Startseite
Artikel
redaktion@goest.de
Veranstaltungen
  Impressum

Kunstsammlung der Universität Göttingen

Kunstgeschichtliches Seminar und Kunstsammlung Nikolausberger Weg 15, 37073 GöttingenTelefon, Kuratorin der Kunstsammlung, Dr. des Anne-Katrin Sors, (0551) 39-5093,
anne-katrin.sors@phil.uni-goettingen.de www.kunstgeschichte.uni-goettingen.de

Ausstellung ‚Sturm der Bilder' in der Historischen Sternwarte

COPY.RIGHT - Adam von Bartsch. Kunst | Kommerz | Kennerschaft
Im Profil - Göttinger Köpfe - Ausstellung von Silhouetten
Sterbliche Götter - Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik
„Die englische Manier –
Mezzotinto als Medium druckgrafischer Reproduktion und Innovation“
"Kunstwerk des Monats Juni",
"Gefährdete Schätze - Ein Blick in das Depot der Universitätskunstsammlung"

Restaurierungen
"Tom Drake Bennet - Neuer Blick auf alte Meister" 2010

 

Die Werke der Kunstsammlung sind online

Gemälde: Das Projekt "OPAL Niedersachsen" stellt über 23.000 Kulturgüter des Landes Niedersachsen online zur Verfügung, darunter auch die Kunstsammlung der Uni Göttingen. Auf der Seite
>>
http://opal-niedersachsen.de
im Suchfeld "Kunstsammlung der Universität Göttingen" eingeben.

Zeichnungen: Die Zeichnungssammlung beinhaltet u.a. 2200 Zeichnungen vom 15. bis zum frühen 20. Jahrhundert. in den "Bereichen der altdeutschen und niederländischen Zeichenkunst, aber auch auf deutschen Zeichnungen des 19. Jahrhunderts." Die Zeichnungenwaren auf der Seite >>Kunstgeschichte.uni-goettingen zu finden

Exponate einer ehemaligen "Papierausstellung" sind zu sehen auf >>Seite der SUB

 

Ausstellung ‚Sturm der Bilder' in der Historischen Sternwarte
und "Tag der offenen Sternwarte"

Sturm der Bilder – Bürger, Moral und Politik in den Niederlanden 1515 bis 1616 - niederländische Drucke aus dem Bestand der universitären Kunstsammlung. 25.11.16 - 11.12.16 (>historische Sternwarte)

sie fragen nach den moralischen Werten von Politikern und den politischen Pflichten und Rechten von Bürgern. Was sind die moralische Werte de Politik? Wie tugendhaft sollen Politiker sein? Sollen sie ehrlich sein oder dürfen sie auch lügen wenn es darum geht ihre Ziele zu erreichen? Und wenn sie nicht ehrlich sind, wenn sie uns, Bürger, betrügen, was sollen wir als Bürger dann tun? Was sind die Rechte und politischen Pflichten der Bürger? Diese Fragen, die gerade in diesen Tagen so oft gestellt und diskutiert werden, finden ihren Ursprung in der Renaissance. Die Ausstellung Sturm der Bilder: Bürger, Moral und Politik in den Niederlanden, 1515-1616, die Donnerstag in der Historischen Sternwarte eröffnet wurde, zeigt 33 Kunstwerke aus der niederländischen und flämischen Renaissance.

Die Ausstellung präsentiert Künstler wie Lucas van Leyden, Dirck Volckertsz Coornhert, Maarten van Heemskerck, Frans Floris, Pieter Bruegel der Ältere, Willem van Haecht und Hendrick Goltzius. Das berühmte Erasmus-Porträt von Albrecht Dürer eröffnet die Ausstellung. Sie endet mit einem anderen berühmten Stich: der Ko-Produktion von Rembrandt und Hugo Grotius, die zusammen im Jahr 1635 ihren Freund, den Theologen, Politiker und Gelehrten, Johannes Uytenbogaert, in einem Porträt feierten. Alle diese Künstler setzen sich eingehend mit den brisanten ethischen und politischen Fragen ihres stürmischen Jahrhunderts auseinander. Ihre Kunst war nicht für Kaiser, Könige und Fürsten, sondern vielmehr für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger gedacht.


Bildbeispiel auf dem Ausstellungsplakat-Ausschnitt

Gerade in den hundert Jahren zwischen 1515 und 1616 erlebten die Niederlande stürmische Zeiten. Mit Humanisten wie Erasmus von Rotterdam und Künstlern wie Hendrick Goltzius erreichte die Renaissance einen Höhepunkt. Die Reformation von Täufern, Calvinisten und anderen religiösen Gruppen stellte die niederländischen Provinzen aber auch vor die Herausforderung, neue religiöse Konflikte zu bewältigen. Der Aufstand gegen die ‚spanische Tyrannei' des Landesherren Philipp II. und seiner Regierung und der damit einhergehende Aufstand und Unabhängigkeitskrieg erschütterten die Niederlande in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zutiefst. Es geht in der Ausstellung Sturm der Bilder allerdings nicht nur um Moral und Politik, sondern auch um Schönheit und grafische Virtuosität; es geht um spannende und wunderschöne Kunst. Zugleich ist die Ausstellung ein Versuch die neuen Medien der Renaissance und die neuen Medien des 21. Jahrhunderts in einen Dialog miteinander zu bringen. In der Ausstellung trifft die Reproduktionstechnik der Renaissance auf die Reproduktionstechnik unseres Zeitalters- auf Video und auf Digitaliserung.

Tag der Offenen Sternwarte

Die Ausstellung in der Sternwarte, Geismar Landstrasse 11, ist täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet, montags geschlossen. Die Ausstellung endet am Sonntag, dem 11. Dezember 2016, mit dem Tag der Offenen Sternwarte, Dann stehen zusätzlich Weihnachtskonzerte, Kuppelführungen und Vorträge auf dem Programm und gibt es den ganzen Tag Musik mit dem Renaissance-Ensemble Capella de la Torre unter Leitung von Katharina Bäuml, das gerade zum Echo-Klassik Preisträger gekürt wurde. Der Eintritt ist frei. Es werden Spenden gesammelt, um die Restaurierung eines altniederländischen Gemäldes aus der Göttinger Kunstsammlung zu finanzieren.

 

Kunstwerk des Monats April 2017
Original und Kopie im Werk von Filippo Lauri

2.4.17 um 11:30 Uhr im Hörsaal 11 des Auditoriums, Weender Landstr. 2

17.3.17 / von Joachim Tennstedt, B.A. /
Zur Eröffnung der Ausstellung der Italienischen Gemälde der Kunstsammlung wird der Blick des Besuchers im Kunstwerk des Monats April auf zwei kleinformatige und somit eher unscheinbare Gemälde gelenkt, die dem römischen Barockmaler Filippo Lauri zugeschrieben werden. Die beiden mythologischen Szenen, Glaukos raubt Skylla (Inv.-Nr. GG 149) sowie Alpheus verfolgt Arethusa (Inv.-Nr. GG 150), basieren auf Passagen der Metamorphosen des Ovid ( Buch XIII, 898-968 bzw. Buch V, 572-641) und thematisieren zum einen die Begierde des Meeresgottes Glaukos nach der Meeresnymphe Skylla, zum anderen den Versuch des Flussgottes Alpheus, sich der in seinen Wässern badenden Nymphe Arethusa zu bemächtigen.

Aus dem Nachlass Zschorns im Jahre 1796 nach Göttingen gelangt, zählen die beiden Gemälde somit zu den ältesten im Besitz der Kunstsammlung. Im Herbst 2014 wurden sie von der Dipl. Restauratorin Viola Bothmann umfassend restauriert, so dass vom Künstler spielerisch gesetzte Details seither in neuem Glanz erstrahlen und die Qualität der facettenreichen Malweise augenscheinlich wird. Doch wie bei vielen der italienischen Gemälde kann auch hier der Schein trügen - handelt es sich bei den beiden Werken tatsächlich um Arbeiten Filippo Lauris, oder doch um geschickte Kopien? Zweifel zur Autorschaft des Künstlers ergeben sich aus der Tatsache, dass beide Gemälde keine Einzelstücke sind, sondern in mehreren Variationen international nachweisbar sind. So konnten während der Forschungsarbeit im Rahmen des FoLL-Projektes (Forschungsorientiertes Lehren und Lernen) Exemplare etwa in der Galleria Pallavicini in Rom ausfindig gemacht und auch untersucht werden. Des Weiteren sind beide Göttinger Werke rückseitig signiert, jedoch auf der zur Stabilisierung bei einer früheren Restaurierung aufgebrachten zweiten Leinwand; der Zustand der Original-Leinwände und eine mögliche Signatur auf ihren Rückseiten können somit nicht überprüft werden. Da es sich somit nicht um Signaturen, sondern vielmehr um Zuschreibungen eines Unbekannten an den Künstler Filippo Lauri handelt, konnten sie zwar als Ausgangspunkt für die Erforschung der Kunstwerke dienen, jedoch nicht als stichhaltiges Argument. In diesem Vortrag möchte ich Ihnen die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit präsentieren und mögliche Antworten auf die Frage nach Original oder Kopie sowie den Stellenwert dieser Kategorisierung für unsere beiden Gemälde und ihre Variationen thematisieren.

 

Kunstwerk des Monats Mai 2016

1.5.16 Vom Heiligen zum Schweinehirten? Untersuchung von Zuschreibung und Ikonographie des italienischen Gemäldes GG 191 der Göttinger Universitätskunstsammlung

Text: Joachim Tennstedt

Mit von Tränen geröteten Augen verweilt ein junger Mann in inniger Pose und blickt flehend in den nachtschwarzen Himmel hinauf, das gelöste Gewand unterstreicht die Emotionalität dieses Unbekannten mit Hirtenstab. Das Gemälde mit der Inventar-Nummer GG 191 ist eines der rund 30 italienischen Gemälde der Kunstsammlung der Georg-August-Universität Göttingen.

Seit dem Wintersemester 2014/2015 beschäftigt sich eine Gruppe von Studierenden im Rahmen des Projekts FoLL (Forschungsorientiertes Lehren und Lernen) mit der Erschließung dieser Kunstwerke, da Angaben zu Provenienz, ausführenden Künstlern und mitunter sogar dem Bildinhalt in den meisten Fällen bestenfalls fragmentarisch überliefert oder veraltet sind - viele der Gemälde konnten bislang nur anhand von oberflächlichen Stilanalysen regional und zeitlich grob eingeordnet werden. Zu Beginn dieses Projekts liegen zu GG 191 hingegen wenige weitere Informationen vor:

Das Gemälde wird als Aufblickender Heiliger bezeichnet und als Schöpfung des neapolitanischen Barockmalers Andrea Vaccaro (1604 - 1670) ausgewiesen. Dieser Zuschreibung wird spätestens seit der Überweisung des Werkes an die universitäre Kunstsammlung im Jahre 1923 Jahren Gültigkeit zugesprochen, doch gerät sie aufgrund der neu gewonnenen Forschungsergebnisse der vergangenen Monate ins Wanken: Bereits 2007 tauchte eine Abbildung eines bei Sotheby's versteigerten Gemäldes des Römers Giacinto Brandi (1621 - 1691) auf, das GG 191 in Form und Inhalt zum Verwechseln ähnlich sieht. Weiterhin finden sich weitere stilistisch und inhaltlich eindeutig verwandte Kunstwerke, welche der schöpferischen Hand des mit Brandi kollaborierenden Malers Giovan Battista Beinaschi (ca. 1634 - 1688) entstammen. Doch auch die Deutung des Bildinhalts gestaltet sich schwierig: Falls es sich bei dem dargestellten jungen Mann, wie bisher angenommen, um einen Heiligen handelt, sollte sich dieser bestimmen lassen - mangels aussagekräftiger Attribute ist das jedoch kein einfaches Unterfangen. Alternative Theorien, die den jungen Mann vom Heiligen zum Schweinehirten herabzusetzen versuchten, sowie Spekulationen über die Eindeutigkeit des Geschlechts der dargestellten Figur verdeutlichen die Notwendigkeit einer eindringlichen Untersuchung des Gemäldes. Mehrere Monate intensiver Forschungsarbeit, Recherche im In- und Ausland sowie der Austausch mit internationalen Kunsthistorikern liefern erstmalig seit über 90 Jahren neueste Erkenntnisse, die das bisherige Verständnis des Gemäldes GG 191 kritisch hinterfragen und neue Hypothesen zu Künstlerzuschreibung und Deutung des Bildinhalts präsentieren

 

COPY.RIGHT - Adam von Bartsch. Kunst | Kommerz | Kennerschaft

Grafikausstellung der Uni-Kunstsammlung Eröffnung am Donnerstag, 14. April 2016, in der Kunstsammlung im Auditorium, Weender Landstraße 2 Grußworte sprechen Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und Prof. Dr. Michael Thimann vom Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Göttingen. Anschließend führen die Kuratoren der Ausstellung und Betreuer des Projekts, Dr. Stephan Brakensiek (Trier), Dr. Anette Michels (Tübingen) und Dr. Anne-Katrin Sors (Göttingen), in die Thematik ein. Die Veranstaltung ist öffentlich und beginnt um 18.30 Uhr.. Die Ausstellung ist vom 17. April bis zum 11. September 2016 sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung in Kooperation mit den grafischen Sammlungen der Universitäten Trier und Tübingen zeigt Grafiken verschiedener Techniken, die geschaffen wurden, um Zeichnungen - meist von berühmten Meistern - zu reproduzieren. Im Zentrum der Ausstellung steht Adam von Bartsch (1757 bis 1821), selbst Reproduktionsgrafiker und Begründer der modernen Kupferstichkunde. Die Exponate stammen aus den grafischen Sammlungen der drei beteiligten Universitäten und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Seit einigen Jahren nimmt die Diskussion um Begriffe wie Original, Kopie, Reproduktion, Fälschung und Authentizität zu. Wichtige Stationen auf dem Weg zum aktuellen Diskurs liegen bereits im 18. Jahrhundert: Der Kunstmarkt, die Vervielfältigung und Reproduktion sowie die Entstehung von Kennerschaft, Beurteilungskriterien und Methoden zur Bewertung und Beschreibung lassen sich an den grafischen Künsten und besonders der Zeichnung und Erprobung von Methoden ihrer Reproduktion beobachten. Die Reproduktion von Zeichnungen mittels grafischer Technik war das entscheidende Mittel, um das Sammeln auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen und einheitliche Maßstäbe zum Erschließen von Zeichnungen zu entwickeln. ...mehr Infos

 

Im Profil - Göttinger Köpfe - Ausstellung von Silhouetten

Silhouetten Göttinger Professoren und "Universitätsmamsellen" sind vom 1. November 2015 bis zum 11. März 2016 in der Kunstsammlung der Universität Göttingen zu sehen. Über 40 Bildnisse aus Privatbesitz werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert; sie stammen aus der Zeit zwischen Aufklärung und Romantik. Die Ausstellung startet am Donnerstag, 29. Oktober, von 17 bis 22 Uhr mit einer öffentlichen Soirée. Anschließend ist sie sonntags von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen.

Der ungarische Edelmann Gregorius Franz von Berzeviczy (1763 bis 1822) sammelte die überwiegend kleinformatigen Silhouetten während seiner Göttinger Studienzeit von 1784 bis 1786. Es handelt sich unter anderen um Bildnisse August Ludwig von Schlözers, Johann Christoph Gatterers, Georg Christoph Lichtenbergs sowie einiger ihrer Ehefrauen und Töchter. Auch Kommilitonen von Berzeviczys und "Universitätsmamsellen" gehören zum Repertoire; damit sind literarisch und wissenschaftlich aktive Frauen wie Meta Forkel, Therese Heyne und Dorothea Schlözer gemeint. Von Berzeviczy stellte mit den Silhouetten ein Freundschaftsalbum zusammen. Es waren Menschen, die in den zwei Jahren seines Göttinger Aufenthaltes große Bedeutung für ihn gewonnen hatten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfreuten sich Silhouetten und Schattenrisse in Europa besonderer Beliebtheit. Es waren in der Regel Tuschezeichnungen, seltener Scherenschnitte. Vor allem akademische Kreise schätzten diese kleinen Porträts. Sie waren fester Bestandteil universitärer Freundschafts- und Erinnerungskultur.

 

Sterbliche Götter - Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik

19.4.15 Ausstellungseröffnung
Text Kunstsammlung 9.4.15 / :
"Sterbliche Götter - Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik" lautet der Titel einer neuen Sonderausstellung vom 19. April bis 19. Juli 2015 in der Kunstsammlung der Universität Göttingen. Im Zentrum der Ausstellung, die gemeinsam mit Studierenden und Promovierenden der Kunstgeschichte konzipiert und eingerichtet wurde, steht die Idee der deutschen Romantik, Raffael und Dürer, die beiden geistesverwandten Ausnahmekünstler Süd- und Nordeuropas, hätten befreundet sein können. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 16. April 2015, ab 18 Uhr feierlich eröffnet und ist danach jeweils sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Die Freundschaft der Renaissance-Künstler Raffaello Sanzio (1483 bis 1520) und Albrecht Dürer (1471 bis 1528) ist eine der tragenden Ideen der deutschen Romantik. Oft wurden die beiden Künstler zusammen und sogar Hand in Hand dargestellt - obwohl sie sich im Leben nie begegnet sind. Es war eine äußerst produktive Vorstellung von Dichtern, Malern und Kunsthistorikern, dass Raffael und Dürer als Ausnahmetalente des Südens und des Nordens hätten befreundet sein können. Sie ahmten die beiden Musterkünstler Italiens und Deutschlands künstlerisch, moralisch und biografisch nach. Die Verschmelzung von Ideal und Charakter, von Süd und Nord, von "Italia" und "Germania" wurde zu einem Hauptanliegen der Romantik. Im Zentrum der Ausstellung in der Kunstsammlung stehen die beiden Bildserien zum Leben Raffaels von den Göttinger Gebrüdern Franz und Johannes Riepenhausen. Darüber hinaus werden Zeichnungen, Druckgrafiken, Gemälde, Skulpturen und Medaillen gezeigt. Bücher illustrieren die literarische Rezeption und die frühe kunsthistorische Erforschung von Raffael und Dürer. Ein Augenmerk liegt jeweils auf Kindheit und Tod der beiden Künstler. Deshalb sind unter den Exponaten seltene Reliquien des säkularen Künstlerkultes, der bis zur Öffnung von Raffaels Grab im römischen Pantheon 1833 reichte, erstmals im Zusammenhang zu sehen. Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog mit Aufsätzen und farblichen Abbildungen, der mehr als 100 Exponate zeigt. Das Begleitprogramm umfasst ein Werkstattgespräch mit dem Journalisten, Kunsthistoriker und Autor Florian Illies am 10. Juni 2015 sowie Abendvorträge am 22. April, 6. Mai und 8. Juli. Weitere Informationen sind im Internet unter www.uni-goettingen.de/de/508289.html zu finden.

 

„Die englische Manier –
Mezzotinto als Medium druckgrafischer Reproduktion und Innovation“

27.4.14 bis 1.3.15 Ausstellung der Kunstsammlung Auditorium, Weender Landstraße 2 Sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Ausstellung anlässlich des 300. Jubiläums der Personalunion. Gezeigt werden 105 Werke der Schabkunst, auch Mezzotinto genannt. Diese druckgrafische Technik, die ihre Blüte im 18. Jahrhundert während der Personalunion erreichte, wird auch als „Englische Manier“ bezeichnet. Anhand von Exponaten aus der Grafischen Sammlung der Universität und einiger Leihgaben können Besucherinnen und Besucher Erfindung und Perfektionierung, Nutzung und Verbreitung sowie Traditionsbildung und Experimentalpotential dieser Technik nachvollziehen.
Die Schabkunst war die erste grafische Technik, in der über Linie und Schraffur hinaus flächige Tonwerte und Tonwertabstufungen geschaffen wurden. Anders als in den liniengebundenen Techniken des Kupferstichs und der Radierung ermöglichten mechanische Aufrauhung und deren dosierte Glättung Töne von samtigem Schwarz bis zu reinem Weiß. So ließen sich malerische Werte erzeugen und malerische Werke nachbilden.

Die offizielle Eröffnung findet am Donnerstag, 24. April 2014, 18 Uhr in den Räumen der Kunstsammlung im Auditorium, Weender Landstraße 2, statt. Grußworte sprechen Universitätsvizepräsidentin Prof. Dr. Ruth Florack und der Direktor des Kunstgeschichtlichen Seminars, Prof. Dr. Michael Thimann. Anschließend führt die Kustodin der Kunstsammlung und Betreuerin des Projekts, Anne-Katrin Sors, in die Thematik ein.

Beispielwerk für die Schabkunst aus der Ausstellung

Valentine Green (1739 bis 1813): His Grace The Duke of Bedford with his Brothers, 1778, nach Joshua Reynolds (Ausschnitt)

www.kunstgeschichte.uni-goettingen.de

 

"Kunstwerk des Monats Juni",
2.6.13, Auditorium, Weender Landstraße 11.30 Uhr ,

Vorgestellt wird Niccolo Circignani, genannt Il Pomarancio: Die Ermordung des Heiligen Thomas von Canterbury, um 1582, Inv.-Nr. H 321, Feder in braun über Rötel, braun laviert, 174 x 233 mm

Vorher und nachher ist es den Gästen möglich weiterhin die Kunstsammlung zu besuchen.


Ausstellungseröffnung
"Gefährdete Schätze - Ein Blick in das Depot der Universitätskunstsammlung"

Das Auditorium in der Weender Str. Ecke Nikolausberger Weg beherbergt seit 1987 eine beachtliche Sammlung von 300 Gemälden, 2.500 Zeichnungen, 30 Skulpturen und 15.000 Blatt Druckgraphiken.

Schautafel gibt Überblick über Bilder im Depot

Kleine Abbildungen der im Depot lagernden Bilder wurden am 29.10.10 vom Kunstgeschichtlichen Seminar auf einer Tafel zusammengestellt, von der hier auf dem nebenstehenden Foto ein Ausschnitt zu sehen ist.

>> kunstsammlung.uni-goettingen.de

Die Kunstsammlung an der Uni Göttingen geht zurück auf das 18. Jahrhundert. Im Jahr 1770 wurde durch die Uffenbachsche Stiftung der "Grundstein" gelegt und 1796 kamen aus dem Nachlaß von Johann Wilhelm Zschorn 270 Gemälde hinzu. Die Gemälde wurden nicht immer der Öffentlichkeit zugänglich gehalten, so wie das Zschorn testamentarisch festgehalten hatte. Meist lagerten die Werke unter Ausschluß der Öffentlichkeit. In der wunderbar renovierten 2. Etage des Auditoriums entsteht nun eine würdige öffentlich zugängliche Galerie für die vernachlässigten Werke.

Ein vom Kunstgeschichtlichen Seminar aufgestelltes Modell zeigt die zur Verfügung stehenden Räume der Gemäldegalerie.

Ab Frühjahr 2011 sollen in der Galerie die Werke der Kunstsammlung öffenltich zugänglich gemacht werden.

Mit der Eröffnung der Räume wurde die Ausstellung "Tom Drake Bennet - Neuer Blick auf alte Meister" eröffnet - dazu mehr weiter unten.

Raum Nr. 5 im Modell oben, hier in einer Aufnahme vom 29.10.10 während der Eröffnung von zwei Ausstellungen und der Ankündigung der Wiedereröffnung der Kunstsammlung

Blick in Raum Nr. 2 und dahinter Raum Nr. 3

(29.10.10)

Prof. i.R. Dr. Werner Schnell des Kunstgeschichtlichen Seminars im Gespräch mit dem Präsidenten der Universität (2010) Prof. Dr. Kurt von Figura, der langjähriges Mitglied auch des Göttinger Kunstvereins ist, m 28. Oktober 2010 während einer Preview für den "Freundeskreis der Kunstsammlung e.V."


Restaurierungen

Während der Sanierung des Auditorium-Gebäudes mußten die dort gelagerten Schätze der Kunstsammlung ausgelagert werden und blieben eine Zeitlang in der SUB. dass2011 die Sammlung in Form einer dauerhaften Gemäldegalerie der Universität der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll wurden die Werke auf ihren Zustand hin untersucht. Diplom Restauratorin Dr. Bettina Achsel stellte an 200 Gemälden und Skulpturen Schäden fest. "Die bis zu 700 Jahre alten Kunstwerke sind vom Schimmel befallen, vergilbt, verbeult und weisen akute Schäden an Bildträgern und Malschichten auf. "

Diplomrestauratorin Dr. Bettina Achsel zeigt eine Beschädigung des Gemäldes "Rast vor der Schenke" von Jan Victors aus dem Jahre 1749. Während dieser Riß leicht sichtbar ist, ebenso wie die sehr dramatisch präsentierte Beschädigung einer Madonnenfigur mit fehlenden Händen (unten links) ist auf dem Bild unten rechts der Schaden in der rechten Bildhälfte für das ungeübte Auge nicht ganz so schnell zu erfassen und letztlich nur mit gutachterlichem Blick genauer zu bewerten.

Für die aufwendigen Arbeiten der Restaurierung sucht die Universität nun SpenderInnen, die Patenschaften für einzelne Bilder übernehmen oder im Rahmen einer Mitgliedschaft im "Freundeskreis Kunstsammlung der Universität Göttingen e.V." zum Erhalt der Kunstsammlung beitragen.

zum Anfang

 

"Tom Drake Bennet - Neuer Blick auf alte Meister" 29.10.10

Der englisch-irische Maler Tom Drake Bennett (*1952) schuf "in engster Auseinandersetzung mit acht Meisterwerken der Kunstsammlung der Universität" einen "Neuen Blick" auf die "Alten Meister".

Beispiel:


Diese beiden Bilder sind eines von mehreren Paaren, mit denen zwischen Alten Meistern und einem einem Gemälde von Bennett eine Beziehung hergestellt wird. Ungewöhnlich dabei, dass im obigen Fall das Gemälde rechts auf den Kopf gestellt wurde. (Simon de Vliegher (1600-1635, Christus und die Apostel im Seesturm, Öl auf Holz, 84,5x101 cm). Das Bild von Bennett entstand "nicht auf neutralem Grund, sondern auf Gewebe gedruckte, alle Halbtöne wiedergebende Reproduktionen der Göttinger Bilder, die jetzt unter Farbe verschwunden sind." (Zit. Katalog S.8)

Nun sollte man nicht meinen - darauf wies Bennett im Gespräch hin - es handele sich um ein Suchspiel, bei dem es darum ginge wo denn dieses oder jenes Puzzel rechts auch links auftauche.

Bennett reduzierte die Wiedergabe der Bilder, die ihm als Reproduktionen zur Arbeit vorlagen, auf Flächenstrukturen und Farbkombinationen. Bennetts Bilder sind einerseits Destruktion, andererseits ein Herausheben originaler Bestandteile, die in ihrer Isolation ein abstraktes Miteinander ergeben. D.h. Bennet nimmt einen Teil maßgetreu in Größe, Lage und Form aus dem Original und sein Bild wirkt nun wie ein Extrakt mit eigener ästhetischer Wirkung. Aufschlußreich in diesem Zusammenhang war der Hinweis, Tom Drake Bennett habe 2010 etwas unter dem Titel "Transatlantic Poetry of Colour" erarbeitet. Poesie der Farben erfordert Auswahl, Farben, die in extrahierte isolierte Teilformen der Alten Meister gegossen sind und das räumliche Bild auslöschen, die Ästhetik einzelner Formen bewahren und sie ergänzen mit der Poesie der Farben. So könnte man Bennetts Dialog mit den Alten Meistern verstehen.

Tom Drake Bennett mit Lebensgefährtin Susan E. Mc Kinley (ebenfalls Künstlerin)

Auf die Frage, wie er dazu kam die Abstraktion von "Marie und Johannes das Kind anbetend" mit so viel Rosa Farbe zu malen, antwortete er augenzwinkernd: vielleicht weil er eine kleine Tochter hat bei der nahezu alles gegenwärtig Rosa sei.

(Er gibt in seiner Vita auch bekannt, dass er 2003-2008der Erziehung seiner Kinder Loisbrian und Una Charlotta gewidmet hat)

"Je mehr man sich aber in seine Malerei hineinschaut, desto mehr wird man begreifen, dass tatsächlich die abstrakten Formen und das, was mit ihnen geschieht, sein Thema sind. Gleichzeitig allerdings kann, wer diese Stille respektiert, eine Bildbetrachtung aus dem sprachlichen Rückzug heraus wagt und versucht, die Fremdheit dieser Bilder außerhalb solcher kolonisierenden Begriffe wie etwa »innere Landschaft«, »emotionale Kartografie« oder »organische Abstraktion« zu betrachten, nach einer Weile auch ahnen, warum es dem Künstler so wichtig ist, sein Geheimnis zu hüten." (>> Doris von Drathen"Tom Drake Bennett: Im Exil der Sprache" - Siehe auch das Buch "Tom Drake Bennett, 2002-2003 von Horst Bredekamp, Doris Von Drathen, Hatje Cantz, Tom Drake Bennett".

In einem Text des Kunstegeschichtlichen Seminars, der eine Veranstaltung zur Ausstellung mit Kurator Prof. Dr. Werner Schnell am 7.11.10 angekündigt hatte hieß es u.a.: "die Bilder, die Die Gemälde aus dem 15. und 17. Jahrhundert kopierte Bennett nicht im klassischen Sinn, nutzte aber auch nicht Bildelemente als ‚Bildzitat’, dessen Herkunft immer mit gewusst sein muss, um den intendierten Bildsinn auf die Spur zu kommen. Vielmehr isolierte Drake Bennett aus den Bildern Ruysdaels, Bruegels oder Botticinis u.a. ausgewählte Formkonstellationen, um sie in formatgleiche Bilder zu integrieren, die ganz auf die Fläche gestellt sind, auch wenn die Quelle dafür noch so körper- oder raumillusionierend gemalt ist. Die paarig ausgestellten Bilder, die mehr als vierhundert Jahre trennen, werden auf ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten hin betrachtet, um das Besondere in der Auseinandersetzung Drake Bennetts mit der Tradition der europäischen Malerei zu erkennen." (Zit. Quelle)


Zur Ausstellungseröffnung sprachen v.l.n.r.
- Prof. Dr. Carsten-Peter Warncke, Direktor des Kunstgeschichtlichen Seminars
- Prof. Dr. Werner Schnell, Kurator der Ausstellung "Tom Drake Bennett"
- Rein Wolfs, Künstlerischer Leiter der Kunsthalle Fridericianum (Kassel)

Foto links: Zur Eröffnung der Kunstsammlungsräume und der Bennettausstellung waren ca. 150 BesucherInnen in die 2. Etage des Auditorium gekommen.

zum Anfang