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"The 6th Day" - Werbefilm der Gen-Industrie

> Protest gegen Gentechnik in Göttingen
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Ein Film mit Schwarzenegger in einer Doppelrolle als geclonter Familienvater. Der Film macht den Eindruck als sei er folgendermaßen zustandegekommen: Einige Vertreter der Genindustrie gehen zur Filmindustrie und sagen, dass endlich mal wieder die Diskussion um das Clonen und die Gentechnologie am Menschen vorangebracht werden soll. Die ethische Debatte darum soll zwar verarbeitet werden, aber am Ende soll herauskommen, dass man es wohl irgendwie doch akzeptieren wird. Danach sagen die vom Film zu Produzenten, Drehbuchschreibern und Regisseuren, sie sollen das in irgendeine Actionhandlung einbauen, es soll nicht so teuer werden und deshalb sollen sie möglichst die teueren Szenen mit einfacher Computeranimation machen. Der Drehbuchautor soll auch nicht so viel Zeit verlieren und die Spannungsmomente mit Standardmodulen herstellen: Familie wird bedroht, Vater will sie befreien, Verfolgungsjagden mit den Autos, Schiessereien usw. Ein paar Schwarzeneggersprüche zum Zitieren müssen dann auch noch rein "Fick dich ins Knie" und dann als der Bösewicht und dessen Clon tot aufeinander liegen - dann der Spruch: "so wörtlich habe ich es auch wieder nicht gemeint." - Fertig ist der Standard-Schwarzenegger.

Dabei verlässt der Film jeden Bezug zum wissenschaftlich möglichen, ein Mensch kann innerhalb von 20 Minuten reproduziert werden, sogar mit allen Gedankeninhalten und durch Erfahrung erworbenen Verhaltensweisen

Die Clone hängen fertig in Züchtungssäcken rum und warten darauf, dass sie getötete Menschen ersetzen sollen. Im Bild ein solches Exemplar, das dann irgendwann die Augen aufmacht und die Erfahrung und Erinnerung aus mehr als 30 jahren Leben hat, so einfach in 20 Minuten gemacht.

Ungefähr in der Mitte des Films wird ein heftiges Statement für die Anwendung von Gentechnologie vom Stapel gelassen und zwar ganz auf der Linie der Gen-Industrie: es sei wichtig für die Erhaltung von Leben, Kranken kann geholfen werden, die ausgestorbenen Tiere können wieder gezüchtet werden usw.

Der geclonte Schwarzenegger, der am Anfang so richtig treu und lieb dem traditionellen Leben huldigt wird trotz seines Kampfes gegen gewisselose Firmenleitungen dann doch vom Segen des Clonens überzeugt, denn schließlich akzeptiert er den geclonten Hund seiner Tochter, die damit glücklich wird und er selbst ist, wie sich am Ende herausstellt , der Geclonte - deshalb kann er nur gegen das Clonen sein, wenn er sich selbst nicht akzeptiert - aber er akzeptiert sich , weil er ja leben will... fertig ist der Brei.

Alles in allem ein ärgerlicher Versuch den Leuten was ideologisch unterzujubeln.