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Blockupy

Wer und was ist blockupy
Blockupy-Demo gegen die Eröffnung des Europäischen Zentralbank - Neubaus in Frankfurt
Aktionstage gegen Krise und Kapitalismus 15.5. – 25.5.14
Blockupy in Frankfurt / Protestkundgegbung gegen Polizeigewalt in Göttingen
"Anti-Wallstreet" auch in Göttingen - Protesttag gegen die Politik der Banken

 

Wer und was ist blockupy

Blockupy ist Teil eines europaweiten Netzwerks vielfältiger Bewegungen, Gewerkschaften, Parteien und Flüchtlingsinitiativen aus Italien, Spanien, Griechenland, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Frankreich und anderen Ländern, die Widerstand gegen das europäische Krisenregime leisten wollen.

Gruppen im bundesweiten Blockupy-Bündnis:
Interventionistische Linke, Attac,
Occupy Frankfurt, Gewerkschaften, Jugendverbände
Studierendenverbände, Erwerbslosen-Forum
Partei Die Linke (Partei Die Linke in Göttingen veröffentlichte lediglich einen Aufruf der Bundespartei, lässt selbst aber keine eigene Motivation zur Mobilisierung erkennen.) , Netzwerk Friedenskooperative , “...umsGanze-Bündnis”.


Foto goest: Blick auf die Rückseite des Eurosymbol,
von der alten EZB im Bahnhofsviertel aus


2015

Blockupy-Demo gegen die EZB in Frankfurt 18.3.15

Aufruf der Grünen Jugend Göttingen zur Teilnahme an der Anti EZB-Demo
17.3.15 / Die Grüne Jugend Göttingen (GJ) hat eine Erklärung veröffentlicht in der zur Demonstration am 18. März in Frankfurt/Main aufgerufen wird. Anlass ist die Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank (EZB), bei der auch deren Chef Mario Draghi anwesend sein wird, der entschieden hat die EU mit Milliarden Euro zu fluten.
Im Aufruf der GJ wird Die EZB ist als Teil der Troika maßgeblich verantwortlich gemacht für die "sogenannte Austeritätspolitik und deren katastrophale soziale Folgen, insbesondere für die Menschen in den südlichen EU-Ländern. Der Blockupy-Protest und die Blockade der EZB-Eröffnung stehen symbolisch für den Widerstand dagegen (...) die Lebensrealität der Menschen beispielsweise in Griechenland ist eine extreme Verarmung als direkte Folge der von der EZB mitgestalteten Austeritätspolitik."
Nicht nur die Politik zu Lasten der ärmeren südlichen EU-Länder, insbesondere Griechenland, sondern auch die Abschottungspolitik der EU-Außengrenzen gegen Flüchtlinge wird im "transnationalen Protest" kritisiert. Dieser Protest richtet sich, wie der Aufruf betont, auch gegen Versuche der "rassistischen und nationalistischen Spaltung" der Länder.

EZB-Zentrale im Osthafen Ffm

Infoseiten:

https://twitter.com/blockupy (Ticker)
https://blockupy.org/

Antifaschistische Linke International ALI : Ab nach Frankfurt! 18. März 2015: Transnationale Aktionen gegen die EZB-Eröffnungsfeier – Let’s Take Over The Party!

http://goettingen.blockupy.org/ dort heisst es: "Es gibt nichts zu feiern an Sparpolitik und Verarmung! Tausende von wütenden Menschen und entschlossenen Aktivist_innen aus ganz Europa werden daher die Straßen rund um den Eurotower blockieren und dieses Event der Macht und des Kapitals unterbrechen. Wir werden ihre Party übernehmen und sie in einen Ausdruck des internationalen Widerstands verwandeln!"

Die Gruppen >>Gegenstrom und Redical M aus Göttingen sind als Teil des >>Ums ganze Bündnisses beteiligt. Selbstdarstellung: Im »…ums Ganze!«- Bündnis sind derzeit linksradikale und kommunistische Gruppen aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin, Sachsen, Bremen, Niedersachsen und Wien (Österreich) organisiert. Diese Gruppen sind bemüht, die blockupybewegung auf den Kurs "gegen EU-Austeritätspolitik, gegen Deutschland, Staat, Nation und Kapital." zu leiten. Nicht zufällig fehlt hier eine Kritik an "Banken" oder "Finanzkapital" (siehe folgenden Abschnitt)

Kritik an Banken als "antisemitisch" diffamiert (Geht´s noch?)

Blockupy ist entstanden aus der Kritik an der Finanzkrise, die die Banken zu verantworten haben, deren Folgen aber die Allgemeinheit zu tragen hat. Auf Twitter hieß es am 17.3.15 vor der EZB-Demo. u.a. "Willkommen im Wendland des Antikapitalismus". Wikipedia beschreibt Blockupy als Protest "gegen die europäische Finanzpolitik im Hinblick auf die Eurokrise". Kritik an der Finanzpolitik, Kritik am Finanzkapital, an Banken oder gar persönlich an den verantwortlichen Managern wurde von sogenannten anti-deutschen oder sich "israel-solidarisch" nennenden Gruppen, als Vorstufe zum Antisemitismus verleumdet. Gruppen, die jene Anwürfe verbreiten nehmen logischerweise auch nicht an dem Protest gegen die Banken- und Finanzpolitik in Frankfurt teil.
Kurz vor der Demonstration gegen die EZB-Eröffnung wird der Blockupybewegung in diffamierender Absicht (am 15.3.) vorgeworfen, sie unterstütze nicht die Forderungen der griechischen Regierung nach Wiedergutmachungs-Zahlungen für die Verbrechen der Nazis im Zweiten Weltkrieg (So auf der Frankfurter Webseite http://achtermai.blogsport.de/), obwohl gerade die blockupy-Bewegung sich für die Interessen der geschundenen griechischen Gesellschaft stark macht. Im Text der erwähnten blogsport-Seite wird die blockupy-Demonstration charakterisiert als eine, wo sich "Antizionist_innen wie Naomi Klein und Sarah Wagenknecht in moralisierender und geschichtsvergessener Weise über die Macht der Banken und Konzerne ereifern dürfen". Durch solche und ähnliche Anwürfe scheint sich blockupy jedenfalls gedrängt gefühlt zu haben, noch einmal deutlich zu machen, dass sie sich "ausdrücklich gegen jede rassistische oder nationalistische Spaltung, Verschwörungstheorien und Antisemitismus" richtet. Formulierungen wie Protest gegen "Verarmungspolitik, Ausbeutung und die Übermacht der Banken" (junge welt) werden wegen der Diffamierungsstrategie schon vorsichtig zurückhaltender als zu Beginn der Blockupybewegung vor einigen Jahren geäussert.

 

Befürchtungen zur Polizeigewalt

Die Erinnerung an die Polizeigewalt 2013 gegen Blockupy-DemonstrantInnen lässt Schlimmes befürchten. Seitens der Polizei jedenfalls wurde schon eine Art Ausnahmesituation mit Sperrung des Maines, Ausweiskontrollen aller passierenden AnwohnerInnen usw. vorbereitet.

 

2014

Aktionstage gegen Krise und Kapitalismus 15.5. – 25.5.14

Gegen Transatlantisches Handelsabkommen TTIP und Eröffnung der Euro-Zentralbank EZB
Im Rahmen der Blockupy-Aktionstage, die gestern mit Demonstrationen und Kundgebungen am Rande der TTIP-Verhandlungen in Brüssel begannen, hat Blockupy Göttingen heute eine aktionistische Stadtrallye durchgeführt, die die Auswirkungen auch in Göttingen markieren sollte. .letztlich soll durch solche Aktionstage auf Protestaktionen gegen die Eröffnung der Europäischen Zentralbank im Osten von Frankfurt/Main im Herbst vorbereitet werden. Die Aktionstage werden durch ein Bündnis getragen von Antifaschistische Linke International, attac, Bündnis gegen Ämterschikane,Grüne Jugend Göttingen, Linksjugend ['solid] und redical M.

Warum so viele Schirme?
2013 wurde in Frankfurt die Einkesselung von Demonstrant_innen mit menschenrechtsverletzenden Angriffen durch die Polizei damit begründet, dass Regenschirme zur passiven Bewaffnung aufgespannt gewesen wären. (siehe Bericht der >>IGMetall-Jugend . Zum diesjähigen Auftakt der Blockupydemos waren zur Erinnerung an diese Absurdität jede Menge Schirme im Einsatz.


Schirme am Protestzelt der Flüchtlinge vor der Jakobikirche am 16.5.14


Schirm gegen Sonne, Regen und Kapitalismus 16.5.14

Vor der Postbank

Gegen Rettungsschirme und gegen TTIP

Um 14 Uhr wies Attac vor der Postbank “Banken in die Schranken”. Mit orangenen Rettungsschirmen forderten AktivistInnen Rettungsschirme für Menschen, anstatt für Banken. “Der Bankensektor ist einer der zentralen KrisenakteurInnen, durch die die Krise ausgelöst wurde. Mit dem Freihandelsabkommen TTIP kommt es zu weiteren Deregulierungen des Finanzsektors.”,



Am 16.5.14 vor der Postbank, die schon länger zur Deutschen Bank gehört

Öffentliche Busse blockiert

Bei der Aktion vor der Postbank blockierten ca. 40 Leute die Straße so dass sich in der Groner Straße die Busse stauten. Die Veranstalter_innen vor Ort hatten zwar gebeten die Straße für die Durchfahrt der Busse frei zu machen - fanden aber kein Gehör bei allen.

Pfarrer der Jakobikirche genervt
Die Rallye startete gleich zu Beginn mit einer Platzbesetzung. Auch wenn Pastor Storz von der Jakobikirche gemeinsam mit dem Göttinger Ordnungsamt versucht hat, das "Protestcamp von Geflüchteten" zu verhindern, wurde das Protestcamp trotzdem aufgebaut, der Platz wurde besetzt. “


Das Straßentheater vom Bündnis gegen Ämterschikane gegen Lohndumping und Sozialabbau in ganz Europa zeigte anschließend am Gänseliesel auf, wie sich die Lebensbedingungen der Menschen in ganz Europa verschlechtern. Das Straßentheater setzte positive Tagesschau Berichte in einen direkten Kontrast zu den realen Lebensbedingungen der Menschen, die sich stetig verschlechtern.

>Bündnis gegen Ämterschikane

Kritik an der Durchkapitalisierung des Gesundheitswesens

Exemplarisch bekam die Niederlassung der Techniker Krankenkasse in der Bürgerstraße den Preis “silberner Wettbewerb” verliehen, denn die Techniker Krankenkasse sei ein leuchtendes Beispiel für die Umwandlung einer Versicherung nach solidarischen Prinzipien hin zu einem profitorientierten Unternehmen so die Veranstalter_innen an dieser Ralley-Station, die Gruppe Redical M in einer Erklärung am Abend, und weiter: "Der Versuch einer kompletten Durchkapitalisierung des Gesundheitswesens ist das genaue Gegenteil einer bedürfnisorientierten Gesundheitsversorgung im Sinne der Menschen. Gesundheitsversorgung wird zur Ware, Krankenkassen zu Warenverkäuferinnen und Patientinnen und Patienten zur Kundschaft. Wer die Gesetze kapitalistischer Marktwirtschaft kennt, weiß was dann als einziges zählt: Profit. Dass dabei kein Platz für Versorgung und Pflege nach individuellen Bedürfnissen, unabhängig vom Geldbeutel der Patientinnen und Patienten, bleibt,ist dann leider nur logisch."

“Rassisten aus der Deckung holen”

Unter diesem Motto hatte die Antifaschistische Linke International A.L.I dazu aufgerufen, gemeinsam in Richtung des Neuen Rathauses zu gehen, um dort die Ausländerbehörde der Stadt Göttingen als einen "rassistischen Krisenakteur" aus der Deckung zu holen. Nach dem unterwegs vor dem Lokal “Sonderbar” in einem Redebeitrag auf wiederholte Übergriffe durch Northeimer Neonazis hingewiesen wurde, stoppte die Polizei schließlich die Protestierenden auf ihrem Weg zu ihrer eigentlichen Aktion in der Kurzen-Geismar-Straße und verhinderte den Gang zur Ausländerbehörde.. Die ALI dazu: "Die Ausländerbehörde ist und bleibt die zentrale rassistische, lokale Institution der Abschiebepolitik und muss auch als solche sichtbar werden!”

Für die nächsten Tage und Wochen wurden weitere Aktionen und Veranstaltungen angekündigt. Am 20.5. findet um 18:00 Uhr im Apex eine Veranstaltung mit Alexander Häusler unter dem Titel “Die AFD: Eine rechte Partei vor der Europawahl” statt.

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2013

Blockupy in Frankfurt / Protestkundgegbung gegen Polizeigewalt in Göttingen

 

Nach über 7 Stunden Kessel bei der heutigen Blockupy Abschluss-demonstration werden die für 78 Stunden ihrer Freiheit beraubten Menschen aus dem Kessel heraussortiert.

FR: Die Polizei hat eine Demonstration von rund 10.000 Blockupy-Aktivisten in Frankfurt am Samstag vorzeitig beendet. Zwei Demonstranten sollen bei der Demonstration schwer verletzt worden sein.
>> fr-online.de/blockupy-frankfurt/

"Bei Auseinandersetzungen wurden dabei mehrere Demonstranten schwer verletzt. Unter den Verletzten sind offenbar auch Journalisten."
>> faz.net/schwerverletzte:

Sonntag, 17 Uhr , Göttingen, Gänseliesel: Spontandemo als Soli-Aktion bezüglich der massiven Polizeiwillkür und -gewalt bei Blockupy in FFM!

Foto unten: Ausschnitt aus dem Block der Banken

Augenzeugenbericht (Auszüge, stark gekürzt) 2.6.13
Ein Mann 64 Jahre, Ökonom berichtet aus Frankfurt, Basler Platz Samstag 1.6.13

Um 10 Uhr noch recht leer, strömen bis ca. 12 Uhr zig Tausende zusammen. (...) die sich auf dem Basler Platz versammelten (...) Um 12 Uhr herum setzte sich der Zug in Bewegung. Nur 20 Minuten später und lediglich dreihundert Meter weiter, ging nichts mehr. Die Demonstration stand in einer öden Hochhausschlucht. Eine Armada von hochgerüsteten und vermummten Polizeikriegern hatte im ersten Teil der Demonstration den Block der Interventionistischen Linken aus dem Nichts heraus brutal überfallen und eingekesselt. Mit FreundInnen stand ich unmittelbar an der Nahtstelle. Vor mir fünf dichtgedrängte Reihen schwarzer Repressionskräfte. Dahinter der Kessel mit vielen hundert DemonstrantInnen und einem Lautsprecherwagen..
(...) Alles blieb zum Zerreißen gespannt, aber friedlich. Neben mir und hinter mir Jugendliche, aber auch zahllose Grauhaarige, manche deutlich älter als ich. Männer und Frauen. Wir hätten Eltern und auch Großeltern der vor uns stehenden Kampfmaschinen sein können.
Die Demonstration blieb besonnen. Im Kessel verweigerten die Menschen ihre Festnahme (mit Personalienfestellung und erkennungsdienstlicher Behandlung), die Rest-Demonstration verweigerte die Trennung vom Kessel und die Umleitung auf eine andere Demo-Route. Die DemonstrantInnen ließen sich nicht spalten und beharrten auf der genehmigten Route.
Doch dann plötzlich. Die friedliche Spannung explodierte. Allerdings nicht durch Hitzköpfe in der Demo, nein durch die Staatsgewalt. Die Kampfgasflaschen wurden gezückt, die Tonfas zum Einsatz gebracht. Wahllos wurde auf Alte und Junge eingedroschen. Ich bekam - glücklicherweise nur gering - Pfefferspray ab. Den weitausholenden Tritt mit dem Kampfstiefel sah ich kommen - allein, in dem Massentumult um mich herum gab es kein Entkommen. Durch die Kleidung hindurch bekam ich einen Stiefelabdruck auf dem linken Oberschenkel verpasst (12 cm lang, vier cm breit). Auf Nase und Oberkörper wurde ich geschlagen. (Das ärztliche Attest zu allem steht noch aus.)
Meine PartnerInnen und FreundInnen wurden mir gewaltsam und brutal von der Seite gerissen - weg waren sie. Sie berichteten von der gleichen Gewalt, wie ich sie erlebte. Aber auch: Ein junger Polizist brach unter seinem Visier in Tränen aus - er stammelte, "das geht doch nicht, das sind doch alte Menschen". Ein anderer junger Polizist hat Christiane (meine Frau) gerettet, indem er sie hinter sich riss und so vor dem Chemiegas und den Prügeln seiner geradezu im Gewaltrausch befindlichen KollegInnen - jawohl, jede Menge Frauen waren dabei! - schützte.
Ich drängte mich aus der Kampfgaswolke und der Gewaltorgie in die Grünzone am Straßenrand. Kurz darauf tauchten wie ein Wunder meine FreundInnen auf. Auch sie von Tonfas und Kampfgas verletzt. Wir drängten weiter zum Rand, dorthin, wo auch die Verwundeten sich schleppten oder geschleppt wurden. Junge und Alte. Knallrot entzündete Gesichter, verquollene Augen, Hustenkrämpfe mit Schleimauswurf, unkontrollierte spastische Zuckungen, Zittern von Kopf bis Fuß. Meine Humpelei, die Schlagstock-Prellungen meiner FreundInnen und auch unsere nur gering gereizten Augen, erschienen uns als Bagatellen im Vergleich dazu, was sich vor unseren Augen an Schmerz und Leid abspielte.
Auch dort - etwa acht Meter abseits der Straße - hochgerüstete Kampfkräfte, die auf einer Länge von etwa 150 Metern die Demonstration - wie auch auf der anderen Straßenseite - hermetisch abriegelten und niemanden hindurch ließen. Eine gigantische, am Ende noch offene Kesselbedrohung. Wohlgemerkt zusätzlich zum bereits geschlossenen. Dadurch war es den Zigtausenden u.a. nicht möglich, auszutreten, zu den von der Demoleitung bereitgestellten Dixi-Toiletten oder anderswohin, um z.B. Essen und Trinken zu besorgen, wurden sie nicht durchgelassen.
Meine FreundInnen und ich forderten angesichts der vielen Verletzten in der kleinen Grünanlage und der fehlenden medizinischen Versorgung der Reihe nach etwa ein Dutzend der RepressionssoldatInnen auf, ärztliche Hilfe zu rufen. Keinerlei Reaktion. Kollektiv und noch dazu im Amt unterlassene Hilfeleistung! Aber keine Möglichkeit zur Strafanzeige, denn alle trugen ihre Einsdatznummer für uns unsichtbar auf der Rückseite ihrer Monturen. StraftäterInnen mit staatlich geschützter Anonymität.
Überhaupt die Identifikation! Ich habe bei dem Polizisten, der mich vorsätzlich verletzt hat, klar die abfällig und höhnischen blickenden Augen im zentimeterbreiten Sturmhaubenschlitz gesehen, allein die Einsatznummer war auch in diesem Fall für mich uneinsehbar auf seinem Rücken.
Die immer zahlreicher werdenden Verletzten mussten sich selber helfen. In solidarischem Miteinander wurden die Augen mit allen verfügbaren Trinkwasserflaschen gespült. In einem Fall konnte ich beobachten, wie eine junge Polizistin zwei ihrer eigenen Wasserflaschen an die Verletzten weiterreichte. DemonstrantInnen brachten die Opfer weiter nach hinten in sichere aber dennoch links und rechts mit Wasserwerfern und polizeilichen Streitkräften bedrohte Demo-Bereiche, wo sie von ÄrztInnen und Krankenpersonal, die sich unter den DemonstrantInnen befanden und zur Hilfe einfanden, versorgt wurden.
Und dann erneut ein Angriff ohne Vorwarnung. Hinter uns die anhaltende Prügelei der Einsatzkräfte an der Spitze des Demonstrationszuges und auf der anderen Seite der Barriere die Kampfgaswolken in den Kessel hinein. Zu unseren Füßen die Verletzten. Da wurden die Absperrgitter vor uns schlagartig auf etwa fünf Meter geöffnet, und ein frontaler Angriff auf uns, die wir Schutz suchten, geführt. Erneut keinerlei Chance zurückzuweichen oder sonst irgendwohin in Sicherheit zu kommen.
"Ich prügle dir die Birne zu Matsch" flüsterte der vor mir stehende Robo-Cop klar und deutlich vernehmbar im Adrenalin-Rausch mit gezückter Tonfa. Daneben seine KollegInnen wieder mit den Kampfgas-Geräten im Einsatz. Zu den Verletzten neue Verletzte. Ein weiteres Mal Verantwortungslosigkeit der Polizeiführung gegenüber ihren Untergebenen. Auch hier hätten die brutalen Angriffe der gerade einmal etwa zwei Dutzend in blinde Gewaltattacke geschickten Kräfte gegen Tausende in Mord- und Totschlag enden können.
Von 14 Uhr mittags bis 20 Uhr abends wurde kontinuierlich weiter geprügelt und Unmengen von Kampfgas über die DemonstrantInnen ausgesprayt. Die Flut der Verletzten riss nicht ab. Nichts konnte die Einsatzkräfte stoppen. Nicht die im Kessel befindlichen Bundestagsabgeordnete, nicht die eingekesselten Kinder. Einzeln wurden nacheinander über die vielen Stunden hinweg unter brutaler Gewaltanwendung hunderte von DemonstrantInnen im Kessel festgenommen, der Personalienfestellung und erkennungsdienstlichen Behandlung unterzogen und mit Platzverweisen entlassen. Sie durften nicht mehr an der Demonstration teilnehmen und sich teilweise in ganz Frankfurt nicht mehr aufhalten.
Schließlich sogar die gewaltsame Übernahme des im Kessel befindlichen Lautsprecherwagens durch ein Spezialkommando. Offenbar sollte so die Kommunikation mit der Rest-Demonstration - erneut ohne jeden Anlass und ohne jede Rechtsgrundlage - unterbunden werden.
Doch nichts, aber auch nichts!, konnte die Ruhe und Friedlichkeit der Demonstration ins Gegenteil kehren. Tausende harrten bis in die Nacht aus, bis auch der allerletzte aus dem Kessel festgenommen war. Die Blockupy-Demonstration in Frankfurt am 01. Juni 2013 ließ sich nicht spalten. Die von der Staatsgewalt in willkürlicher Repression Festgenommenen wurden zu keiner Zeit alleingelassen. Die den ganzen Tag über andauernden in brutaler Gewalt geführten Angriffe blieben ohne das gewünschte Ergebnis - niemand aus der Demonstration von zig Tausenden tappte in die gestellte Kriminalisierungsfalle.
(...) Es gab nicht "mehrere Verletzte", sondern Hunderte von der Polizei verletzte Menschen.

 

2011

"Anti-Wallstreet" auch in Göttingen - Protesttag gegen die Politik der Banken

Die Anti-Wallstreet-Bewegung der USA weitet sich aus. Nun ist am 15. Oktober 2011 ein internationaler Protesttag dazu ausgerufen worden.

An der Postbank, Groner Straße

attac hatte einen Informations- und Aktionsstand vor der Postbank aufgebaut, die inzwischen zur Deutschen Bank gehört. Beim Zocken auf grünem Casino-Filz konnten PassantInnen hier "Millionen" gewinnen. Der Aktionstag wurde besonders von attac propagiert mit den Forderungen: Die Profiteure müssen zahlen! * Die Banken entmachten! * Finanzmärkte kontrollieren - ihre Macht brechen! * Steueroasen schließen! * Das Öffentliche den Finanzmärkten entziehen! * Die Krise sozial bewältigen! (detaillierter dazu auf der Webseite >> http://www.casino-schliessen.de/ )

Partei DieLinke schloß sich dem Aufruf an um "gegen den Ausverkauf der Demokratie an die Banken zu protestieren", "gegen die zügellose Finanzmacht der Banken und die Ungerechtigkeit gegenüber den Bürger/Innen." Und weiter heisst es in einer Pressemitteilung vom 12.10.11 "Anlässlich dieses weltweiten Aktionstages werden die LINKE und die Göttinger Linke einen Informationsstand am Sonnabend dem 15.10. ab 10.00 Uhr am Gänseliesel durchführen. Gerd Nier Sprecher der Göttinger Linken: "Die Diktatur der Finanzmärkte wird zum Alptraum: Die Parlamente Europas werden entmachtet. Die Zinsen an den Kapitalmärkten diktieren die Tagesordnung der europäischen Regierungen. Die Banken entscheiden über Staatshaushalte." Bisher wurde darauf verzichtet, die Verursacher und Profiteure der Krise in die Pflicht zu nehmen. Die ungelöste Bankenkrise wird immer mehr zu einer existenziellen Bedrohung der europäischen Staaten. Wer Deutschland aus dieser Krise führen will, muss die Finanzmärkte an die Kette legen und die Demokratie wiederherstellen. Dr. Eckhard Fascher (Kreissprecher die LINKE Göttingen): " Deshalb laden wir dazu ein, sich diesem gewaltlosen Kampf anzuschließen und die Botschaft zu verbreiten, dass diese unannehmbare Situation geändert werden kann."


Verbrennung eines 5 Euro-Scheines

Marktplatz

1) Dort gab es einen Informationsstand der Partei DieLinke mit dem Schwerpunkt zum Anti-Banken-Tag. Das Angebot, als Partei DieLinke mit attac zusammen zu protestieren war von attac abgelehnt worden

2) Zu einer spontanen Aktion kam es am Marktplatz im Rahmen des Protestes gegen Bankenmacht und Investment-Casino-Spekulationen. Es wurde reales Geld verbrannt - als Protest gegen die Geldentwertung durch Inflation. Inflation die durch die Aufblähung staatlicher Geldmengen entsteht, weil dieser damit Geldgeschenke an die Banken finanziert.

Piratenpartei auch gegen Banken

In der >>Piratenpartei wurde geraunt, dass um 12 Uhr am Samstag den 15. Oktober irgendwie am Protest gegen die Banken teilgenommen werden soll.

Kritik an Banken antisemitisch?
In Göttinger Diskussionen wurde in der Vergangenheit des öfteren die Kritik am Bankenwesen mit der Befürchtung konfrontiert, es könne an historische Versuche angeknüpft werden, das "raffende Finanzkapital" mit "internationaler jüdischer Finanzherrschaft" zu identifizieren und damit die Kritik in antisemitisches Fahrwasser geraten. Dies hat zu intensivem Bemühen seitens der Antideutschen geführt, jegliche Diskussion um die Beschränkung der Bankenmacht zu blockieren. Und eine Wirkungen dieser Argumentation ist in weiten Teilen der Antifa-Linken festzustellen.

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