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am Karfreitag Streit um Fürbitten Leserzuschrift
zu diesem Artikel 7.4.09 / Leserzuschrift
12.4.09 / >>"Niedersächsisches
Gesetz über die Feiertage"
Discoverbot
am Karfreitag Veraltete
Gesetze gängeln im Auftrag des klerikalen Machtanspruchs Donnerstag,
Karfreitag, Samstag, Sonntag und Ostermontag : Feiertagsverbote! (überarbeitet
6.4.12) // Der Karfreitag ist einer der höchsten christlichen Feiertage und ein
gesetzlicher Feiertag an dem öffentliche Veranstaltungen, wie zum Beispiel Tanz-
oder Sportveranstaltungen, verboten sind. Aber das Verbot wird ausgeweitet auf
Grün-Donnerstag und
Karsamstag: "§ 9 Am Donnerstag der Karwoche ab 5 Uhr morgens und am
Sonnabend der Karwoche sowie am Vorabend des Weihnachtsfestes (Heiligabend) sind
öffentliche Tanzveranstaltungen verboten." Am Karfreitag sind
zusätzlich verboten: "a) Veranstaltungen in Räumen mit Schankbetrieb,
die über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen; b) öffentliche sportliche
Veranstaltungen; c) alle sonstigen öffentlichen Veranstaltungen,
außer wenn sie der geistig-seelischen Erhebung oder einem höheren Interesse der
Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung dienen und auf den ernsten Charakter des
Tages Rücksicht nehmen." Am
Sonntag und Ostermontag sind entsprechend dem Feiertagsgesetz jene Veranstaltungen
verboten: "die der Unterhaltung oder dem Vergnügen " dienen,
"bei denen nicht ein höheres Interesse der Kunst, der Wissenschaft oder der
Volksbildung vorliegt" (§5 b ) . Ebenfalls verboten sind "öffentliche
Versammlungen unter freiem Himmel und öffentliche Aufzüge, die nicht mit dem Gottesdienst
zusammenhangen; das Grundrecht der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 Abs. 2 des
Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt"
Kommentar:
Natürlich sollte
in religiösen Dingen Toleranz und Rücksicht gezeigt werden, aber eine
unangemessene Gängelung allein im Interesse der christlichen Kirchen durch
einen weltlichen Staat ist so nicht hinzunehmen. Die pauschale Behauptung, jegliche
Tanzveranstaltung und alle "sonstigen Veranstaltungen" störten
das religiöse Fest kann nicht akzeptiert werden. Das Gesetz sollte zum Zeichen
religiöser Toleranzbereitschaft auch gegenüber nicht-christlichen Menschen
geändert werden. Aber
nochwas: Wenn nun stärker als je zuvor die Kritik gegen die Ruhe an Karfreitag
aufbrandet, sollte bedacht werden, dass die Kritik eigentlich auch nichts gegen
eine Abschaffung dieses Feiertages haben könnte, womit dann allerdings auch
Arbeit statt Tanzen angesagt wäre.
2012 Donnerstag Feiertagsverbot ignoriert Schaut man in den Veranstaltungskalender
kümmert sich am Donnerstag niemand um das Feiertagsgesetz: Juzi
21 Uhr Soliplenu Solikonzert und Party mit RSO und E-EGAL, Clavier-Salon 20 Uhr:
Klavierabend Mark Taratushkin in der Reihe "Vorstellung junger internationaler
Preisträger" , Tango im Haus der Kulturen, Apex Rocky
Votolato , Irish Pub Terry Lee Burns Blues und Rock Covers Stilbrvch Finn-Ole
Heinrich & das unsortierte Orchester , Nörgelbuff,
21 Uhr Deep In The Groove – Jam Session 2012
Samstag Feiertagsverbot ignoriert Theaterkeller "Zwei Tage Ohne Schnupftabak’
+ ‘Krawehl’" (Punkrock), EinsB Interessensgemeinschaft Elektronischer Tanzmusik
, Mahatma Ghandi Haus 20 Uhr Tanzparty, Irish Pub 22 Uhr Norman Hartnett , Musa
Powerdance, Nörgelbuff, 22.00 UhrGypsy Juice Balkan Beatz, 2012
Grüne Jugend fordert Abschaffung des Tanzverbots am Karfreitag 4.4.12
// Zum Karfreitag 2012 hat sich die GrüneJugend zu Wort gemeldet und gefordert,
das Tanzverbot abzuschaffen. Gegen die Bevormundung aller Menschen durch religiös-motivierte
Gesetzgebungen! Die Gesetzgeber_Innen verbieten allen Menschen in Deutschland
das Tanzen an christlichen Feiertagen. Zu Ostern ist wieder ein guter Anlass gegen
diesen Missstand zu protestieren, der mehrmals jährlich Millionen von Menschen
in ihren Handlungsmöglichkeiten einschränkt. Wie in vielen Bundesländern Deutschlands
gibt es auch im niedersächsischen Feiertagsgesetz an manchen Tagen ein sogenanntes
"Tanzverbot". Dieses untersagt öffentliche Tanzveranstaltungen und sogar Versammlungen
unter freien Himmel an bestimmten hohen christlichen und staatlichen Feiertagen,
wie etwa am Karfreitag. Menschen, die nicht dem christlichen Glauben angehören,
werden diskriminiert und dazu gezwungen, sich den christlichen Riten zu unterwerfen.
(...) Wir fordern alle Regierungs- und Oppositionsparteien dazu auf, sich im Sinne
des Säkularismus für die Abschaffungs des Tanzverbotes einzusetzen. Ferner rufen
wir alle Menschen dazu auf, ihr Recht auf Versammlungsfreiheit zu ertanzen. Gelegenheit
dazu bietet die stille Tanzveranstaltung (Kopfhörer mitbringen!) am Freitag ab
18 Uhr in Hannover am Schillerdenkmal in der Nähe des Hauptbahnhofes." 2012
Piratenpartei gegen Tanzverbot an Karfreitag nachdem Demonstrationen gegen
das Tanzverbot in verschiedenen Städten ebenfalls verboten worden waren hat
die Piratenpartei verkündet, sie werde damit vor das Bundesverfassungsgericht
ziehen. 2009
Karfreitag / Redical M tanzt im Juzi "Wer tanzt fliegt raus" In
Göttingen hielten sich am Karfreitag fast alle Locations an die gesetzlich
vorgeschriebene Ruhe, weil sie evtl. Ordnungsgeldstrafen fürchten. Viele
Discos sind dicht - einige kümmern sich nicht darum und mit einer Veranstaltung
wird gezielt provoziert.
Es wird nicht aus Unkenntnis über das Feierverbot zustande gekommen sein,
dass die Gruppe Redical M im Juzi eine Musikveranstaltung ankündigt mit "topmodernen
Sound von Mikkroklubbing und Tongut - Für die FreundInnen der etwas leichteren
Musik gibts Pop/Soul/Funk"; sondern im Gegenteil, es gerade im Bewußtsein
dieses Verbotes so geplant. Mit der Bemerkung "Wer tanzt fliegt raus" - Party
am 10.4.2009 im JuzI" wird das Tanzverbot sogar noch ironisierend verhöhnt. |