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Atomreaktor Grohnde abschalten!

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Besitzer/Betreiber des AKW Grohnde
2017 / 40 Jahre „Schlacht um Grohnde
2014 Protest gegen Wiederanfahren des AKW Grohnde
2014 Aufruf des Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie
2013 Luftballonaktion und kurze Blockade AKW Grohnde
2013 Radfahrt zum Protest vor dem AKW Grohnde

2013 Blockade-Aktion am AKW Grohnde
2012 Karawane gegen Kinderkrebs – nach Grohnde
2011 AKW Grohnde am Sonntag blockiert
2011 Demo am AKW Grohnde
2013 Pony gegen AKW Grohnde

 

Besitzer/Betreiber des AKW Grohnde

AKW Grohnde: Inbetriebnahme 1985, Betreiber des Druckwasserreaktor-AKWs ist die "Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde GmbH & Co. oHG", Gesellschafter sind PreussenElektra (seit 2016 Nachfolgerin der bisherigen E.ON Kernkraft GmbH (83,3% mittelbar) und immer noch die
Stadtwerke Bielefeld (16,7%)

PreussenElektra gmbH ist Nachfolgerin der bisherigen E.ON Kernkraft GmbH und verantwortlich für acht Kernkraftwerke in Deutschland bzw. deren Rückbau. Die neue PreussenElektra betreibt u.a. das Kernkraftwerk Grohnde
"Darüber hinaus gewährleisten wir den sicheren Rückbau unserer stillgelegten Anlagen (..) "Zukünftig werden wir unser Know-how auch jenseits von Deutschland anbieten und dazu beitragen, den Betrieb von Kernkraftwerken noch sicherer und wirtschaftlicher zu machen“. Aber dann heisst es:
"Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen." (>>www.preussenelektra.de 2016)

Bielefeld: Im März 2015 vereinbarten SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die Ratsgruppe Bürgernähe/PIRATEN (>>Quelle). Weiterbetrieb des AKW Grohnde ist bis zum Jahr 2022 geplant. seitens des Stadtrats sollte wenigstens ein Atomstrom-Bezugsende im Jahr 2018 stattfinden. Eine Anfrage zum Stadtwerke-Strommix nach 2018 ergab im Dezember 2015, dass die Stadtwerke Bielefeld nicht grundsätzlich planen, aus dem Atom- und Kohlestromhandel auszusteigen (>>Quelle).

 

40 Jahre „Schlacht um Grohnde

Die „Schlacht von Grohnde“ …

… tobte vor 40 Jahren: Am 19. März 1977 versuchten rund 20.000 Demonstrant/inn/en, das schwer gesicherte Baugelände für das Atomkraftwerk bei Hameln zu besetzen. Sie lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Ein Augenzeuge erinnert sich …

„… Auf dem Weg zum Bauplatz wurde eine Polizeisperre mit hundert Beamten und schweren Lastwagen kurzerhand abgeräumt. Am Baugelände wurden aus Werkstattwagen schwere Bolzenschneider, Eisensägen und Trennschleifer ausgeladen. Am äußeren Zaun hatten entschlossene Leute schon die ersten Rollen NATO-Draht durchtrennt und an mehreren Stellen Wurfanker mit langen Tauen befestigt …“

Hunderte Menschen wurden teils schwer verletzt und verhaftet, manche zu Haftstrafen verurteilt.

Der gescheiterte Sturm auf das Baugelände war ein Einschnitt für die damals noch junge Anti-AKW-Bewegung. Militante AKW-Bauplatzbesetzungen gab es „nach Grohnde“ nicht mehr.

Aus Göttingen beteiligten sich rund 1.000 AKW-Gegner/innen an der Demonstration. Das Atomkraftwerk wurde trotzdem weiter gebaut und ist seit 1984 in Betrieb. Es liegt nur 65 Kilometer nordwestlich von Göttingen, also in der Hauptwindrichtung.

Heute ist das AKW Grohnde

… mit über 250 „meldepflichtigen Ereignissen“ Störfall-Spitzenreiter in Deutschland. So wurde bei der Revision 2014 ein Totalschaden am Generator entdeckt. Dann sorgten Defekte an sogenannten Drosselkörpern, die den Kühlwasserstrom an den Brennelementen regeln, für Probleme.
Nach einem schweren Pumpenschaden 2016 lief der Reaktor im vergangenen Sommer mehrere Wochen lang nicht, danach sorgte ein verrutschtes Brennelement für Probleme. Zuletzt fiel im Januar 2017 ein Teil des Reaktorschutzsystems aus. Die Physikerin Oda Becker legte kürzlich in einem Gutachten dar, dass Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe auf das AKW Grohnde in kurzer Zeit zu so hohen Freisetzungen führen können, dass Anwohner tödlich bedroht sind.

Widerstand gegen Grohnde

… gibt es immer noch. Nach der Atomkatastrophe in Fukushima demonstrierten auch in Grohnde 10.000 Menschen für die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke. Immer wieder protestierten AKW-Gegner/innen gegen die Anlieferung plutoniumhaltiger MOX-(Mischoxid)-Brennelemente. Anwohner wollen durch Eingaben an die Landesregierung und mit einer Klage die vorzeitige Stilllegung des Kraftwerks erzwingen. Nach dem Atomgesetz soll Grohnde aber noch bis 2021 am Netz bleiben.

Die „Regionalkonferenz Grohnde abschalten“ erklärt

Bisher ist es dank glücklicher Umstände zu keinem Unfall mit radioaktiven Freisetzungen gekommen. Plötzlich ausfallende Generatoren, beschädigte Pumpen und Fremdkörper im sicherheitsrelevanten Teil der Anlage können eine Katastrophe unkalkulierbaren Ausmaßes auslösen, zumal mit weiteren, bisher unerkannten Defekten zu rechnen ist.“

40 Jahre „Schlacht um Grohnde“ – und heute?

Was haben die Auseinandersetzungen um den Bau des AKW Grohnde und andere Atomkraftwerke für jeden Einzelnen und die Gesellschaft bedeutet? Und: Was bedeuten sie heute und für die Zukunft?

Diskussionsveranstaltung

 Mit Peter Dickel von der ‚Grohnde-Kampagne‘ und Zeitzeugen
Donnerstag, 27. April 2017 / OM10, Obere-Masch-Str. 10
18 Uhr Ausstellungseröffnung / 19 Uhr  Veranstaltungsbegin

Ausstellung

Der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom hat zusammen mit dem Geschichtsprojekt der Grohnde-Kampagne eine Ausstellung zum Thema zusammengestellt. Vom 27. April bis zum 12. Mai ist die Ausstellung in Göttingen zu sehen.

27. April bis 1. Mai 2017 OM10, Obere-Masch-Str. 10 14:00 bis 18:00 (am 1. Mai zusätzlich von 10:30 bis 11:30)

2. Mai bis 12. Mai 2017 Kreishaus, Reinhäuser Landstr. 4 (zu den üblichen Öffnungszeiten)

 

 

Protest gegen Genehmigung zum Wiederanfahren des AKW Grohnde

23.6.14 / AKW GegnerInnen "besetzten" bzw. besuchten das Fraktionsbüro der Grünen im Rathaus und verschickten von dort folgende Presseerklärung :

"Anti-Atom Komitee** besetzt Grünen-Büro im Rathaus
Aus Protest gegen die Genehmigung zum Wiederanfahren des AKW Grohnde besetzen Umweltaktivisten das Büro der Göttinger Stadtratsfraktion der Grünen. "Wir sind enttäuscht darüber, dass sich der Umweltminister dem Druck des Eon-Konzerns und damit den Kapitalinteressen gebeugt hat. Es gibt ernsthafte Zweifel, dass die Genehmigungsgrundlagen erfüllt sind."(...) "Es ist tragisch, dass Drohungen von Großunternehmen ernster genommen werden als die Sorge der Bevölkerung und wichtige Zusatzprüfungen daher unterlassen wurden." (...) Die Umstände des Schadens am wasserstoffgekühlten Generator wurden bisher nicht aufgeklärt und es existiert kein Explosionsschutz im nicht-nuklearen Bereich des AKW Grohnde. Das ist aber unbedingt notwendig und rechtlich vorgeschrieben. Anlass zu Überlegungen hinsichtlich des Explosionsschutzes in Kernkraftwerken geben alle Stoffe, die explosionsfähige Atmosphäre oder sonstige explosionsfähige Gemische bilden können, soweit diese Stoffe in das Kernkraftwerksgelände eingebracht werden oder eindringen können oder im Kernkraftwerksgelände entstehen können. (U.E.) Sprecher der Komitees, hatte zudem vergangene Woche eine Eingabe bei der zuständigen staatlichen Gewerbeaufsicht gemacht, auch dies wurde bisher ignoriert und von der staatlichen Gewerbeaufsicht Hildesheim wieder an das Umweltministerium zurück überwiesen. Die Forderungen des Komitees lauten: 1. Einsicht in Explosionsschutzdokumente zur umfangreichen fachlichen Prüfung 2. Vollständige Aufklärung was zum Schaden am Generator im nichtnuklearen Bereich des AKW Grohnde geführt hat. Wenn die Gewerbeaufsicht nicht umgehend tätig wird, plant das Anti-Atom Komitee Strafanzeige zu erstatten.

Spontane Protestkundgebung am Gänseliesel
Am selben Tag 23.6.14, um 18 Uhr versammelten sich Aktivist_innen der AKW-Gegner_innen am Gänseliesel um ihrem Unmut über die Wiederinbetriebnahme des AKW Grohnde Ausdruck zu geben

Pressemeldung Anti-Atom-Komitee. Grohnde. 18.6.14
Schaden am wasserstoffgekühlten Generator wurden bisher nicht aufgeklärt ...

... und es existiert kein Explosionsschutz im nicht-nuklearen Bereich des AKW Grohnde. Beim Umweltministerium angeforderte Nachweise, die das Gegenteil belegen sollen, bleiben aus." (...) "Umweltminister Stefan Wenzel kommt seinem selbstgesetzten Ziel Transparenz und Bürgernähe zu vermitteln nicht nach, seine Verantwortung hinsichtlich Anlagensicherheit nimmt er nicht wahr und generiert das Umweltministerium "nur" noch als Atomaufsicht. Daher haben wir heute die staatliche Gewerbeaufsicht eingeschaltet, da das stillhalten des Ministers gegen die der zeit geltende Rechtslage verstößt." (...) In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 2014 stellten Anti-Atom-Aktivist*innen am Ersatzgenerator, der in Hameln auf einem Frachter vor Anker lag, erhebliche Mängel fest. (...) Umweltminister Wenzel hatte Vertreter*innen verschiedener Niedersächsischer Anti-Atom-Gruppen am 28. Mai zum Gespräch ins Ministerium geladen und schien bemüht sich die Belange der Gruppen an zu hören, leider ohne auch nur eine der daraus resultierenden Bitten und Forderungen nach zu kommen. So ist bis heute nicht geklärt wie es zum Schaden im nicht-nuklearen Bereich am mit Gefahrstoff gekühlten Generator kommen konnte.Und genau diese Ursache möchten die Aktivist*innen vor dem Anfahren der Anlage wissen! Durch externe Beratung wurde den Aktivist*innen auch deutlich das das Umweltministerium hinsichtlich dem AKW Grohnde nicht nur als Atomaufsicht fungiert, sondern zuständig ist für die Anlagensicherheit im Umgang mit Gefahrstoffen, wie entzündlichen und explosiven Wasserstoff der bei der Kühlung des Generators zum Einsatz kommt. (...) "Anlass zu Überlegungen hinsichtlich des Explosionsschutzes in Kernkraftwerken geben alle Stoffe, die explosionsfähige Atmosphäre oder sonstige explosionsfähige Gemische bilden können, soweit diese Stoffe in das Kernkraftwerksgelände eingebracht werden oder eindringen können oder im Kernkraftwerksgelände entstehen können." Wasserstoff kommt bei der Kühlung des Generators im nicht-nuklearen Bereich des AKW Grohnde zum Einsatz. Bei Wasserstoff handelt es sich um ein extrem entzündbares Gas - ein Gefahrstoff. Beim Mischen mit Luft ab 4 Volumen% ist Wasserstoff entzündlich, was in der Umgebung des Generators und dessen Zuleitungen und Versorgungsstationen schnell erreicht werden kann. Bei einer Konzentration von 18 % in der Luft ist Wasserstoff sogar explosiv! Damit der Schutz der Bevölkerung gewährleistet ist, muss die Gewerbeaufsicht jetzt tätig werden.
http://www.kta-gs.de/d/regeln/2100/2103.pdf
http://www.umwelt.niedersachsen.de

** Anmerkung der goest-Redaktion: Anti-Atom-Komitee?
Es gibt den Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie (gaga) ,das Anti-Atom-Plenum Göttingen (aapgoe), dann die jüngere Anti-Atom-Initiative und nun taucht auch plötzlich noch ein "Anti-Atom-Komittee" auf . Dabei wurde nicht erläutert in welcher Beziehung dieses Anti-Atom-Komitee zu den übrigen Gruppen im gleichen Tätigkeitsbereich steht. Möglich, dass es sich bei dem "Komittee" nur um den Namen für die Gruppe der Besetzungsaktion und der spontanen Kundgebung handelt, und auch nur für diesen Tag und diese Aktionen gilt. Dabei sollte bedacht werden, dass Glaubwürdigkeit und Image leiden, wenn Gruppennamen so nonchalant ohne weitere Erklärung aus dem Hut gezaubert werden. "Einige wütende Anti-AKW-Aktivisti_innen" wäre da die besser Unterzeichnung gewesen.


Minister Wenzel erteilt Zustimmung zum Wiederanfahren AKW Grohnde
Nds. Ministerium für Umwelt,...21.6.14
/ Pressemitteilung:
" Am Freitagabend hat der Betreiber des AKW Grohnde die Fragen der Atomaufsicht zu den umstrittenen Reparaturen beantwortet und nachgewiesen, dass alle Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt und dokumentiert wurden.Der TÜV hat bestätigt, dass alle Reparaturen und qualitätssichernden Maßnahmen sachgerecht ausgeführt wurden.Der Betriebsleiter des AKW Grohnde hat zudem in einer eidesstattlichen Versicherung die Vorwürfe bezüglich unzulässiger Reparaturen zurückgewiesen.Die Atomaufsicht hat gestern die Erklärungen und alle Dokumentationen eingehend geprüft.Zudem gab es im Verlauf des gestrigen Tages ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Staatsanwaltschaft sieht keinen Anfangsverdacht und wird daher kein Ermittlungsverfahren einleiten.Somit gibt es keinen Grund, die Zustimmung zum Wiederanfahren weiter zurückzustellen.Am späten Freitagabend wurde dem Betreiber die Zustimmung erteilt.Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel: "Die meinem Ministerium und mir unterstellten Vorwürfe der politischen Willkür und des Rechtsbruchs weise ich auf das Entschiedenste zurück. Unsere Vorgehensweise und die von uns veranlassten Maßnahmen waren streng nach Recht und Gesetz ausgerichtet. Für uns steht der Schutz der Bevölkerung an erster Stelle. Wir treten jetzt in eine schwierige Phase ein, weil die Atomkraftwerke an das Ende ihrer Laufzeit kommen, aber bis zum allerletzten Tag die maximale Sicherheit gewährleistet werden muss".

 

Aufruf zur Demo am 14. Juni 2014


Foto: CC BY-ND © Michaela Mügge / PubliXviewinG

Uns reicht es jetzt!

Seit über 40 Jahren ist das Atomkraftwerk Grohnde umstritten. Im Jahr 1974 reichten über 12.000 Menschen Einwendungen gegen den Bauantrag des Betreibers Preussen- Elektra (heute e.on) ein. Als dennoch mit dem Bau begonnen werden sollte, demonstrierten über 20.000 AKW-Gegner. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) ließ die Demonstration durch einen brutalen Einsatz von zum Teil berittener Polizei auflösen. Es folgten eine Platzbesetzung auf dem geplanten Kühlturmgelände und am Räumung des Hüttendorf.
Der Bau wurde gegen den Willen vieler Menschen aus der Region durchgedrückt und dann wurde ein Stahl verbaut, der schon damals nicht mehr zulässig war.
Vor 30 Jahren wurde das AKW Grohnde trotz allem erstmals eingeschaltet. Seitdem bemüht sich der Betreiber e.on um ein sauberes Image. Im Jahr 2010 zählte e.on das Kraftwerk wegen der erzeugten Jahresstrommenge von 11,42 Milliarden Kilowattstunden zu den "Top Ten der produktivsten Atomkraftwerke weltweit".

Mox-Brennelemente

Tatsächlich wird das Atomkraftwerk aber immer dreckiger. Inzwischen werden immer mehr plutoniumhaltige Mox-Brennelemente eingesetzt, die zwar billiger, aber schwieriger zu beherrschen sind. Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel hat vor einem Jahr zwar angekündigt, den Einbau von Mox- Brennelementen kritisch zu prüfen – passiert ist aber nichts. Stattdessen tragen weiterhin die Anwohner um das Atomkraftwerk das volle Risiko. Nach einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz hat es statistisch durch den Betrieb des AKW in der Umgebung von Grohnde ca. 20 bis 30 zusätzliche Fälle von Kinderkrebs gegeben.

Schrottreaktor

Das Atomkraftwerk macht vor allem durch Fehler und Störfälle von sich reden – 234 meldepflichtige Pannen waren es bisher. Und jetzt sind bei der jährlichen Wartung (Revision) weitere Fehler hinzugekommen. Zunächst wurde bekannt, dass der Generator einen Totalschaden hatte, der vorher nicht entdeckt worden war. Als Ersatz wurde nun ein gebrauchter und offenbar stark angerosteter Stromerzeuger aus dem stillgelegten AKW Philippsburg herbeigeschafft. Dann tauchten im Reaktor "Fremdkörper" auf, die sich als gebrochene Federn an den sogenannten Drosselkörpern entpuppten – diese Teile sorgen dafür, dass der Kühlstrom an den Brennelementen überall gleichmäßig fließt. Bis jetzt wurden neun gebrochene Federn gefunden und es ist unklar, warum sie kaputt gegangen sind. Umweltminister Wenzel hält den Fund für bedenklich, hat sich aber anscheinend mit dem Betreiber darauf geeinigt, dass alle Drosselkörper im Lauf der nächsten zwei Jahre getauscht werden sollen. Das zusätzliche Risiko tragen die Menschen in der Region.

Nur noch billig

Nach dem Atomausstiegsgesetz kann das AKW Grohnde nur noch sieben Jahre betrieben werden. Daher sparen die AKW-Betreiber jetzt, wo sie können. Das AKW Grohnde ist beim Fukushima-Stresstest der EU durchgefallen, weil es keinen ausreichenden Schutz gegen Erbeben und schwere Überschwemmungen bietet. Als Konsequenz hat der Betreiber ein paar tragbare Pumpen angeschafft – die Betroffenen der letzten großen Hochwasser an Oder und Elbe dürften das als schlechten Witz empfinden.

Das dicke Ende kommt noch

Dabei sind die Reparatur- und Nachrüstkosten, wie sie durch die jüngsten Störfälle und den Stresstest notwendig wurden, wahrscheinlich harmlos gegen das finanzielle Desaster, das den Betreibern noch bevorsteht. Der Abbau der AKWs und die Lagerung des hoch riskanten Atommülls wird Milliarden kosten. Die AKW-Betreiber haben der Bundesregierung daher vorgeschlagen, ihre AKWs zu verschenken, um sich um die Bezahlung der Abriss- und Lagerungskosten herum zu drücken.

Grohnde – Störfall ist der Normalfall

Am 1. September steht ein zweifelhaftes Jubiläum bevor. Denn vor 30 Jahren produzierte das AKW Grohnde erstmals Strom und Atommüll. Dabei führte der Reaktor lange Zeit die AKW-Pannenstatistik an. Alleine in den vergangenen zehn Jahren gab es Lecks im Kühlsystem, Ausfall von Pumpen, Fehler im Notstromaggregat, defekte Bauteile, Austritt von Wasserdampf und Risse an Brennelementen. Denn je älter ein Reaktor ist, desto störanfälliger wird er. Die AKWs der Generation "Grohnde" sind doppelt so anfällig wie die neueren in Deutschland gebauten Reaktoren. Und bis zur Abschaltung Ende 2021 bleibt das Restrisiko, dass sich das nächste Mal ein Super- GAU ereignet, der uns den Rest geben kann. Das AKW Grohnde gehört zu 83,3% E-On und zu 16,7% den Stadtwerken Bielefeld. Ein Zwischenlager mit 100 Stellplätzen für Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen wurde Anfang 2006 in Betrieb genommen.


* Wir wollen das Risiko nicht länger tragen – weder das gesundheitliche noch das finanzielle!
* Umweltminister Wenzel muss die Genehmigung zum Wiederanfahren des Reaktors verweigern * Grohnde muss endlich abgeschaltet bleiben

Demonstration
Samstag, 14. Juni 2014
12 Uhr, Hannover / Opernplatz

Göttingen: Treffen im Bahnhof 945 Uhr (Niedersachsen-Ticket)

 

 

2013 Luftballonaktion und kurze Blockade der Zufahrt vor AKW Grohnde

16.11.13 :Luftballons zeigen Radioaktivitätsverteilung bei AKW-Unfall
An sechs AKW-Standorten wird zeitgleich auf die ständige Gefahr der radioaktiven Verseuchung aufmerksam gemacht. Am Samstag, den 16. November werden 5 vor 12 mit Helium gefüllte Naturkautschuk-Luftballons am AKW Grohnde gestartet. Die daran befestigten Postkarten können zurückgeschickt werden oder die Finder können die Positionen online eingegeben. "Eine Internetkarte unter atomarlarm.info dokumentiert dann wie weit die Ballons - und eben auch radioaktive Partikel - fliegen können." erläutert Aktionssprecher M. Ramaswamy von der Anti-Atom-Initiative in Göttingen, die, wie auch das Göttinger Anti-Atom-Plenum aktiv an der Aktion beteiligt sind. "Erst jetzt, drei Jahre nach Fukushima, beschäftigt sich die Innenministerkonferenz Anfang Dezember in Osnabrück mit dem Thema, denn die geplanten Evakuierungszonen reichen nur 10 km weit. Nach einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz kann eine Verstrahlung noch 170 km weit entfernt vom jeweiligen AKW die Gebiete unbewohnbar machen. " Die Initiatoren bitten, die Standorte von gefundenen Luftballons zu melden. Nähere Informationen unter atomalarm.info
Dort können die Fundorte eingetragen werden, die dann auf einer Karte vermerkt werden und eine "Ausbreitungsprognose" veranschaulichen. Bei einer ähnlichen Aktion entstand z.B. >>folgende Karte
Kurz nach der Luftballonaktion "blockierten" 15 AktivistInnen 45 Minuten die Zufahrt zum Atomkraftwerk Grohnde. Sie protestierten sie gegen den uneingeschränkten Weiterbetrieb des von E.ON betriebenen Reaktors auch nach der Katastrophe von Fukushima. Damit protestieren sie gegen den uneingeschränkten Weiterbetrieb des von E.ON betriebenen Reaktors auch nach der Katastrophe von Fukushima. "Wir fordern die sofortige Stilllegung dieser und aller anderen Atomanlagen sowie den klimaschädlichen Kohlekraftanlagen, in Deutschland und anderswo!", so eine Teilnehmerin der Blockade. Wenige Minuten zuvor, um 5 vor 12, ließen weitere AtomkraftgegnerInnen massenhaft heliumgefüllte Luftballons steigen, um mittels der daran befestigten Informationskärtchen auf die große Reichweite möglicher radioaktiver Verstrahlung aufmerksam zu machen (http://www.atomalarm.info/). Selbst bei den gezielt schwach ausgelegten "Stresstests" des Bundesamts für Strahlenschutz und EU-Kommission fiel das AKW Grohnde in den Kategorien Hochwasser- und Erdbebenschutz durch. Konsequenzen wie allermindestens Nachrüstungen sind bislang nicht erfolgt, stattdessen werden Plutonium- Brennelemente aus der Skandalfabrik Sellafield (ehemals Windscale) in Großbritannien eingesetzt. Diese Brennelemente erhöhen das Risiko von radioaktiver Verseuchung nochmals erneut, so zum Beispiel im explodierten Reaktorgebäude 3 des Reaktors von Fukushima. Als Konsequenz fordern die AktivistInnen die sofortige und endgültige Abschaltung des AKW Grohnde und aller weiteren Atomanlagen weltweit

2013 Radfahrt - Protest vor dem AKW Grohnde

20.8.13 / An alle Atomkraftgegner/innen! Bald ist es soweit. Am 7. September startet die Fahrradtour nach Grohnde. Es ist eine Sternfahrt, denn Anti-Atom-Gruppen aus den Regionen rings um das AKW Grohnde werden an verschiedenen Orten starten, um sich dann gegen 14 Uhr am Kraftwerk zu einer gemeinsamen Kundgebung zu versammeln. Für Unterhaltung, Verköstigung und die Möglichkeit in einem Zeltlager zu übernachten, wird gesorgt.
Die Göttinger Tour startet in Stadtoldendorf. Dorthin fahren wir mit dem Zug. Es können günstige Gruppentickets gekauft werden. Die reine Fahrradstrecke beträgt dann ca. 35 km und ist bis auf wenige leichte Steigungen einfach zu bewältigen. Es wird einen separaten Transport der Fahrräder nach Stadtoldendorf geben, da nicht alle Räder in den Zug passen werden (Umsteigen in Kreiensen!). Deshalb bitten wir um Anmeldung! Kontakt: post(at)ramaswamy.de
Für viele sportliche Radler könnte es auch toll sein, eine eigene Strecke zu fahren, z.B. direkt von Göttingen an der Weser entlang. In solchem Fall wären die Gruppen dann ganz unabhängig und werden mit Freuden am AKW erwartet. Anti-Atom-Gegner, die keine Möglichkeit haben zu radeln, sind natürlich auch willkommen. Außerdem suchen wir noch einen Fahrer für den "Besenwagen".
"Wir wollen mit dieser Aktion ein Zeichen für den sofortigen Atomausstieg setzen, damit die Menschen keine verstrahlte Zukunft fürchten müssen. Kein Fukushima in Grohnde." Text von Göttinger Anti-Atom-Initiative

7. September 2013 , 6:45 Treffen vor dem Bahnhof Göttingen, Bahnfahrt 7:07 Uhr ab Göttingen mit ME von Gleis 6 über Kreiensen (Umsteigen 20 Min) nach Stadtoldendorf an 8:15 Uhr Aussteigen (20 Min) Kundgebung am Teichtorplatz (20 Min)
9:00 Uhr ab Stadtoldendorf > Richtung Lenne
auf Kreisstraße (leichte Steigung 2 km) weiter Richtung Eschershausen
10:00 Eschershausen:Kundgebung am Otto-Elster-Platz um 10 Uhr
10:30 Weiterfahrt Nach dem Aldimarkt nach Rechts (in Ringstraße) fahren bis
10:45 Kirchbrak (Picknick 45 Min)
11:30 weiter nach Buchhagen (2 km)
12:00 Bodenwerder (Ortseingang) Kundgebung und dann
12:30 weiter Weserradweg bis Grohnde (ca 1 h Fahrzeit; mit Fähre auf andere Weserseite)
14 Uhr Ca. Ankunft Grohnde Kundgebung um
15:00 Uhr
Grohnde Kundgebung
Beiträge: Aktuelle Risiken des AKW-Grohnde (Regionalkonferenz), Gerd Pommerien AS Solar(Energiewende) ,
Musik: MEK Bochum, Ole Hauk (Singer Songwriter aus Hamburg) Bad Nenndorf Boys, Infostände, Essen & Trinken, Camp: Es gibt die Möglichkeit in einem Camp zu übernachten.
8. September, Sonntag, Gemeinsames Frühstück, Abbau, Aufbruch, Rückfahrt

 

2013 Blockade-Aktion am AKW Grohnde

Anlässlich des 27. Jahrestages des Beginns der Atomkatastrophe im russischen Tschernobyl (26. April 1986) finden am heutigen Sonntag (21. April) jeweils zentral in Nord- und Süddeutschland bei den Atomkraftwerken Brokdorf und Grafenrheinfeld Demonstrationen der Anti-Atomkraft-Bewegung statt. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat anläßlich der am 21.4.13 stattfindenden Anti-Atomkraft-Demonstrationen seine Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke und Atomanlagen bekräftigt.

Auch in Grohnde fand unter Beteiligung von Göttinger LebensbefürworterInnen und folglich Atomkraft-GegnerInnen eine Erinnerung an Tschernobyl und die Wiederholung der Forderung nach Abschaltung des AKW Grohnde statt. Mehrere AktivistInnen hatten sich auf der Zufahrt zum AKW niedergelassen und mit Fahrrad-Bügelschlössern aneinandergekettet bzw. an ein Fass angekettet. Die Zufahrt war blockiert und der Schichtwechsel war verhindert bzw. behindert. Der Protest machte auf die verschärfte Gefahrenlage durch den EInsatz von plutoniumhaltigen Mox-Brennelementen aufmerksam. Diese Menschen, die die Gefährdung von hunderttausenden Menschen anprangern wurde nun Strafanzeige wegen "Nötigung" und "Hausfriedensbruch" gestellt. Welch Geistes Kind einige der bezahlten Handlanger des AKWs sind zeigt folgender Bericht: "Kurz nach Blockade-Beginn liesen es sich zwei der Agro-Arbeiter jedoch nicht nehmen, ihre Pkw vor unseren Nasen zu wenden, mit dem Auspuff bis unter einem Meter an uns angekettet Sitzende heranzufahren und dann ein paarmal kräftig Standgas zu geben."

>> Bilder der Deister Weser Zeitung dewezet.de

 

2013 Pony gegen AKW Grohnde
Unterschiedliche Lebewesen (Mensch und Pony) gemeinsam gegen AKWs

Bericht >>Göttinger Anti-Atom-Initiative" 15.4.13 // "Anti-Atom-Ponys auf dem Weg nach Grohnde" - Kurz vor dem Tschernobyltag hat sich eine Aktivistin von Sudershausen (bei Nörten) mit zwei gelb-geschmückten Ponys auf den Weg zum Atomkraftwerk Grohnde gemacht. Ziel dieser Aktion ist es, die Menschen im potentiellen Evakuierungsgebiet (bei einem Störfall) über die Gefahren zu informieren. Durch den jetzigen Einsatz der plutoniumhaltigen MOX-Brennelemente ist das benachbarte Kraftwerk noch gefährlicher geworden. Auf der Strecke wurden Reiterin in Ponys immer wieder von Aktivisten unterstützt. In Nörten-Hardenberg hatten diese den Rathausvorplatz mit gelben Tonnen und Fahnen dekoriert, in Fredelsloh, der ersten Übernachtungsstation gab es sogar eine kleine Spontandemo durch den Ort. Am gut besuchten Tierpark in Hardegsen waren die Menschen an den Ponys und der Aktion sehr interessiert, es gab viele Gespräche und das Infomaterial ging schnell zur Neige. Am Montag geht es dann weiter bis nach Eschershausen, dem zweiten Übernachtungsstation. Zum Abschluss gibt es dann am AKW Grohnde am Dienstag um 16 Uhr eine Mahnwache."


Fredelsloh - Zwischenstation


Durchritt in Hardegsen

"Kurz vor dem Fukushimatag haben über zwanzigtausend Menschen das Atomkraftwerk Grohnde mit einer Aktions- und Menschenkette umzingelt. Diese Kette entsprach weitgehend dem Gebiet, welches bei einem Störfall evakuiert werden muss. An dieser Aktion haben wir mit unseren Pferden teilgenommen. Jetzt reiten wir in diese potentielle Evakuierungszone. An drei Tagen soll die Strecke von unserem damaligen Streckenpunkt Nörten-Hardenberg bis nach Grohnde zurückgelegt werden. Der lange Weg endet kurz vor dem Jahrestag der Tschernobylkatastrophe am Atomkraftwerk. Auf dem Weg wollen wir die Menschen auf die Gefahren hinweisen, die von dem Reaktor ausgehen. Derzeit werden plutoniumhaltige MOX-Brennelemente im AKW Grohnde eingesetzt, welche im Fall einer Havarie kaum zu beherrschen sind, wie die Katastrophe in Fukushima zeigt. Und obwohl es auch ohne MOX in diesem Reaktor genug Pannen gibt soll er noch bis mindestens 2021 am Netz bleiben. Neben der permanenten Gefahr für die Bevölkerung ist hierdurch für weiteren atomaren Abfall gesorgt, für den es keine sinnvolle Lagerungsmöglichkeit gibt. Das Atomkraftwerk ist von Steuergeldern hoch subventioniert worden. Jetzt will die Betreiberfirma eon den maximalen Gewinn herausholen, ohne Rücksicht auf die Gefahren. Wo hin das führt hat uns der Betreiber des Atomkraftwerkes Fukushima Tepco genau gezeigt.
Stationen: Sonntag, 14. April 2013 Start um 11 Uhr am Rathaus Nörten-Hardenberg ca.12:30 Uhr in Hardegsen Innenstadt / Tierpark ca. 15 Uhr Fredelsloh Montag, 15. April Etappenziel ca. 15 Uhr Eschershausen Dienstag, 16. April ca. 16 Uhr: Atomkraftwerk Grohnde

 

2012 Karawane gegen Kinderkrebs – Von Göttingen nach Grohnde

Es gibt keine friedliche Nutzung der Atomenergie: Auch im Normalbetrieb produzieren die AKWs Krebserkrankungen. Inzwischen ist die hartnäckige Leugnung dieser Tatsache nicht mehr zu halten, die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien haben zu eindeutig die Zusammenhänge zwischen AKWs und Leukämie bei Kindern der Umgebung festgestellt. Deshalb gibt es eine Aktion gegen Grohnde im Normalbetrieb

Atomkraftgegner/innen aus Südniedersachsen und Westfalen wollen vom 21. bis 26. April 2012 mit einer ungewöhnlichen Aktion auf erhöhte Krebsraten bei Kindern im Umfeld von Atomkraftwerken aufmerksam machen. Mit einem rollbaren Kinder-Krankenbett bewegen sie sich zu Fuß, mit der Bahn und dem Schiff von Göttingen bis zum 85 Kilometer entfernten AKW Grohnde.
Atomkraftwerke geben auch im sogenannten Normalbetrieb Radioaktivität an die Umwelt ab. Während der jährlichen Brennelementewechsel wird besonders viel Strahlung emittiert. Ärzte raten Müttern mit Kleinkindern, die in der Nähe von AKWs wohnen, sich dann nicht in der Nähe der Reaktoren aufzuhalten. Die Studie "Kinderkrebs und Kernkraftwerke" (KiKK-Studie) beweist zweifelsfrei, dass Kinder, die in der Nähe von AKWs leben, eher an Krebs, insbesondere Leukämie, erkranken.
Ausgangspunkt dieser Karawane gegen Grohnde – stellvertretend für alle Atomkraftanlagen – ist der Hiroshimaplatz in Göttingen. Dort versammeln sich am Samstag, 21. April um 11.00 Uhr unter der Japanischen Kirsche am Fukushima-Gedenkstein Menschen und gehen die erste Etappe bis nach Lenglern. Dort findet die erste Informationsveranstaltung um 17.00 Uhr in der Parkanlage statt.
Unterwegs gibt es weitere Informations-Veranstaltungen und Aktionen wie Straßentheater. Die nächsten Stationen der Karawane sind Hardegsen, Uslar, Bad Karlshafen, Höxter, Holzminden, Bodenwerder und Hameln. Am 26. April, dem Jahrestag der Katastrophe in Tschernobyl, zieht die Karawane zum AKW Grohnde.

2011 AKW Grohnde blockiert

2.10.11 // 4 Kletterer - unter ihnen Kletteraktivistin Cecil Lecomte ("Das Eichhörnchen") haben den 2. Zugang zum AKW Grohnde um 17.15 blockiert. Weitere 20 Demonstrierende blockieren die Strasse. Auch die Gleiszufahrt zum AKW ist durch diese Aktion abgeschnitten. Die 1. Zufahrt wird durch die seit 15 Uhr stattfindende Demonstration blockiert. Ein Bericht des NDR spricht von 650 TeilnehmerInnen. Die Demo ist in eine Dauermahnwache übergangen. - Um 18 Uhr spielten dort noch mehreren Bands in einem Konzert und Redner/innen sprechen zu den Initiativen. Damit ist das AKW Grohnde effektiv blockiert! Keine Fahrzeuge können dort rein oder raus. (Stand 21.30 Uhr, 2.10.11)
Am Montag, den 3.10.11 , nachmittags wurden die Protestaktionen beendet.

 

2011 Demo am AKW Grohnde

Nach der Demo: Polizeibericht versucht den Erfolg durch falsche Zahlen kleinzureden
26.4.11 / Die Veranstalter berichten von 10.000 bis 20.000 TeilnehmerInnen. Die regional zuständige Polizei Hameln/Pyrmont/Holzminden berichtet dagegen in ihrer Polizei-Pressemeldung am 25.4.2011, 16:49 Uhr: "5000 Teilnehmer demonstrieren friedlich gegen Atomkraft Hameln (ots) - Strahlender Sonnenschein begleitet Osterdemo am KKW Grohnde: 5000 Teilnehmer demonstrieren friedlich gegen Atomkraft - Polizei mit Einsatzverlauf zufrieden - "Ich bin von einem friedlichen Verlauf der angemeldeten Veranstaltungen ausgegangen und diese Erwartungshaltung hat sich auch so bestätigt", zog der polizeiliche Einsatzleiter, Polizeidirektor Ulrich Knappe, ein positives Fazit der Demonstrationen rund um das KKW Grohnde am Ostermontag." (Ulrich Knappe wurde im Juli 2010 vom Göttinger Polizeipräsident Kruse zum neuen Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden eingesetzt)
Die von der Polizei gemeldete Zahl von 5.000 TeilnehmerInnen steht in krassem Gegensatz zu allen anderen Berichten. Die Seite >>ausgestrahlt berichtet von 20.000 und selbst Medien, die lieber geringere Zahlen gesehen hätten wagen nur von "unter 10.000" zu schreiben aber niemand übernimmt die Schätzung von nur 5.000. Die Fehlinformation per Polizeibericht sollte nicht einfach so hingenommen werden. 20.000 Menschen kann man schlecht einzeln zählen, aber wenn man einen Block von 500 durchgezählt hat, dann kann man dessen räumliche Ausdehnung auf Bildern als Maßeinheit nehmen um die Gesamtheit abzuschätzen. Ideal sind dafür Fotos aus dem Hubschrauber. Der Polizei stehen möglicherweise Fotos/Videos zur Verfügung, anhand deren ihre eigenen Aussagen widerlegt werden könnten.
>> Fotos von der Grohnde-Demo

Pressemitteilung Anti-Atom-Initiative Göttingen zur Grohnde-Demo
15.4.11 / Die Anti-Atom-Initiative ist inzwischen eine der lokalen/regionalen Gruppen des bundes-weiten ausgestrahlt.de-Netzwerkes und co-organisiert in diesem Rahmen regional einen der 12 Großproteste anlässlich des 25. Jahrestages des Super-GAUs in Tschernobyl - dabei wird das AKW Grohnde am Ostermontag, den 25. April geschlossen von vielen Tausend Atomkraft-gegner/innen umzingelt werden … auf dass es dann bald endgültig geschlossen sein wird. Diese bundesweite Großproteste-Aktion könnte wohl die neue größte Anti-Atom-Manifestation in der deutschen Geschichte werden - dazu müsste die Zahl von 250.000 DemonstrantInnen am 26. März 2011 übertroffen werden… Busfahrkarten zu der Grohnde-Umzingelung werden auf der Mahnwache, am Informationsstand auf dem Marktplatz am Samstag und immer im Roten Buchladen (Nikolaikirchhof 7) verkauft. Dort gibt es auch weiteres Informationsmaterial. Allein für Grohnde wurden bereits 23 Busse aus der Region sowie ein Sonderzug aus Hannover bestellt - und es werden wohl noch viel viel mehr …

Programm

12:30 Uhr Musik: Der Schulz
13 Uhr Kundgebung Hiltrud Schwetje, Kinder von Tschernobyl // Jürgen Bretschneider, IPPNW // Brunhild Müller-Reis, Friedensbüro Hannover // Musik: Werner Anders, AAP Weserbergland, Song: "Unser aller Welt!" // Annelie Buntenbach, DGB Bundesvorstand // Ulf Allhoff-Cramer, Bauern gegen Atomkraft // Ralf Strobach, Bürgerinitiative Umweltschutz Hannover // Martin Schmelz, "Bielefeld steigt aus!" // Kerstin Rudek, BI Lüchow Dannenberg // Moderation : Britta Kellermann, Anti Atom Plenum Weserbergland
Ca 14 Uhr Umzingelung
15:30 Musik Atommusika
nten II Peace Development Crew

>> http://www.ausgestrahlt.de/
>> http://www.tschernobyl25.de

Aufruf zur Grohnde-Demo
"Auch im AKW Grohnde kann es jederzeit zu einem unkontrollierbaren Unfall mit verheerenden Folgen kommen. Mit dem Einsatz von plutoniumhaltigen Mischoxid
(MOX) Brennelementen steigt nicht nur die Gefahr des militärischen Missbrauchs von Plutonium - MOX-Brennelemente erhöhen auch die Gefahr und das Ausmaß einer Reaktorkatastrophe. Im Falle einer Kernschmelze würden große Mengen Radioaktivität freigesetzt. Ausreichender Katastrophenschutz ist für diese Situation nicht möglich. Das Weserbergland und angrenzende Regionen wären unbewohnbar. Doch auch ohne Super-GAU: Bis heute weiß weltweit niemand, wie man den anfallenden radioaktiven Atommüll für den Zeitraum von Millionen Jahren sicher lagern soll. Das Endlager Asse wurde bereits nach wenigen Jahrzehnten undicht. Statt die AKWs endlich stillzulegen, hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Laufzeitzeiten der Atomkraftwerke sogar noch verlängert. Zugunsten der vier Atomkonzerne E.on, Vattenfall, RWE und EnBW werden die Sicherheitsrisiken ebenso wie die ungelöste Entsorgung ignoriert. Atomstrom blockiert den Strukturwandel zu einer dezentralen Energieversorgung auf Basis von erneuerbaren Energien. Die Laufzeitverlängerung verhindert den Klimaschutz und gefährdet den Erhalt und die Schaffung vieler hunderttausend Arbeitsplätze. Wir setzen uns für den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, Umwelt- und Klimaschutz ein. Die Energiewende ist unerlässlich und geht nur über die Stilllegung aller Atomanlagen. AKWs endlich abschalten! Atomtransporte stoppen! Atomwaffen abschaffen! Leben bewahren!"

Ankett-Aktion am Tor des AKW Grohnde 10.4.11
Bericht des AntiAtomPlenums 11.4.11 / "Atomkraftgegner ketten sich am Haupttor des AKW Grohnde an Seit 11 Uhr haben sich sechs Atomkraftgegner*innen am Tor des AKW Grohnde angekettet. Zusammen mit etwa 10 Unterstützer*innen protestieren sie damit gegen den sturen Kurs der Kernkraftbetreiberfirmen, trotz der anhaltenden Katastrophe in Fukushima weiter an der Atomenergie festzuhalten. "Solange Atomkraftwerke das Leben unserer und tausender zukünftiger Generationen bedrohen, wird auch der legitime Widerstand dagegen nicht aufhören," meint einer der Angeketteten. Die Aktion findet auch in Solidarität mit Aktivist*innen in Japan statt. Diese haben in Tokyo für den heutigen Sonntag zu einer großen Demonstration gegen die Kernenergienutzung und zu weltweiten Solidaritätsaktionen aufgerufen. Die Aktivist*innen rechnen damit, dass der Eingang zum Kraftwerksgelände noch für mehrere Stunden blockiert sein wird. Vertreter*innen der Presse sind eingeladen, vorbeizukommen und sich selbst vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Das Atomkraftwerk Grohnde liegt 5 Kilometer südlich von Hameln bei Hannover, auf der Gemarkung der Gemeinde Emmerthal. Nach den momentanen Plänen der Bundesregierung soll es erst 2032 vom Netz gehen. Zu den bekannten Risiken des AKW Grohnde gehört, wie bei den anderen Kernkraftwerken auch, dass es einen gezielten Absturz eines vollbetankten großen Verkehrsflugzeuges nicht überstehen würde. Außerdem ist Grohnde, wie seit einigen Jahren bekannt, vom sogenannten "Sumpfsiebproblem" betroffen: Im Falle eines Risses in den Kühlleitungen droht Isoliermaterial das Ansaugen von neuem Kühlwassser zu behindern."
>>Fotos von der Aktion am Tor des AKW
Nachtrag: Inzwischen wurden die AKW-GegnerInnen von Polizei und Feuerwehr vom Haupttor weggebracht. In einem Fall war es technisch nicht möglich, die Ankettung ohne gesundheitliche Gefährdung zu lösen. Nach angemessener Zeit lösten die AKW-GegnerInnen selbst die Ankettung. In einer Meldung des Göttinger >>Stadtradios heisst es: "In Verhandlungen mit den Demonstranten sicherten diese zu, sich nach rund einer Stunde selbst vom Tor zu lösen. Um 13.00 Uhr kamen die beiden Männer der Vereinbarung nach. Die Polizei nahm insgesamt sieben Personen fest, die Demonstranten müssen unter anderem für die Reparaturkosten für das Tor aufkommen."
Kommentar: Es kann nicht sein, dass die AKW-Betreiber riesige Summen mit dem AKW verdienen, die Folgekosten für die Endlagerung und entsprechender Begleitkatastrophen der Gesellschaft aufbürden und bei Protesten gegen diese Unverantwortlichkeit engagierten Mitmenschen wie diejenigen die sich mit der Forderung "Abschalten" dort angekettet haben nun irgendwelche Kosten wegen einer Beschädigung des Tores aufbrummen wollen!