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documenta 14 (2015)

documenta13 (2012)
Einige praktische Aspekte beim Besuch der documenta 13

 

documenta 14 / 2015

Auftakt des Publikationsprogramms der documenta 14 mit South as a State of Mind

Was bedeutet es , wenn die documenta – eine fest im globalen Norden verwurzelte deutsche Institution, im Jahr 2015 ein Magazin mit dem Titel South publiziert?

Das Magazin South as a State of Mind wurde 2012 von Marina Fokidis hat das Magazin 2012 in Athen gegründet. Als Herausgeberin von insgesamt vier Ausgaben für die documenta 14, die von nun an halbjährlich bis zur Eröffnung der Ausstellung im Jahr 2017 erscheinen werden, sind wir Gäste.

Während die erste Ausgabe produziert wurde, hat sich die andauernde ökonomische und humanitäre Krise in Griechenland dramatisch verschärft.

Die Bildung, Auflösung und Neubildung der linksgerichteten Regierung – unter den von der EU auferlegten Sparprogrammen geschaffenen Bedingungen – wurde vom Beinahe-Zusammenbruch des griechischen Bankensektors begleitet.

Gleichzeitig hat sich die Flüchtlingskrise mit Millionen Syrern, die vor dem Bürgerkrieg fliehen, sowie den Menschen, die der Gewalt und Unterdrückung im Irak, in Afghanistan und dem subsaharischen Afrika entkommen wollen, ausgeweitet. Wie schon häufig bemerkt wurde, ist dies die größte weltweite Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg, und für viele der Flüchtlinge, die nach Europa gelangen, ist Griechenland die erste Station. In diesem Ausnahmezustand wird das Magazin durch die Stimmen seiner Autoren – darunter Künstler, Dichter, Wissenschaftler, Architekten und Filmemacher – zu einer Manifestation der documenta 14, anstatt ein diskursiver Apparat zu sein, mittels dessen lediglich die in der Ausstellung behandelten Themen angekündigt würden.

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documenta 13 (2012)

Einige praktische Aspekte beim Besuch der documenta 13
19. Juni bis 16. Sept. 2012 , Kassel

Weite Wege , Zertreute Orte - Teil der Konzeption
Die Ausstellungs- und Ereignisorte der documenta 13 sind weitläufig verstreut über Kassel in Entfernungen von bis zu 5 km zwischen Aue und Nordflügel Hauptbahnhof. Daher klagen einige nach ihrem Besuch über die notwendige Lauferei. Wer die ca. 50 Exponate und Ereignisorte allein in der Fuldaaue erleben möchte, kann dies ohne Eintritt zu zahlen tun. Bei den einige der Häuschen dort muß man aber auch bezahlen wenn man rein will). In der weitläufigen und 3 km langen Fuldaaue ist man aber ziemlich lange unterwegs mit Hin und Her und Quer kommt man dann auf 10 km Fußmarsch und denkt sehnsüchtig an ein Fahrrad. Zwar stehen hier und da documenta-Liegestühle mit deutlichen Gebrauchsspuren zum Ausruhen bereit, aber bei vielen Ruhepausen geht dann auch der ganze Tag allein in der Aue drauf. Andererseits ist die Aue mit der Orangerie, den Alleen und Wasserläufen einfach der schönste Ort in Kassel überhaupt - auch ohne documenta.

Blick von der Orangerie in die Fuldaaue

Gezieltes Vorgehen?
Vor einem Besuch und dem Kauf einer Eintrittskarte für 20 € ist es sinnvoll, sich einen Überblick zu verschaffen und zu entscheiden, was man besonders interessant findet. Dies ist allerdings nur mit dem Katalog für 24 € so richtig möglich. Danach könnte man auch gezielter mit einer Abendkarte von 17-20 Uhr für nur 10 € die gewünschten Sachen ansteuern über die man sich schon etwas vorher informiert hat.

Geführte Touren
Zur normalen Tages-Eintrittskarte kann man aber auch unvorbereitet eine der >>"
dTours" für 11 € buchen und bekommt dann in einer Gruppe als Einzelreisende/r ein ausgewähltes Segment der Ausstellungen erläutert. Allerdings müßte man bei der Auswahl der Tour auch schon etwas mehr über die Sachen wissen, die einen bei der jeweiligen Tour erwarten. Zwei der Touren-Angebote klingen recht skurill: die Multi-Species-Tour, bei der Hunde die BesucherInnen leiten sollen und die 10stündige "Ausdauertour" bei der die Wahrnehmungsänderungen infolge von Ermüdung erfahren werden sollen.

Apps und Maps
Wer alleine einfach so drauflosmarschieren möchte, aber nicht ahnungs- und verständnislos vor "Schrotthaufen" (im Nordflügel Hauptbahnhof) oder anderen erklärungsbedürftigen Kunstwerken (Erdhügel) stehen will, sollte sich überlegen, dMAPS als kostenlose App für das eigene Smartphone oder auf einem Leihgerät der documenta zu nutzen. dMaps bietet Kartenmaterial, Tagesprogramme, dient als Audioguide und Mediaplayer u.a. mit Statements von KünstlerInnen und enthält Serviceinfos.

Erklärungsbedürftig: 3 Meter hoher Erdhügel im Nordflügel des Bahnhofes

gut, wenn hierzu Infos abgerufen werden können sonst bleibt wieder der running gag moderner Kunstausstellungen: Ist dat Kunst oder kann das wech?

 

Großer Ausstellungsraum in der documenta-Halle

Einige Eindrücke eines lockeren Streifzuges

Ein bißchen Politik-Show: Occupy documenta
Vor einem der Hauptgebäude auf dem zentralen "Friedrichsplatz" vor dem Museum Fridericianum hat sich eine inoffizielle wilde Zeltstadt der Occupy-Bewegung gebildet und als Kontrast dazu haben sie eine "saubere" Zeltstadt daneben aufgestellt deren Zelte sauber sind aber Aufschriften tragen wie "Gier", "Korruption", usw. . Angesichts des politischen Anspruchs der documenta ist es auch schlecht vorstellbar, dass die documenta-Leitung diese unübersehbare politische "Installation" von Polizei abräumen läßt: sie darf bleiben. Und da die documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev schreibt "die politische Frage – welche Rolle die Kunst in der Gesellschaft spielen kann und wie Kunst und Denken auf den Wissenskapitalismus und die Finanzwelt und ihre Ungerechtigkeiten reagieren können – ist ohne Zweifel ein roter Faden", ist genau so denkbar, dass sie die occupy-Kassel zu dieser Aktion eingeladen hat.

Die documenta scheint textlastig und verkopft zu sein
Irgendwo (in einem Flyer) stand zu lesen, die Ausstellung insgesamt sei nur im Zusammenhang mit der Nutzung der dazu entstandenen Texte als Ganzes zu begreifen. Die Texte, der Katalog, das "Logbuch", das "Buch der Bücher", die Notizbücher der KünstlerInnen, all diese Texte seien integrative Bestandteile des Ausstellungskonzeptes.

Das Bild links könnte vom Optischen her als Symbol für die Textlastigkeit herhalten, in Wirklichkeit war es aber ein besonders sinnlich orientiertes Kunstwerk bei dem Songtexte an der Wand zu lesen waren, ein Songbuch auslag das zum gemeinsamen Singen animieren sollte und eine Musikbox bereitstand wo alle diese Lieder auch noch zum Abspielen abgerufen werden konnten.

Z.B.: Die Gedanken sind frei, ...

Ausstellungsraum in der Neuen Galerie

Carolyn Christov-Bakargiev, die künstlerische Leiterin der documenta13 schreibt: "Mehr denn je kommt den Büchern eine Schlüsselrolle in der Vermittlung der Ideen zu, die zu documenta13 hinführen, und ich würde sogar sagen, dass ein Teil der documenta13 nur in den Publikationen stattfindet (...) " (Fünf Fragen und Notizen an Frau Carolyn Christov-Bakargiev, >>hatjecantz.com)

Im Wald eine Ansammlung von Leuten, die einer Audioinstallation lauschen: erst Vogelgezwitscher, Tierlaute, dann Heranrollen von Maschinen bis zu infernalischem Lärm von Holzfällarbeiten o.ä. - dabei. Aber selbst mitten in dieser sinnliche Erfahrung bietenden Situation greifen die Leute, schon an die Erklärungsbedürftigkeit der Exponate gewohnt, auf den Katalog zurück. Symptomatisch war auch eine Szene in der Fuldaue: zwei Spaziergängerinnen, eine davon liest beim Gehen der anderen laut längere Texte aus dem Katalog vor.

Verkopft

Im Fridericianum:

Eine hochkomplexe, technische Installation mit Bezug zur Quantenphysik lässt sich nur durch gedankliche Anstrengung erschließen, die Sinne werden hier nicht umfänglich beansprucht, sondern das Sehen und Begreifen.

Direkt

Manche Kunstwerke wirken aber auch direkt, ohne Text, ohne Erklärung und machen allein durch ihre Erscheinung erst einmal sprachlos staunend - wie z.B. die Installation im Nordflügel des Hauptbahnhofes, bei der eine Näherinnen-Werkhalle vollständig aus Holz nachgebildet wurde, jedes einzelne technische Detail, sei es aus Metall oder sei es eine elektrische Leitung, alles wurde aus Holz nachgebildet.

 


Skulptur in einem zufällig gefundenen Ausstellungsort, einer Kirche

 

Überall neue documenta und alte documentas in der Stadt

Modell in der Neuen Galerie, ca. 50 cm

Realisierung

Zur documenta 6 , 1977 entstand das neben abgebildete Kunstwerk "Rahmenbau" dessen Realisierung bis heute erhalten geblieben ist.

Sie besteht "aus Stahl und Stahlgitter, hat eine Länge von 31 Metern, eine Breite von 16,50 Metern und eine Höhe von 14 Metern. Er liegt unterhalb der Terrasse zur Schönen Aussicht, und betont den einmaligen Ausblick in die barocke Parkanlage Karlsaue," dann aber durch das "Dia" von 2,80 x 2,80 (kassel.de)

Das Modell ist ebenfalls noch zu besichtigen

 

 

Good old Beuys

Ein Raum in der Neuen Galerie ist als Dauerausstellung mit Objekten von Beuys gestaltet,

darin hängt u.a. dieser Spaten mit mehreren Griffen für gleichzeitige Benutzung mehrerer Personen ...

 

Veranstaltungen

8.9.12 documenta Kassel, 10.00 Uhr – 13.15 Uhr KONFERENZ / SEMINAR Über künstlerische Forschung, Teil 1 Künstlerische Forschung – oder wie man die Beziehungen zwischen den mit Kunst beschäftigten Disziplinen desorganisiert Teilnehmer: Mai Abu Eldahab, Luca Cerizza, Chus Martínez, Simon Sheikh, Jan Verwoert

8.9.12 documenta Kassel 14.00 Uhr – 20.00 Uhr KONFERENZ / SEMINAR Über künstlerische Forschung, Teil 2 Doing Research In Zusammenarbeit mit EARN—European Artistic Research Network Sa 08.09.12, 15.00 Uhr – 17.00 Uhr WORKSHOP The Self in Dialogue with the Economy Teilnehmer: Claire Hope

9.9.12 documenta Kassel 11.00 Uhr – 18.30 Uhr KONFERENZ / SEMINAR Über künstlerische Forschung, Teil 3 Forschung zu Kunst und Künstlern. In Richtung einer neuen Form, Ästhetik und Politik aufeinander zu beziehen Teilnehmer: Ayreen Anastas, Andrea Büttner, Yann Chateigné, Rene Gabri, Ane Hjort Guttu, Chus Martínez, Nicola Setari, Bernhard Rüdiger, Andris Brinkmanis, Vanessa Ohlraun, Susanne M. Winterling Mo 10.09.12, 10.00 Uhr – 10.30 Uhr und 19.15 Uhr – 19.45 Uhr

7.9.12 documenta Kassel / DNA - Menschliche Identität - zum Mitnehmen18.00 Uhr – 19.30 Uhr Fridericianum Freier Eintritt Alexander Tarakhovsky lädt Besucherinnen und Besucher der dOCUMENTA (13) ein, an seiner Arbeit für die dOCUMENTA (13) hautnah teilzuhaben. In seinem Ausstellungsraum im Fridericianum zeigt er 80.000 Röhrchen die in eine Art „Bibliothek“ gepackte Gene enthalten. Diese Röhrchen dürfen von den Besuchern am Freitag, den 07.09.2012, von 18.00 bis 19.30 Uhr mitgenommen werden. „DNA ist ein Objekt. Sie besitzt eine endlose Kapazität einzigartige menschliche Identitäten zu schaffen. Jetzt können Sie es besitzen. Die 60.000 Gene in den Röhrchen sind Ihre. Nehmen Sie einfach ein Röhrchen und gehen Sie wieder. Sie sind der Erste in der menschlichen Geschichte, der menschliche Identität von einer Kunstausstellung mitbringt. Wohin gehen Sie von hier aus?” Wer an der Aktion teilnehmen möchte, kommt zum angegebenen Zeitpunkt zum Hintereingang des Fridericianums. Eine Eintrittskarte wird nicht benötigt. Der Eintritt ist nur innerhalb der Teilnahme an der Aktion frei.

7.9.12 documenta Kassel AND AND AND ein offenes und experimentelles öffentliches Programm von Veranstaltungen. Daran nehmen Künstler, Aktivisten, Bauern, Studenten, Denker, Bewohner und Besucher Kassels und viele mehr teil. Das Programm verwebt praktische, philosophische, poetische, pädagogische, psychische und physische Zonen der Untersuchung miteinander in einem Zeit-Raum. Dieser Zeit-Raum bleibt jedoch im Wesentlichen mit den historischen Veränderungen und vielfältigen Krisen, die sich weltweit umsetzen, verbunden und reflektiert sie auf direkte und indirekte Art und Weise. Inmitten dieser Verknüpfungen schreibt Lamia Joreige die nachstehende Notiz, die ihren Beitrag zum zwanzigsten AND AND AND einführt: „Zwischen Januar und März 2012 antworteten einige Personen auf eine simple Frage: ,Wie sehen Sie ihre Zukunft hier im Libanon?‘ Während die arabischen Aufstände um uns herum andauern und angesichts von Syrien, direkt an unserer Grenze, bleiben wir unfähig, uns aus unserer eigenen tiefen und lang andauernden politischen Krise im Libanon heraus zu bewegen. Das führt dazu, dass es für manche schwierig sein dürfte, sich ihre Zukunft hier vorzustellen. Man könnte den Eindruck haben, an eine Gegenwart gebunden zu sein, beinahe in einer suspendierten Zeit zu leben, während man auf etwas wartet, das eine unmögliche zivile Versöhnung und eine radikale und wahrhafte gesellschaftspolitische Transformation in der gesamten Region als solche zu sein scheint. Diese Videoserie von Zeitzeugen beschäftigt sich mit den ungewöhnlichen Zeiten, die wir im Augenblick in unserer Region durchleben und mit unseren Schwierigkeiten, die mit diesen Zeiten verbundenen Vielschichtigkeiten und Komplexitäten zu verstehen. Die befragten Menschen reflektieren ihr subjektives Wahlverhalten, wobei die Wahlmöglichkeiten nicht zur Gänze ausgebreitet werden, da sie vielfältigen und unterschiedlichen Hintergründen entspringen. Sie setzen uns hier mit ihren Hoffnungen und Ängsten auseinander, und diskutieren die Bedeutung und Potenziale ziviler Aktionen im Libanon und reflektieren die Möglichkeit – und die Kosten – eines Wandels.“ Die Interviews können betrachtet werden,
>>http://andandand.org/events.htm#Lamia

 

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