Ein Hermannsdenkmal in Göttingen?

(/bakke) Seit einiger Zeit hält sich in Göttingen hartnäckig ein Gerücht, wonach interessierte Bürgerinnen und Bürger Pläne für ein Hermannsdenkmal in der Stadt verfolgen. Damit sollen dem Vernehmen nach die Verdienste des ehemaligen Oberstadtdirektors Hermann Schierwater (SPD) gewürdigt werden; insbesondere soll der äußerst schmerzhaften Verletzung im Analbereich ein würdiges Andenken bewahrt werden, die Schierwater sich im Oberbürgermeisterwahlkampf des Jahres 1999 zugezogen hat. Obwohl er sich für diese Stadt den "Arsch aufgerissen" hatte, gewann sein Gegenspieler Jürgen Danielowski von der CDU seinerzeit die Wahl.

Die jüngsten Angriffe des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Fritz Güntzler gegen den ehemaligen Oberstadtdirektor Hermann Schierwater, wonach der von der Bezirksregierung in Braunschweig nicht genehmigte Göttinger Etat des Jahres 2000"ein mieses Abschlußzeugnis" für Schierwater sei (GT vom 31.5.2000), haben in der Initiative für das Hermannsdenkmal offensichtlich dazu geführt, die bisher eher verhalten und diskret verfolgten Vorbereitungen offensiv zu forcieren. Wie man hört, soll in Kürze als Entscheidungshilfe für den künftigen Standort des Hermannsdenkmals eine Bürgerbefragung organisiert werden. Im Gespräch sind dem Vernehmen nach derzeit ein Ort im Göttinger Stadtwald, der angesichts der reduzierten Öffnungszeiten des Bismarckturms zugleich als neues Ausflugsziel in Frage käme. Ferner werden einem Standort auf dem Marktplatz mit Blickkontakt zum Gänseliesel gute Chancen eingeräumt. Favorisiert wird innerhalb der Initiative dem Vernehmen nach jedoch ein Standort am "Düstere-Eichen-Weg", und damit genau dort, wo Hermann Schwierwater sich seinerzeit den "Arsch aufgerissen" haben soll, was angesichts der von tiefen Schlaglöchern übersäten Straße als durchaus wahrscheinlich anzunehmen ist. Für diese Variante spricht im übrigen, dass sich die Planungen des Hermannsdenkmals mit der beabsichtigten Neugestaltung des Eichendorffplatzes und seiner Zufahrten über den Düstere-Eichen-Weg verbinden ließen

Anmerkungen der Redaktion:
Nun sollte niemand die Rechtslastigkeit des Hermannsdenkmals in Detmold zum Grund für eine Ablehnung eines Hermannsdenkmals in Göttingen heranziehen. Wir sollten uns eine eigene Hermanns-Symbolik aufbauen, der nationalistischen Verklärung des Orginals eine positive, konstruktive alternative Deutung der Kopie entgegenstellen !

Informationen zum Orginal:
http://www.hermannsdenkmal.de/
http://www.erziehung.uni-giessen.de/studis/Robert/hermann.html

Das Standbild Herrman Schierwaters wird selbstverständlich OHNE Schwert, allenfalls mit Fahrrad verwirklicht werden. Dem Orginal nachempfunden, könnte z.B. auf dem geschädigten Körperteil des Standbildes der Schriftzug stehen:

Göttingens Einigkeit meine Stärke - Meine Stärke Göttingens Macht

Außerdem könnte überlegt werden einen Stadtmarathon unter dem Titel "Hermannslauf" stattfinden zu lassen. Überlassen wir die Macht der Symbole nicht rechten Scharfmachern!