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IFB, Institut für Forschung und Bildung

IFB, Haus der Kulturen, Hagenweg 2 e, 37081 Göttingen, Tel. 0551-50419330, Fax: 0551-63759 E-Mail: vuk-goettingen@web.de Ansprechpartner: Prof. Dr. Rolf Bertram, Tel. 0551-24369 & Dr. Eckhard Fascher, Tel. 0551-7895805 (www.vuk-goettingen.de ab Mitte Juli 05)

IFB – Ein Zusammenschluss kritischer Wissenschaftler in Göttingen

Durch eine Auftaktveranstaltung wurde am Januar das IFB, das Institut für Forschung und Bildung Frieden, Umwelt und globale Gerechtigkeit gegründet. Getragen wird das Institut von etwa dreißig Göttinger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen fast aller Fachbereiche der Universität, wobei die Naturwissenschaften stark vertreten sind.

Trägerverein ist der 1995 gegründete Verein für Umwelt- und Konfliktforschung (VUK), der von 1996 bis 2001 das Göttinger Agenda-21-Initiativen-Plenum koordiniert hat. Unterstützt wird das IFB durch die Göttinger Wissenschaftler für Frieden und Abrüstung und der Göttinger Regionalgruppe von ATTAC. Wichtigster Initiator und Koordinator des IFB ist der emeritierte, mittlerweile über siebzigjährige Physikprofessor Rolf Bertram, der seit mehr als dreißig Jahren zu den wichtigsten Experten der Anti-AKW-Bewegung gehört.

In seinem Manifest nimmt das IFB auf die "eine weltweite Entwicklung zeigt, die vor allem unter dem Aspekt der "Globalisierung" zur zunehmenden Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, zur Verarmung immer größerer Teile der Menschheit sowie zur Aushöhlung von Menschenrechten und des Rechtes auf Selbstbestimmung führt." Erste Projekte des IFB zeichnen sich in den Bereichen Regenerative Energien/ Problematik der Atomenergie, Schadstoffbelastung und deren Reduzierung sowie im Bereich Sicherung der Sozialsysteme/ Alternativen zu Hartz IV ab. Ausdrücklich möchte das IFB zu den einzelnen Projekten interdisziplinär arbeiten. Dies bedeutet beispielsweise für eine Untersuchung der Energiepolitik, dass neben den ökologischen auch deren sozialen Folgen bedacht werden müssen.

Auch wenn sich beim IFB wissenschaftlicher und politischer Anspruch miteinander verbinden, so sind die Auffassungen und Weltanschauungen der Aktiven des IFB sehr breit gestreut. Dies erscheint logisch vor dem Hintergrund, dass sich viele bereits im Pensionsalter befinden, häufig auf eine aktive Universitätskarriere aber auch auf die Erfahrungen der sozialen und ökologischen Bewegungen der siebziger und achtziger Jahre zurückblicken können. Wir werden sehen wie sich dieses interessante Projekt weiter entwickeln wird.

 

Veranstaltungsreihe "Kreislaufwirtschaft"

des Institut für Forschung und Bildung (IFB) und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V. Kreislaufwirtschaft und naturinspirierte Technik Antworten auf die drohende globale Umweltkatastrophe Donnerstag, den 3.6.2010, 19 Uhr Foyer Holbornsches Haus, Rote Straße 34, Göttingen Vortrag mit Prof. Dr. Christian Jooß Institut für Materialphysik, Uni Göttingen Die Abfallberge wachsen und wachsen. Müllverbrennungsanlagen werden als Alternativen verkauft, obwohl sie die Vergiftung noch verschärfen. Dabei kann Materie, also auch Müll, nicht vernichtet werden. Nur Umwandlungen sind möglich und entweder werden diese Prozesse zu einer internationalen Kreislaufwirtschaft mit weitgehend geschlossenen Stoffkreisläufen organisiert oder die Erde wird bald völlig unwirtlich sein. Die Stoffwechsel- und Produktionsprozesse der belebten Natur können viele Anregungen und Grundprinzipien vermitteln. Mit den sich heute entwickelnden Verfahren der Nanotechnologie, Biologie, Medizin und Molekularchemie bieten biologische Systeme zunehmend detaillierte Einsichten in ihre Konstruktions-, Stoffwechsel- und Reproduktionsprinzipien und erlauben neue Ansätze im Materialdesign und bei erneuerbaren Energien. Zum Abschluss des Vortrages sollen Schlussfolgerungen für eine notwendige Wende zu einer umfassenden Kreislaufwirtschaft gezogen werden. Weitere Veranstaltung in der Veranstaltungsreihe Kreislaufwirtschaft: Do., 10.6., 19 Uhr im Holbornschen Haus: Dagmar Parusel (EPEA-Institut), Cradle to Cradle® - Die Natur zeigt wie wir die Dinge besser machen können

Klimakongress am 30. und 31.10.2009 "Klimawandel: Hunger und Kriegsgefahr"

Am Freitag, den 30. und Samstag, den 31. Oktober wird der 1. Klimakongress des Institutes für Forschung und Bildung (IFB) in Göttingen stattfinden.
Auf diesem öffentlichen Kongress werden die Komplexität und der kausale Zusammenhang ökologischer, sozialer und sicherheitspolitischer Krisenszenarien im globalen Ausmaß verdeutlicht. Dabei werden das Ursache-, Bedingungs- und Wirkungsverhältnis dieser ansonsten zumeist getrennt voneinander behandelten Problemfelder gemeinsam betrachtet. Diese Perspektive ermöglicht die Reflektion wichtiger Vorschläge zur Eindämmung des Klimawandels und seiner Folgen.
Am 30.10. findet um 19.00 Uhr im ZHG 011 in der Universität Göttingen die Einführungsveranstaltung mit dem bekannten Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif (Universität Kiel) statt.
Am 31.10. wird der unter der Schirmherrschaft der Stadt Göttingen stehende Klimakongress im Ratssaal des Neuen Ratssaales im Zeitraum von 9.30 Uhr bis etwa 19.00 Uhr fortgesetzt. Die Referentinnen und Referenten werden die Konfliktpotentiale, die Militarisierung der europäischen Flüchtlingspolitik sowie die durch die weltwirtschaftlichen Strukturen verursachten Hindernisse bei der Umstellung auf regenerative Energien darstellen. Ein Referent aus Äthiopien und indianische Referentinnen werden erste Auswirkungen des Klimawandels aus eigener Perspektive und Betroffenheit schildern und ihre Lösungsansätze vorstellen.
Abgeschlossen wird der Kongress durch den Physiker und Energieexperten Prof. Dr. Rolf Bertram, der weitere Lösungswege aufzeigen und zu ihrer Diskussion überleiten wird.
Veranstalter: Institut für Forschung und Bildung (IFB) Göttingen
Schirmherrschaft: Stadt Göttingen.

Kooperationspartner: Heinrich-Böll-Stiftung, Kant-Stiftung, Rosa Luxemburg Stiftung -Niedersachsen, Selbach-Umwelt-Stiftung, Stiftung ATLANTIS, Stiftung Leben und Umwelt, Enat Afer e.V., Göttinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Frieden und Abrüstung e.V.

Das Programm im Einzelnen: :
Freitag, 30. Oktober 2009, 19.00 – 21.00 Uhr, Universität Göttingen, ZHG 011
Einführungsveranstaltung: (Univ. Kiel): Klimawandel
Samstag, 31. Oktober 2009 im Neuen Rathaus Göttingen, Sitzungssaal
09.30 – 09.50 Uhr Begrüßung und Grußworte
09.50 – 10.50 Uhr Prof. Dr. Jürgen Schneider (Univ. Göttingen):
Klimawandel – ein künftiges Sicherheitsrisiko?
11.00 – 12.30 Uhr Lara Josephine Buffaloboy (USA) / Regina Mayer White-Plume (Nürnberg): Auswirkungen des Klimawandels auf US-indianische Reservate im kulturellen Kontext
12.30 – 13.15 Uhr Mittagspause
13.15 – 14.15 Uhr Jonas Norpoth (Univ. Göttingen): Maximalprofite contra Klimaschutz
14.25 – 15.25 Uhr Dr. Maria Kontos (Institut f. Sozialforschung/Frankfurt a.M.):
Die zwei Gesichter der europäischen Migrationspolitik: gewollte und ungewollte Integration – bis zur Abwehr durch FRONTEX
15.25 – 15.55 Uhr Kaffeepause
15.55 – 17.25 Uhr Gizaw Angulo Agillo (Äthiopien): Klimawandel in Äthiopien und Lösungswege
17.35 – 19.00 Uhr Prof. Dr. Rolf Bertram (TU Braunschweig): Lösungswege aus der Krise – wie könnten sie aussehen? Inklusive Abschlussdiskussion.

 

 

Vorträge

Mit intelligenter Lenkung von Stoffströmen zu umweltverträglichen Produkten
23.11. 2007, 19 Uhr Universität Göttingen, ZHG 002

Vortrag Prof. Michael Braungart: Umweltfreundliches Wirtschaften - Veranstalter: PD Dr. Christian Jooß, Institut f. Materialphysik d. Georg-August-Universität Göttingen und Institut f. Forschung u. Bildung Göttingen (ifb) Aus 30 Jahren Diskussion über Umweltprobleme ist das Wissen entstanden, wie Stoffströme so gestaltet werden können, dass intelligente Verschwendung zu neuen, umweltverträglichen Produktionsweisen und zu neuen nicht schädlichen Produkten führt. Im Unterschied zu den derzeit propagierten Konzepten umweltschonenden Wirtschaftens geht es aber nicht darum, einen möglichst geringen "ökologischen Fußabdruck" zu erzeugen. Ein verändertes Verständnis von Sparsamkeit und Verschwendung kann vielmehr bewirken, dass nicht nur Umweltschäden vermieden werden, sondern anderen Lebewesen auch eine neue, breitere existenzielle Basis geboten wird. Hieraus ist das Cradle to Cradle-Design-Konzept von Professor Michael Braungart entstanden, welches durch die Natur inspiriert ist, in der es keine Probleme mit "Abfall" gibt. "Abfall" ist hier vielmehr gleichbedeutend mit "Nahrung". Anschaulich wird dieser Ansatz am praktischen Beispiel der niederländische Region Venlo, die dieses Konzept gemeinsam mit dem EPEA-Institut ganzheitlich umsetzen will.

Ökologische und ökonomische Optimierung des Anbaus von Energiepflanzen
9.10. 2007, Universität Göttingen, ZHG 002 19.30 Uhr

Der Referent, Prof. Dr.Konrad Scheffer, ist Mitglied des Institutes für Nutzpflanzenkunde an der Universität Witzenhausen/Kassel und des Interdisziplinären Zentrums für Nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen Veranstalter: PD Dr. Christian Jooß vom Institut für Materialphysik de Zukünftig werden ca. ein Drittel der ackerbaulich genutzten Flächen Deutschlands für den Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung stehen. Damit kann die Landwirtschaft in Deutschland einen erheblichen Beitrag zu einer Energiewende leisten. Voraussetzungen sind hohe Flächenerträge verbunden mit ökologischen Anbaumethoden und hohe Nutzungseffizienz der Energiepflanzen. Die Umwidmung des Ackerbaus in eine neue Dreifelderwirtschaft (Nahrung, Futter, Energie) beinhaltet die große Chance, zumindest das neue Drittel nach ökologischen Richtlinien ohne wirtschaftliche Einbußen zu nutzen. Gegenwärtig liegt diese bezogen auf den Energiegehalt der Gesamtpflanze zwischen ca. 10 % (Biodiesel, Ethanol) und ca. 40 % (Strom und Wärme aus Biogas), weil große Anteile der Pflanze ungenutzt bleiben und/oder der Energieverbrauch bei der Konversion zu Endenergie zu hoch ist. Gegenwärtig steht die Gewinnung von Biogas aus landwirtschaftlichen Nutzpflanzen an erster Stelle. Die jetzigen Bedingungen fördern unverhältnismäßig Monokulturen von Mais. Neben Pflanzenvielfalt und ökologischen Anbaumethoden muss nach Wegen gesucht werden, die Effizienz der Energieausbeute aus Biomasse bei niedrigeren Verfahrenskosten zu erhöhen. Ein neues Verfahren strebt an, die Pflanzenvielfalt in diesem Bereich entscheidend zu steigern und die Energieausbeute ohne Schadstoffeinsatz bedeutend effizienter zu machen.

Ist wirksamer Klimaschutz möglich? Für eine Wende zur Solar- und Kreislaufwirtschaft - Dienstag. 20. März 2007, 19:30 Uhr,im DGB-Haus, Obere Maschstraße 10

PD Dr.Christian Jooß Eine Wende zur Solar- und Kreislaufwirtschaft ist dringend notwendig, um die drohende Entwicklung zu einer globalen Klima- und Umweltkatastrophe aufzuhalten. In dem Vortrag wird die Frage aufgeworfen, ob die derzeit im Kyoto -Prozess verfolgten neoliberalen Ansätze des Emissionshandels nicht zu einer entscheidenden Bremse für einen wirksamen Klimaschutz geworden sind.
Befürworter des vereinbarten Kyoto-Prozesses argumentieren so, als wäre die Atmosphäre eine riesige kostenlose "Müllhalde" für Emissionen. So wie die Müllentsorgung ihren Preis habe, müsse auch heute die Atmosphärenbenutzung einen festen Preis haben, um Emissionen zu kontrollieren. Dieser neoliberale Ansatz macht das Recht zu verschmutzen zu einer Funktion der ökonomischen Stärke. Der Verschmutzungshandel wird zu einem Instrument des Konkurrenzkampfes darum, wer verschmutzen darf und wer nicht. Er bedeutet eine Privatisierung des öffentlichen Gutes Luft. Konzentration des (Verschmutzungs)-Kapitals, Konkurrenzkampf um die Beherrschung von Verschmutzungsanteilen, Ruinierung der Schwächeren und Fixierung auf privaten Gewinn werden zu entscheidenden Triebkräften.
Anstatt das Verursacherprinzip zur Grundlage des Klimaschutzes zu machen, degeneriert der Kyoto-Prozess das Erdklima zu einem Spekulationsobjekt. Es liegt in der Natur dieses Ansatzes, dass jede Regierung oder jeder Konzern nur bestrebt ist, für sich am meisten herausholen.
Basierend auf neueren Untersuchungen der Klimaveränderung werden Alternativen für eine Wende zur Solar- und Kreislaufwirtschaft formuliert.
Die Veranstaltung ist öffentlich, Gäste sind herzlich willkommen !Institut für Forschung und Bildung (IFB), VUK,Göttinger Wissenschaftlerinnen für Frieden und Abrüstung, Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Göttingen

Wohin mit dem Atommüll ? - Endlager Asse II säuft ab -
20. Februar, 19.30 Uhr, im DGB-Haus, Obere Maschstraße 10

Prof.Dr.Rolf Bertram Dienstag, Seit über 50 Jahren wird - bisher erfolglos- versucht, ein "sicheres Endlager" zu finden. Bis zur Stunde gibt es nicht einmal verbindliche Kriterien zur Endlagerung. Ob Salz, Ton , Granit oder anderes Material, immer stellt sich bei der Eignungsprüfung heraus, dass die Lösung des Problems mit jeder neuen Erkenntnis schwieriger wird. Es geht nämlich nicht darum, den Atommüll möglichst tief zu verscharren; es geht darum, ihn für alle Zeiten von der Biosphäre fernzuhalten. Das aber kann nach dem heutigen Kenntnisstand niemand garantieren. Die Ereignisse um das Atommüllendlager Asse II bei Wolfenbüttel zeigen, wie hilflos die Betreiber den Folgen früherer Einlagerungen gegenüberstehen. Die permanenten Wassereinbrüche in das Salzbergwerk sind nicht zu stoppen. Die Schließungskonzepte gefährden im hohen Maße nicht nur die nähere Umgebung, sondern können im Laufe der Zeit auch das Grundwasser im südniedersächsischen Raum radioaktiv verseuchen. Die Veranstaltung ist öffentlich, Gäste sind herzlich willkommen ! Veranstalter: Institut für Forschung und Bildung (IFB), Verein für Umwelt- und Konfliktforschung (VUK), Göttinger Wissenschaftlerinnen für Frieden und Abrüstung, Evangelische Studierendengemeinde (ESG)

 

Standort Erde - Ein vernetztes und verletzliches System
Dienstag, 30. Januar, 2007, 19.30 Uhr, DGB-Haus, Obere Maschstr. 10,

Referent: Prof. Dr. Jürgen Schneider, Universität Göttingen, Geologie u. Paläontologie Zeit: Der Umweltgeologe Prof. Dr. Jürgen Schneider wird in seinem Vortrag auf einige grundsätzliche Fragen zu den globalen Problemen und Gefährdungen unseres Planeten aus der Sicht der Umwelt-Geowissenschaften eingehen. Dies sind insbesondere: - Das System Geobiosphäre und seine Evolution seit 4,5 Mrd. Jahren - Kurze Darstellung zur Lage der globalen Umwelt - Grundfragen zum Verständnis von Systemen und Regelkreisen - Entropie-Gesetz und ökonomisches Wachstum - Probleme und Möglichkeiten ökonomischen Wachstums vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen - Wie kann zukünftiges menschliches Handeln für eine niederentropische und friedliche Gesellschaft aussehen?

ESG , von-Bar-Str. 2, 30. Mai 2006, 19.30 Uhr
Jagd und Naturschutz Miteinander oder gegeneinander?
Referenten: Bernd Baumgart (Landschaftsplaner, Berlin) und Dr. Jürgen Endres (IFB) Bernd Baumgart ist Landschaftsplaner in Berlin und berät unter anderem den NABU Brandenburg in Naturschutzfragen. Er ist Mitgründer des Verein Tarpan e.V., der sich für die Wiederansiedlung fast ausgerotteter seltener Tierarten in Brandenburg einsetzt. Der ausgewiesene Naturschützer Dr. Jürgen Endres ist Vorstandsmitglied des IFB. Wichtiges Spezialgebiet ist die Analyse der Veränderung des Lebensraumes auf einheimische Tierarten. Die Auswirkungen der Jagd beeinflussen das Erscheinungsbild unserer Landschaften und die Zusammensetzung unserer Tierwelt weitaus stärker als viele glauben. Rund 342.000 Jagdscheininhaber in der Bundesrepublik bilden eine zahlenmäßig zwar kleine, politisch aber dennoch sehr einflussreiche Interessengruppe. Die etablierte Jagd gerät aber auf immer mehr Feldern in Konflikt mit anderen Interessenlagen – so auch mit dem Naturschutz. Dies ist z.B. die Jagd auf bestandsbedrohter Tierarten, die Beeinträchtigung diverser Ökosysteme durch die einseitige Überhege von Trophäenträgern oder die Jagdausübung in Schutzgebieten. Zweifel am herrschenden Jagdsystem werden nicht nur von außen laut – von Waldbesitzern, Natur- und Tierschützern. Auch in den Reihen der Jägerschaft selbst kommen zunehmend Forderungen nach weitreichenden Reformen des Jagdwesens auf. Radikale Stimmen, die das Töten von Tieren generell ablehnen, rufen sogar nach einer vollständigen Abschaffung der Jagd. Eine gesellschaftliche Diskussion, ob und in welcher Form die Jagd in unserer überformten Zivilisationslandschaft zukünftig praktiziert werden soll, erscheint daher umso dringlicher. An Fallbeispielen des vielschichtigen ThemasNaturschutz“ soll daher die Frage diskutiert werden, ob und ggf. welche Alternativen zur gegenwärtigen Form der Jagdpraxis nötig und möglich erscheinen und wie die Rolle des/der Jäger/in hierbei zukünftig aussehen könnte. Mitveranstalter: Rosa-Luxemburg-Bildungswerk e.V., Göttinger Wissenschaftler für Frieden und Abrüstung e.V., Verein für Umwelt- und Konfliktforschung und Evangelische Studierendengemeinde Göttingen.

ESG von Bar Str. 2-4, 21.2.06, 19.30 Uhr
Neue Arbeitsplätze durch Energieabgaben - Von Wahn und Einfalt der Wachstumsideologie
ESG), Die Probleme auf dem Arbeitsmarkt und bei den Sozialkassen spitzen sich immer weiter zu. Der Vortrag bringt die Wachstumsabhängigkeit in Zusammenhang mit der fast völligen Ignorierung des Produktionsfaktors Energie. Die fundamentale Schieflage zwischen den Produktionsfaktoren Energie und menschliche Arbeit führt laut Grahl dazu, dass teure und relativ produktionsschwache menschliche Arbeitskraft im Zuge von Rationalisierung und Automatisierung permanent durch billige und hocheffiziente "Energiesklaven" ersetzt würden. Die eigentlichen Ziele "Vollbeschäftigung" und soziale "Absicherung" würden durch diese Wachstumsideologie in einem scheinbar unauflösbaren Grundkonflikt geraten, der in der kaltschnäuzigen Formulierung gipfele, sozial sei alles, was Arbeit schaffe. Im Lichte dieser Analyse werden die Gedankenfehler der heutigen Reformdiskussion kritisch unter die Lupe genommen. Die Heranziehung des Faktors Energie zur Finanzierung des Staates und der Gemeinschaftsaufgaben erscheint aus dieser Perspektive als Schlüssel, um die Massenarbeitslosigkeit und die Krise der Sozialsysteme und Staatsfinanzen zu überwinden. Dr. Referent: Dr. Jürgen Grahl vom Mathematischen Institut der Universität Würzburg ist stellvertretender Vorsitzender des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV). Veranstalter: Institut für Forschung und Bildung (IFB), VUK, Göttinger Wissenschaftlerinnen für Frieden und Abrüstung, Evangelische Studierendengemeinde (ESG)

Dienstag 24. Januar 2006
Ist eine globale Klimakatastrophe noch vermeidbar?
– Das Scheitern des Klimaschutzes à la Kyoto und die notwendigen Alternativen –
Priv. Doz. Dr. Christian Jooß, Universität Göttingen, um 19:30 Uhr Evangelische Studierendengemeinde, Von Bar Str. 2-4
Zum Vortrag: Schon jetzt ist bereits ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung direkt oder indirekt von sich verstärkenden Klimaveränderungen betroffen. Wasserknappheit durch Dürre, Extremereignissen, wie Wirbelstürme, Hitzerekorde Überschwemmungen, eine zunehmende Zahl von Umweltflüchtlingen: Mehr als 2 Milliarden Menschen wurde seit 1994 Schäden zugefügt, der materielle Verlust addiert sich seither auf mehrere 100 Milliarden Euro*. Der Vortrag wird eine allgemeinverständliche Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes zu Ursachen und Folgen der Klimaveränderung geben. Dabei wird aufgezeigt, dass einige verstärkende Rückkopplungseffekte, wie die Freisetzung von Methan durch Auftauen der Permafrostböden bereits eingesetzt haben. Die Entwicklung in eine globale Klimakatastrophe beschleunigt sich dadurch erheblich. Der Vortrag befasst sich ebenso mit den notwendigen und möglichen Maßnahmen zum Klimaschutz. Dazu werden das UN Klimaschutzprogramm und das Kyoto Protokoll kritisch analysiert. Es wird aufgezeigt, dass die neoliberalen Instrumente des Kyoto Prozesses, wie z. B. "Emissionshandel" und "Clean Development Mechanisms" zum Milliardengeschäft für internationale Konzerne und Banken werden – jedoch zum Klimaschutz kaum beitragen. Wird das Erdklima den Profitinteressen geopfert? Wird die Öffentlichkeit mit "Erfolgsmeldungen zum Klimaschutz" irregeführt? Tragen Umweltverbände durch Einbindung in den Kyoto Lobbyismus in fataler Weise zur Lähmung der Umweltbewegung bei? Diese Fragen, sowie tatsächlich notwendige internationale Klimaschutzmaßnahmen und die Wege ihrer Durchsetzung werden zum Abschluss des Vortrages behandelt.
*Weltkatastrophenbericht des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes 2005
Zur Person: Dr. Christian Jooß ist Privatdozent für Physik an der Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind Fragen der Materialforschung, Festkörper- und Quantenphysik. Dabei hat er sich insbesondere mit Hochtemperatur-Supraleitern befasst. Letztes Jahr erschien sein populärwissenschaftliches Buch "Albert Einstein – Wissenschaftler und Rebell – eine kritische Würdigung". Ehrenamtlich engagiert er sich zu Fragen des Klimaschutzes und Kreislaufwirtschaft, u. a. in der bundesweiten "Bürgerbewegung für Kryoreycling und Kreislaufwirtschaft" sowie im "Institut für Forschung und Bildung" in Göttingen.

 

10. Januar 2006
Sind westliche Demokratien friedensfähig? /
Prof. Knut Krusewitz ( Künzell, Fulda ) , Ort: Evangelische Stud.Gemeinde (ESG) Von Bar Str. 2-4 Zeit: 10. Januar 2006 , 19.30 Uhr Mitveranstalter: ESG, Gött.Wiss. für Frieden und Abrüstung, Rosa-Luxemburg Bildungswerk, VUK- Verein für Umwelt- und Konfliktforschung

Veranstaltertext: "Seit Ende des Kalten Krieges macht im Westen die Rede vom "demokratischen Frieden" eine beachtliche wissenschaftliche und mediale Karriere. Danach seien demokratisch verfasste Gesellschaften dauerhaft friedensfähig und die Gewalt in der Welt könne nur von denjenigen ausgehen, die mit Intoleranz, Fundamentalismus, brutalem Machtstreben demokratische Prinzipien verletzten. Dies Credo bestimmt nicht nur weitgehend unser Alltagsdenken über Krieg und Frieden, sondern auch in weiten Zügen unsere Außen-, Sicherheits-, und Entwicklungspolitik. Das tatsächliche Bedrohungs-, Sicherheits- und Gewaltverhalten westlicher Demokratien widerspricht eklatatnt diesem Selbstbild : Es waren nämlich "friedliche Demokratien", die im kurzen Zeitraum zwischen 1991 und 2003 bereits siebenmal Krieg führten und zwar ohne Selbstverteidigungsgrund. Im Referat wird dieses Problem an folgenden Fragen thematisiert: Warum ist der Westen auch nach Ende des Kalten Krieges nicht zur Selbstkritik bereit ? Warum sind die führenden Mitgliedstaaten nicht zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung bereit ? Wird der Westen auch zukünftig den wirtschaftlichen und politischen Status quo gewaltsam verteidigen ? Zur Person: K.Krusewitz war bis zu seiner Emeritierung Hochschullehrer an der TU Berlin im Fachbereich Umwelt und Gesellschaft. Langjähriger Berater von Bürger- und Friedensinitiativen.Gastprofessuren im In- und Ausland. Ca. 200 Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zu folgenden Themen: Kritische Umweltplanung, Gewerkschaftliche Umwelt- und Energiepolitik, Nachhaltige Wasserwirtschaft,Nachhaltige Regionalentwicklung, Umweltkriege, Friedensursachenforschung,Pazifistische UNESCO-Modellregionen, Theorie und Methodenkritik, Ökologische Kriegsführung."

 

Dienstag, 7. Juni 2005,
Kyoto-Protokoll – Wie können Kohlendioxidimmissionen wirkungsvoll reduziert werden?
Prof. Dr. Aloys Hüttermann,
Der Chemiker und Forstprofessor Dr. Aloys Hüttermann hat nachgewiesen, dass ein Hektar Wald in einem Zeitraum von 50 Jahren 2000 bis 3000 Tonnen Kohlendioxyd in Form von Holz und Humus akkumuliert. Hüttermann plädiert demzufolge für großflächige Aufforstungen. Der Kyoto-Prozess zielt darauf ab, die Kohlendioxid-Emissionen insgesamt zu reduzieren. Hierfür wurden Mechanismen ausgearbeitet, die sowohl Reduktionen beim Emittenten als auch den Aufbau von geeigneten Senken, dies ist beispielsweise die Aufforstung von Wäldern, wirtschaftlich belohnen. Auch die ärmeren Länder können sich so Hüttermann durch großflächige Aufforstungen mit anschließender Konversion der Biomasse in Elektrizität oder Energie-Chemikalien an diesem Prozess zu beteiligen. Rückfragen: Prof. Dr. Rolf Bertram, Tel. 0551-24369 oder Dr. Eckhard Fascher, Tel. 0551-7895805 Veranstalter: Institut für Forschung und Bildung (IFB) Frieden, Umwelt und globale Gerechtigkeit Evangelische Studierendengemeinde (ESG)

Dienstag, 21. Juni 2005, ,
Brotkünste versus Kunstbrot – zu den Beziehungen zwischen Technik, Wissenschaft, und Politik im Hinblick auf gesellschaftliche Entwicklung.

Prof. Dr. Siegmar GroeneveldESG:

 

 

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