste japanische Künstler Yukihiro Taguchi (geb. 1980, Osaka) sein Umfeld und bringt Alltagsgegenstände zum Leben. Durch Humor und Lebensfreude geprägt, bilden seine Arbeiten einen spielerischen Umgang mit Zeit und der Erkundung von Raum. An diesem Abend präsentiert er die besonderen Ergebnisse seiner stetigen "Forschungsreisen".

 

Paule Hammer, "Magazin und Enzyklopädie"
8. September - 20. Oktober 2013 / Öffnungszeiten Di - So 11 - 17 Uhr
Vernissage 8. September 11:30 Uhr, Altes Rathaus
Paule Hammer im Gespräch mit Laura Schleussner,

Sein Arbeitszyklus „Welt-Enzyklopädie“ (seit 2008) thematisiert die Beschreibung der Welt aus der Ich-Perspektive. Ausgangspunkt waren mehrere Notizbücher, in denen komplexe und äußerst subjektive Fragen zur Wahrnehmung, Philosophie und (natur-)historischen Gegebenheiten in dichten Collagen von Text und Bild nachgegangen wurde. So untersuchte er zum Beispiel die Funktion von Blicken oder die Spuren von Justizkannibalismus in der deutschen Alltagssprache. Auf einer riesigen Weltkarte trug Hammer Träume ein, die ihn in die jeweilige Weltgegend geführt hatten. Zurzeit arbeitet Paule Hammer an seinem „Interview-Magazin“. Dafür lädt er sich Interviewpartner in sein Atelier ein, die er gleichzeitig malerisch portraitiert und dabei interviewt. Darunter befinden sich eine Mutter, die ihren Mann verlassen hat, um unter einem männlichen Pseudonym Karriere als Künstler zu machen, ein von esoterischen Weltentwürfen ausgefüllter Michael Jackson-Fan oder auch ein Freund des Künstlers, der in Berührung mit dem psychotischen Alltag einer Drogenkommune in Portugal gekommen ist. Die Ausstellung im Kunstverein Göttingen wird Hammer nutzen, um die Arbeiten aus der „Welt-Enzyklopädie“ und dem „Interview-Magazin“ zum ersten Mal im Zusammenhang zu präsentieren. In der Arbeit des Künstlers wird die Göttinger Ausstellung einen wichtigen Wendepunkt darstellen: von der Dokumentation eines komplexen Selbstgesprächs hin zum forschenden Austausch mit Anderen.

28. September 15-16.30 Uhr
KUNSTVERMITTLUNGSPROGRAMM FÜR KINDER Fantastische Weltkarten des Wissenswerten und längst Vergessenen ,/ 1,5 Stunden (pro Kind 2,50€) Bei einem Rundgang durch die Ausstellung Paule Hammers im Alten Rathaus sind Kinder eingeladen, aktiv und gestalterisch den Wissenswelten des Leipziger Künstlers auf die Spur zu kommen. Eine Aktion mit Malen und Zeichnen.

5. Oktober 2013 15-16:30 Uhr,
KUNSTVERMITTLUNGSPROGRAMM FÜR KINDER Fantastische Weltkarten des Wissenswerten und längst Vergessenen Samstag,/ 1,5 Stunden (pro Kind 2,50€) Bei einem Rundgang durch die Ausstellung Paule Hammers im Alten Rathaus sind Kinder eingeladen, aktiv und gestalterisch den Wissenswelten des Leipziger Künstlers auf die Spur zu kommen. Eine Aktion mit Malen und Zeichnen.

Donnerstag, 26. September um 19:00 Uhr Gegenüber Mit Anja Marrack In dieser thematischen Abendführung werden Kunstwerke der Ausstellung von Nina Tobien mit Klassikern der Kunst konfrontiert und mit den Teilnehmern diskutiert. Mit Anja Marrack, Leitung KUNSTTRANSFER

Sonntagsführungen

15. September, Kostenlose Führungen durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Stephanie Fiedel

22. September, Kostenlose Führungen durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Stephanie Fiedel

6. Oktober 15:00 Uhr Kostenlose Führungen durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Stephanie Fiedel

Kontakt: KUNSTTRANSFER: Kunstvermittlung im Kunstverein Anja Marrack, Leitung Email: kunstvermittlung@kunstvereingoettingen.de Tel: 0551 / 44573

 

Nina Tobien - Avertissement

21. Juni – 28. Juli 2013
Vernissage 21. Juni 2013 18.30 Uhr
Kunstverein Göttingen im Künstlerhaus Gotmarstraße 1
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 14-18 Uhr
Samstag/Sonntag 11-17 Uhr

In der Ausstellung werden Installationen und Collagen gezeigt, die eigens für Göttingen geschaffen wurden. Zur Ausstellung wird ein Künstlerbuch erscheinen. Nina Tobien (1978 Hanau) hat an der Städelschule Frankfurt studiert und erhielt in diesem Jahr das Istanbul Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung. Sie beschäftigt sich mit Archiven und Strukturen in Wissenschaft und Kultur. Das Suchen, Sammeln und Sortieren ist eine wesentliche Arbeitsweise der Künstlerin. Nina Tobiens Arbeit ist auch vor dem Hintergrund einer Wissenschaftsgeschichte zu sehen und ist formal und inhaltlich zwischen Kunst und Wissenschaft angesiedelt.

Zum konstruktivistischen Ansatz siehe >Ausstellungsbericht 8. October – 23. December 2011 WE MAKE VERSIONS

Text des Kunstvereins zur Ausstellung
Nina Tobien Avertissement 21. Juni - 28. Juli 2013 Künstlerhaus Gotmarstrasse 1 Öffnungszeiten Di - Fr 14 - 18 Uhr | Sa & So 11 - 17 Uhr Der Kunstverein Göttingen präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung Nina Tobiens in seinen Ausstellungsräumen im Künstlerhaus (Lichtenberghaus). Auf diesen speziellen Ort nimmt Tobien mittels eines historischen Ereignisses konkret Bezug. 1777 sollte der Zauberkünstler und Illusionist Philadelphus Philadelphia, von Goethe und Schiller bewundert, ein Gastspiel in Göttingen geben. Der berühmte Göttinger Physiker und Mathematiker Georg Christoph Lichtenberg war über die Salonmagie so verärgert, dass er fingierte Reklamezettel anfertigen ließ - ein »Avertissement«, auf dem unglaubliche Wundertaten Philadelphias angekündigt wurden, die dieser natürlich nie würde zeigen können. Der so bloßgestellte Philadelphia verließ Göttingen, ohne eine Vorstellung gegeben zu haben. In Collagen und Installationen entwickelt Tobien aus dieser Geschichte narrative Konstruktionen, die einem eigenen Ordnungssystem unterliegen. Dabei stehen wahrnehmungstheoretische und epistemologische Fragestellungen in Wissenschaft, Kunst bzw. Zauberkunst und okkulten Phänomenen im Vordergrund. Eigens zu dieser Ausstellung entsteht ein Künstlerbuch, in dem Tobien nach einem festgelegten Aufbau, ähnlich einer Schriftstellerin, eine Geschichte entwirft. Diese »Handlung« entfaltet sich entlang filigraner schwarz-weiß Collagen, die vom Buch in die Ausstellungsräume übersetzt werden. Aus visuellen Fragmenten - des Bauhauses sowie der Minimal Art - entwickelt Tobien diese Collagen als perspektivische (Denk-)räume. Weitere Formen wie Fächer, Falten, Torsionen, Spiralen, Stülpungen, Projektoren und Treppen verweisen auf kognitive Prozesse und konzeptuelle Schemata. Es entstehen dabei Installationen, die eine Vielzahl an Verweisen und Bedeutungspotenzialen erzeugen. Diese Installationen werden erst prozesshaft vor Ort geschaffen. Die Metastruktur von Tobiens Erzählung wird letztendlich in ein abstrahiertes Muster transformiert, das Assoziationen mit wissenschaftlichen Modellen, Mindmaps, Diagrammen oder architektonischen Plänen hervorruft. Neben ihren collagenhaften Ensembles wird dieses schwarzweiß Muster oder dieser Plan ein wesentliches Element der Ausstellung bilden, welches als großformatiges Poster von der Künstlerin über die Ausstellungswände plakatiert wird, als Tobiens eigenes, transkribiertes »Avertissement«. Es entstehen dabei bühnenbildartige Präsentations formen, die in ihrer kulissenhaften und surrealen Anmutung vermeintlich gewonnene Erkenntnisse wieder in Frage stellen. Als zugrunde liegende (Denk-)Struktur der Ausstellung sowie Tobiens Künstlerbuch dient die Möbiusschleife, ein in Göttingen von Listing (zeitgleich mit Möbius) entdecktes topologisches Objekt. Ausgehend von Lichtenbergs »Avertissement«, auf dem eine Darstellung der Welt auf dem Kopf abgebildet ist - Lichtenbergs klare Aussage über die »verkehrte Welt« der Zauberkunst gegenüber der Wissenschaft - verweist Tobien mittels der Struktur der Möbiusschleife auf Themen der Umkehrung, Spiegelung und Entsprechung dieser beiden Felder. Als eine Fläche des »gefalteten Raumes» bildet die Schleife ein Paradox, weil es einen kontinuierlichen Übergang von innen nach außen gibt. Als eine »nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit« ist sie zugleich wissenschaftliches als auch »magisches« Objekt. Nina Tobien (geboren 1978 in Hanau) hat an der Städelschule Frankfurt und die Hochschule für Gestaltung Offenbach studiert und beschäftigt sich mit Archiven und Strukturen in Wissenschaft und Kultur. Das zur Ausstellung konzipierte Künstlerbuch von Nina Tobien wird von argobooks, Berlin, veröffentlicht.

 

Dominik Halmer "Zugriff und Annahme"

7.4.13 Eröffnung der Ausstellung Einführung: Ludwig Seyfarth Künstlerhaus Göttingen im Lichtenberghaus Gotmarstr. 1, Öffnungszeiten: Di - Fr 16 - 18 Uhr, Sa - So 11 - 16 Uhr

5.5.13 Finissage am Sonntag, den 5. Mai um 11.30 Uhr mit Katalogpräsentation und einem Künstlergespräch zwischen Dominik Halmer und Valeska Hageney

Nach einer PM des Kunstvereins 28.3.13 / Auszüge

"Objekte mit dem Charakter von technischen Apparaturen und die Darstellungen verschiedenster Elemente unserer Lebenswelt in den Bildern ....."

"Dominik Halmer nutzt die Möglichkeiten der Malerei als unmittelbarste der piktoralen Äusserungsformen, aber auch Foto, Video und Objekte sind Teil seiner künstlerischen Praxis. In seinem künstlerischen Tun geht es ihm darum, die Dinge wieder in den Zustand vor allen Bewertungen zu versetzen."

"So heterogen und vielfältig wie es nur möglich scheint, treffen darin einzelne Elemente scheinbar zufällig aufeinander: doch in ihrer Begegnung miteinander, eröffnet sich eine weitere Ebene, die erkennen lässt, dass sie sich voneinander ableiten und poetisch miteinander reagieren. www.dominikhalmer.com"

 

 

Lisa Oppenheim : Everyone’s Camera

11. Januar - 24. Februar 2012 Künstlerhaus Gotmarstrasse 1
Vernissage 11. Januar 19:00 Uhr
Öffnungszeiten Di - Fr 14 - 18 Uhr | Sa & So 11 - 17 Uhr

(Pressetext ) In ihrer Soloschau im Kunstverein führt die Künstlerin ihre Erforschung des Mediums Fotografie und seiner Geschichte fort. Die gezeigten Werke besitzen eine atmosphärische Qualität, wobei Muster, Wiederholungen und die Oberfläche der Fotografien selbst eine zentrale Rolle spielen. Ihre Bilder vom Mond, von Rauchschwaden oder gemusterten Textilien werden ohne die Hilfe einer Kamera produziert. Stattdessen werden ihre Fotos mit Negativen hergestellt die aus dem Internet bzw. Flicker stammen – oder Oppenheim kreiert Fotogramme mit Stoffmustern oder im Supermarkt gekauften Blumen, die direkt auf das Papier gelegt werden. Motive, die die frühe Kunstfotografie aufgreifen, zusammen mit dem schwarz-gesättigten oder metallischen Glanz des Papiers, lassen Oppenheims Arbeiten als echte Hommage an den von Hand gemachten Abzug hervortreten. Trotz der Opulenz ihrer Bildsprache behaupten sich weder Romantik noch Nostalgie. Mittels künstlerischer Aneignung, visueller Verkürzung und serieller Anordnung verhandelt die Künstlerin subtil die Auseinandersetzungen, die bis heute die Fotografie bestimmen: die Konflikte zwischen dem Dokumentarischen und dem Symbolischen, zwischen Repräsentation und Abstraktion.Die Reihe „Smoke“ (2011/12) basiert auf Fotografien aus historischen Archiven sowie auf zeitgenössischen Internetquellen – Bildern, die von Vulkanausbrüchen über Unruhen in London bis zu einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg reichen. Oppenheim schafft mit einem brennenden Streichholz Zweitbelichtungen von Ausschnitten der Bilder. Die folgende Solarisation kehrt hell und dunkel um und lässt die Fotografien aussehen wie Abbildungen von Wolken, so dass ein direkter Bezug auf Alfred Stieglitz’ berühmte Reihe „Equivalents“ entsteht. Die Parallelen zwischen den Rauchquellen und der Entstehung des fotografischen Bildes beschwören Feuer und Zerstörung als unsichtbare Kräfte herauf (offen erkenntlich nur in den Werktiteln), was sich scheinbar gegen Stieglitz’ lyrische Versuche stellt, das Universelle und Erhabene abzubilden.Ganz ähnlich in der Machart greifen die Werke „Passage of the moon over two hours, Arcachon, France, ca. 1870s/August 11 & 17“, 2012 und „Heliograms“ ebenfalls auf das frühe Interesse zurück, Naturphänomene abzubilden, wobei jene Bilder aus dem 19. Jahrhundert tendenziell wissenschaftlich motiviert waren. Im Gegensatz zu ihnen betonen Oppenheims Reproduktionen den Prozess oder sogar performative Aspekte. Während die Belichtung des Monds auf seiner Bahn über den französischen Nachthimmel ein zweites Mal mit dem Mond der New Yorker Heimat der Künstlerin belichtet wurde, scheinen die „Heliograms“ als eine Art Chronik oder Kalender zu fungieren. Das Negativ wurde über den Tag verteilt mehrmals belichtet, angefangen mit der Morgendämmerung, wobei die Intensität des Abzugs die jeweiligen Lichtbedingungen wiedergibt. Die verschiedenen Lücken in den diversen Sequenzen stehen für ausgelassene Fotografien, also Tageszeiten, zu denen die Künstlerin keine Zeit hatte, die Negative zu belichten. So nehmen Bilder, die einst als wunderbar objektive Abbildungen von Himmelskörpern galten, einen sehr persönlichen und indirekt biografischen Charakter an.Andere Serien, wie „Leisure Work“ oder „Language of Flowers“, Fotogramme, die mit historischer Spitze oder Blumen als Symbole für diverse Empfindungen arbeiten, scheinen einen weiblichen oder häuslichen Bezugsrahmen aufzubauen. Während die eine Serie als Parallele zu Oppenheims Praxis im Atelier auf die unsichtbaren Mühen des Spitzenklöppelns anspricht – traditionell eine weibliche Tätigkeit – verwendet Oppenheim in der zweiten Serie lediglich die kopflosen Stile von Blumen – im viktorianischen Zeitalter Zeichen der Aufmerksamkeit –, um helle und aggressiv hartkantige Kompositionen entstehen zu lassen. Fish Scales, Véritable Hollandais, 2012, ist eine Reihe von Photogrammen für die industriell hergestellte Textilien aus den Niederlanden verwendet wurden. Sie imitieren handgemachte Batikstoffe aus Indonesien, werden aber als „authentisch“ afrikanische Textilien verkauft. Für jede Belichtung wurde Stoff direkt auf Fotopapier gelegt und in verschiedenen Winkeln gefaltet, so dass sich, ähnlich dem Moiré-Effekt, diverse Muster ergeben. So entstehen aus kommerziell reproduzierten Mustern Unikate, deren Ursprung den Begriff des Originals und der Kopie hinterfragen. Durch den Bezug auf zeitgenössische Herstellungs- und Vertriebsweisen von den anderen Werken abgesetzt, unterstreicht „Véritable Hollandais“ die Spannungen zwischen dem Foto als kulturellem Artefakt und der Fotografie als endlos variierende Wiedergabe der Welt in der wir leben. Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch.

Biografie
Lisa Oppenheim wurde 1975 in New York geboren. Sie studierte Film und Video an der Bard University und absolvierte das Whitney Independent Studio Program. Von 2003 bis 2005 war sie Gast an der Rijksakademie in Amsterdam. Ihre Arbeiten waren vor kurzem im Deutschen Guggenheim, Berlin zu sehen sowie im Belvedere Museum in Wien und der Ricard Foundation in Paris. Lisa Oppenheim lebt und arbeitet in New York

Foto: Lisa Oppenheim "Billowing. As we were driving up to Norfolk yesterday I saw the Enfield fire; where a Sony distribution centre set ablaze by rioters was just pouring our smoke over the motorway. The sheer amount of smoke was quite surprising, and today smoke was still covering the motorway. I feel such despair at people who have taken to looting; so angry at the destruction people can cause.

2011/2012” 2012 Silvergelatine Fotogramm auf Bromidpapier, belichtet und solarisiert mit dem Licht eines Feuers, Unikat 95 x 118 cm Courtesy the artist and Galerie Klosterfelde, Berlin

Begleitprogramm

Nachtcafé
Lisa Oppenheim im Gespräch mit Dr. Harald Klinke, Universität Göttingen Do, 17. Jan 2013, 19:00 Uhr , Lisa Oppenheim und Dr. Harald Klinke sprechen über die Arbeiten in der Ausstellung und die Geschichte und Gegenwart der Fotografie. Dr. Harald Klinke lehrt zurzeit Kunst- und Mediengeschichte an der Universität Göttingen. Er studierte Kunstgeschichte, Medientheorie, Malerei, Kulturwissenschaft und Philosophie in Karlsruhe, Berlin und Norwich (UK). 2009/2010 war er Visiting Scholar an der Columbia University. Eintritt: 5€, Mitglieder 3€

Gegen Über Eine thematische Führung durch die Ausstellung mit Do, 07. Feb 2013, 19:00 Uhr Mit Anja Marrack , Leiterin der Kunstvermittlung werden die Kunstwerke der Ausstellung im Rahmen einer thematischen Führung mit Klassikern der Kunst konfrontiert und mit den Teilnehmern diskutiert. Eintritt: 4€, Mitglieder 3€

Sonntagsführungen mit Kunsthistorikerin Caren Barbara Schweder / Eintritt frei
So, 20. Jan 2013, 15:00 Uhr
So, 03. Feb 2013, 15:00 Uhr
So, 17. Feb 2013, 15:00 Uhr

 

Rao Fu CHIMERIKA

Vernissage 4. November 11.30 Uhr
4. November - 23. Dezember 2012
Altes Rathaus Öffnungszeiten: Di - So 11.00 - 17.00 Uhr
kunstvereingoettingen.de/ausstellungen/

Kuratiert von Constanze von Marlin

Text Kunstverein:
Mit der Ausstellung "Chimerika" präsentiert der Kunstverein Göttingen die erste institutionelle Soloausstellung des chinesischen Malers Rao Fu (geb. 1978 Beijing) in Deutschland. Seine Bildwelten sind von den unterschiedlichen Kulturen des Ostens und Westens geprägt, wie auch seine eigene Biografie diese beiden Pole vereint. Geboren in Peking und aufgewachsen in Tsingtau kam Fu mit Anfang 20 nach Deutschland, um an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden Malerei und Grafik zu studieren. Was er dort an westlichen Kunsttraditionen lernte, verbindet er mit Techniken, Motiven und Materialien chinesischer Malerei, deren wichtigste Utensilien Papier, Pinsel und Tusche sind. Nach einigen Experimenten – unter anderem mit Sojaöl – entdeckte er Bitumen als Farbe, die er bis heute in Kombination mit Pigmenten und Ölfarben verwendet.
Rao Fus Bilder greifen die Ästhetik der Transparenz, Reduktion und Ortlosigkeit von chinesischen Tuschebildern auf. Nicht selten beschränkt sich die Darstellung auf eine einzelne menschliche Figur, Pflanze oder Tier, die in wenigen Strichen auf dem unbehandelten Papier dargestellt werden. Der Titel der Ausstellung "Chimerika" besteht aus einem Schachtelwort, das im Sinne des Künstlers einen utopischen Ort beschreibt, an dem sich die Kulturen des Osten (China) mit den Kulturen des Westens (Amerika) sowohl bildnerisch als auch thematisch verbinden. So entstehen Bilder, die selbst Mischwesen, also Chimären, sind.

Begleitprogramm

Samstag, 10. November 14 - 17 Uhr Ein experimenteller Workshop zum Spiel mit der Linie zwischen Ost undWest. Anleitung und Einführung in die Techniken der Tuschzeichnung und der Monotypie durch den Göttinger Künstler Georg Hoppenstedt. Für Jugendliche (ab 13 Jahren) und Erwachsene Treffpunkt: Altes Rathaus / max. 15 Teilnehmer Um verbindliche Anmeldung bis 9. November wird gebeten: KUNSTTRANSFER kunstvermittlung@kunstvereingoettingen.de

Sonntag, 11. November 15 Uhr Nachtcafé am Nachmittag Führung und Diskussion mit dem Künstler Rao Fu

Donnerstag, 22.November 19 Uhr Gegen Über Eine thematische Führung durch die Ausstellung
mit Anja Marrack

Sonntag, 25. November, 2. Dezember und 9. Dezember jeweils um 15 Uhr Sonntagsführungen Eine kostenlose Führung durch die Ausstellung mit Kunsthistorikerin Caren Barbara Schweder

Ausstellung "We Notice No Disturbances"
26. August - 21. Oktober im Alten Rathaus

Text: Kunstverein, 20.8.12 /

Song-Ming Ang (SGP) Kajsa Dahlberg (S) Jeremiah Day (USA) Julien Grossmann (F) Sven Johne (D) Sal Randolph (USA) Tomáš Werner (SK) Kuratiert von Laura Schleussner Altes Rathaus Markt 9 Öffnungszeiten Di-So 11-17.00 Uhr In Kooperation mit Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen VERNISSAGE Sonntag, 26. August um 11.30 Uhr Begrüßung Frau Dr. Schlapeit-Beck, Kulturdezernentin der Stadt Göttingen Mozart Duette für Oboe und Violine mit Matthias Weiß und Thomas Schulz, Göttinger Symphonie Orchester

Ein antiquiertes Souvenir bildet den Ausgangspunkt für diese Ausstellung, die der Überwindung zeitlicher und geografischer Entfernungen durch Klang gewidmet ist. Die "Soundpostkarte" - Postkarte und 45er Schallplatte in einem - verkörpert die Vorstellung eines akustischen Bildes, die Übertragung einer persönlichen Nachricht mittels Wort und Ton. Bei einer Postkarte denkt man natürlich ans Reisen. Sie verweist auf das touristische Ritual, eine kurze Mitteilung und bunte Bilder als Zeugnis besuchter Orte zu versenden.Die Arbeiten der Ausstellung reflektieren das Erlebnis des Reisens im Zeitalter der Interkonnektivität, in dem die Geschichten des einen Ortes in die Geschichte des anderen hineinfließen. Die touristische Erfahrung wird als nicht mehr gänzlich "harmlos" oder unbelastet reflektiert. Als ein Medium, das die Gefühle anspricht, bereichert der Klang die Erfahrung von einem Ort oder einem Ort in der Zeit um eine emotionale Komponente. Als Musik kann er eine bezaubernd hypnotisierende Wirkung entfalten, während er als Aufzeichnung in Echtzeit dem Eindruck von Exotik oder Erhabenheit entgegenwirken kann oder Nostalgie hervorruft. Der Aspekt des Klangs als Notation eines Ortes - in Form eines Textes oder einer Partitur - liegt den Arbeiten der Ausstellung zugrunde, in denen die persönliche Mitteilung oder individuellen Interpretationen des Klangs dazu dienen, das Erleben eines entfernten Ortes zu einer Art Improvisation, Kritik oder mitschwingender Erinnerung zu verdichten.

In "You and I" (2009) tritt Song-Ming Ang an Fremde mit der Bitte heran, ihm Briefe zu schreiben, die auch persönliche Details über sie selbst enthalten – Erinnerungen, Zwänge, Erfahrungen, Geheimnisse, Ambitionen usw. Aus dem Inhalt der Briefe, gestaltet er ein auf die jeweilige Persönlichkeit zugeschnittenes Mixtape (in Form einer CDR) und schickt es dem Sender als Antwort. Die Briefe und CDs werden mit Einverständnis der Teilnehmer ausgestellt.
Angs Video "Be True to Your School" (2010) geht auf eine Residency in einem alten Schulgebäude in Japan zurück. Der Künstler lud ehemalige Schüler der Grundschule ein, ihr Schullied vor der Kamera vorzutragen. Erst wurden sie einzeln auf Video aufgenommen. Dabei pausierten viele des Öfteren und hatten sichtbar zu kämpfen sich an den Liedtext zu erinnern. Anschließend wurden die Teilnehmer eingeladen das Lied als Gruppe zu singen. Ang filmte den Chor und begleitete ihn auf dem Glockenspiel.

Kajsa Dahlbergs Installation "We notice no disturbances, all are happy and friendly, (Postcards from Jerusalem 22/4 1911–24/1 1999)" besteht aus um die 600 Postkarten, die über den Verlauf von 90 Jahren aus Jerusalem nach Schweden geschickt worden sind. Die Künstlerin entdeckte diese Postkarten im Zuge ihrer Nachforschungen zu einer Gruppe schwedisch-christlicher Siedler in Palästina, die aus ökonomischen Gründen einen Postkartenverlag gegründet hatten. Trotz der recht kurzen Postkartenbotschaften wird das Postkartenarchiv zu einer Chronik sich verändernder Zeiten und historischer Konflikte, die Jerusalem über Jahrzehnte geprägt haben.

Jeremiah Days Arbeit "No Words for You, Springfield" stellt eine cross-atlantische Untersuchung in Form von 16 Fotografien und einer Performance-Dokumentation dar. Auf der Suche nach nachvollziehbaren Spuren, die die massenhafte Auswanderung der Iren aus den Blasket Islands in die US-Stadt Springfield hinterlassen hat, entdeckte Day, dass sich keine wahrnehmbare irischen Kultur oder Tradition in der neuen Welt erhalten hatte. Stattdessen erlebte er den, für amerikanische post-industrielle Städte typischen, Verfall. Als Dokumentation der urbanen Ruinen von Springfield, sind Days Fotografien mit handgeschriebenem Text beschriftet; Sie finden ihre Entsprechung in den Ruinen auf den Blasket Islands, die in den 1950ern evakuiert worden sind. Durch ein als Text präsentiertes Interview des Historikers Douglas Valentine erhält die Arbeit fast eine archäologische Dimension. Lyrisch fordert sie die Tiefe der amerikanisch-politischen Psyche heraus.

Julien Grossmann hat sich ausgiebig mit frühen ethnographischen Aufnahmen aus aller Welt beschäftigt. Grossmanns Kompositionen für seine Arbeit "KOKIN (...) SLENDRO" sind in Tonsystemen aus Länder geschrieben. Sie wurden auf Schallplatten gepresst, die in Miniatur weiße Inseln mit sehr unterschiedlichen Landschaftstypen zeigen. Wie von Zauberhand geben die Schallplatten, eine nach der anderen, eine sehr eigene Klanglandschaft von sich, wobei jede Insel sich um ihre eigene Achse dreht.

Sven Johnes letzte Arbeit dreht sich um die Insel Lampedusa und das Paradox dieser Insel als einem Ort, der zugleich Tourismusziel ist und der Ort, an dem unzählige Flüchtlinge aus Afrika angekommen sind oder aber gestorben sind, kurz bevor sie das Ufer erreichen. Die Foto-Serie "Traumhotels", die er aus dem Fenster eines bescheidenen Hotels aufgenommen hat, widerspricht der Idealvorstellung eines mediterranen Paradieses und schlägt stattdessen andere, bedrohlichere Realitäten vor.

Sal Randolphs "Ambience Scores" sind Übertragungen der üblicherweise überhörten Raumklänge. Es sind alphabetisch wiedergegebene Klangkompositionen, die als Möglichkeit den Raum als Stimme aufzuführen "gelesen" werden können. An ausgesuchten öffentlichen Plätzen in New York, die auf irgendeine Weise politisch aufgeladen sind, entstanden Ambietsounds, die für diese Ausstellung auf einer tragbaren manuellen Schreibmaschine, sichtbar gemacht wurden. Die Serie als Ganzes folgt Randolphs langjähriger Praxis der Sprachzeichnungen und bildet eine Weiterentwicklung ihres Interesses an Instructional Art.

Als ausgesprochen zeitgemäße Auffassung von Soundpostkarten ist Tomas Werners Videoarbeit "Landscape Spectacle" bei einem Besuch des Künstlers im Grand Canyon entstanden. Eine statische Aufnahme der majestätischen Landschaft wird gezeigt, während man im Hintergrund die Vielzahl der Stimmen der Touristenmassen hört, die diesen klassischen Aussichtspunkt besuchen und verlassen - ein Konzert der Sprachen und Ausrufe von einer halben Stunde Dauer.

Begleitprogramm

Sonntagsführungen Kostenlose Führungen durch die Ausstellung an die folgenden Sonntagen jeweils um 15.00 Uhr Mit der Kunsthistorikerin Stephanie Fiedel 30. September 7. Oktober 14. Oktober
Nachtcafé In einer Gesprächsrunde, bei einem guten Tropfen Wein, Song-Ming Ang zu seinem künstlerischen Werdegang bietet sich Ihnen die Gelegenheit und zu den Inhalten seine Kunst zu befragen. Moderation: Laura Schleussner Montag, 17.09 um 19 Uhr Eintritt: 5€, Mitglieder 3€
Gegen Über In dieser Abendveranstaltung werden die Kunstwerke der Ausstellung im Rahmen einer thematischen Führung mit Klassikern der Kunst konfrontiert und bei einem Glas Sekt oder Wein mit den Teilnehmern diskutiert. Moderation: Anja Marrack Donnerstag, 27. September um 19 Uhr Eintritt: 4€, Mitglieder 3€

 

Parallel-Ausstellung: Ansichtssache(N)
Ausstellung des Projektes "Kunsttransfer", der Kunstvermittlung im Kunstverein

- mit Werken seiner institutionellen (schulischen) Projektpartner und den Dokumentationen seiner Kunstvermittlung aus den Ausstellungen des Kunstvereins Bis 9. September Künstlerhaus/Weißer Saal und Gewölbekeller Gotmarstraße 1, Di-Fr 16-18 Uhr / Sa & So 11-13 Uhr
Aktionsprogramme für jede Altersgruppe an den folgenden Samstagen von 11-13 Uhr: 18. August 25. August 1. September 8. September
Gastpräsentation des Kunstraums Tosterglope mit seinem Kunstvermittlungsprojekt KURATO.kollektiv: 21.August - 26. August ERÖFFNUNG 21. August 16 Uhr

 

 

Cube Cell Stage / Mariechen Danz

Künstlerhaus Gotmarstrasse 1 Öffnungszeiten Di – Fri 14.00–18.00 Uhr Sa/So 11.00–17.00 Uhr CUBE CELL STAGE In Kooperation mit der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen

Sprache und Lernprozesse bilden den Kern der umfassenden Praxis der irisch-deutschen Künstlerin Mariechen Danz (geboren 1980 in Dublin), die von Installation über Zeichnung, Musik, Performance bis hin zu Video reicht. Danz greift dabei auf so unterschiedliche Inspirationsquellen wie wissenschaftliche Illustration und Mythen zurück und nutzt Elemente wie Piktogramme, Landkarten und Wortspiele, um Wege der Wissenstradition zu hinterfragen – einschließlich der Logik des geschriebenen Wortes. "Language is a map – not a tracing", sagt Danz in einer Performance und spricht damit vom Aufzwingen von Informationsstrukturen und Sprache als kolonialen Praktiken, die das Bezeichnen und Definieren zum Geltendmachen autoritärer Ansprüche nutzen, im Unterschied zu der Möglichkeit, sie für gegenseitige Verstehensprozesse zu nutzen.

In Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen, zeigt der Kunstverein Göttingen die erste institutionelle Einzelausstellung von Mariechen Danz in Deutschland. Das Ausstellungskonzept von CUBE CELL STAGE ist prozessorientiert: Die in Bremen erarbeitete Installation und Performance werden in Göttingen mit anderen Schwerpunkten weiterentwickelt. Als Herzstück beider Ausstellungen fungiert der riesige Würfel "Learning Cube", dessen Außenfläche mit ihren Abbildungen von Organen, gestikulierenden Händen, Pyramiden, Diagrammen, Alphabeten und grafischen Symbolen als didaktisches Hilfsmittel fungiert. Der Würfel erinnert an frühe Lehrmittel und Lernspielzeuge. Er ist ein Element und eine Struktur, die als eine Art Schlüssel oder Landkarte für den Körper dient, auf der die Organe sichtbar mit unterschiedlichem sozialen und kulturellem Verhalten und Geschichten verbunden sind.

Es ist entscheidend für die Ausstellung und für Danz' Werk, dass der menschliche Körper nicht nur als ein Medium porträtiert wird, das Lernen ermöglicht, sondern auch als Element, dem Strukturen und Systeme aufgezwungen werden—und das diese wiederum auch weitergibt. Danz präsentiert großformatige anatomische Zeichnungen auf Papierrollen, die an Lehrdiagramme erinnern. Wissenschaftlich anmutende Darstellungen des Körpers werden vergrößert gezeigt und nehmen dadurch die Erscheinung einer Rüstung oder eines Schildes an. In plastischen Arbeiten wird der Körper oft auseinandergenommen – im wahrsten Sinne des Wortes zerteilt in Form von Abgüssen durchsichtiger Körperteile – als Anspielung auf wissenschaftliche Klassifikationssysteme. In ihren "Common Carrier Case"-Skulpturen werden Danz' Zeichnungen plastisch. Das Abbild wird zu einem Avatar-artigen Kostüm oder einer Körperhülle und einem anthropologischen Gegenstand – gerahmt hinter Glas. Eine intimere Skulptur, der durchsichtige Abguss eines offenen Buches, legt eine Aktion und Haltung nahe: Eine Handvoll Buchstaben scheint willkürlich über die Seiten verteilt zu sein, womit sie die Ordnung und die Hierarchie des Textes korrumpiert.

Neu ist in Göttingen eine Installation mit von Danz' angefertigten Kostümen. Im Ausstellungsraum hängend, legt die Präsenz dieser symbolüberlagerten Kleidungsstücke dem Zuschauer nahe, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und Danz' kritische Haltung gegenüber tradiertem Wissen zu übernehmen.

Die Performance "Rhyme and Reason", die rund um den Würfel inszeniert ist, greift die Themen und Bilder, die in den Werken präsent sindm auf. Sie wird zum ersten Mal als Video gezeigt. Ihre einzelnen Schauspieler und Sänger spüren den persönlichen Vorgängen nach, sie zeigen wie man Informationen gewinnt und speichert, während sie auf die vier Seiten des Würfels reagieren. Wie viele der neueren Performances von Danz nimmt diese Arbeit Anleihen bei Musikvideos. Danz hat eine eigene Band, UNMAP. Indem sie mündliche Überlieferungstraditionen mit zeitgenössischem Vortragsformat verbindet, stellen ihre Choreografien ein einzigartiges Theater des Absurden dar, kanalisiert durch das Medium des Pop. Kreide und Zeigestab verweisen auf typische didaktische Hilfsmittel, während Danz selbstbewusst die Rolle der Professorin oder Mediatorin einnimmt – oder manchmal auch die der erstaunten Studentin. Als Raum für das Vermischen kultureller Codes hat die Popkultur ihre ritualisierte Funktion, als kollektive kulturelle Erfahrung und Sphäre, als Bühne für die anhaltenden Veränderungen des Anderen. Danz bedient sich beider Aspekte in ihrem veritablen "Gesamtkunstwerk": sie betont den Wert des Bildes und die unlogisch und irrationale Vermittlung des Wissens.

Begleitprogramm

Sonntagsführungen durch die Ausstellung, jeweils um 15.00 Uhr. Mit der Kunsthistorikerin Caren Barbara Schweder am 1. Juli, 8. Juli und 15. Juli 15.00 Uhr

Donnerstag 28. Juni 2012 19.00 Uhr Von der kunst zur kultur ausstellung? Blick auf die documenta und ihre vorgeschichte Ein Vortrag von Dirk Schwarze In Kooperation mit d em Kunsthistorischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen Im Vorfeld seiner Tagesfahrt zur dOCUMENTA (13) nach Kassel lädt der Kunstverein Göttingen alle Interessierten zu einem Vortrag des Publizisten und ehemaligen HNA Kulturredakteurs Dirk Schwarze ein. Dirk Schwarze begleitete die documenta als Berichterstatter und Kritiker seit 1972 und ist Herausgeber der Publikation "Meilensteine - documenta 1-12 (2007)". In seinem Vortrag wird er kurz in die Geschichte der documenta einführen und anschließend einen Überblick über die thematischen und künstlerischen Schwerpunkte der dOCUMENTA (13) geben. Eine empfohlene Veranstaltung für alle die einen Besuch des "Museums für 100 Tage" planen. Veranstaltungsort: Hörsaal im Auditorium (Audi 11) Weender Landstr. 2

Donnerstag 19. Juli 2012 19.00 Uhr Gegenüber mit Anja Marrack In dieser Abendveranstaltung werden die Kunstwerke der Ausstellung von Mariechen Danz im Rahmen einer thematischen Führung mit Klassikern der Kunst konfrontiert und bei einem guten Glas Sekt oder Wein mit den Teilnehmern diskutiert. Eintritt 5 euro / 3 euro (Mitglieder)

Sonntag 8. Juli 2012 Mitgliederreise - dOCUMENTA (13) Alle fünf Jahre wird Kassel für 100 Tage zum Mittelpunkt der internationalen Kunstszene. Am Sonntag, dem 8. Juli 2012, veranstaltet der Kunstverein eine Tagesfahrt zum Kunstereignis der dOCUMENTA (13). Über 150 Künstler aus 55 Ländern sind mit vielfältigen Arbeiten in der groß angelegten Ausstellung vertreten. Unsere Reise beinhaltet eine Führung durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter der dOCUMENTA (13) und Zeit für die individuelle Besichtigung der verschiedenen Ausstellungsorte der dOCUMENTA (13). Die Anmeldung ist bis zum 20.06.2012 den Mitgliedern des Kunstvereins vorbehalten. Um Anmeldung per Email wird gebeten unter info@kunstvereingoettingen.de.

Kunstvermittlung Schulklassen aller Alterstufen, aber auch schon KiTas und Krippen bietet das Projekt KUNSTTRANSFER ein vielfältiges Kunstvermittlungsprogramm – von Ausstellungsbesuchen, thematischen Aktionstagen, Medienworkshops bis hin zu Ateliereinheiten. Besuchen Sie uns in unserem Medienraum im Künstlerhaus, Gotmarstrasse 1 (1.OG). Für Informationen/Anmeldung wenden Sie sich bitte an Anja Marrack, Leitung Kunstvermittlung kunstvermittlung@kunstvereingoettingen.de Tel: 0551 / 54 18 46 (Di-Fr 10-15 Uhr) Tel: 0551 / 44 5 73

 

Ausstellung Philipp Messner "Unknown Again"
21. April - 17. Juni 2012

Ausstellungseröffnung 21 April 2012 17.00 Uhr Altes Rathaus Markt 9 ,Öffnungszeiten Di – So 11.00 bis 17.00 Uhr

Kuratiert von Laura Schleussner

VeranstalterInnentext:
Das nachgebaute trojanische Pferd von Philipp Messner ist zugleich Ausgangspunkt und Herzstück seiner Ausstellung "Unknown Again" im Göttinger Kunstverein, in der er sich mit den Grenzen zwischen dem Virtuellen und dem Materiellen, dem Illusionären und dem Konkreten auseinandersetzt. Am Eröffnungstag wird das über-lebensgroße hölzerne Pferd in einer feierlichen Prozession durch die Straßen der Göttinger Altstadt geschoben und dann im mittelalterlichen Bau des Alten Rathauses aufgebaut. Ursprünglich aus dem Epos Homers stammend ist das trojanische Pferd heute als ein Computervirus bekannt, das sich bei seinem Wirt einnistet und dort Verwüstungen anrichtet. Zwar wird die Bedrohung, die möglicherweise von Messners Pferd ausgeht nicht näher benannt, aber eine ähnliche Täuschung wird suggeriert: das Pferd steht für etwas, das man arglos in seine Mitte nimmt und erst später als Köder und Falle erkennt. Das Alte Rathaus selbst verwandelt Messner in einen hermetisch versiegelten Raum, indem er Fenster und Türen abdeckt. Von außen mit zwei schwarz-weißen Fahnen gekennzeichnet, wird das mittelalterliche Bauwerk so in eine Reihe von Videovorführungsräumen verwandelt – in einen metaphorischen "Pferdebauch", in dem an verschiedenen Stellen experimentelle Videoarbeiten zu sehen sind. In einer der Arbeiten ertastet eine große Hand die inneren Grenzen des Monitors.
Ein anderes Werk zeigt einen Turm von acht Monitoren mit Aufnahmen von einer "Occupy Wall Street"-Kundgebung. Die von Youtube.com stammenden Filme mit ihrem persönlich-individuellen Blick bilden ein multiperspektivisches Monument. In einer weiteren Arbeit sehen wir, wie eine Anstecknadel mit dem symbolisch aufgeladenen SS-Totenkopf von einem Zug überfahren und platt gewalzt wird. Die grobe Qualität der Videos fällt auf. Eine geringe Auflösung, die Verwendung von Handkameras sowie beiläufige Hintergrundgespräche untergraben jeden Eindruck von Ikonisierung und verleihen den Filmen eine fast haptische Qualität. Die Installation als Ganzes veweist auf eine Verlagerung der Position des Betrachters. Charakteristisch für die zuletzt entstandenen dreidimensionalen Objekte und Installationen des Künstlers mit ihren spiegelnden Oberflächen und der reduzierten Ästhetik war der Blick von Außen. Im Gegensatz dazu ist Messners "Unknown Again" ein Blick aus dem Inneren, ein virtuelles Testgelände und Reaktion auf unsere digital vermittelte Erfahrung des Alltags. Jenseits aller Kritik an den Möglichkeiten des Bildes, Wahrheit zu kommunizieren oder Wirklichkeit abzubilden nimmt die Ausstellung eine skeptische Position ein und fragt, in welchem Ausmaß wir von der Dynamik einer vom (medialen) Bild dominierten Kultur vereinnahmt sind. Was wir sehen oder glauben zu sehen, ist letztendlich immer komplexer, ist immer vielschichtiger kodiert, als es anfangs scheint. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich selbst das gewaltige trojanische Pferd als einfacher Esel, dem eine Möhre am Stock vor der Nase baumelt und ihn vorwärts lockt. So nimmt die Aufführung, in der das Tier durch die Straßen geführt wird – ein Akt, der an eine Demonstration oder eine Parade erinnert – absurde Dimensionen an. Doch wie im Don Quijote, aus dem er entlehnt ist, erweist sich der Esel mit der Möhre auch hier als ein äußerst widerständiger Akteur. Als Köder und selbständig Handelnder zugleich ist Messners Esel ein augenzwinkerndes Statement über die Widerspenstigkeit des Bildes. Mit "Unknown Again" lädt Messner den Betrachter dazu ein, dem Esel auf seinem verschlungenen Pfad von der Welt der halluzinierten Erfahrungen in den verdunkelten Raum der isolierten Bilder zu folgen.

Begleitprogramm 29. April, 6. Mai und 13. Mai 2012

Kostenlose Führungen durch die Ausstellung an diesen Sonntage jeweils um 15.00 Uhr. Mit der Kunsthistorikerin Stephanie Fiedel

Dienstag, 22. Mai 2012 NACHTCAFÉ 19.00 Uhr mit Philipp Messner und Dr. Sabine Hess Zum abendlichen Nachtcafé in der Ausstellung von Philipp Messner stellt sich der Künstler den Fragen der anwesenden Teilnehmer/innen. In einer Gesprächsrunde – in entspannter Atmosphäre und bei einem guten Trofpen Wein – bietet sich Ihnen unter der Moderation von Frau Dr. Sabine Hess (Professorin für Kulturantropologie Universität Göttingen) die Gelegenheit, Philipp Messner zu seinem künstlerischen Werdegang und zu den Inhalten seiner Kunst zu befragen. Eintritt 5 euro / 3 euro (Mitglieder)

Freitag 01. Juni 2012 19.00 Uhr GEGENÜBER mit Anja Marrack In dieser Abendveranstaltung werden die Kunstwerke der Ausstellung von Philipp Messner im Rahmen einer thematischen Führung mit Klassikern der Kunst konfrontiert und bei einem guten Glas Sekt oder Wein mit den Teilnehmern diskutiert. Eintritt 5 euro / 3 euro (Mitglieder)

KUNSTVERMITTLUNG Schulklassen aller Alterstufen, aber auch schon KiTas und Krippen bietet das Projekt KUNSTTRANSFER ein vielfältiges Kunstvermittlungsprogramm – von Ausstellungsbesuchen, thematischen Aktionstagen, Medienworkshops bis hin zu Ateliereinheiten. Zu jeder Ausstellung finden auch Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Studierende statt. . Für Informationen/Anmeldung wenden Sie sich bitte an Anja Marrack, Leitung Kunstvermittlung kunstvermittlung@kunstvereingoettingen.de Tel: 0551 / 54 18 46 (Di-Fr 10-15 Uhr) Tel: 0551 / 44 5 73 (Anrufbeantworter)

 

Adventure, Courage, Love and Friendship" Solo show
Video/Installationen Mai Yamashita und Naoto Kobayashi 27.2.-17.4.11

Video/Installationen des japanischen Künstlerduos Mai Yamashita und Naoto Kobayashi. Ausstellung des Kunstvereins im Saal des Alten Rathauses. Die Videoprojekte der beiden Künstler entspringen "der selbst gestellten und bis ins letzte konsequent durchgeführten Aufgabe, das Leben nach eigenen Spielregeln angenehmer, aufregender und bedeutungsvoller zu gestalten."

Wie ist ein Kunstwerk zu bewerten, bei dessen Anblick man kurz erstaunt stockt und dann herzhaft lacht oder zumindes vergnüglich kichert? Und wie ist eine Ausstellung zu bewerten bei der einem das gleich mehrfach passiert und die man Ende ein klein wenig leichter verlässt als man gekommen war?

Überraschung 1: Das Künstlerduo hat in Japan mehrere Flaschen Minerawasser aus Deutschland gekauft, ist mit diesen Flaschen nach Deutschland geflogen, zu der Mineralwasserfirma in der Nähe von Fuldass, ist an einem gottverlassenen Bahnhof ausgestiegen, hat sich durch den Wald gequält um die Quelle zu finden, aus der das Mineralwasser stammt und: ...... hat dort der Quelle das Mineralwasser das sich in den Flaschen befand zurückgegeben ! Die Geschichte ist auf Video festgehalten worden.
(Eine Malerin aus dem Göttinger Atelierhaus schaute sich das Video mit dem Mineralwasser an und konnte sich streckenweise vor Kichern nicht mehr einkriegen.)

Überraschung 2: große Leinwand , kleine Ostseewellen spülen an Strand. Und dasseine Nummer! Die Nummer reitet auf der Welle, 521. Was bedeutet das? Ah dasskommt noch eine Welle, die hat auch eine Nummer die auf ihr reitet ... Aha 522 ... und dann 523 und 524 .


Und hier - das Foto der Einladung zur Eröffnung vom Projekt >>"Mainstream".... Nun ja alles soll nicht verraten werden - aber es ist klar geworden worum es geht.

Und noch einmal eines ihrer Videos auf youtube : Das Zeichen für Unendlichkeit durch ein sehr lang andauerndes Laufen auf den Linien einer liegenden Acht im Gras eingraben. Weiteres auf der >>Homepage der beiden

Ausstellungstext des Kunstvereins
Mai Yamashita (*1976) und Naoto Kobayashi (*1974) arbeiten seit 2000 zusammen. Immer wieder sind es Handlungen und Situationen, die auf den ersten Blick absurd anmuten, die das aus Japan stammende Künstlerpaar erprobt. Tatsächlich jedoch folgen die beiden einem radikal erweiterten Verständnis von Sinngebung und Machbarkeit, dem der fortgesetzte Versuch, das Leben nach eigenen Spielregeln angenehmer, aufregender und bedeutungsvoller zu gestalten, entspringt. Die Videoprojekte der beiden Künstler basieren auf selbstgestellten Aufgaben, die sie mit fast anarchistischer Lust dem Alltag entgegensetzen, um schließlich über alle Erschwernisse und Zumutungen der Umsetzung zu triumphieren. Kulturelle Rollen und Klischees ironisieren und unterwandern Yamashita und Kobayashi, inspiriert durch ihre eigene künstlerische Reisetätigkeit, etwa wenn sie als japanische Touristen unterwegs sind. In alpiner Gebirgslandschaft etwa fertigen sie kleine „mountain sculptures“ aus vorgefundenen Baumstämmen („How to make a montain sculpture“, 2006 ) . Ebenso schließt sich ein Kreis, wenn sie eine in Japan erworbene Flasche Tönissteiner Mineralwasser zurück nach Deutschland bringen, um den Inhalt in seine Ursprungsquelle zurück zu schütten („Release of mineral water“, 2003 ) . Ob sie angesichts einer filmisch verlangsamten Sternschnuppe so viele private Wünsche wie möglich äußern („When I wish upon a star“, 2004 ) , ein riesiges, rotes Bonbon über mehrere Monate auf sein normale Größe lutschen („Candy“, 2005 ) oder an der Ostsee 1000 Wellen zählen („1000 Waves“, 2008) , immer verfolgen sie dies mit einer Ernsthaftigkeit, die zugleich von einer gewissen Komik geprägt ist und uns die vielen sinnlosen Rituale des Alltags bewusst machen. Die Ausstellung im Göttinger Kunstverein zeigt eine Auswahl von Video - und Fotoarbeiten der letzten Jahre. Derzeit sind die Künstler zu Gast im Künstlerhaus Bethanien, Berlin.

Mai Yamashita
2009 Ph.D. Tokyo National University of Fine Arts and Music
2005- 2006 The Berlin University of the Arts, Class Stan Douglas, Guest student
2004 M.A.Tokyo National University of Fine Arts and Music 2001 B.A. Tokyo National University of Fine Arts and Music
Naoto Kobayashi
2005- 2006 The Berlin University of the Arts, Class Stan Douglas, Guest student
2002 M.A. Tokyo National University of Fine Arts and Music
1999 B.A. The University of Tsukuba, School of Art and Design

 

Ausstellung des Künstlerduos Lotte Lindner & Till Steinbrenner 15. August-10.Oktober 2010

Eröffnung 15. August um 11:30 Uhr. "Lotte Lindner und Till Steinbrenner sind die Preisträger des New-York-Stipendiums für herausragende künstlerische Positionen 2009, das seit 2006 gemeinsam vom Land Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstifung vergeben wird. www.lindner-steinbrenner.com

"Lotte Lindner, geboren 1971 und Till Steinbrenner, geboren 1967, leben und arbeiten in Hannover. Lotte Lindner und Till Steinbrenner arbeiten seit 2002 als Team zusammen. Ihre Arbeit hat sich von einem traditionellen Skulpturbegriff ausgehend über intensive performative Studien zu einer umfassend raum- und zeitbasierten Praxis entwickelt. Sie arbeiten heute crossover-medial mit Installationen, Video, Fotografie und Performance. Die Arbeiten von Lindner und Steinbrenner sind zudem stark ortsbezogen. Das umfasst nicht nur die architektonisch-räumliche sondern auch die inhaltliche Verortung und Vernetzung mit der Umgebung der Ausstellungsorte. Für den Kunstverein Göttingen und seine Räume im Alten Rathaus haben Lotte Lindner und Till Steinbrenner eine Ausstellung erarbeitet, die sich thematisch mit den Wechselwirkungen zwischen Macht, Angst und Freiheit auseinandersetzt und die der Beschreibung von Zuständen eine utopische Perspektive zugesellt. Hierbei werden mit architektonischen Körpern verschiedene Medien, unter anderem Videos und Fotografie und zu einer raumfüllenden und raumübergreifenden Installation vereinigt. Diese utopisch anmutende Istallation ist in Teilen auch eine kritische Bestandsaufnahme ihres Aufenthaltes in New York, einer Kapitale des Wohlstandes und der kommerziellen Macht, aber auch einer von Konkurrenz, Misstrauens und Angst geprägten Stadt. Lotte Lindner und Till Steinbrenner sind die Preisträger des New York-Stipendiums 2009, das seit 2006 gemeinsam vom Land Niedersachsen (MWK) und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergeben wird. Das Stipendium beinhaltet einen einjährigen Aufenthalt in New York, sowie zwei daran anschließende Ausstellungsprojekte in ausgewählten niedersächsischen Kulturinstitutionen, die von einem Katalog begleitet werden, der vom Land Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Göttingen und dem Oldenburger Kunstverein herausgegeben wird. Ebenso wie im Oldenburger Kunstverein, in dem Lotte Lindner und Till Steinbrenner vom 19. Juni bis zum 1. August 2010 unter dem Titel "We don´t trust you" ein völlig eigenständig konzipiertes Ausstellungsprojekt präsentierten, das auf die dort vorgefundene spezifische Raumsituation einging, reagieren sie mit ihrer Ausstellung in Göttingen auf die Herausforderung, die die Vielzahl und die Unterschiedlichkeit der Ausstellungsräume des Göttinger Rathauses ihnen bietet. "

 

Sonntag, dem 20. Juni, Kunstverein Göttingen e.V. 11:30 Uhr
Einzelausstellung des isländischen Künstlers Egil Saebjörnsson

(Text: Kunstverein) "Der in Berlin lebende isländische Künstler Egill Sæbjörnsson kombiniert Foto und Performance, Kurzfilm, Videoinstallation und live eingespielte Musik zu komplexen poetisch-narrativen Rauminstallationen, in denen er selbst Teil der Situation wird. Sæbjörnsson experimentiert, er probiert neue Formate aus und arbeitet dazu auch mit anderen Künstlern aus den Bereichen Theater und Musik zusammen. Im Werk Egill Sæbjörnssons ist Intermedia Programm, ein Experimentierfeld und Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem er sich leichtfüßig bewegt. Animation, Video-Projektion, Live-Musik, Sound, Zeichnungen und die Verwendung alltäglicher Gegenstände verbinden sich zu einer Darstellung im Raum, durch die Sæbjörnsson die Betrachtungsweise der Umgebung erforscht. Indem er verschiedene Realitätsebenen miteinander verschränkt, eröffnet der Künstler neue Blickwinkel auf scheinbar Vertrautes und zeigt - immer mit einem augenzwinkernden Blick -, dass unsere Weltsicht letztlich stets in der Projektion eigener Ideen besteht und vom jeweiligen Standpunkt abhängt. Als roter Faden im Schaffen Sæbjörnssons erscheint dabei neben der Musik, die fast immer integraler Bestandteil seiner Arbeiten ist, vor allem das Thema der Animation. Die Idee einer Belebung unbelebter Objekte verfolgt der Isländer dabei nicht nur in seinen filmischen Arbeiten, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes, wenn er durch Videoprojektionen banale Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs oder aus Pappe ausgeschnittene Formen manipuliert und zum Leben erweckt.

Videoclip zweier belebter Pingpongbälle - einer Kombination von Videoprojektion und realen Eimern. Quietschende Pingpong-Bälle springen aus zwei Eimern.

In den letzten Jahren wurde Egill Sæbjörnsson zu vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Institutionen und Galerien eingeladen, unter anderem in Deutschland, den USA, Norwegen und Island. Die Ausstellung im Kunstverein Göttingen wird dabei Werke der letzten zwei Jahre umfassen, und speziell für die Ausstellung im Kunstverein wird er neue Arbeiten schaffen, die sich einer Vielzahl unterschiedlicher Medien und Ausdrucksmittel bedienen und sich in einem fließenden Übergang zwischen Bildender Kunst und Musik bewegen. Egill Sæbjörnsson wurde 1973 in Reykjavík geboren. Er studierte am Icelandic College of Arts and Craft in Reykjavik und an der Université de Paris, St. Denis. In seiner Heimat ist der Künstler vor allem als Pop-Musiker bekannt und hat mehrere Alben veröffentlicht. Gemeinsam mit anderen Künstlern produzierte er eine Reihe Aufsehen erregender Musikvideos, die in der Folge nicht nur auf MTV und Viva zu sehen waren, sondern ebenso in Kunstinstitutionen und Ausstellungen gezeigt wurden. Später begann er, seine Musik mehr und mehr in Richtung Kunstproduktion zu entwickeln. Der Künstler lebt in Berlin und Reykjavik. Die Ausstellung im Kunstverein Göttingen ist seine erste größere Einzelausstellung in einem deutschen Kunstverein. Begleitend erscheint ein Katalog."


Egil Sæbjörnsson bei der Vorbereitung der Ausstellung im Künstlerhaus

Egil Saebjörnsson - Animating Ideas vom 20. Juni bis 1. August 2010 im Künstlerhaus, Gotmarstr.1,
Öffnungszeiten der Ausstellung: Di.-Fr. 14-18 Uhr, Sa. u. So. 11-17 Uhr,
jeden Sonntag um 15 Uhr kostenfreie Führung »
Abendveranstaltungen in der Ausstellung: gegen-über (thematische Abendführung) Donnerstag, den 15. Juli, um 19 Uhr »
Kinderveranstaltungen in der Ausstellung: Frei ab Zehn (für Kinder ab 10 Jahren) Donnerstag, den 8. & 22. Juli, um 16 Uhr

 

Ausstellung "offen" Rupprecht Matthies
Das Wort als eigenständiges Ding wird aktiv

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 29. März 2009, 11.30 Uhr im Alten Rathaus
Ausstellungsdauer: – 29. März - 17. Mai 2009 Ausstellungsort: Altes Rathaus, Am Markt

Rupprecht Matthies ist ein Fanatiker des Wortes. Er findet Worte und Handschriften und verwandelt sie in "Skultpuren". Damit sie ihre Wirkung im sozialen Umfeld entfalten können, müssen sie entweder sehr groß, sehr viel, sehr überraschend platziert, besonders plastisch oder bunt sein.

Zunächst dachte ich: "Was soll das, Worte auf Leinwände malen, Worte als Plastiken an die Decke hängen oder aussägen und an die Wand kleben - wo ist dassdie Spannung?" Ein längerer Aufenthalt während der Ausstellungsvorbereitung und Gespräche mit dem Künstler ließen nach und nach Einsichten über die Wirkung dieser Kunstproduktion entstehen.

Das Wort als eigenständiges Ding. Wenn das Wort seine gewohnten Zusammenhänge, die Sätze, die Grammatik, den Text, das Buch, den sinnstiftenden Kontext usw. verläßt und an unerwarteten Orten in ungewöhnlicher Erscheinungsweise präsentiert wird dann werden soziale Prozesse rund um dieses Wort provoziert.

Im mittleren Ausstellungsraum beginnt das Wort "Verzichten" als großes ausgesägtes gelbes Holzwort. Diese Skulptur stand schon auf Straßen, im Wendland und in einem Gefängnis. Dieses riesige Wort hätte eigentlich auf den Marktplatz gestellt werden sollen oder noch besser vor die gängelnden Sozialbehörden Göttingens. Auch große Worte in Metall und als Steinreliefs hat der Künstler schon hergestellt.

So gesehen regt die Ausstellung auch Überlegungen zu Wort-orientierten politischen Aktionsformen an.

Während der Befragung des Künstlers erinnerte ich mich, dass Worte als "Skulptur im Raum" bereits vielfach bestehen ohne dass sie als solche bewußt wahrgenommen werden. Z.B. ist im Innenhof des Göttinger Gerichtsgebäudes eine umlaufende ca. 2 Meter hohe Wand aus Plexiglas mit Worten oder Text installiert. An der Außenmauer des Musagebäudes ist metergroß das Wort Kunst hingemalt. Oder bei der aufdringlichen Werbung eines Geschäftes am Markt wurde ein Wort in Leuchtbuchstaben quer über die Rathausfassade gleiten lassen.

Ein Raum war über und über mit Worten aus schwarzem Material behängt und belegt. Nur die Decke war frei geblieben. Der Künstler hatte es den Helfern überlassen, die Worte nach ihrem Gusto anzuordnen und so ergab es sich, dass eine Helferin versuchte mehrere Worte so zu platzieren, dass sie kurze Aussagen ergaben wie z.B. "Auto" und "Landunter". Der Künstler hatte ursprünglich das Wort aus Sinnzusammenhängen herausgelöst um es frei zu machen für seine Wirkung in einer sozialen Umgebung.

Rupprecht Matthies vor einem Ausschnitt der Wand auf die er seine Notizen transkripiert hat, die sich zuhause auf seiner Küchenwand befinden. U.a. "Lächeln" - das er auf Bitten des Fotografen mit einem entsprechenden Gesicht konfrontiert.

Das Wort als Skulptur:

"Verzichten" geht durch die Wand.

Die Notizwand von Matthies in seiner Küche auf die Ausstellungswand übertragen

Viele Fragen blieben übrig, die für die Gespräche im "Nachtcafé" am 7. Mai geeignet wären:

- Die Ausstellung ist praktisch eine Werkschau, die Worte entfalten aber ihre Wirkung doch gar nicht in Ausstellungsräumen sondern nur im öffentlichen Raum. Oder welche Wirkung sollen sie in Ausstellungsräumen haben?
- Wie ist die Abgrenzung gegenüber dem wort-orientierten Strassen-Graffito zu sehen? Sind Worte an unerlaubten Wänden mit politischen Aussagen Aktionskunst? Sie unterscheiden sich wohl darin, dass sie schon eine Aussage mitbringen statt sie erst anregen zu wollen.
- Beschäftigung mit Worten provoziert die gesamte Wissenschaft der Semiotik, der Semantik, der symbolischen Interaktion usw.. Können die dort entwickelten Gedanken etwas zur Kreativität in diesem Bereich beitragen.
- Wie wäre es mit einer Konfrontation der Worte mit der Realtität und der Beschreibung der Wortbedeutung (Baum real, Wortskulptur "Baum" und semantische Aufschlüsselung durch Aufzählung aller Bedeutungsmerkmale)

Bei dem Bild oben links wird das Wort als grafischen Kunstform präsentiert. Es hat Ähnlichkeit mit dem Symbol des arabischen Senders Al Jazeera

Im Bild rechts wird eine wortbildende Buchstabenkette aufgehängt und am Boden liegen zusammengesetzte Worte.

Öffnungszeiten / Eintrittspreise: Di.-Fr.: 14–18 Uhr , Sa./So.:11–17 Uhr Eintritt: 1,50 € / -,80 €

- Nachtcafe, Künstlergespräch mit Rupprecht Matthies: Do, den. 7.5.2009 um 19 Uhr
- gegen-über, thematische Abendführung, Do,den 16.4.2009 um 19 Uhr
- Kinderprogramm: new generation I, mit Ute Wieder: Mi, 22.4. und Mi, 6.5.09 um 16 Uhr
- frei ab Zehn,mit Peter Lins: Do, 23.4. und Do, 7.5.2009 jeweils um 16 Uhr

Rupprecht Matthies spricht mit KindernWorkshop mit Kindern des Paritätischen Kindergartens Grone, die im Rahmen des Projektes "Kunst-Transfer" die Ausstellung besucht haben.

Text Kunstverein:
"Unter dem Titel >offen< werden im Alten Rathaus Göttingen sowohl Bilder, Reliefarbeiten, Skulpturen als auch Mobiles des Künstlers (*1959 Hamburg) mit Neigung zum Wort-Bild präsentiert.
Seit über zehn Jahren verwendet der Hamburger Künstler Rupprecht Matthies in seinen Arbeiten Buchstaben und Worte und entwickelt aus ihnen Schriftobjekte.Sprache zu visualisieren ist dabei ein Prozess, der zumeist nach gezielten Befragungen der Menschen vor Ort beginnt. Das persönliche Wort wird verbildlicht: Es entstehen Mobiles, Skulpturen, Bilder, Filme und den Projekten entsprechende Installationen. Die Teilnehmer der Projekte können sich zudem oftmals als Mitschöpfer mit ihnen identifizieren. Im Entstehungsprozess wählt Rupprecht Matthies die Begriffe aus, mit denen er Menschen vor Ort oder in bestimmten Situationen ansprechen und konfrontieren will. Zum Teil ist es eine Aufforderung- oft ist es eine Reaktion auf die gegebene Situation. Matthies stellt Fragen nach dem Verhältnis von künstlerischer Visualisierung und realen Eingriffen von Künstlerinnen und Künstlern in den sozialen Dialog der Gesellschaft und lotet dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme von Bildender Kunst aus. Die Ausstellung des Göttinger Kunstvereins umfasst eine Werkschau der vergangenen drei Jahre und enthält Schriftarbeiten aus den Jahren 2006 bis 2009. Die Arbeiten entstanden für unterschiedliche öffentliche und private Auftraggeber. Es handelt sich um Projekte im Rahmen von "Kunst am Bau", wie beispielsweise Mobiles und Wandschriftzüge und zum anderen um Animationen und Skulpturen. Ebenso sind Jugendprojekte Teil dieser Arbeiten. Es sind Beispiele für die Vielseitigkeit der unterschiedlichen Spielarten von Rupprecht Matthies."

 

Ausstellung "Possessions" Sofia Hultén

Der Göttinger Kunstvereins zeigt 8. Oktober bis 19. November 2006 die Ausstellung "Possessions" der schwedischen Künstlerin Sofia Hultén aus Berlin. Videoinstallationen, Fotoarbeiten und Objekte http://www.sofiahulten.de

Bildhauerei

Wie kann man Bildhauerin sein und Videogeräte aufstellen? Genauso überraschend kann man feststellen, dass es Architekten gibt, die sich mit der Gestaltung virtueller Räume im Computer beschäftigen und die Navigation in diesen Räumen zu ihrem Arbeitsschwerpunkt machen.
Objekte verändern, Objekte arrangieren, sich mit dem Material auseinandersetzen, sich zu fragen "Was ist der eigentliche Charakter eines Gegenstandes", im Arrangieren einen Ausdruck dafür zu finden, welches Gefühl mit einem Gegenstand aufs Innerlichste verbunden ist: das sind grundlegende Bestandteile der Bildhauerei, die hier angewandt werden. Auch wenn die Präsentation der Objekte und Videos nicht als "Figur im Raum" und damit Skulpturen im gewohnten Sinne angesehen werden können sind sie materielle Gestaltung.

Vitrinen - Objekte

Räume erfahrbar machen ist ein Teil des Konzeptes, es geht darum, das innere Wesen der Dinge zu erspüren.

Was ist ein Zollstock, wenn vorher die Skala mit allen Zahlen und Strichen abgeschliffen wurden?

Was ist eine Zeichenschablone für Kreise und Vierecke bei der die Formen schiefgefeilt wurden?

Was ist eine gehäkelte Decke bei der die Schlingen zerstört sind und das Muster ineinandergeschoben ist?

Von den Objekten in den Vitrinen erschließt sich der Titel der Ausstellung: "Possessions"

Possession heißt "Besitz" , kann aber auch heissen "Besessenheit" und somit wird im Titel der Ausstellung angedeutet, dass es um einen mehrfachen Bezug zu Dingen geht. Man kann sie besitzen, sie können aber auch mit etwas besetzt oder besessen sein , sie können etwas beinhalten. Schließlich können auch Menschen von Dingen besessen sein.
"Ist das Thema: Wie kann man erkennen und ausdrücken, was der Charakter der Dinge ist?" mit dieser Frage fühlte sich die Künstlerin optimal verstanden. Zu der Bemerkung: das Dargebotene erinnere an Effekte der Dokumenta, die die Wahrnehmung des Alltäglichen verändern, weil plötzlich alles Kunst sein könnte: meinte Sofia Hultén, wenn das erreicht würde wäre es gut

Dinge im Raum Video - Triptychon

Drei parallel laufende Videogeräte mit Filmen in Endlosschleifen


Raum wird wahrgenommen wenn ein Körper ihn durchquert - es kann auch ein Bündel Luftballons sein an dem eine kleine selbstgebastelte Karton-Gondel hängt und das zwischen Bäumen auf einer Wegekreuzung im Park aufsteigt.


Details aus den Filmen - Waffeln unter Autos und Plastikröhrchen in ein Stahlrohr

Der Zwischenraum zwischen Gehwegplatten kann mit Keilen gefüllt werden, Briefkästen können mit Papptellern gefüllt werden; in den Sandhaufen einer Baustelle kann weißes Material in einem Loch versteckt werden, Schläuche können durch die Löcher von Gullideckeln gesteckt werden bis sie verschwunden sind.
Im Raum unter Autos lassen sich Eiswaffel mit der Spitze nach oben stellen. Man denkt daran, dass diese brüchigen Waffeln von anfahrenden Reifen zermalmt werden. Die Wahrheit, die nicht auf dem Video zu sehen ist: anschließend kamen Unmengen von Tauben und stürzten sich auf die Waffeln.

Erkennen im Zerstören Video

Ein Video im klassischen Stil der Prozeßkunst: Eine akustische Gitarre wird zerstört. Die Künstlerin wird in einem weißen Raum gezeigt, sie wirft die Gitarre an die Wand, tritt mit dem Fuß gegen die Teile, schießt sie an die Wand, tritt darauf herum, zerbricht über dem Knie Teile usw.

Nie sind wir dem inneren Wesen der Dinge näher als dann wenn wir sie erschaffen oder zerstören, dann befinden wir uns faktisch mitten in ihnen drin. Die Anschauung verbindet sich mit dem Gefühlten, es ist ein Begreifen im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Gitarre hatte die Künstlerin vor der Videoaufzeichung auch selbst aus zerstörten Einzelteilen zusammengebastelt, was sie als eine eher "privates" Vorgehen empfand. (Video Stills dazu zu sehen beim Kunstverein)
Jenes Begreifen in der direkten Auseinandersetzung mit dem Material bleibt dem Betrachter des Videos allerdings vorenthalten, der Zuschauer verharrt im Zuschauen und darf nur ahnen was die zugreifende Akteurin begreift. Die Einbeziehung ins Praktische dürfte hier nicht verwehrt werden. Aber die Trennung zwischen ZuschauerInnen und Performance auch noch im künstlichen Wiedergabemedium Video schwächt die Intensität ab. Vollendet wäre das Werk, wenn jede/r Besucher/in eine Akkustikgitarre in die Hand bekäme: zum Zerstören und Zusammenkleben

Fotografie und Text

"The Making of....the Kunsvereinausstellung"

Kunstverein und Künstlerin beim Anbringen des Fotos
mit dem Schubladeninhalt am
5.10.06

Eine Schublade mit Krimskrams legte die Künstlerin einer Detektei vor und bat darum herauszufinden, wem die Schublade wohl gehöre. Man kam zu dem Urteil, sie gehöre mit höchster Wahrscheinlichkeit einem Mann. "In ihren Fotoarbeiten setzt die Künstlerin ins Bild, wie sichere Indizienketten zielsicher zu falschen Schlüssen führen". Wie es dazu kam ist auf ausgehängten Texten dazu festgehalten.


Sofia Hultén, 5.10.06 in Göttingen / Foto: goest

Sofia Hultén wurde 1972 in Schweden geboren, sie lebt und arbeitet seit 1997 in Berlin

EXHIBITIONS:
Stockholm,, Munich, New, York, London, Amsterdam, Eigenheim,, Kunstverein, Göttingen, Paris, Barcelona, Malmö, Seattle, Frankfurt, Dresden, Rennes, ,, Floridass,, Düsseldorf, Marseille, Fribourg,, Swizerland, Toronto, Santa, Fe,, New, Mexico, Ireland, Cardiff,, Wales, Warschau,, Edinburgh, Strasbourg, Stuttgart, Berlin, New, Zealand,

Daten zur Ausstellung und begleitende Veranstaltungen

Ausstellungseröffnung: 8. Oktober, 11.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 8. Oktober – 19. November 2006
Ausstellungsort: Künstlerhaus, Gotmarstr. 1, D-37073 Göttingen Öffnungszeiten u. Eintrittspreise: Di.-Fr. 14-18 Uhr; Sa., So. 11-17 Uhr; 1 50 € / 0,80 €

Veranstaltungen:

  • Sonntagsführungen am 22. und 29. Oktober um 15 Uhr.(kostenlos)
  • Nachtcafé mit der Künstlerin Sofia Hultén Dienstag, den 7. November um 19 Uhr
  • Abendführung (gegen-über) Dienstag 24. Oktober um 19 Uhr Künstlerhaus
  • Kinderprogramm: new generation I, Do. 19.10. und 9.11. jeweils um 16 Uhr
  • frei ab Zehn, am Do. den 26. Oktober und Di. 16. November jeweils um 16 Uhr


Kunsthistorikerin Anja Marrack, Kunstverein Göttingen betreut die Ausstellung und organisiert begleitende Veranstaltungen - (5.10.06, beim Pressetermin zur Ausstellungseröffnung)

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