Samstag 23. Oktober 1999 Bettenwerbung, Bibelwerbung - Infos der Drogentherapie
sa_bett.jpg (20519 Byte) Die Idee schien ja ganz lustig, ein Bettenhaus macht Werbung mit einem Bett in der Weender Straße. Aber wie bescheuert muß man sich fühlen, wenn man sich gegen Bezahlung in einem Nachthemd dorthin stellt oder gar im Bett liegt. Also: Geschäftseigentümer ins Nachthemd !!
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Merkwürdige Gewichtung im Grundsatzprogramm der PBC ist Punkt 1. Aussenpolitik: "Unser Wohlergehen hängt also auch von unserer Liebe zu Israel ab! Dadurch wird unsere Nation gesegnet (...) Der heutige Staat Israel ist kein Zufallsprodukt, sondern im Willen Gottes geschaffen..."

Kleiner Auszug aus dem Grundsatzprogramm: "4.5., Ehrlichkeit beim Arzt - Im Zuge der von uns geforderten Hinwendungu zur Heiligen Schrift und mehr Ehrfurcht vor Gott wird auch die allgemeine Liebe zur Wahrheit und Ehrlichkeit im Umgang miteinander zunehmen. Die Volksseuche des "Sich-Krankschreiben- Lassens" wird mit Sicherheit zurückgehen. Menschen werden nur dan den Arzt konsultieren, wenn sie auch wirklich krank sind. Dies führt zu einer wesentlichen Sanierung der finanziellen Situation im Gesundheitswesen."

sa_pcb.jpg (8961 Byte) Also geht es anderen Leuten auch so?

Ich verwechsele die PBC immer mit PCB, was in Trafos drinne ist, irgendso ein giftiges Zeug.

sa_drogen.jpg (13529 Byte) Informationsstand des Therapiezentrums Göttingen Waldhaus Södderich

(da der junge Mann nicht so gerne abgebildet werden wollte ist sein Gesicht mit einem Smilie verdeckt)

Therapiezentrum Göttingen Waldhaus Södderich

Aus der "Hauszeitung" des Therapiezentrums Jahrgang 1, Ausgabe 3 / DO Suchthilfe, Waldhaus Dödderich, 37136 Waake / Tel.: 05507 837, Fax: 05507 / 1261 , Bei Fragen zur Aufnahme im Haus an Sven Schrader wenden. Sozialarbeiter Michael K.

Seit 1979 besteht das Waldhaus Södderich als Therapieeinrichtung. Es liegt an der B 27 östlich von Göttingen. Früher beherbergte dieses Haus ein Ausflugsrestaurant und ein Hotel. Inzwischen hat sich dieses Anwesen zu einem Therapiezentrum entwickelt. Innerhalb des Hauses befindet sich neben einem größeren Wohnbereich, zwei weitere Wohnungen. Für die Adaptionsphase steht ein weiteres Haus auf dem Grundstück. Einen großen Teil der Anlage macht der Garten mit einer Grillmöglichkeit aus. Ein Volleyballfeld, eine hier sehr begehrte Sportart, runden das Gesamtbild ab. In der näheren Umgebung stehen ein Fußballfeld und ein See der aktiven Freizeitgestaltung zur Verfügung. Seit 1997 haben wir einen neuen Träger, das DOH, und damit verbunden unseren Namen verändert.

Zum Therapiebeginn schreibt Stefan M. folgendes:

Der Gedanke daran, eine Therapie zu machen, hat mich über Jahre hinweg begleitet. Allerdings habe ich es nie geschafft alles Notwendige anzuschieben und mich zu informieren.

Es ging mal aufwärts und mal abwärts, bis ich wegen meiner Straftaten im April 99 in Haft landete. Nach einiger Zeit und so manchen Gedanken wendete ich mich erneut an die Drobs. Ein paar Gespräche später war es dann soweit und alles Notwendige war angeschoben und genehmigt. Von dem Tag an machte ich mir nur noch nen Kopf darüber wie es wohl in der Einrichtung sein würde

Man hatte ja einiges gelesen, aufgeschnappt oder in Unterhaltungen mitbekommen. Positive und negative Aspekte krachten bei mir aufeinander und das Gefühl in meinem Magen wurde flauer und flauer...

In der Einrichtung angekommen, traf mich dann erst einmal der Schlag und ich dachte: ,,Wo bist du denn hier gelandet?"... Aber nach einigen Tagen Eingewöhnung stellte sich für mich persönlich heraus, dass alles aushaltbar und mit ein wenig Toleranz zu bewältigen ist.

Ich weiß jetzt für mich, dass dieser Entschluß von mir, das Beste war, was mir passieren konnte. Hier arbeite ich an mir und letztendlich meinem Leben. Auch wenn es nicht so ist, wie man es gerne hätte; im Alltag draußen passiert nix anderes. Tschau.. Stefan (seit drei Wochen im Waldhaus Södderich)

Thema Rückfall

Am Anfang meiner Therapie war ich sehr verschwiegen und häbe meine Probleme und Angste verdrängt. Meine Meinung habe ich in den Gruppen nie geäußert, obwohl ich sehr viel Arger und Druck in mir hatte. Das hat sich ungefähr drei Monate~kiingezogen. An dem Tag als der Rückfall eintrat ging es mir eigentlich sehr gut. Ich hatte keinen Suchtdruck oder sonst irgendwelche Sorgen. Der Tag verlief sehr gut. Bis mich zwei Mitklienten fragten, ob ich nicht mitkommen möchte einen Spaziergang zu machen. Sie steckten mir schon vorab, dass wir eventuell etwas trinken gehen. Was ich natürlich als Scherz auffaßte, aber in mir drin war doch eine gewisse Vortreude zu spüren so nach dem Motto ,,Hoffentlich trinken wir doch etwas". Wie der Zufall es dann so wollte saßen wir dann doch inne Kneipe. Nach dem Rückfall hat sich das Blatt für mich gewendet und ich war ein völlig neuer Mensch geworden. Nun kann ich meine Meinung vertreten, kann über Probleme und Ängste sprechen. Für mich hat die Therapie erst nach dem Rückfall begonnen. Ich hoffe, dass nicht jeder einen Rückfall haben muß um mit der Therapie anfangen zu können. Es kann ganz schnell zu spät sein. (Michael H.)