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Fridtjof Nansen Haus / ehemaliges Goethe-Institut

Verkaufen oder behalten?

"Das historische Ensemble der Merkelstraße 4 (Fridtjof-Nansen-Haus) ist derzeit an das Goethe-Institut zur Nutzung als Seminar- und Lehrgebäude mit Übernachtungsmöglichkeit vermietet. Aufgrund einer räumlichen Neuorientierung des derzeitigen Mieters erwägt die Stadt Göttingen eine Veräußerung der Immobilie im attraktiven Göttinger Ostviertel. Inmitten des rd. 6.000 m² großem parkähnlichem Grundstück liegt die um 1900 im burgenartigen Stil errichtete Villa des ehemaligen Tuchfabrikanten Levin. Im Rahmen studentischer Nutzungszwecke wurde in den 50er Jahren südseitig die Bibliothek mit Filmsaal an die Villa angebaut, gleiches gilt für das ostseitig angebaute Studentenwohnheim. Im Garten befindet sich zudem ein um 2002 errichteter ebenerdiger Pavillon des Architekten Jochen Brandi. Bis auf das östlich angebaute Studentenwohnheim sowie den modernen Pavillon im Garten stehen sämtliche Bauten auf dem Grundstück sowie die parkähnlichen Gartenanlagen unter Denkmalschutz."
(Aus dem Antrag der Verwaltung für den Bauausschuss am 6.4.17)

Zur Zeit (März/April 2017) bereitet die Verwaltung einen Verkauf vor.

Alle Gebäudeteile (Gebäude-Nutzfläche von 1850 qm) auf dem Grundstück (6000 qm) sollen nur im Ganzen verkauft werden. Laut Bebauungsplan liegt das Gebäude in allgemeinem Wohngebiet. Eine gewerbliche Nutzung wäre nur im Erdgeschoss erlaubt und ab dem 1. OG ist nur eine Wohnnutzung möglich. Wegen Denkmalschutz sind bauliche Veränderungn nicht möglich. daher spricht die Stadt von "stark eingeschränkten baurechtlichen Nutzbarkeit der Immobilie". Die Stadt Göttingen will sich ein Vorkaufsrecht bei Wiederverkauf sichern. "Durch den Verkauf der Immobilie soll die Stadt die zur Mitfinanzierung des Investitionsprogrammes 2017/2018 erforderlichen Eigenmittel aus Grundstücksverkäufen erzielen."

GöLinke: das ist ein "kurzsichtiger Verkauf von Tafelsilber"

Die Ratsfraktion der Wähler*innengemeinschaft GöLinke hatte gerade erreicht, dass im Rahmen der Haushaltsberatungen folgende Zielformulierung aus dem Bauetat gestrichen wurde:"Die Reduzierung des Immobilienbestandes ein nachhaltiger Konsolidierungsbeitrag für den Haushalt der Stadt Göttingen erwirtschaftet". Nun wertet die Fraktion den geplanten Verkauf des Fridtjof-Nansen-Hauses als genau jene "kurzsichtige einmalige Schönung der Einnahmeposition" bei der nicht bedacht wird , dass in der Folge horrende Mieten bei derAnmietung dringend benötigter Gebäude und Wohnungen gezahlt werden müssen. Die Ratsfraktion der GöLinke bezeichnet dies als kurzsichtigen Verkauf des "Tafelsilbers". Eigentlich hätte man aus ähnlichen Fällen Lehren ziehen sollen. So wurde zuerst das IWF-Gebäude samt großem Gelände verkauft und danach für teures Geld wieder angemietet. Wenigstens der Verkauf der Voigtschule hätte vorerst verhindert werden können. Der nachgewiesene Bedarf und das große Interesse von vielen Kulturinitiativen und letztlich der dringend benötigte Gebäudebedarf zur Unterbringung geflohener Menschen haben belegt, dass der Verkauf der Voigtschule ein Fehler gewesen wäre.
Die Göttinger Linke würde gern das Fidtjof Nansen Haus "mit seinen Marmortreppen, seinen verzierten Säulen und Delfter Kacheln für alle Bürger*innen erhalten. Mehr noch wollen wir aber seine Nutzung für kulturelle, soziale und bildungspolitische Zwecke prüfen"
(nach einer Pressemitteilung der GöLinke 28.3.17)